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Gleicher Planet, andere Welt: Andy Kopp (Aktion PiT) berichtet von einem Jahr in Togo

13. Juli 2026

„Gleicher Planet, aber eine andere Welt“: Unter diese Überschrift stellte Andy Kopp, stellvertretender Vorsitzender der Aktion PiT Togohilfe, seinen Bericht bei der Mitgliederversammlung des Vereins 2026 in Maisach. Dieses Mal in einem anderen Format. Im Gespräch mit Matthias J. Lange nahm Kopp die Zuhörerinnen und Zuhörer mit auf eine persönliche Reise durch Togo – ein Land, in dem die Aktion Pit seit Jahrzehnten aktiv ist, Schulen baut, Brunnen finanziert, Patenkinder begleitet und soziale Projekte unterstützt.

Kopp war mit Unterbrechungen rund ein Jahr in Togo. Am 2. September 2024 reiste er nach Lomé, sein letzter Tag dort war der 14. Dezember 2025. Die Hauptstadt beschreibt er als „riesiges Dorf“ mit inzwischen rund 2,4 Millionen Einwohnern. Hochhäuser gebe es kaum, stattdessen breite sich die Stadt flach immer weiter aus. Hühner, Ziegen und andere Tiere gehörten ebenso zum Straßenbild wie das dichte Gewirr aus Häusern, Märkten und Verkehr. Lomé sei eine der wenigen Hauptstädte, die direkt an einer Landesgrenze liege – auf der anderen Seite beginne Ghana, allerdings mit einer harten Grenze, für die Europäer ein Visum benötigen. Hier unsere Aufzeichnung:

In Lomé hat die Aktion PiT Togohilfe ihren Sitz. Das Haus des Vereins dient als Büro, Lager und organisatorisches Zentrum. Dort werden unter anderem Pakete für Patenkinder zusammengestellt, deren Inhalte direkt in Togo eingekauft werden. Das Gebäude steht auf dem Gelände des OCDI, der togolesischen Caritas. Sollte die Aktion PiT es irgendwann nicht mehr benötigen, falle es an die Caritas zurück – eine Lösung, die Kopp ausdrücklich begrüßt.

Seine erste Unterkunft hatte Kopp bei einem Projektpartner, dem Arzt Dr. Kodom. Doch das große Anwesen mit Pool und Angestellten wurde ihm schnell zu einsam. Schließlich mietete er sich ein kleines Apartment bei einer togolesischen Familie. Dort fand er Anschluss, hatte eine Dachterrasse mit Wind und Ausblick, WLAN zum Arbeiten, kaltes Wasser am Morgen und warmes Wasser am Abend, wenn die Sonne den Tank aufgeheizt hatte. Zu seinen täglichen Begleitern gehörten ein Boxerhund und ein Pfau. Unvergesslich blieb ihm auch der Eisverkäufer, der jedes Wochenende mit Megafon durch die Straßen zog und „Crème-Choco“ für 50 Francs, umgerechnet etwa acht Cent, anbot. Probiert hat Kopp das Eis allerdings nicht – westlichen Besuchern würde er es auch nicht empfehlen.

Von Lomé aus führte seine Arbeit immer wieder in verschiedene Regionen des Landes. Im Süden besuchte er Togoville am Togo-See, einen historisch wichtigen Ort. Dort wurde in der Kolonialzeit der Schutzvertrag mit dem deutschen Reich geschlossen, aus dem später Togoland wurde. Heute gilt Togoville auch als Zentrum des Voodoo in Togo. Kopp betonte, dass Voodoo dort nichts mit den aus westlichen Horrorfilmen bekannten Klischees zu tun habe. Es sei eine offen praktizierte Religion, in der Ahnen und verschiedene Gottheiten eine wichtige Rolle spielten.

Ein wichtiger Projektpartner der Aktion Pit ist der König von Zoti. Mit ihm wurde unter anderem ein Krankenhaus für die Region aufgebaut und eingeweiht. Kopp schilderte die Einweihung als großes Ereignis mit Musik, Trommeln, traditionellen Gewändern und einer Voodoo-Zeremonie, bei der sogar ein echtes Krokodil anwesend war. Das neue Krankenhaus ersetzt ein altes, baufälliges Gebäude, in das es bereits hineinregnete. Für Kopp ist bei solchen Projekten entscheidend, dass die Zusammenarbeit nicht von oben herab geschieht. „Auf Augenhöhe“ bedeute für ihn nicht, sich künstlich herabzusetzen, sondern gegenseitigen Respekt zu zeigen, zuzuhören und zugleich klar zu sagen, was möglich ist und was nicht.

Auch Schuluniformen wurden in Zoti übergeben. In Togo besteht Schuluniformpflicht, doch viele Kinder tragen alte, weitergereichte Kleidung. Neue Uniformen seien deshalb für die Kinder ein großes Geschenk. Die Aktion PiT baut außerdem Schulen, wobei die Initiative meist aus den Dörfern selbst kommt. Die Projektpartner kümmern sich um Genehmigungen, Baufortschritt und lokale Organisation. Die Aktion PiT prüft, finanziert, begleitet und dokumentiert – auch, um den Spenderinnen und Spendern in Deutschland zeigen zu können, was mit ihrem Geld geschieht.

Ein weiterer wichtiger Ort ist Kpalimé, touristisch einer der besser erschlossenen Orte Togos. Dort ist das Klima angenehmer als in Lomé, weil die Stadt etwas höher liegt. Ein Projekt der Aktion Pit ist dort Aklala Batik, ein Frauenhaus und Ausbildungszentrum, gegründet von Madame Chantal. Dort werden Frauen in Batik und Schneiderei ausgebildet. Früher erhielten die Absolventinnen nach ihrer dreijährigen Ausbildung eine Nähmaschine, oft aus den Containern, die aus Deutschland nach Togo geschickt wurden. Heute ist das schwieriger geworden, weil die Containertransporte nicht mehr wie früher möglich sind. Zum Üben verwenden die Frauen teilweise alte Zementsäcke, weil Stoffe fehlen. Kopp schilderte dies als eindrucksvolles Beispiel dafür, mit wie wenig Material dort gearbeitet wird.

Die Reise führte ihn auch ins Hochland, in Klöster, Plantagenlandschaften und an Aussichtspunkte. Im Benediktinerkloster von Dzogbégan traf er Patenkinder und sah Kaffee, Kakao und Kochbananen wachsen. Am Aussichtspunkt „Golden Eye“ erzählte er von einem französischen Aussteiger, der dort ein kleines Hotel aufbaute, weil ihn der Blick über Togo nicht mehr losließ.

Ein Schwerpunkt seiner Reise waren Schulprojekte in ländlichen Regionen. In Gando-Kouka etwa besuchte Kopp mit Mitarbeitern der Aktion Pit mehrere Schulen, die kaum mehr als provisorische Unterstände waren. Kinder lernten unter Bäumen oder in einfachen Verschlägen, ohne ausreichende Bänke, Tische oder Tafeln. Sobald es regnet, sei dort kaum Unterricht möglich. Dennoch seien diese Schulen oft bereits staatlich anerkannt und mit Lehrern besetzt. Für Kopp zeigen solche Orte besonders deutlich, weshalb die Arbeit des Vereins notwendig ist: Die Menschen vor Ort wollen Bildung ermöglichen, können aber die Gebäude nicht selbst finanzieren.

In Kara, der zweitgrößten Stadt Togos, lernte Kopp die Evala kennen, traditionelle Ringkämpfe, die als Initiationsritus junger Männer gelten. Auch hier spielte Musik eine zentrale Rolle. Überhaupt, so Kopp, sei in Togo kaum eine Veranstaltung ohne Trommeln, Gesang oder Tanz denkbar. In der Region unterstützt die Aktion Pit zudem ein Blindenzentrum. Dort wurden ein Computer, ein spezieller Drucker für Brailleschrift und eine kleine Brücke finanziert. Diese Brücke sei für sehbehinderte Menschen besonders wichtig, weil ein Weg zwischen Wohnbereich und Schule bei Regen regelmäßig unpassierbar wurde.

Touristisch eindrucksvoll, aber zugleich sozial herausfordernd, sind die Lehmbauten der Tamberma im Norden, die sogenannten Tatas. Sie gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe und werden bis heute bewohnt. Kopp schilderte die Bauweise, die Wohnbereiche, die Küche und die Ahnenfetische vor den Häusern. Die Ahnen seien in Togo nicht Vergangenheit, sondern Teil des Alltags. Auch in dieser Region entstanden Brunnenprojekte der Aktion PiT. Kopp zeigte ältere und neuere Brunnen, darunter den Gerhard-Landgraf-Brunnen aus dem Jahr 2002, der noch immer funktioniert. Viele Brunnen werden von Hand ausgeschachtet, ohne schwere Maschinen. Das erklärt auch, warum solche Projekte Zeit brauchen.

Ein großes Thema war die Sicherheitslage im Norden Togos. In der Savannenregion nahe Burkina Faso ist die Situation angespannt. Immer wieder kommt es zu Übergriffen dschihadistischer Gruppen, genaue Informationen sind schwer zu bekommen. Reisen mit Gruppen seien dort derzeit nicht mehr möglich. Kopp fuhr dennoch hin, teils unter Militärbegleitung, weil er den Patenkindern zeigen wollte: Die Aktion PiT ist weiterhin da. Besonders berührend war das Wiedersehen mit Nata, einem Jungen, der als Baby mit einer Geschwulst am Kopf geboren wurde und von der Aktion PiT zur Operation nach Deutschland geholt worden war. Heute lebt er wieder in Togo, ist fröhlich, lacht viel und wird von seiner Familie begleitet.

Neben Projekten sprach Kopp auch über Alltag, Essen und Reisen. Fufu, das Nationalgericht aus Yamswurzeln, Erdnusssoße, Fisch, Perlhuhn und das Bier „Eku Bavaria“ gehörten für ihn ebenso zu Togo wie staubige Straßen, lange Fahrten in Toyota-Bussen und die große Herzlichkeit der Menschen. Die Reisen der Aktion PiT dauern in der Regel 16 Tage, davon 14 Tage im Land. Besucht werden Projekte, Patenkinder und touristische Stationen – allerdings nicht mehr die gefährdete Savannenregion. Wer mitreist, müsse sich gesundheitlich vorbereiten, etwa wegen Gelbfieberimpfung und Malariaprophylaxe, die ärztlich abgeklärt werden sollte.

Zum Schluss machte Kopp deutlich, dass die Aktion PiT heute keine Projekte von außen überstülpt. Die Vorschläge kommen aus Togo selbst: Dörfer, Schulen, Projektpartner oder Initiativen melden sich, wenn sie Hilfe brauchen. Die Mitarbeiter vor Ort prüfen die Angaben, erst dann wird ein Projekt entwickelt. Genau dieser Ansatz ist für Kopp entscheidend. Sein Jahr in Togo habe ihm gezeigt, wie wichtig das Team vor Ort ist und wie viel Freude die gemeinsame Arbeit macht. Er sei nicht als „großer Chef“ aufgetreten, sondern als jemand, der beobachtet, mitarbeitet und lernt.

Im September will Andy Kopp wieder nach Togo reisen – diesmal etwas früher als die Reisegruppe und für gut einen Monat. Die Verbindung zu Land, Menschen und Projekten ist für ihn längst mehr als Vereinsarbeit. Es ist eine Aufgabe, die ihn geprägt hat. Oder, wie seine Überschrift es ausdrückt: gleicher Planet, aber eine andere Welt.

Container voller Medizingüter für Togo

4. Juni 2017

Alle eineinhalb Monate steht eine Hilfslieferung nach Togo an. Ich bin mit meinem Unternehmen redaktion42 seit Jahren Pate für zwei Kinder in Togo und helfe beim Beladen von Container für das afrikanische Land mit. Bei uns im Dorf ist die Aktion Pit – Togohilfe Maisach seit über 25 Jahren aktiv: Jetzt stand wieder das Beladen eines Containers an. Inhalt war dieses Mal medizinische Güter für Krankenstationen und Krankenhäuser, darunter Krankenbetten, medizinische Apparate, Krücken, Rollstühle, Matratzen, Verbandsmaterial.

Das Lager in Maisach in einem alten Postlager im Landkreis Fürstenfeldbruck war voll und dank einer Unterstützung vom BMZ konnte wieder ein Container auf dem Weg nach Lomé, der Hauptstadt von Togo auf die Reise gebracht werden.

Rund 3500 Euro kostet ein Transport von Tür zu Tür. Der rote Container wird per Lkw nach München Allach gebracht, dort auf die Bahn nach Hamburg verladen und schippert dann per Containerschiff nach Lomé. Dort wird der Container von den afrikanischen Partnern der Togohilfe in Empfang genommen.


Bis es soweit ist, musste der Container von den ehrenamtlichen Helfern der Togohilfe beladen werden. Die Vorsitzende des Vereins Margret Kopp hatte gerufen und engagierte Helferinnen und Helfer kamen und packten mit an. Auch meine Frau und ich waren wieder dabei. Bis der Container in Maisach auf einem Sattelzug eintraf, rollten wir die Hilfsgüter vom Lager auf den Hof. Die Lieferungen wurden genau dokumentiert und eine Vertreterin des BMZ führte Buch über unsere Aktion.


Die Gruppe von uns Freiwilligen ist gut organisiert, kann aber immer weitere kräftige Hände gebrauchen. Auch von anderen Hilfsorganisationen wie Kolping waren Sachen Verlagen. Die Hilfsgüter sind schwer und unhandlich. Es muss das Team gut zusammenarbeiten. Teamarbeit und gegenseitige Rücksichtnahme ist wichtig und das wird bei so einer vierstündigen Aktion eingeübt. Während ein Team in den Container klettert und die Hilfsgüter innen sicher stapelt, sorgt ein Team vor dem Lkw für regelmäßigen Nachschub. Die Organisation läuft rund – Hand in Hand wird gearbeitet. Ich sorge draußen für den Nachschub, schleppe Paletten weg, trage Betrachter für Röntgenbilder in den Kopf. Wir haben auch eine Ameise, die uns unterstützt – ohne diesem Gabelstapler wäre das Beladen unmöglich. Ein dummer Spruch hier, ein freundliches Wort da – das Team der Helfer versteht sich und Unterhaltung ist gut für die Stimmung. Auch Togolesen sind dabei, schließlich geht es um ihr Land und so ist es für sie eine Selbstverständlichkeit mit anzupacken. Ich nutze die Gelegenheit, mein Schulfranzösisch aufzubessern und mühe mich mit den Vokabeln ab. Belo ein freundlicher Togolese freut sich und klopft mir mit den bayerischen Worten auf den Rücken „Wird schon, mein Freund.“


Nach vier Stunden ist alles verladen. Am Ende jeder Verladeaktion gibt es noch ein schönes Ritual. Alle Beteiligten unterschreiben auf einem Plakat, das als letztes in den Container gepackt wird. Ich habe Matthias und meinen Twitternamen @redaktion42 geschrieben. In Togo wird der Gruß beim Auspacken als erstes wahrgenommen. Der Container wird verriegelt. Vorsitzende Margret Kopp verblombt den Container mit einer gelben Blombe und die Dame vom BMZ überwacht die ganze Aktion. Während unser Container auf die Reise geht, gibt es erst mal eine bayerische Brotzeit. Auch zusammen feiern gehört dazu. Der nächste Container für Togo wird am 11. August in Maisach beladen. Wer mithelfen will, ist gerne willkommen.

Beladen eines Hilfscontainers für Togo – PiT Togohilfe Maisach in Aktion

28. Januar 2017

 

Es ist schön zu sehen, wenn fremde Leute zusammenarbeiten für ein gemeinsames Ziel. Dies dachte ich, als ich vor kurzem einen 40 Tonnen Container für die Aktion PiT Togohilfe Maisach mitbeladen habe. Ich unterstütze den Verein und mein Unternehmen redaktion42 hat zwei Patenschaften im afrikanischen Togo. Den Verein, unter der Leitung von Margret Kopp, gibt es bei uns im Dorf Maisach im Landkreis Fürstenfeldbruck eine gefühlte Ewigkeit und die Togohilfe ist dafür bekannt, dass ihre Hilfe dort ankommt, wo sie nötig ist. Immer wieder habe ich über die Togohilfe Maisach gebloggt und war auch einmal in Togo selbst und konnte mich überzeugen, dass die Spenden richtig eingesetzt werden.

40 Tonnen müssen verladen werden
Jetzt war es wieder an der Zeit, einen Container auf den Weg nach Lomé, die Hauptstadt Togos, zu bringen. Rund 20 freiwillige Helfer der Togohilfe versammelten sich um 8 Uhr morgens bei eisiger Kälte im Togohaus in Maisach und packten an. Es galt das Lager im Togohaus zu räumen und die Hilfsgüter in den Container zu schichten. Ein schwerer Lkw bringt dann den Container nach München zum Verladebahnhof. Von dort geht der Container mit dem Zug nach Bremen und wechselt aufs Schiff Richtung Lomé.
Im Lager stapeln sich die Hilfsgüter für Togo. Viele davon sind bereits auf Paletten verpackt, um das Handling leichter zu machen. Ich sehe Babynahrung von HIPP, Verbandsmaterial, Bettwäsche für Krankenhäuser, Stühle und Tische sowie Tafeln für Schulen. Kleine und große Pakete, Koffer, Spielzeug und vor allem Nähmaschinen. Alte Pfaff und Singer stehen in Reih und Glied. Sie laufen in der Regel ohne Strom, denn Elektrizität ist im Busch von Togo nicht immer gewährleistet. Bei uns stehen die Maschinen als Dekoration in den Münchner Villen. Solche Nähmaschinen sind in Togo heiß begehrt, denn damit können die Togolesen ihre eigenes Leben finanzieren und müssen nicht Waren aus Fernost kaufen.

Container für Togo – Tetris mit Hilfsgütern
Das Team der zwanzig Helfer funktioniert tadellos. Gott sei Dank sind Leute mit Logistikerfahrung dabei, die zum einen wissen, wie man mit den Hubwägen und Gabelstapler umgeht und die zu zum anderen wissen, wie man einen Container richtig belädt. Das Ding muss voll werden. Jeder Platz muss ausgeschöpft werden, denn der Transport nach Togo ist teuer und schließlich handelt es sich um Spendengelder. Also muss genau geschichtet werden, um keinen Platz zu verschenken. Für mich ist es eine Art Tetris mit Hilfsgütern. Die Frauen und Männer der Togohilfe haben es im Griff. Sie wissen, wie man packt und schichtet. Ich bin eher zum Tragen dabei. Ich schleppe und belade Paletten, erfahre den Unterschied zwischen Euro- und Einmalpaletten und stelle auch fest, wie schwer Nähmaschinen sein können.

Gelebte Integration im Togohaus
Mit meinem Schulfranzösisch ausgestattet, wechsele ich ein paar Worte mit den mithelfenden Togolesen. Ich breche mir mit den Vokabeln einen ab. Irgendwann grinst der Togolese Belo über beide Ohren, haut mir auf den Rücken und antwortet mir im hervorragenden Deutsch. Er und seine Freunde haben längst Deutsch gelernt. Wir haben beim Beladen des Lkw unseren Spaß. Ich lerne auch ein paar wunderbare Schimpfwörter auf Französisch. Eben auch hier: Die Togohilfe sorgt für gelebte Integration. Gebt den Leuten eine Aufgabe und sprecht einfach miteinander. Und baut die Mauer in den Köpfen ab.

Togohilfe macht richtige Entwicklungshilfe
Ich war zum ersten Mal beim Einladen dabei. Meine Frau hat mich zum Mithelfen motiviert und es war gut so. Meine Arbeit am Schreibtisch kann auch mal für drei Stunden ausfallen. Körperliche Arbeit ist anstrengend, noch dazu bei den eisigen Temperaturen, aber es ist eine gute Abwechslung zu meiner Büro- und Referententätigkeit. Und ich tue ein gutes Werk, denn die Togohilfe hilft den Leuten in Afrika wirklich. Sie müssen sich nicht auf nach Europa machen, sondern können in ihrer Heimat ihr Leben aufbauen. Das ist aus meiner Sicht die richtige Entwicklungshilfe und ich vertraue Margret Kopp und ihrem Verein PiT Togohilfe Maisach. Sie weiß, was sie tut.


Nach rund 3,5 Stunden war der Container beladen. Palette um Palette wurde in den Bauch des Stahlungetüms verstaut. Wenn Platz war, dann kamen noch Matratzen oben auf die Ladung. Sie werden dringend in Krankenhäusern benötigt. Über jedes Paket, über jede Palette und jedes Stück im Container wird ordentlich Buch geführt. Eine Art Stückliste, denn auch in Togo arbeiten Beamte und die nehmen ihre Sache im Hafen von Lomé genau. Mit der Regierung hat Margret Kopp ausgehandelt, dass der Container in Togo entladen und im bewachten Lager der Togohilfe vom Zoll inspiziert wird. So stellt der Verein sicher, dass nichts von den Spenden geklaut wird.

Kein Rentner mehr im Container
Am Ende schreiben wir alle unsere Namen auf ein Pappschild und senden die besten Grüße nach Togo. Das sei ein Ritual, erklärt man mir als Neuling. Dann das obligatorische Gruppenbild für die örtliche Presse und dann die Klappe zu. Natürlich folgt auch hier der Standardwitz, ob denn alle Rentner aus dem Container geschlüpft sind, bevor die Stahltüren verschlossen werden. Dann wird der Container verblombt. Margret Kopp überzeugt sich, dass alles seine Richtigkeit hat. Schließlich beginnt der Papierkrieg. Zusammen mit dem LKW-Fahrer müssen Dokumente ausgedruckt, überprüft und unterschrieben werden. Ordnung muss schließlich sein. Dann geht der Lkw mit dem Container der Togohilfe auf die Reise. Helfer stoppen den Verkehr im Dorf, damit der tonnenschwere Lkw gut aus der Einfahrt vom Togohaus herausfahren kann. Gute Reise nach Togo.

Togohilfe – seit 35 Jahren Hilfe zur Selbsthilfe

3. November 2016

Das Lager der Togohilfe Maisach wird morgen nach Togo verschifft.

Das Lager der Togohilfe Maisach wird morgen nach Togo verschifft.

Ein Hilfsprojekt, das ich selbst aktiv unterstütze, ist die Togo Hilfe bei uns im Dorf. Seit nunmehr 35 Jahren arbeitet Margret Kopp und ihr Team für das afrikanische Land an der Elfenbeinküste und betreibt Hilfe zur Selbsthilfe. Morgen geht wieder ein großer Schiffscontainer auf die Reise nach Lomé, die Hauptstadt Togos. Dort hat der Verein Togohilfe ein eigenes Haus und koordiniert die Hilfsleistungen aus Deutschland.
Im Moment wird medizinisches Material benötigt. Togo verfüge zwar über hochqualifizierte Ärzte, aber über wenig medizinische Ausrüstung, so Margret Kopp. „Was nutzt es, wenn ich einen Patienten aufschneiden kann, aber die Wunde nicht versorgen und verschließen kann?“
Mein Unternehmen redaktion42 hat über die Togohilfe zwei Patenschaften in Togo abgeschlossen. Als redaktion42 gibt es auch dieses Jahr keine Weihnachtsgeschenke für meine Kunden. Dafür engagierte ich mich für meine Patenkinder, eine Grundschülerin und einen Studenten. Als ich heute meine Weihnachtsgeschenke für meine Paten an die Togohilfe überbrachte, habe ich gleich mit Margret Kopp ein Videointerview geführt. Morgen beim Packen des Schiffscontainers werden meine Frau und K2 wohl mit von der Partie sein und kräftig packen.

Schultaschen für Togo – Hilfe von Aktion PiT – Togohilfe e.V.

4. August 2015

Margret Kopp  von Aktion PiT - Togohilfe e.V.

Margret Kopp von Aktion PiT – Togohilfe e.V.

Gleich vorweg: Ich bin vorbelastet – ich habe zwei Patenkinder in Togo, die ich monatlich finanziell unterstütze, damit die jungen Menschen eine ordentliche Schul- und Hochschulausbildung bekommen. Und ich habe Togo einmal besucht, um mich davon zu überzeugen, dass unsere Spenden auch dort ankommen, wo sie benötigt werden. Daher unterstütze ich die Aktion PiT – Togohilfe e.V. Ich habe bereits darüber gebloggt.


Aktion PiT – Togohilfe e.V. ist ein ehrenamtlicher Verein in Maisach, Landkreis Fürstenfeldbruck, westlich von München, der sich seit über 30 Jahren für die Menschen der ehemalige deutsche Kolonie Togo einsetzt. Derzeit wird wieder ein Container auf die Reise in das afrikanische Land Togo geschickt. Zum Schuljahresende in Bayern sammelte Margret Kopp und ihr Team in den Schulen des Landkreises Schultaschen und Schulranzen. Über 200 Taschen sind zusammengekommen. Dazu kamen noch allerhand Schulmöbel, Stühle und Tische sowie noch Büromaterial, Hefte, Stifte, Scheren – alles, was Kinder für Schulausbildung benötigen. „Wir geben den bayerischen Schultaschen ein zweites Leben.“ Die Pakete werden von rund 20 ehrenamtlichen Helfern in einen Container verladen. Über Hamburg wird der Container mit den Spenden nach Lomé, der Hauptstadt von Togo verschifft und erst in den bewachten Lagerhallen von der Aktion PiT – Togohilfe e.V. und dem Zoll geöffnet. „Wir achten genau darauf, dass die Spenden ankommen“, so Margret Kopp. Ihr Team vor Ort koordiniert die Spenden dann vor Ort. Ende August soll dann schon der nächste Container auf die Reise gehen.


Ein Großprojekt startet die Aktion PiT – Togohilfe e.V. dann im November. Für einen Monat werden Mediziner aus Deutschland ehrenamtlich in den abgelegenen Buschkrankenhäuser und Buschstationen von Togo arbeiten und Patienten behandeln. Dazu türmen sich im Togohaus in Maisach Medikamente und medizinische Geräte. Es werden noch Betttücher für die Krankenstationen gesucht. „Wir wollen im November rund 10000 Patienten behandeln und gehen bewusst in die abgelegenen Regionen von Togo“, berichtet Margret Kopp. Sie rechnet mit rund 1000 Operationen. Ich ziehe meinen Hut vor diesem Engagement. Im Moment überlege ich mir, 2016 Margret Kopp und die Aktion PiT – Togohilfe e.V. nach Afrika zu begleiten, um den Verein noch mehr Aufmerksamkeit zu bringen. Ich hatte dies bereits einmal im Auftrag einer Tageszeitung gemacht. Nun werde ich es wohl als Blogger auf eigene Faust tun.