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Mein (fast) perfektes iPad Stativ König & Meyer K&M 19793

28. August 2021

Ich hatte schon einiges iPad-Stative ausprobiert und wurde immer wieder vom preiswerten Chinaanbietern gelockt – so richtig glücklich bin ich mit den iPad-Stativen nicht geworden. Aber ich bin bei meiner Suche dann doch noch fündig geworden und kann das Stativ von König & Meyer K&M 19793 absolut empfehlen.

Das K&M 19793 Im Konferenz Einsatz.

Zur Einordnung: Ich besitze ein iPad 12 Zoll (2021) und das ist mein primäres Produktionswerkzeug. Ich schreibe Texte, schneide Videos, bearbeite Bilder. Ich habe die schwere Hülle Logitech Combo Touch als Schutz für mein Apple-Gerät. Immer mehr drehe ich YouTube-Videos mit dem iPad Pro, schließe über USB-C mein Shure Mirko MV 88+ an. Jetzt brauchte ich nur noch ein Stativ in dem mein Tablet sicher und ruhig steht.
Bei meiner Recherche entdeckte ich zahlreiche Angebote aus China. China bedeutet nicht mehr das Billigzeug meiner Jugend, sondern die Chinesen liefern gute und ausgereifte Produkte. Aber als iPad-Ständer hatte ich kein Vertrauen, denn meist haben die Stative einfach gewackelt und drohten sogar umzufallen. Für eine semiprofessionelle Produktion mit meinem teuren iPad in einer schweren Hülle waren sie einfach nicht zu gebrauchen. Ich hatte kein Vertrauen in diese Stative, die nach der Bestellung wieder zurück an den Lieferanten gingen.

Dann kam ich auf das König & Meyer K&M 19793 aus deutscher Produktion. Das Stativ ist hergestellt aus robusten Kunststoff mit massivem Ständer aus Stahl. Die ganze Sache ist Höhenverstellbar von 700 bis 1.550 mm und um 90 Grad frei drehbar. Und auch bei einem Winkel von 90 Grad steht das ganze Ding bombensicher. Mit 1,8 Kilogramm ist es kein Leichtgewicht, aber genau das wollte ich ja: Stabilität und sicherer Stand.

Aber kein Wunder: König & Meyer sind im professionellem Bühnenumfeld unterwegs und da gehen keine unsicheren Geschichten. Das hat natürlich seinen Preis. Während die Stative aus China bei 20 bis 30 Euro liegen, kostet das König & Meyer K&M 19793 rund 60 Euro, die für mich aber gut angelegt sind.
Mir war wichtig, dass das iPad mit Logitech Combo Touch-Hülle eingespannt werden kann. Ich hab keine Lust, das Tablet bei jedem Dreh aus der Hülle zu fummeln, wie ich es bei den preiswerteren Stativen machen musste. Die Arretierung zum Befestigen des Tablets ist sehr komfortabel und lässt sich auf das jeweilige Tablet optimal einstellen. Und das Tablet wird sicher in den drei Halteklemmen gehalten.
Einziges Manko ist das Zusammenlegen. Auch wenn das Stativ eingefahren ist, ist es noch etwas sperrig und damit kein mobiles Stativ, das man mal so in den Rucksack packt. Und weiteres Manko: Es liegt bei einem Preis von 60 Euro keine Transporttasche dabei. Das wäre bei dem Preis schön gewesen.

Die Videokamera in der Hosentasche – Gedanken zum Videofilmen mit dem Smartphone

22. Juli 2018

Das Smartphone hat eine Revolution eingeleitet. Es ist nicht nur ein Telefon in der Hosentasche, sondern viel mehr: Fotokamera, Navigation, Einkaufskorb und mehr – wie auch eine Videokamera und ein Schnittstudio in der Hosentasche. Wir haben uns die Sache näher angesehen. Viele meiner Videos drehte ich mit dem iPhone X und habe ein paar Tipps zusammengestellt. 

Das Smartphone als Alternative der herkömmlichen Kameras.

Das Smartphone als Alternative der herkömmlichen Kameras.

Gleich vorweg: Wer Videos mit seinem Smartphone aufnehmen will, sollte sie im Querformat drehen. Die Ausspielmöglichkeiten wie TV-Gerät, die VR-Brille oder Computerbildschirm sind quer. Auch die menschlichen Augen sind nebeneinander und nicht übereinander. Und dann ist die Haltung des Smartphones wichtig: Mit beiden Händen das Smartphone an den Körper ziehen und nicht einhändig bei gestrecktem Arm drehen. Das Video droht sonst zu verwackeln und wird für den Zuseher eine Tortur. 

Der richtige Ausschnitt

Beim Filmen geht es um den richtigen Bildausschnitt. Die Filmer sprechen grundsätzlich von der Totalen, Halbtotalen, Medium Shot, Halbnah, Nah, Großaufnahme und Detail. Jede Einstellung hat ihre Berechtigung und eine eigene Erzählform. Daher sollte sich der Videofilmer vorher Gedanken machen, wie die einzelnen Shots später im Schnittprogramm zusammengefügt werden. Wichtig: Es soll immer eine Geschichte erzählt werden, bei der der Rhythmus stimmt. Sind die Shots zu lang, langweilt sich der Zuseher, sind sie zu kurz, wird das Endprodukt zu hektisch. Beim Aufnehmen immer daran denken, ein, zwei Sekunden vor der eigentlichen Szene den Aufnahmeknopf zu drücken und nach der Szene noch ein, zwei Sekunden hinzuzugeben. Das erleichtert die anschließende Arbeit im Schnitt enorm, denn wegschneiden kann man immer etwas. 

Ähnliches gilt bei der Aufnahmequalität: Die Aufnahmequalität grundsätzlich hoch einstellen. Moderne Smartphones nehmen bis zu 4K auf, das ist die vierfache HD-Auflösung. Natürlich werden dann die einzelnen Takes und der spätere Film recht groß. Und auch hier gilt: Runterrechnen der Qualität geht immer, Hochrechnen nicht. 

Große Filmregisseure lassen die Finger weg vom Zoom. Es gibt die Regel: Ein Hinein- oder Hinauszoomen muss begründet und kein Selbstzweck sein. Weniger ist oftmals mehr im Film. Ein Fehler, der auf den Zuschauer verstörend wirkt, ist der Achsensprung. Ein Achsensprung ist ein Filmschnitt, mit dem die Beziehungsachse der Figuren oder Gruppen übersprungen wird. Die Kamera springt auf die falsche Seite und die Szene wirkt auf den Zuseher verwirrend.  

Ich schneide in der Regel am iPad, weil ich einfach mehr sehe.

Ich schneide in der Regel am iPad, weil ich einfach mehr sehe.

Die richtige Videosoftware

Natürlich lassen sich mit den eingebauten Standard-Apps auf dem Smartphone hervorragende Ergebnisse drehen. Die Video-Apps der Hersteller werden immer leistungsfähiger. Aber es gibt auch Zusatz-Apps, die mehr herausholen. Unschlagbar ist das kostenpflichtige FILMIC Pro, das geniale Einstellungsmöglichkeiten für den Filmer bietet. Auch Zusatzsoftware wie ein Teleprompter ist überlegenswert. Wenn jemand einen längeren Text direkt in die Kamera hineinsprechen soll, gibt es dafür eine Teleprompter-App. Hier läuft der Text ab und der Sprecher kann den Text ablesen, ohne dass es dem Zuseher auffällt. Zudem sollte sich der ambitionierte Filmer Tools wie Hyperlapse oder Zeitraffer-Apps ansehen, die nette Effekte erzeugen. 

Eine Sammlung von Videokameras, äh Smartphones.

Eine Sammlung von Videokameras, äh Smartphones.

Sicherer Stand 

Der Reiz von Videos mit dem Smartphone ist natürlich, dass der Filmer komplett mobil ist. Er dreht seine Einstellungen aus der Hand. Allerdings bietet sich je nach Situation der Einsatz eines Stativs an. Achten Sie darauf, dass Sie sich im Vorfeld einen Adapter besorgen, mit dem Sie das Smartphone auf das Stativgewinde schrauben können. Hier kann der Filmer auch einen Selfiestick verwenden, bei dem das Smartphone eingeklemmt wird. Ausgelöst werden die Aufnahmen dann per Bluetooth. Ein kleines Tischstativ sollte der Smartphonefilmer  immer in der Tasche haben. Das klassische Dreibein steht stabil, das biegsame Mini-Stativ mit flexiblen Beinen kann dagegen Unebenheiten ausgleichen. 

Wenn der Filmer eine Kamerafahrt drehen will, bietet sich der Einsatz eines Gimbals an. Damit lassen sich Shots aus der Hüfte mit butterweichen Schwenks und ohne Verwacklungen drehen. Die Ergebnisse dieser Bildstabilisierung sind eindrucksvoll. Die Anordnung und ein ausgewogener Schwerpunkt ermöglichen dem Objekt in der Mitte eine dreidimensionale Bewegung. 

Wer richtig Action haben will, dem sei eine Kopfhalterung oder Headset empfohlen. Hier schnallt der Filmer sich seine Kamera auf den Kopf und hat die Hände frei. Die Perspektive des Films ist interessant. Achten Sie darauf, dass Ihre Haare nicht im Bild sind. 

An die tote Katze denken

Ein Schwachpunkt beim Filmen mit dem Smartphone ist immer der Ton. Daher sollte der Kauf eines externen Mikrofons überlegt werden, das direkt an das Smartphone angeschlossen wird. Achten Sie auf Ihre Anschlussmöglichkeiten am Smartphone, ob Lightning, Kopfhörerbuchse oder Mini-USB. Sehr bewährt haben sich neben Aufsteckmikrofonen auch die Ansteckmikrofone, die an der Kleidung nahe am Mund befestigt werden. Wer draußen bei Wind dreht, der braucht unbedingt eine tote Katze. Darunter versteht der Filmer einen Windschutz. Hierbei handelt es sich um einen Aufsatz aus künstlichem Fell.

Licht aus – Spot an

Obwohl Smartphones lichtempfindlich sind, ist der Kauf einer Videoleuchte überlegenswert. Heute haben sich LED-Leuchten durchgesetzt. Sie werden nicht heiß und ihre Intensität lässt sich regulieren. Die kleinen Scheinwerfer laufen mit Akku und sorgen für das notwendige Licht beim Dreh, wenn es dunkel wird. Achten Sie darauf, dass die LED-Scheinwerfer ein Stativgewinde haben, um sie bei Bedarf auf ein Stativ schrauben zu können. 

Let‘s fix it in the post 

Der meist gehörte Satz beim Filmen lautet „Let‘s fix it in the post“ – etwa: „Die Fehler bügle ich in der Postproduktion, beim Schnitt aus.“ Der Einsatz des richtigen Schnittprogramms erleichtert wesentlich die Arbeit. Für Android gibt es  kostenlos das bewährte FilmoraGo für Android mit großem Funktionsumfang. Filme mit dem iPhone greifen auf das integrierte iMovie zurück.

Wer es mächtiger will, kann sich den AndroVid – Video Editor ansehen. Beim iPhone haben sich die beiden kostenpflichtigen Programme Videoleap und vor allem LumaFusion einen hervorragenden Namen gemacht. Zudem ist es empfehlenswert sich kleine Tools wie Horizont anzuschaffen, die die Filme ausgleichen. 

Wohin damit?

Ein Film auf dem Smartphone ist fein, doch noch feiner ist es, wenn er sein Publikum findet. Die beiden größten Plattformen für Videos sind YouTube und Vimeo, aber natürlich erzielt man bei Facebook auch enorme Reichweiten. All diese Plattformen sind kostenlos. Unbedingt aufpassen: Keinen Spaß versteht die GEMA, die die Rechte der Musiker wahrt. Verstöße hier können richtig teuer werden, auch für Privatanwender. Übrigens: Hier geht es zu meinem YouTube-Kanal von redaktion42.

Einfaches Schwebestativ für den mobilen Journalisten

7. Januar 2016

Das Mantona Schwebestativ ist kein Wunderwerk, aber für den Preis durchaus empfehlenswert.

Das Mantona Schwebestativ ist kein Wunderwerk, aber für den Preis durchaus empfehlenswert.

Im Moment bereite ich ein Seminar über mobilen Journalismus, mobile Pressearbeit vor. Also einfach Dinge, die ich bisher als Medienfuzzi am Rechner gemacht habe und nun am Smartphone und am Tablet erledigen kann. Dazu gehört natürlich aus das große Thema Video. Für das iPhone 4 hatte ich ein angenehmes Steadycam und jetzt wollte ich eine preiswerte Lösung für die aktuellen Kameras wie iPhone oder GoPro Hero. Meine Wahl fiel auf das Mantona Schwebestativ.
Es ist natürlich kein ausgereiftes Steadycam-System, aber für einen kleinen Preis kann man ein paar interessante Einstellungen machen. Die Bauweise der Steadycam-Halterung ist sehr stabil. Das Schwebestativ stabilisiert meine Aufnahmen und sorgt für ein verwicklungsfreieres Bild. Wie gesagt, Wunder darf man sich von dieser Lösung nicht erwarten, aber für den mobilen Journalisten in mir, ist das System durchaus geeignet. Die Kamera wird über ein Standard 1/4-Zoll Gewinde am Stativ angeschraubt – für die GoPro gibt es einen extra Adapter vom Hersteller oder vom chinesischen Billiganbieter. Für den Ausgleich sorgen drei Gegengewichte 2x 30 Gramm und 1x 100 Gramm. Mit einer eingebauten Wasserwaage lässt sich die ganze Sache ins Lot bringen und mit den Gewichten einstellen.


Das Resulat ist ok, aber mehr auch nicht. Ich habe zudem von dji die Osmo im Einsatz. Sie schlägt das mantona-System um Welten, leider auch im Preis. Ich werde über die dji Osmo gesondert berichten, weil sie eher für den professionellen Einsatz gedacht ist, als das Mantona Schwebestativ.
Die Verarbeitung beim Mantona Schwebestativ ist durchweg gut und das System ist praktikabel. Im Grunde ist das System reine Übungssache, denn der Kameraarm muss ruhig bewegt werden. Grobmotoriker oder Hektiker haben da keine Chance. Wenn der Arm ruhig bleibt, dann sind die Bewegungen fließend. Aufpassen bei starken Wind oder Seegang, dann wackelt es ziemlich. Jeder Kameramann sollte seinen eigen Rhythmus finden. Ich strecke die Arme weiter weg vom Körper, dann werden meine Schwenks gleichmäßiger. Achtung, es sind aufgrund der Bauweise nur horzontale Schwenks möglich – auf und ab geht natürlich nicht.
Das Mantona Schwebestativ ist kein Wunderwerk, aber für den Preis durchaus empfehlenswert. Wer mehr braucht und sich auch mehr leisten kann, sollte die dji Osmo wählen.

Mein neues Reisestativ Rollei Compact Traveler No. 1

30. März 2015

Mein neues Fotostativ für unterwegs:  Rollei Compact Traveler No. 1.

Mein neues Fotostativ für unterwegs: Rollei Compact Traveler No. 1.

Bisher habe ich es auf privaten Foto-Reisen vermieden, ein Fotostativ dabei zu haben. Bei meinen geschäftlichen Aufnahmen in Sachen Video und Foto setze ich auf die großen Stative von Manfrotto, die mir aber zu schwer bei einer privaten Wanderung oder Ausflug sind. 2015 will ich aber mehr privat fotografieren. Daher habe ich mich jetzt für den Kauf eines weiteren Stativs für unterwegs entschieden: Das Reisestativ Rollei Compact Traveler No. I.

Ich habe als Farbe rot/pink gewählt, schließlich ist die Welt ja bunt und ich muss nicht auf ein Businessumfeld Rücksicht nehmen. Es gibt die Stative von Rollei noch in Orange, Blau und Silber. Das Rollei Compact Traveler No. 1 hat ein Gesamtgewicht von 1200 Gramm, ist also okay für Wanderungen. Verpackt ist es ganze 32 Zentimeter groß in einem Beutel. Es kommt ausgefahren auf eine maximale Höhe von 1,40 Meter und ist auch für Makroaufnahmen von 30 Zentimeter verwendbar. Die Stativbeine sind mit ruschtfesten Schaumstoff ausgestattet, was vor allem bei kälteren Temperaturen angenehm ist.

Der Haken ist eine gute Lösung bei meinem  Rollei Compact Traveler No. 1.

Der Haken ist eine gute Lösung bei meinem Rollei Compact Traveler No. 1.

Das Rollei Compact Traveler No. 1 verfügt über eine 5-fach Stativbeinverstellung wie beim Trekking-Stock und steht stabil auf dem Boden, es hat allerdings keine Spikes. Wer seine Profiausrüstung wie bei mir eine Nikon D3X samt 200 Tele an das System schraubt und es extravagant aufstellt, der muss aufpassen, dass die ganze Sache nicht umkippt. Daher ist ein versteckter Haken sehr gelungen, der unten an der Mittelsäule angebracht ist. An diesem Hacken kann man ein Gewicht wie einen Sandsack anhängen, um die Stabilität nochmals zu erhöhen. Als Sandsack nehme ich in der Regel eine banale Stofftasche vom Einkaufen, die ich mit Kies, Sand und Steinen fülle.

Kugelkopf samt Wasserwaage

Kugelkopf samt Wasserwaage

Die Kamera ist auf einer Schnellkupplungsplatte geschraubt, wie ich es von Manfrotto auch kenne. Innerhalb von Sekunden kann ich die Kamera abnehmen. Die Kamera sitzt auf einem stabilen Kugelkopf aus Aluminium. Der Stativkopf verfügt über drei Wasserwaagen, um die Kamera exakt auszurichten. Dabei darf die Kamera nicht mehr als 5 Kilogramm wiegen. Das reicht grundsätzlich für meine Nikons. Dann lässt sich auch der Panorama-Kopf noch bequem drehen. Ich werde das Rollei Compact Traveler No. I mal dieses Jahr im Außenbereich testen. Ich bin gespannt, wie sich das Reisestativ über das Fotojahr bewährt.

Stativ im Bärentest

30. Juli 2010

Wer den Eisbär vor der Kamera hat, sollte gutes Material haben.

Wer den Eisbär vor der Kamera hat, sollte gutes Material haben.

Bei den sommerlichen Temperaturen über Eisbären zu schreiben ist wohl etwas daneben, aber dennoch mache ich es. Als digitaler Journalist bin ich natürlich oft mit der Videokamera unterwegs und ich nutze als Ausrüstung (Stativ und Kopf) die Sachen von Manfrotto. Für den Semi-Pro-Bereich reicht die Ausrüstung aus, doch wenn die Produktion größer wird, dann ist wohl die Ausrüstumng von Sachler angebracht. Vor kurzem bin ich auf eine schöne Userstory gestoßen. Der Kameramann, Tierfilmer und Abenteurer Andreas Kieling drehte wochenlang auf Spitzbergen Eisbären in ihrer natürlichen Umgebung. Dabei gelangen ihm einmalige und außergewöhnliche Aufnahmen. Der Dreh der Dokumentation nördlich des Polarkreises stellte hohe Ansprüche an Mensch und Technik.

Andreas Kieling aus Deutschland ist Förster, Fotograf und Kameramann. Vor allem aber ist er eines: Abenteurer. Fasziniert von Tieren, reist er an die entlegensten Orte der Welt, um bedrohte Arten aufzuspüren. Seine Auftraggeber, wie der National Geographic Channel, BBC, ARD oder ZDF, danken es ihm, denn Andreas Kieling ist mit seiner Kamera immer ganz nah dran. Er ist schon zusammen mit einem Grizzlybären getaucht und hat als Erster Eisbären bei der Paarung gefilmt. „Die Eisbären haben mir ganz wesentlich dabei geholfen, mich als Tierfilmer zu etablieren. Ich bekam Szenen vor die Kamera, wie sie bis dato noch nie gedreht geworden waren, zum Beispiel Interaktionen zwischen Schlittenhunden und Eisbären. Eisbären, die im Eiswasser schwimmen, die Eisdecke durchbrechen und auftauchen. Die Redakteure waren schwer beeindruckt, als sie das Material sahen, so Andreas Kieling.

Der Dokumentarfilmer liefert lebendige Bilder, die eine besondere Geschichte erzählen. Ein Gefühl für draußen und der unbedingte Wille, sich den Tieren anzunähern – was mitunter Monate in Anspruch nimmt – sind entscheidende Eigenschaften von Andreas Kieling. Immer auf der Suche nach neuen Perspektiven für die Zuschauer fängt er außergewöhnliche Szenen ein, die überraschen und mitreißen. Beim Dreh an abgelegenen Orten muss er sich auf seine Ausrüstung zu 100 Prozent verlassen können: „In der Wildnis kann ich mir keinen Ausfall leisten. Es gibt mir Sicherheit, wenn ich weiß, auf das Equipment ist Verlass. Ob die Tiere mitspielen, ist ein anderes Thema, meint der Naturfilmer. Sein Handwerkszeug darf auch nicht zu viel wiegen: „Ich muss Gewicht sparen, also ein kompaktes Stativ und eine kleine Kamera einpacken – sonst komme ich gar nicht auf den Berg, wo der Gorilla zu Hause ist. Das Speedlock Stativ von Sachtler ist super: schnell drehfertig und sehr präzise. Alles in allem trage ich ungefähr 35 Kilo.“

Andreas Kieling ist ein harter Brocken und Kameramann.

Andreas Kieling ist ein harter Brocken und Kameramann.

Andreas Kieling ist bei den meisten seiner Expeditionen mit einem nur dreiköpfigen Team unterwegs – einem zweiten Kameramann, der ihn selbst beim Filmen der Tiere aufnimmt und einem Crewmitglied für den Ton. „Ich möchte das Interesse für die Natur wecken, den Zuschauer an die Hand nehmen und dafür interessieren, dass sie schützenswert ist“, erklärt der Kameramann seine Motivation. Für seine Dokumentationen arbeitet er unter Extrembedingungen, Sandstürme, Raureif, starke Hitze oder klirrende Kälte sind keine Seltenheit. „Sachtler Köpfe sind sehr robust, auch in extremen Temperaturbereichen. Bei Minus 52 Grad Celsius ist der Mensch am Limit.“ Respekt an Andreas Kieling, aber bei Minus 52 Grad Celsius kann mir der Eisbär gestohlen bleiben.

Spielfilm auf DSLR gedreht

26. März 2010
Mit Neid schaue ich auf die Fotokollegen, die mit ihren Optiken nun Filme drehen. Ich bin zwar auch Bildjournalist, setze aber derzeit massiv auf Bewegtbild. Allerdings vermisse ich meine lichtstarken Objektive, die ich mir für die Videokamera schlichtweg nicht leisten kann.
Ganz genau betrachte ich die neuen Ergebnisse am DSLR-Markt. Ein interessantes Ergebnis bringt Sachtler. Den 90-minütigen Featurefilm „Love Loss“ drehte der britische Kameramann Mark Moreve komplett mit der kompakten DSLR-Kamera Canon EOS 5D Mk II und dem Fluidkopf Video 18 SB von Sachtler.
„Gerade bei Verwendung einer kleinen Kamera ist zuverlässiges und robustes Equipment notwendig“, berichtet Mark Moreve. „Mir war sofort klar, dass ich für diesen Dreh gutes Kamera Support-Equipment brauche. Da die Kamera sehr leicht ist und ich häufig mit längeren Linsen arbeite, wie z.B. einer 400 mm-Linse, brauchte ich ein stabiles Sachtler Stativ, damit der Dreh nicht verwackelt. Selbst wenn man eine leichtere Linse verwendet und auch die Kamera nicht schwer ist, muss sicher gestellt werden, dass man die Kamera problemlos schwenken und neigen kann, um so weiche Schwenks zu machen“, berichtet Mark Moreve, der seit 14 Jahren als freier Kameramann arbeitet und sich durch seine vielen Arbeiten einen Namen gemacht hat.
Bei dem britischen Featurefilm „Love Loss“, der zwei Wochen lang im englischen Hertfordshire gefilmt wurde, hat nicht nur Mark zum ersten Mal mit einer Canon EOS 5D Mk II gedreht, sondern das erste Mal überhaupt wurde ein Spielfilm mit der kompakten DSLR-Kamera gedreht. „Mir war zuverlässiges Equipment besonders wichtig, da die Aufnahmen mit der neuen HD DSLR Kamera genügend unvorhersehbare Risiken bergen.“ Der Film „Love Loss“ ist momentan in der Postproduktion und wird in diesem Jahr beim Filmfestival in Cannes präsentiert. Ich werde diesen Markt genau betrachten und mir den Film ansehen. Habt ihr Erfahrungen mit der Canon EOS 5D Mk II und Sachtler-Stativen?