Posts Tagged ‘Exorzist’

Filmtipp: The Conjuring

16. Dezember 2014

Als Fan des fantastischen Films mag ich vor allem Spuk- und Geisterfilme. Alle paar Jahre kommt ein guter Streifen auf den Markt. Als einen der guten Filme empfand ich The Conjuring, den ich mir jetzt erst auf Blu ray angeschaut habe. Im Kino hatte ich ihn leider verpasst.

Für mich eine schöne Überraschung: The Conjuring

Für mich eine schöne Überraschung: The Conjuring

Obwohl natürlich alles schon mal gesehen, hat mir The Conjuring Spaß gemacht und ich hab mich gegruselt. Neues gab es nicht, aber das gezeigte ist bewährte Kost. Gerade Freunde des guten alten Exorzisten kommen auf ihre Kosten. Der Film ist gewürzt mit Blair Witch und eine Prise bis das Blut gefriert und heraus kam ein erfrischender Horrorfilm. Dabei hatte ich zunächst meine Befürchtungen, denn hinter The Conjuring stehen die Macher von Saw. Und Saw steht nicht gerade für eine gepflegte Art von Gruselunterhaltung, sondern für harten Terrorfilm. Saw 1 fand ich dennoch hervorragend, will aber so harte Gewalt bei einem Spukfilm nicht sehen.

Ein Film, den keiner braucht und trotzdem Kasse machte: Annabelle

Ein Film, den keiner braucht und trotzdem Kasse machte: Annabelle

Was mir auch nicht gefällt, ist die Idee, The Conjuring als Franchise auszubauen. Es soll Spin offs und Fortsetzungen geben. Hollywood kopiert sich einmal wieder selbst und da ist kein Platz für neue Ideen. Den Start machte Annabelle, die unheimliche Puppe zu Beginn von The Conjuring. Ich sag es mal so: Ich brauch diese Art von Filmvermarktung überhaupt nicht.

Geht so, aber nicht der Hammer - der Score zum Film.

Geht so, aber nicht der Hammer – der Score zum Film.

Eine Anmerkung zum Score. Der Score von Conjuring sorgt für die richtige Atmosphäre in dem Film. Und wie eine Heimsuchung klingt der Soundtrack von Joseph Bishara auch. Ich muss zugeben, dass ich von Joseph Bishara noch nie etwas gehört habe. Er komponierte zahlreiche Soundtracks zu Horrorfilmen, die ich aber allesamt nicht gesehen habe: Joseph’s Gift (1998), The Convent (2000), Unearthed (2006), The Gravedancers (2006), Autopsy (2008), Night of the Demons (2009), Insidious (2011), 11-11-11 (2012) oder Dark Skies (2013). Auch zu Annabell hat Joseph Bishara die Musik geschrieben und ich werde mir die Sache mal anhören.
Ein großes Meisterwerk habe ich mir beim Soundtrack von The Conjuring nicht erwartetet und ich wurde auch nicht enttäuscht. Der Score ist zwar atmosphärisch dicht, aber nicht ein besonders großer Wurf.

Dracula im Film 3: Dracula 1979

11. Juni 2012

Dieser Dracula ist anders. Nach den Hammer-Produkten in Primärfarben war lange Zeit Ruhe um den Beißer aus Transsilvanien bis sich Star-Regisseur John Badham an den Stoff erinnerte und neu interpretiert in Szene setzte. Badham orientierte sich dabei mehr am Theaterstück von Hamilton Deane und John L. Balderston als an den Schauerroman von Bram Stoker. Das Wichtigste: Er interpretierte die Rolle des Grafen anders. Nicht die Bestie wie in den Hammer-Filmen stand im Mittelpunkt, sondern der verführerische, gnadenlose Graf.

Die Schauspieler waren perfekt: Der junge Frank Langella spielt den Grafen, schön, zielstrebig und ohne Gnade. Vor allem sein Spiel mit den Händen ist verführerisch. Zur Schauspielleistung von Sir Laurence Oliver braucht man nichts zu verlieren außer WUNDERBAR. Und dass obwohl die Zeit von Sir Laurence abgelaufen war und er sterbenskrank war. Auch dem Spiel des ewigen Dr. Loomis aus Halloween Donald Pleasence ist es ein Genuss anzusehen. Große Schauspielkunst der Truppe.

Trotz preiswerter Produktion ist die Ausstattung wunderbar. Hauptsächlich in Cornwall gedreht hat Dracula eindrucksvolle Locations: Die Irrenanstalt ist das Camelot Castle Hotel in Tintagel, Draculas Schloss ist St. Michael Berg, eine halbe Meile vor der Küste – es ist durch einen Damm verbunden – von Marazion an der Südwestspitze von Cornwall. Ungewöhnlich ist in einem Dracula-Film der Einsatz von Strom und sogar eines schnittigen Automobils. Hier bricht der Film wohltuend aus der Tradition der klassischen Filme aus, zeigt aber auch, dass Technik einen Grafen nicht zur Strecke bringen kann.

Die Innenausstattung orientiert sich derweil am Gothic Horror der alten Lugosi-Filme. Und auch wie bei Lugosi sieht der Zuschauer bei Langella keine Vampirzähne. Dennoch ist der Film keineswegs unblutig. Immer wieder schockieren den Zuschauer der Liebesgeschichte brutale Szenen, wie das Durchtrennen von Hälsen oder ein Genickbruch. Richtig angsteinflößend ist die lebende Tote Lucy. Hier hat später Francis Ford Coppola genau hingeschaut als er seine Dracula-Version drehte. Badhams Tote war nicht anmutig oder gar schön, sondern ihr zerfetztes Totenhemd mit zerfetzten bleichem Gesicht ist wahrlich erschreckend. Hier wurde die Maske von Linda Blair aus Exorzist von 1973 wieder aufgenommen. Der lebende Tote wird nicht romantisiert oder verkitscht, sondern es ist ein kalter, bleicher, muffiger Tod in nassen Gräbern. Der wahrhaftige Teufel ist in den Leib von Lucy gefahren – übrigens werden bei Badham die Rollen von Lucy und Mina vertauscht und auch die Familienverhältnisse geändert.

Ich hatte den Dracula-Film einstmals im Fernsehen gesehen und war damals enttäuscht. Es war mir als Jugendlicher zuviel Gefühl, zuviel Tragik im Film. Ich wollte Action, wie ich sie aus den Hammer-Filmen kannte. Vor allem Frauen erliegen der Faszination des dunklen Fürsten. Der bissige Gentleman als Herzensbrecher, der aber nur seine Interessen durchsetzen will. Der alte gierige Mann sucht sich junge Frauen aus, die er verführen und beherrschen kann. Und sie verfallen dem Manipulator willenlos. Der Liebesakt in Rot bedient gängige Klischees. Heute kann ich die vermittelte Tragik mit dem Leid besser verstehen und die 2009 veröffentlichte DVD-Fassung unterstützt die traurige Stimmung des Films noch mehr. Durch geschicktes Color-Grading wurde die Farbe im Film reduziert, so dass Dracula dunkel, leblos wirkt. Der Blutverlust des Films wirkt sich auf das Bild aus. Aus dem Film entweicht die Farbe, das Leben, die Freude. Die Stimmung der Szenerien überträgt sich auf den Zuschauer durch eine eindrucksvolle Kameraleistung von Gilbert Taylor, der schon mit Regiegenie Stanley Kubrick Dr. Seltsam, mit Polanski Macbeth und mit Hitchcock Familiengrab gedreht hat.

Aber den absoluten Kick des Films bringt der Score von John Williams. Der Soundtrack Dracula wird zu Höchstpreisen unter Sammlern gehandelt und wer ihn gehört hat, der weiß warum. Williams liefert einen Höhepunkt seines Schaffens ab. Star Wars, Indiana Jones, Superman und Jaws sind großartig – Dracula reiht sich in dieses Werk ein.

Für mich ist Dracula ein reifer Film für gereifte Zuschauer. Wer Trashkino braucht, der greift zu Wes Craven. Wer aber schaudern will, der greift zu John Badhams Dracula.

Dracula im Film 1: Bram Stoker´s Dracula 1992

10. März 2012

Durch das Lesen einer BA-Arbeit einer Bekannten zum Thema Vampire entdeckte ich meine alte Liebe zu Dracula-Filmen wieder. Sicherlich habe ich mindestens 50 verschiedene Verfilmungen des Stoffes von Bram Stoker auf DVD oder Blu ray. Künftig will ich in diesem Blog Zug um Zug über meine Dracula-Filmsammlung berichten. Ich loser Reihenfolge schaue ich mir immer wieder die Verfilmungen an und blogge darüber. Den Beginn macht die Francis Ford Coppola-Verfilmung Bram Stoker’s Dracula aus dem Jahr 1992.

Aus heutiger Sicht mutet der Film wie ein großer Videoclip an, damals hatte er mir im Kino gefallen, weil er sich zum einen relativ eng an die Vorlage von Bram Stoker hielt, zum anderem bildgewaltig dargestellt wurde. Nach wiederholten Ansehen bleibt die Faszination für das Set. Wer Kostüme liebt, wird diesen Film lieben und sieht über die Schwächen einiger Darsteller hinweg. Vor allem die Kostüme der japanischen Designerin Eiko Ishioka hatten und haben es mir bis heute angetan. Durch Coppola bekam ich Zugang zu dieser Designerin und verehre ihre Arbeit bis heute.

Der Film lebt von den Kostümen, die auch mit dem Oscar ausgezeichnet wurden. Viele bleiben mir in Erinnerung: Die rote Rüstung von Dracula, die Insektenähnlichen Klauen von Renfield, das echsenhafte Hochzeitskleid von Lucy oder das hochgeschlossene gedämpfte Kleid von Mina als die das erste Mal ihren Prinzen trifft. Farben spielen in diesem Film einer große Rolle. Das dunkle Rot der Rüstung, das lüsterne Orange von Lucys Nachgewand oder ihr erotisches, eng anliegendes Schlangenkleid beim Abendempfang, Dieses Set schafft Atmosphäre und beherrscht den Film. Ein letzter optischer Höhepunkt des Films war das Ende des Grafen. Imposant war das Reisedress von Dracula am Ende des Films – als hätte Gustav Klimt die Darsteller eingekleidet. Jugendstil pur. Mit dem Filmset verbunden war auch eine extrem eindringliche Kameraarbeit von Michael Ballhaus, garniert mit visuellen Effekten aus dem Höhepunkt der MTV-Zeit. Der Film beginnt mit einem optischen Leckerbissen: Der Graf tritt gegen die Türken an und schlachtet seine Feinde ab. Fast erinnerten die Szenen an alte Scherenschnitten oder die Rotovisionstechnik von Ralph Bashki aus „Herr der Ringe“. Dracula pfählt seine Gegner grausam, bis dieser zu einer List greifen. Aus dem Verteidiger der Kirche, wird in einer dramatischen Sequenz ein Geschöpf der Nacht. Er schwört Gott ab und versinkt in Blut.

Coppola versteht es, einen eindringlichen Dracula als Oper für das Kinos zu inszenieren, griff aber leider bei manchen Darsteller voll daneben. Zunächst die guten Darsteller: Dazu gehört ganz klar mein Liebling Tom Waits als Irrer Renfield. Wunderbar, wie er den zerrissenen Insassen des Irrenhauses spielt, Spinnen und Würmer vertilgt und sich in der fabelhaften Gefängniskleidung von Eiko Ishioka mit überlangen Armen in die Schauspielgeschichte spielt. Großartig. Auch die Leistung von Gary Oldman als Dracula sucht seinesgleichen. Er gibt eine sehr emotionale Interpretation des Grafen, sehr eindringlich. Oldman zeigt die Zerrissenheit der Figur sehr glaubwürdig.

Ganz und gar nicht auf dem Höhepunkt seiner Schaffenskraft, aber nicht negativ spielt Anthony Hopkins den Retter Abraham van Helsing. Zwar gibt er dem Professor eine eigene Interpretation, aber den Holländer nehme ich ihm nicht immer ab. Aber zumindest kopiert Hopkings nicht die großen van Helsing-Vorbilder, sondern sucht seinen eigenen Weg, schießt aber über das Ziel hinaus. Herzhaft lachen musste ich über die Ankunft van Helsing bei Lucy. Die Szene ist ähnlich des Auftretens von Max von Sydow beim Exorzist 1973. Der Retter kommt als Schatten – schönes Filmzitat. Und damit komme ich zur den beiden absoluten Fehlbesetzungen des Films: Wionna Ryder als Mina und Keanu Reeves als Jonathan Harker. Beide waren zur Zeit des Films absolute Superstars, bringen aber in Bram Stoker´s Dracula kein besondere Leistung. Wahrscheinlich wurden sie aufgrund ihrer damaligen Popularität von Coppola gewählt. Heute zeigt sich, dass die Figuren blas sind und hölzern durch die Szenen agieren. Wie gut hätte Dracula werden können, wenn die beiden Hauptdarsteller besser besetzt wären. Zumindest Ryder versucht gegen Ende etwas von Schauspiel, während der junge Reeves, der seine Frau an den alten Vampir verlor, mehr Kampf, mehr Spannung hätte zeigen können. Dracula ist schließlich auch ein Liebesfilm. Hier bitte mehr Konflikte, mehr Tiefe der Darsteller und Emotionen, wenn sich Mina von ihrem Mann abwendet und sich dem alten Grafen hinwendet.

Natürlich ist der Film aufgrund seiner Geschichte hoch erotisch und zeigt für einen US-Film viel Haut und sogar Brüste. Wer bei den entsprechenden Szenen genau hinsieht, sieht eine schöne Monica Bellucci in ihrem ersten US-Film als eine von Draculas Bräuten, nackt, sehr erotisch und wunderschön.

Alles in allem ist Bram Stoker’s Dracula einer der besseren Dracula-Verfilmungen. Francis Ford Coppola zeigte wieder, dass der einst junge Wilde es immer noch drauf hat. Mir macht der Film nach fast 20 Jahren immer noch Spaß. Sicherlich liegt es daran, weil sich Coppola immer wieder an Murnau orientiert hat. Coppola bezeichnete Nosferatu als beste Dracula-Verfilmung aller Zeiten.

Buchstäblich: Werbung vor der Kirche

26. September 2008

Als Freund von Marketingideen freue ich mich immer über neue Maßnahmen. Interessant war eine Diskussion, die vor kurzem in der Münchner Fußgängerzone stattfand. Hier steht die St. Michaelskirche in der Neuhauser Straße. Sie ist die größte Renaissancekirche in München und wurde zum Wegweiser des Barocks im süddeutschen Raum. Die St. Michaelskirche wird derzeit renoviert und wir wissen: die katholische Kirche ist Geld gegenüber nicht abgeneigt. Also hängte man vor die zu renovierende Fassade eine große Plane. Darauf war eine Werbung eines privaten TV-Senders zu sehen. Hier wird für die Disney Camp Rock geworben, das in Pro 7 läuft. Ein älteres Ehepaar schaute sich das Plakat an und fing an über Sinn und Unsinn zu diskutieren. Interessanterweise gab es keine Debatte, ob man Werbung vor eine Kirchefassade hängen darf oder nicht, sondern was so ein Plakat der Kirche wohl bringt. Nun die Höhe der Einnahmen kenne ich auch nicht. Die Marketingidee ist gelungen. Ich habe aber gemerkt, wie mich die Kommerzialisierung dennoch getroffen hat. Eine Kirche mit Pro 7-Werbung? Wie wäre es denn, wenn man die Gebetsbücher mit Küchenrezepten von Dr. Oekter ausstattet? Oder im Altarraum ein Leuchtlaufband aufstellt und für Coke Werbung macht? Wir können auf jeden Fall froh sein, dass in Pro 7 nicht „Das Omen“ oder „Exorzist“ läuft. Hier würde die Werbung zumindest zum Thema passen.