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Die Godzilla-Filme und Godzilla II: King of the Monsters

17. November 2019

Ich liebe Monsterfilme. Ich liebe King Kong, ich liebe die Kaijūs aus Pacific Rim und ich liebe Godzilla. Den jüngsten Godzilla hab ich mir gleich zweimal im Kino angesehen und freue mich auf die Veröffentlichung der 4K-Version für zuhause. Godzilla II: King of the Monsters hat mir ausgesprochen gut gefallen. Es gibt Godzilla II: King of the Monsters auch auf Bluray.

Die Monster haben auf der Leinwand Tradition. Nach den Erfolgen „Godzilla“ und „Kong: Skull Island“ präsentierten Warner Bros. Pictures und Legendary Pictures vor kurzem das jüngste Kapitel in ihrem filmischen Monster-Universum: In „Godzilla II: King of the Monsters“ tritt Godzilla gegen einige der beliebtesten Monster der japanischen Filmgeschichte an und es war ein richtiges Bombast-Kino.
Als Monster-Fan musste ich grinsen, denn der Filmtitel ist eine Homage an einen frühen Godzilla-Film von 1956. Beim 1956 erschienenen Film Godzilla – König der Monster (Original: Godzilla, King of the Monsters!) handelt es sich um die US-amerikanische Version des ersten Godzilla-Films von 1954 Godzilla. Aber natürlich bringt Hollywood nicht den alten Streifen wieder auf die Leinwand, sondern hat tief in die Monsterkiste gegriffen. Beim neuen Film handelt sich um eine Fortsetzung von Gareth Edwards’ Godzilla aus dem Jahr 2014 und basiert auf dem gleichnamigen japanischen Filmmonster der Toho-Studios.
Zum Inhalt: Die Mitglieder der Regierungsorganisation Monarch (kennen wir bereits aus „Kong: Skull Island“) müssen sich einer Horde von Monstern, den Titanen, stellen, darunter der mächtige Godzilla, die legendäre Mothra, das fliegende Ungeheuer Rodan und deren ultimativer Erzfeind King Ghidorah. Sie alle wetteifern um ihre Vorherrschaft und bedrohen dabei die Menschheit in ihrer Existenz. Und das geht nicht ohne richtig Action.
Wer an Godzilla denkt, dem kommt als Erstes das Brüllen des Monsters in den Sinn. Der Schrei von Godzilla geht dem Zuschauer durch Mark und Bein. Und eben dieses Brüllen gibt es im neuen Film auch wieder zu hören. Bei Godzilla aus dem Jahre 1954 wurde vom Filmkomponisten Akira Ifukube zunächst mit Tierstimmen experimentiert. Die Ergebnisse waren aber nicht überzeugend. Es wurde schließlich ein Kontrabass gewählt, über dessen Saiten ein mit Kiefernharz bestrichener Lederhandschuh der Länge nach gestrichen wurde. Und schon war der typische Klang von Godzilla geboren. Was mich sehr freut, dass im neuen Score zu „Godzilla II: King of the Monsters“ der Score von Akira Ifukube wieder Eingang gefunden hat.

Die Musik von Godzilla
Das Thema von Godzilla hat in Japan einen ähnlichen Stellenwert wie das Star Wars-Thema von John Williams bei uns.
Den Soundtrack zu Godzilla :King of the Monsters hat jetzt Bear McCreary komponiert. Den ersten Teil komponierte noch der Franzose Alexandre Desplat zu Godzilla. Viele werden Bear McCreary noch von seinen Filmmusiken zu den TV-Serien Battlestar Galactica und The Walking Dead kennen.
Ich hab mir den Score gekauft und finde ihn prima. Im April kam Old Rivals von McCreary und was mich als Fan der Siebziger Jahre freute, das Blue Öyster Cult Cover Godzilla, interpretiert von Serj Tankian. Die Doppel-CD läuft bei mir rauf und runter und nervt die ganze Familie.


Die Soundtracks der alten Godzilla-Filme haben eine große Tradition und erfreuen sich großer Nachfrage. Die japanischen Pressungen erzielen bei den Börsen Höchstpreise. Nach zahlreichen japanischen Künstlern komponierte auch Keith Emerson die Musik zu Godzilla: Final Wars. Emerson war einstmals Mitglied der britischen Supergroup Emerson, Lake & Palmer. Ich habe mir einige zusammengekauft und mach immer wieder den Godzilla-Soundtrack-Tag.

Godzilla am Samstag nachmittag
Als Kind waren die Godzilla-Filme aus Japan meine Samstag-Nachmittagsunterhaltung. In den Fürstenfeldbrucker Kinos lief oft die Jugendvorstellung von japanischen Monsterfilmen. Die Filme waren bei uns Jugendlichen Kult. Ein Darsteller schlüpfte in ein G.-Suit, ein anderer in einen anderen Monsteranzug aus Gummi und in einer Pappwelt kam es zur großen Schlägerei. Die Titel der Monsterfilme hatten es in sich – die deutsche Synchro ließ richtig die Sau raus. Frankenstein – Der Schrecken mit dem Affengesicht (1965), Frankenstein – Zweikampf der Giganten (1966), Frankenstein und die Ungeheuer aus dem Meer (1966), Frankensteins Monster jagen Godzillas Sohn (1967), Frankenstein und die Monster aus dem All (1968), Frankensteins Kampf gegen die Teufelsmonster (1971) oder Frankensteins Höllenbrut (1972).
Interessant, dass in Deutschland Godzilla einfach mal mit Frankenstein übersetzt wurde. Das Schema der Filme war immer gleich. Die Menschheit wurde von einem übernatürlichen oder außerirdischen Wesen bedroht und ist verzweifelt. Und dann taucht Godzilla (manches Mal mit Godzillas Baby) aus den Fluten des Ozeans auf und macht die Bösen platt. Die Menschen ballern ihr Waffenarsenal auf die Monster und Godzilla ab, was natürlich vergeblich ist. Godzilla macht klar Schiff, zerlegt in der Regel Tokyo und versinkt dann wieder im Meer. Ein alter Japaner sagt noch einen weisen Spruch und Ende bis zur nächsten Fortsetzung. Wie gesagt, ich habe die Godzilla-Filme genossen und war auch vom Revival Mitte der Achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts sehr angetan. Nach dem Besuch von Godzilla II: King of the Monsters kaufte ich mir auf Blu-ray eine Sammlung von neueren Godzilla-Filmen. Im Archiv hatte ich noch eine Sammlung von DVD der alten Filme gefunden.

Und dann kam Roland Emmerich
Als ich 1998 hörte, dass sich der deutsche Bombast-Regisseur Roland Emmerich des Godzilla-Themas annahm, wurde ich neugierig. Ich war gespannt, wie der Schwabe mit Hollywood-Geldern sich des japanischen Mythos in Godzilla annehmen würde. Heraus kam nicht Godzilla, sondern eine Echse, die sich durch Manhattan bewegte und ihre Eier im Madison Square Garden ablegte. Das Ende war natürlich offen für eine Fortsetzung, die aber gottlob nie eintrat. Der Film lief international erfolgreich in den Kinos. Er spielte weltweit über 370 Millionen Dollar ein. Dem standen Produktionskosten von ca. 125 Millionen Dollar gegenüber. Und dennoch mochte ich den Film nicht. Es lag wahrscheinlich daran, dass es der erste Godzilla-Film war, der außerhalb Japans produziert wurde und nicht die japanische Seele traf. Godzilla heißt im Film Godzilla übrigens nicht Godzilla, sondern wird nur GINO genannt.
Wer Lust hat, sollte sich den Film Godzilla: Final Wars anschauen. Dort taucht die Echse von Emmerich unter dem Namen Zilla auf, zerstört Sydney und bekommt von dem richtigen japanischen Godzilla richtig eins auf die Mütze. Balsam für meine Seele. Das wirklich einzig Gute an Emmerichs Version ist der Score von David Arnold, den es in einer limitierten Auflage als Doppel-CD gibt.
Wer die alten Monster-Filme mit den Gummi-Anzügen nicht so mag, dem sei der Streifen Shin Godzilla aus dem Jahr 2016 empfohlen. Es war der erste japanische Godzilla-Film seit 2004 und ein wahrer Hochgenuss für Fans.

Der US-Neuanfang
Regisseurs Gareth Edwards schaffte mit Godzilla aus dem Jahr 2014 eine hervorragende US-Version des Themas. Edwards hatte mit seinem preisgünstigen Spielfilmdebüt „Monsters“ bewiesen, dass er mit wenig Geld viel Atmosphäre schaffen kann. Das Reboot ging vorsichtig mit dem japanischen Original um und Godzilla-Fans auf der ganzen Welt dankten es dem Regisseur. Das Monster blieb aber meist im Dunkel. Die Tricks kamen von den Spezialisten von Weta, die ihr Handwerk verstehen. Teile des Special Effect-Teams von Herr der Ringe schufen unter der Leitung von Jim Rygiel eine hervorragende Arbeit. Und auch das Münchner Unternehmen Scanline durfte seine Arbeit zeigen. Drehbuch, Stimmung, Sound, Effekte – bei diesem Film passte alles zusammen. Godzilla war wieder im Herzen der Fans.


In Abspann von „Kong: Skull Island“ wurde bereits der Nachfolger von Godzilla angedeutet. Endlich ist es mit „Godzilla II: King of the Monsters“ wieder soweit. Die japanischen Monster geben sich ein Stelldichein und es verspricht ganz großes Monsterkino jetzt auf Bluray zu werden.
Übrigens: Der Nachfolger von „Godzilla II: King of the Monsters“ steht auch schon fest. Er heißt Godzilla vs. Kong und ist für den 13. März 2020 geplant.

Merch
Godzilla und Merchandising gehören einfach zusammen. Es gibt in diesem Bereich nichts, was es nicht gibt. Als Godzilla-Fan habe ich selbstverständlich die einschlägige Literatur und die Scores zu den Filmen. Ich habe das Art of-Buch The Art of Godzilla: King of the Monsterszum neuen Godzilla gekauft. Wirklich eindrucksvoll. Wer sich für Sketches und Zeichnungen interessiert, findet hier eine wahre Fundgrube an Information.


Aber es gibt mehr: Godzilla Suits, Lutscher, Action-Figuren. Ich habe sogar eine limitierte Steiff-Ausgabe, die nur in Japan erschienen ist. Der schwäbische Kuscheltierhersteller hatte 2014 eine Sonderedition des Filmmonsters auf den Markt gebracht in einer Auflage von 1954 Exemplaren. Warum 1954 Exemplare? Ganz einfach: Der berühmte Monsterfilm startete am 3. November 1954 in den Kinos und zog seinen Siegeszug über die Welt an.
Ans Herz gewachsen ist mir allerdings eine Spardose im Godzilla-Design. Die rechteckige Büchse zeigt eine Wasserszene. Ein aufgewühltes Meer, ein Schiff und eine Art Gebirge oder Insel. Wird nun eine Geldmünze auf das Wasser gelegt und ein wenig angedrückt, kommt Godzilla zum Vorschein. Das Meer teilt sich und der Deckel hebt sich an. Godzilla schaut mit bösen Augen hervor und eine Pranke des Monsters zieht die Münze zu sich in die Tiefe. Dazu gibt es unterschiedliche Sounds, wie das Brüllen von Godzilla oder sogar Auszüge aus dem Score von Akira Ifukube von 1954.

Buchtipp: The Art of Rogue One von Josh Kushins

29. April 2017
Ich mag die Art of-Bücher und natürlich auch Art of Rouge One.

Ich mag die Art of-Bücher und natürlich auch Art of Rouge One.

Ich liebe die Art of-Bücher, weil ich daran sehen kann, wie sich ein Film entwickelt und welche Ideen im Vorfeld aufkamen. Da es sich hier um Star Wars handelt, wird die Sache für mich um so interessanter, denn Fanboys wie ich werden Szene für Szene des Films analysieren. Das ist bei The Art of Rogue One nicht anders. Ich habe den Film mehrmals im Kino gesehen und mir jetzt auch auf Blu Ray bestellt.
Spekulationen und Interpretationen um diesen Film tauchten im Netz auf und auch mir fiel auf, dass Trailer und Film zum Teil sehr unterschiedlich sind und komplett andere Szenen enthalten. Nach der Veröffentlichung auf Blu Ray und DVD können wir Fans die Szenen Stück für Stück analysieren. Die Bestellung für den Datenträger ist freilich schon raus – am 4. Mai wird das Teil erscheinen.
Bis die Blu Ray Rogue One – A Star Wars Story bei mir eintrifft, schaute ich mir in das Buch The Art of Rogue One von Josh Kushins an. Am Wichtigsten war mir, wie das Buch das Quartier von Darth Vader auf Mustafa zeigt. Wird hier wirklich der Blick hinter die Kulissen gewagt? Ja – ich bin begeistert. Schon beim Aufschlagen der ersten Seite sehe ich den verstümmelten Körper von Vader, wie er aus der Nährflüssigkeit auftaucht. Für mich eine der besten Szenen im Film und auch im Buch. Und gleichzeitig kommt beim Durchblättern auch der Rückschlag: Der finale Kampf von Vader im Film kommt in diesem Buch nicht vor. Es endet mit der Schlacht auf dem Planeten. Hier bin ich enttäuscht. Ich hätte gerne das Storyboard gesehen, wie Vader unter den Rebellen wütet. Im Kino hatte diese Szene einen Applaus bekommen – im Art of Buch ist sie unter den Tisch gefallen. Das ist sehr, sehr schade. Noch dazu weil Regisseur Gareth Edwards einen kurzen Cameo-Auftritt hatte, den Hebel umlegte und das Sternenschiff von Leia wieder freigab. Obwohl es nur eine kleine Szene ist, ist die für die Geschichte von Star Wars enorm wichtig. Die Prinzessin flieht und gewinnt Zeit, um R2D2 mit den Daten des Todessterns zu füttern. Der Rest ist Filmgeschichte.


Mein Problem mit dem Film war das Wechseln der Schauplätze. Das ging für mich zu schnell und ich hatte manches Mal nicht die Zeit, mich in die Szenerie der Orte hineinzudenken. Diese Zeit kann ich mir jetzt beim Lesen des Buches nehmen. Denn es verdienten die unterschiedlichen Orte, die liebevoll gestaltet wurden. Das kann ich jetzt durch das Buch nachholen und entdecke Details, die ich später noch einmal mit dem Film auf Blu ray vergleichen werde. Wie schreibt Regisseur Gareth Edwards, dass er Angst hatte, das Buch zu beginnen, weil sich Story und Budget immer wieder änderten. Er selbst war ein kleines Kind von zwei Jahren, als Star Wars eine neue Hoffnung in die Kinos kam. Star Wars war für ihn immer da, immer ein Begleiter seines Lebens. Ich selbst sah Star Wars mit neun Jahren und ich kannte noch eine Welt vor Krieg der Sterne – ich denke, das macht viel aus. Die Verantwortung, die auf Gareth Edwards lastete, sie ist enorm. Nun, er hat seine Sache mit dem Film gut gemacht. Das Buch hätte dagegen mehr bringen dürfen wie die digitale Produktion von Leia oder Tarkin. Die CGI-Charaktere fehlen in diesem Buch komplett und damit ist es für mich kein vollwertiges Art of-Buch. Da hätte es mir nichts ausgemacht, wenn das Buch etwas nach dem Filmstart erschienen wäre und dafür Leia und Tarkin im Buch enthalten wären. Es sind in YouTube einige interessante Videos zu sehen, wie man die jugendliche Leia und den bösen Tarkin erschaffen hat.
Der Schwerpunkt des Buches liegt auf den Raumschiffen, Fahrzeugen und Raumschlachten. Personen und mit ihnen verbundene Uniformen/Klamotten und Waffen gibt es zwar auch, treten aber in den Hintergrund. Dieses Buch eignet sich kaum zum Schneidern der eigenen Star Wars-Kostüme, als vielmehr zum Bau der eigenen Raumflotte.
Es ist also wieder Zeit in das Star Wars Universum mit diesem Buch einzutauchen und das Feuer wieder zu entfachen. Schließlich kommt ja auch irgendwann der Dezember mit dem regulären Star Wars VIII Die letzten Jedi.

Filmkritik Star Wars Rogue One

14. Dezember 2016

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„Als das Lucas-Logo auftauchte, da kribbelte es so schön im Bauch und mein Herz pochte“ – So nett drückte es mein Filmkritiker Kollege Julian Reischl aus. Und recht hatte er. Rogue One versetzte mich seit Wochen in einen Erregungszustand, den ich als Kind hatte, wenn ich einen großen Film im Kino ansehen durfte. Heute bin ich eher abgebrüht, aber dieses Gefühl habe ich mir bei Star Wars- und Star Trek-Filmen bewahrt. So auch bei der Premiere von Rogue One. Ich trat aus dem Kino und fühlte mich wie ein Held auf seinem Klassentreffen. Rogue One war ein Treffen der alten Bekannten. Ich sah meine Lieblinge wieder: C3PO, R2D2, Darth Vader, Prinzessin Leia und einfach wunderbar Gouverneur Großmoff Tarkin. Sie waren die Konstante, die den Film erträglich machten, was nicht heißen soll, dass Rogue One ein schlechter Film ist. Nur das Feuer sprang bei mir erst im Laufe des Films über.
Der Film ist ein Spin Off aus dem Star Wars-Universum und eine separate Geschichte, die sehr gut vor Episode IV eingebettet ist. Von der Handlung will ich nicht viel verraten: Es geht um die Pläne des Todessterns, die von den guten Rebellen von dem bösen Imperium gemopst werden. Fans wissen Bescheid.
Der Beginn des Films schleppte sich hin, die neuen Charaktere wurden eingeführt, doch emotional rissen sie mich nicht mit. Einzig der umgedrehte imperiale Droide K-2S0 zeigt die notwendigen Emotionen und sorgte für ein gewisses Maß an Unterhaltung. Was ist passiert? Bin ich etwa zu alt für Star Wars? Nein, ich bin nicht zu alt für gute Unterhaltung, aber der Anfang kam schon sehr klischeebehaftet daher.
Regisseur Gareth Edwards, der mit Godzilla ein emotionales Meisterwerk ablieferte, versteht eigentlich sein Handwerk. Er weiß eigentlich, was mir als Fan der ersten Stunde gefällt. Er zitierte die alten Filme und das freut mich. Beispiele gefällig?

Da wäre der Held, der zuerst schießt. Wie der alte Han Solo einstmals. Und ich bleibe dabei: Han hat zuerst geschossen, auch wenn Lucas später eine Geschichtsfälschung betrieb.

Dann wären da die Wachmänner auf den Rebellentürmen, die in den Sonne blicken, während die X-Wings in den Krieg ziehen. Warum braucht man eigentlich in der Zukunft noch einen Ausguck?

Und da ist auch der Mausroboter, der den Sturmtruppen hinterher rollt. Wie sehr habe ich damals im Kino gelacht und wollte unbedingt so einen Maus-Droiden haben.

Schöne Erinnerung waren auch die hohen Schächte in denen unsere Helden herumturnen und gegen die Sturmtruppen kämpfen. Der alte Luke hing auch in solchen Schächten, die damals noch Matte-Zeichnungen waren, und musste den Traktorstrahl ausschalten. Leia retten.

Sehr schön auch der Crash der Sternenzerstörer – wie einst bei Rückkehr der Jedi, als es Rums auf Endor machte und die Jedi wieder die Macht übernahmen.

Aber es kamen in Rogue One beim ersten Mal Ansehen keine neuen markanten Augenblicke vor, die sich in mein Filmbewusstsein einbrennen werden. Schade. Vielleicht passiert dies beim zweiten und dritten Mal, denn ich werde mir den Film mehrmals ansehen (müssen).
Technisch ist Rogue One allererste Sahne und die Weltraumkämpfe machen Spaß. Da gibt es nix zu meckern, wenn Gold eins und Rot eins zum Angriff über gehen. Es macht Freude, wenn die Jäger gegen das Imperium antreten, wenn die Tie-Fighter daher sausen und sich im Kampf stellen. Ich liebe die ATAT, die Rebellen auslöschen. Das ist das Star Wars Universum, wie ich es mag. Warum allerdings die Daten vom Todesstern allerdings auf Festplatten gelagert werden, erschließt sich mir nicht. Cloud Computing hat sich in der Zukunft wohl doch nicht durchgesetzt. Es muss ja nicht gerade die Drop Box sein.
Klar ist auch: Der Rogue One ist härter geworden als die bisherigen Filme der Reihe. Der Hinterhalt, in dem die Sturmtruppen mit ihrem Panzer geraten, zeigt keine glorreichen Kämpfe mit Helden und Siegern. Das ist Krieg und mir kam Ridley Scotts Black Hawk Down in Erinnerung. Und ich täuschte mich nicht. Für das lebensnahe, realistische Feeling von Rogue One verpflichtete Edwards Greig Fraser (Zero Dark Thirty, Foxcatcher) als Chefkameramann und Neil Corbould (Black Hawk Down, Gladiator, Der Soldat James Ryan) als Special Effects Supervisor. Einzig, die Heldin zeigt Herz und rettet ein weinendes Kind. Bilder vom Krieg in Syrien kamen auf. Familienunterhaltung ist das nur bedingt. Der Film selbst ist eher in dunklen Bilder gehalten, was der ganze Atmosphäre sehr gut tut.
Die grundsätzliche Frage stellte sich mir im Film immer wieder: Warum tragen die Sturmtruppen eigentlich eine Panzerung. Laserstrahlen fegen sie hinweg. Und sogar jeder Stockhieb erledigt sie. Schutz stelle ich mir anders vor. Richtig nervig war für mich Kung Fu Panda Chirrut Îmwe (Donnie Yen) und sein Rambo-Verschnitt mit der großen Karre. Hier wurde versucht ein dynamisches Duo aufzubauen, das meines Erachtens misslang. Die Charaktere nerven nur. Ich bin auch keine 8 Jahre mehr. Was bei Lucas noch eine Verbeugung vor dem großen Akira Kurosawa war, ging mir jetzt gehörig auf den Geist. Es war eher Kung Fu David Carradine mit John Rambo Stallone.
Gefallen hat mir dagegen das Böse im weißen Mantel. Der imperiale Militärdirektor Krennic (schön gespielt von Ben Mendelsohn) will den Todesstern unterdessen so schnell es geht einsatzbereit bekommen. Er bekommt aber von seinen Vorgesetzten, buchstäblich die Luft abgeschnürt und wird zurückgepfiffen. Insider wissen, wer der Chef mit schwarzen Mantel und Maske ist. Das macht Spaß und bei dieser Szene klatschte ich innerlich. Gut gemacht.
Ein Wort noch zur Musik. Den Score werde ich noch extra besprechen, wenn ich das Album durchgehört habe. Jeder Komponist muss verlieren, wenn er das Erbe von John Williams antritt. An den Olymp kommt keiner heran. Regisseur Gareth Edwards beauftragte Komponist Alexandre Desplat mit dem er schon bei Godzilla arbeitete. Weil aber Disney umfangreiche Nachdrehs anordnete, stieg Alexandre Desplat aus dem Projekt aus – mich würde jetzt um so mehr seine Interpretation interessieren. Ausputzen musste es Michael Giacchino, der in vier Wochen den Score komponierte und aufnahm. Eigentlich viel zu wenig Zeit für so einen wichtigen Film. Michael Giacchino machte seine Sache gut, aber das endgültige Urteil folgt in einer separaten Kritik.
Lohnt sich Rogue One? So lautet die Frage. Ja ist meine Antwort. Ist er besser als Erwachen der Macht? Nein, ich habe mich damals eher heimisch gefühlt. Werde ich mir Rogue One nochmals ansehen: Ja, auf jeden Fall, denn es gibt viel zu entdecken und außerdem ist es noch ein Jahr hin, bis Star Wars VIII am 15. Dezember 2017 ins Kino kommt.

Godzilla: Mein Lieblingsmonster ist wieder da

25. September 2014

Zur Sozialisierung meiner filmischen Erziehung gehörte auch Godzilla. Seit meiner Kindheit begleitet mich das japanische Monster und auch als Erwachsener gefällt mir die Filmfigur. Als Kind schaute ich am Samstag um 14 Uhr die Jugendvorstellungen der Godzilla-Filme im örtlichen Lichtspielhaus an, Eintritt 2,50 Mark. Später kaufte ich mir die Filme auf DVD und wenn ich schlechte Laune habe, genieße ich die Klopperei der Herren in Monstergummianzügen. Und als ich hörte, dass Steiff einen Sammler-Godzilla auf den Markt bringt, schlug ich sofort zu. Godzilla ist natürlich mehr als nur Unterhaltung, denn es ist auch ein Ausdruck des Protestes gegen Atomkraft. Der Science Fiction Film als Spiegel seiner Zeit.

Auch im neuen Godzilla gibt es Verwüstungen.

Auch im neuen Godzilla gibt es Verwüstungen.

Als die erste US-Produktion von Godzilla von Roland Emmerich auf den Markt erschien, war ich skeptisch. Den Film fand ich gar nicht so schlecht – es war kein japanische Monsterkino von Toho mehr, sondern eine fette US-Blockbuster-Produktion. Doch, Emmerichs Version mochte ich und sehe es als klassisches Popcorn-Kino. Lange musste ich nach dem Score des Film suchen, denn er ist wirklich hervorragend.

Der Film ist sehr dunkel.

Der Film ist sehr dunkel.

Als Godzilla von Gareth Edwards in die Kinos kam, spitze ich die Ohren. Der Mann hatte mit Monster 2010 einen Überraschungshit gelandet und er hat das Potenzial für Godzilla. Und ich hatte recht. Mir hat seine Version gefallen und vor allem deswegen, weil es kein Transformers, Pacific Rim und Co geworden ist. Fans dieser Art von Materialschlacht waren beim ersten Sehen von Godzilla wohl enttäuscht. Ich hatte auch viele Bekannte, die mich vor der Filmversion von Edwards gewarnt habe. Verschwendete Zeit und verschwendetes Geld. Godzilla tritt erst nach einer Stunde auf und bleibt viel im Dunkeln. Es gibt zwar eine Zerstörungsorgie, aber die Inszenierung war deutlich anders als bei klassischen Hollywood-Blockbustern. Daher viel der Film bei einigen Freunden komplett durch. Er widersprach dem gängigen Klischee von Monsterkino und es gab auch keine jungen, kurzgeröckten Damen, coole Jungs oder dumme Sprüche.
Godzilla ist von der ersten Minute des Films präsent, aber nicht sichtbar. Gareth Edwards schafft es, mit den Gefühlen zu spielen, anzudeuten und Spannung zu erzeugen. Wie er es mit Monsters geschafft hat, schafft er es hier – mit deutlich mehr Budget. Der Soundtrack von Alexandre Desplat tut sein übrigens. Den Soundtrack habe ich hier ausführlich besprochen.

godzilla
Leider hat das Drehbuch einige Schwächen, aber die Effekte sind erste Sahne. Daher habe ich mir das Filmbuch Godzilla: The Art of Destruction gekauft. Schöne Entwürfe, Concept Art Illustrationen, Storyboards und Zeichnungen, wenige Filmfotos – ganz wie es sein soll, die hier Mark Cotta Vaz zusammengetragen hat. Zudem gibt es einige Hinter den Kulissen-Bilder, die einen Eindruck von der Produktion geben. Das Vorwort schrieb übrigens der Regisseur Edwards selbst. Die Texte selbst sind nicht allzu lang und große Geheimnisse werden in diesen Filmbüchern sowieso nicht ausgeplaudert. Es macht Spaß nach dem Genuss der Blu ray das Buch durchzublättern und dazu den Soundtrack zu gehören. Und Godzilla war so ein Erfolg, dass zwei Fortsetzungen gedreht werden sollen, die erste kommt 2018 ins Kino.