Posts Tagged ‘Kampf der Titanen’

Buchtipps: Bücher von und zu Ray Harryhausen

18. Mai 2013
Für mich die beiden besten Bücher über Harryhausen.

Für mich die beiden besten Bücher über Harryhausen.

Nach dem Tod von Ray Harryhausen und meinem Nachruf habe ich mir viele seiner Filme wieder angeschaut: Was für ein Genie er doch war und welchen Einfluss auf die Animationsszene er doch hatte. Seine Stop Motion-Effekte waren grandios, leider waren es die Filme nicht immer.

Wer sich mehr mit der Arbeit von Ray Harryhausen befassen will, dem empfehle ich zwei wunderbare Bücher: Ray Harryhausen an animated life und the Art of Ray Harryhausen. Beide Bücher gehören in den Schrank von Filminteressierten, VFX-Machern oder 3D-Artists.

Ray Harryhausen an animated life – zeigt dokumentarisch die Filme des Meisters auf und versorgt uns mit Hintergrundinfos sowie seltenen Fotomaterial. Harryhausen schrieb das Buch selbst und hatte dabei Unterstützung von Filmhistoriker Tony Dalton. Herausgekommen ist eine Art Autobiografie, die sich aber meist auf die Kunst beschränkt und Privates größtenteils außen vor lässt. Freundlich ist auch das Vorwort von Ray Bradbury, in der SF-Szene wahrlich kein Unbekannter.

Natürlich beginnt es mit dem Klassiker schlechthin: Als der junge Harryhausen zum ersten Mal King Kong im Kino sah, war klar, was künftig sein Leben ausmachen würde. Für King Kong schuf Willis O’Brien die Effekte und Harryhausen ging beim Meister in die Lehre. Harryhausen war auf ein aufmerksamer Schüler und entwickelte die Technik von Willis O’Brien weiter. Vom finanziellen Deaster von Mighty Joe Young (Panik um King Kong) erholte sich Willis O’Brien nicht mehr, aber es kam die große Stunde von Ray Harryhausen. Er arbeitete wie ein Besessener und perfektionierte die Stop Motion-Technik bis zu seinen letzten Film Kampf der Titanen im Jahre 1981. Neue Techniken kamen auf, die später in CGI endeten. Gegen computergenerierte Bilder konnten die ruckelnden Monster, Drachen, Skelette von Harryhausen nicht viel ausrichten. Was bleibt, ist ein großartiges Gesamtkunstwerk, das beim Durchblättern von Ray Harryhausen an animated life auf jeder Seite deutlich wird.

Im Buch the Art of Ray Harryhausen geht es dann mehr um die Zeichnungen. Auch hier wurde Harryhausen beim Schreiben von Tony Dalton unterstützt. Das Vorwort steuerte Peter Jackson bei. Und das zeigt auch, welchen Status Harryhausen in der Filmwelt einnimmt. Ohne die Arbeit von Harryhausen hätte es Herr der Ringe oder die Arbeiten von George Lucas oder Steven Spielberg nie gegeben. Schön dass Zitat auf der Rückseite des Buches von Kermit dem Frosch: „One of the world´s great manipulators …“ Das Buch ist ein Blick auf die PreProduction der Filme. Zeichnungen und Ideen zu den Filmen sind hier zu finden aus einer Zeit, als Film und Animation noch ein klassisches Handwerk waren.

Beide Bücher sind die ideale Kombination, um sich dem Werk von Ray Harryhausen zu näheren. Ich kann beide Bücher empfehlen.

Meine Erinnerungen an Ray Harryhausen

8. Mai 2013

Die Nachricht schockierte mich. Im Alter von 92. Jahren verstarb der Vfx-Pionier Ray Harryhausen. Ich habe leider diesen großen Künstler nie persönlich getroffen. Seine Kunst begegnete mir dagegen auf Schritt und Tritt. Seit meiner frühesten Jugend habe ich die Stop Motion-Effekte von Ray Harryhausen genossen.
Meine allerste Erinnerung reicht an den Zyklopen bei Sindbads siebte Reise zurück. Das einäuige Monster aus der Mythologie schnappte sich Sindbads Weggefährten und grillte sie über offenem Feuer. Das war für mich als junger Mensch zuviel. Tagelang träumte ich von dieser Szene. Genauso erging es mir bei Jason und die Argonauten.
Viele Filme kamen und gingen. Ich liebte das fantastische Kino und immer wieder erinnerte ich mich an Sindbad und Tricks von Ray Harryhausen. Kämpfende Skelette, angriffslustige Drachen, die gnadenlose Medusa – all dies hat sich in mein visuelles Filmgedächtnis eingebrannt. 1980 stürmte ich in Kampf der Titanen – und lange vor CGI packte mich das Geschehen auf der Leinwand. Ray Harryhausen war ein Pionier und ein großer Künstler seiner Zeit. Zu Hause versuchte ich mich an Stop Motion-Filme mit meiner Super 8-Kamera. Heute drehe ich mit meinen Kindern und der Boinx-Software iStop Motion Filme mit Legofiguren. So gebe ich das Erbe von Ray Harryhausen an meine Kinder weiter, die sich die Geschichten des Künstlers anhören müssen.
Als Chefredakteur der beiden 3D-Zeitschriften Creative Live und DIGITAL PRODUCTION führte ich zahlreiche Interviews mit Größen der CGI-Szene. Alle Gesprächspartner verehrten Ray Harryhausen auf ihre Weise. Ohne Harryhausen wäre CGI nicht da, wo es heute steht. Ohne Harryhausen gäbe es kein fantastisches Kino in der heutigen Form.
Die schönste Homage an Ray Harryhausen ist für mich persönlich der Pixar-Streifen Monster AG. Dort sitzen die Figuren in der Harryhausen-Sushi-Bar. Der Dialog läuft wie folgt:
Celia: „So, uh, are we going anywhere special tonight?“
Mike: „l…I just got us into a little place called, um, Harryhausen’s.“
Celia: „Harryhausen’s? But it’s impossible to get a reservation there.“
Mike: „Not for Googley Bear.“
Im Kino hab ich sehr gelacht und später in einem Interview mit Pixar-Kreativchef John Lasseter ging das Lachen weiter. Es gab verschiedene Szenen in dem Cafe, Kneipe und Sushi-Bar mit Anspielungen auf Finding Nemo. Ich denke, Ray Harryhausen hatte diese Szene gefallen.

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Buch, mp3, Comic und Film rund um Edgar Allan Poe

20. Oktober 2012

Ich liebe den alten Poe. Zahlreiche Ausgaben habe ich gelesen, wobei die beste deutsche Übersetzung freilich von Arno Schmidt und Hans Wollschläger kommt. Im Keller sind bei mir etliche Gesamtausgaben von verschiedenen Übersetzern und Verlagen. Vor Jahren ist eine Werkschau der Werke in vier Bänden bei Insel erschienen, die ich sehr schätze und als die beste bewerte. Bei einem Glas Rotwein, versinke ich in die Welt von Edgar Allan Poe. Leider ist diese Ausgabe nicht als eBook erschienen, so dass ich mich mit deutlich schlechteren Übersetzungen unterwegs auf dem Kindle herumschlagen muss. Die Sprache von Poe ist gewaltig und das Duo Schmidt/Wollschläger haben dies für mich am besten eingefangen.

Poe im englischen Original zu lesen ist für mich eine Herausforderung. Ich bin zwar des Englischen mächtig, kann aber den Reiz des Originals nicht voll auskosten. Daher greife ich derzeit auf ein paar Hörbücher zurück. Im iTunes-Store bin ich fündig geworden und lausche Poe unterwegs auf meinem iPod. Im Moment höre ich The Works of Edgar Allan Poe – von der University of South Florida. Gerne hätte ich Poe von einem Briten gelesen, aber die Amerikaner von der Uni in Florida machen es auch nicht schlecht. Schließlich war Poe ja Amerikanern. Das Reinhören in das englische Original lohnt sich.

Wer etwas mehr Unterhaltung möchte, dem empfehle ich das wunderbare Comic Welt des Schreckens Edgar Allan Poe. Neben den Zeichnungen von Richard Corben und Rich Margopoulos sind die Geschichten in den Übersetzungen von Arno Schmidt und Hans Wollschläger beigefügt. Das macht das Buch einzigartig. Ich kann die hervorragend übersetzten Storys lesen oder in den Interpretationen der Comiczeichner schmökern – beides hat seinen Reiz. Über die Interpretationen lässt sich natürlich trefflich streiten. Interpretiert werden u.a. Der Rabe, Der Sieger Wurm, das verräterische Herz, Berenice und einige mehr. Das Zeichnerduo ist nicht auf Nummer sicher gegangen und hat nur bekannte Geschichten umsetzt, sondern wagte sich auch an nicht so populären Material heran. Gerade Berenice hab ich als Geschichte immer gerne gelesen und freue mich über die Version von Richard Corben und Rich Margopoulos.

Poe und Filme bedeuten mich in der Regel Roger Corman. Aber es gibt auch neue Versuche, sich dem Thema zu nähern. Im Dezember kommt der Versuch von James McTeigue, der uns schon den genialen „V for Vendetta“ eingebracht hat. Mit The Raven beschert der australische Regisseur James McTeigue einen dramatischen Thriller ab. Der Krimi, basierend auf dem wohl bekanntesten Gedicht Edgar Allan Poes „The Raven“, an dem er zehn Jahre arbeitete, begeistert nicht nur durch seine mitreißende Geschichte mit ungeahnten und angsteinflößenden Wendungen sondern auch durch seine Darsteller, darunter John Cusack („Zimmer 1408“, „2012“, demnächst in „The Paperboy“ neben Nicole Kidman), Luke Evans (“,„Kampf der Titanen“, demnächst in „The Hobbit“) und Alice Eve („Men in Black 3“, „Sex and the City 2“). Ich bin mal gespannt, was aus dem wichtigsten amerikanischen Gedicht gemacht wurde.

Die Story des Films The Raven: Baltimore, 1849. Eine Serie von bestialischen Morden bringt Edgar Allan Poe (John Cusack) in Bedrängnis: Der Schriftsteller gerät selbst unter Verdacht, weil die Morde genauso ausgeführt wurden, wie in seinen Horror-Erzählungen zuvor beschrieben. Poe bleibt nichts anderes übrig, als dem jungen Detective Emmett Fields (Luke Evans) bei dessen Ermittlungen zu helfen. Als auch noch seine große Liebe Emily (Alice Eve) in die Hände des Serienkillers gerät, wird die Suche nach dem Täter zu einem atemlosen Wettlauf mit der Zeit, für den Poe alles riskieren muss.

„Kampf der Titanen“ kommt wieder

19. November 2009

Einer der ganz Großen in der VFX-Szene ist Ray Harryhausen. Er gilt als Großmeister der StopMotion-Technik. Hier werden Motive animiert, indem sie für jedes einzelne Bild des Filmes immer nur geringfügig verändert werden. So entsteht beim Abspielen der Eindruck von mehr oder weniger flüssigen Bewegungen. Harryhausen erhob diese Technik zur Perfektion. Größen wie Pixar verneigen sich noch heute vor Harryhausens Schaffen, wie wenn in beispielsweise in „Monster AG“ ins Cafe Harryhausen geladen wird.

Der letzte Film des Meisters war 1981 „Kampf der Titanen“. Er erzählt die Geschichte der griechischen Mythologie. Bei Kosten von 15 Mio. US-Dollar spielte der Film allein in den USA 41.092.328 US-Dollar wieder ein und belegte Platz 13 der US-Kinocharts 1981.

Derzeit wird „Kampf der Titanen“ neu verfilmt. Bei YouTube fand ich den neuen Trailer. Der Film soll 2010 in die Kinos kommen und kostet rund 70 Millionen US-Dollar. Die Bilder zeigen: StopMotion ist vobei, der Film ist CGI pur.

Obwohl eine klassische griechische Tragödie vorliegt, werden es die Drehbuchautoren wieder mal schaffen, eine Geschichte zu verhunzen. Davor hab ich echt Angst, das die Geschichte um Medusa, Perseus, Poseidon, Zeus und Athene den Bach runter geht. Hoffentlich sagt es einer demn Kollegen Lawrence Kasdan in Hollywood: Es geht nicht nur um fliegende Pferde, 2köpfige Hunde, und ein gigantisches Seeungeheuer und die eindrucksvolle Medusa.

Es ist zu hören, dass eine ähnliche Greenscreen-Technik wie bei „300“ verwendet werden soll, aber mehr Fotorealismus beinhaltet, so Regisseur Louis Teterrier. Was das genau bedeutet, werden wir sehen. Ich fand die Stimmung bei „300“ hervorragend, während ich die Bauten von „Troja“ oder „Alexander“ eher als moderne Variante des Sandalenfilms ansehe.