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Meine Kino-Matineen im zweiten Halbjahr

17. Juli 2026

Ich liebe das Kino und ich freue mich sehr, das im Scala Fürstenfeldbruck meine Matineen für das zweite Halbjahr ankündigen darf. Scala-Geschäftsführer Markus Schmölz und ich haben ziemlich gerungen ein ansprechendes cineastisches Programm auf die Beine zu stellen.

Wir starten jetzt auch eine Reihe von Science-Fiction-Filmen. Die Wunschliste ist lang und die groben Planungen für das erste Halbjahr 2027 laufen an. Es ist aber natürlich alles abhängig von der Resonanz des Publikums. Unsere Zuschauer entscheiden, ob die Wahl für das zweite Halbjahr ansprechend ist. Ich bin gespannt. Also es geht los. Der Kartenvorverkauf ist gestartet.

Matinee: Der Herr der Ringe
Am Sonntag, 9. August von 10:45 -13:30 Uhr im Scala Fürstenfeldbruck

Der Zeichentrickfilm „Der Herr der Ringe“ von Ralph Bakshi aus dem Jahr 1978 ist eine eigenständige und bis heute interessante Umsetzung von J. R. R. Tolkiens Fantasy-Epos. Die Handlung folgt Frodo Beutlin, der den Einen Ring aus dem Auenland fortbringen muss, um ihn vor dem Zugriff Saurons zu schützen. Gemeinsam mit seinen Gefährten beginnt er eine gefährliche Reise durch Mittelerde.
Besonders sehenswert ist die besondere Bildsprache des Films, die klassische Animation mit real gefilmten Bewegungsabläufen verbindet. Dadurch entsteht eine ungewöhnliche, stellenweise düstere Atmosphäre, die gut zur Bedrohung durch Mordor passt. Der Film zeigt zentrale Stationen der Geschichte – von Bruchtal über die Minen von Moria bis zu den Kämpfen gegen Sarumans Truppen – und bietet einen spannenden Zugang zu Tolkiens Welt. Für Fantasy-Fans und Liebhaber klassischer Animationsfilme ist diese Fassung eine lohnende Wiederentdeckung.

Matinee: Ferris macht blau
Am Sonntag, 30. August von 10:45 -13:30 Uhr im Scala Fürstenfeldbruck

„Ferris macht blau“ ist eine charmante und bis heute äußerst unterhaltsame Komödie aus den 1980er-Jahren. Im Mittelpunkt steht Ferris Bueller, ein einfallsreicher Schüler, der einen freien Tag vortäuscht und gemeinsam mit seinem besten Freund Cameron und seiner Freundin Sloane Chicago unsicher macht. Während der Schuldirektor alles daransetzt, Ferris zu überführen, entwickelt sich der Tag zu einem turbulenten Ausflug voller Witz, Tempo und überraschender Momente.
Der Film überzeugt durch seinen leichten Ton, pointierte Dialoge und eine Hauptfigur, die mit viel Charme und Selbstbewusstsein durch die Geschichte führt. Besonders gelungen ist die Mischung aus jugendlicher Rebellion, Slapstick und warmherziger Freundschaftsgeschichte. „Ferris macht blau“ ist damit ein echter Komödienklassiker, der auch heute noch frisch wirkt und beste Unterhaltung für alle bietet, die intelligente, gut gelaunte Filmkomödien schätzen.

Matthew Broderick, Mia Sara, and Alan Ruck publicity portrait for the film ‚Ferris Bueller’s Day Off‘, 1986. (Photo by Paramount/Getty Images)

Matinee: Erdbeben
Am Sonntag, 20. September von 10:45 -13:30 Uhr im Scala Fürstenfeldbruck

„Erdbeben“ ist ein packender Katastrophenfilm aus den 1970er-Jahren, der das Genre mit eindrucksvollen Bildern und großer Spannung prägt. Im Mittelpunkt steht Los Angeles, das von einem schweren Beben erschüttert wird. Der Film begleitet verschiedene Menschen, deren Wege sich vor und nach der Katastrophe kreuzen – darunter Architekten, Rettungskräfte und ganz normale Bürger, die plötzlich um ihr Überleben kämpfen müssen.
Besonders wirkungsvoll ist die Mischung aus persönlichem Drama, spektakulären Zerstörungsszenen und klassischer Spannungserzählung. „Erdbeben“ setzt auf große Schauwerte, ein prominentes Ensemble und die für seine Zeit beeindruckende Inszenierung der Naturgewalt. Dadurch entsteht ein intensiver Filmabend, der Fans klassischer Katastrophenfilme ebenso anspricht wie Zuschauer, die spannendes Unterhaltungskino mit nostalgischem Flair schätzen.

Matinee: Starship Troopers
Am Sonntag, 4. Oktober von 10:45 -13:30 Uhr im Scala Fürstenfeldbruck

„Starship Troopers“ ist ein temporeicher Science-Fiction-Film, der actionreiches Unterhaltungskino mit satirischen Elementen verbindet. Im Mittelpunkt steht eine futuristische Gesellschaft, in der junge Menschen zum Militärdienst ermutigt werden, um gegen eine außerirdische Insektenrasse zu kämpfen. Der Film folgt Johnny Rico und seinen Freunden auf ihrem Weg von der Ausbildung bis zu brutalen Einsätzen auf fremden Planeten.
Besonders sehenswert ist die Mischung aus spektakulären Effekten, intensiven Kampfszenen und einer bewusst überzeichneten Darstellung von Militär, Propaganda und Heldentum. „Starship Troopers“ bietet nicht nur packende Science-Fiction-Action, sondern auch eine bissige Gesellschaftssatire, die dem Film bis heute seinen besonderen Reiz gibt. Für Fans von genrebewusstem, provokantem und visuell eindrucksvollem Kino ist der Film eine lohnende Wiederentdeckung.

Matinee: Ein Fressen für die Geier
Am Sonntag, 11. Oktober von 10:45 -13:30 Uhr im Scala Fürstenfeldbruck

„Ein Fressen für die Geier“ ist ein unterhaltsamer Western mit Abenteuercharakter, der klassische Genreelemente mit Humor und ungewöhnlichen Figuren verbindet. Im Mittelpunkt steht der Söldner Hogan, der in Mexiko auf eine vermeintliche Nonne trifft. Gemeinsam geraten sie in eine gefährliche Mission während der französischen Besatzung – mit überraschenden Wendungen, rauem Charme und pointierten Dialogen. Besonders reizvoll ist das Zusammenspiel der Hauptfiguren Clint Eastwood und Shirley MacLaine, die sich zunächst misstrauisch begegnen, aber nach und nach zu einem schlagkräftigen Duo werden. „Ein Fressen für die Geier“ überzeugt durch seine Mischung aus Spannung, lakonischem Witz und klassischer Westernatmosphäre. Für Freunde des Genres ist der Film eine sehenswerte Wiederentdeckung mit starken Darstellern und einem angenehm eigenständigen Ton.

Matinee: The Fog – Nebel des Grauens
Am Sonntag, 1. November von 10:45 -13:30 Uhr im Scala Fürstenfeldbruck

„The Fog – Nebel des Grauens“ ist ein atmosphärischer Horrorklassiker von John Carpenter, der seine Spannung weniger aus grellen Schockeffekten als aus Stimmung, Andeutung und unheimlicher Erwartung bezieht. Im Mittelpunkt steht die Küstenstadt Antonio Bay, die kurz vor ihrem Jubiläum von einem geheimnisvollen Nebel heimgesucht wird. Mit ihm kehrt ein dunkles Kapitel aus der Vergangenheit zurück – und eine tödliche Bedrohung nähert sich der Stadt.
Besonders wirkungsvoll ist die dichte, maritime Atmosphäre des Films: Leuchtturm, Küste, nächtliche Straßen und der langsam heranziehende Nebel erzeugen eine stetig wachsende Spannung. „The Fog – Nebel des Grauens“ überzeugt durch seine klassische Inszenierung, den prägnanten Soundtrack und seine unheilvolle Stimmung. Für Freunde des gepflegten Gruselkinos ist der Film eine sehenswerte Wiederentdeckung und ein starker Vertreter des atmosphärischen Horrors.

Matinee: Die Wildgänse kommen
Am Sonntag, 15. November von 10:45 -13:30 Uhr im Scala Fürstenfeldbruck

„Die Wildgänse kommen“ ist ein spannender Abenteuer- und Kriegsfilmklassiker, der mit einem starken Ensemble, klarer Dramaturgie und viel Spannung überzeugt. Im Mittelpunkt steht eine Gruppe erfahrener Söldner, die den Auftrag erhält, einen afrikanischen Politiker aus der Gefangenschaft zu befreien. Was zunächst als präzise geplante Mission beginnt, entwickelt sich bald zu einem gefährlichen Überlebenskampf.
Besonders sehenswert ist das Zusammenspiel der markanten Hauptdarsteller, darunter Richard Burton, Roger Moore, Richard Harris und Hardy Krüger. „Die Wildgänse kommen“ verbindet klassische Action, militärische Spannung und persönliche Konflikte zu einem packenden Film mit rauem Ton und nostalgischem Abenteuerflair. Für Freunde großer Ensemblefilme und klassischer Spannungskinos ist der Film eine lohnende Wiederentdeckung.

Matinee: Blade Runner
Am Sonntag, 29. November von 10:45 -13:30 Uhr im Scala Fürstenfeldbruck

„Blade Runner“ ist ein stilprägender Science-Fiction-Klassiker, der düstere Zukunftsvision, Kriminalfilm und philosophische Fragen eindrucksvoll verbindet. Im Mittelpunkt steht Rick Deckard, ein sogenannter Blade Runner, der in einem verregneten, neonhellen Los Angeles des Jahres 2019 künstlich erschaffene Menschen – sogenannte Replikanten – aufspüren soll. Doch seine Mission führt ihn zunehmend an die Grenzen zwischen Menschlichkeit, Erinnerung und künstlichem Leben.
Besonders sehenswert ist die einzigartige Bildsprache des Films: Großstadt, Schatten, Dauerregen, Werbetafeln und elektronische Musik schaffen eine dichte Atmosphäre, die bis heute viele Science-Fiction-Filme geprägt hat. „Blade Runner“ überzeugt durch seine starke Inszenierung, seine nachdenkliche Grundstimmung und die faszinierende Frage, was einen Menschen eigentlich ausmacht. Für Freunde anspruchsvoller Science-Fiction ist der Film eine lohnende Wiederentdeckung und ein Meilenstein des Genres.

Matinee: Dark Star
Am Sonntag, 6. Dezember von 10:45 -13:30 Uhr im Scala Fürstenfeldbruck

„Dark Star“ ist ein ungewöhnlicher Science-Fiction-Film, der Weltraumabenteuer, schwarzen Humor und philosophische Absurdität auf sehr eigenständige Weise verbindet. Im Mittelpunkt steht die Besatzung des Raumschiffs Dark Star, die seit Jahren durchs All reist, um instabile Planeten zu zerstören. Der Alltag an Bord ist geprägt von technischer Überforderung, Langeweile, skurrilen Zwischenfällen und zunehmender Erschöpfung.
Besonders sehenswert ist der lakonische Ton des Films, der klassische Science-Fiction-Motive bewusst gegen den Strich bürstet. „Dark Star“ überzeugt durch seinen trockenen Humor, seine originellen Ideen und den Charme einer frühen Low-Budget-Produktion von John Carpenter und Dan O’Bannon. Für Freunde schräger Science-Fiction und kultiger Genreklassiker ist der Film eine lohnende Wiederentdeckung.

Matinee: Auf dem Highway ist die Hölle los
Am Sonntag, 27. Dezember von 10:45 -13:30 Uhr im Scala Fürstenfeldbruck

„Auf dem Highway ist die Hölle los“ ist eine turbulente Actionkomödie mit hohem Tempo, viel Situationskomik und einem großen Staraufgebot. Im Mittelpunkt steht ein illegales Autorennen quer durch die USA, bei dem sehr unterschiedliche Teilnehmer mit allen Tricks versuchen, als Erste ins Ziel zu kommen. Dabei geraten sie in aberwitzige Verfolgungsjagden, Täuschungsmanöver und komische Zwischenfälle.


Besonders unterhaltsam ist die Mischung aus rasantem Roadmovie, Slapstick und lockerem Ensemblefilm. „Auf dem Highway ist die Hölle los“ lebt von seinem unbeschwerten Ton, den exzentrischen Figuren und dem nostalgischen Charme des Unterhaltungskinos der frühen 1980er-Jahre. Für Freunde klassischer Actionkomödien ist der Film eine vergnügliche Wiederentdeckung mit viel Tempo und guter Laune.

Also es geht los. Der Kartenvorverkauf ist gestartet.

Erbarmungslos (Unforgiven, 1992) – Rückblick auf die Matinee

13. Februar 2026

„Erbarmungslos“ steht wie kaum ein anderer Western für die späte Selbstabrechnung eines Genres mit seinen eigenen Mythen. Clint Eastwood erzählt nicht mehr vom heldenhaften Revolvermann, sondern vom gebrochenen, alternden Killer, der erkennt, dass seine eigene Legende auf Blut, Alkohol und Zufall gebaut ist. Ich besprach diesen Film in meiner Western-Matinee im Scala. Die nächste Western-Matinee ist am Sonntag, 22. Februar der Film „Die glorreichen Sieben“. Karten gibt es hier.

Der Film kehrt die klassische Moralordnung des Westerns um: Der Mann des Gesetzes, Sheriff Little Bill, verkörpert nicht Gerechtigkeit, sondern Eitelkeit, Grausamkeit und die Gewalt des Staates, der sich selbst nicht reflektiert. Dem gegenüber stehen ausgerechnet Prostituierte als moralischer Motor der Handlung, die aus einer ökonomischen Kränkung – der Verstümmelung einer Kollegin ohne echte Strafe – eine eigene Form von Gerechtigkeit organisieren und damit das Gewaltmonopol der Männer infrage stellen. Schon darin steckt eine bittere Diagnose: Recht ist käuflich, Würde nicht. Hier mein Referat:

Zugleich ist „Erbarmungslos“ ein Film über das Scheitern von Erlösung. William Munny hat dem Alkohol abgeschworen, versucht sich als jämmerlicher Schweinefarmer, als Witwer, der den Kindern ein anderer Mensch sein will – und doch reicht ein Bündel Geld, um ihn zurück in die Hölle zu ziehen. Jeder Schritt zurück zur Waffe ist von Unbeholfenheit, körperlicher Schwäche, Angst und schlechtem Gewissen geprägt; Eastwood inszeniert das Töten als mühsame, hässliche Arbeit, ohne Spur von Glanz oder heroischer Choreografie. Dass Munny am Ende wieder zur eiskalten Tötungsmaschine wird, macht ihn nicht zum Helden, sondern zum Beweis dafür, dass manche Vergangenheiten sich nicht abstreifen lassen.

Von großer Bedeutung ist auch, wie der Film mit dem Mythos des Revolverhelden umgeht. In der Figur des schreibenden Biografen, der aus banalen, chaotischen Schießereien glatte Heldengeschichten formt, zeigt „Erbarmungslos“, wie Legenden gemacht werden: durch Auslassungen, Übertreibungen, den Wunsch nach klaren Gut-und-Böse-Erzählungen. Die Realität, die der Film zeigt, ist dagegen schmutzig, feige, zufällig: Männer, die vor Angst zittern, schlecht zielen, in den Rücken schießen und sich selbst belügen, um mit dem, was sie getan haben, leben zu können. Der Western erinnert sich so an seine eigene Funktion als nationaler Gründungsmythos – und zerlegt sie.

Damit wird „Erbarmungslos“ zu einem Spätwerk, das zugleich Testament und Widerruf ist. Eastwood, der jahrzehntelang das Gesicht des stoischen, unfehlbaren Schützen war, hält diesem Bild gewissermaßen die Waffe an den Kopf und zeigt, was hinter der Pose liegt: Schuld, Reue, Angst vor dem Sterben, aber auch die verführerische Einfachheit von Gewalt, wenn alle anderen Ordnungen versagen. In einer Zeit, in der der klassische Western bereits aus dem Mainstream verschwunden war, formuliert „Erbarmungslos“ so etwas wie den letzten, ernüchterten Satz des Genres – ein düsteres Resümee, das sowohl die Faszination wie die Lüge des Western-Mythos sichtbar macht.
Die nächste Western-Matinee ist am Sonntag, 22. Februar der Film „Die glorreichen Sieben“. Karten gibt es hier.

Erbarmungslos (Unforgiven, 1992) – Matinee am 28. Dezember im Scala Fürstenfeldbruck

26. Dezember 2025

Erbarmungslos (Unforgiven, 1992) ist mehr als ein klassischer Western – der Film ist Clint Eastwoods schonungslose Abrechnung mit dem Mythos des edlen Revolverhelden und zugleich eine würdige Bilanz eines ganzen Filmgenres. Ich bespreche und zeige den Film am Sonntag, 28. Dezember bei meiner Western-Matinee im Scala Fürstenfeldbruck. Beginn ist um 10:45 Uhr. Karten gibt es online.

Eastwood inszeniert und spielt William Munny, einen gealterten ehemaligen Killer, der versucht hat, sein früheres Leben hinter sich zu lassen. Armut, Schuld und die Verantwortung für seine Kinder treiben ihn jedoch noch einmal zurück in eine Welt, die keine Helden kennt.

Der Film verweigert jede romantische Verklärung von Gewalt. Töten ist hier unerquicklich, zufällig und moralisch zerstörerisch. Eastwood zeigt, dass Gewalt nicht aus Stärke entsteht, sondern aus Schwäche, Angst und Verzweiflung. Gene Hackman verkörpert als Sheriff Little Bill Daggett die vielleicht beunruhigendste Figur des Films: einen Mann, der Ordnung predigt und dabei selbst zum brutalen Tyrannen wird. Hackmans Spiel ist so kontrolliert wie grausam und wurde zu Recht mit dem Oscar ausgezeichnet.

Erbarmungslos lebt von seiner Ruhe und Konsequenz. Die Kamera beobachtet, statt zu urteilen, die Musik bleibt zurückhaltend, die Dialoge sind knapp und präzise. Jeder Schuss hat Gewicht, jede Entscheidung Folgen. Besonders eindrucksvoll ist, wie der Film das Erzählen von Heldengeschichten demaskiert – verkörpert durch den Schriftsteller Beauchamp, der stets nach großen Legenden sucht und am Ende nur ernüchternde Realität findet.

Mit Erbarmungslos verabschiedet sich Clint Eastwood nicht nur von der Figur des Westernhelden, sondern reflektiert auch seine eigene Leinwandvergangenheit. Der Film wirkt wie ein spätes moralisches Resümee: Was bleibt von all den Toten, von Ruhm und Legende? Die Antwort ist bitter, aber ehrlich. Gerade darin liegt die Größe dieses Films. Erbarmungslos ist ein stilles, dunkles Meisterwerk – ein Western für Erwachsene, der bis heute nachhallt und zu den bedeutendsten Filmen der Filmgeschichte zählt. Karten gibt es online.

Mein persönlicher Nachruf auf Bud Spencer

28. Juni 2016

Mein Gott, was habe ich dich als Kind geliebt und als Erwachsener für deine Filme respektiert. Für mich warst du als Kind in der gleichen Duo-Liga wie Stan Laurel und Oliver Hardy oder Jerry Lewis und Dean Martin. Ich hab über dich gelacht als du mit deinem Partner Terence Hill die Sache klar gemacht hast. Den Bösen immer eine in die Fresse. Und nun ist Bud Spencer ist Alter von 86 Jahren gestorben. Der Kämpfer ist gegangen.

Mein erster Cinema Sonderband widmete sich Bud Spencer.

Mein erster Cinema Sonderband widmete sich Bud Spencer.

Von dem gutmütigen Brummbär habe ich meinen ersten Cinema Sonderband gekauft, weil ich seine Filme so unterhaltsam fand. Mit Bud Spencer verbinde ich eine glückliche Kindheit. Mit meinen Eltern verbrachte ich die Familienurlaube in den siebziger und achtziger Jahren am Gardasee in Italien. Dort gab es in dem Ort Lazise ein Open Air-Kino bei denen entweder James Bond- oder Bud Spencer-Filme auf Deutsch gezeigt wurden. Und ich hab sie mir alle angesehen. Während meine Eltern beim Essen waren, hab ich die Klopperei genossen. Bud Spencer konnte es mit allen aufnehmen. Die beidhändige Doppelbackpfeife und der senkrechte Schlag mit der Faust auf den Kopf und alle gingen zu Boden. Das gibt einen als schüchternder Jugendlicher Mut: Du kannst es packen.
Nur einmal schaute ich dumm aus der Wäsche, als ich in dem Open Air-Kino Platz nahm und mir einen Western mit Bud Spencer ansah. Carlo Pedersoli, so hieß mein Held im wahren Leben, spielte in einem harten Italo-Western mit Gott vergibt – Django nie! Da war nichts von Klopperei zu sehen, dafür von ernsten Mord und Todschlag. Die Kinobetreiber in Lazise hatten die Filmrolle verwechselt, denn diesen Film gab es auch in einer lustigen Version mit dem Titel Zwei vom Affen gebissen. Naja, so kam ich als Kind zu meinen ersten harten Italo-Western. Die Kinomenschen verstanden kaum Deutsch und bemerkten den Fehler erst nach Protest von einigen Mamas und Papas am Ende. Sie entschuldigte sich nach der Aufführung und es gab das Eintrittsgeld zurück. So hatte ich wenigsten noch Kohle für ein gutes italienisches Eis – und später schaute ich mir noch viele Italo-Western an.
Irgendwann ist Carlo Pedersoli dann in die Politik eingestiegen, wie eine italienische Version von Clint Eastwood oder Arnold Schwarzenegger. Da weiß ich allerdings nicht viel darüber. Mir ist er nochmals als Komponist und Sänger begegnet. Ich schenkte einer Freundin mal die CD Futtetenne mit neapolitanischen Liedern. Leider habe ich mir keine Sicherheitskopie behalten, aber die Songs in guter Erinnerung. So habe ich mir Futtetenne gerade nochmal bestellt.
Später hat er noch einige Bücher geschrieben, viele Sachen erfunden und sogar ein Schwimmbad wurde nach ihm benannt. Alles wichtige Sachen, aber Bud Spencer bleibt mir als Held meiner Jugend in Erinnerung. Eine Bitte habe ich lieber Bud: Räum da oben mit richtig auf und hau ihnen so richtig in die Fresse, wie du es immer so gut gemacht hast. Vielen Dank Bud Spencer.

 

Straßenkreuzer Fleetwood Cadillac – der Traum der 50er

6. August 2014

Nachdem der US amerikanische Regisseur Clint Eastwood mit Jersey Boys seinen neuen Film vorgelegt hat, erinnere ich mich auch wieder, was mich an dieser Zeit so fasziniert hat. Es war die Musik und es waren die Autos. Ich selbst wuchs mit Elvis Presley und Jonny Cash auf. Ein guter Sandkastenfreund von mir lebte den fifty-Traum mit Haargel, schmalen Krawatten und Sakkos. Und obwohl ich eigentlich die Musik der sechziger und siebziger Jahre mag, haben mich die Fünfzigerjahre musikalisch geprägt. Daher werde ich mir auch die Jersey Boys von Altmeister Clint Eastwood im Kino ansehen.

Foto 2
Und wie ist der Zufall will, stand ein Fleetwood Cadillac aus dem Jahre 1959 vor meiner Tür. Mein Gott, was waren das für Formen, was waren das für Autos! Schaut euch alleine nur die Heckflossen an. Es war eine Zeit, in der Autofahren noch Spaß gemacht hat. Es war eine Zeit, ohne Staus auf der Autobahn und ohne dass man sich über den Benzinpreis Gedanken machen musste. Fahren ohne schlechtes Gewissen. Es war die goldene Zeit der Straßenkreuzer. Und vor mir stand eben dieser Cadillac aus dem Jahre 1959. Sage und schreibe hatte der Fleetwood Cadillac insgesamt 325 PS unter seiner Motorhaube.
Zur Feier des Tages werde ich heute die alten Heuler hören und heute Abend ist dann auch gut mit der Nostalgiewelle. Wir wissen ja alle, der Rock’n’Roll starb an dem Tag, als Buddy Holly starb.

Foto 1

Mustang: Make my day

7. Oktober 2008

So sieht er aus. Ein Mitarbeiter von mir hat mir eine besondere Freude gemacht. In seinem Urlaub hat er meinen Traumwagen entdeckt, fotografiert und das Foto via iPhone an mich geschickt. Ausdrücklichen Dank an Michael. Es handelt sich um einen schwarzen Ford Mustang. Ja, ja, jetzt geht es wieder los: Energiebilanz, Kraftstoffverbrauch, Emissionswerte, kein Platz für Kinder, ja, ja. Aber trotzdem: Ich finde der Mustang ist ein geiles Stück Blech. Ok, der Aston Martin DB 9 ist noch besser, aber leider habe ich da ein eklatantes Finanzierungsloch. Weil Schwärmen ja so schön ist, habe ich mir am Abend gleich den Steve McQueen Film „Bullit“ auf Blu ray reingezogen. Frau und Kinder waren nicht da, also Anlage voll aufgedreht und der Mustang röhrte durchs Haus. In den guten Siebzigern gedreht ist „Bullit“ ein starker Bullenfilm mit einem obercoolen Steve McQueen. Es gibt wohl neben Bogart und Brando keinen cooleren Schauspieler. Schaut euch die blauen Augen an und ihr wisst, was Schauspielerei mit den Augen ist. „Bullit“ steht für mich in einer Reihe mit den harten Dirty Harry-Polizeifilmen mit Clint Eastwood. Neulich habe ich gelesen, dass Eastwood den dreckigen Harry wieder aufleben lassen will. Dieses Mal soll Harry aber ins Gras beißen, getreu seinem Motto „Make my day“. Ich hoffe, es wird ein würdiger Abgang, ähnlich wie John Wayne in der „letzte Scharfschütze“, einem genialen Spätwestern mit einem tot kranken John Wayne. Aber zurück zu „Bullit“: Der Film spielt in San Francisco und durch zahlreiche Macword Expo durfte ich in der Stadt weilen. In dem Film fährt McQueen einen grünen Mustang und vollführt mit ihm eine halsbrecherische Verfolgungsjagd durch die Stadt. Sicher eine der besten Verfolgungsfahrten der Filmgeschichte. Ich bin zwar nicht Steve McQueen und so cool bin ich auch nicht, aber irgendwann kaufe ich mir meinen Mustang.