Posts Tagged ‘Kirche’

VR-Kirchenrundgang in 360 Grad – Kapelle Johannisthal in der Oberpfalz

8. März 2018

Mit Sicherheit bin ich kein großer Kirchenexperte, aber ich schau mir gerne Gotteshäuser an. Dort halte ich inne, mache mir meine Gedanken und komme zur Ruhe und ab und zu schieße ich ein paar Fotos. Bei einem Seminar in der Oberpfalz bin ich auf die Kapelle in Johannisthal gestoßen und ich machte einen Kirchenrundgang mit der 360 Grad-Kamera.

Zwischen Falkenberg und Windischeschenbach in der Oberpfalz liegt das Naturschutzgebiet Waldnaabtal. Dort ist die Bildungseinrichtung Haus Johannisthal. Der Gebäudekomplex war in die Jahre gekommen. Seit 1948 wird das Gebäude für das Bistum Regensburg als Bildungseinrichtung genutzt und nun war es an der Zeit zu renovieren. So beschloss das Bistum Regensburg 2007 den ganzen Bereich zu modernisieren und zu überarbeiten. Optisch ist das ganze Projekt sehr interessant geworden, im Einzelfall muss es sich zeigen, ob es sich im Alltag bewährt. Die Aufteilung zwischen Essens-Verwaltungshaus und Seminargebäude gefällt mir gut. Die strikte Trennung der Einheiten tut der ganzen Sache gut. Die vier Gebäude gruppieren sich um einen symbolischen Dorfplatz herum. Es wurde heimisches Material verwendet und die Bauweise der Oberpfalz spiegelt sich.

Neue Kapelle vermittelt Schlichtheit
Zudem wurde eine neue Kirche geschaffen, die aus dem Gelände herausragt. Nachdem ich den ganzen Tag in den modernen, klaren Tagungsräumen verbracht und meinen Vortrag gehalten hatte, wollte ich auch mal etwas anderes sehen und schaute mir die Kapelle an. Am auffälligsten ist das extrem steile Satteldach mit grauen Ziegeln, steiler als die Dächer der anderen Gebäude. Die monochrome Gestaltung des Architektenteams Brückner & Brückner aus Tirschenreuth/Würzburg wirkt.
Das Innere der Kapelle ist fast schmucklos, nahezu karg. Ich war überrascht von der Wucht der Stille. Als ich die Kirche betrat, waren meine Seminarteilnehmer beim Essen. So hatte ich den Raum für mich und meine Gedanken alleine. Dieser Ort strahlt wirklich Stille aus und die Schlichtheit des hellen Fichtenholzes zwingt zur Konzentration auf das Wesentliche. Wand, Decke und Bänke sind aus diesem Holz. Kaum etwas lenkt meine Gedanken ab. Es gibt ein schlichtes Kreuz – vielleicht am Auffälligsten ist eine historische Madonna mit Kind in dem modernen Kirchenbau.
Ich setzte mich in die erste Reihe und bemerkte ein Lichterspiel hinter dem Alter. Die Sonne scheint durch ein schmales Fenster. Je nach Sonnenstand verändert sich das Licht im Raum – bei mir war es ziemlich windig und die Wolken sorgten für ein Licht- und Schattenspiel.

Erinnerungen an den 11. September: Hilfszentrale in der St. Paul’s Chapel

11. September 2015

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Heute jährt sich der Jahrestag der Anschläge zum 11. September. Und wieder denke ich an die Opfer des Anschlags. Während meine Eltern wissen, was sich am Tage von Kennedys Ermordung gemacht haben, weiß meine Generation, was wir am 11. September gemacht haben, als die Türme fielen. Ich habe darüber mehrmals gebloggt.
Heute will ich mich an die Hilfszentrale erinnern, die am 11. September eine symbolische Rolle gespielt hat. Und damit will ich mich an die St. Paul’s Chapel in Manhattan erinnern. In deutschen Reiseführern wird sich auch als Paulus-Kapelle bezeichnet. Trotz ihrer direkten Nähe zu den Zwillingstürmen wurde sie beim Einsturz nicht beschädigt. Alle Scheiben blieben ganz. Die Kirche ist das älteste in Manhattan bestehende und genutzte Kirchengebäude und wurde 1764 errichtet. Die St. Paul’s Chapel hat ein lange Geschichte, die es auf der Website nachzulesen gilt.


Mich interessierte aber die neuere Geschichte der Kirche: Während des 11. September diente das Gotteshaus als Hilfszentrale für die Rettungskräfte. Es gab für die Feuerwehrleute ein warmes Essen und einen Platz zum Ausruhen. Das komplette Gebäude war mit Staub eingedeckt, blieb aber unbeschädigt. Die Rettungskräfte hatten einen Ort der Geborgenheit im Chaos. Das haben die New Yorker nicht vergessen.
Bis heute wird in der Kirche mit zahlreichen Tafeln und Fahnen an die Attentate zum 11. September erinnert. Feuerwehren aus der ganzen Welt besuchen diesen Ort und lassen Hoheitszeichen als Respekt für die enormen Leistungen da. Auch Wehren aus Deutschland habe ich dort gesehen. Ich habe mit meiner Frau einen ganzen Nachmittag in der Kirche und auf dem Friedhof verbracht, um der Toten zu gedenken und die Leistungen der Rettungskräfte zu würden. Ich kann jedem New York-Besucher den Kirchenbesuch ans Herz legen. Es wird eine intime Erinnerung an den 11. September werden.


Neben an das das großzügige Mahnmal und nationale Gedenkort am neuen World Trade Center. Dort ist mir zu viel Trubel. Die Erinnerung wurde würdevoll gestaltet, aber mich einfach zu voll. Für meinen europäischen Geschmack ist es manches Mal zu viel mit dem Pomp. So ist eben die amerikanische Art und es steht mir nicht an, darüber zu urteilen.

Der Papst kommt ins Kino

17. Juni 2015
Der deutsche Papst kommt ins Kino.

Der deutsche Papst kommt ins Kino.

Ich bin sehr gespannt, was daraus wird. Die Geschichte des deutschen Papstes soll auf die Kinoleinwand kommen. Ich weiß nicht, ob dies ein Blockbuster wird.
Die PANTALEON Entertainment AG plant einen Kinofilm über das Leben des deutschen Papstes Benedikt XVI. und hat sich exklusiv die Rechte an der 2016 im Pattloch-Verlag (Verlagsgruppe Droemer Knaur) erscheinenden Papst- Biographie von Peter Seewald gesichert. Das heißt: Das Buch ist noch nicht einmal erschienen und schon plant man daraus einen Kinofilm zu machen. Ich bin gespannt, denn ich gerade das Thema Religion ist nicht unumstritten. 
Gemeinsam mit dem früheren RTL-Fernsehfilm- und Serien-Chef Peter Alexander Weckert beabsichtigen die PANTALEON-Produzenten Dan Maag, Marco Beckmann und Matthias Schweighöfer das Leben des deutschen Papstes im Rahmen einer internationalen Produktion auf die Kinoleinwand zu bringen. Also ein RTL-Mann plant die Papst-Bio, mir wird ganz anders. Ohne Zweifel Peter Alexander Weckert ein Meister seines Fachs – aber gerade das scheint mir hier bei diesem sensiblen Thema ein Problem zu sein. Wie hat es RTL-Chef Helmut Thoma mal gesagt: Im Seichten kann man nicht ertrinken. 
Für die Drehbuchentwicklung konnte PANTALEON den renommierten Drehbuchautor Johannes Betz („Die Spiegel-Affäre“, „Hindenburg“, „Die weiße Massai“) verpflichten. Johannes Betz wird das Drehbuch auf Basis der Biographie des Papst-Vertrauten Peter Seewald entwickeln. Die Biographie des Bestsellerautors Seewald, dessen Bücher in mehr als 30 Sprachen übersetzt werden, wird voraussichtlich 2016 veröffentlicht und neue, bislang unbekannte Details aus dem Leben des ehemaligen Papstes enthalten. 
„Das Leben des deutschen Papstes Benedikt XVI. bis zu seinem historischen Rücktritt, bietet einen der großartigsten Stoffe unserer Zeit für einen internationalen Kinofilm“, erklärt Dan Maag, Vorstand der PANTALEON Entertainment AG. „Wir freuen uns daher exklusiv auf Basis der Biographie von Peter Seewald einen Kinofilm zu entwickeln. Alleine die katholische Kirche mit ihren weltweit über 1,2 Milliarden Mitgliedern stellt eine gigantische Zielgruppe dar. Unser Anspruch geht aber weit darüber hinaus, wir möchten eine spannende und vielschichtige Geschichte erzählen, die auch Menschen anspricht, die der Kirche nicht nahe stehen.“ Es ist typisch für diesen Markt, wenn man bei Gläubigen von Zielgruppe spricht – nein danke. 
„Ein mutiges Unternehmen“, lobt daher auch Monsignore Georg Gänswein, Kurienerzbischof der römisch-katholischen Kirche, Präfekt des Päpstlichen Hauses und Privatsekretär des emeritierten Papst Benedikts XVI., und wünscht dem PANTALEON-Team: „Packt es mutig und fidel an!“

Susan Swartz: Verbindung zwischen sakraler Kunst und moderner Kunst

30. Juni 2014

Wer in Salzburg ist, sollte sich spurten, die Ausstellung der US-Künstlerin Susan Swartz in der Kollegienkirche Salzburg zu sehen. Bis zum 4. Juli gibt es eine fabelhafte Verbindung zwischen sakraler Kirchenkunst und moderner Malerei. Susan Swartz lässt sich in ihrer Landschaftsmalerei von der Welt der Natur und ihrer Schnittstelle mit der Spiritualität inspirieren. Sie erkundet diese Verbindung mit beeindruckenden Farben in großen vielschichtigen abstrakten Gemälden. Zusammen mit Mitgliedern des PresseClub München besuchte ich die Ausstellung im frisch renovierten Gotteshaus. Organisiert wurde die Fahrt von Annette E. Diepenbrock von Deleguide.

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Für mich war es eine ungewöhnliche Kombination: sakrale Kirchenkunst und moderne Kunst – aber ich muss sagen, es passt zusammen. Ein Kirchenraum als Ausstellungsraum – für manche Besucher zu gewagt, ich finde es sehr interessaant. Sowohl im Ausstellungsraum, als auch im Kirchenraum geht bei mir der Blick nach innen. Hektik fällt ab und ich konzentriere mich auf Spiritualität.

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Susan Swartzs künstlerische Arbeit wurde in mehreren Einzelausstellungen gewürdigt: so beispielsweise 2011 im National Museum of Women in the Arts in Washington, D.C., 2010 im Springville Museum of Art in Springville, Utah und 2008 im Utah Museum of Fine Arts in Salt Lake City. Swartz ist mit ihren Arbeiten auch in den ständigen Sammlungen dieser Museen sowie im Olympischen Museum in Lausanne vertreten. Im Jahr 2002 wurde Swartz mit dem Utah Governor’s Mansion Award ausgezeichnet. Und 2005 wurden ihre Arbeiten neben denen von Künstlern der Wasatch Mountain School wie Maynard Dixon, Albert Bierstadt und Thomas Moran in Gibbs Smiths Sammelband Painters of the Wasatch Mountains veröffentlicht. Im selben Jahr erhielt sie den Ehrenpreis der Harvard Divinity School für ihr künstlerisches Schaffen, das eine Verbindung zwischen Kunst und Glauben herstellt. Bei den Olympischen Winterspielen von 2002 wurde Swartz zur offiziellen Landschaftsmalerin ernannt. Hier habe ich sie das erste Mal wahrgenommen.

Sie gilt als Aktivistin in der Kunstszene und das hat einen guten Grund: Ihr jahrzehntelanger Kampf gegen eine Quecksilbervergiftung und eine Lyme-Borreliose hat sie als Künstlerin und Bürgerin sehr verändert. Sie beteiligt sich aktiv an Umweltkampagnen gegen Wasser- und Luftverschmutzung. Ebenso unterstützt sie die Vision und Produktion von Dokumentarfilmen durch Impact Partners, eine Filmfördergesellschaft, der sie als Gründungsmitglied angehört. Impact Partners wollen soziale und ökologische Ungerechtigkeit aufzeigen; mit einem ihrer Filme gewannen sie den Oskar für den besten Dokumentarfilm, drei weitere wurden für den Oskar nominiert, von denen einer auf dem Sundance Film Festival ausgezeichnet wurde.

Von Mai bis 4. Juli 2014 wird Swartz die erste Künstlerin sein, der eine Ausstellung in der gerade restaurierten barocken Kollegienkirche in Salzburg gewidmet ist.

 

Der Spagat vom Hamburger Michel

3. September 2013

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Wer Hamburg besucht, der sollte unbedingt auch die Kirche Sankt Michaelis, besser bekannt als Hamburger Michel, besichtigen. Es ist eines der Wahrzeichen der Stadt und ein Tourismusmagnet. Der Blick vom Turm ist phänomenal. Und das Innere der Kirche ist wirklich sehenswert und hörenswert. Die evangelische Kirche besitzt fünf Orgeln. Wer Zeit hat, sollte der Mittagsandacht lauschen. Um 12 Uhr gibt es nicht nur erbauliche Worte, sondern auch ein kostenloses Orgelkonzert im dem lichtdurchfluteten Gotteshaus.

Als Tourist genoss ich den wunderbaren Bau, doch die Kirche muss einen großen Spagat machen. Auf der einen Seite ist sie eine Sehenswürdigkeit ersten Ranges, auf der anderen Seite ist sie ein Gotteshaus mit einem aktiven Gemeindeleben.

Nach meiner Mittagsandacht fand eine Taufe statt und die Kirchenmitarbeiter hatten alle Mühe, die Touristen aus der Kirche hinauszukomplementieren. Hier noch ein Foto, da noch ein Video, während die Familie des Täuflings ungeduldig wartete, damit das Kind das Sakrament der Taufe empfangen kann. Vor der Kirche nahmen die Familien- und Gemeindemitglieder Aufstellung für den Gottesdienst, während immer mehr Touristen in die Kirche wollten. Die Mitarbeiter von Sankt Michaelis haben es elegant gelöst, aber ich kann mir vorstellen, dass so mancher weit angereiste Tourist gerne seine Tour durch das Wahrzeichen Hamburgs fortsetzen will – Taufe hin oder her.

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Ich musste zugeben, dass ich mich unwohl gefühlt habe, irgendwie als Störenfried. Dabei war es nicht meine Absicht, ein aktives Gemeindeleben zu stören. Ich kann nur allen Hamburg Touristen raten, sich auf der exzellenten Website von Sankt Michaelis vorher über Gottesdienste zu informieren, denn ich finde: Das Gemeindeleben hat Vorrang.

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