Posts Tagged ‘Stop Motion’

Der Oscar geht an Autodesk

22. Februar 2015
Oscar-Preisträger Robert Bridson

Oscar-Preisträger Robert Bridson

Egal, welcher Film den Oscar gewinnt, Autodesk wird einen abbekommen. Das ist der Vorteil, wenn man ein Quasi-Monopolist im 3D-Bereich ist. Alle nominierten Filme für den Oscar visuelle Effekte wurden mit Autodesk-Software gemacht und damit weiß ich jetzt schon, wer der Gewinner ist. Als ehemaliger Chefredakteur der wichtigsten deutschsprachigen 3D-Zeitschriften ist die ganze Oscar-Verleihung für mich damit ein wahres Fest.
Die Rolle von Technologie im Storytelling entwickelt sich ständig weiter und die diesjährigen Oscar-Nominierungen spiegeln die eindrucksvolle Kunstfertigkeit der globalen Computergrafik-Branche (CG) wider. Die Media und Entertainment Software von Autodesk spielte bei der Produktion von vielen hochgepriesenen Filmen auch dieses Jahr wieder eine tragende Rolle in Kategorien wie bestes Bild, visuelle Effekte, beste Kamera, bester Animationsfilm und bester animierter Kurzfilm. Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences würdigte zudem die Autodesk Technologie mit einem Sci Tech Award (Scientific and Technical Achievement Award).
„Es ist eine Ehre, dass wir mit unserer Software zu einer solch kreativen Community beitragen können. Der Preis für beste visuelle Effekte geht nun mehr seit 20 Jahren an Filme, bei denen Autodesk Software eingesetzt wurde“, erklärt Chris Bradshaw, Senior Vice President bei Autodesk. „Es freut uns außerdem, dass die Academy Robert Bridson aus unserem Forschungs- und Entwicklungsteam für seine Voxel-Datenstruktur-Technologie ausgezeichnet hat.“

X-Men: Zukunft ist Vergangenheit

X-Men: Zukunft ist Vergangenheit

Beste visuelle Effekte
In der Kategorie beste visuelle Effekte benutzten alle fünf Nominierten – „The Return of the First Avenger“, „Planet der Affen Revolution“, „Guardians of the Galaxy“, „Interstellar“ und „X-Men: Zukunft ist Vergangenheit“ – ausgefeilte Technik, um diese Filme für ein weltweites Publikum zu erschaffen. Die phänomenale Arbeit an diesen fünf Blockbustern wurde während des gesamten Produktionsprozesses, von Vorabvisualisierung über virtuelle Kameraführung, Postproduktion bis hin zu Farbkorrektur, von tausenden talentierten Künstlern in 25 Animationsstudios auf vier Kontinenten geleistet.
Die diesjährigen Nominierten für den besten Animationsfilm zeigen eine breite Palette an Animationsstilen von Hand gezeichnet, über Stop-Motion bis hin zu CG. Autodesk-Software wurde bei folgenden vier der fünf nominierten Filme in der Kategorie bester Animationsfilm verwendet: „Baymax – Riesiges Robowabohu“, „Die Boxtrolls“, „Drachenzähmen leicht gemacht 2“ und „Die Legende der Prinzessin Kaguya“. Zudem fand sie Einsatz bei zwei Anwärtern für den besten animierten Kurzfilm: „Liebe geht durch den Magen“ und „The Dam Keeper“. Auch bei sieben der acht Filme, die für den besten Film nominiert sind, wurde sie genutzt: „American Sniper“, „Birdman“, „Boyhood“, „Grand Budapest Hotel“, „The Imitation Game – Ein streng geheimes Leben“, „Selma“ und „Die Entdeckung der Unendlichkeit“.

Drachenzähmen leicht gemacht 2

Drachenzähmen leicht gemacht 2

Scientific and Technical Achievement Awards
Die Akademie veranstaltet jährlich eine besondere Preisverleihung, um Personen zu ehren, deren Leistungen einen spürbaren Mehrwert für die Produktion von Bewegtbildern haben. In einer Pressemitteilung sagte Richard Edlund, Oscar-prämierter Künstler für visuelle Effekte und Vorsitzender des wissenschaftlichen und technischen Komitees: „Unsere Preisträger sind Beispiele für die phänomenale Kreativität der Fachleute in der wissenschaftlichen und technischen Gemeinschaft und die wertvollen Beiträge die sie zu der wohl kreativsten Branche der Welt beitragen.“
Den Technical Achievement Award erhielt in diesem Jahr Robert Bridson, Senior Principal Research Scientist bei Autodesk, für seine bahnbrechenden Arbeiten an Voxel-Datenstrukturen und die anschließende Validierung in Strömungssimulationswerkzeugen. Diese hatten einen erheblichen Einfluss auf die Gestaltung von Messwerkzeugen in der gesamten Branche für visuelle Effekte. Weta Digital gilt in der Branche als frühzeitiger Anwender dieser Voxel-Technologie (auch bekannt als 3D-Pixel) für den Film „Avatar“. Wissenschaftler, Designer und Technologien von Autodesk wurden in ähnlicher Weise bereits siebenmal bei vergangenen Sci-Tech Preisverleihungen geehrt.
Folgende Studios setzten auf Autodesk und haben damit die Chance auf einen Oscar: Alchemy 24, Animal Logic, The Artery, BlueBolt, Cantina Creative, Cinesite, CoSA Visual Effects, Digital Domain, Double Negative, DreamWorks Animation, EFILM, Encore, Finland Finish, Framestore, Fuel VFX, Hydraulx, Industrial Light & Magic, LAIKA, Lola Visual Effects, LOOK! Effects, Luma Pictures, Luxx Studios, Method Studios, Modern VideoFilm, Mokko Studio, Moving Picture Company, Prime Focus, Proof, Rhythm & Hues, RISE VFX Studio, Rising Sun Pictures, Rodeo FX, Sony Pictures Imageworks, Studio Ghibli, Technicolor, The Third Floor, Tonko House, Union, Vision Globale, Walt Disney Animation Studios, Weta Digital und Whiskytree.

Buchtipps: Bücher von und zu Ray Harryhausen

18. Mai 2013
Für mich die beiden besten Bücher über Harryhausen.

Für mich die beiden besten Bücher über Harryhausen.

Nach dem Tod von Ray Harryhausen und meinem Nachruf habe ich mir viele seiner Filme wieder angeschaut: Was für ein Genie er doch war und welchen Einfluss auf die Animationsszene er doch hatte. Seine Stop Motion-Effekte waren grandios, leider waren es die Filme nicht immer.

Wer sich mehr mit der Arbeit von Ray Harryhausen befassen will, dem empfehle ich zwei wunderbare Bücher: Ray Harryhausen an animated life und the Art of Ray Harryhausen. Beide Bücher gehören in den Schrank von Filminteressierten, VFX-Machern oder 3D-Artists.

Ray Harryhausen an animated life – zeigt dokumentarisch die Filme des Meisters auf und versorgt uns mit Hintergrundinfos sowie seltenen Fotomaterial. Harryhausen schrieb das Buch selbst und hatte dabei Unterstützung von Filmhistoriker Tony Dalton. Herausgekommen ist eine Art Autobiografie, die sich aber meist auf die Kunst beschränkt und Privates größtenteils außen vor lässt. Freundlich ist auch das Vorwort von Ray Bradbury, in der SF-Szene wahrlich kein Unbekannter.

Natürlich beginnt es mit dem Klassiker schlechthin: Als der junge Harryhausen zum ersten Mal King Kong im Kino sah, war klar, was künftig sein Leben ausmachen würde. Für King Kong schuf Willis O’Brien die Effekte und Harryhausen ging beim Meister in die Lehre. Harryhausen war auf ein aufmerksamer Schüler und entwickelte die Technik von Willis O’Brien weiter. Vom finanziellen Deaster von Mighty Joe Young (Panik um King Kong) erholte sich Willis O’Brien nicht mehr, aber es kam die große Stunde von Ray Harryhausen. Er arbeitete wie ein Besessener und perfektionierte die Stop Motion-Technik bis zu seinen letzten Film Kampf der Titanen im Jahre 1981. Neue Techniken kamen auf, die später in CGI endeten. Gegen computergenerierte Bilder konnten die ruckelnden Monster, Drachen, Skelette von Harryhausen nicht viel ausrichten. Was bleibt, ist ein großartiges Gesamtkunstwerk, das beim Durchblättern von Ray Harryhausen an animated life auf jeder Seite deutlich wird.

Im Buch the Art of Ray Harryhausen geht es dann mehr um die Zeichnungen. Auch hier wurde Harryhausen beim Schreiben von Tony Dalton unterstützt. Das Vorwort steuerte Peter Jackson bei. Und das zeigt auch, welchen Status Harryhausen in der Filmwelt einnimmt. Ohne die Arbeit von Harryhausen hätte es Herr der Ringe oder die Arbeiten von George Lucas oder Steven Spielberg nie gegeben. Schön dass Zitat auf der Rückseite des Buches von Kermit dem Frosch: „One of the world´s great manipulators …“ Das Buch ist ein Blick auf die PreProduction der Filme. Zeichnungen und Ideen zu den Filmen sind hier zu finden aus einer Zeit, als Film und Animation noch ein klassisches Handwerk waren.

Beide Bücher sind die ideale Kombination, um sich dem Werk von Ray Harryhausen zu näheren. Ich kann beide Bücher empfehlen.

Technikspielzeug Teil 4: NXT 2.0 Mindstorms von Lego

29. Dezember 2009

Der alte Alpha Rex von Mindstorms

Zeit meines Lebens bin ich ein Lego-Fan und baue auch als Erwachsener mit den bunten Steinen aus Dänemark. Ich lese die Bücher, schaue die Stop Motion-Filme und natürlich bin ich auch ein Fan der Mindstorms-Reihe. Besser gesagt, ich war ein Fan der Lego Mindstorms-Reihe. Was Lego mit der neuen Version NXT 2.0 für Mac User abgeliefert hat, ist gelinde gesagt, eine Frechheit. Aber schön nach der Reihe.

Bei Erscheinen der Mindstorms NXT-Reihe kaufte ich mir gleich einen Bausatz 8527. Und schon begann die Enttäuschung. Wo waren die Bauanleitungen? Es war nur eine Schmalspuranleitung dabei. Der Rest befinde sich auf der CD oder im Web. Doch ich habe nichts auf den offiziellen Sites gefunden.

Als Mac-Anwender bin ich Benachteiligungen ja gewohnt, doch die 1.0-Software von NXT war mehr als fehlerhaft. Umständlich musste ich Treiber aus dem Web laden. Das Handbuch zum teueren Roboter ist eine Ausgeburt an Mittelmaß. Ok, dachte ich mir. Es war die 1.0-Version, da müsste es später besser werden. Es dauerte eine Ewigkeit bis ich die Software zum Laufen gebracht hatte.

Zu Weihnachten bekam ich dann den neuen NXT 2.0 Bausatz 8547 geschenkt. Und das Drama begann erneut. Lego hat die 2.0 Version der Software beigelegt. Sie ließ sich unter Mac OS 10.6 Snow Leopard nicht installieren. Das Programm-Icon erschien nicht einmal.

Auf einen alten Rechner unter Mac OS X 10.5 Lepard konnte ich zumindest die Software installieren und bekam beim Start die Fehlermeldung 1003. Ich sollte die Treiber aktualisieren bzw. die Software neu aufspielen. Gesagt, getan und wiederum Fehlanzeige. Irgendwo im Keller habe ich noch eine alte Möhre mit Mac OS 10.4 Tiger oder sogar Panther. Vielleicht läuft es dann.

Doch was ist das für ein Support bei Lego, dass ein modernes Betriebssystem wie Snow Leopard nicht unterstützt wird bzw. die neuesten Treiber in der NXT-Software nicht integriert wurden?

Das neue Anleitungsheft hat sich nicht gebessert. Zwar wurde der Farbsensor aufgenommen, doch wo die weiteren Baupläne zu finden sind, steht dort natürlich nicht. Die unübersichtliche Lego-Website bietet Bonus-Material von Lego-Jüngern, aber die Bauleitungen für den Alpha Rex II oder das Krokodil habe ich dort nicht gefunden.

Ich bin komplett enttäuscht von Lego. Das Christkind hat rund 250 Euro für den neuen Bausatz gezahlt und ich kann ihn nicht nutzen. Das ist Schrott und Technikspielzeug, das ich nicht brauchen kann.

Ausdrücklich empfehlen kann ich den „Die NXTe Ebene – LEGO MINDSTORMS NXT Blog“ und „nxt in der Schule“ mit PDFs.