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Reflexionen über den Polizeifilm der siebziger Jahre

10. Juni 2021

Gleich vorweg: Das ist ein Beitrag für die Facebook-Gruppe Erdbeben 1974. Das ist eine empfehlenswerte Gruppe, die sich um den Film der siebziger Jahre kümmert und engagiert diskutiert. Daher meine herzliche Einladung in diese Gruppe, wenn euch der Film dieses Jahrzehnts am Herzen liegt.

Stilistisch gilt der Polizeifilm als ein Subgenre des Kriminalfilms. Die Thematik ist einfach und schnell erklärt: In Polizeifilmen machen Polizisten ihren Job und lösen Fälle. Ihre Arbeit steht im Zentrum. Damit die Sache rund wird, zeigen Polizeifilme weniger die akribische Büroarbeit, sondern mehr Action, der in einem Showdown enden sollte.

Polizeifilme sind keine Erfindung der 70er, sondern stammen in der Regel aus dem Film Noir. Fritz Lang mit Heißes Eisen aus dem Jahr 1953 gilt als einer der ersten echten Polizeifilme. 1969 schuf Don Siegel mit Madigan die Grundlage für den Erfolg der Polizeifilme der siebziger Jahre. Der Polizist wird als tragische Heldenfigur hier angelegt. Das Jahr 1971 gilt als markanter Meilenstein des US-Polizeifilms mit gleich zwei Klassikern, die das Genre prägten: Don Siegels Dirty Harry und William Friedkins French Connection – Brennpunkt Brooklyn.

Ihre archetypischen Eigenschaften werden zementiert, die die Figuren des Polizeifilms der siebziger Jahre geprägt haben: Unerbittlich gegen sich und andere und Beziehungsunfähig gegenüber Familie, Freund und Frau. Unsere Helden mit der Polizeimarke werden dem Täter immer ähnlicher. Und oftmals unterscheidet nur die Marke, auf welcher Seite des Rechts sie stehen. Sie wenden unkonventionelle Methoden an und stehen damit in der Kritik ihrer Vorgesetzten und des Systems, auch wenn nach erfolgtem Showdown die Überschreitungen wohl gerechtfertigt sind.

Hinzu kommen Einflüsse von gesellschaftlichen Themen in die Filme wie Rassenfrage, Macht, Drogen oder Moral. Der Polizeifilm der siebziger ist eben ein Spiegelbild der Siebziger mit einem zerrissenen Amerika, die Schmach in Vietnam, Studentenproteste, Black Panther und Watergate. Sidney Lumets Polizeifilm Serpico (1973) zeigt vor diesem Hintergrund die Suche nach einer höheren Moral in der Gesellschaft. Der Polizei wendet sich sogar gegen die eigene Organisation oder räumt wie in Magnum Force – Dirty Harry 2 Calahan auch von 1973 in den eigenen Reihen mit der Waffe auf.

Aus deutschen Landen gab es im Kino derlei wenig zu sehen. Wir waren mehr mit dem Autorenfilm beschäftigt. Der war zwar auch enorm wichtig, spielt im Genre des Polizeifilms keine Rolle. Zumindest im Fernsehen etablierte sich die ernstzunehmende Tatort-Reihe als Alternative zu der Kommissar (bis 1975) und in Folge der Alte (ab 1977) und Derrick (1974–1998).
Im Kino der USA lief sich diese Interpretation des US-Polizeifilms tot. Es gab durch Ein Mann sieht rot Death Wish (1974) zwar neue Interpretationen des einsamen Rächers, aber Ende der 70er Jahre war das Genre in dieser Form tot.

Der Polizeifilm wurde neu belebt durch muskelbepackte Actionstars der 80er Jahre wie Sylvester Stallone in Die City-Cobra (1986), Arnold Schwarzenegger in Der City Hai (1986) und Bruce Willis in Stirb langsam (1989). Der Buddy-Film hielt in das Polizeifilmgenre Einzug. In Filmen wie denen der Lethal-Weapon-Reihe werden die Männlichkeitsrituale des Genres humorvoll auf die Schippe genommen. Aber dies ist eine andere Geschichte und soll ein anderes Mal erzählt werden.

Mein persönlicher Nachruf auf Bud Spencer

28. Juni 2016

Mein Gott, was habe ich dich als Kind geliebt und als Erwachsener für deine Filme respektiert. Für mich warst du als Kind in der gleichen Duo-Liga wie Stan Laurel und Oliver Hardy oder Jerry Lewis und Dean Martin. Ich hab über dich gelacht als du mit deinem Partner Terence Hill die Sache klar gemacht hast. Den Bösen immer eine in die Fresse. Und nun ist Bud Spencer ist Alter von 86 Jahren gestorben. Der Kämpfer ist gegangen.

Mein erster Cinema Sonderband widmete sich Bud Spencer.

Mein erster Cinema Sonderband widmete sich Bud Spencer.

Von dem gutmütigen Brummbär habe ich meinen ersten Cinema Sonderband gekauft, weil ich seine Filme so unterhaltsam fand. Mit Bud Spencer verbinde ich eine glückliche Kindheit. Mit meinen Eltern verbrachte ich die Familienurlaube in den siebziger und achtziger Jahren am Gardasee in Italien. Dort gab es in dem Ort Lazise ein Open Air-Kino bei denen entweder James Bond- oder Bud Spencer-Filme auf Deutsch gezeigt wurden. Und ich hab sie mir alle angesehen. Während meine Eltern beim Essen waren, hab ich die Klopperei genossen. Bud Spencer konnte es mit allen aufnehmen. Die beidhändige Doppelbackpfeife und der senkrechte Schlag mit der Faust auf den Kopf und alle gingen zu Boden. Das gibt einen als schüchternder Jugendlicher Mut: Du kannst es packen.
Nur einmal schaute ich dumm aus der Wäsche, als ich in dem Open Air-Kino Platz nahm und mir einen Western mit Bud Spencer ansah. Carlo Pedersoli, so hieß mein Held im wahren Leben, spielte in einem harten Italo-Western mit Gott vergibt – Django nie! Da war nichts von Klopperei zu sehen, dafür von ernsten Mord und Todschlag. Die Kinobetreiber in Lazise hatten die Filmrolle verwechselt, denn diesen Film gab es auch in einer lustigen Version mit dem Titel Zwei vom Affen gebissen. Naja, so kam ich als Kind zu meinen ersten harten Italo-Western. Die Kinomenschen verstanden kaum Deutsch und bemerkten den Fehler erst nach Protest von einigen Mamas und Papas am Ende. Sie entschuldigte sich nach der Aufführung und es gab das Eintrittsgeld zurück. So hatte ich wenigsten noch Kohle für ein gutes italienisches Eis – und später schaute ich mir noch viele Italo-Western an.
Irgendwann ist Carlo Pedersoli dann in die Politik eingestiegen, wie eine italienische Version von Clint Eastwood oder Arnold Schwarzenegger. Da weiß ich allerdings nicht viel darüber. Mir ist er nochmals als Komponist und Sänger begegnet. Ich schenkte einer Freundin mal die CD Futtetenne mit neapolitanischen Liedern. Leider habe ich mir keine Sicherheitskopie behalten, aber die Songs in guter Erinnerung. So habe ich mir Futtetenne gerade nochmal bestellt.
Später hat er noch einige Bücher geschrieben, viele Sachen erfunden und sogar ein Schwimmbad wurde nach ihm benannt. Alles wichtige Sachen, aber Bud Spencer bleibt mir als Held meiner Jugend in Erinnerung. Eine Bitte habe ich lieber Bud: Räum da oben mit richtig auf und hau ihnen so richtig in die Fresse, wie du es immer so gut gemacht hast. Vielen Dank Bud Spencer.

 

Predator im Hangar 7

6. Juli 2014

predator

Erst spät habe Ich den Film Predator zu schätzen gelernt. Dabei meine ich ausdrücklich den Film von John McTiernan aus dem Jahr 1987 mit Arnold Schwarzenegger. Alle Fortsetzungen und Crossovers und Variationen halte ich weiterhin für Müll – vor allem die Alien-Filme sind ein Verbrechen am Publikum.

Erst vor kurzem habe ich mir die Blu ray des Films ansehen und war wirklich gefesselt. Ich kann in dem Film natürlich einen harten Actionfilm sehen, aber auch eine sehr gute Parabel auf den Vietnamkrieg. Diese Parabel habe ich damals im Kino übersehen und eben erst vor kurzem auf Blu ray entdeckt. Schließlich spielt der Film ausschließlich im Dschungel und stellt die Aussichtslosigkeit der Kämpfer wunderbar dar. Die Bedrohung ist unsichtbar, kommt von allen Seiten und stellt sich nicht direkt zum Kampf – eben wie in Vietnam. Durch die Science Fiction-Elemente wie die feindlichen Außerirdischen kommt neuer Wind und eine neue Perspektive herein. Mir hat der Film nach Jahren endlich gefallen.

Wer ist das Monster?

Wer ist das Monster?

Um so überraschter war ich, als ich bei einem Besuch des PresseClubs Münchens im Hangar-7 in Salzburg eine riesige Statue eines Predators entdeckte. Sie steht etwas abseits beim Eingang zum Außenrestaurant. Der Ausstellungsbereich des Hangar-7 dient als Museum für die historischen Flieger der Flying Bulls und Formel-1-Rennboliden. Dort findet sich auch der Recycling Predator in der Ecke, dieser ist über zwei Meter groß und bewaffnet.

Eine Mitarbeiterin des Hangar-7 für unsere exklusive Führung des PresseCubs konnte leider keine Aussagen über die Figur treffen. Sie verwies auf die Marketing-Abteilung. Die Figur habe wohl dem charismatischen Chef der Flying Bulls Sigi Angerer gefallen und er habe sie gekauft und aufgestellt. Mir hat sie auf jeden Fall auch gefallen und ich habe auf gleich ein kleines Video gedreht – viel Spaß.