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Godzilla: Mein Lieblingsmonster ist wieder da

25. September 2014

Zur Sozialisierung meiner filmischen Erziehung gehörte auch Godzilla. Seit meiner Kindheit begleitet mich das japanische Monster und auch als Erwachsener gefällt mir die Filmfigur. Als Kind schaute ich am Samstag um 14 Uhr die Jugendvorstellungen der Godzilla-Filme im örtlichen Lichtspielhaus an, Eintritt 2,50 Mark. Später kaufte ich mir die Filme auf DVD und wenn ich schlechte Laune habe, genieße ich die Klopperei der Herren in Monstergummianzügen. Und als ich hörte, dass Steiff einen Sammler-Godzilla auf den Markt bringt, schlug ich sofort zu. Godzilla ist natürlich mehr als nur Unterhaltung, denn es ist auch ein Ausdruck des Protestes gegen Atomkraft. Der Science Fiction Film als Spiegel seiner Zeit.

Auch im neuen Godzilla gibt es Verwüstungen.

Auch im neuen Godzilla gibt es Verwüstungen.

Als die erste US-Produktion von Godzilla von Roland Emmerich auf den Markt erschien, war ich skeptisch. Den Film fand ich gar nicht so schlecht – es war kein japanische Monsterkino von Toho mehr, sondern eine fette US-Blockbuster-Produktion. Doch, Emmerichs Version mochte ich und sehe es als klassisches Popcorn-Kino. Lange musste ich nach dem Score des Film suchen, denn er ist wirklich hervorragend.

Der Film ist sehr dunkel.

Der Film ist sehr dunkel.

Als Godzilla von Gareth Edwards in die Kinos kam, spitze ich die Ohren. Der Mann hatte mit Monster 2010 einen Überraschungshit gelandet und er hat das Potenzial für Godzilla. Und ich hatte recht. Mir hat seine Version gefallen und vor allem deswegen, weil es kein Transformers, Pacific Rim und Co geworden ist. Fans dieser Art von Materialschlacht waren beim ersten Sehen von Godzilla wohl enttäuscht. Ich hatte auch viele Bekannte, die mich vor der Filmversion von Edwards gewarnt habe. Verschwendete Zeit und verschwendetes Geld. Godzilla tritt erst nach einer Stunde auf und bleibt viel im Dunkeln. Es gibt zwar eine Zerstörungsorgie, aber die Inszenierung war deutlich anders als bei klassischen Hollywood-Blockbustern. Daher viel der Film bei einigen Freunden komplett durch. Er widersprach dem gängigen Klischee von Monsterkino und es gab auch keine jungen, kurzgeröckten Damen, coole Jungs oder dumme Sprüche.
Godzilla ist von der ersten Minute des Films präsent, aber nicht sichtbar. Gareth Edwards schafft es, mit den Gefühlen zu spielen, anzudeuten und Spannung zu erzeugen. Wie er es mit Monsters geschafft hat, schafft er es hier – mit deutlich mehr Budget. Der Soundtrack von Alexandre Desplat tut sein übrigens. Den Soundtrack habe ich hier ausführlich besprochen.

godzilla
Leider hat das Drehbuch einige Schwächen, aber die Effekte sind erste Sahne. Daher habe ich mir das Filmbuch Godzilla: The Art of Destruction gekauft. Schöne Entwürfe, Concept Art Illustrationen, Storyboards und Zeichnungen, wenige Filmfotos – ganz wie es sein soll, die hier Mark Cotta Vaz zusammengetragen hat. Zudem gibt es einige Hinter den Kulissen-Bilder, die einen Eindruck von der Produktion geben. Das Vorwort schrieb übrigens der Regisseur Edwards selbst. Die Texte selbst sind nicht allzu lang und große Geheimnisse werden in diesen Filmbüchern sowieso nicht ausgeplaudert. Es macht Spaß nach dem Genuss der Blu ray das Buch durchzublättern und dazu den Soundtrack zu gehören. Und Godzilla war so ein Erfolg, dass zwei Fortsetzungen gedreht werden sollen, die erste kommt 2018 ins Kino.

Persönlicher Nachruf zu Casey Kasem

16. Juni 2014

Eine Radiostimme meiner Jugend ist verstummt. Im Kreise seiner Familie verstarb im Alter von 82. Jahren der US-amerikanische Radiomoderator Casey Kasem.
Radio in meiner Jugend war immer gleichzusetzen mit markanten Stimmen. Als Schüler beeilte ich mich von der Schule nach Hause zu kommen, um die BR-Radioshow mit Thomas Gottschlak, Günther Jauch und Hannelore Fischer zu hören. Das war ein anderes Radio als was ich bisher kannte.
Und um mein Englisch aufzubessern und ganz andere Musik zu hören, lauschte ich AFN. Mein Onkel, ein begeisterter Rock’n Roller, gab mir den Tipp, bei American Forces Network hineinzuhören und Blues, Country und anderes zu erforschen. Dort traf ich auf Casey Kasem und sein American Top 40. Jede Sendung beendete er mit den Satz „Keep Your Feet On The Ground And Keep Reaching For The Stars“. Als Jugendliche warteten wir darauf und sprachen den Claim im Chor mit. Es war nahezu eine Beschwörungsformel des Radios. Der Typ war Kult, seine Stimme war einzigartig und auch wenn mir die Musik der American Top 40 nicht immer gefiel. Der Typ mit seinen Ansagen hatte es drauf.

Bildschirmfoto 2014-06-16 um 09.14.31
Die historische Würdigung von Casey Kasem mögen andere übernehmen. Ich habe über Twitter von seinem Tod erfahren und mich in diesem Moment daran erinnert, welche tolle Atmosphäre Casey Kasem in mein Jugendzimmer gebracht hat. Dafür vielen Dank.
Ach ja, eines muss ich noch loswerden. Die Radiostimme in Zeichentrickserien wie Transformers oder Scooby-Doo mochte ich nicht. Auch wenn es heute alle machen und Casey Kasem ein Pionier in Sachen Markenbildung war, für mich gehörte diese Stimme ins Radio und nicht ins Fernsehen.