Posts Tagged ‘Sommerferien’

Podcast Seitensprung: Sommer in der Bücherei: Tauschen, Lesen und Filme drehen

6. Juli 2026

Die Gemeindebücherei Maisach startet mit viel Programm in den Sommer. In der fünften Folge des Podcasts „Seitensprung“ spricht Büchereileiterin Beate Seyschab mit Matthias J. Lange über eine neue Sommersachentauschbörse, Lesungen im Juli, Kinderangebote in den Ferien und die Öffnungszeiten während der Sommerpause.

Im Mittelpunkt steht zunächst eine neue Aktion im Eingangsbereich der Bücherei: die Sommersachentauschbörse. Nach erfolgreichen Tauschbörsen zu Weihnachten und Ostern probiert das Büchereiteam nun erstmals eine Sommerausgabe aus. Gesucht und angeboten werden Dinge, die in vielen Kellern, Garagen oder Speichern liegen und oft nur selten genutzt werden: Frisbee-Scheiben, Fußbälle, Wasserbälle, Luftmatratzen, Schwimmflügel, Schwimmflossen, Badelatschen, Kühltaschen, Seifenblasen oder Wasserspielzeug. „Alles, was man für den Sommer braucht“, sagt Beate Seyschab.

Die Idee dahinter ist einfach: Was zu Hause nicht mehr gebraucht wird, kann anderen noch Freude machen. „Wir wollen halt einfach diese Nachhaltigkeit ein bisschen predigen und auch pflegen“, erklärt Seyschab. Die Bücherei versteht die Tauschbörse deshalb nicht als Flohmarkt, sondern als unkomplizierten Beitrag zu Umweltschutz und Gemeinschaft. Wer etwas bringt, hilft mit, dass Dinge nicht weggeworfen werden. Wer etwas mitnimmt, schenkt ihnen ein zweites Leben.

Die Aktion läuft noch bis zum Beginn der Sommerferien. Die Annahme ist bis zum 24. Juli möglich, danach bleibt die Tauschbörse noch etwa eine Woche bestehen. Abgegeben werden können die Sachen während der Öffnungszeiten an der Theke. Dort wirft das Büchereiteam einen kurzen Blick darauf, ob alles in Ordnung ist. „Es wäre schön, wenn man was bringt, weil wenn man nichts bringt, ist halt irgendwann nichts mehr da“, sagt Seyschab. Verpflichtend ist eine Spende allerdings nicht.

Dass solche Aktionen funktionieren können, hat die Gemeindebücherei bereits bewiesen. Besonders die Weihnachtstauschbörse sei sehr erfolgreich gewesen. Übrig gebliebene Dekoration wurde teilweise an Altersheime und Kindergärten weitergegeben. Für Seyschab ist genau das ein wichtiger Punkt: „Also es bleibt ja dann auch noch im Ort. Das finde ich total schön.“ Die Bücherei wird so zu einem Ort, an dem nicht nur Medien ausgeliehen werden, sondern auch Nachbarschaft praktisch gelebt wird.

Neben der Tauschbörse bietet die Bücherei im Juli mehrere Veranstaltungen an. Am 8. Juli ist Autorin Stephanie Schürmann zu Gast. Sie stellt den zweiten Band ihrer Reihe „Das Amulett der Sekhmet“ vor, einen mystisch angehauchten Roman über das alte Ägypten. Beginn ist wie gewohnt um 20 Uhr in der Bücherei.

Am 14. Juli folgt eine Englisch-Vorlesestunde für Kinder ab sechs Jahren. Vorkenntnisse sind nicht nötig. Die Veranstaltung soll spielerisch an die englische Sprache heranführen. „Das ist einfach so spielerisch eine halbe Stunde mal reinhören“, beschreibt Seyschab das Format.

Ein besonderer Abend ist für den 29. Juli geplant. Dann kommt Christian Pantle nach Maisach. Er ist Herausgeber des Bandes „Gefährliche Liebschaften“, in dem es um bekannte Persönlichkeiten in schwierigen Beziehungen geht. Bei gutem Wetter soll die Lesung draußen im Garten neben dem Rathaus stattfinden – mit Bierbänken und sommerlicher Atmosphäre. „Wir haben ja einen tollen Rathausgarten. Der ist schön und den sollten wir auch ausnutzen“, sagt Seyschab. Als Getränk ist Aperol Spritz im Gespräch.

Auch für Kinder bleibt die Bücherei aktiv. Am 30. Juli gibt es eine Bilderbuch-Vorlesestunde für Kinder ab vier Jahren. Im August beteiligt sich die Gemeindebücherei außerdem am Ferienprogramm der Gemeinde. Am 12. August ist unter dem Titel „Lesen und Mehr“ ein sommerliches Lese-Picknick geplant. Dabei sollen Kinder nicht nur zuhören, sondern auch selbst aktiv werden. „Nicht nur konsumieren, sondern auch kreativ“, beschreibt Seyschab den Ansatz.

Am 19. August folgt ein Stop-Motion-Workshop mit Matthias J. Lange. Kinder entwickeln dabei mit Playmobil-Figuren eine eigene kleine Filmgeschichte. Sie überlegen sich ein Drehbuch, gestalten ein Set und setzen die Figuren Bild für Bild in Bewegung. Am Ende soll der fertige Film präsentiert werden. Weitere Informationen zu Alter, Kosten, Uhrzeit und Anmeldung gibt es ab dem 6. Juli im Ferienprogramm der Gemeinde.

Seyschab hofft, dass die Angebote gut angenommen werden. Seit der Corona-Zeit sei die Beteiligung an Ferienaktionen spürbar zurückgegangen. Früher seien Veranstaltungen oft schnell voll gewesen, inzwischen müsse man manchmal um genügend Anmeldungen kämpfen. „Ist schon immer schade, wenn wir dann absagen müssen“, sagt Seyschab. Besonders leid täten ihr die Kinder, die sich bereits angemeldet haben und sich auf die Aktion freuen.

Zum Abschluss räumt die Büchereileiterin noch mit einem verbreiteten Missverständnis auf: Die Gemeindebücherei ist nicht während der gesamten Sommerferien geschlossen. In den ersten drei Ferienwochen bleibt sie geöffnet. Erst vom 24. August bis 14. September macht die Bücherei Sommerpause. Wer sich vorher mit Lesestoff eindecken möchte, kann das entspannt tun. Die Ausleihfristen werden entsprechend verlängert.

So zeigt die fünfte Folge von „Seitensprung“ eine Bücherei, die weit mehr ist als ein Ort für Bücher. Sie organisiert Tauschbörsen, Lesungen, Kinderaktionen, Ferienangebote und schafft Räume für Begegnung. Zwischen Wasserball, Ägypten-Roman, Rathausgarten und Sommerlektüre wird deutlich: Die Gemeindebücherei Maisach ist ein lebendiger Treffpunkt mitten im Ort.

Wenn Sommerfreude weitergegeben wird: Die Sommertauschbörse der Gemeindebücherei Maisach

19. Juni 2026

Nach Ostern und Weihnachten hat die Gemeindebücherei Maisach nun auch den Sommer ins Regal gestellt – oder besser gesagt: in den Eingangsbereich. Mit ihrer Sommertauschbörse lädt die Bücherei dazu ein, gut erhaltenes Wasserspielzeug, Sandspielzeug und andere Sommerklassiker weiterzugeben, statt sie im Keller auf den nächsten Hitzesommer warten zu lassen. Ob Schwimmflügel, Frisbee, Boccia oder der treue Sandeimer, der schon viele Burgen erlebt hat – vieles ist noch bestens in Schuss, wird aber längst nicht mehr genutzt.

Die Idee dahinter ist so einfach wie charmant: Wer etwas übrig hat, bringt es vorbei, und andere Familien können sich darüber freuen. So wechseln Strandmuschel und Wasserball den Besitzer, ohne dass dafür die Urlaubskasse geplündert werden muss. Ganz nebenbei schont die Aktion Ressourcen und sorgt dafür, dass noch brauchbare Spielsachen ein zweites Leben bekommen.

Die Gemeindebücherei beweist damit einmal mehr, dass sie weit mehr ist als ein Ort für Bücher. Sie ist Treffpunkt, Tauschbörse und manchmal sogar ein bisschen Sommerretter. Und wer beim Stöbern nach Schwimmflügeln oder Sandförmchen auf den Geschmack kommt, findet natürlich auch reichlich Lesestoff, Hörspiele und Filme für die Ferienzeit. So kann man die Bücherei am Ende vielleicht mit einer Frisbee unter dem Arm verlassen – und einem spannenden Buch in der Tasche.

Golfreise mit dem 9 Euro Ticket

2. August 2022

Als begeisterter Bahnfahrer und begeisterter Golfamateur will ich beide Passionen miteinander verbinden. Kann ich mit dem Golfbag und Caddy das 9 Euro Ticket nutzen?

Eine kleine Einschränkung: Ich will nicht direkt zum Golfplatz mit öffentlichen Verkehrsmittel fahren – das würde bei meinem Heimatclub zwar ohne Probleme funktionieren – ich werde am Bahnhof Nürnberg von einem Kumpel abgeholt und mit dem Auto zum Golfclub Abenberg gebracht.

Zunächst stelle ich fest: Ich habe kein Reisebag. Das bedeutet: Im Grunde muss die gesamte Ausrüstung mit. Aussortieren war mir zu mühsam, nur der Schirm blieb zu Hause in der Box. Es war kein Regen angesagt, doch so richtig leicht ist das Bag dadurch nicht.

Fahrt mit der S-Bahn nach München

Ich wohne außerhalb von München. Die Route sieht vor: S-Bahn München, Umstieg in München Hauptbahnhof und dann Regionalexpress nach Nürnberg – und alles zu Beginn der bayerischen Sommerferien. Es beginnt schon mal damit, dass die S-Bahn-München Verspätung haben sollte. 25 Minuten sagt die Stimme im Lautsprecher, die MVV-App meldet nichts, der Zug rollt ein wie er kommen sollte. Dennoch schon Puls, ob ich überhaupt den Anschluss bekomme, obwohl ich schon eine Bahn früher genommen habe. Ich rolle mit meinen Caddy in den noch leeren Zug – in den Familienbereich. Ich muss gleich den richtigen Einstieg erwischen. Der Radstand des Caddys ist so breit, dass ich im Zug nicht von Tür zu Tür wandern kann. Also aufpassen beim Einsteigen und die richtige Tür nicht verpassen.


Ich sitze, wir fahren Richtung Hauptbahnhof München. Von Station zu Station füllt sich die Bahn mit Menschen, die zur Arbeit müssen. Skeptische Blicke, musternde Blicke der Mitreisenden. Wir kennen Reisende mit Kinderwägen, Reisende mit Surfbrett für den Eisbach am englischen Garten, Reisende mit Gepäck, aber ein Reisender mit Golfbag ist doch eher exotisch in einer oberbayerischen S-Bahn. Warum eigentlich?
Vielleicht erregt mein Aussehen auch für eine gewisse Aufmerksamkeit. Halblange Harris Tweed Hose, Kniestrümpfe von Burlington, Golfhemd (wichtig, mit Kragen) und großer Hut gegen die Sonne Frankens.

München Hauptbahnhof

Nach einer halben Stunde Fahrt kommt der Ausstieg. Mit mir wollen doch einige Menschen aussteigen. Auch zwei Damen mit Kinderwägen sind dabei. Einfädeln zum Aussteigen. Das erste Stück der Reise hat geklappt. Nun die Rolltreppe hoch in das Untergeschoss des Hauptbahnhofs, um zu den Gleisen zu gelangen. Ich blockiere mit meinem Caddy die gesamte Rolltreppe, es kommt keiner an mir vorbei. Eigentlich hätte ich Gemaule erwartet, aber der Münchner ist heute geduldig. Kein Grantler ist unterwegs und Fön haben wir auch nicht, alles gut.
Die Abfahrtshalle des Hauptbahnhofs München war voll. Berufspendler und Reisende zum Ferienstart. Und viele Menschen, die ihr 9 Euro Ticket ausnutzen wollen und das Auto stehen lassen. Die Verkehrswende funktioniert, wenn die Politik jetzt noch nachzieht und das 9 Euro Ticket standardmäßig einführt und nicht alles zerredet.

Ich muss zum Gleis 20 und es ist gar nicht so einfach. Ich komme mir vor, wie ein schwerfälliger Wal. Ohne Caddy hätte ich mich wie ein schlanker Fisch im Wasser verhalten und wäre schnell vorangekommen. Jetzt heißt es: Lücke abwarten, langsam Richtung Gleis entlang tasten und Zeit mitbringen. Und ich muss aufpassen, dass ich keinen Mitmenschen über die Füße fahre.
Der Regionalexpress nach Nürnberg steht schon am Gleis. Jetzt heißt es schnell sein. Leider ist der Wagon mit den Fahrradabstellplätzen schon besetzt. Also rein in einen normalen Wagen und Candy abstellen. Und ganz schnell einen Sitzlatz besetzen, wo ich den Candy im Auge habe. Mit dem 9 Euro Ticket gehört der Sitzplatz im RE zum raren, begehrten Gut. Und als Bahnprofi weiß ich: Der erste Platz ist der richtige Platz.

Fahrt nach Nürnberg im RE

Ich sitze, der Zug ist gut gefüllt. Nicht so stark, wie zu Beginn des 9 Euro Tickets als alle nach Sylt wollten. Alle Sitzplätze sind belegt und auch die Einstiegsbereiche füllen sich von Station zu Station. Ein Geschäftsmann im Anzug neben mir, mustert mich und meinen Caddy. Er fragt nach meinen Handicap. Wir unterhalten uns ein wenig und er lacht über meine Aktion mit den Worten „das ist ja mal was neues“. Er wünscht mir ein gutes Spiel und widmet sich seinen Unterlagen. Ich höre ein Hörbuch. Als zwei Mütter mit einer Schar von kleinen Kindern und einem Kinderwagen den Wagon entern, wird es laut und eng. Die Kinder sind sehr an meinem Caddy interessiert, schieben ihn hin und her und lassen trotz Ermahnung einer der Mütter die Finger nicht von meinem Bag. Gut, dass sie die Bälle nicht sehen. Ich will nicht sagen, dass die zwei Stunden Fahrt wie im Fluge vergehen, aber das Hörbuch half mir dabei, eine Kontrolle gab es keine, Bahn-Sicherheit schaute auch nicht vorbei – und leider gab es zahlreiche Trottel, die ohne Maske unterwegs sind. Ärgerlich solche Egoisten.

Ankunft Nürnberg Hauptbahnhof auf Gleis 9, Endstation – alles aussteigen. Aussteigen, na klar, aber zuvor muss ich zu meinem Caddy kommen. Der Mensch wird zum Tier, wenn er aus einem Zug oder einen Flugzeug aussteigen will. Ich, ich, ich – lautet oftmals die Devise. Wenn der Kinderwagen und mein überbreiter Caddy draußen sind, dann haben wir mehr Luft, doch es drängeln schon die Neueinsteiger in den Zug, der wieder nach München aufbrechen wird.

Interessant ist auch die Spezies Mensch, die den Wagon verlässt, aber dann sofort am Bahnsteig ruckartig und plötzlich stehen bleibt, um zu rauchen oder einfach so alles aufzuhalten. Einmal mit Profis reisen. Ich bewege mich mit dem Strom ins Untergeschoss und trage meine Caddy und Bag die Treppen herunter. Den Aufzug überlasse ich den Kinderwägen.
Mein Golfkollege ist pünktlich, wir verstauen die Golfausrüstung, steigen in sein Auto und ab geht es zum Golfclub Abenberg. Teil eins der Mission erfüllt.

Golfen in Abenberg

Einst im Jahr 1988 wurde der Golfclub Franken Abenberg e.V. durch eine kleine, golfbesessene Gruppe gegründet und mit dem Bau der ursprünglichen 18-Loch Golfanlage begonnen. Später wurde auf 27-Loch und einen 6-Loch-Akademieplatz erweitert. Heute zählt der Golfclub Abenberg e.V. zu den bekannten und geschätzten Golfadressen in der Metropolregion Nürnberg. Wir spielten den Kurs C. Leider hat die Sonne Frankens das Gras ziemlich verbrannt und der Sand der Bunker sind ziemlich hart. Franken braucht Regen. Aber der Platz macht Spaß und ich komme gerne wieder.

Rückfahrt nach Hause

Um 15:30 Uhr stand die Rückfahrt an. Ich wählte die längere Reisezeit von drei Stunden, weil der schnellere Regionalexpress mit zwei Stunden schon mehr als voll war und keiner Platz machen wollte für einen erschöpften Golfer, der einfach nur sitzen und dösen wollte. In meinem Zug bekam ich im Fahrradabteil einen guten Platz für Caddy und Golfer. Radler grinsen über mich, ich grinse zurück. Sie in ihren bunten Klamotten, ich in meinen Harris Tweed – eben Sportler unterwegs. Dann stellt noch ein altes Männlein seinen Rollator ab und setzt sich. Alles gut. Die drei Stunden Rückfahrt döse ich, leere drei Wasserflaschen und denke darüber nach, wie ich mein Handicap verbessern könnte. Golf ist eine Sucht.


München Hauptbahnhof – wieder das Gedränge und die Massen, aber ich habe schon Übung mit meinen Caddy und ich bringe Gelassenheit mit. Natürlich fällt meine S-Bahn aufs Land mal wieder aus. Signalstörung, Reparatur am Zug, Atomkrieg – irgendwas ist mit dieser S-Bahn immer. Der Zug ist voll, richtig voll und ich mitten drin, aber mit Sitzplatz. Der Tag ist mein Freund.

Zu Hause angekommen, das Bag erst mal in die Garage, raus aus den Klamotten und den Kerl frisch gemacht. Fazit: Mein Experiment hat geklappt. Golfen und 9 Euro Ticket funktionieren, wenn man die entsprechende Gelassenheit mitbringt. Und ich habe mir gleich ein Reisebag für 8 Schläger online bestellt, weil nochmal will ich mir eine solche Reise mit meinem Caddy und Bag nicht antun.