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Evi Huttenloher im BistroTalk: „Wenn sich jeder zurückzieht, passiert nichts mehr“

17. Juni 2026

Das Bistro Sixtyfour in Maisach war bis auf den letzten Platz gefüllt, als Gastgeber Matthias Lage zu einer neuen Ausgabe seines BistroTalks begrüßte. Die Veranstaltung wurde live auf YouTube übertragen, Gesprächspartnerin des Abends war Evi Huttenloher, dritte Bürgermeisterin der Gemeinde Maisach. In lockerer Atmosphäre entwickelte sich ein persönliches, stellenweise humorvolles, aber auch nachdenkliches Gespräch über Heimat, Ehrenamt, Kommunalpolitik, Gewerbe, Corona und den Zusammenhalt in der Gemeinde. Die Veranstaltung wurde gesponsert vom Zentrum für Gesundheit Dombo.

Schon zu Beginn wurde deutlich, dass Huttenloher in Maisach eine bekannte und geschätzte Persönlichkeit ist. Bei der Kommunalwahl war sie Stimmenkönigin geworden – ein Ergebnis, das sie nach eigenen Worten durchaus überrascht habe. Zwar habe sie gewusst, dass sie über eine gewisse Unterstützung verfüge, sagte sie, doch das Ausmaß der Zustimmung habe sie sehr gefreut. Seit mehr als 40 Jahren lebt Huttenloher in Maisach. Anfangs sei es für sie nicht einfach gewesen, als neues Gesicht in eine bekannte Maisacher Familie einzuheiraten. Heute aber sagt sie klar: Maisach sei ihre Heimat geworden. Ihre Familie lebe hier, ebenso viele Freunde und Bekannte. In Maisach habe sie ihren Platz gefunden. Hier ist die Videoaufzeichnung des Talks.

Ein wichtiger Teil dieser Verwurzelung war das Schuh- und Orthopädiegeschäft der Familie Huttenloher. Über das Geschäft habe sie viele Menschen kennengelernt, vom jungen bis zum älteren Kunden. Gemeinsam mit ihrem Mann und den Schwiegereltern habe sie das Unternehmen mit aufgebaut. Aus dem privaten und beruflichen Ankommen entwickelte sich nach und nach auch ihr öffentliches Engagement. Über Kindergarten, Familie, Vereine und persönliche Kontakte sei sie immer stärker in das Gemeindeleben hineingewachsen. Eine klassische Initialzündung für die Politik habe es nicht gegeben, berichtete Huttenloher. Vielmehr seien immer wieder Menschen auf sie zugekommen und hätten ihr Mut gemacht. Bei ihrer ersten Gemeinderatskandidatur stand sie auf Listenplatz 24 und rechnete nicht ernsthaft mit dem Einzug. Umso größer sei der Schreck gewesen, als sie tatsächlich gewählt wurde. Ihr Mann habe damals trocken reagiert: „Jetzt haben wir den Dreck.“ Heute kann Huttenloher darüber lachen.

Im Gespräch zeigte sich, wie eng ihr politisches Engagement mit der alltäglichen Begegnung mit Bürgerinnen und Bürgern verbunden ist. Sie sei viel in Maisach unterwegs, werde oft angesprochen und höre zu. Ihr Mann sage manchmal, wenn sie nur kurz weg wolle, dauere es selten unter einer Stunde. Für Huttenloher ist genau das Teil ihrer Rolle: erreichbar sein, zuhören, Kontakte pflegen. Ein funktionierendes Netzwerk sei wichtig, sagte sie, vor allem, wenn irgendwo „der Schuh drückt“. Besonders am Herzen liegen ihr Familien und Kinder. Im Gemeinderat betreut sie weiterhin das Referat Familie und Spielplätze. Auch ihre Enkelkinder seien dabei gewissermaßen Teil ihres „Spezialistenteams“: Wenn auf einem Spielplatz etwas nicht funktioniere, werde die Oma informiert.

Stolz ist Huttenloher auf eine Aktion, die sie 2008 angestoßen hat: Neugeborene in der Gemeinde erhalten ein Lätzchen mit dem Aufdruck „Ein familienfreundliches Maisach freut sich auf dich“ sowie eine Karte und kleine Schuhe. Die Besuche bei den jungen Familien seien in der Regel von großer Freude geprägt. Es sei schön, in glückliche Gesichter zu schauen. Solche Gesten stehen für Huttenloher für eine Gemeinde, die Nähe zeigt und Familien willkommen heißt.

Ein zentrales Thema des Abends war der Zusammenhalt in Maisach. Huttenloher betonte, dass alle Ortsteile wichtig seien. Rivalitäten zwischen Maisach, Gernlinden und anderen Ortsteilen kenne sie zwar, sie halte sich daraus aber bewusst heraus. Durch das Geschäft der Familie habe sie immer Kunden aus der gesamten Gemeinde erlebt. Entscheidend sei, dass Menschen sich einbringen. Wer neu nach Maisach komme, könne über Kinderkrippe, Kindergarten, Schule oder Vereine schnell Anschluss finden. Wer sich jedoch völlig zurückziehe, dürfe sich nicht wundern, wenn der Ort fremd bleibe. Das Vereinsleben sei für Huttenloher ein wesentlicher Bestandteil des sozialen Miteinanders. „Wenn sich jeder zurückzieht, passiert nichts mehr“, sagte sie sinngemäß. Begegnungen, soziale Kontakte und gegenseitige Unterstützung seien für eine Gemeinde unverzichtbar.

Auch ihre frühere Tätigkeit als Vorsitzende des Gewerbeverbandes nahm breiten Raum ein. Sie sei in diese Aufgabe hineingerutscht, berichtete Huttenloher, habe aber auf ein gutes Team bauen können. Der Gewerbeverband habe vor allem die Interessen der örtlichen Betriebe gebündelt. Je mehr Geschäfte und Unternehmen zusammenstünden, desto stärker werde ihre Stimme gegenüber der Gemeinde gehört. Ein sichtbares Zeichen dieses Engagements war lange die Weihnachtsbeleuchtung in Maisach, für die der Gewerbeverband verantwortlich war. Der große Weihnachtsbaum sei allerdings aus organisatorischen Gründen nicht mehr weitergeführt worden. Der Aufwand sei enorm gewesen.

Mit Sorge blickt Huttenloher auf den Wandel des örtlichen Einzelhandels. Zwar gebe es in Maisach nicht viel Leerstand, doch klassische inhabergeführte Geschäfte seien seltener geworden. Traditionsgeschäfte seien verschwunden, neue Nutzungen hätten sich entwickelt. Apotheken und Nahversorgung seien weiterhin vorhanden, doch der „normale Laden“ habe es im Online-Zeitalter schwer. Corona habe diesen Wandel noch beschleunigt. Dennoch ist Huttenloher überzeugt, dass der persönliche Einkauf vor Ort weiterhin Bedeutung hat. Eine gute Mischung aus Digitalisierung und persönlicher Begegnung sei nötig.

Ausführlich erinnerte sie an die Corona-Zeit, die für den Handel, die Gastronomie und viele Betriebe einen massiven Einschnitt bedeutete. Am 15. März 2020 fanden die Kommunalwahlen statt, wenige Tage später mussten zahlreiche Geschäfte schließen. Für das Schuhhaus Huttenloher kam der Lockdown zum Saisonstart, die neue Ware lag im Lager. Während der orthopädische Bereich als systemrelevant weiterarbeiten durfte, war der Verkauf von Schuhen zunächst nicht möglich. Huttenloher organisierte daraufhin telefonische Beratung und brachte insbesondere Kinderschuhe zu den Familien nach Hause. Das sei anstrengend gewesen, aber auch von großer Dankbarkeit begleitet. Später setzte sie sich hartnäckig dafür ein, dass der orthopädische Teil des Betriebs unter Auflagen wieder öffnen durfte. Schutzvorrichtungen, Masken, Desinfektion und Einlasskontrollen gehörten zum neuen Alltag.

Eine besondere Aktion des Gewerbeverbandes waren die grünen Herzen, die während der Pandemie an vielen Geschäften zu sehen waren. Mit dem Aufdruck „Bleiben Sie gesund und halten Sie uns die Treue“ sollten sie ein Zeichen der Verbundenheit zwischen Geschäften und Kundschaft setzen. Die Aktion wurde gut angenommen und ist im Ort teilweise bis heute sichtbar. Auch eine Übersicht der geöffneten Geschäfte, Lieferangebote und Online-Angebote entstand in dieser Zeit. Huttenloher erinnerte daran, wie sich viele Betriebe mit großem Einsatz selbst organisierten, um irgendwie weiterzumachen. Besonders hart getroffen seien Friseure und Gastronomie gewesen. Viele Maisacherinnen und Maisacher hätten versucht, lokale Betriebe zu unterstützen, indem sie Essen abholten oder bewusst vor Ort einkauften.

Trotz aller Schwierigkeiten habe Corona auch gezeigt, dass Veränderung möglich sei. Der Gewerbeverband arbeitete plötzlich mit Zoom-Sitzungen, Betriebe stellten Angebote digitaler auf, und Arbeitsweisen veränderten sich. Ganz zurück in alte Muster wolle Huttenloher nicht. Digitalisierung sei wichtig, aber sie dürfe die persönliche Begegnung nicht ersetzen. Sie selbst schätze beides: den Austausch vor Ort ebenso wie digitale Möglichkeiten, wenn sie sinnvoll eingesetzt würden.

Persönlich geprägt wurde Huttenloher auch durch das Familienunternehmen. Der Name Huttenloher sei seit Jahrhunderten mit Maisach verbunden. Aus einer kleinen Schuhmacherei sei über Generationen ein bekanntes Schuh- und Orthopädiegeschäft geworden. Sie selbst trat 1983 in den Betrieb ein und gestaltete ihn gemeinsam mit Familie und Mitarbeitenden weiter. Besonders wichtig sei dabei immer der Zusammenhalt gewesen. In der Familie habe man sich aufeinander verlassen können. Entscheidungen seien gemeinsam getroffen worden, Schuldzuweisungen habe es nicht gegeben. Auch wenn etwas nicht funktioniert habe, sei es gemeinsam getragen worden.

Neben Politik und Gewerbe engagiert sich Huttenloher auch in der Kirche. Sie sei christlich geprägt aufgewachsen, erzählte sie. Schon ihre Großeltern seien in der Kirche aktiv gewesen, ihre Brüder waren Ministranten – sie selbst durfte als Mädchen damals nicht ministrieren. Später wurde sie Kommunionmutter und fand auch dort eine Aufgabe, die ihr lag: Kinder zusammenbringen, Gruppenstunden gestalten, Gemeinschaft schaffen. Ihr Glaube sei für sie kein lautes Bekenntnis, sondern Teil ihres Lebens und Handelns.

Beim Thema Ehrenamt sprach Huttenloher offen über die Herausforderungen. Es werde schwieriger, Menschen für Verantwortung zu gewinnen. Bürokratie, Haftungsfragen und die Angst, Fehler zu machen, schreckten viele ab. Zugleich müsse man jüngere Menschen ernst nehmen, ihnen Verantwortung geben und akzeptieren, dass sie manches anders machen. Entscheidend sei, rechtzeitig Nachfolgerinnen und Nachfolger einzubinden und sie nicht permanent zu bevormunden. Ein Vorstand sei immer nur so gut wie das Team, das ihn unterstütze. Allein könne niemand etwas bewegen.

Am Ende blieb der Eindruck einer Frau, die tief in Maisach verwurzelt ist und ihre Kraft aus Begegnungen zieht. Huttenloher beschrieb sich selbst als aktiven Menschen, der Menschen mag. Gespräche, Kontakte und gemeinsame Aufgaben spornten sie an. Das volle Bistro Sixtyfour zeigte an diesem Abend, dass viele Maisacherinnen und Maisacher diese Haltung schätzen. Gastgeber Matthias Lage dankte seiner Gesprächspartnerin, dem Team des Sixtyfour, seiner Familie hinter der Technik sowie dem Sponsor Zentrum für Gesundheit Dombow. Die nächste Ausgabe des BistroTalks am Mittwoch 15. Juli widmet sich dann der Digitalisierung, virtueller Realität und Augmented Reality. Zu Gast ist Pierre Kretschmer, Admin der größten deutschen Facebook-Gruppe VR-Familie aus Gernlinden.

Heft zur Gemeindegeschichte Meisaha 2024 ist erschienen

12. Dezember 2024

Ehrenamtlich engagiere ich mich in meiner Wohnortgemeinde Maisach für den Arbeitskreis Geschichte. Das ist ein loser Zusammenschluss von engagierten Bürgerinnen und Bürgern, die die Heimatgeschichte des Ortes aufarbeiten. Es ist kein Wissenschaftskreis, sondern eine Gruppe von historisch interessierten Laien, die ein historisches Storytelling betreiben.

Und einmal im Jahr bringen wir mit Meisaha ein Heft zur Gemeindegeschichte heraus. Jetzt war es wieder soweit und die Präsentation fand im örtlichen Gemeindezentrum statt. 45 Interessierte folgte der Einladung. Am Wochenende haben wir einen zweitätigen Maisacher Advent, wo wir das Heft der Öffentlichkeit verkaufen werden. Dann beginnt der Verkauf in ausgewählten Geschäften des lokalen Einzelhandels und an der Pforte des Rathauses. Auf das Heft wird durch Plakate auf den gemeindlichen Anschlagtafeln hingewiesen.

Auch ich war dieses Jahr wieder dabei. Zum einen schrieb ich einen Artikel über den Togoverein, der lange Jahr bei uns in der Gemeinde ansässig war. Zum anderen layoutete ich das Meisaha-Heft, die Plakate und einen Roll-Up-Banner. Zudem pflege ich den Facebook-Account des Arbeitskreises und gestaltete einen Präsentationsfilm aus dem Fotos des Heftes.

In einer Auftaktveranstaltung stellten die Autoren die einzelnen Artikel des Heftes vor. Wir gaben eine kleine Inhaltsangabe, damit die Bürgerinnen und Bürger einen Einblick ins Heft bekommen und auf den Geschmack kommen, das Heft für 6 Euro zu erwerben. Die Federführung hatte die Chefredakteurin Cornelia Schader als Leiterin des Arbeitskreises Geschichte inne. Ich zeichnete die Vorstellungen auf Video auf und stellte sie als Werbemaßnahme in YouTube ein.

Bei einem Glas Sekt kam man anschließend ins Gespräch. Kommunikation ist wichtig, gerade in einer kleinen Gemeinde im Speckgürtel von München. Neuzugezogene erhalten durch das Heft einen kleinen Einblick in das Leben vergangener Tage. Und ältere Mitbürgerinnen und Bürger erinnern sich an alte Geschichten, die wir vielleicht in der Ausgabe des Jahres 2025 aufgreifen werden. Neue Geschichten sind immer willkommen – ich habe meine schon im Hinterkopf.

Meisaha 2024: Gernlinden, eine Großsiedlung der Latènezeit

Meisaha 2024: Leben in einem Denkmal – das älteste Haus in Stefansberg

Meisaha 2024: 1674-2024: 350 Jahre Schuhmacher Huttenloher in Maisach

Meisaha 2024: Die Glocken der Pfarrkirche Malching

Meisaha 2024: Gernlindner Bahnhofskinder

Meisaha 2024: Kiesgrube im Westen von Gernlinden

Meisaha 2024: Das Kalksandsteinwerk in Überacker

Meisaha 2024: Vom Herzen Maisachs nach Togo

Meisaha 2024: Maisacher Jahresrückblick Juli 2023 – Juni 2024

Gelungene Customer Journey für Hausschuhe aufgrund Putins Angriffskrieg

5. Februar 2023

Im Grunde ist dieser schreckliche Putin mit seinem verbrecherischen Angriffskrieg gegen die Ukraine daran schuld. Unsere Familie folgt dem Aufruf der Bundesregierung und spart Gas – ziemlich konsequent. Und die Folge ist natürlich, dass die Temperaturen in der Hütte niedriger sind als bei Vorkriegszeiten. Sparen ist angesagt. Warme Klamotten reichen aus, um diese Temperatur zu kompensieren. Und: Der Winter war nicht so schlimm wie befürchtet.

Nur bei mir im Dach kommt es vom Boden kühl daher. Im Dach befindet sich mein Arbeitszimmer, in dem ich als Selbstständiger doch einige Zeit des Tages verbringe.
Ich trage zwar Hausschuhe, aber meine Rohde Viborg Herren Schuhe aus Leder und Lammfell sehen zwar edel aus, reichen mit ihrer relativ dünne Sohle nicht aus, um von unten zu isolieren. Also der Entschluss: Es müssen wärmere Hausschuhe her. Und sie sollten wieder von Rohde sein, denn mit den Produkten dieses deutschen Unternehmens bin ich bisher gut gefahren bzw gelaufen. Das Unternehmen von 1862 stellt Hausschuhe und Sandalen her. Im Bett vor dem Einschlafen bei Amazon ein paar Schlappen zusammengeklickt, aber die Bestellung noch nicht abgeschickt. Eine Nacht über Entscheidungen zu schlafen hat sich immer bewährt.

Am nächsten Morgen aufgewacht und natürlich im Bett den Social Media-Status der verschiedenen Kanäle gecheckt. Und mein Zuckerberg! Es erscheint in meinem Facebook-Feed ein Hinweis des örtlichen Schuhhauses mit genau meinen Wunschhausschuhen, kein sponsored Post, sondern klassisch im Newsfeed.

Schuhmachermeister Andreas Dittrich mit dem ich in Facebook befreundet bin, hat bei uns in der Gemeinde das alteingesessene Schuhhaus Huttenloher übernommen. Andreas Dittrich kennt sich in Sachen Schuhe aus. Die Familie fertigte 1921 in Schwabing Schuhe für die Haute­vo­lee. Es folgten Geschäfte im Laufe der Zeit in Aubing, Neuaubing, Germering und seit ein paar Monaten eben in meiner Wohngemeinde Maisach im Landkreis Fürstenfeldbruck.

Also beim Frühstück den Post kommentiert und nach dem Frühstück in Räuberzivil bei Andreas Dittrich Schuhhaus Huttenloher vorbeigeschlappt. Die Gattin begleitet mich, denn sie kennt meinen Schuhtick, damit es wirklich nur bei einem Paar Hausschuhe bleibt.

Bei mir ging es ratz fatz. Die Mutter von Andreas Dittrich war im Geschäft und bediente mich. In der engeren Auswahl waren zwei Modelle von Rohde und ich entschied mich doch für das analoge Paar aus dem digitalen Facebook-Post.

Marketingtechnisch heißt es so schön: Die Customer Journey war erfolgreich und ich kam zum Kaufabschluss. Die Gattin, die eigentlich auf mich aufpassen wollte, probierte derweil Winterstiefel um Winterstiefel an. Am Ende wurden es bei ihr zwei Paar, bei mir das reduzierte Paar Hausschuhe und ein glücklicher Andreas Dittrich. Gleich noch ein Schwätzchen über Meisterprüfungen im Handwerk gehalten und alle waren zufrieden. Das ist der Vorteil des stationären Handels. Bei Amazon hätte ich nur ein Schwätzchen mit dem DHL-Boten geführt und mich über Country-Musik unterhalten.

Meine Schuhe sind bequem und trotzen dem Putin. Die Einkäufe der Gattin trafen zu Hause auf das Interesse der Tochter und so teilen sich die weiblichen Mitglieder der Familie nun die Winterstiefel. Übrigens: Die Argumentation, dass wir uns die Schuhe hätten sparen und stattdessen russisches Erdgas verheizen können, lass ich nicht gelten.