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Meine Erinnerungen an Ray Harryhausen

8. Mai 2013

Die Nachricht schockierte mich. Im Alter von 92. Jahren verstarb der Vfx-Pionier Ray Harryhausen. Ich habe leider diesen großen Künstler nie persönlich getroffen. Seine Kunst begegnete mir dagegen auf Schritt und Tritt. Seit meiner frühesten Jugend habe ich die Stop Motion-Effekte von Ray Harryhausen genossen.
Meine allerste Erinnerung reicht an den Zyklopen bei Sindbads siebte Reise zurück. Das einäuige Monster aus der Mythologie schnappte sich Sindbads Weggefährten und grillte sie über offenem Feuer. Das war für mich als junger Mensch zuviel. Tagelang träumte ich von dieser Szene. Genauso erging es mir bei Jason und die Argonauten.
Viele Filme kamen und gingen. Ich liebte das fantastische Kino und immer wieder erinnerte ich mich an Sindbad und Tricks von Ray Harryhausen. Kämpfende Skelette, angriffslustige Drachen, die gnadenlose Medusa – all dies hat sich in mein visuelles Filmgedächtnis eingebrannt. 1980 stürmte ich in Kampf der Titanen – und lange vor CGI packte mich das Geschehen auf der Leinwand. Ray Harryhausen war ein Pionier und ein großer Künstler seiner Zeit. Zu Hause versuchte ich mich an Stop Motion-Filme mit meiner Super 8-Kamera. Heute drehe ich mit meinen Kindern und der Boinx-Software iStop Motion Filme mit Legofiguren. So gebe ich das Erbe von Ray Harryhausen an meine Kinder weiter, die sich die Geschichten des Künstlers anhören müssen.
Als Chefredakteur der beiden 3D-Zeitschriften Creative Live und DIGITAL PRODUCTION führte ich zahlreiche Interviews mit Größen der CGI-Szene. Alle Gesprächspartner verehrten Ray Harryhausen auf ihre Weise. Ohne Harryhausen wäre CGI nicht da, wo es heute steht. Ohne Harryhausen gäbe es kein fantastisches Kino in der heutigen Form.
Die schönste Homage an Ray Harryhausen ist für mich persönlich der Pixar-Streifen Monster AG. Dort sitzen die Figuren in der Harryhausen-Sushi-Bar. Der Dialog läuft wie folgt:
Celia: „So, uh, are we going anywhere special tonight?“
Mike: „l…I just got us into a little place called, um, Harryhausen’s.“
Celia: „Harryhausen’s? But it’s impossible to get a reservation there.“
Mike: „Not for Googley Bear.“
Im Kino hab ich sehr gelacht und später in einem Interview mit Pixar-Kreativchef John Lasseter ging das Lachen weiter. Es gab verschiedene Szenen in dem Cafe, Kneipe und Sushi-Bar mit Anspielungen auf Finding Nemo. Ich denke, Ray Harryhausen hatte diese Szene gefallen.

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„Kampf der Titanen“ kommt wieder

19. November 2009

Einer der ganz Großen in der VFX-Szene ist Ray Harryhausen. Er gilt als Großmeister der StopMotion-Technik. Hier werden Motive animiert, indem sie für jedes einzelne Bild des Filmes immer nur geringfügig verändert werden. So entsteht beim Abspielen der Eindruck von mehr oder weniger flüssigen Bewegungen. Harryhausen erhob diese Technik zur Perfektion. Größen wie Pixar verneigen sich noch heute vor Harryhausens Schaffen, wie wenn in beispielsweise in „Monster AG“ ins Cafe Harryhausen geladen wird.

Der letzte Film des Meisters war 1981 „Kampf der Titanen“. Er erzählt die Geschichte der griechischen Mythologie. Bei Kosten von 15 Mio. US-Dollar spielte der Film allein in den USA 41.092.328 US-Dollar wieder ein und belegte Platz 13 der US-Kinocharts 1981.

Derzeit wird „Kampf der Titanen“ neu verfilmt. Bei YouTube fand ich den neuen Trailer. Der Film soll 2010 in die Kinos kommen und kostet rund 70 Millionen US-Dollar. Die Bilder zeigen: StopMotion ist vobei, der Film ist CGI pur.

Obwohl eine klassische griechische Tragödie vorliegt, werden es die Drehbuchautoren wieder mal schaffen, eine Geschichte zu verhunzen. Davor hab ich echt Angst, das die Geschichte um Medusa, Perseus, Poseidon, Zeus und Athene den Bach runter geht. Hoffentlich sagt es einer demn Kollegen Lawrence Kasdan in Hollywood: Es geht nicht nur um fliegende Pferde, 2köpfige Hunde, und ein gigantisches Seeungeheuer und die eindrucksvolle Medusa.

Es ist zu hören, dass eine ähnliche Greenscreen-Technik wie bei „300“ verwendet werden soll, aber mehr Fotorealismus beinhaltet, so Regisseur Louis Teterrier. Was das genau bedeutet, werden wir sehen. Ich fand die Stimmung bei „300“ hervorragend, während ich die Bauten von „Troja“ oder „Alexander“ eher als moderne Variante des Sandalenfilms ansehe.