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Bewegtbild bewegt – Neue Zahlen zur Bewegtbildnutzung, die mich stutzig machen

7. September 2017
Bewegtbild verändert sich

Bewegtbild verändert sich

Als das Kanzlerduell in der ARD lief, wurde mir bewusst, dass es Monate her ist, dass ich zum letzten Mal die Glotze eingeschaltet habe, um lineares Fernsehen zu schauen. Der große TV im Wohnzimmer wird in der Regel nur für Videospiele, Blu rays oder Streaming-Angebote genutzt. Sonst bleibt die Glotze aus und ich schau über das Internet.

Die offiziellen Zahlen sprechen dagegen eine andere Sprache, wie der TNS CONVERGENCE MONITOR 201 zeigt. Das ist eine Gemeinschaftsstudie von ARD-Werbung SALES & SERVICES, Discovery, Mediengruppe RTL und ZDF. Seit Jahren steigt zwar die Anzahl derjenigen, die online Videoinhalte ansehen. Zuletzt von 59 Prozent in 2016 auf 67 Prozent in 2017. Gleichzeitig behauptet das klassische, lineare Fernsehen seinen festen, bedeutenden Platz im Alltag: Die Befragten geben pro Tag fast drei Stunden TV-Nutzung an, etwa genauso viel wie in den Vorjahren. Das überrascht mich dann doch sehr und ich stelle fest, wie weit ich mich vom Durchschnittsbürger scheinbar entfernt habe. Bei mir ist das komplett anders und bei meinen Kindern erst recht. K1/2 schauen keinerlei lineares Fernsehen mehr.

Veränderte Sehgewohnheiten
Die TNS CONVERGENCE MONITOR sagt: Kurze Videoclips und kleine Erklärvideos auf Videoportalen wie z.B. YouTube werden von fast jedem Zweiten mindestens einmal pro Monat gesehen. Für mich liegt die Betonung auf mindestens. In unserer Familie ist YouTube fester Bestandteil des Medienkonsums. Let’s Plays und andere Inhalte gehören für meine Kinder einfach dazu. Gut ein Drittel schaut sich Bewegtbildinhalte in sozialen Netzwerken an – das ist bei mir auch täglich. Je jünger die Zielgruppe, desto ausgeprägter ist die Nutzung: Etwa drei Viertel der 14- bis 29-Jährigen schauen sich mindestens einmal pro Monat Videoclips auf Videoportalen oder sozialen Netzwerken an. Komplette Fernsehsendungen oder ganze Serienfolgen nutzt rund jeder Vierte in den Mediatheken der TV-Sender.
Während kostenlose Angebote im Netz dominieren, verzeichnen kostenpflichtige Videos zum Beispiel über Video-on-Demand in diesem Jahr erstmals ein starkes Wachstum: 13 Prozent geben an mindestens einmal pro Monat, Filme, Serien, Dokumentationen oder Sportübertragungen gegen Gebühr anzusehen. Das ist nahezu eine Verdoppelung der Nutzung im Vergleich zum Vorjahr. Bei uns zu Hause ist es Amazon Prime Video und Apple TV. Wenn die Gerüchte wahr sind und Apple aktuelle Kinofilme auf das Apple TV bringt, dann sehe ich das positiv.

Filme unterwegs
Die Nutzung von Bewegtbild war lange Zeit an das heimische Sofa gebunden. Die zunehmende Verbreitung von Smartphones macht TV- und Videoinhalte mobil: 53 Prozent der 14- bis 69-Jährigen schauen Videos auf dem Smartphone, 41 Prozent tun dies auch außer Haus.
Ungeachtet der steigenden Nutzung von Online-Video-Content ist die klassische, lineare Fernsehnutzung im Zeitverlauf sehr stabil. Wie in den Vorjahren schätzen die Befragten fast drei Stunden am Tag fernzusehen. Die 14- bis 29-Jährigen sehen traditionell weniger fern (gut zwei Stunden am Tag), die Nutzungsdauer ist aber auch innerhalb dieser Altersgruppe konstant. Ich wurde beispielsweise so erzogen: Ich durfte als Kind zwischen 19 und 20:15 Uhr niemanden anrufen, weil da liefen ja die Nachrichten im Fernsehen. Das war unhöflich. Ja, diese Zeiten sind vorbei.

Musik streaming
Neben Bewegtbild spielen auch Audio-Inhalte und Informationen in schriftlicher Form eine große Rolle bei der Internetnutzung. Gut die Hälfte der Befragten nutzt Audioinhalte wie z.B. Musik oder Podcasts mindestens einmal im Monat online, z.B. über YouTube, Musik-Streaming-Anbieter, Webradio oder Podcast-Anbieter. Für Informationen zum aktuellen Geschehen auf Newsportalen oder den Webseiten von Zeitungen oder Fernsehsendern greifen 46 Prozent der 14- bis 69-Jährigen regelmäßig zurück. Bei K2 läuft Apple Music. K2 hat Spotify und Apple Music miteinander verglichen und sich für den Dienst aus Cuppertino entschieden. Jetzt wird es schwierig K2 eine CD zu schenken. Zum einen besitzt das Kind keinen CD-Player mehr, zum anderen liefert der Streaming-Dienst die gewünschte Mucke.

Wenn das Geoblocking im TV-Bereich fällt

9. Januar 2016
Geoblocking im TV-Bereich soll 2017 fallen. © Female photographer / Fotolia.com

Geoblocking im TV-Bereich soll 2017 fallen. © Female photographer / Fotolia.com

Und so etwas nennt sich nun weltweite Vernetzung? Wenn ich auf meinen Auslandsreisen auf die Mediatheken meiner heimatlichen deutschen Sender zugreifen will, dann geht das Geoblocking dazwischen. Ich kann in Großbritannien die ARD-Mediathek nicht online abrufen. Begründung: Der deutsche Gebührenzahler blecht mit seiner Zwangsabgabe für die ARD und nur in Deutschland kann er diese online abrufen.
Was macht nun der Weltenreisene? Er installiert sich eine VNP-Verbindung, die der ARD-Mediathek vorspielt, man sei in Deutschland und der Weltenreisende kann von überall auf der Welt die ARD schauen. Ähnlich geht es dem Bundesbürger, der die absult sehenswerten BBC-Sendungen aus GB anschauen will. Anderes Beispiel ist das GEMA-Gemurkse mit YouTube.
Das soll sich nächstes Jahr alles ändern. Geht es nach der EU-Kommission, gibt es für Online-Abodienste wie Netflix oder Sky bereits ab 2017 keine geografischen Zugangsbeschränkungen mehr. Internetnutzer sollen endlich europaweit auf ihre abonnierten Bewegtbild-Inhalte zugreifen können. Das ist interessant für die Consumer. Aber wie müssen sich Broadcaster auf die neue Situation einstellen? Welche Auswirkungen das europäische Aus des Geoblocking auf den Broadcasting-Sektor hätte, hat Adobe in fünf zentralen Punkten zusammengefasst:
Adobe sieht erst einmal neue Märkte. Große Content-Anbieter können direkt in neuen Märkten durchstarten: Mit der nutzerbasierten Aussteuerung ihrer Inhalte eröffnen sich großen Content-Anbietern völlig neue Geschäftsmodelle. Statt ihren Content wie bisher über lizensierte lokale Services oder Broadcaster des jeweiligen Landes zu vermarkten, können sie sich künftig direkt an den Endverbraucher wenden und eine echte, nachhaltige Kundenbeziehung aufbauen.
Vielleicht brauchen wir auch andere Bild- und Filmsprachen? Mehr Erfolg durch international adaptierbaren Content: In Zukunft wird der Erfolg des Bewegtbild-Contents entscheidend davon abhängen, wie gut er für den länderübergreifenden Einsatz adaptierbar ist. Bereits durch das Angebot von Untertiteln oder mehreren Sprachspuren kann die Publikumsreichweite erheblich gesteigert werden.
Content Delivery Networks (CDNs) profitieren von europäischer Reichweite: Das Ausspielen von Video Content ist inzwischen relativ einfach. Vielen kleineren CDNs fehlt es jedoch noch immer an internationaler Reichweite, die sie durch die grenzüberschreitende Nutzung ihrer Inhalte schon bald kompensieren könnten.
TV-Werbung wird zunehmend programmatisch: Programmatic Advertising gewinnt in der TV-Werbung rasant an Bedeutung, um die Segmentierung der auf europäischer Ebene explosionsartig gewachsenen Zielgruppen erfolgreich zu bewältigen sowie das vergrößerte Inventar der Broadcaster und Over-the-Top-Content (OTT) Anbieter in den einzelnen Ländern erfolgreich zu vermarkten.
Kleinere Anbieter müssen ihren Workflow anpassen: Die meisten großen Player verfügen bereits über die nötigen Voraussetzungen, um die Möglichkeiten eines digitalen Binnenmarktes für sich zu nutzen. Kleinere Anbieter müssen sich dieser Herausforderung erst noch stellen. Unterstützung liefern dabei die technischen Lösungen – z. B. Adobe Primetime, die TV Everywhere-Plattform für Broadcaster zur nahtlosen Bereitstellung und Monetarisierung von Bewegtbild-Inhalten.

Trend Day Corporate Video: Social Web und Bewegtbild

1. Dezember 2013

TDCV

Wer im Bereich Bewegte Bilder unterwegs ist, der kommt sicherlich am 5. Dezember nach München zum Trend Day Corporate Video. Im Arri-Kino trifft sich die Branche zu einem Stelldichein. Dabei werden einige heiße Themen diskutiert. Prof. Dr. Nikolai A. Behr, Vorsitzender der Corporate TV und Video Association e.V. (CTVA), hat diesen Tag organisiert und ich kenne Nikolai A. Behr seit Jahren und kann seine Veranstaltungen ausdrücklich empfehlen.

Prof. Dr. Nikolai A. Behr, Vorsitzender der Corporate TV und Video Association e.V. (CTVA

Prof. Dr. Nikolai A. Behr, Vorsitzender der Corporate TV und Video Association e.V. (CTVA

Die Keynote geht um die TV Kommunikation beim größten Unternehmen der Welt. Sven Herold, von Shell International, London, spricht über Global Challenges and Local Insights. Auch spannend: Es wird von den Professoren Prof. Dr. Sven Pagel, FH Mainz und Prof. Dr. Horst Peters, FH Düsseldorf die neue CTVA-Grundlagenstudie „Der Corporate Web Video Index Deutschland“ vorgestellt. Das dürfte spannend werden, welchen Stand Corporate Video in Deutschland überhaupt hat.

Social Media darf nicht fehlen, deshalb wird auch kräftig diskutiert zum Thema Social Web und Bewegtbild – das neue Traumpaar der Unternehmenskommunikation? Mit dabei sind Frank-Erik Horlbeck, Audi AG, Ingolstadt; Uwe Müller, Sky Deutschland, Unterföhring; Martin Spingys, Bayer AG, Leverkusen; Axel Zawierucha, Internetwarriors, Berlin und Tobias Dennehy, Siemens AG, München. Die Moderation übernimmt ein alter Bekannter Richard Gutjahr.

Die Datenbasierte Produktvisualisierungen für eine neue, integrierte Markenkommunikation hat Ralf Schimmele, Mackevision, Stuttgart zum Thema. Mackevision ist einer der großen deutschen Automobilvisualisierer und einer ganz großen Player auf dem Markt.

Für Unternehmen sicherlich interessant ist die zehn Use Cases vom Videoeinsatz in Unternehmen bei Thema Videostrategie = Youtube?. Referent ist Dr. Rainer Zugehör, MovingIMAGE24 aus Berlin.

Dies sind nur ein paar Höhepunkte des Trend Day Corporate Video vom 5. Dezember. Das ausführliche Programm und die Anmeldung gibt es hier.

300 Prozent Steigerung bei mobiler Videonutzung

2. Mai 2013
Ich hab mir die Papst-Wahl im Internet angeschaut.

Ich hab mir die Papst-Wahl im Internet angeschaut.

Die Kommunikation wird mobil und auf meinen Seminaren erarbeiten wir die Chancen von mobilen Endgeräten für Verbraucher und Firmen. Dabei spielt Bewegtbild eine immer größere Rolle. Nicht zuletzt die Tatsache, dass Smartphones und Tablets eine Videokamera in Board haben, ist erleichtert geworden, selbst bewegte Bilder zu erzeugen und ins Internet hochzulaufen.

Jetzt liefert mir Adobe Zahlenmaterial für den rasanten Anstieg der Nutzung von Video-Content über mobile Geräte. Interessant: Auch TV-Nutzung über mobile Geräte setzt sich zunehmend durch. Was Adobe aber nicht wusste, sind aktuelle Entwicklungen in Deutschland. Die Volumentarife bei Handys und Tablets zwangen die User auf WLAN auszuweichen. Jetzt stehen aktuelle Drosselungbemühungen der Telekom dem Trend zu mobiler Videonutzung entgegen.

Adobe hat die Ergebnisse des neuesten Digital Index Report vorgestellt. Darin untersucht das Unternehmen das Nutzungsverhalten von Online-Konsumenten in Bezug auf Videos und Werbung. Gemäß dem Report werden über mobile Geräte 300 Prozent mehr Videos betrachtet. Die Nutzung digitaler TV Everywhere-Angebote hat sich im vergangenen Jahr verzwölffacht. Auf Facebook werden Video-Inhalte doppelt so oft mit „Gefällt mir“ markiert,. geteilt oder kommentiert als sonstiger Content – das kann ich aus eigenen Erfahrungen nur bestätigen. In Bezug auf Video-Werbung machen pre-roll Ads bei längeren Videos 82 Prozent aller Ad-Betrachtungen aus und werden damit deutlich häufiger aufgerufen als mid-role Ads oder post-roll Ads.

 

Im Internet konnte ich live das Ausrufen des neuen Papstes erleben. Mobiles Video macht es möglich.

Im Internet konnte ich live das Ausrufen des neuen Papstes erleben. Mobiles Video macht es möglich.

Die Kernaussagen des Adobe-Berichts lauten:

Nutzung von TV Everywhere 

2012 stellte in den USA ein Rekordjahr für die Nutzung von TV Everywhere-Angeboten dar. Die Zahl der Anmeldungen stieg um das zwölffache im Vergleich zum Vorjahr und wurde durch Events wie die olympischen Sommerspiele, die Fußball-Europameisterschaft 2012 und die NBA Playoffs weiter gefördert. In Deutschland Streaming ARD und ZDF ihre Programme live ins Internet.

Videokonsum nach Geräten

Der Anteil gestarteter Videos über mobile Geräte hat sich im vergangenen Jahr um mehr als das dreifache von 3 Prozent auf 10,4 Prozent erhöht. 89,6 Prozent der Videos werden noch immer über  Desktop-Rechner abgerufen. Innerhalb der mobilen Geräte steigen die Video-Abrufe über Tablets am stärksten. Konsumenten rufen Videos am Wochenende bevorzugt über Tablets ab. An Sonntagen finden 17 Prozent der Video-Starts über Tablets statt. Bei Betrachtung aller mobilen Geräte ist die Video-Nutzung an Montagen, Donnerstagen und Sonntagen mit je 16 Prozent am höchsten.

Social Media und Video 

Facebook-User kommentieren, liken und teilen Video-Inhalte zweimal häufiger als anderen Content. Das Ergebnis verdeutlicht, dass Video-Inhalte Marken helfen können, die Interaktion mit ihren Fans zu fördern. Auf Twitter wird dreimal häufiger auf Video-Inhalte von Medienseiten verwiesen, als auf anderen Content.

 

Videoinhalte werden durch Social Media geteilt.

Videoinhalte werden durch Social Media geteilt.

Meistgenutzte Video-Inhalte 

Inhalte von TV-bezogenen Medienseiten werden über alle Geräte hinweg deutlich häufiger bis zum Ende geschaut, als solche von nicht TV-bezogene Seiten. Der Traffic über Tablets steigt hier ebenfalls am stärksten. Mobile Video-Klicks steigen zudem speziell bei besonderen Sportevents um das Doppelte, beispielsweise bei den Olympischen Spielen 2012 oder dem US-College NCAA Tournament 2012.

 

Spielfilm auf DSLR gedreht

26. März 2010
Mit Neid schaue ich auf die Fotokollegen, die mit ihren Optiken nun Filme drehen. Ich bin zwar auch Bildjournalist, setze aber derzeit massiv auf Bewegtbild. Allerdings vermisse ich meine lichtstarken Objektive, die ich mir für die Videokamera schlichtweg nicht leisten kann.
Ganz genau betrachte ich die neuen Ergebnisse am DSLR-Markt. Ein interessantes Ergebnis bringt Sachtler. Den 90-minütigen Featurefilm „Love Loss“ drehte der britische Kameramann Mark Moreve komplett mit der kompakten DSLR-Kamera Canon EOS 5D Mk II und dem Fluidkopf Video 18 SB von Sachtler.
„Gerade bei Verwendung einer kleinen Kamera ist zuverlässiges und robustes Equipment notwendig“, berichtet Mark Moreve. „Mir war sofort klar, dass ich für diesen Dreh gutes Kamera Support-Equipment brauche. Da die Kamera sehr leicht ist und ich häufig mit längeren Linsen arbeite, wie z.B. einer 400 mm-Linse, brauchte ich ein stabiles Sachtler Stativ, damit der Dreh nicht verwackelt. Selbst wenn man eine leichtere Linse verwendet und auch die Kamera nicht schwer ist, muss sicher gestellt werden, dass man die Kamera problemlos schwenken und neigen kann, um so weiche Schwenks zu machen“, berichtet Mark Moreve, der seit 14 Jahren als freier Kameramann arbeitet und sich durch seine vielen Arbeiten einen Namen gemacht hat.
Bei dem britischen Featurefilm „Love Loss“, der zwei Wochen lang im englischen Hertfordshire gefilmt wurde, hat nicht nur Mark zum ersten Mal mit einer Canon EOS 5D Mk II gedreht, sondern das erste Mal überhaupt wurde ein Spielfilm mit der kompakten DSLR-Kamera gedreht. „Mir war zuverlässiges Equipment besonders wichtig, da die Aufnahmen mit der neuen HD DSLR Kamera genügend unvorhersehbare Risiken bergen.“ Der Film „Love Loss“ ist momentan in der Postproduktion und wird in diesem Jahr beim Filmfestival in Cannes präsentiert. Ich werde diesen Markt genau betrachten und mir den Film ansehen. Habt ihr Erfahrungen mit der Canon EOS 5D Mk II und Sachtler-Stativen?