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Was die Bienen mit KI zu tun haben?

14. Juli 2021

Ein Hightech-Bienenstock sammelt Umweltdaten auf dem Dach des bayerischen Digitalministeriums. In dem mit Sensoren vernetzten Bienenstock befinden sich rund 15.000 Insekten. Mittels künstlicher Intelligenz werden die hochsensiblen Biosensoren der kleinen Tiere unter anderem dazu genutzt, Vorhersagen über Unwetter, Trockenperioden oder andere Wetterextreme zu machen.

Ministerin Judith Gerlach (Mitte), Wolfgang Schwirz (r.) und ich links im Digitalministerium vor interessanter Tapete.

Die bayerische Staatsministerin für Digitales Judith Gerlach stellte sich in einem Online-Seminar den Fragen von Wolfgang Schwirz, Referatsleiter Landwirtschaft, Umweltschutz, Energie, Verbraucherschutz bei der HSS und mir. Es war eine hybride Veranstaltung. Die Teilnehmer des Seminars waren online über ein iPad zugeschaltet.

„Klimaschutz ist eine Generationenfrage“, so Judith Gerlach. Das Bienenprojekt sei ein kleines Projekt und stehe symbolhaft für Nachhaltigkeit. Wichtig sei das Generieren der KI-Daten durch die Bienen. Bei dem vom Digitalministerium unterstützten Projekt des Unternehmens we4bee in Kooperation mit der Julius-Maximilians-Universität Würzburg werden mit Hilfe eines Netzwerks digital überwachter Bienenstöcke Informationen über die Bedürfnisse der Bienen zum Schutz unserer Umwelt gesammelt. Da Bienen außerdem hochsensible „Biosensoren“ sind, können Datenauswertungen mittels Künstlicher Intelligenz sogar für Vorhersagen über Unwetter, Trockenperioden und andere Naturkatastrophen genutzt werden. „Die digitale Beobachtung der Bienen und KI-gestützte Auswertung der Daten liefern wertvolle Erkenntnisse über Umweltereignisse.

Insgesamt erfasst das Projekt inzwischen Daten aus mehr als 100 Bienenstöcken weltweit, darunter Standorte in Österreich, Liechtenstein, Luxemburg, Italien, Ungarn und Mexiko. Mithilfe von Big-Data-Analysen und Prognosemethoden für maschinelles Lernen werden die Daten ausgewertet. Ziel sei es, Erkenntnisse über die Bienen und ihre jeweiligen Lebensbedingungen zu gewinnen, so Judith Gerlach. Mit Hilfe gleichzeitig erhobener Wetterdaten sollen künftig auch Umweltereignisse wie beispielsweise Unwetter oder Trockenperioden prognostiziert werden können.

Das zeigt einmal mehr: Digitalisierung ist eine große Chance für den Klima- und Umweltschutz.“ Es sei eine schöne Verbindung zwischen dem Umweltgedanken und den Gedanken der Digitalisierung. „Ich versuche immer das Technikthema in die Diskussion mitreinzunehmen“, so die Ministerin, die Werbung für die HighTech-Agenda machte. Sie sieht die die Chance durch Innovation den Klimaschutz vorantreiben und dadurch Wertschöpfung für die Wirtschaft zu genieren. „Da ist sehr viel Potenzial, das wir noch nicht abschöpfen.“
„Im Digitalbereich machen wir uns oft nicht Gedanken über Nachhaltigkeit und Energieverbrauch“, so Schwirz. „Wir haben einen Ressourcenverbrauch“ bei seltenen Erden und einen hohen Energieverbrauch von Rechenzentren. „Aber wir dürfen es nicht nur einseitig sehen, sondern müssen schauen, wo wir Digitalisierung nutzen können, um einen Vorteil für Klimaschutz und Nachhaltigkeit zu generieren“, so die Ministerin.

Die ganze Veranstaltung gibt es auch als VR 360 Video