Posts Tagged ‘Judith Gerlach’

Was die Bienen mit KI zu tun haben?

14. Juli 2021

Ein Hightech-Bienenstock sammelt Umweltdaten auf dem Dach des bayerischen Digitalministeriums. In dem mit Sensoren vernetzten Bienenstock befinden sich rund 15.000 Insekten. Mittels künstlicher Intelligenz werden die hochsensiblen Biosensoren der kleinen Tiere unter anderem dazu genutzt, Vorhersagen über Unwetter, Trockenperioden oder andere Wetterextreme zu machen.

Ministerin Judith Gerlach (Mitte), Wolfgang Schwirz (r.) und ich links im Digitalministerium vor interessanter Tapete.

Die bayerische Staatsministerin für Digitales Judith Gerlach stellte sich in einem Online-Seminar den Fragen von Wolfgang Schwirz, Referatsleiter Landwirtschaft, Umweltschutz, Energie, Verbraucherschutz bei der HSS und mir. Es war eine hybride Veranstaltung. Die Teilnehmer des Seminars waren online über ein iPad zugeschaltet.

„Klimaschutz ist eine Generationenfrage“, so Judith Gerlach. Das Bienenprojekt sei ein kleines Projekt und stehe symbolhaft für Nachhaltigkeit. Wichtig sei das Generieren der KI-Daten durch die Bienen. Bei dem vom Digitalministerium unterstützten Projekt des Unternehmens we4bee in Kooperation mit der Julius-Maximilians-Universität Würzburg werden mit Hilfe eines Netzwerks digital überwachter Bienenstöcke Informationen über die Bedürfnisse der Bienen zum Schutz unserer Umwelt gesammelt. Da Bienen außerdem hochsensible „Biosensoren“ sind, können Datenauswertungen mittels Künstlicher Intelligenz sogar für Vorhersagen über Unwetter, Trockenperioden und andere Naturkatastrophen genutzt werden. „Die digitale Beobachtung der Bienen und KI-gestützte Auswertung der Daten liefern wertvolle Erkenntnisse über Umweltereignisse.

Insgesamt erfasst das Projekt inzwischen Daten aus mehr als 100 Bienenstöcken weltweit, darunter Standorte in Österreich, Liechtenstein, Luxemburg, Italien, Ungarn und Mexiko. Mithilfe von Big-Data-Analysen und Prognosemethoden für maschinelles Lernen werden die Daten ausgewertet. Ziel sei es, Erkenntnisse über die Bienen und ihre jeweiligen Lebensbedingungen zu gewinnen, so Judith Gerlach. Mit Hilfe gleichzeitig erhobener Wetterdaten sollen künftig auch Umweltereignisse wie beispielsweise Unwetter oder Trockenperioden prognostiziert werden können.

Das zeigt einmal mehr: Digitalisierung ist eine große Chance für den Klima- und Umweltschutz.“ Es sei eine schöne Verbindung zwischen dem Umweltgedanken und den Gedanken der Digitalisierung. „Ich versuche immer das Technikthema in die Diskussion mitreinzunehmen“, so die Ministerin, die Werbung für die HighTech-Agenda machte. Sie sieht die die Chance durch Innovation den Klimaschutz vorantreiben und dadurch Wertschöpfung für die Wirtschaft zu genieren. „Da ist sehr viel Potenzial, das wir noch nicht abschöpfen.“
„Im Digitalbereich machen wir uns oft nicht Gedanken über Nachhaltigkeit und Energieverbrauch“, so Schwirz. „Wir haben einen Ressourcenverbrauch“ bei seltenen Erden und einen hohen Energieverbrauch von Rechenzentren. „Aber wir dürfen es nicht nur einseitig sehen, sondern müssen schauen, wo wir Digitalisierung nutzen können, um einen Vorteil für Klimaschutz und Nachhaltigkeit zu generieren“, so die Ministerin.

Die ganze Veranstaltung gibt es auch als VR 360 Video

Filmkritik: Xaver und sein außerirdischer Freund

16. August 2020

Xaver im Autokino.

Xaver im Autokino.

Als John Carpenter sich Stanley Kubricks 2001: Odyssee im Weltraum ansah, hatte er sich so geärgert, dass er seinen Film Dark Star drehen musste. Dark Star wurde Kult. Ähnlich muss es Werner Possardt ergangen sein, als er sich die Steven Spielberg-Filme E.T. Der Außerirdische und Unheimliche Begegnung der Dritten Art angesehen hatte. Er drehte seinen Film Xaver und sein außerirdischer Freund, der in Bayerisch-Schwaben zum Kultfilm avancierte.
Zusammen mit meiner Frau gewann ich bei Radio Schwaben in einer Facebook-Verlosung Karten eben für diesen Xaver und sein außerirdischer Freund, der im Rahmen des Messeflimmern im Autokino an der Messe Augsburg lief. Da meine Frau aus den Stauden in Bayerisch-Schwaben stammt und der Film u.a. in Mittelneufnach gedreht wurde, wollte sie die alte Heimat auf großer Leinwand sehen. Und ich gehe mit meiner Frau überall hin, sogar zu Xaver.

Nun, der Film macht es einem nicht leicht. Es ist eine Art bayerischer Heimatfilm auf unterem Trash-Niveau, gefördert von der Filmförderung Nordrhein-Westfalen. Aber ich kann dennoch verstehen, dass dieser Klamauk um einen Außerirdischen sein Publikum findet. Besser wäre es, wenn man alkoholische Getränke vor dem Filmbesuch reichlich konsumiert, um das Gesehene besser verarbeiten zu können. Aber Alkohol im Autokino geht gar nicht und so ertrug ich den Film bei Mineralwasser.
Die Handlung von Xaver ist schnell erzählt. Ein Außerirdischer macht eine Bruchlandung in Oberbayern und wird vom Dorftrottel Xaver aufgelesen, der ihm gleich den Namen Alois verpasst. Xaver wird unschuldig verdächtig, eine Diskothek in Brand gesetzt zu haben und wird im Laufe des Films vom White-Trash des Dorfes verfolgt. Mit Hilfe der Dorfschönheit Anni mischen Xaver und Alois das Dorf, ein Feuerwehrfest und das dazugehörige Bierzelt auf, vor allem nachdem Alois seine Liebe zum bayerischen Bier entdeckte. Alois lernt während der Verfolgungsjagd die wesentlichen Kraftausdrücke der bayerischen Sprache. Am Ende wird das Raumschiff repariert, die wirklichen Feuerteufel landen im Knast. Xaver und Anni besteigen das außerirdische Raumschiff wie einst Roy Neary in Unheimliche Begegnung. Wie bei E.T. hebt das Raumschiff zu den Sternen ab, nicht ohne ausführlich Spielberg zu zitieren. Auf dem Heimatplaneten von Alois wird dann zünftig weitergezecht.
Natürlich konnte Werner Possardt nicht mit den VFX von Spielberg konkurrieren und so improvisierte er wie einst Carpenter. Das Raumschiff wurde aus einer BMW Isetta gebaut. Seit Ende der 1980er Jahre steht es auf dem Dach des Gasthofs Kreuz in Pfaffenhausen.

Isetta als Raumschiff.

Isetta als Raumschiff.

Obwohl die Geschichte in Oberbayern spielt, wurde in den Stauden in Bayerisch-Schwaben gedreht. Das Bierzelt stand in Mittelneufnach und sogar der damals amtierende Ortsbürgermeister darf eine Rolle spielen. Die (abgebrannte) Diskothek war das Weiße Rössl in Untermeitingen. In der Lehmgrube in Forsthofen wurde die Schlussszene auf Alois Heimatplaneten gedreht und der Biergarten in Kloster Oberschönenfeld kam auch vor.

Xaver und sein außerirdischer Freund

Xaver und sein außerirdischer Freund

Xaver-Festspiele
Den Science-Fiction-Film von 1986 als Randerscheinung abzutun, damit tut man Werner Possardt unrecht. Possardt, der beim Tsunami in Thailand 2004 verstarb, kannte sich im Filmgeschäft aus und war ein Profi. Xaver war bewusst als Heimatfilm konzipiert und der Film hat sein Publikum. Aufgrund des Filmerfolgs wurden 2001 in Gessertshausen und 2005 in Mittelneufnach die sogenannten „Xaver-Feste“ durchgeführt – wahrscheinlich wurde auch das eine oder andere Bier dabei konsumiert. Es gibt sogar eine Fan-Seite im Netz zu Xaver.
Interessant ist aber die Sprache in dem Film. Das Bayerisch wird vereinfacht. Mit wenigen (Kraft-)Ausdrücken kommt man auch als Außerirdischer in Bayern durchs Leben. Alois gewinnt sogar einen Biertrinkwettwerb beim Feuerwehrfest. Und der Regisseur hat immer wieder kleine Bonbons in Xaver eingestreut. So wurde gleich zu Beginn Russ Meyer zitiert, als Xaver an den „Dingern“ der Dorfschönheit Maria (Ayse Ercyn) herumfingern durfte. Die Verfolgungsjagd mit Enduro-Bikes erinnert stark an George Miller. Und als gegen Ende noch James Whale ins Spiel kommt, als die Bürgerwehr den Wald durchkämmt, habe ich in meinem Auto gelacht. Und danke dafür, dass Haindling die Musik machen durfte.

Russ Meyer lässt grüßen.

Russ Meyer lässt grüßen.

Werner Possardt wurde in Schwabmünchen geboren und hat dem Volk aufs Maul geschaut. Erschreckend ist aber das Menschenbild, das im Film vermittelt wird. Die Frauen des Dorfes werden von ihren Vätern gezüchtigt. Gewalt als herrschendes Mittel in der Familie und Erziehungsmethode. Wenn die Frau aufbegehrt, dann muss sie geschlagen werden – so einfach ist das. Wenn es aber Sonntag ist, dann laufen alle brav in die Kirche, um bigott zu beten und zu singen. Die Feuerteufel wenden zur Einschüchterung den Schwedentrunk mit Gülle an, um Xaver zum Schweigen zu bringen. Brutalität, Starrköpfigkeit und Engstirnigkeit auf dem Land – widerlich.
Vielleicht ist das alles zu viel Theorie. Vielleicht ist Xaver und sein außerirdischer Freund auch nur ein niveauloser Film, den es wirklich nicht braucht.

Bitte eine Autokino-App im 21. Jahrhundert
Ich war seit der Deutschland-Premiere von Cars nicht mehr in einem Autokino. Dank Radio Schwaben und Corona kam ich mal wieder in den Genuss. Danke an den Radiosender für die Karten. Das Hygienekonzept war vorhanden. Der Ton des Films wurde via UKW ins Auto übertragen. Leider konnte ich den Sound nicht via Handy-Radio-App abgreifen und auf meine mitgebrachten Wonderboom von Ultimate Ears per Bluetooth übertragen. Ich musste den Ton via Autoradio einfangen, was die Autobatterie angreift. Unser Hybrid-Lexus startete nach einer Stunde seinen Motor, um die Batterie zu schonen. Wenn Corona weitergeht (so sieht es auf jeden Fall aus) und Autokinos wieder in Mode kommen sollten, dann brauchen Autokinos ganz dringend eine App-Lösung fürs Smartphone.

Digitalministerium Judith Gerlach, das wäre doch mal eine Idee. Und ich will nicht erneut über 20 Jahre warten, damit ich wieder ein Autokino besuchen kann. Digitalisierung wäre auch hier dringend an der Tagesordnung.

Update: Radio Schwaben hat mir zu meiner Anregung wegen der Autokino-App folgendes geschrieben: Zur App: aufgrund der Latenz ist diese Lösung im Moment technisch nicht machbar. Leider haben Geräte unterschiedliche Latenzen und deshalb lässt sich das Bild auch leider nicht verzögern.

Corona-Virus: Tag 37 der Ausgangsbeschränkung – Mein Kommentar zum Schulanfang in der Krise

27. April 2020

Heute wieder Schulbank drücken.

Heute wieder Schulbank drücken.

Heute beginnt der Schulunterricht für die Abschlussklassen an bayerischen Schulen. Und um es mit Han Solo zu sagen: „Ich hab ein verdammt schlechtes Gefühl.“ Viele Entscheidungen des Ministerpräsidenten in Corona-Zeiten unterstütze ich, aber die Entscheidung, Schüler und Lehrer wieder in die Schule zu schicken, halte ich für absolut falsch. Meiner Meinung wäre es richtig gewesen und hätte wirkliche Größe gezeigt, den Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen ihre Zeugnisse zu geben und bis zum offiziellen Schulbeginn Mitte September ein sinnvolles und praktikables Schulkonzept mit Digitalisierung zu entwickeln.
Ich arbeitete viel an Schulen in Bayern und Deutschland, also vor Corona. Ich kam ganz schön rum. Wir haben noch immer ein Schuldenken wie vor 100 Jahren, obwohl sich die Welt drastisch verändert hat. Durch Corona noch viel einschneidender. Die Verantwortlichen in der Politik werden nicht müde, dies gebetsmühlenartig zu wiederholen. Ein Ereignis, an das sich meine Eltern erinnern, war die Ermordung Kennedys. Mich prägte der 11. September und meine Kinder werden die Zeit vor und nach Corona einteilen.
Meine Forderung und Bitte an die Politik: Übertreibt es nicht. Ein Notabitur und ähnliches gab es früher auch schon und aus den Kindern ist auch etwas geworden – Helmut Schmidt wurde sogar der beste Kanzler, den die CDU je hatte.


Fürwahr ich bin betroffen. K1 macht dieses Jahr sein Abi. Ich hab ein großes Problem damit, dass mit meinem Kind experimentiert wird. Wenn Corona wirklich so gefährlich ist – und das glaube ich -, warum gehen die Verantwortlichen in der Politik so leichtsinnig mit dieser Gefahr um. Ja, es gibt Konzepte für den Unterricht und die Hygiene, die habe ich auch über das Elternportal bekommen und gelesen. Und ja, ich sehe, wie sich die Lehrerschaft von K1 alle Mühe gibt – es ist ja auch ihr Leben.

Ich habe viel Kontakt zu Lehrern und auch zu deren Verbänden und weiß, dass sich viele Pädagogen alle Mühe geben, aber dennoch: Sind wir doch ehrlich und gestehen es uns ein: Das Schuljahr ist gelaufen und halten wir nicht krampfhaft an alten Zöpfen fest. Vorsicht ist das Gebot und nicht Übermut – nicht auf Teufel komm raus, Abschlussprüfungen erzwingen. In Italien fällt die Schule bis zum September aus. Italien macht vieles falsch, aber dies machen sie absolut richtig.
Und jetzt ist die digitale Kompetenz gefordert. Digitalministerin Judith Gerlach, bitte zeigen Sie Flagge und mischen Sie sich ein. Jetzt kann Bayern zeigen, ob es wirklich für digitale Bildung reif ist oder ob es nur Lippenbekenntnisse sind. Das digitale Lernen in dieser Form war vorhanden, doch war es gut und nachhaltig? Der Kulturminister ist zumindest der Meinung, wie er uns Eltern in einem Elternbrief mitteilt.
Was passiert eigentlich mit den Abschlussprüfungen, wenn an irgendeiner Schule Corona ausbricht und Schüler erkranken? Dann können die Verantwortlichen die Prüfungen in die Tonne treten. Wenn morgen die Schule beginnt und die Inkubationszeit 14 Tage dauert, dann stehen die Prüfungen direkt vor der Tür. Hypothetisch mal angenommen: Interessant wird auch der interfamiläre Umgang. K1 begegnet in der Schule oder in der S-Bahn gegebenenfalls Infizierten und steckt sich an. Wenn K1 nach Hause kommt, steckt K1 vielleicht dann unsere Familie an und meine Eltern sind Hochrisikopatienten. Na prima. Liebe Leute, ihr spielt mit dem Leben. Die Ausgangsbeschränkung sollen zurückgefahren werden, obwohl sie sich bewährt haben?
Matthias J. Lange

Waschbecken in der Schule.

Waschbecken in der Schule.

Digitalgipfel: KI muss die Menschen abholen #codebavaria

9. Oktober 2019

„Vielfalt ist per se ein starker Wert und wer das nicht verstanden hat, hat Wissenschaft nicht verstanden!“ Das war für mich der wichtigste Satz des bayerischen Digitalgipfels codebavaria in München. Der Satz stammt von TU-Professor für Robotik Prof. Dr. Sami Haddadin, der eine Keynote im Kohlebunker hielt.
Bayerns erste Digitalministerin Judith Gerlach sieht die Digitalisierung als Chance und nicht als Risiko. Wirtschaft, Forschung und Politik müssen an einem Strang ziehen. KI verändere die Welt. „Wir müssen uns nur trauen, alles mal aus einer anderen Perspektive zu betrachten. KI als Chance für Mensch und Natur.“

„Wir müssen uns mehr trauen und endlich mit KI anfangen. Wir müssen die Probleme lösen, die wir die letzten 100 Jahre geschaffen haben. Das geht nur mit KI. Es ist eine gesellschaftliche Verpflichtung diese Instrumente einzusetzen“, so einer der Referenten des Digitalgipfels. „In der Medizin brauchen wir einen hybriden Ansatz. Digitale Technik und menschlicher Faktor müssen sich ergänzen“, so Prof. Dr. Erwin Böttinger.
Prof. Dr. Sami Haddadin betonte in seinem Vortrag: „Man darf nicht wieder den Fehler bei der Einführung neuer Technologien machen, die Menschen nicht abzuholen und sie mit ihren Ängsten alleine zu lassen.“ Und weiter: „Wir haben gute Innovationen in Bayern, müssen aber die Leute hier behalten.“ Prof. Dr. Sami Haddadin sehr eindringlich: Bayern sei die Wiege von KI, aber wir haben Nachholbedarf an Unternehmertum.

Um die Konferenz herum war eine kleine Ausstellung organisiert. Dort zeigten Startups und etablierte Unternehmen ihre Forschungen und Angebote.

Ich probierte viel aus und kam auch am Stand von Klaus Haas vorbei. Faszinierend fand ich QuantenRausch des Künstlers Klaus Haas. Er ist ein Künstler, der Kunst und Leben in ganz eigener Weise verbindet. Nach dem Studium in Nürnberg hat sich Haas rasch von der klassischen Malerei und Objektkunst verabschiedet und in Richtung neue Medien bewegt. Seither ist er ein Pionier auf dem Gebiet digitaler Kunst in Nürnberg. Sein VideoWorkCase setzt sich für die Verbreitung der Videokunst ein und das von ihm mitbegründete Institut für forschende Kunst im virtuellen Raum versteht sich als interdisziplinäre Plattform. Mit einer HTC-VR-Brille konnte ich mich in seinen Kunstwerken bewegen. Auch Ministerin Gerlach ließ sich QuantenRausch erklären.

Sommerempfang 2019 der bayerischen Landtagspräsidentin Ilse Aigner – Ehrenamt gewürdigt

17. Juli 2019

Wunderbare Kulisse zum Sommerempfang

Wunderbare Kulisse zum Sommerempfang

Meine erste Einladung zum Sommerempfang der Präsidentin des Bayerischen Landtags Ilse Aigner kam in den Briefkasten und da heißt es natürlich hingehen. Erste Frage: Was ziehe ich bei solch einem Event an? Auf der Einladungskarte steht sommerliche Abendbekleidung, Tracht oder Uniform. Tracht und Uniform scheiden bei mir aus, also wählte ich einen Gehrock von Svenja Jander und einen Chapeau Claque.

Mit diesem Sommerempfang für rund 3000 Gäste würdigt Ilse Aigner das Engagement im Ehrenamt. Das finde ich gut, bin ich selbst auch in einigen Vereinen ehrenamtlich aktiv. Zusammen mit meiner Frau war es ein wunderbarer Abend mit vielen Gesprächen und Händeschütteln. Ich nutzte den Empfang zum Netzwerken und traf viele Bekannte und Prominente aus Politik, Kultur, Wirtschaft und Vereinswesen.

Fächer als Giveaway - am Ende war keiner mehr da.

Fächer als Giveaway – am Ende war keiner mehr da.

Das Wetter meinte es gut mit uns. Die Sonne strahlte und für ein bisschen Wind sorgten Fächer als Giveaway mit Aufdruck Bayerischer Landtag. Aber bevor die Party im Schlossgarten von Schloss Schleißheim beginnen sollte, wollte ich der Landtagspräsidenten Ilse Aigner meine Aufwartung machen.

Es ging ans Defilee und das heißt erst einmal Schlange stehen, bis ich Ilse Aigner die Hand schütteln durfte. Es gab eine Fast Line für die Prominenz. Zusammen mit meiner Frau stand ich in der Reihe for the rest of us und wartete rund eine halbe Stunde. Ilse Aigner, geschmackvoll im Abendkleid, empfing ihre Gäste vor einer großen, blauen Sommerempfang-Stellwand des Landtags. Das war übrigens der Ort an dem Stanley Kubrick seinen wichtigen Antikriegsfilm Wege zum Ruhm gedreht hat. Frau Aigner begrüßte meine Frau und ich, kurzes Austauschen von Höflichkeiten und noch ein Erinnerungsfoto – ratz, fatz und ab ging es zum Sommerempfang. Über eine Treppe betrat man den Garten.

Die sieben bayerischen Bezirke hatten Zelte mit den jeweiligen kulinarischen Spezialitäten aufgebaut. Dazwischen gab es Tische und Stühle. Bevor es aber ans Essen ging, stand bei mir die Arbeit an- und das hieß Netzwerken. Mit einigen meiner Gesprächspartner machte ich natürlich ein Selfie – das Ego wollte auch befriedigt sein. Schön war, dass sich Ministerpräsident Markus Söder kurz Zeit für uns nahm. Meine Frau stellte als Geschäftsführerin des Landesinnungsverbandes des bayerischen Friseurhandwerks vielen unserer Gesprächspartnern die Aktion „Innung lebt vom Mitmachen. Ich bin dabei, und du?“ vor. Ein bisschen PR fürs Friseurhandwerk kann nicht schaden.

Ich sprach mit Vertretern aller im Landtag vertretenen Parteien bis auf die AfD – mit diesen Leuten will ich nichts zu tun haben. Mein Thema war natürlich mein Steckenpferde Digitalisierung und Medienkompetenz. Und wie wichtig eines dieser Themen ist, zeigte sich an dem katastrophalen Internet-Empfang im Schlossgarten. Die meiste Zeit Edge und ab und zu ein LTE, das überlastet ist – auch das ist Bayern. Es gibt noch viel zu tun. Thema des Abends war natürlich die Wahl von Ursula von der Leyen zur EU-Kommissionspräsidentin. CSU-Generalsekretär Markus Blume war am Handy und freute sich über die Nachricht, obwohl ihm natürlich sein Parteifreund Manfred Weber lieber gewesen wäre. Ach ja, Europaabgeordnete waren an diesem Abend natürlich nicht in Schleißheim, die wurden zum Wählen in Brüssel gebraucht. Die Medien suchten nach Interviewpartnern und Prominenz wurde abgelichtet.

Ilse Aigner begrüßte zusammen mit dem Präsidium die Gäste. Eine sehr gute Geste war meines Erachtens, dass sie auch die Bezirksräte eingeladen hatte. Über die bayerischen Bezirke wissen nicht alle Bayern Bescheid, dennoch machen sie eine wertvolle Arbeit. Wie bereits geschrieben, stand das Ehrenamt im Mittelpunkt der Veranstaltung und ich traf auf zahlreiche ehrenamtliche Königinnen. Ich wusste gar nicht, dass es auch eine Wollkönigin gibt.

Die Sternstunden des Bayerischen Rundfunks verkauften für zehn Euro Lose – Hauptgewinn war ein goldener BMW. Wir kauften zwei Lose und gewannen Erfahrung. Hauptsache etwas gutes getan.
Das musikalische Programm bestand aus der Musikkapelle Vagen aus Rosenheim, die Bad Reichenhaller Philharmoniker und dem Polizeiorchester Bayern. Die gelungene Showeinlage war das Rock‘n Roll Team aus Anzing, die amtierenden Deutschen Meister im Rock‘n Roll Formationstanz.
Also, liebe Protokollabteilung des Bayerischen Landtags: Vielen lieben Dank für die Einladung und danke auch an den Steuerzahler, der den Abend bezahlt hat. Ich habe mich wohlgefühlt und komme gerne im nächsten Jahr wieder.

Hier ein paar Ego-Selfies:

CSUnet Convention: Von den Widerständen gegenüber Games

16. Juli 2019

CSUnet Convention zum Thema Games

CSUnet Convention zum Thema Games

Für mich war die CSUnet Convention zum Thema Games in der Parteizentrale der CSU ein Wiedersehen mit vielen Mitstreitern aus der Gamesbranche. Die beiden Digital-Ministerinnen Doro Bär (Bund) und Judith Gerlach (Bayern) und Hendrik Lesser (Remote Control Productions) schlugen sich gut und forderten gemeinsam, die derzeit ausgesetzte Gamesförderung in Deutschland wieder aufzunehmen.

Die beiden Digitalministerinnen Judith Gerlach (Bayern) und Doro Bär (Bund) stehen zum Thema Games.

Die beiden Digitalministerinnen Judith Gerlach (Bayern) und Doro Bär (Bund) stehen zum Thema Games.

Das war für mich die wichtigste Aussage aus der Politik. Im Grunde waren sich alle einig: Games sind ein Kulturwert und eine Kulturtechnik. Hendrik Lesser brachte es auf den Punkt: „Ich bin Gamer und bin stolz darauf.“ – Das kann ich nur unterstützen.

Hendrik Lesser brachte neue Zahlen.

Hendrik Lesser brachte neue Zahlen.

 Dennoch stellte ich auch fest: Games haben es noch schwer in manchen Teilen der Gesellschaft. So berichtete Doro Bär noch immer von Widerständen in der Verwaltung, wenn es um das Thema Games geht. Ihre Gegenüber seien hauptsächlich Juristen, denen oftmals das Verständnis für das Thema eSport fehlt. Sie habe in einer Debatte in einem Bundestagsausschuss das Gefühl wie in einem „Tribunal“ zu sitzen. 

Bär:  „Horst, du bist jetzt eSport-Minister“

Bär: „Horst, du bist jetzt eSport-Minister“

Schmunzeln musste ich über eine Episode aus den Groko-Verhandlungen vom Februar 2018, von denen die Ministerin berichtete, die zwar witzig ist, aber das Dilemma auf den Punkt bringt. Als Horst Seehofer das Bundesinnenministerium geteilt wurde, habe sich die CSU-Spitze am nächsten Tag zum Frühstück getroffen. Doro Bär erinnerte den damaligen CSU-Chef daran, dass er als Bundesinnenminister auch für eSport zuständig sei. „Horst, du bist jetzt eSport-Minister“ sagte sie und Seehofer dachte kurz darüber nach, das Amt wieder abzugeben, so Bär. Nette Geschichte, aber genau das ist das Problem. Gamer werden nicht immer ernst genommen und ich kann mir viel vorstellen, aber Horst Seehofer als eSport-Gamer geht wirklich nicht. 

Daher sind solche Veranstaltungen wie die CSUnet Convention zum Thema Games sehr wichtig, um das Thema weiter in die Gesellschaft zu bringen. 

Am Rande ein kurzes Foto: Doro Bär zeigte sich begeistert von einem Bild von K2 zum Thema digitaler Fotorealismus. Das macht den Papa irre stolz.

Am Rande ein kurzes Foto: Doro Bär zeigte sich begeistert von einem Bild von K2 zum Thema digitaler Fotorealismus. Das macht den Papa irre stolz.