Posts Tagged ‘Storyboard’

Buchtipp: The Art of Ready Player One

6. September 2018

Optisch hat mich Ready Player One ja vom Hocker gehauen. Als der Film damals in die Kinos kam, musste ich ihn mir unbedingt sofort anschauen und war im Großen und Ganzen davon begeistert. Vor allem Spielbergs Verbeugung vor dem Meisterregissuer Stanley Kubrick hat mir sehr gut gefallen und ich habe ausführlich darüber gebloggt.

Jetzt endlich erscheint Ready Player One auf Blu Ray und ich freue mich auf die Bild für Bild Analyse des Films. Schließlich kommt es gerade hier auf die vielen kleinen Details an. Spielberg hat so viele Kleinigkeiten und Überraschungen eingebaut, die ich beim Ansehen im Kino übersehen habe. Es ging alles sehr schnell und nun habe ich Zeit, mir Szene um Szene in Ruhe anzuschauen und zu analysieren.  

Natürlich jammern zum Blu ray-Start die Puristen, dass der Roman besser sei. Nein, er ist anders und er hat seine absoluten Qualitäten. Ich habe das Buch auf Deutsch und Englisch gelesen und kann mit der Übersetzung leben. Aber Film ist eben ein anderes Medium als Buch, zudem Spielberg mit The Shining das Buch erweitert hat. Aber um die Wartezeit auf die Blu Ray von Ready Player One zu verkürzen und die Spannung anzuheizen, habe ich mit wieder einmal auf Art of-Buch zugelegt. Also The Art of Ready Player One von Gina Mcintyre mit einem Vorwort von Steven Spielberg und einer Einführung von Roman-Autor Ernest Cline ist ein bildgwaltiges Buch geworden – genau das habe ich auch erwartet. 

Natürlich werden erst mal die handelnden Personen vorgestellt. Das meiste Material an Entwürfen und Zeichnungen gibt es freilich von Parzival und Art3mis, aber auch auf den Hintergrund der anderen Gamer im Team wurde geachtet. Dann wird aus dem Art of-Buch immer wieder eine Making of-Buch. Der Leser erfährt über das Capturing-Verfahren und sieht allerhand Fotos vom MotionCapture bei ILM, aber technische Geheimnisse bleiben geheim. Schön sind auch die unterschiedlichen Ausflüge in die Oasis.

Dann kommst es wieder bildgewaltig beim Rennen. Gerade hier freue ich mich auf die Blu Ray, wenn ich die unterschiedlichen Fahrzeuge mal in Zeitlupe sehen kann. Im Art of-Buch konnte ich dazu die Sketches sehen und erste Details entdecken. Bei alle den Fahrzeugen, die Spielberg in den Film gepackt hat, ist mir das Motorrad aus Akira am liebsten. Darüber habe ich ja auch einen eigenen Blogpost geschrieben. 

Verschlungen habe ich das Kapitel über Entring the Shining. Spielberg interpretiert Kubrick, was kann es denn besseres denn geben? Die Detailbessenheit Kubricks versuchte Spielberg zu erreichen und interpretierte einzelnen Szenen in seiner typisch Spielbergschen Denkweise. Die Bilder nahmen mich wieder mit auf die Reise in den Terrors, für den Shining steht. Und toll ist auch, wie der Film auf einmal einen 80er Jahre Style einnimmt, das Storyboard bereitet dieses optischen Zeitsprung vor. 

Und da wäre noch die Endschlacht – der Boss-Gegner auf dem Planeten Doom. Hier entdeckte ich Kämpfer, die ich im Film gar nicht wahrgenommen habe und die erst durch das Art of-Buch zum  Vorschein gekommen sind. Napoleon auf der Echse – wunderbar. Und zum Boss-Kampf gibt es auch eine Ausklappseite im Buch, die den Kampf in all seiner epischen Breite zeigt. Als Jugendliche habe ich solche Ausklappseiten, Centerfold  hieß es in anderen Zeitschriften, geliebt. 

Also auch dieses Mal ein klarer Kauftipps für das Buch Art-of und auch ein Kauftipps für die Blu ray von Ready Player One – und wer den wichtigen Roman der 90er Jahre Ready Player One unverständlicherweise noch nicht gelesen hat, sollte dies unbedingt tun. 

Aufs gehts zur Peter Lindbergh Ausstellung

21. August 2017

Endspurt bei der Peter Lindbergh Ausstellung in der Münchner Kunsthalle. Bis zum 31. August wurde diese wichtige Ausstellung verlängert und alle Fotobegeisterten MÜSSEN sich die Ausstellung From Fashion to Reality ansehen, unbedingt. Es gibt keine Ausrede.
Ich habe über die Pressekonferenz zur Ausstellung mit Peter Lindbergh bereits ausführlich gebloggt in Text, Bild und Video. Lindbergh ist einer der einflussreichsten Fotografen der Gegenwart und es war mir eine Ehre, so jemanden persönlich zu treffen.

Seine Bilder begleiten mich mein ganzes fotografisches Leben und es ein Erlebnis diese Fotos in einer Ausstellung zu bewundern. Das Wort Ikone ist hier nicht fehl am Platze. Als modeinteressierter Mensch ist es eine absolute Freude die Bilder zu sehen, die damals die Epoche der Supermodels begründeten. Und das Coole: Peter Lindbergh ist völlig normal geblieben.

In der Ausstellung ist ein Ausschnitt aus dem Gesamtwerk von Peter Lindbergh zu sehen: Allen voran die großen, wichtigen Bilder, aber auch die Notizen, Storyboards, Requisiten, Polaroids, Kontakt-Abzüge und Kameras. Es lässt sich Stunde um Stunde in der Hypo Kunsthalle verbringen und die Details betrachten. Der Taschen-Verlag hat den umfangreichen Katalog auf den Markt gebracht. Musste ich mir gleich kaufen, um die Fotos auch noch zu Hause zu genießen.

Peter Lindbergh – Meister des Geschichtenerzählens
Wo soll ich beginnen, um Lindbergh einzuordnen? Vielleicht so: Ich habe in meiner Ausbildung als Redakteur gelernt, dass ein gutes Pressefoto eine Geschichte erzählen soll. Einfach knipsen hat nichts mit Pressefotografie zu tun. Und hier setzt Peter Lindbergh an. Er ist genau wie ich ein Geschichtenerzähler – wobei ich mich nicht anmaßen will, die Klasse von Lindbergh je erreicht zu haben. Lindbergh hat das Storytelling in die Modefotografie gebracht. „Oftmals gleichen seine Fotografien Film-Stills, die mit ihrer Momenthaftigleit den Betrachter dazu anregen, sich eine Story vorzustellen“, heißt es in den Informationen der Kunsthalle.

Seine Fotos gelten als Vorläufer narrativer Bilderfolgen in Modemagazinen. Wer sich wirklich die Zeit nimmt und die Lindberg-Fotos in Ruhe betrachtet, wird mit einer Geschichte zu jedem Foto belohnt. Probieren Sie es einmal aus und betrachten Sie die Lindbergh-Fotos genau und Sie werden perfekt unterhalten. Und das Besondere: Jeder Betrachter bekommt eine andere Geschichte erzählt, seine ganz persönliche Geschichte. Und hier unterscheidet sich Lindbergh von meiner Pressefotografie: Der Pressefotograf erzählt eine einzige Geschichte, der Modefotograf Lindbergh erzählt viele Geschichten. Als ich später die gleichen Bilder von ihm nochmals betrachtete, kamen mir andere Geschichten in den Sinn. Danke für diese Inspiration, Herr Lindbergh.

Buchtipp: Star Wars Storyboards von J. W. Rinzler

7. Oktober 2015

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Langsam kommt das Star Wars-Fieber und ich habe mir in den Schulferien mit meinen Kindern die Original Trilogie Krieg der Sterne, Das Imperium schlägt zurück und die Rückkehr der Jedi-Ritter wieder angesehen. Weil meine Kinder vieles visuell verarbeiten, zeichneten sie nach den Filmen ihre Eindrücke auf. Sie malten Bilder von Luke, Vader, R2D2 und dem Todesstern. Gut kam auch die ATAT und die Tie-Fighter an.


Ich ergriff die Chance und zeigte meinen Kindern, wie so ein Film überhaupt gemacht wurde. Da kam mir das Buch die Star Wars Storyboard von J. W. Rinzler gerade recht. Noch mit frischer Erinnerung an die Filme schauten wir die Storyboards der klassischen Trilogie durch. Es war schön zu sehen, was sich die Artists ausgedacht hatten und wie es die Regisseure George Lucas, Irvin Kershner und Richard Marquand dann in Szene gesetzt hatten. Für uns war das Durchblättern des Bilderbuches eine visuelle Auseinandersetzung mit dem Thema Star Wars, eine Art Comicbook ohne Sprechblasen.


Storyboards sind Teil der Preproduction, also der Vorproduktion eines Films. Die Zeichnungen sollen auf Basis des Drehbuchs die Szenen erklären, den Bildaufbau festlegen und anhand der Zeichnungen stellt sich heraus, ob ein Film funktionieren wird. Ich habe mal gehört, die ersten Storyboards wurden bei Walt Disney eingeführt.

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Das Besondere an dem Buch waren die nicht erzählten Geschichten. In den Storyboards gibt es Handlungsstränge, die in den späteren Filmen nicht mehr vorkommen. So hätte die Star Wars Trilogie auch aussehen können. Diese möglichen Wendungen in der Geschichte zu entdecken und darüber fachsimpeln, das macht doch den Fanboy aus. Also ist dieses Buch nicht nur Literatur für Filminteressierte, sondern es ist eine visuelle Bibel für Star Wars Fanboys.

Kreative Kinder im Apple Sommercamp 2015

29. August 2015

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In den Sommerferien führte Apple für Kinder das Apple Sommercamp durch. Meine Kinder waren dieses Jahr dabei und es hat ihnen sehr gefallen. Ich gebe zu, Sommercamp klingt schon alles ein bisschen amerikanisch, mit Camp und so. Aber egal: Drei Tage lang konnten Kinder ihre Kreativität an Apple Produkten ausleben. Und nein, bevor jetzt wieder einer mault, es war keine Apple Verkaufsshow, sondern eine interessante Auseinandersetzung mit Kreativität und Lernen.


Für den Münchner Apple Retail Store in der Rosenstraße gab zwei Workshops: iMovie und iBook Author. Meine Kinder wählten den Filmkurs. Je 1,5 Stunden gab es an drei Tagen eine Einführung und Schulung und getreu dem angelsächsischem Lernmodell konnten die Kinder dann das Gelernte einüben. Dieses eigenverantwortliche Lernen kam bei meinen Kindern gut an. Ich kannte dies von meinen Lehraufträgen an der SAE.
Am ersten Tag stellte sich das Apple Trainerteam vor und erläuterte die Aufgabenstellung. Es sollte ein Film gedreht, mit iMovie geschnitten, mit eigener Musik von GarageBand unterlegt und am Ende vor Publikum im Apple Retail Store präsentiert werden. Klare Ansage, die es zu bewältigen galt.

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Zur Einstimmung gab es für die teilnehmenden Kinder auch ein grünes Apple Sommercamp T-Shirt. Wir wissen ja aus der Geschichte von Apple, welche psychologische Wirkung ein T-Shirt haben kann. Erinnert sei an Steve Jobs und seine Piratenmannschaft, die den Macintosh schuf – Apple-Kenner erinnern sich. Und auch beim Apple Sommercamp verfehlten die T-Shirts ihre identitätsstiftende Wirkung nicht. Immer wieder wurden die Kinder von anderen Besuchern des Apple Retail Stores auf die T-Shirts angesprochen.


Schön war auch zu sehen, wie gut Kinder zusammenarbeiten können, auch wenn sie sich nicht kennen. Teamwork war kein Fremdwort. Die Apple Trainer waren bei technischen Problemen sofort zur Stelle. Wir Eltern mussten aufgrund der Aufsichtspflicht im Store bleiben und die Apple Neulinge bekamen kleine Einführungen. Ich selbst zog mich in eine Ecke zurück und nutzte das kostenlose und leistungsstarke WLAN im Store zum Arbeiten und Beobachten.
Für die Kinder ging es gut los: Nach der Ideenfindung galt es ein Storyboard zu erstellen. Durch diese Zeichnungen mussten sich die Kinder auf ihre Geschichte konzentrieren, die sie erzählen wollen. Passt der Ablauf? Welche Szenen gilt es einzufangen? Das war natürlich keine professionelle PreProduction, aber verfehlte die Wirkung nicht. Unrealistische Ideen wurden gleich verworfen. Nach 1,5 Stunden Schulung ging es an das Filmen selbst. Bis zum nächsten Tag sollten die Kinder Szenen zu ihrer Geschichte drehen. Als Kamera wählten meine Kinder ihr iPhones, andere nahmen ihre Digitalkameras und auch ein Samsung-Smartphone hab ich gesehen.
K2 wollte einen Film über Sternschnuppen drehen. Der berühmte Perseiden-Schauer stand bevor und K2 wollte den Meteorschauer im Film darstellen. Natürlich war die Optik des iPhones zu schwach für den Sternschnuppenregen, also musste eine Geschichte um die Sternschnuppe erzählt werden. Nachts brach die Familie aufs Land auf. Auf unserem Schlittenhügel hinter unserem Dorf breiteten wir eine Decke aus und beobachteten die Sterne. Dazu hatten wir unser Teleskop aufgebaut, ich versuchte mit der Nikon den Sternenschauer zu fotografieren und K2 filmte die Szenerie. Eine LED-Filmleuchte von Manfrotto, die ich mitgenommen hatte, gab uns das notwendige Licht zum Drehen. K2 probierte auch gleich die App Star Walk 2 aus, die den Sternenhimmel erklärt.
Am zweiten Tag ging es an den Schnitt. Das Material wurde iMovie eingelesen, getrimmt, geschnitten. Die Musik für die Videos kam von GarageBand. Die Kinder nutzten die kostenlose Musiksoftware und experimentierten herum. Am Schluss wurde alles auf einen grünen Apple USB-Stick gespeichert, den die Kinder behalten konnten. Die Apple Trainer sammelten die fertigen Filme ein und spielten sie auf einen Rechner zur anschließenden Präsentation.
Am nächsten Tag war es dann soweit. Die beiden Sommercamp-Gruppen iBook Author und iMovie zeigten ihre Werke. Dafür wurde eine Fläche im Apple Retail Store abgesperrt und die Kinder kamen zu Wort und durften präsentieren. Die stolzen Eltern (auch ich) und Zuschauer mussten hinter die Absperrung. Via Apple TV kamen die Werke auf einen großen Screen und wurden mit Applaus und Urkunde belohnt. Das tat dem Selbstbewusstsein der Kinder gut, ihre Werke vor Publikum zu präsentieren.

Hier der Film von K2:


Mir hat die Sache sehr gut gefallen und vielleicht finde ich Kooperationspartner, mit denen ich so etwas auf die Beine stellen kann.

Godzilla: Mein Lieblingsmonster ist wieder da

25. September 2014

Zur Sozialisierung meiner filmischen Erziehung gehörte auch Godzilla. Seit meiner Kindheit begleitet mich das japanische Monster und auch als Erwachsener gefällt mir die Filmfigur. Als Kind schaute ich am Samstag um 14 Uhr die Jugendvorstellungen der Godzilla-Filme im örtlichen Lichtspielhaus an, Eintritt 2,50 Mark. Später kaufte ich mir die Filme auf DVD und wenn ich schlechte Laune habe, genieße ich die Klopperei der Herren in Monstergummianzügen. Und als ich hörte, dass Steiff einen Sammler-Godzilla auf den Markt bringt, schlug ich sofort zu. Godzilla ist natürlich mehr als nur Unterhaltung, denn es ist auch ein Ausdruck des Protestes gegen Atomkraft. Der Science Fiction Film als Spiegel seiner Zeit.

Auch im neuen Godzilla gibt es Verwüstungen.

Auch im neuen Godzilla gibt es Verwüstungen.

Als die erste US-Produktion von Godzilla von Roland Emmerich auf den Markt erschien, war ich skeptisch. Den Film fand ich gar nicht so schlecht – es war kein japanische Monsterkino von Toho mehr, sondern eine fette US-Blockbuster-Produktion. Doch, Emmerichs Version mochte ich und sehe es als klassisches Popcorn-Kino. Lange musste ich nach dem Score des Film suchen, denn er ist wirklich hervorragend.

Der Film ist sehr dunkel.

Der Film ist sehr dunkel.

Als Godzilla von Gareth Edwards in die Kinos kam, spitze ich die Ohren. Der Mann hatte mit Monster 2010 einen Überraschungshit gelandet und er hat das Potenzial für Godzilla. Und ich hatte recht. Mir hat seine Version gefallen und vor allem deswegen, weil es kein Transformers, Pacific Rim und Co geworden ist. Fans dieser Art von Materialschlacht waren beim ersten Sehen von Godzilla wohl enttäuscht. Ich hatte auch viele Bekannte, die mich vor der Filmversion von Edwards gewarnt habe. Verschwendete Zeit und verschwendetes Geld. Godzilla tritt erst nach einer Stunde auf und bleibt viel im Dunkeln. Es gibt zwar eine Zerstörungsorgie, aber die Inszenierung war deutlich anders als bei klassischen Hollywood-Blockbustern. Daher viel der Film bei einigen Freunden komplett durch. Er widersprach dem gängigen Klischee von Monsterkino und es gab auch keine jungen, kurzgeröckten Damen, coole Jungs oder dumme Sprüche.
Godzilla ist von der ersten Minute des Films präsent, aber nicht sichtbar. Gareth Edwards schafft es, mit den Gefühlen zu spielen, anzudeuten und Spannung zu erzeugen. Wie er es mit Monsters geschafft hat, schafft er es hier – mit deutlich mehr Budget. Der Soundtrack von Alexandre Desplat tut sein übrigens. Den Soundtrack habe ich hier ausführlich besprochen.

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Leider hat das Drehbuch einige Schwächen, aber die Effekte sind erste Sahne. Daher habe ich mir das Filmbuch Godzilla: The Art of Destruction gekauft. Schöne Entwürfe, Concept Art Illustrationen, Storyboards und Zeichnungen, wenige Filmfotos – ganz wie es sein soll, die hier Mark Cotta Vaz zusammengetragen hat. Zudem gibt es einige Hinter den Kulissen-Bilder, die einen Eindruck von der Produktion geben. Das Vorwort schrieb übrigens der Regisseur Edwards selbst. Die Texte selbst sind nicht allzu lang und große Geheimnisse werden in diesen Filmbüchern sowieso nicht ausgeplaudert. Es macht Spaß nach dem Genuss der Blu ray das Buch durchzublättern und dazu den Soundtrack zu gehören. Und Godzilla war so ein Erfolg, dass zwei Fortsetzungen gedreht werden sollen, die erste kommt 2018 ins Kino.

Buchtipp: The Art of Pixar: 25th Anniversary Edition

20. Januar 2013

Pixar gehört für mich zu den wichtigsten Kreativschmieden im Filmbereich. Jeder neue Animationsfilm hat das Medium um einen Schritt weiter gebracht. Obwohl sich zahlreiche Studios um interessante Animationsfilme bemühen, hat Pixar einen unglaublichen Vorsprung. Er beruht auf guten Geschichten und guter Technik. Wer sich für die visuelle Erzähltechnik von Pixar interessiert, dem empfehle ich das Buch „The Art of Pixar“ von Amid Amidi. Viel Text, bis auf ein kleines Vorwort von John „Hawaiihemd“ Lasseter, gibt es nicht zu lesen. Vielmehr gibt es was zu schauen.

Das Buch zeigt Auszüge aus den Storyboards der Filme. Es wird die Geschichte der Pixar-Klassiker in farbigen Bilder dargestellt. Laut Verlag sind die kompletten Colorscripts bis Cars 2 enthalten. Damit sind 25 Jahre Pixar in einem Buch zusammengefasst. Das ist schlichtweg gelogen. Wer andere Art of-Bücher aus dem Chronicle Books über die Pixar-Filme besitzt, wird weitere Storyboards finden.

Aber egal. Der Vorteil dieses Buches ist sein Überblick. Auf 317 Seiten gibt es den perfekten Überblick über die visuelle Kraft von Pixar, angefangen von Toy Story über Finding nemo bis hin zu Cars 2. Auch die Kurzfilme sind mit von der Partie. So lässt sich der Stil jedes einzelnen Films vergleichen und analysieren. Parallelen und Unterschiede zwischen den Pixarfilmen werden hier offensichtlich. Mir hat der Vergleich der Filme durch das Buch Spaß gemacht und ich hab mir einzelne Filme wieder angeschaut.

pixar

Buchkritik: „The Art of Star Wars The Clone Wars“ von Frank Parisl und Gary Scheppke

14. Mai 2011
Hier die deutsche Ausgabe des Buches.

Hier die deutsche Ausgabe des Buches.

Nein, Star Wars Clone Wars gehört nicht zu meinen favorisierten Animationsfilmen. Ich steh einfach auf die alten Star Wars-Filme, die jetzt zumindest in überarbeiteter Version auf Blu ray herauskommen. Und dennoch kann ich mich der Faszination des Clones Kinofilms und der Serie nicht entziehen. Aus diesem Grund hab ich mir Art of Star Wars The Clone Wars (Star Wars Clone Wars) von Frank Parisl und Gary Scheppke zugelegt. Sehr skeptisch blätterte ich das Buch durch – immer mit der Gewissheit, es darf mir eigentlich nicht gefallen. Und es ist um mich geschehen. Das Buch zieht mich in seinen Bann. Die 192 Seiten hatte ich schnell durch, doch ich bin voll in das Universum von George Lucas eingetaucht. Das Buch behandelt die Zeichnungen und Sketches des Kinofilms Star Wars – The Clone Wars und der ersten TV- Staffel 1, die nach Episoden geordnet sind. Die zweite Staffel 2 wird nur kurz angerissen.

Vorsicht: An alle 3D-Artists: Es sind keine 3D-Modelle der Filme abgebildet. Es handelt sich um reines Concept-Art und die Previsualisierungen und die sind in der Regel gezeichnet – natürlich auch digital. Dies hat einen Reiz und ich empfehle jedem Artists, sich mit dieser Kunstform zu beschäftigen. Nur wer sich ganzheitlich mit seinem Objekt identifiziert, wird eine exzellente Arbeit abliefern. Exakte Beobachtung schult das Auge und schärft den Blick. Für mich sind die Zeichnungen, die die Gefühlsausdrücke von Personen zeigen, am eindrucksvollsten. Dies gilt auch, wenn sie harte Militärs wie Commander Cody sind, die sich hinter einer Maske verbergen. Die Charaktereigenschaften von einem eleganten Count Dooku und einem ordinären Jabba sind grandios dargestellt. Hier waren Meister am Werk. Leider fehlen mir hier die Emotionen des Bösewichtes  General Grievous, der mir in diesem Buch zu kurz kommt. Kritik muss ich auch an den Texten üben. Zwar gibt es ein paar einführende Worte von George Lucas, aber mir sind die Texte zu oberflächlich und gehen teilweise zu wenig in die Tiefe. Aber hier wacht wahrscheinlich das Auge der Rechtsabteilung, damit keine Produktionsgeheimnisse verraten werden. Egal,Art of Star Wars The Clone Wars (Star Wars Clone Wars) ist ein Bilderbuch und sollte auch so gesehen werden. Mir wäre eine Mega-Version des Buches lieber gewesen, ich hätte gerne mehr Storyboards gesehen, mehr über Beleuchtung und Landschaften und vor allem mehr über Raumfahrzeuge erfahren, denn das Star Wars Universum besteht nicht nur aus Personen. Also kauft das Buch und möge die Macht mit euch sein.

Krachmacher Iron Man 2

22. Oktober 2010
Viel Krach in Iron Man 2.

Viel Krach in Iron Man 2.

Als Fan der klassischen Marvel-Comics beobachte ich die Verfilmungen meiner Jugendhelden sehr kritisch. Es gibt es paar Perlen, aber die meisten Verfilmungen bringen mir nicht den Zauber meiner Comiclektüren zurück. Ich versuchte es unlängst wieder, als ich mir  Iron Man 2 auf Blu ray kaufte. Nachdem Teil 1 eigentlich unterhaltsam war, wollte ich wissen, wie es weitergeht. Es zeigte sich nämlich in Teil 1 von Iron Man , dass Iron Man seine Identität der Öffentlichkeit verriet. Daraus hätte man einen interessanten Teil 2 machen können – ja: hätte können, tat man aber nicht. Story war wirr und mein Marvel-Feeling kam nicht auf.

Allerdings hat der Film auch seine hervorragenden Momente: Hier vor allem zwei: Einmal braucht Iron Man eine Stütze und nimmt aus einem Haufen Schrott das zerbeulte Schild eines meiner anderen Marvel-Helden: Captain America. Sein Film wird nächstes Jahr in die Kinos kommen und ich musste laut lachen, als ich den Gag verstand. Der zweite Hammer kommt nach dem Abspann des Films. Es wird in der Wüste der Hammer von Thor gefunden, auch ein versteckter Hinweis auf die nächste Marvel-Verfilmung.

Hervorragend sind die Tricks von Iron Man 2. Software-Riese Autodesk geht in Hollywood ein und aus. Dank der Technologie von Autodesk ist Prävisualisierung inzwischen Bestandteil der Filmproduktion geworden. Für „Iron Man 2“ hat das in Los Angeles ansässige Previsualisierung-Studio „The Third Floor“ Autodesk Maya und Autodesk MotionBuilder eingesetzt. Damit war es den Filmmachern möglich, detailreiche Prävisualisierungen ihrer kreativen Ideen zu realisieren.

Die Produktion von Kinohits wird mit wachsenden Budgets, immer ausgefeilteren visuellen Effekten und ständig enger werdenden Postproduktionsterminen zunehmend komplex. Filmemacher haben sich schon immer auf Storyboards, künstlerische Entwürfe und reale Modelle gestützt, um sich ihre Filme im Vorhinein vergegenwärtigen zu können. In den vergangenen 25 Jahren hat sich nun die digitale Previsualisierung (kurz „Previs“ genannt) zum Bestandteil der Filmproduktion entwickelt. Inzwischen beauftragen Filmemacher häufig spezielle Previs-Unternehmen, die dann mithilfe hoch entwickelter Computer-Animationsverfahren eine digitale Präsentation der Akteure und der Filmkulisse erstellen.

The Third Floor arbeitete dabei Hand in Hand mit dem „Iron Man 2“-Regisseur Jon Favreau und den verschiedenen Produktionsbereichen und erstellte nahezu 700 Einstellungen mit jeweils drei bis vier Varianten, so dass insgesamt mehrere Tausend Einstellungen produziert wurden. Während der gesamten Produktion half der Previs-Prozess, den Film im Voraus zu visualisieren, die Produktion strategisch zu planen und die kreativen Vorstellungen der Filmemacher umzusetzen.

Nicholas Markel, bei Third Floor für die Previsualisierung von „Iron Man 2“ zuständig, erklärte: „Previs verschafft allen an der Filmproduktion Beteiligten – angefangen beim Regisseur und Produktionsdesigner über den Kameramann und Supervisor für visuelle Effekte bis hin zum Editor und Art Direktor – eine größere künstlerische Freiheit. Autodesk Maya ist das Rückgrat unserer Previs-Pipeline, wobei MotionBuilder eine hervorragende Ergänzung für die virtuelle Filmproduktion darstellt. Dank der Autodesk FBX Technologie können wir Material problemlos zwischen Maya und MotionBuilder austauschen. Das bietet dem Filmemacher die notwendige Flexibilität, sowohl seine Vorstellungen als auch sein Budget zu handhaben, so dass am Ende der bestmögliche Film zustande kommen kann.“