Posts Tagged ‘Hyde Park’

Essen in London: Kurobuta, eine Izakayas am Hyde Park

7. Juni 2019

Essen in London ist immer eine besondere Erfahrung. Vorbei sind die Zeiten in denen das englische Essen einen schlechten Ruf besaß. Es gibt viele innovative Konzepte und bei meinem jüngsten Besuch mit K2 probierten wir wieder etwas neues aus. 

Sake-Laden zum Sitzen

Zunächst war uns nach einem Spaziergang durch den Hyde Park nach japanischer Küche. Der Weg führte K2 und mich ins Kurobuta Marble Arch, 17-20 Kendal Street, London, W2 2AW. Meine Vorstellungen von einem klassischen japanischen Restaurant musste ich allerdings sofort revidieren. Als ich die Lokaltür öffnete, glaubte ich in einem klassischen Rock‘n Roll Schuppen zu sein. In voller Lautstärke schallte mir die Musik der 80er entgegen: Bowie, Springsteen, Pet Shop Boys. Ich war in eine Izakayas geraten. So werden in Japan Kneipen bezeichnet. Übersetzt heißt es etwa „Sake-Laden zum Sitzen“. 

Sake-Laden zum Sitzen

Sake-Laden zum Sitzen

Das gefiel uns und so nahmen wir Platz. Es gab verschiedene Kleinigkeiten, sogenannte Tsumami, zu essen. K2 und ich bestellten Hot Chicken Wings in einer genialen Sauce, BBQ Pork Rips (lecker), Sushi Spicy Tuna (wunderbar temperiert) und eine Sashimi Platte (einfach genial). Dazu gab es für mich dreifach gehopftes Asahi-Bier, in London gebraut. Klare Empfehlung für diesen Laden – wäre die Musik in den 80er Jahre nur besser gewesen. 

Fish and Chips

Zu London gehört für mich auch ein Essen im Pub dazu. Dieses Mal war ich in The Dickens und bestellte die traditionellen Fish and Chips. Nicht unbedingt eine kulinarische Erfahrung, aber es gehört einfach zu einem London-Besuch dazu.

Immer auf der To-do-Liste:Fish and Chips

Immer auf der To-do-Liste:Fish and Chips

An der Theke bestellt und am Tisch gegessen. Es waren nicht die besten Fish and Chips, aber auch nicht die schlechtesten. Aber ich kann es wieder von meiner To-do-Liste streichen. 

Rolling Stones – ich komme

12. Juni 2017
Ankündigung der NoFilter-Tour der Stones.

Ankündigung der NoFilter-Tour der Stones.

Ich werde von meiner Frau verwöhnt. Die Rolling Stones gehen auf Tour und die Ehefrau hat mich nach München ins Olympiastadion eingeladen, wenn die Band aufspielt. Es heißt, es soll die letzte Tour der alten Herren sein. Nun, dies hieß es schon bei der Tour davor und auch bei der vorvorherigen Tour. Aber dieses Mal soll es wirklich die letzte Welttour sein – die Stones werden auch nicht jünger, obwohl Mick Jagger mit heute 73. Jahren fitter ist, als ich es je war. Keith Richards sieht mit seinen 73. Jahren so, wie er wohl immer aussehen wollte. Für mich steht fest: Ich geh zu den Stones – hurra.
Ich habe sie schon mehrmals gesehen. Bei der Voodoo Lounge Tour 1994/95, bei der Bridges to Babylon Tour 1997/98, bei der A Bigger Bang-Tour 2007 und nun bei der NoFilter Tour 2017. Ich glaube wirklich, dass es nun die letzte Tour ist. Die drei Konzerte in Deutschland in Hamburg, München und Düsseldorf sind ausverkauft. 180000 Tickets gingen über den Ladentisch. Und meine Frau muss mich wirklich lieben, denn die Ticketpreise sind abartig hoch. Sie war eine der ersten, die sich online um Karten für uns bemüht hat – dafür vielen lieben Dank. Ich hing in der U-Bahn in Hannover herum mit Edge und hätte nie die Chance auf Karten gehabt.
Für mich heißt es nun, Rolling Stones-Aufnahmen anhören und zwar konzentriert. Es liegen viele Live-Alben der Stones hier herum. Als erstes nehme ich mir das Album Havana Moon vor. Hier haben die Stones Geschichte geschrieben. Durch die Annäherung USA/Kuba durften die Rock’n Roll-Millionäre das erste Mal auf der kommunistischen Insel im März 2016 spielen. Und sie haben schön gespielt, obwohl ich skeptisch war. Können die Stones ihr Hyde Park-Konzert noch steigern? Nun, sagen wir es mal so: Es ist mindestens genauso gut.


Die üblichen Titel live, ein wenig Blues, viele Klassiker vor den 1,2 Millionen kubanischen Zuschauern. Und der Sound ist astrein. Die Stones brachten im Grunde nicht nur ihre Musik nach Kuba, sondern den ganzen Rock’n Roll Zirkus bis hin zum Aufnahmegerät. Hier wird nichts dem Zufall überlassen. Die Songs in Kuba machen noch immer Spaß, vieles sind Klassiker. Und wenn die Stones vom Kuba nach München im September kommen, dann will ich die Songs ebenso genießen. Ich freu mich sehr.

Alles Gute zum Geburtstag Sir Mick

27. Juli 2013

Sir Mick wurde gestern 70. Jahre alt. Und wenn ich die jüngste Veröffentlichung Live im Hyde Park anhören, die einen Monat exklusiv bei iTunes veröffentlicht wurde, muss ich voller Respekt sagen: Der Kerl hat es noch drauf.

Zum Geburtstag habe ich die Jagger-Bioggrafie Rebell und Rockstar von Marc Spitz an zwei Tagen gelesen und viele Details aus dem Leben des Menschen erfahren. Diese Biografiie gab mir zahlreiche Impulse, vor allem, dass ich mich wieder mit den frühen Stones beschäftigen muss. Das Album The London Years war für mich eine absolute Offenbarung. Ich habe mir zudem in einem Marathon zwei Jagger-Filme reingezogen: Performance und Freejack – der erste ein wunderbare, sehenswertes Exemplar der sechziger Jahre, der andere kompletter Sciene Fiction-Blödsinn von 1992.

Ich bin wohl einer der wenigen, die sowohl die Beatles, als auch die Stones mögen. Und mir imponiert das Geschäftsinteresse der Herren McCartny und Jagger. Beide führen ihre Musikkunst wie Wirtschaftsimperien und sichern sich ihre Rechte. Nicht umsonst ist Jagger Ehrenmitglied der London School of Economics and Political Science. Mit Keith Richards kann man um die Häuser ziehen, mit Jagger würde ich einen Businessplan ausarbeiten und durchziehen.

Dabei ist er ein großartiger Musiker, wie man nicht zuletzt an seinem enormen Wissen um Blues merkt. Auch seine Zusammenarbeit mit The Red Devils muss herausgestellt werden. Ohne Jagger hätte ich diese Band nie entdeckt.

Ich habe die Stones zweimal live gesehen und war von dem perfekten Rock’n Roll-Zirkus beeindruckt. Und ich war begeistert, dass sie noch immer den Blues haben, wie man auch bei den Hyde Park-Aufnahmen feststellen kann (11:55  min Midnighht Rambler). Und ich muss auch sagen: Ich mag die Stones als Gesamtprojekt. Die Solo-Platten von Jagger und Richards finde ich schrecklich.