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Live. Lokal. Echt. Der BistroTalk in Youtube mit Pierre Kretschmer, Admin VR-Familie, Gernlinden, im sixtyfour am Mittwoch, 15. Juli, 18 Uhr Online und in Maisach

15. Juli 2026

Virtual Reality und Augmented Reality verändern, wie wir digitale Inhalte erleben. VR versetzt Menschen vollständig in künstliche Welten – etwa für Spiele, Training, Bildung oder virtuelle Rundgänge. AR ergänzt dagegen die reale Umgebung um digitale Informationen, zum Beispiel über Smartphone, Tablet oder Datenbrille. Pierre Kretschmer aus Gernlinden ist Admin der Facebook-Gruppe VR-Familie mit über 12000 Mitglieder. Um 18 Uhr hier: https://www.youtube.com/@redaktion42/streams

Die Bedeutung dieser Technologien liegt darin, dass sie Inhalte greifbarer, anschaulicher und interaktiver machen. Komplexe Themen können sichtbar werden, Orte lassen sich virtuell besuchen, Produkte vor dem Kauf erleben und Arbeitsabläufe realistischer trainieren. VR und AR verbinden die digitale mit der realen Welt – und eröffnen damit neue Möglichkeiten für Lernen, Unterhaltung, Kommunikation und Wirtschaft.

Im gemütlichen Ambiente des Maisacher Bistros sixtyfour geht das lebendige Talk-Format: der BistroTalk in eine weitere Runde. Gastgeber Matthias J. Lange hat mit Pierre Kretschmer aus Gernlinden den Admin der größten VR/AR-Facebookgruppe in Deutschland zu Gast – direkt vor Ort und live im Netz. Wir diskutieren offen, nahbar und ganz ohne Script.
Termin ist am Mittwoch, 15. Juli um 18 Uhr, der Talk dauert etwa eine Stunde und wird ab 18 Uhr live auf YouTube gestreamt.
Die Adresse ist: https://www.youtube.com/@redaktion42/streams

Weiterbildung als Erfolgsrezept: Warum das Zentrum für Gesundheit Dombo auf neue Impulse setzt

14. Juli 2026

Stillstand ist für Norman Dombo keine Option. In der neuen Folge des Podcasts „Dombo bewegt“ spricht der Inhaber des Zentrums für Gesundheit Dombo in Maisach mit Matthias J. Lange über Weiterbildung, Messebesuche, medizinische Entwicklungen und die Frage, was Patientinnen und Patienten konkret davon haben, wenn ein Unternehmen fachlich am Ball bleibt.

Für Dombo gehört Fortbildung fest zum Selbstverständnis seines Betriebs. „Wir machen eigentlich eine ständige Fortbildung“, sagt er. Dabei gehe es um verschiedene Ebenen: medizinische Weiterbildung, fachlichen Austausch, neue Geräte, wissenschaftliche Entwicklungen und die Frage, welche Angebote Patientinnen und Patienten tatsächlich weiterbringen. Besonders in der Physiotherapie seien Fortbildungen notwendig, auch weil Krankenkassen entsprechende Nachweise verlangten. Doch Dombo macht deutlich: Weiterbildung ist für ihn nicht nur Pflicht, sondern Haltung.

Ein aktueller Anlass war der Besuch der Fachmesse „Therapie“ in München. Erstmals fand diese nicht auf dem Messegelände in Riem, sondern im MOC statt. Für das Zentrum für Gesundheit Dombo war der Messebesuch ein besonderer Tag: Die gesamte Mannschaft wurde eingeladen, Praxis und Trainingsbereich blieben geschlossen. „Es gab hier keinen Betrieb, aber wir konnten uns alle informieren“, berichtet Dombo. Das Team verteilte sich auf der Messe, sammelte Eindrücke und brachte neue Impulse zurück nach Maisach.

Solche Impulse haben im Zentrum für Gesundheit Dombo schon mehrfach konkrete Folgen gehabt. Dombo nennt unter anderem den strahlenfreien Rückenscan, den Skillcourt und Cupping. Viele dieser Angebote seien aus Fortbildungen, Kongressen oder Messebesuchen entstanden. „Das sind für uns dann Alleinstellungsmerkmale, mit denen wir hier natürlich unser Angebot erweitern“, erklärt er. Es gehe darum, das Leistungsspektrum sinnvoll auszubauen und den Patientinnen und Patienten moderne, wirksame Methoden anbieten zu können.

Besonders interessiert zeigte sich Dombo auf der Messe an der stochastischen Resonanztherapie. Mit dieser Methode hatte er sich bereits vor mehr als 20 Jahren beschäftigt. Inzwischen habe sie sich deutlich weiterentwickelt. „Das war für mich unter anderem das Interessanteste, was an der Messe geboten wurde“, sagt Dombo. Entscheidend sei für ihn aber nicht der Neuigkeitswert allein, sondern die Wirkung. „Messbar erfolgreich, das ist immer das, was wir hier auch immer machen wollen.“

Genau dieser Anspruch zieht sich durch das gesamte Gespräch. Dombo betont, dass im Zentrum für Gesundheit Dombo evidenzbasiert und evaluiert gearbeitet werde. Es gehe nicht darum, jedem Trend hinterherzulaufen, sondern um Angebote, deren Nutzen nachvollziehbar ist. „Wir wollen immer messen, dass das, was wir tun, hinterher auch zu Erfolg führt“, sagt er. Patientinnen und Patienten sollen sehen können, welche Entwicklung sie durchlaufen und welchen Weg sie in der Therapie oder im Training zurückgelegt haben.

Auch wirtschaftlich sieht Dombo Weiterbildung und Investitionen als wichtige unternehmerische Aufgabe. Gerade in schwierigen Zeiten dürfe ein Unternehmen nicht nur auf die Bremse treten. „In den schlechten Zeiten zu investieren, ist immer richtig“, sagt er. Wer dann nur spare, könne später schnell ins Hintertreffen geraten. Natürlich müsse Kapital vorhanden sein und verantwortungsvoll gewirtschaftet werden. Aber für Dombo ist klar: Wer vorne bleiben will, muss sich bewegen.

Neben fachlichen Informationen spielt für ihn auch das Netzwerken eine große Rolle. Messebesuche seien immer auch Begegnung, Austausch und Orientierung. „Für mich persönlich ist es extrem wichtig, zu wissen, was geht, was tun die anderen, wo gehen die Reisen hin“, sagt Dombo. Er sei in einem großen Netzwerk von Physiotherapeuten aktiv und stehe im Austausch mit Fachleuten, Ärzten und Wissenschaftlern. Besonders erwähnt er Prof. Dr. Klaus Baum von der Sporthochschule Köln sowie medizinische Kongresse und Symposien in München.

Auch der Kontakt zu Institutionen ist für das Unternehmen wichtig. Auf der Messe führte Dombo Gespräche mit der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege. Dabei geht es um Themen, die im Alltag eines Gesundheitsbetriebs eine große Rolle spielen: Zuständigkeiten bei Arbeitsunfällen, BG-Ärzte, Rezepte und Zulassungen. Das Zentrum für Gesundheit Dombo verfügt nach seinen Angaben über die Zulassung, auch Patientinnen und Patienten mit BG-Rezept behandeln zu dürfen.

Am Ende des Gesprächs wird deutlich, dass Weiterbildung für Norman Dombo mehr ist als ein Termin im Kalender. Sie ist Teil der Identität seines Unternehmens. Das Zentrum für Gesundheit Dombo will fachlich auf dem aktuellen Stand bleiben, neue Entwicklungen prüfen und sinnvolle Methoden in die Praxis bringen. „Waren wir und wollen wir sein und werden wir bleiben, garantiert“, sagt Dombo mit Blick auf den Anspruch, up to date zu sein.

Sein Fazit ist eindeutig: Wer sich nicht weiterbildet, bleibt stehen. Und Stillstand passt nicht zu einem Unternehmen, das Gesundheit, Bewegung und Entwicklung schon im Namen trägt.

Gleicher Planet, andere Welt: Andy Kopp (Aktion PiT) berichtet von einem Jahr in Togo

13. Juli 2026

„Gleicher Planet, aber eine andere Welt“: Unter diese Überschrift stellte Andy Kopp, stellvertretender Vorsitzender der Aktion PiT Togohilfe, seinen Bericht bei der Mitgliederversammlung des Vereins 2026 in Maisach. Dieses Mal in einem anderen Format. Im Gespräch mit Matthias J. Lange nahm Kopp die Zuhörerinnen und Zuhörer mit auf eine persönliche Reise durch Togo – ein Land, in dem die Aktion Pit seit Jahrzehnten aktiv ist, Schulen baut, Brunnen finanziert, Patenkinder begleitet und soziale Projekte unterstützt.

Kopp war mit Unterbrechungen rund ein Jahr in Togo. Am 2. September 2024 reiste er nach Lomé, sein letzter Tag dort war der 14. Dezember 2025. Die Hauptstadt beschreibt er als „riesiges Dorf“ mit inzwischen rund 2,4 Millionen Einwohnern. Hochhäuser gebe es kaum, stattdessen breite sich die Stadt flach immer weiter aus. Hühner, Ziegen und andere Tiere gehörten ebenso zum Straßenbild wie das dichte Gewirr aus Häusern, Märkten und Verkehr. Lomé sei eine der wenigen Hauptstädte, die direkt an einer Landesgrenze liege – auf der anderen Seite beginne Ghana, allerdings mit einer harten Grenze, für die Europäer ein Visum benötigen. Hier unsere Aufzeichnung:

In Lomé hat die Aktion PiT Togohilfe ihren Sitz. Das Haus des Vereins dient als Büro, Lager und organisatorisches Zentrum. Dort werden unter anderem Pakete für Patenkinder zusammengestellt, deren Inhalte direkt in Togo eingekauft werden. Das Gebäude steht auf dem Gelände des OCDI, der togolesischen Caritas. Sollte die Aktion PiT es irgendwann nicht mehr benötigen, falle es an die Caritas zurück – eine Lösung, die Kopp ausdrücklich begrüßt.

Seine erste Unterkunft hatte Kopp bei einem Projektpartner, dem Arzt Dr. Kodom. Doch das große Anwesen mit Pool und Angestellten wurde ihm schnell zu einsam. Schließlich mietete er sich ein kleines Apartment bei einer togolesischen Familie. Dort fand er Anschluss, hatte eine Dachterrasse mit Wind und Ausblick, WLAN zum Arbeiten, kaltes Wasser am Morgen und warmes Wasser am Abend, wenn die Sonne den Tank aufgeheizt hatte. Zu seinen täglichen Begleitern gehörten ein Boxerhund und ein Pfau. Unvergesslich blieb ihm auch der Eisverkäufer, der jedes Wochenende mit Megafon durch die Straßen zog und „Crème-Choco“ für 50 Francs, umgerechnet etwa acht Cent, anbot. Probiert hat Kopp das Eis allerdings nicht – westlichen Besuchern würde er es auch nicht empfehlen.

Von Lomé aus führte seine Arbeit immer wieder in verschiedene Regionen des Landes. Im Süden besuchte er Togoville am Togo-See, einen historisch wichtigen Ort. Dort wurde in der Kolonialzeit der Schutzvertrag mit dem deutschen Reich geschlossen, aus dem später Togoland wurde. Heute gilt Togoville auch als Zentrum des Voodoo in Togo. Kopp betonte, dass Voodoo dort nichts mit den aus westlichen Horrorfilmen bekannten Klischees zu tun habe. Es sei eine offen praktizierte Religion, in der Ahnen und verschiedene Gottheiten eine wichtige Rolle spielten.

Ein wichtiger Projektpartner der Aktion Pit ist der König von Zoti. Mit ihm wurde unter anderem ein Krankenhaus für die Region aufgebaut und eingeweiht. Kopp schilderte die Einweihung als großes Ereignis mit Musik, Trommeln, traditionellen Gewändern und einer Voodoo-Zeremonie, bei der sogar ein echtes Krokodil anwesend war. Das neue Krankenhaus ersetzt ein altes, baufälliges Gebäude, in das es bereits hineinregnete. Für Kopp ist bei solchen Projekten entscheidend, dass die Zusammenarbeit nicht von oben herab geschieht. „Auf Augenhöhe“ bedeute für ihn nicht, sich künstlich herabzusetzen, sondern gegenseitigen Respekt zu zeigen, zuzuhören und zugleich klar zu sagen, was möglich ist und was nicht.

Auch Schuluniformen wurden in Zoti übergeben. In Togo besteht Schuluniformpflicht, doch viele Kinder tragen alte, weitergereichte Kleidung. Neue Uniformen seien deshalb für die Kinder ein großes Geschenk. Die Aktion PiT baut außerdem Schulen, wobei die Initiative meist aus den Dörfern selbst kommt. Die Projektpartner kümmern sich um Genehmigungen, Baufortschritt und lokale Organisation. Die Aktion PiT prüft, finanziert, begleitet und dokumentiert – auch, um den Spenderinnen und Spendern in Deutschland zeigen zu können, was mit ihrem Geld geschieht.

Ein weiterer wichtiger Ort ist Kpalimé, touristisch einer der besser erschlossenen Orte Togos. Dort ist das Klima angenehmer als in Lomé, weil die Stadt etwas höher liegt. Ein Projekt der Aktion Pit ist dort Aklala Batik, ein Frauenhaus und Ausbildungszentrum, gegründet von Madame Chantal. Dort werden Frauen in Batik und Schneiderei ausgebildet. Früher erhielten die Absolventinnen nach ihrer dreijährigen Ausbildung eine Nähmaschine, oft aus den Containern, die aus Deutschland nach Togo geschickt wurden. Heute ist das schwieriger geworden, weil die Containertransporte nicht mehr wie früher möglich sind. Zum Üben verwenden die Frauen teilweise alte Zementsäcke, weil Stoffe fehlen. Kopp schilderte dies als eindrucksvolles Beispiel dafür, mit wie wenig Material dort gearbeitet wird.

Die Reise führte ihn auch ins Hochland, in Klöster, Plantagenlandschaften und an Aussichtspunkte. Im Benediktinerkloster von Dzogbégan traf er Patenkinder und sah Kaffee, Kakao und Kochbananen wachsen. Am Aussichtspunkt „Golden Eye“ erzählte er von einem französischen Aussteiger, der dort ein kleines Hotel aufbaute, weil ihn der Blick über Togo nicht mehr losließ.

Ein Schwerpunkt seiner Reise waren Schulprojekte in ländlichen Regionen. In Gando-Kouka etwa besuchte Kopp mit Mitarbeitern der Aktion Pit mehrere Schulen, die kaum mehr als provisorische Unterstände waren. Kinder lernten unter Bäumen oder in einfachen Verschlägen, ohne ausreichende Bänke, Tische oder Tafeln. Sobald es regnet, sei dort kaum Unterricht möglich. Dennoch seien diese Schulen oft bereits staatlich anerkannt und mit Lehrern besetzt. Für Kopp zeigen solche Orte besonders deutlich, weshalb die Arbeit des Vereins notwendig ist: Die Menschen vor Ort wollen Bildung ermöglichen, können aber die Gebäude nicht selbst finanzieren.

In Kara, der zweitgrößten Stadt Togos, lernte Kopp die Evala kennen, traditionelle Ringkämpfe, die als Initiationsritus junger Männer gelten. Auch hier spielte Musik eine zentrale Rolle. Überhaupt, so Kopp, sei in Togo kaum eine Veranstaltung ohne Trommeln, Gesang oder Tanz denkbar. In der Region unterstützt die Aktion Pit zudem ein Blindenzentrum. Dort wurden ein Computer, ein spezieller Drucker für Brailleschrift und eine kleine Brücke finanziert. Diese Brücke sei für sehbehinderte Menschen besonders wichtig, weil ein Weg zwischen Wohnbereich und Schule bei Regen regelmäßig unpassierbar wurde.

Touristisch eindrucksvoll, aber zugleich sozial herausfordernd, sind die Lehmbauten der Tamberma im Norden, die sogenannten Tatas. Sie gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe und werden bis heute bewohnt. Kopp schilderte die Bauweise, die Wohnbereiche, die Küche und die Ahnenfetische vor den Häusern. Die Ahnen seien in Togo nicht Vergangenheit, sondern Teil des Alltags. Auch in dieser Region entstanden Brunnenprojekte der Aktion PiT. Kopp zeigte ältere und neuere Brunnen, darunter den Gerhard-Landgraf-Brunnen aus dem Jahr 2002, der noch immer funktioniert. Viele Brunnen werden von Hand ausgeschachtet, ohne schwere Maschinen. Das erklärt auch, warum solche Projekte Zeit brauchen.

Ein großes Thema war die Sicherheitslage im Norden Togos. In der Savannenregion nahe Burkina Faso ist die Situation angespannt. Immer wieder kommt es zu Übergriffen dschihadistischer Gruppen, genaue Informationen sind schwer zu bekommen. Reisen mit Gruppen seien dort derzeit nicht mehr möglich. Kopp fuhr dennoch hin, teils unter Militärbegleitung, weil er den Patenkindern zeigen wollte: Die Aktion PiT ist weiterhin da. Besonders berührend war das Wiedersehen mit Nata, einem Jungen, der als Baby mit einer Geschwulst am Kopf geboren wurde und von der Aktion PiT zur Operation nach Deutschland geholt worden war. Heute lebt er wieder in Togo, ist fröhlich, lacht viel und wird von seiner Familie begleitet.

Neben Projekten sprach Kopp auch über Alltag, Essen und Reisen. Fufu, das Nationalgericht aus Yamswurzeln, Erdnusssoße, Fisch, Perlhuhn und das Bier „Eku Bavaria“ gehörten für ihn ebenso zu Togo wie staubige Straßen, lange Fahrten in Toyota-Bussen und die große Herzlichkeit der Menschen. Die Reisen der Aktion PiT dauern in der Regel 16 Tage, davon 14 Tage im Land. Besucht werden Projekte, Patenkinder und touristische Stationen – allerdings nicht mehr die gefährdete Savannenregion. Wer mitreist, müsse sich gesundheitlich vorbereiten, etwa wegen Gelbfieberimpfung und Malariaprophylaxe, die ärztlich abgeklärt werden sollte.

Zum Schluss machte Kopp deutlich, dass die Aktion PiT heute keine Projekte von außen überstülpt. Die Vorschläge kommen aus Togo selbst: Dörfer, Schulen, Projektpartner oder Initiativen melden sich, wenn sie Hilfe brauchen. Die Mitarbeiter vor Ort prüfen die Angaben, erst dann wird ein Projekt entwickelt. Genau dieser Ansatz ist für Kopp entscheidend. Sein Jahr in Togo habe ihm gezeigt, wie wichtig das Team vor Ort ist und wie viel Freude die gemeinsame Arbeit macht. Er sei nicht als „großer Chef“ aufgetreten, sondern als jemand, der beobachtet, mitarbeitet und lernt.

Im September will Andy Kopp wieder nach Togo reisen – diesmal etwas früher als die Reisegruppe und für gut einen Monat. Die Verbindung zu Land, Menschen und Projekten ist für ihn längst mehr als Vereinsarbeit. Es ist eine Aufgabe, die ihn geprägt hat. Oder, wie seine Überschrift es ausdrückt: gleicher Planet, aber eine andere Welt.

Kunst im Stadl: Kulturgenuss in Anzhofen für den guten Zweck

5. Juli 2026

Jedes Jahr am ersten Juli-Wochenende verwandelt sich das idyllische Künstlerdorf Anzhofen bei Maisach (Landkreis Fürstenfeldbruck) in eine lebendige Galerie unter freiem Himmel. Das beliebte Kulturfestival „Kunst im Stadl“ lockt Besucher mit einer bunten Mischung aus hochwertigem Kunsthandwerk von über 100 Ausstellern, Live-Musik, Mitmach-Aktionen und einem kreativen Kinderprogramm auf der Erlebniswiese. Zwischen historischen Stadeln und alten Obstbäumen lädt die entspannte Atmosphäre zum Entdecken und Verweilen ein.

Ein fester und unverzichtbarer Bestandteil des Festivals ist das soziale Engagement vor Ort: Der Verein Aktion PiT – Togohilfe e.V. ist traditionell mit großem Einsatz dabei. Die ehrenamtlichen Helfer betreiben den beliebten Kuchenstand und organisieren eine Tombola. Besucher können sich hier mit einer riesigen Auswahl an selbstgebackenen Kuchen und Torten verwöhnen lassen – und das mit bestem Gewissen. Sämtliche Einnahmen und Gewinne dieser Aktion fließen ohne Abzüge direkt in die Hilfsprojekte des Vereins in Togo, wie etwa den Brunnenbau für sauberes Trinkwasser oder die Schulspeisung für Kinder. So verbindet „Kunst im Stadl“ auf wunderbare Weise regionalen Kulturgenuss mit globaler Hilfe.

Andy Kopp zog am Ende der zweitägigen Veranstaltung ein rundum positives Fazit. „Großartig“, sagte er auf die Frage, wie die beiden Tage gelaufen seien. Besonders der Samstag sei für den Verein ein voller Erfolg gewesen. Neben dem traditionellen Kuchenverkauf gab es auch eine Tombola, bei der alle Lose verkauft wurden. Das kam beim Publikum gut an, denn jedes Los brachte auch einen Gewinn. Neben größeren Preisen sorgten viele kleine Trostpreise dafür, dass niemand mit leeren Händen nach Hause ging. Diese Mischung aus Spiel, Überraschung und guter Laune trug zur entspannten Stimmung am Stand bei.

Auch das Wetter spielte mit. Trotz sommerlicher Temperaturen sei es insgesamt sehr angenehm gewesen, berichtete Kopp. Die Besucherinnen und Besucher seien zahlreich gekommen und hätten das Angebot gerne angenommen. Besonders der Kuchenverkauf entwickelte sich zu einem großen Erfolg. Über 80 Kuchen waren gespendet worden, darunter Käsekuchen, Torten und viele weitere hausgemachte Spezialitäten. Am Ende blieb nur noch wenig übrig. „Das meiste waren wirklich grandiose Sachen“, freute sich Kopp. Die Kuchenspenden seien hervorragend angekommen.

Die Aktion PIT Togohilfe ist bei „Kunst im Stadl“ längst keine Unbekannte mehr. Andy Kopp erinnerte daran, dass die ältesten Aufzeichnungen über eine Teilnahme bis ins Jahr 2012 zurückreichen. Nach einigen Jahren regelmäßiger Präsenz und einer kurzen Unterbrechung sei der Verein inzwischen wieder dauerhaft bei der Veranstaltung vertreten. Für die Aktion PIT ist der Termin deshalb nicht nur eine Möglichkeit, Spenden für die Projekte in Togo zu sammeln. Mindestens ebenso wichtig ist der persönliche Kontakt.

Viele Menschen kämen jedes Jahr gezielt vorbei, um den Verein zu besuchen, mit den Engagierten zu sprechen und sich über neue Entwicklungen zu informieren. Gerade weil die Aktion PIT in Maisach und Umgebung verwurzelt ist, gibt es viele bekannte Gesichter, Unterstützerinnen, Unterstützer und Freunde, die den Stand als Treffpunkt nutzen. Kopp sprach deshalb auch von Gemeinschaft. Es gehe nicht allein darum, Geld einzunehmen, sondern auch darum, Beziehungen zu pflegen, Fragen zu beantworten und über die laufenden Projekte in Togo zu berichten. Dazu gebe es Kaffee und Kuchen – eine entspannte Kombination, die gut zur Atmosphäre von „Kunst im Stadl“ passe.

Selbst ein kurzer Regenschauer tat der Stimmung keinen Abbruch. Im Gegenteil: Er sorgte eher für eine kleine Abkühlung. Auch kleinere Widrigkeiten wie lästige Insekten konnten den positiven Gesamteindruck nicht trüben. In Togo, so Kopp mit einem Lächeln, seien die Tiere ohnehin noch etwas größer.

Nach dem erfolgreichen Wochenende richtet sich der Blick bereits auf die nächsten Termine. Als nächste wichtige Veranstaltung nannte Andy Kopp die Mitgliederversammlung der Aktion PIT Togohilfe am Dienstag, 7. Juli, um 19 Uhr im Sportlerheim des SC Maisach. Die Versammlung ist offen für alle Interessierten. Dort will Kopp unter anderem über sein Jahr in Togo berichten und einen Einblick in die aktuelle Arbeit des Vereins geben.

Als „Kunst im Stadl“ langsam zu Ende ging und bereits abgebaut wurde, blieb bei Andy Kopp vor allem Dankbarkeit. Die Veranstaltung war für die Aktion PIT Togohilfe erneut ein Ort der Unterstützung, der Begegnung und der gelebten Solidarität. Wer in diesem Jahr nicht dabei war, sollte sich den Termin fürs nächste Mal vormerken – denn eines steht für Kopp fest: Auch im kommenden Jahr will die Aktion PIT Togohilfe wieder dabei sein.

Podcast – Cupping: Modernes Schröpfen gegen Verspannungen und für mehr Wohlbefinden

2. Juli 2026

In der 15. Folge des Podcasts „Dombo bewegt“ spricht Norman Dombo vom Zentrum für Gesundheit Dombo in Maisach mit Matthias J. Lange über eine moderne Form des Schröpfens: das sogenannte Cupping. Was auf den ersten Blick an Kaffeetassen erinnern mag, hat mit einem gemütlichen Heißgetränk wenig zu tun. Vielmehr geht es um eine Behandlungsmethode, die Verspannungen lösen, die Durchblutung fördern und das allgemeine Wohlbefinden steigern soll. Hier der Podcast:

Viele Menschen kennen das klassische Schröpfen noch mit Gläsern. Dabei wird ein Unterdruck erzeugt, der die Haut und das darunterliegende Gewebe anhebt und die Durchblutung anregt. Beim modernen Cupping kommen hingegen elastische Cups in verschiedenen Größen und Härtegraden zum Einsatz. Genau darin sieht Norman Dombo einen entscheidenden Vorteil: Die Cups werden nicht nur auf eine Stelle gesetzt, sondern können mit etwas Creme oder Öl auf der Haut bewegt werden. Dadurch lässt sich entlang eines Muskels arbeiten, das Gewebe kann angehoben, gedehnt, verschoben und wieder gelockert werden.

Diese Beweglichkeit eröffnet nach Angaben von Dombo deutlich mehr Möglichkeiten als das klassische Schröpfen mit Glas. Während ein Glasaufsatz meist an einer Stelle verbleibt und bei Bewegung schnell den Unterdruck verliert, lassen sich die modernen Cups gezielt über Rücken, Nacken, Schultern, Arme oder Beine führen. Auch kleinere Cups für das Gesicht gibt es. Ziel ist es, die Muskulatur besser zu durchbluten, Verspannungen zu lösen und den Abtransport über das Lymphsystem zu unterstützen.

Besonders häufig werde Cupping bei Schulter- und Nackenbeschwerden eingesetzt, erklärt Dombo. Doch die Methode eigne sich grundsätzlich für den ganzen Körper – überall dort, wo Muskulatur behandelt werden kann. Interessant sei Cupping nicht nur für Menschen mit klassischen Verspannungen durch Büroarbeit oder Fehlhaltungen, sondern auch für Sportlerinnen und Sportler. Nach intensivem Training oder bei Muskelkater könne die Behandlung als wohltuend empfunden werden, weil die beanspruchte Muskulatur gelockert und der Stoffwechsel im Gewebe angeregt werde.

Eine Behandlung dauere je nach Körperregion und Beschwerdebild unterschiedlich lange. Als Mindestdauer nennt Dombo etwa 15 Minuten. Cupping sei keine Leistung auf Rezept, könne aber als zusätzliche Behandlung im Zentrum für Gesundheit gebucht werden. Dombo beschreibt die Methode als angenehm und wohltuend – auch für den mentalen Bereich. Durch die Kombination aus Durchblutungsförderung, sanfter Dehnung und Entspannung könne Cupping nicht nur dem Körper, sondern auch dem Kopf guttun.

Auf die Frage, ob die Behandlung schmerzhaft sei, gibt Dombo Entwarnung. Cupping solle nicht quälen, sondern entspannen. Gerade deshalb sieht er darin eine Methode für Menschen unterschiedlichen Alters und mit verschiedenen Bedürfnissen – vom verspannten Büromenschen bis zum Freizeitsportler. Wer neugierig geworden ist, kann im Zentrum für Gesundheit Dombo in Maisach einen Termin vereinbaren und die moderne Variante des Schröpfens selbst ausprobieren.

Wenn Sommerfreude weitergegeben wird: Die Sommertauschbörse der Gemeindebücherei Maisach

19. Juni 2026

Nach Ostern und Weihnachten hat die Gemeindebücherei Maisach nun auch den Sommer ins Regal gestellt – oder besser gesagt: in den Eingangsbereich. Mit ihrer Sommertauschbörse lädt die Bücherei dazu ein, gut erhaltenes Wasserspielzeug, Sandspielzeug und andere Sommerklassiker weiterzugeben, statt sie im Keller auf den nächsten Hitzesommer warten zu lassen. Ob Schwimmflügel, Frisbee, Boccia oder der treue Sandeimer, der schon viele Burgen erlebt hat – vieles ist noch bestens in Schuss, wird aber längst nicht mehr genutzt.

Die Idee dahinter ist so einfach wie charmant: Wer etwas übrig hat, bringt es vorbei, und andere Familien können sich darüber freuen. So wechseln Strandmuschel und Wasserball den Besitzer, ohne dass dafür die Urlaubskasse geplündert werden muss. Ganz nebenbei schont die Aktion Ressourcen und sorgt dafür, dass noch brauchbare Spielsachen ein zweites Leben bekommen.

Die Gemeindebücherei beweist damit einmal mehr, dass sie weit mehr ist als ein Ort für Bücher. Sie ist Treffpunkt, Tauschbörse und manchmal sogar ein bisschen Sommerretter. Und wer beim Stöbern nach Schwimmflügeln oder Sandförmchen auf den Geschmack kommt, findet natürlich auch reichlich Lesestoff, Hörspiele und Filme für die Ferienzeit. So kann man die Bücherei am Ende vielleicht mit einer Frisbee unter dem Arm verlassen – und einem spannenden Buch in der Tasche.

Evi Huttenloher im BistroTalk: „Wenn sich jeder zurückzieht, passiert nichts mehr“

17. Juni 2026

Das Bistro Sixtyfour in Maisach war bis auf den letzten Platz gefüllt, als Gastgeber Matthias Lage zu einer neuen Ausgabe seines BistroTalks begrüßte. Die Veranstaltung wurde live auf YouTube übertragen, Gesprächspartnerin des Abends war Evi Huttenloher, dritte Bürgermeisterin der Gemeinde Maisach. In lockerer Atmosphäre entwickelte sich ein persönliches, stellenweise humorvolles, aber auch nachdenkliches Gespräch über Heimat, Ehrenamt, Kommunalpolitik, Gewerbe, Corona und den Zusammenhalt in der Gemeinde. Die Veranstaltung wurde gesponsert vom Zentrum für Gesundheit Dombo.

Schon zu Beginn wurde deutlich, dass Huttenloher in Maisach eine bekannte und geschätzte Persönlichkeit ist. Bei der Kommunalwahl war sie Stimmenkönigin geworden – ein Ergebnis, das sie nach eigenen Worten durchaus überrascht habe. Zwar habe sie gewusst, dass sie über eine gewisse Unterstützung verfüge, sagte sie, doch das Ausmaß der Zustimmung habe sie sehr gefreut. Seit mehr als 40 Jahren lebt Huttenloher in Maisach. Anfangs sei es für sie nicht einfach gewesen, als neues Gesicht in eine bekannte Maisacher Familie einzuheiraten. Heute aber sagt sie klar: Maisach sei ihre Heimat geworden. Ihre Familie lebe hier, ebenso viele Freunde und Bekannte. In Maisach habe sie ihren Platz gefunden. Hier ist die Videoaufzeichnung des Talks.

Ein wichtiger Teil dieser Verwurzelung war das Schuh- und Orthopädiegeschäft der Familie Huttenloher. Über das Geschäft habe sie viele Menschen kennengelernt, vom jungen bis zum älteren Kunden. Gemeinsam mit ihrem Mann und den Schwiegereltern habe sie das Unternehmen mit aufgebaut. Aus dem privaten und beruflichen Ankommen entwickelte sich nach und nach auch ihr öffentliches Engagement. Über Kindergarten, Familie, Vereine und persönliche Kontakte sei sie immer stärker in das Gemeindeleben hineingewachsen. Eine klassische Initialzündung für die Politik habe es nicht gegeben, berichtete Huttenloher. Vielmehr seien immer wieder Menschen auf sie zugekommen und hätten ihr Mut gemacht. Bei ihrer ersten Gemeinderatskandidatur stand sie auf Listenplatz 24 und rechnete nicht ernsthaft mit dem Einzug. Umso größer sei der Schreck gewesen, als sie tatsächlich gewählt wurde. Ihr Mann habe damals trocken reagiert: „Jetzt haben wir den Dreck.“ Heute kann Huttenloher darüber lachen.

Im Gespräch zeigte sich, wie eng ihr politisches Engagement mit der alltäglichen Begegnung mit Bürgerinnen und Bürgern verbunden ist. Sie sei viel in Maisach unterwegs, werde oft angesprochen und höre zu. Ihr Mann sage manchmal, wenn sie nur kurz weg wolle, dauere es selten unter einer Stunde. Für Huttenloher ist genau das Teil ihrer Rolle: erreichbar sein, zuhören, Kontakte pflegen. Ein funktionierendes Netzwerk sei wichtig, sagte sie, vor allem, wenn irgendwo „der Schuh drückt“. Besonders am Herzen liegen ihr Familien und Kinder. Im Gemeinderat betreut sie weiterhin das Referat Familie und Spielplätze. Auch ihre Enkelkinder seien dabei gewissermaßen Teil ihres „Spezialistenteams“: Wenn auf einem Spielplatz etwas nicht funktioniere, werde die Oma informiert.

Stolz ist Huttenloher auf eine Aktion, die sie 2008 angestoßen hat: Neugeborene in der Gemeinde erhalten ein Lätzchen mit dem Aufdruck „Ein familienfreundliches Maisach freut sich auf dich“ sowie eine Karte und kleine Schuhe. Die Besuche bei den jungen Familien seien in der Regel von großer Freude geprägt. Es sei schön, in glückliche Gesichter zu schauen. Solche Gesten stehen für Huttenloher für eine Gemeinde, die Nähe zeigt und Familien willkommen heißt.

Ein zentrales Thema des Abends war der Zusammenhalt in Maisach. Huttenloher betonte, dass alle Ortsteile wichtig seien. Rivalitäten zwischen Maisach, Gernlinden und anderen Ortsteilen kenne sie zwar, sie halte sich daraus aber bewusst heraus. Durch das Geschäft der Familie habe sie immer Kunden aus der gesamten Gemeinde erlebt. Entscheidend sei, dass Menschen sich einbringen. Wer neu nach Maisach komme, könne über Kinderkrippe, Kindergarten, Schule oder Vereine schnell Anschluss finden. Wer sich jedoch völlig zurückziehe, dürfe sich nicht wundern, wenn der Ort fremd bleibe. Das Vereinsleben sei für Huttenloher ein wesentlicher Bestandteil des sozialen Miteinanders. „Wenn sich jeder zurückzieht, passiert nichts mehr“, sagte sie sinngemäß. Begegnungen, soziale Kontakte und gegenseitige Unterstützung seien für eine Gemeinde unverzichtbar.

Auch ihre frühere Tätigkeit als Vorsitzende des Gewerbeverbandes nahm breiten Raum ein. Sie sei in diese Aufgabe hineingerutscht, berichtete Huttenloher, habe aber auf ein gutes Team bauen können. Der Gewerbeverband habe vor allem die Interessen der örtlichen Betriebe gebündelt. Je mehr Geschäfte und Unternehmen zusammenstünden, desto stärker werde ihre Stimme gegenüber der Gemeinde gehört. Ein sichtbares Zeichen dieses Engagements war lange die Weihnachtsbeleuchtung in Maisach, für die der Gewerbeverband verantwortlich war. Der große Weihnachtsbaum sei allerdings aus organisatorischen Gründen nicht mehr weitergeführt worden. Der Aufwand sei enorm gewesen.

Mit Sorge blickt Huttenloher auf den Wandel des örtlichen Einzelhandels. Zwar gebe es in Maisach nicht viel Leerstand, doch klassische inhabergeführte Geschäfte seien seltener geworden. Traditionsgeschäfte seien verschwunden, neue Nutzungen hätten sich entwickelt. Apotheken und Nahversorgung seien weiterhin vorhanden, doch der „normale Laden“ habe es im Online-Zeitalter schwer. Corona habe diesen Wandel noch beschleunigt. Dennoch ist Huttenloher überzeugt, dass der persönliche Einkauf vor Ort weiterhin Bedeutung hat. Eine gute Mischung aus Digitalisierung und persönlicher Begegnung sei nötig.

Ausführlich erinnerte sie an die Corona-Zeit, die für den Handel, die Gastronomie und viele Betriebe einen massiven Einschnitt bedeutete. Am 15. März 2020 fanden die Kommunalwahlen statt, wenige Tage später mussten zahlreiche Geschäfte schließen. Für das Schuhhaus Huttenloher kam der Lockdown zum Saisonstart, die neue Ware lag im Lager. Während der orthopädische Bereich als systemrelevant weiterarbeiten durfte, war der Verkauf von Schuhen zunächst nicht möglich. Huttenloher organisierte daraufhin telefonische Beratung und brachte insbesondere Kinderschuhe zu den Familien nach Hause. Das sei anstrengend gewesen, aber auch von großer Dankbarkeit begleitet. Später setzte sie sich hartnäckig dafür ein, dass der orthopädische Teil des Betriebs unter Auflagen wieder öffnen durfte. Schutzvorrichtungen, Masken, Desinfektion und Einlasskontrollen gehörten zum neuen Alltag.

Eine besondere Aktion des Gewerbeverbandes waren die grünen Herzen, die während der Pandemie an vielen Geschäften zu sehen waren. Mit dem Aufdruck „Bleiben Sie gesund und halten Sie uns die Treue“ sollten sie ein Zeichen der Verbundenheit zwischen Geschäften und Kundschaft setzen. Die Aktion wurde gut angenommen und ist im Ort teilweise bis heute sichtbar. Auch eine Übersicht der geöffneten Geschäfte, Lieferangebote und Online-Angebote entstand in dieser Zeit. Huttenloher erinnerte daran, wie sich viele Betriebe mit großem Einsatz selbst organisierten, um irgendwie weiterzumachen. Besonders hart getroffen seien Friseure und Gastronomie gewesen. Viele Maisacherinnen und Maisacher hätten versucht, lokale Betriebe zu unterstützen, indem sie Essen abholten oder bewusst vor Ort einkauften.

Trotz aller Schwierigkeiten habe Corona auch gezeigt, dass Veränderung möglich sei. Der Gewerbeverband arbeitete plötzlich mit Zoom-Sitzungen, Betriebe stellten Angebote digitaler auf, und Arbeitsweisen veränderten sich. Ganz zurück in alte Muster wolle Huttenloher nicht. Digitalisierung sei wichtig, aber sie dürfe die persönliche Begegnung nicht ersetzen. Sie selbst schätze beides: den Austausch vor Ort ebenso wie digitale Möglichkeiten, wenn sie sinnvoll eingesetzt würden.

Persönlich geprägt wurde Huttenloher auch durch das Familienunternehmen. Der Name Huttenloher sei seit Jahrhunderten mit Maisach verbunden. Aus einer kleinen Schuhmacherei sei über Generationen ein bekanntes Schuh- und Orthopädiegeschäft geworden. Sie selbst trat 1983 in den Betrieb ein und gestaltete ihn gemeinsam mit Familie und Mitarbeitenden weiter. Besonders wichtig sei dabei immer der Zusammenhalt gewesen. In der Familie habe man sich aufeinander verlassen können. Entscheidungen seien gemeinsam getroffen worden, Schuldzuweisungen habe es nicht gegeben. Auch wenn etwas nicht funktioniert habe, sei es gemeinsam getragen worden.

Neben Politik und Gewerbe engagiert sich Huttenloher auch in der Kirche. Sie sei christlich geprägt aufgewachsen, erzählte sie. Schon ihre Großeltern seien in der Kirche aktiv gewesen, ihre Brüder waren Ministranten – sie selbst durfte als Mädchen damals nicht ministrieren. Später wurde sie Kommunionmutter und fand auch dort eine Aufgabe, die ihr lag: Kinder zusammenbringen, Gruppenstunden gestalten, Gemeinschaft schaffen. Ihr Glaube sei für sie kein lautes Bekenntnis, sondern Teil ihres Lebens und Handelns.

Beim Thema Ehrenamt sprach Huttenloher offen über die Herausforderungen. Es werde schwieriger, Menschen für Verantwortung zu gewinnen. Bürokratie, Haftungsfragen und die Angst, Fehler zu machen, schreckten viele ab. Zugleich müsse man jüngere Menschen ernst nehmen, ihnen Verantwortung geben und akzeptieren, dass sie manches anders machen. Entscheidend sei, rechtzeitig Nachfolgerinnen und Nachfolger einzubinden und sie nicht permanent zu bevormunden. Ein Vorstand sei immer nur so gut wie das Team, das ihn unterstütze. Allein könne niemand etwas bewegen.

Am Ende blieb der Eindruck einer Frau, die tief in Maisach verwurzelt ist und ihre Kraft aus Begegnungen zieht. Huttenloher beschrieb sich selbst als aktiven Menschen, der Menschen mag. Gespräche, Kontakte und gemeinsame Aufgaben spornten sie an. Das volle Bistro Sixtyfour zeigte an diesem Abend, dass viele Maisacherinnen und Maisacher diese Haltung schätzen. Gastgeber Matthias Lage dankte seiner Gesprächspartnerin, dem Team des Sixtyfour, seiner Familie hinter der Technik sowie dem Sponsor Zentrum für Gesundheit Dombow. Die nächste Ausgabe des BistroTalks am Mittwoch 15. Juli widmet sich dann der Digitalisierung, virtueller Realität und Augmented Reality. Zu Gast ist Pierre Kretschmer, Admin der größten deutschen Facebook-Gruppe VR-Familie aus Gernlinden.

Maisacher Gespräche zur Popkultur: Die dunkle Poesie der Filmmonster

16. Juni 2026

Filmungeheuer begleiten das Kino seit seinen Anfängen. Ob Golem, Nosferatu, Dracula, Frankensteins Kreatur, die Mumie oder moderne Kaiju wie Godzilla – hinter den Gestalten des Schreckens verbergen sich Projektionen unserer Ängste, Wünsche und gesellschaftlichen Konflikte. In meinem Maisacher Gesprächen zur Popkultur werde ich am Mittwoch von 18-20 Uhr in der Maisacher Gemeindebücherei über die dunkle Poesie der Filmmonster sprechen. Der Eintritt ist kostenlos.

In frühen Stummfilmen wie Paul Wegeners „Der Golem, wie er in die Welt kam“ (1920) wurde ein jüdischer Mythos auf die Leinwand übertragen, in dem ein Wesen aus Lehm das Ghetto vor der Vertreibung schützt und damit eine Emanzipations‑Fantasie gegen jahrhundertelange Unterdrückung verkörpert . Murnaus „Nosferatu“ (1922) interpretierte Bram Stokers Roman ohne Genehmigung, doch die düstere Gestalt des Grafen Orlok prägte das Bild des Vampirs bis heute. Monster erwiesen sich damals schon als „schaurig‑schöner Gegenentwurf zum Menschen“; sie verkörpern Angst, können aber auch reizend oder komisch sein.
Die Faszination des Monströsen beruht auf einem doppelten Gefühl: Angst vor dem Zusammenbruch der eigenen Ordnung und zugleich Neugier auf das Andere. Monster brechen in die vernünftige Ordnung des Menschen ein und werden deshalb als Bedrohung empfunden; gleichzeitig reizt das Andere, weil es gegen den Zwang zur Vernunft rebelliert und menschliche Anteile ausdrückt. Klassische Figuren lassen sich anhand ihrer Abweichungen erkennen:

Dracula kann an Wänden kriechen, erneuert sich durch Blut und bewohnt einen Sarg in einem marginalisierten Schloss; Frankenstein erschafft ein Wesen aus Leichenteilen, dessen Gestalt erschreckt und fasziniert, weil es trotz hässlicher Erscheinung sprechen kann und Leidensfähigkeit zeigt. King Kong, das erste eigens für den Film erfundene Monster, ist zu groß und zu stark für einen normalen Gorilla. In diesen körperlichen Abweichungen spiegelt sich die Angst vor dem Verstoß gegen natürliche Grenzen – zugleich aber auch eine Verlockung, die Norm zu verlassen.
In meinem Vortrag werde ich zahlreiche Klassiker der Filmgeschichte vorstellen und nehme die Zuschauer mit auf eine unterhaltsame Reise durch die Welt der Filmmonster.

Medi-Maus„Dombo bewegt“: Wie der strahlungsfreie Rückenscan Medi-Maus Rückenprobleme sichtbar macht

14. Juni 2026

Im Podcast „Dombo bewegt“ spricht Norman Dombo vom Zentrum für Gesundheit Dombo über eine moderne Möglichkeit der Rückenvermessung: den strahlungsfreien Rückenscan. Dabei kommt ein kleines handliches Gerät zum Einsatz, das früher unter dem Namen „Medi-Maus“ bekannt war und heute als „IDIAG M360“ genutzt wird. Mit Hilfe dieser Technik kann die Wirbelsäule ohne Röntgenstrahlung analysiert werden. Das Gerät wird entlang der Dornfortsätze der Wirbelsäule geführt und misst dabei Winkel, Abstände und Beweglichkeit der einzelnen Wirbelkörper. Die erfassten Daten werden anschließend digital ausgewertet und mit Millionen Vergleichsdaten abgeglichen. Hier der Podcast:

Der große Vorteil des Systems liegt darin, dass nicht nur statische Bilder entstehen, sondern auch Bewegungsabläufe sichtbar gemacht werden können. Dafür werden mehrere Messungen durchgeführt: im normalen Stand, in einer gebeugten Haltung sowie unter Belastung mit Gewichten beim sogenannten Matthias-Test. So lässt sich erkennen, welche Bereiche der Wirbelsäule beweglich sind, wo Fehlhaltungen oder Blockaden bestehen und wie die Rückenmuskulatur arbeitet.

Die Untersuchung eignet sich laut Norman Dombo nicht nur für Menschen mit akuten Rückenproblemen, sondern grundsätzlich für jeden – insbesondere für Menschen mit sitzenden Tätigkeiten oder Büroarbeit. Viele Beschwerden entstehen im Alltag schleichend durch Bewegungsmangel oder Fehlhaltungen, die mit dem Scan frühzeitig erkannt werden können.

Auf Basis der Auswertung erstellen die Therapeuten anschließend individuelle Übungsprogramme. Die Patientinnen und Patienten erhalten einen ausführlichen Ausdruck mit Erklärungen und Übungen für zuhause. Zusätzlich werden die Übungen gemeinsam mit den Therapeuten praktisch eingeübt, damit sie korrekt ausgeführt werden können. Unterstützt wird dies durch die App „PhysioFit“, die weitere Trainingsanleitungen digital bereitstellt.

Besonders interessant ist auch die technische Vernetzung des Systems. Im Zentrum für Gesundheit Dombo können die Daten des Rückenscans direkt mit Trainingssystemen verbunden werden, sodass individuelle Trainingsprogramme noch gezielter angepasst werden können. Der strahlungsfreie Rückenscan verbindet damit moderne Diagnostik, digitale Auswertung und physiotherapeutische Betreuung zu einem ganzheitlichen Konzept für Rückengesundheit.

Live. Lokal. Echt. Der BistroTalk in Youtube mit Evi Huttenlohrer, dritte Bürgermeisterin Maisach, im sixtyfour am Mittwoch, 10. Juni, 18 Uhr Online und in Maisach

10. Juni 2026

Evi Huttenloher ist die 3. Bürgermeisterin der Gemeinde Maisach. Bei der Gemeinderatswahl 2026 erzielte Huttenloher mit 4.407 Stimmen das beste Ergebnis unter den gewählten Gemeinderatsmitgliedern der CSU und unterstrich damit ihre starke Verankerung in der Gemeinde. Als 3. Bürgermeisterin steht sie für kommunalpolitisches Engagement vor Ort, für Bürgernähe und für die Bereitschaft, Verantwortung in Maisach zu übernehmen. Ihre Aufgabe ist es, die Gemeinde mitzugestalten, Anliegen aus der Bürgerschaft aufzunehmen und gemeinsam mit Gemeinderat und Verwaltung an der Entwicklung Maisachs mitzuwirken. Damit ist Evi Huttenloher eine wichtige Ansprechpartnerin im politischen Leben der Gemeinde.

Im gemütlichen Ambiente des Maisacher Bistros sixtyfour geht das lebendige Talk-Format: der BistroTalk in eine weitere Runde. Gastgeber Matthias J. Lange hat mit Bürgermeisterin Evi Huttenloher eine engagierte Kommunalpolitikerin eingeladen – direkt vor Ort und live im Netz. Wir diskutieren offen, nahbar und ganz ohne Script.
Termin ist am Mittwoch, 10. Juni um 18 Uhr, der Talk dauert etwa eine Stunde und wird ab 18 Uhr live auf YouTube gestreamt.
Die Adresse ist: https://www.youtube.com/@redaktion42/streams

Die Veranstaltung wird unterstützt vom Zentrum für Gesundheit Dombo in Maisach.