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Meine Kino-Matineen im zweiten Halbjahr

17. Juli 2026

Ich liebe das Kino und ich freue mich sehr, das im Scala Fürstenfeldbruck meine Matineen für das zweite Halbjahr ankündigen darf. Scala-Geschäftsführer Markus Schmölz und ich haben ziemlich gerungen ein ansprechendes cineastisches Programm auf die Beine zu stellen.

Wir starten jetzt auch eine Reihe von Science-Fiction-Filmen. Die Wunschliste ist lang und die groben Planungen für das erste Halbjahr 2027 laufen an. Es ist aber natürlich alles abhängig von der Resonanz des Publikums. Unsere Zuschauer entscheiden, ob die Wahl für das zweite Halbjahr ansprechend ist. Ich bin gespannt. Also es geht los. Der Kartenvorverkauf ist gestartet.

Matinee: Der Herr der Ringe
Am Sonntag, 9. August von 10:45 -13:30 Uhr im Scala Fürstenfeldbruck

Der Zeichentrickfilm „Der Herr der Ringe“ von Ralph Bakshi aus dem Jahr 1978 ist eine eigenständige und bis heute interessante Umsetzung von J. R. R. Tolkiens Fantasy-Epos. Die Handlung folgt Frodo Beutlin, der den Einen Ring aus dem Auenland fortbringen muss, um ihn vor dem Zugriff Saurons zu schützen. Gemeinsam mit seinen Gefährten beginnt er eine gefährliche Reise durch Mittelerde.
Besonders sehenswert ist die besondere Bildsprache des Films, die klassische Animation mit real gefilmten Bewegungsabläufen verbindet. Dadurch entsteht eine ungewöhnliche, stellenweise düstere Atmosphäre, die gut zur Bedrohung durch Mordor passt. Der Film zeigt zentrale Stationen der Geschichte – von Bruchtal über die Minen von Moria bis zu den Kämpfen gegen Sarumans Truppen – und bietet einen spannenden Zugang zu Tolkiens Welt. Für Fantasy-Fans und Liebhaber klassischer Animationsfilme ist diese Fassung eine lohnende Wiederentdeckung.

Matinee: Ferris macht blau
Am Sonntag, 30. August von 10:45 -13:30 Uhr im Scala Fürstenfeldbruck

„Ferris macht blau“ ist eine charmante und bis heute äußerst unterhaltsame Komödie aus den 1980er-Jahren. Im Mittelpunkt steht Ferris Bueller, ein einfallsreicher Schüler, der einen freien Tag vortäuscht und gemeinsam mit seinem besten Freund Cameron und seiner Freundin Sloane Chicago unsicher macht. Während der Schuldirektor alles daransetzt, Ferris zu überführen, entwickelt sich der Tag zu einem turbulenten Ausflug voller Witz, Tempo und überraschender Momente.
Der Film überzeugt durch seinen leichten Ton, pointierte Dialoge und eine Hauptfigur, die mit viel Charme und Selbstbewusstsein durch die Geschichte führt. Besonders gelungen ist die Mischung aus jugendlicher Rebellion, Slapstick und warmherziger Freundschaftsgeschichte. „Ferris macht blau“ ist damit ein echter Komödienklassiker, der auch heute noch frisch wirkt und beste Unterhaltung für alle bietet, die intelligente, gut gelaunte Filmkomödien schätzen.

Matthew Broderick, Mia Sara, and Alan Ruck publicity portrait for the film ‚Ferris Bueller’s Day Off‘, 1986. (Photo by Paramount/Getty Images)

Matinee: Erdbeben
Am Sonntag, 20. September von 10:45 -13:30 Uhr im Scala Fürstenfeldbruck

„Erdbeben“ ist ein packender Katastrophenfilm aus den 1970er-Jahren, der das Genre mit eindrucksvollen Bildern und großer Spannung prägt. Im Mittelpunkt steht Los Angeles, das von einem schweren Beben erschüttert wird. Der Film begleitet verschiedene Menschen, deren Wege sich vor und nach der Katastrophe kreuzen – darunter Architekten, Rettungskräfte und ganz normale Bürger, die plötzlich um ihr Überleben kämpfen müssen.
Besonders wirkungsvoll ist die Mischung aus persönlichem Drama, spektakulären Zerstörungsszenen und klassischer Spannungserzählung. „Erdbeben“ setzt auf große Schauwerte, ein prominentes Ensemble und die für seine Zeit beeindruckende Inszenierung der Naturgewalt. Dadurch entsteht ein intensiver Filmabend, der Fans klassischer Katastrophenfilme ebenso anspricht wie Zuschauer, die spannendes Unterhaltungskino mit nostalgischem Flair schätzen.

Matinee: Starship Troopers
Am Sonntag, 4. Oktober von 10:45 -13:30 Uhr im Scala Fürstenfeldbruck

„Starship Troopers“ ist ein temporeicher Science-Fiction-Film, der actionreiches Unterhaltungskino mit satirischen Elementen verbindet. Im Mittelpunkt steht eine futuristische Gesellschaft, in der junge Menschen zum Militärdienst ermutigt werden, um gegen eine außerirdische Insektenrasse zu kämpfen. Der Film folgt Johnny Rico und seinen Freunden auf ihrem Weg von der Ausbildung bis zu brutalen Einsätzen auf fremden Planeten.
Besonders sehenswert ist die Mischung aus spektakulären Effekten, intensiven Kampfszenen und einer bewusst überzeichneten Darstellung von Militär, Propaganda und Heldentum. „Starship Troopers“ bietet nicht nur packende Science-Fiction-Action, sondern auch eine bissige Gesellschaftssatire, die dem Film bis heute seinen besonderen Reiz gibt. Für Fans von genrebewusstem, provokantem und visuell eindrucksvollem Kino ist der Film eine lohnende Wiederentdeckung.

Matinee: Ein Fressen für die Geier
Am Sonntag, 11. Oktober von 10:45 -13:30 Uhr im Scala Fürstenfeldbruck

„Ein Fressen für die Geier“ ist ein unterhaltsamer Western mit Abenteuercharakter, der klassische Genreelemente mit Humor und ungewöhnlichen Figuren verbindet. Im Mittelpunkt steht der Söldner Hogan, der in Mexiko auf eine vermeintliche Nonne trifft. Gemeinsam geraten sie in eine gefährliche Mission während der französischen Besatzung – mit überraschenden Wendungen, rauem Charme und pointierten Dialogen. Besonders reizvoll ist das Zusammenspiel der Hauptfiguren Clint Eastwood und Shirley MacLaine, die sich zunächst misstrauisch begegnen, aber nach und nach zu einem schlagkräftigen Duo werden. „Ein Fressen für die Geier“ überzeugt durch seine Mischung aus Spannung, lakonischem Witz und klassischer Westernatmosphäre. Für Freunde des Genres ist der Film eine sehenswerte Wiederentdeckung mit starken Darstellern und einem angenehm eigenständigen Ton.

Matinee: The Fog – Nebel des Grauens
Am Sonntag, 1. November von 10:45 -13:30 Uhr im Scala Fürstenfeldbruck

„The Fog – Nebel des Grauens“ ist ein atmosphärischer Horrorklassiker von John Carpenter, der seine Spannung weniger aus grellen Schockeffekten als aus Stimmung, Andeutung und unheimlicher Erwartung bezieht. Im Mittelpunkt steht die Küstenstadt Antonio Bay, die kurz vor ihrem Jubiläum von einem geheimnisvollen Nebel heimgesucht wird. Mit ihm kehrt ein dunkles Kapitel aus der Vergangenheit zurück – und eine tödliche Bedrohung nähert sich der Stadt.
Besonders wirkungsvoll ist die dichte, maritime Atmosphäre des Films: Leuchtturm, Küste, nächtliche Straßen und der langsam heranziehende Nebel erzeugen eine stetig wachsende Spannung. „The Fog – Nebel des Grauens“ überzeugt durch seine klassische Inszenierung, den prägnanten Soundtrack und seine unheilvolle Stimmung. Für Freunde des gepflegten Gruselkinos ist der Film eine sehenswerte Wiederentdeckung und ein starker Vertreter des atmosphärischen Horrors.

Matinee: Die Wildgänse kommen
Am Sonntag, 15. November von 10:45 -13:30 Uhr im Scala Fürstenfeldbruck

„Die Wildgänse kommen“ ist ein spannender Abenteuer- und Kriegsfilmklassiker, der mit einem starken Ensemble, klarer Dramaturgie und viel Spannung überzeugt. Im Mittelpunkt steht eine Gruppe erfahrener Söldner, die den Auftrag erhält, einen afrikanischen Politiker aus der Gefangenschaft zu befreien. Was zunächst als präzise geplante Mission beginnt, entwickelt sich bald zu einem gefährlichen Überlebenskampf.
Besonders sehenswert ist das Zusammenspiel der markanten Hauptdarsteller, darunter Richard Burton, Roger Moore, Richard Harris und Hardy Krüger. „Die Wildgänse kommen“ verbindet klassische Action, militärische Spannung und persönliche Konflikte zu einem packenden Film mit rauem Ton und nostalgischem Abenteuerflair. Für Freunde großer Ensemblefilme und klassischer Spannungskinos ist der Film eine lohnende Wiederentdeckung.

Matinee: Blade Runner
Am Sonntag, 29. November von 10:45 -13:30 Uhr im Scala Fürstenfeldbruck

„Blade Runner“ ist ein stilprägender Science-Fiction-Klassiker, der düstere Zukunftsvision, Kriminalfilm und philosophische Fragen eindrucksvoll verbindet. Im Mittelpunkt steht Rick Deckard, ein sogenannter Blade Runner, der in einem verregneten, neonhellen Los Angeles des Jahres 2019 künstlich erschaffene Menschen – sogenannte Replikanten – aufspüren soll. Doch seine Mission führt ihn zunehmend an die Grenzen zwischen Menschlichkeit, Erinnerung und künstlichem Leben.
Besonders sehenswert ist die einzigartige Bildsprache des Films: Großstadt, Schatten, Dauerregen, Werbetafeln und elektronische Musik schaffen eine dichte Atmosphäre, die bis heute viele Science-Fiction-Filme geprägt hat. „Blade Runner“ überzeugt durch seine starke Inszenierung, seine nachdenkliche Grundstimmung und die faszinierende Frage, was einen Menschen eigentlich ausmacht. Für Freunde anspruchsvoller Science-Fiction ist der Film eine lohnende Wiederentdeckung und ein Meilenstein des Genres.

Matinee: Dark Star
Am Sonntag, 6. Dezember von 10:45 -13:30 Uhr im Scala Fürstenfeldbruck

„Dark Star“ ist ein ungewöhnlicher Science-Fiction-Film, der Weltraumabenteuer, schwarzen Humor und philosophische Absurdität auf sehr eigenständige Weise verbindet. Im Mittelpunkt steht die Besatzung des Raumschiffs Dark Star, die seit Jahren durchs All reist, um instabile Planeten zu zerstören. Der Alltag an Bord ist geprägt von technischer Überforderung, Langeweile, skurrilen Zwischenfällen und zunehmender Erschöpfung.
Besonders sehenswert ist der lakonische Ton des Films, der klassische Science-Fiction-Motive bewusst gegen den Strich bürstet. „Dark Star“ überzeugt durch seinen trockenen Humor, seine originellen Ideen und den Charme einer frühen Low-Budget-Produktion von John Carpenter und Dan O’Bannon. Für Freunde schräger Science-Fiction und kultiger Genreklassiker ist der Film eine lohnende Wiederentdeckung.

Matinee: Auf dem Highway ist die Hölle los
Am Sonntag, 27. Dezember von 10:45 -13:30 Uhr im Scala Fürstenfeldbruck

„Auf dem Highway ist die Hölle los“ ist eine turbulente Actionkomödie mit hohem Tempo, viel Situationskomik und einem großen Staraufgebot. Im Mittelpunkt steht ein illegales Autorennen quer durch die USA, bei dem sehr unterschiedliche Teilnehmer mit allen Tricks versuchen, als Erste ins Ziel zu kommen. Dabei geraten sie in aberwitzige Verfolgungsjagden, Täuschungsmanöver und komische Zwischenfälle.


Besonders unterhaltsam ist die Mischung aus rasantem Roadmovie, Slapstick und lockerem Ensemblefilm. „Auf dem Highway ist die Hölle los“ lebt von seinem unbeschwerten Ton, den exzentrischen Figuren und dem nostalgischen Charme des Unterhaltungskinos der frühen 1980er-Jahre. Für Freunde klassischer Actionkomödien ist der Film eine vergnügliche Wiederentdeckung mit viel Tempo und guter Laune.

Also es geht los. Der Kartenvorverkauf ist gestartet.

Filmkritik: Xaver und sein außerirdischer Freund

16. August 2020

Xaver im Autokino.

Xaver im Autokino.

Als John Carpenter sich Stanley Kubricks 2001: Odyssee im Weltraum ansah, hatte er sich so geärgert, dass er seinen Film Dark Star drehen musste. Dark Star wurde Kult. Ähnlich muss es Werner Possardt ergangen sein, als er sich die Steven Spielberg-Filme E.T. Der Außerirdische und Unheimliche Begegnung der Dritten Art angesehen hatte. Er drehte seinen Film Xaver und sein außerirdischer Freund, der in Bayerisch-Schwaben zum Kultfilm avancierte.
Zusammen mit meiner Frau gewann ich bei Radio Schwaben in einer Facebook-Verlosung Karten eben für diesen Xaver und sein außerirdischer Freund, der im Rahmen des Messeflimmern im Autokino an der Messe Augsburg lief. Da meine Frau aus den Stauden in Bayerisch-Schwaben stammt und der Film u.a. in Mittelneufnach gedreht wurde, wollte sie die alte Heimat auf großer Leinwand sehen. Und ich gehe mit meiner Frau überall hin, sogar zu Xaver.

Nun, der Film macht es einem nicht leicht. Es ist eine Art bayerischer Heimatfilm auf unterem Trash-Niveau, gefördert von der Filmförderung Nordrhein-Westfalen. Aber ich kann dennoch verstehen, dass dieser Klamauk um einen Außerirdischen sein Publikum findet. Besser wäre es, wenn man alkoholische Getränke vor dem Filmbesuch reichlich konsumiert, um das Gesehene besser verarbeiten zu können. Aber Alkohol im Autokino geht gar nicht und so ertrug ich den Film bei Mineralwasser.
Die Handlung von Xaver ist schnell erzählt. Ein Außerirdischer macht eine Bruchlandung in Oberbayern und wird vom Dorftrottel Xaver aufgelesen, der ihm gleich den Namen Alois verpasst. Xaver wird unschuldig verdächtig, eine Diskothek in Brand gesetzt zu haben und wird im Laufe des Films vom White-Trash des Dorfes verfolgt. Mit Hilfe der Dorfschönheit Anni mischen Xaver und Alois das Dorf, ein Feuerwehrfest und das dazugehörige Bierzelt auf, vor allem nachdem Alois seine Liebe zum bayerischen Bier entdeckte. Alois lernt während der Verfolgungsjagd die wesentlichen Kraftausdrücke der bayerischen Sprache. Am Ende wird das Raumschiff repariert, die wirklichen Feuerteufel landen im Knast. Xaver und Anni besteigen das außerirdische Raumschiff wie einst Roy Neary in Unheimliche Begegnung. Wie bei E.T. hebt das Raumschiff zu den Sternen ab, nicht ohne ausführlich Spielberg zu zitieren. Auf dem Heimatplaneten von Alois wird dann zünftig weitergezecht.
Natürlich konnte Werner Possardt nicht mit den VFX von Spielberg konkurrieren und so improvisierte er wie einst Carpenter. Das Raumschiff wurde aus einer BMW Isetta gebaut. Seit Ende der 1980er Jahre steht es auf dem Dach des Gasthofs Kreuz in Pfaffenhausen.

Isetta als Raumschiff.

Isetta als Raumschiff.

Obwohl die Geschichte in Oberbayern spielt, wurde in den Stauden in Bayerisch-Schwaben gedreht. Das Bierzelt stand in Mittelneufnach und sogar der damals amtierende Ortsbürgermeister darf eine Rolle spielen. Die (abgebrannte) Diskothek war das Weiße Rössl in Untermeitingen. In der Lehmgrube in Forsthofen wurde die Schlussszene auf Alois Heimatplaneten gedreht und der Biergarten in Kloster Oberschönenfeld kam auch vor.

Xaver und sein außerirdischer Freund

Xaver und sein außerirdischer Freund

Xaver-Festspiele
Den Science-Fiction-Film von 1986 als Randerscheinung abzutun, damit tut man Werner Possardt unrecht. Possardt, der beim Tsunami in Thailand 2004 verstarb, kannte sich im Filmgeschäft aus und war ein Profi. Xaver war bewusst als Heimatfilm konzipiert und der Film hat sein Publikum. Aufgrund des Filmerfolgs wurden 2001 in Gessertshausen und 2005 in Mittelneufnach die sogenannten „Xaver-Feste“ durchgeführt – wahrscheinlich wurde auch das eine oder andere Bier dabei konsumiert. Es gibt sogar eine Fan-Seite im Netz zu Xaver.
Interessant ist aber die Sprache in dem Film. Das Bayerisch wird vereinfacht. Mit wenigen (Kraft-)Ausdrücken kommt man auch als Außerirdischer in Bayern durchs Leben. Alois gewinnt sogar einen Biertrinkwettwerb beim Feuerwehrfest. Und der Regisseur hat immer wieder kleine Bonbons in Xaver eingestreut. So wurde gleich zu Beginn Russ Meyer zitiert, als Xaver an den „Dingern“ der Dorfschönheit Maria (Ayse Ercyn) herumfingern durfte. Die Verfolgungsjagd mit Enduro-Bikes erinnert stark an George Miller. Und als gegen Ende noch James Whale ins Spiel kommt, als die Bürgerwehr den Wald durchkämmt, habe ich in meinem Auto gelacht. Und danke dafür, dass Haindling die Musik machen durfte.

Russ Meyer lässt grüßen.

Russ Meyer lässt grüßen.

Werner Possardt wurde in Schwabmünchen geboren und hat dem Volk aufs Maul geschaut. Erschreckend ist aber das Menschenbild, das im Film vermittelt wird. Die Frauen des Dorfes werden von ihren Vätern gezüchtigt. Gewalt als herrschendes Mittel in der Familie und Erziehungsmethode. Wenn die Frau aufbegehrt, dann muss sie geschlagen werden – so einfach ist das. Wenn es aber Sonntag ist, dann laufen alle brav in die Kirche, um bigott zu beten und zu singen. Die Feuerteufel wenden zur Einschüchterung den Schwedentrunk mit Gülle an, um Xaver zum Schweigen zu bringen. Brutalität, Starrköpfigkeit und Engstirnigkeit auf dem Land – widerlich.
Vielleicht ist das alles zu viel Theorie. Vielleicht ist Xaver und sein außerirdischer Freund auch nur ein niveauloser Film, den es wirklich nicht braucht.

Bitte eine Autokino-App im 21. Jahrhundert
Ich war seit der Deutschland-Premiere von Cars nicht mehr in einem Autokino. Dank Radio Schwaben und Corona kam ich mal wieder in den Genuss. Danke an den Radiosender für die Karten. Das Hygienekonzept war vorhanden. Der Ton des Films wurde via UKW ins Auto übertragen. Leider konnte ich den Sound nicht via Handy-Radio-App abgreifen und auf meine mitgebrachten Wonderboom von Ultimate Ears per Bluetooth übertragen. Ich musste den Ton via Autoradio einfangen, was die Autobatterie angreift. Unser Hybrid-Lexus startete nach einer Stunde seinen Motor, um die Batterie zu schonen. Wenn Corona weitergeht (so sieht es auf jeden Fall aus) und Autokinos wieder in Mode kommen sollten, dann brauchen Autokinos ganz dringend eine App-Lösung fürs Smartphone.

Digitalministerium Judith Gerlach, das wäre doch mal eine Idee. Und ich will nicht erneut über 20 Jahre warten, damit ich wieder ein Autokino besuchen kann. Digitalisierung wäre auch hier dringend an der Tagesordnung.

Update: Radio Schwaben hat mir zu meiner Anregung wegen der Autokino-App folgendes geschrieben: Zur App: aufgrund der Latenz ist diese Lösung im Moment technisch nicht machbar. Leider haben Geräte unterschiedliche Latenzen und deshalb lässt sich das Bild auch leider nicht verzögern.

70. Geburtstag von John Carpenter – meine Erinnerungen

17. Januar 2018

Einstmals stand John Carpenter für den Horrorfilm der siebziger und achtziger Jahre des vergangenen Jahrhundert. Jetzt ist der Regisseur und Musiker 70 Jahre alt geworden. Für mich bedeutete in meiner Jugend der Name Carpenter eine neue Art von fantastischen Film.

Das erste Mal, dass ich einen Film von John Carpenter gesehen habe, war wohl the Fog – Nebel des Grauens. Es war ein solider Gruselfilm, der spannend gemacht war. Das Böse blieb zumeist im Nebel verborgen und fand mehr in meinem Kopf statt. Der Film war eine klassische Fortsetzung des Gruselfilms aus alten Zeiten. Als ich meine Liebe zu Stanley Kubrick entdeckte, übertrug sich diese Zuneigung auch auf Carpenter. Sein Dark Star war eine großartige Antwort auf Kubricks 2001 mit all seinen philosophischen und religiösen Aspekten. „Es werde Licht“ ist einfach ein fulminantes Ende eines Films und die Diskussion mit einer Bombe halte ich für ein Highlight der Filmgeschichte.
Dann führte John Carpenter die Figur Michael Myers ein und änderte den Horrorfilm komplett. Das Böse kam nicht mehr aus fernen Landen, sondern war mitten unter uns. Horror zog in die Nachbarschaft ein. Mit Halloween lieferte Carpenter einen Slasher-Film ab, der Folgen für die ganze Branche haben sollte. Die Hauptdarstellerin Jamie Lee Curtis, die Queen of Scream, überlebte das Morden, weil sie brav, verantwortungsvoll und zurückhaltend war. Viele Stunden konnte ich über den Film und seine Hintergründe diskutieren. Halloween II war deutlich schwächer, es gab mehr Brutalitäten und Blut. Es war der erste Film, den ich alleine als Jugendlicher im Kino angeschaut habe. Natürlich war ich noch keine 18 Jahre alt und schaffte es trotzdem in meiner Heimatstadt ins Capitol-Kino. Ich hatte mehr Angst erwischt zu werden als Angst vor Michael Myers und trotzdem es kein guter Film ist, verbinde ich gute Erinnerungen daran.
Dann kam Snake Plissken, die Coolness pur. Er war für uns 1981 eine Ikone, der Vorläufer des Cyberpunks. Wir Jugendliche lachten uns über den deutschen Titel schlapp „Die Klapperschlange“, dabei hatte Snake doch eine Kobra auf den Bauch tätowiert. Snake war einfach cool, erinnerte an John Wayne und nicht diese Typen von heutigen Actionstars. Carpenter machte auf Fritz Lang und immer wieder schaue ich mir die Sache gerne an, die Fortsetzung war allerdings für die Tonne.
Christine mochte ich wegen des tollen Autos und als damaliger Stephen King-Fan musste ich mir den Film im Kino ansehen. Horrorfeeling kam keines mehr auf, dafür war der Film zuviel Pop Corn-Kino. Heimlicher Star war natürlich das Auto. Zweifel hatte ich, ob mir Carpenters Version von Das Ding aus einer anderen Welt gefallen würde. Ich mochte den alte schwarzweiß-Streifen mit seiner Angst vor der sowjetischen Bedrohung und der außerirdischen Rübe. Carpenter war ohne Politik, dafür ein wunderbares Kammerspiel mit erstaunlichen Effekten – und das vor CGI.
Dann kamen und gingen die Filme von Carpenter. Es gab immer noch große Momente in Sie leben, eine Mediensatire. Dann der Absturz mit Ghosts from Mars, Dorf der Verdammten und kleinere Independent Sachen und ein paar gute Szenen aus Vampire. Aber für mich war das Zeitalter von John Carpenter vorbei. Neue Stars hatten den Regiestuhl bestiegen. Rob Zombie setzte das Erbe von Carpenter fort.
Ab und zu schaue ich mir noch einen seiner Filme auf DVD oder Blu ray an. Und trotzdem ist Carpenter bei mir ständig präsent und zwar durch seine Musik. Die Scores zu seinen Filmen sind genial und laufen immer wieder. Assault, Halloween und der ganze Spaß. Ich suche noch immer die Musik von The Thing und habe die beiden Lost Themes 1 und 2 gehört, mit denen Carpenter samt Sohnemann auf Tour geht. Ich merke schon, ich muss einen eigenen Blogpost mal über die Musik von Carpenter machen. Aber jetzt erst einmal: Alles Gute zum 70. Geburtstag lieber John Carpenter.

Und als ich so beim Durchblättern von Soundtracks war, fiel mir ein schönes Buch in die Hände, das ich schon fast vergessen hatte: On Set with John Carpenter. Es ist eine Art Familienfotobuch mit den frühen Filmen von Carpenter. Die Fotografin Kim Gottlieb-Walker machte viele schöne Bilder hinter den Kulissen und war die offizielle Set-Fotografien von frühen Produktionen, die ich so gerne mag. Die meisten Fotos sind in Schwarzweiß und es gibt viele Anekdoten von den Schauspielern und Produktionsmenschen. Es ist keine tiefgründige Filmtheorie, zeigt aber, wie früher Carpenter-Filme ohne große Hollywood-Maschinerie funktioniert haben. Ein empfehlenswertes Buch und gerade zum 70. Geburtstag ein schönes Geschenk für Filmfans.