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Filmtipp: Das wandelnde Schloss von Hayao Miyazaki

4. März 2012
Das wandelnde Schloss - ein toller Film vom japanischen Walt Disney.

Das wandelnde Schloss - ein toller Film vom japanischen Walt Disney.

Im Moment schaue ich immer wieder die Filme von Oscar-Preisträger Hayao Miyazaki an. Nach „Chihiros Reise ins Zauberland“ steht bei mir „Das wandelnde Schloss“ auf dem Programm. Ich habe ihm im September 2005 im Kino gesehen, mir später auf DVD gekauft und entdecke ihn jetzt wieder. Dieser magischer Film für die ganze Familie erzählt die Geschichte der Hutmacherin Sophie aus Kinderaugen. Nach Irrwegen und Verwandlungen findet Sophie sich in dem wandelnden Schloss wieder einem gigantischen mechanischen Ungetüm, das sich auf insektenähnlichen Beinen bewegt, aus allen Löchern pfeift und seine Türen in vier verschiedenen Welten und Zeiten öffnen kann. Aber im Mittelpunkt steht die wachsende Liebe des Mädchens zu einem Zauberer, die die Welt am Ende vor der Zerstörung bewahrt.

Also eher eine fantasievolle Geschichte, die mit genialen Einfällen gespickt ist. Daher war es für mich wichtig, auch hinter die Kulissen des Filmes zu schauen. Den Blick bekam ich beim Lesen der spannenden Lektüre „The Art of Howl’s Moving Castle“ Schließlich basiert der Film auf den Roman „Sophie im Schloss des Zauberers“ der britischen Schriftstellerin Diana Wynme.

Hayao Miyazaki genießt in seiner Heimat absoluten Kultstatus und ist dort eine Art japanischer Walt Disney. Er bekam im September bei den Internationalen Filmfestspielen in Venedig den Goldenen Löwen für sein Lebenswerk. Die märchenhafte, romantische, von atemberaubenden Fantasie-Kreaturen bevölkerte Welt des wandelnden Schlosses entstand in Miyazakis Ghibli-Studios. John Lasseter, Cheffe von Pixar, berichtete einmal, dass er die Struktur des Studio Ghibli als Modell für den Aufbau von Pixar übernommen hat. „Jetzt ist es ganz einfach, wenn sich en Problem mit einer Pixar-Produktion ergibt, schauen wir uns einfach einen Miyazaki-Film an. Und nach und nach finden wir dann darin die Lösung für unser Problem“, so Lasseter.

Blick in das schön gestaltete Buch.

Blick in das schön gestaltete Buch.

Das Buch „The Art of Howl’s Moving Castle“ ist ein optischer Leckerbissen. Es enthält Skizzen, Storyboards und fertige Filmbilder. Die japanischen Anweisungen wurden – Gottlob – ins Englische übersetzt. Anders als klassische Art of-Bücher gibt es ausführliche Texte, wie die einzelnen Szenen produziert wurde. Die Künstler verraten, welche Techniken und warum sie eingesetzt wurden. Animation oder CG, welche Werkzeuge für die Hintergründe wurden geschaffen – das Buch verrät kleine und große Geheimnisse der Optisch Großartiges ist in dem Buch herausgekommen. Ein Bilderbuch für die Sinne. Und was mir besonders gefällt, die Welt der Geschichte wurde der Optik elsässischer Städte und Landschaften nachempfunden. Es ist der Hammer, wie Asiaten unsere Architektur und Kultur sehen. Hier bekommen wir von einem Japaner einen animierten Spiegel vorgehalten. Auch mal sehr heilsam.