Posts Tagged ‘Judith Gerlach’

Digitalgipfel: KI muss die Menschen abholen #codebavaria

9. Oktober 2019

„Vielfalt ist per se ein starker Wert und wer das nicht verstanden hat, hat Wissenschaft nicht verstanden!“ Das war für mich der wichtigste Satz des bayerischen Digitalgipfels codebavaria in München. Der Satz stammt von TU-Professor für Robotik Prof. Dr. Sami Haddadin, der eine Keynote im Kohlebunker hielt.
Bayerns erste Digitalministerin Judith Gerlach sieht die Digitalisierung als Chance und nicht als Risiko. Wirtschaft, Forschung und Politik müssen an einem Strang ziehen. KI verändere die Welt. „Wir müssen uns nur trauen, alles mal aus einer anderen Perspektive zu betrachten. KI als Chance für Mensch und Natur.“

„Wir müssen uns mehr trauen und endlich mit KI anfangen. Wir müssen die Probleme lösen, die wir die letzten 100 Jahre geschaffen haben. Das geht nur mit KI. Es ist eine gesellschaftliche Verpflichtung diese Instrumente einzusetzen“, so einer der Referenten des Digitalgipfels. „In der Medizin brauchen wir einen hybriden Ansatz. Digitale Technik und menschlicher Faktor müssen sich ergänzen“, so Prof. Dr. Erwin Böttinger.
Prof. Dr. Sami Haddadin betonte in seinem Vortrag: „Man darf nicht wieder den Fehler bei der Einführung neuer Technologien machen, die Menschen nicht abzuholen und sie mit ihren Ängsten alleine zu lassen.“ Und weiter: „Wir haben gute Innovationen in Bayern, müssen aber die Leute hier behalten.“ Prof. Dr. Sami Haddadin sehr eindringlich: Bayern sei die Wiege von KI, aber wir haben Nachholbedarf an Unternehmertum.

Um die Konferenz herum war eine kleine Ausstellung organisiert. Dort zeigten Startups und etablierte Unternehmen ihre Forschungen und Angebote.

Ich probierte viel aus und kam auch am Stand von Klaus Haas vorbei. Faszinierend fand ich QuantenRausch des Künstlers Klaus Haas. Er ist ein Künstler, der Kunst und Leben in ganz eigener Weise verbindet. Nach dem Studium in Nürnberg hat sich Haas rasch von der klassischen Malerei und Objektkunst verabschiedet und in Richtung neue Medien bewegt. Seither ist er ein Pionier auf dem Gebiet digitaler Kunst in Nürnberg. Sein VideoWorkCase setzt sich für die Verbreitung der Videokunst ein und das von ihm mitbegründete Institut für forschende Kunst im virtuellen Raum versteht sich als interdisziplinäre Plattform. Mit einer HTC-VR-Brille konnte ich mich in seinen Kunstwerken bewegen. Auch Ministerin Gerlach ließ sich QuantenRausch erklären.

Sommerempfang 2019 der bayerischen Landtagspräsidentin Ilse Aigner – Ehrenamt gewürdigt

17. Juli 2019
Wunderbare Kulisse zum Sommerempfang

Wunderbare Kulisse zum Sommerempfang

Meine erste Einladung zum Sommerempfang der Präsidentin des Bayerischen Landtags Ilse Aigner kam in den Briefkasten und da heißt es natürlich hingehen. Erste Frage: Was ziehe ich bei solch einem Event an? Auf der Einladungskarte steht sommerliche Abendbekleidung, Tracht oder Uniform. Tracht und Uniform scheiden bei mir aus, also wählte ich einen Gehrock von Svenja Jander und einen Chapeau Claque.

Mit diesem Sommerempfang für rund 3000 Gäste würdigt Ilse Aigner das Engagement im Ehrenamt. Das finde ich gut, bin ich selbst auch in einigen Vereinen ehrenamtlich aktiv. Zusammen mit meiner Frau war es ein wunderbarer Abend mit vielen Gesprächen und Händeschütteln. Ich nutzte den Empfang zum Netzwerken und traf viele Bekannte und Prominente aus Politik, Kultur, Wirtschaft und Vereinswesen.

Fächer als Giveaway - am Ende war keiner mehr da.

Fächer als Giveaway – am Ende war keiner mehr da.

Das Wetter meinte es gut mit uns. Die Sonne strahlte und für ein bisschen Wind sorgten Fächer als Giveaway mit Aufdruck Bayerischer Landtag. Aber bevor die Party im Schlossgarten von Schloss Schleißheim beginnen sollte, wollte ich der Landtagspräsidenten Ilse Aigner meine Aufwartung machen.

Es ging ans Defilee und das heißt erst einmal Schlange stehen, bis ich Ilse Aigner die Hand schütteln durfte. Es gab eine Fast Line für die Prominenz. Zusammen mit meiner Frau stand ich in der Reihe for the rest of us und wartete rund eine halbe Stunde. Ilse Aigner, geschmackvoll im Abendkleid, empfing ihre Gäste vor einer großen, blauen Sommerempfang-Stellwand des Landtags. Das war übrigens der Ort an dem Stanley Kubrick seinen wichtigen Antikriegsfilm Wege zum Ruhm gedreht hat. Frau Aigner begrüßte meine Frau und ich, kurzes Austauschen von Höflichkeiten und noch ein Erinnerungsfoto – ratz, fatz und ab ging es zum Sommerempfang. Über eine Treppe betrat man den Garten.

Die sieben bayerischen Bezirke hatten Zelte mit den jeweiligen kulinarischen Spezialitäten aufgebaut. Dazwischen gab es Tische und Stühle. Bevor es aber ans Essen ging, stand bei mir die Arbeit an- und das hieß Netzwerken. Mit einigen meiner Gesprächspartner machte ich natürlich ein Selfie – das Ego wollte auch befriedigt sein. Schön war, dass sich Ministerpräsident Markus Söder kurz Zeit für uns nahm. Meine Frau stellte als Geschäftsführerin des Landesinnungsverbandes des bayerischen Friseurhandwerks vielen unserer Gesprächspartnern die Aktion „Innung lebt vom Mitmachen. Ich bin dabei, und du?“ vor. Ein bisschen PR fürs Friseurhandwerk kann nicht schaden.

Ich sprach mit Vertretern aller im Landtag vertretenen Parteien bis auf die AfD – mit diesen Leuten will ich nichts zu tun haben. Mein Thema war natürlich mein Steckenpferde Digitalisierung und Medienkompetenz. Und wie wichtig eines dieser Themen ist, zeigte sich an dem katastrophalen Internet-Empfang im Schlossgarten. Die meiste Zeit Edge und ab und zu ein LTE, das überlastet ist – auch das ist Bayern. Es gibt noch viel zu tun. Thema des Abends war natürlich die Wahl von Ursula von der Leyen zur EU-Kommissionspräsidentin. CSU-Generalsekretär Markus Blume war am Handy und freute sich über die Nachricht, obwohl ihm natürlich sein Parteifreund Manfred Weber lieber gewesen wäre. Ach ja, Europaabgeordnete waren an diesem Abend natürlich nicht in Schleißheim, die wurden zum Wählen in Brüssel gebraucht. Die Medien suchten nach Interviewpartnern und Prominenz wurde abgelichtet.

Ilse Aigner begrüßte zusammen mit dem Präsidium die Gäste. Eine sehr gute Geste war meines Erachtens, dass sie auch die Bezirksräte eingeladen hatte. Über die bayerischen Bezirke wissen nicht alle Bayern Bescheid, dennoch machen sie eine wertvolle Arbeit. Wie bereits geschrieben, stand das Ehrenamt im Mittelpunkt der Veranstaltung und ich traf auf zahlreiche ehrenamtliche Königinnen. Ich wusste gar nicht, dass es auch eine Wollkönigin gibt.

Die Sternstunden des Bayerischen Rundfunks verkauften für zehn Euro Lose – Hauptgewinn war ein goldener BMW. Wir kauften zwei Lose und gewannen Erfahrung. Hauptsache etwas gutes getan.
Das musikalische Programm bestand aus der Musikkapelle Vagen aus Rosenheim, die Bad Reichenhaller Philharmoniker und dem Polizeiorchester Bayern. Die gelungene Showeinlage war das Rock‘n Roll Team aus Anzing, die amtierenden Deutschen Meister im Rock‘n Roll Formationstanz.
Also, liebe Protokollabteilung des Bayerischen Landtags: Vielen lieben Dank für die Einladung und danke auch an den Steuerzahler, der den Abend bezahlt hat. Ich habe mich wohlgefühlt und komme gerne im nächsten Jahr wieder.

Hier ein paar Ego-Selfies:

CSUnet Convention: Von den Widerständen gegenüber Games

16. Juli 2019
CSUnet Convention zum Thema Games

CSUnet Convention zum Thema Games

Für mich war die CSUnet Convention zum Thema Games in der Parteizentrale der CSU ein Wiedersehen mit vielen Mitstreitern aus der Gamesbranche. Die beiden Digital-Ministerinnen Doro Bär (Bund) und Judith Gerlach (Bayern) und Hendrik Lesser (Remote Control Productions) schlugen sich gut und forderten gemeinsam, die derzeit ausgesetzte Gamesförderung in Deutschland wieder aufzunehmen.

Die beiden Digitalministerinnen Judith Gerlach (Bayern) und Doro Bär (Bund) stehen zum Thema Games.

Die beiden Digitalministerinnen Judith Gerlach (Bayern) und Doro Bär (Bund) stehen zum Thema Games.

Das war für mich die wichtigste Aussage aus der Politik. Im Grunde waren sich alle einig: Games sind ein Kulturwert und eine Kulturtechnik. Hendrik Lesser brachte es auf den Punkt: „Ich bin Gamer und bin stolz darauf.“ – Das kann ich nur unterstützen.

Hendrik Lesser brachte neue Zahlen.

Hendrik Lesser brachte neue Zahlen.

 Dennoch stellte ich auch fest: Games haben es noch schwer in manchen Teilen der Gesellschaft. So berichtete Doro Bär noch immer von Widerständen in der Verwaltung, wenn es um das Thema Games geht. Ihre Gegenüber seien hauptsächlich Juristen, denen oftmals das Verständnis für das Thema eSport fehlt. Sie habe in einer Debatte in einem Bundestagsausschuss das Gefühl wie in einem „Tribunal“ zu sitzen. 

Bär:  „Horst, du bist jetzt eSport-Minister“

Bär: „Horst, du bist jetzt eSport-Minister“

Schmunzeln musste ich über eine Episode aus den Groko-Verhandlungen vom Februar 2018, von denen die Ministerin berichtete, die zwar witzig ist, aber das Dilemma auf den Punkt bringt. Als Horst Seehofer das Bundesinnenministerium geteilt wurde, habe sich die CSU-Spitze am nächsten Tag zum Frühstück getroffen. Doro Bär erinnerte den damaligen CSU-Chef daran, dass er als Bundesinnenminister auch für eSport zuständig sei. „Horst, du bist jetzt eSport-Minister“ sagte sie und Seehofer dachte kurz darüber nach, das Amt wieder abzugeben, so Bär. Nette Geschichte, aber genau das ist das Problem. Gamer werden nicht immer ernst genommen und ich kann mir viel vorstellen, aber Horst Seehofer als eSport-Gamer geht wirklich nicht. 

Daher sind solche Veranstaltungen wie die CSUnet Convention zum Thema Games sehr wichtig, um das Thema weiter in die Gesellschaft zu bringen. 

Am Rande ein kurzes Foto: Doro Bär zeigte sich begeistert von einem Bild von K2 zum Thema digitaler Fotorealismus. Das macht den Papa irre stolz.

Am Rande ein kurzes Foto: Doro Bär zeigte sich begeistert von einem Bild von K2 zum Thema digitaler Fotorealismus. Das macht den Papa irre stolz.