Posts Tagged ‘Animationsfilm’

Buchtipp: The Art of Coco

6. Oktober 2021

Seit Toy Story bin ich ein Fan von Pixar. Zeitweise durfte ich mich sogar beruflich intensiv mit der Kreativfirma beschäftigen, was mir enorm gefallen hat. Im Moment bin ich klassischer Konsument und liebe die Animationsfilme, die die Welt des Films verändert haben.
Nachdem durch Pandemie die Stimmung etwas gedrückt ist, wollte ich mal wieder etwas Farbenfrohes sehen. Und ich wählte dazu den Pixar-Film Coco – Lebendiger als das Leben! von 2017. Wie immer passte Story und Animation einfach zusammen und der Film wurde mit Preisen überhäuft.

Der Film ist ein Farbenrausch und lässt mich als Zuschauer in eine für mich fremde Kultur eintauchen. Nein, ich werde von diesem Farbenstrudel mitgerissen und verschlungen – das tut wirklich gut. Der Animationsfilm thematisiert den „Tag der Toten“ (Día de Muertos), einen mexikanischen Feiertag.

Regie führte Lee Unkrich, der bereits Toy Story 3 seinen Stempel aufsetzte. Und als Fan von den Art-of-Büchern musste ich gleich mal sehen, wie er vorgegangen ist. Daher mein Tipp: The Art of Coco In der Vorbereitung auf den Film setzen sich die Macher des Films intensiv mit den Menschen, der Kultur und den Traditionen von Mexiko auseinander. Hierfür stand ihnen neben einer Reihe von mexikanischen Musikern auch ein Stab an Beratern und Experten zur Seite. Und diese kreative Entwicklung lässt sich wunderbar in dem Buch nachvollziehen. Erste Entwürfe, lose Zeichnungen nehmen während der Vorbereitungsphase konkretes Aussehen an. Ich liebe dieses kreatives Arbeiten der Vorproduktion eines Films bei dem Ideen eingebracht, diskutiert oder auch verworfen werden. Das zeigen diese Art of Bücher auf ihre eigene Art.

Das Team besuchte Museen und Kirchen und besuchten Plätze, Haciendas und Friedhöfe in Mexiko und sprachen mit Mehrgenerationsfamilien, um ihre Lebensweise in Coco einzubringen. So muss die Vorbereitung für einen solchen Film sein. Klare Empfehlung zu The Art of Coco

9. Todestag von Steve Jobs – Erinnerungen an Toy Story

5. Oktober 2020

Meine Sammlung von Toy Story

Was war das für ein Erlebnis, als ich Toy Story zum ersten Mal 1996 im Kino sah! Der erste voll computeranimierte Spielfilm, zudem mit einer genialen Story. Meine Leidenschaft für Pixar war geboren und sie hält bis heute an.
Kreativ wurde der Film von John Lasseter gestaltet, den ich mehrmals treffen durfte. Aber zustande kam der Film, weil Steve Jobs an die Vision der Pixar-Kreativen glaubte. Am 5. Oktober 2011, also vor neun Jahren verstarb Steve Jobs. Er ebene den Weg für Pixar zu Disney und veränderte wieder einmal die Welt.

Jobs kaufte Pixar aus der Special-Effects-Schmiede ILM von George Lucas für billig Geld heraus, weil Star Wars George gerade eine Scheidung finanzieren musste. Jobs griff zu und ließ die Kreativen auf ihren 117 Sun SpaceStations 20 rendern. Heraus kam der erste abendfüllende computeranimierte Film, der mir die Sprache verschlug. Jobs sah die Zukunft des Animationsfilms voraus und wurde zum vielfachen Millionär. Das Sterben des klassischen Zeichentrickfilms war damit eingeläutet.
Als ich den wegweisenden Film im Kino sah amüsierte ich mich köstlich über die zahlreichen Anspielungen. Toy Story war so voller Ideen, so erfrischend und zeigte, was eine gute Story leisten kann. Meine Lieblingsanspielungen sind freilich der Teppich in Kubricks Shining-Muster und der Utah Teapot, das Wahrzeichen der Animationsbranche.
Zum neunten Todestag von Steve Jobs werde ich mir Toy Story wieder ansehen und wie am ersten Tag genießen.

Filmtipp: Onward: Keine halben Sachen von Pixar

10. März 2020

Der neue Pixar ist eine wahre Freude.

Der neue Pixar ist eine wahre Freude.

Ich mag die Pixar-Filme, weil sie eine Geschichte erzählen, tiefe, inhaltsreiche Geschichten. Anders wie viele Animationsfilme liefert Pixar neben technischen Raffinesse vor allem Tiefgang. Und daher ging mir das Herz auf, als ich den neuesten Pixar Onward: Keine halben Sachen im Kino ansah.
Onward steht in der Tradition von Coco, der eigenständige Pixar-Film des Jahres 2017. In Onward geht es um die beiden Elfen-Brüder im Teenager-Alter, die nicht glauben wollen, dass es in der Welt keine Magie mehr gibt. Also machen sie sich auf die Suche und haben ihren zum Leben erweckten Vater mit dabei. Onward lässt den Zuschauer lachen, mitfiebern und auch ein bisschen weinen, denn es ist eine zutiefst menschliche Geschichte, eingebettet in eine 103minütige Fantasy-Welt. Regisseur Dan Scanlon durfte zuvor 2013 Die Monster Uni inszenieren und er ist mit Onward gereift. Pixar und Disney gingen mit Toy Story 4 und anderen Franchise-Filmen auf Nummer sicher.

Dagegen bewegt sich Onward auf neuen Terrain. Dafür muss man den Verantwortlichen bei Pixar danken, dass die Kreativen dort Raum zur Entfaltung bekommen. Und in Onward gibt es eine Menge von diesem Entfaltungsraum mit allerhand Zitaten aus der Filmgeschichte. Back to the Future, Exorzist oder Kampf der Titanen seien nur als kleine, aber auffällige Beispiele genannt.
Ich habe die magische Reise unheimlich genossen, mich an die kleinen und großen Geschichten in der großen Geschichte erfreut. Und es zeigt sich, wie gut Filme funktionieren, wenn sich die Akteure auf einer Reise, auf einer Suche befinden. Es muss ein Rätsel gelöst werden und alle Spieler von Rollenspielen wie das schwarze Auge werden dem begeistert zustimmen. Nicht der direkte Weg führt zum Ziel, sondern Umwege. Und es zeigt sich bei Onward, dass Familiengeschichten das Herz berühren. Die Sehnsucht nach einer Familie ist Kern des US-amerikanischen Kinos und davon profitiert Onward.
Die Autoren des Films verbeugen sich vor der Tradition des US-Kinos und vor allem des Roadmovies. Wenn eine Unmenge von Polizeiwägen mit Blaulicht unsere Helden jagt, dann verbeugt sich Onward vor den Roadmovie Auf dem Highway ist die Hölle los oder Ein ausgekochtes Schlitzohr. Der Rockerfilm kommt vor und ich erwarte eigentlich Marlon Brando mit the Wild One. Aber dafür tritt der Vater als der Der Unsichtbare (The Invisible Man) von 1933 auf. Und wenn wieder ein Quest gelöst wird, wird der große Steven Spielberg mit Indiana Jones und der letzte Kreuzzug zitiert. Das Überschreiten der Schlucht oder die rotierenden Messer im Tunnel sind Indy Jones pur.

Onward: Keine halben Sachen ist ein absolutes Kino-Muss und für mich das Animationshighlight des Jahres. Pixar kann es eben.

Filmtipp: Mein Nachbar Totoro

18. Februar 2018

Mein Filmtipp: Mein Nachbar Totoro - auch nach 30 Jahren immernoch schön.

Mein Filmtipp: Mein Nachbar Totoro – auch nach 30 Jahren immernoch schön.

Ich gestehe es: Ich hatte den Klassiker Mein Nachbar Totoro bisher nicht gesehen. Das sollte sich jetzt ändern, nachdem K2 auf dem Asien-Tripp ist. Da war es an der Zeit, Mein Nachbar Totoro auf Blu ray anzusehen, zudem der Film dieses Jahr seinen 30. Geburtstag feiert.
Bisher habe ich eine Vielzahl der Filme von Hayao Miyazaki gesehen und er hat mit seinem Studio Ghibli enormen Einfluss auf den Animationsfilm und ist für mich der Vater von Anime. Jeder Kreative von Pixar, den ich bisher gesprochen habe, fühlte sich von Hayao Miyazaki beeinflusst. In Toy Story 3 tritt sogar Totoro auf. Miyazakis Werk ist enorm bedeutend und so ist es ein absolutes Versäumnis den Film Mein Nachbar Totoro nicht gesehen zu haben. Ich schäme mich. Wenn bei dem Namen Hayao Miyazaki nicht der Groschen sofort fällt, dem sei nur die Anime-Serie Heidi genannt. Hier arbeitete Hayao Miyazaki 1974 als Zeichner für die 52 Teile mit. Die Zeichentrickserie Heidi war ein TV-Renner meiner Jugend.
Da ich mit dem Werk des großen japanischen Künstlers vertraut bin, erkannte ich bei Mein Nachbar Totoro die wiederkehrenden Motive. Die alte Kultur Japans in der Gegenwart, die Umwelt und Natur – hier natürlich in der wunderschönen Figur des Baumgeistes Totoro und seiner Familie.
Ich war von dem großen Totoro sofort angetan. Er ist ein gemütlicher Baumgeist, der nur von Kindern gesehen wird. Der große Totoro lässt Bäume wachsen und ist ein guter Kerl. Er war mir sofort in seiner Art sympathisch. Und auch die Buskatze oder Katzenbus ist eine wunderbare Idee. Sie fährt (?) mit ihren zwölf Beinen die menschlichen Kinder schnell von Ort zu Ort.
Der Film ist einfach stimmig und ist geeignet für die ganze Familie. Seine Erzählweise ist geradlinig. Die Figuren haben Charakter und besonders die Welt aus Kinderaugen ist sehr eindringlich gezeichnet. Er begeistert – was kann ein Film mehr leisten?
Auf der Blu ray ist noch ein Making of, dabei zeigt sich ein Synchronisationsfehler. Das Mädchen heißt im japanischen Original Satsuki, in der deutschen Fassung dagegen Saki. Den Grund weiß ich nicht und habe auch keine Infos über die Hintergründe. Gestört hat es mich nicht. Etwas stutzig dagegen hat mich das Gebet an den Kinderschutzgott Jizō gemacht, der in der deutschen Fassung Jesu heißt. Das passt nicht, stört aber nicht weiter.
Als Mein Nachbar Totoro zu Ende war, lehnten sich meine Frau und ich zurück und waren uns einig. Ein sehr schöner Film für die ganze Familie mit richtiger Aussage.
Der Film kam am 16. April 1988 in die Kinos und feiert dieses Jahr damit seinen 30. Geburtstag. Ich werde mich eine kleine Totoro-Figur als Kühlschrankmagnet zulegen und so den sympathischen Kerl immer vor Augen haben. Und ich habe meinen Bildschirmhintergrund vom iPhone mal in Totoro geändert.

 

Buchtipp: The Art of Sanjay’s Super Team

1. Juli 2016

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Der Pixar-Kurzfilm Sanjay’s Super Team ist der Vorfilm zu The Good Dinosaur, der in Deutschland seltsamerweise Arlo & Spot heißt. Böse Zungen behaupten, dass Sanjay’s Super Team das eigentliche Highlight ist als der Hauptfilm, der erste Filmflopp von 3D-Schmiede Pixar. So weit würde ich nicht gehen. Mit Gesamteinnahmen von 331,9 Millionen US-Dollar ist Arlo & Spot der Pixar-Film mit dem bis dato geringsten Einspielergebnis. Vor- und Hauptfilm müssen bei Pixar immer getrennt betrachtet werden und The Good Dinosaur werde ich zu anderer Zeit besprechen. Soviel nur: Für The Good Dinosaur brauchte ich einen langen Atem.


Jetzt aber zu The Art of Sanjay’s Super Team. Rund sieben Minuten dauert der Vorfilm Sanjay’s Super Team aus dem Jahr 2015 und der Film macht einfach Laune. Regie führte dabei Sanjay Patel. Der Film ist eine sehr persönliche Geschichte von Sanjay Patel, der wunderbar den Konflikt zwischen der traditionellen Hindu-Welt und modernen IT-Welt Indiens zeigt. Der Film basiert auf einen klassischen Vater-Sohn-Konflikt und trägt stark autobiografische Züge. Während der Sohn von Superhelden aus dem Fernseher träumt, meditiert der Vater und betet zu den Hindu-Göttern. Der Sohn findet die Hindu-Götter dagegen einfach langweilig und fantasiert sich moderne Helden in die verstaubte Götterwelt.
Meines Wissens zum ersten Mal erschien jetzt ein Art of-Buch zu einem Pixar-Vorfilm. Vielleicht macht es jetzt der Disney-Konzern zur Regel, um die Pixar-Fans zu melken. In diesem Fall habe ich kein Problem damit, denn das Buch zu The Art of Sanjay’s Super Team hat mir sehr gefallen. Es sticht aus der Art of-Reihe der Pixar-Bücher etwas heraus. Grund: Es bringt nicht nur starken visuellen Content, sondern liefert auch Erklärungs- und Erläuterungstexte. Gerade bei einem Animationsfilm will der Leser wissen, wie hier vorgegangen wird. Die einzelnen Produktionsschritte sind der breiten Masse unbekannt. Freilich verrät Pixar auch hier nicht seine Geheimnisse. Die Software Marionette und der Renderman leisten ganze Arbeit, aber durch die Lektüre der kleinen Texte versteht der Leser das Vorgehen der Artists. Wie wurden die Charaktere geschaffen? Welche Eigenschaften haben sie? Was bedeutet die Reduktion des Raumes?
Neben den beiden menschlich animierten Hauptdarstellern von Vater und Sohn haben wir auf der anderen Seite die Superhelden der Götterwelt- und der Gegenwart sowie deren bösen Gegenspieler. Der Film zeigt viel, wie Sanjay Patel aufgewachsen und sozialisiert wurde. Als in London geborenes Kind wuchs er in San Bernardino in seiner Familie von indischen Immigranten auf. Während die Welt seiner Eltern noch stark von der indischen Tradition geprägt war, spielte Sanjay Patel mit Actionfiguren und Transformers.

Er arbeitete jahrelang bei Pixar und drohte auszubrennen. Er arbeite als Animator bei Das große Krabbeln (1998), Toy Story 2 (1999), Die Monster AG (2001) und Ratatouille (2007) sowie Die Monster Uni (2013). Patel war müde, schlug aber dem Pixarchef John Lasseter die Geschichte vor und bekam prompt grünes Licht für einen Kurzfilm mit seiner Geschichte. 2012 starte er die Arbeit an seinem Film. Sanjay Patel, der eben noch alles bei Pixar hinwerfen wollte, kniete sich voll in sein Projekt hinein und leistete ganze Arbeit. Sein Film wurde 2016 für einen Oscar in der Kategorie Bester animierter Kurzfilm nominiert, erhalten hat er ihn aber nicht.

Rund um die Monster Uni

28. Juni 2013

Die Monster Uni lautet der neue Hit von Pixar. Als Fan der 3D-Schmiede musste ich mir den Animationsfilm gleich ansehen und habe mich gut amüsiert. Der Film macht Spaß, hat aber nicht mehr die Power früherer Pixar-Filme. Die Luft ist ein wenig raus, aber dennoch: Monster Uni ist besser als der ganze Animationsschrott, der sonst so im Kino kommt.

Auge auf!

Auge auf!

Bei Monster Uni handelt es sich um ein Prequel zu Monster AG, den ich besonders ins Herz geschlossen habe. Wir sehen, wie sich die Figuren entwickeln und alles in allen erinnert es mich an die harmlosen Studentenfilme wie Porky´s aus den achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts.

Ich hätte gerne eine Fortsetzung von den Unglaublichen, aber da bin ich wohl mit meiner Meinung alleine. Und so habe ich mir gerne Monster Uni angeschaut und kann den Film den Familien empfehlen. Immer wieder staune ich, welche technischen Meisterleistungen Pixar hervorbringt. Und ich meine in diesem Fall die Fellhaare der Monster – ich kann sie mir stundenlang ansehen, wobei die Story in diesem Prequel etwas zu kurz kam. Charakter waren fein, aber Story geht ein bisschen mehr – und das war immer eine Stärke von Pixar.

Monsterbuch

Aber freilich hab ich mir gleich das Buch The Art of Monsters University gekauft. Wer diesen Blog liest, der kennt ja meine Vorliebe für diese Art von Büchern. Und auch dieses Buch hat mich nicht enttäuscht. Im Unterschied zu anderen Büchern aus der Pixar-Filmreihe ist, dass dieses Mal deutlich mehr digitale Bilder im Buch enthalten sind. Ich meine jetzt nicht finale Renderings, sondern digitale Skizzen. Es war herrlich zu lesen, wie sich die Pixar-Mitarbeiter an ihre ehemalige Studentenzeit erinnern. Diese Erinnerungen, Gedanken, Emotionen sind in die Animationen des Films wunderbar eingeflossen. Ich glaube, dass vor einem die Kleidung der Protagonisten hier wunderbar aus Erinnerungen an die Vergangenheit rekonstruiert wurde. Der wunderbare Retro College Style ließ mein Herz höher schlagen. Also für mich wieder mal eine absolute Kaufempfehlung für das Buch The Art of Monsters University. Und weil wir gerade dabei sind: Die Musik Monsters University zum Film stammt wieder vom Pixar-Hauskomponisten Randy Newman und ist – was soll ich sagen – mal wieder göttlich. Also gleich mit anhören und kaufen.

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Buchtipp: The Art of Monsters, Inc. und was kommt jetzt?

15. März 2013

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Der Pixarfilm Monster AG war für mich eine Revolution. Ich hatte so etwas als Animationsfilm noch nicht gesehen – vor allem die Haare hatten es mir angetan. Die Art, wie die Haare, das Fell glänzen war eine technische Meisterleistung. Ich war einmal zu Besuch bei Apple in Cupertino. Da standen die Figuren mit ihrem wunderbaren Fell im Foyer und jeder Besucher strich den Monster durchs Fell. Haare waren in diesem Film eine Spitzenleistung, sie wurden später bei den Unglaublichen und bei Merina weiter optimiert. Das Monster Sullivan zum Beispiel hat über 2,3 Millionen Haare, die bewegt werden müssen – was für eine Rechenpower.

Die Story hatte zudem Charme und war ungewöhnlich. Schreie als Energielieferant für die Stadt Monstropolis. Und der Film hatte wunderbare Charaktere. Wie sich diese Charaktere bei der Monster-Geschichte entwickelt haben, zeigt das Buch The Art of Monster, Inc..

Achtung, dieses Jahr kommt Monster AG wieder in die Kinos, allerdings als Stereo 3D-Fassung. Das Buch verliert kein Wort über CGI oder 3D, geschweige denn Stereo 3D. Es sind Zeichnungen, aber was für welche? Wunderbare Skizzen, Farbexperimente und Charakterstudien – ich konnte stundenlang in dem Buch blättern. Ich habe mir die Mühe gemacht, die Blu ray anzusehen und gleichzeitig die entsprechenden Zeichnungen im Buch herausgesucht – hier zeigt sich, welche große Kreativität Pixar hier an den Tag legt.

Ich kann das Buch The Art of Monster, Inc jedem Kreativen empfehlen, der sich für Film und Animation interessiert. Und es steckt voller liebenswerter Details. Ich fand die Filmszene im Szene-Restaurant Harryhausen’s besonders wunderbar. Es erinnert an den großen Ray Harryhausen, den Meister des Stop Motion. Das Buch zeigt die verschiedenen Entwürfe der Sushi-Bar. Ob solche Gags bei der Fortsetzung auch enthalten sind?

Übrigens, die Fortsetzung Monster Uni wird im Sommer 2013 in die Kinos kommen. Der liebenswerte, blauflauschige James P. „Sulley“ Sullivan und der giftgrünen Einäuger auf zwei Beinen Mike Glotzkowski treten wieder auf und wir erfahren, wie alles anfing! In ihrem neuesten Abenteuer erobern Sulley und Mike als Studenten Die Monster Uni, ab 20. Juni 2013 in den deutschen Kinos.
Und was geht es? Aller Anfang ist schwer… Und das gilt auch für Monster wie Sulley und Mike. Denn als sich die beiden an der Monster Universität kennenlernen, können sie sich auf den Tod nicht ausstehen. Kein Wunder, schließlich haben beide dasselbe Ziel: Sie wollen die größten Erschrecker von ganz Monstropolis werden. Die Monster Uni zeigt wie sich die beiden unterschiedlichen Monster doch noch zusammenraufen und nicht nur das Dreamteam unter den Erschreckern, sondern auch die besten Freunde werden.
Regisseur Dan Scanlon („Tracy“), der u.a. als Storyboard Artist bei Disney/Pixars Kinohit Cars (2006) seiner Kreativität freien Lauf lassen konnte, holt zwei der beliebtesten und verrücktesten Charaktere aus dem Pixar-Universum auf die Kinoleinwand zurück – begleitet von einigen alten Bekannten und vielen neuen, frischen Monstergesichtern!

Bis es soweit ist, schau ich mir die Zeichnungen zum Erstlingswerk Monster AG an.

Buchtipp: The Art of Pixar: 25th Anniversary Edition

20. Januar 2013

Pixar gehört für mich zu den wichtigsten Kreativschmieden im Filmbereich. Jeder neue Animationsfilm hat das Medium um einen Schritt weiter gebracht. Obwohl sich zahlreiche Studios um interessante Animationsfilme bemühen, hat Pixar einen unglaublichen Vorsprung. Er beruht auf guten Geschichten und guter Technik. Wer sich für die visuelle Erzähltechnik von Pixar interessiert, dem empfehle ich das Buch „The Art of Pixar“ von Amid Amidi. Viel Text, bis auf ein kleines Vorwort von John „Hawaiihemd“ Lasseter, gibt es nicht zu lesen. Vielmehr gibt es was zu schauen.

Das Buch zeigt Auszüge aus den Storyboards der Filme. Es wird die Geschichte der Pixar-Klassiker in farbigen Bilder dargestellt. Laut Verlag sind die kompletten Colorscripts bis Cars 2 enthalten. Damit sind 25 Jahre Pixar in einem Buch zusammengefasst. Das ist schlichtweg gelogen. Wer andere Art of-Bücher aus dem Chronicle Books über die Pixar-Filme besitzt, wird weitere Storyboards finden.

Aber egal. Der Vorteil dieses Buches ist sein Überblick. Auf 317 Seiten gibt es den perfekten Überblick über die visuelle Kraft von Pixar, angefangen von Toy Story über Finding nemo bis hin zu Cars 2. Auch die Kurzfilme sind mit von der Partie. So lässt sich der Stil jedes einzelnen Films vergleichen und analysieren. Parallelen und Unterschiede zwischen den Pixarfilmen werden hier offensichtlich. Mir hat der Vergleich der Filme durch das Buch Spaß gemacht und ich hab mir einzelne Filme wieder angeschaut.

pixar

Deutscher Animationsfilm „Oh Sheep!“ auf der SIGGRAPH Asia ausgezeichnet

4. Januar 2013

 

 

Es gibt viele 3D-Konferenzen, aber die wichtigste Veranstaltung dieser Art ist die Siggraph. Eigentlich als Wissenschaftskonferenz gegründet, ist sie heute die wichtigste Animationsveranstaltung mit Konferenz und Messe. Im Jahr findet die Siggraph in Anaheim statt und ich sollte mal wieder vorbeischauen. Ich war einige Male mit von der Partie und es eröffnete mir immer neue Horizonte. Seit ein paar Jahren ist die Siggraph expandiert. Der asiatische Ableger nennt sich einfach Siggraph Asia, die Ende November 2012 in Singapur stattfand. Und hier wurde auch ein deutscher Beitrag ausgezeichnet. Der am Institut für Animation, Visual Effects und digitale Postproduktion der Filmakademie Baden-Württemberg entstandene Diplomfilm „Oh Sheep!“ von Regisseur Gottfried Mentor wurde vor kurzem bei der Siggraph Asia mit dem „CAF Siggraph Jury Award 2012“ belohnt – dazu meine herzliche Gratulation.

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Die Siggraph Asia ist die jährliche Asien-Ausgabe der größten und einflussreichsten internationalen Konferenz im Bereich Computer Graphics. Der knapp siebenminütige Animationsfilm „Oh Sheep!“ wurde im Rahmen des Siggraph Asia Computer Animation Festivals (CAF) im Electronic Theater, dem größten Kinosaal der Veranstaltung, gezeigt.

Gottfried Mentor, der seinen Preis vor Ort entgegennahm, sagte: „Unser Team freut sich sehr über diesen international so bedeutenden Award und die große Anerkennung. Neben der Jury gilt unser Dank vor allem dem Animationsinstitut der Filmakademie Baden-Württemberg für die ausgezeichnete Unterstützung während der intensiven Produktion.“

Zum „Oh Sheep!“-Team zählen auch Leonid Godik, der den Film gemeinsam mit Mentor produzierte, und Technical Director Marcel Reinhard. Bei der Produktion des Diplomfilms standen Mentor und sein Team vor besonderen Herausforderungen: „Der Idee zum Film gingen zunächst ein paar persönliche Fragen zu den Themen Toleranz, Vorurteile und religiös-politischem Fanatismus voraus. Mich interessierte dabei besonders, wie Hass unter den Menschen entsteht und inwiefern das System und die Gesellschaft unsere freie Meinungsbildung manipulieren. Der Animationsfilm ist für mich das ideale Stilmittel, um solche Themen humorvoll zu behandeln. Neben der Ideenentwicklung und der Dramaturgie, bei der die Schwierigkeiten darin lagen, einen international verständlichen Film ohne Sprache zu kreieren und den richtigen Grad zwischen Komik und Tragik zu finden, waren die Animation der 18 Charaktere und das aufwendige Rendering die größte Herausforderung. Hinzu kamen Spezialeffekte wie Blut, Staub, umherfliegende Wollfetzen und deren Interaktion mit den Charakteren und der Landschaft aus Stein und Gras.“

Der Siggraph Jury Award ist nicht die erste Auszeichnung für „Oh Sheep!“: Mentors 3D-Film wurde in den vergangenen Monaten bereits beim Anifest Rozafa in Albanien, beim Budapest Short International Film Festival in Ungarn, beim Expotoons International Animation Festival in Argentinien und beim Krok International Animated Film Festival in Russland ausgezeichnet. Darüber hinaus erhielt „Oh Sheep!“ eine Nominierung für einen animago AWARD in der Kategorie „Beste Nachwuchsproduktion“.

Die ausführlichen Credits mit allen an der Produktion beteiligten Studierenden gibt es auf der Website des Animationsinstituts im Bereich Studentische Projekte.

 

Merida – Legende der Highlands als Film und Konzeptbuch

14. November 2012

Obwohl Brave oder wie er seltsamerweise in Deutsch heißt Merida – Legende der Highlands nicht der absolute Blockbuster von Pixar war, mag ich ihn trotzdem, wie ich hier geschrieben habe. In wenigen Tagen am 5. Dezember wird der Film auf DVD/Blu ray veröffentlicht und ich werde mir gleich meine Kopie für die Weihnachtsferien sichern. Als Schottlandfan muss ich natürlich Brave haben.

Die bewährte Marketingmaschinerie von Disney läuft bereits auf Hochtouren. Pünktlich zu Weihnachten holt der gelockte Rotschopf uns die Schönheit und Mythen der schottischen Highlands auf den heimischen Bildschirm.

Kurz zur Handlung: Inmitten der rauen Wildnis der schottischen Highlands träumt die talentierte Bogenschützin Merida davon, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Doch im Hause des schottischen Königs hat nur eine das Sagen – Meridas Mutter, Königin Elinor. Und die hat eine ganz klare Vorstellung davon, wie die Zukunft ihrer Tochter aussehen soll: Das aufmüpfige Mädchen mit den wilden roten Locken soll möglichst bald unter die Haube, vermählt werden mit einem der Clan-Söhne aus dem Königreich. Also lädt Elinor den klobigen Lord MacGuffin, den mürrischen Lord Macintosh und den streitsüchtigen Lord Dingwall und ihre Söhne zu Highland Games ein. Der Sieger des Bogenschießwettkampfes soll Merida zur Frau bekommen, doch sie verlangt als Erstgeborene des Königs selbst teilnehmen zu dürfen und beleidigt durch ihren Sieg die anderen Clans. Die Lords schäumen vor Wut. Als Merida nach einem Riesenkrach mit der Mutter voller Zorn auf ihrem Pferd in den Wald flüchtet, nehmen die Dinge ihren unheilvollen Lauf. Ein magischer Fluch fordert all ihre Kräfte und ihren Mut, wenn sie ihre Familie und ihr Königreich retten will … Dann kommt noch ein fetter Schuss des misslungenen Disney-Films Bärenbrüder hinzu, aber mehr will ich nicht verraten.

Alle Rothaarigen sind eingeladen, sich den Film anzusehen.

Alle Rothaarigen sind eingeladen, sich den Film anzusehen.

Bereits drei Tage vor Veröffentlichung rührt Disney nochmals die Werbetrommel. The Walt Disney Company und Maria Okon, die deutsche Repräsentantin des Redheaddays in den Niederlanden, laden alle Rothaarigen ein, am 2. Dezember in Berlin zur exklusiven Filmvorführung ein. Das Kino ist das CineStar Berlin – CUBIX am Alexanderplatz Rathausstraße 1 10178 Berlin. Achtung: Der Einlass erfolgt ausschließlich über Gästeliste. Wer sich spätestens bis zum 23. November 2012 bei rothaarige.berlin@gmail.com meldet und rote Haare hat, ist mit dabei.

Naja, ich bin blond und zudem in Bayern, also muss ich wohl auf mein Abendteuer von Mark Andrews (Story Supervisor „Die Unglaublichen – The Incredibles“ und „Ratatouille“) und Brenda Chapman („Der Prinz von Ägypten“) warten. Vielleicht melde ich mich trotzdem an und setze eine rote Perücke auf. Ich hoffe, die Crew von Disney schmeißt mich nicht raus Aber vielleicht warte ich doch auf die Bu ray. Ich freue mich besonders auf die Special Features. Neben den Kurzfilmen La Luna und Die Legende von Mor’du gibt es insbesondere auf den Blu-ray-Editionen zahlreiche Extras.

Bis es soweit ist, widme ich mich ausgiebig dem Buch The Art of Brave. Wer diesen Blog kennt, weiß, dass ich diese Art of-Bücher liebe. Als Freund von CGI und 3D-Animation sind mir Zeichungen und Skizzen wichtig. Hier zeigt sich, ob die Figuren durchdacht sind. Und das sind sie im Falle von Pixar in der Regel immer. Vor allem die Konzeptzeichungen der schottischen Natur haben es mir als Schottland-Fan angetan. Mit welcher Detailliebe und -versessenheit die Künstler bei ihrer Arbeit vorangehen, ist phänomenal. Anhand von zahlreichen Locationfotos entsteht auf Papier ein fanatsievolles Schottland von Merida. Die stimmungsvollen Highlands mit ihren Schlössern versetzen mich in eine andere Welt. Und dann ist natürlich das Energiebündel Merida mit ihrem feuerrotem Haar und durchdringenden, wachen Augen. Die Personen sind schön skurill und haben Charakter. Und das ist die Stärke von Pixar: Figuren mit Charakter. Jeder Pixarfilm konnte davon profitieren, auch Merida. Beim Schmökern des Buches The Art of Brave bekomme ich wieder Lust auf den Film. Klare Kaufempfehlung für Film und Buch.