Posts Tagged ‘Barbara Becker’

Schulung und Vernetzung für Admins russischsprachiger Facebookgruppen

5. Juli 2021

Eine Zielgruppe, die ich im klassischen Kommunalwahlkampf berücksichtigt habe, aber im Netz noch nicht so viel Aufmerksamkeit gewidmet habe, ist die Klientel der Russlanddeutschen und Migranten aus den Ländern der Ex-UdSSR. Bis jetzt: Zusammen mit meiner Kollegin Maria Fillina habe ich im Auftrag der Hanns Seidel Stiftung in Kooperation mit dem BVRE (Bundesverband der russischsprachigen Eltern) ein Wochenendseminar im Bildungszentrum Kloster Banz für Facebook-Admins russischsprachiger Facebookgruppen in Deutschland organisiert. Sie erreichen über 180000 Facebooknutzer mit ihren unterschiedlichen Gruppen. 

Die russischsprachige Community ist mit ca. 3 Millionen die größte Gruppe unter den 6,5 Millionen deutschen Wählern mit Migrationshintergrund. Zwei gesetzte Ziele haben wir erreicht: Schulung und Vernetzung.

Die Seminarteilnehmer mit dem Leiter des Bildungswerkes Banz Michael Möslein (Mitte) und Seminarleiter Artur Kolbe (r).

Wirtschaftspsychologin Maria Fillina, selbst in Moskau aufgewachsen und Altstip der HSS, ist die neue Beauftragte für Russlanddeutsche der Stiftung. Zusammen mit mir veranstaltet sie Präsenz- und Onlineseminare sowie Workshops mit großem Erfolg zu den Themen Verschwörungsmythen und Hassreden sowie Cybermobbing. Als gelernter Journalist vermittelte ich an die Admins praktische Handwerkszeug, wie Falschmeldungen im Netz enttarnt werden können. Meine Tipps, die ich ausführlich erläutert habe:

Quellen prüfen

Argumente prüfen

Vergleichen mit seriösen Nachrichtenseiten

Bilder zurückverfolgen

Metadaten auslesen

Video zurückverfolgen

Informationen bewerten auf Datum und Zusammenhang

oder ist es einfach nur Satire 

Maria Fillina erläuterte die psychologischen Hintergründe, warum ein Mensch dazu neigt, lieber Falschmeldungen und Verschwörungen im Netz zu teilen. Der Glaube an Verschwörungen kommt verschiedenen menschlichen Bedürfnissen entgegen, die mit individuellen psychischen und sozialen Dispositionen verbunden sind. Je einschneidender das auslösende Ereignis, desto stärker die Neigung, außergewöhnliche Ursachen dahinter zu vermuten. Wenn Menschen aufgrund privater Problemlagen oder gesellschaftlicher Krisen das Gefühl haben, keine Kontrolle zu haben und sich ohnmächtig fühlen, versuchen sie Strategien zu finden, um damit umzugehen – und Verschwörungserzählungen können so eine Strategie sein. Eine andere Erklärung, warum Menschen an Verschwörungen glauben, hat eher instrumentellen Charakter. „Die Wahrheit“ zu sehen, kann nicht nur Kontrolle erzeugen, sondern auch das Gefühl verstärken, „Unwissenden“ etwas voraus zu haben, besonders zu sein und damit den eigenen Selbstwert erhöhen. 

Jurij Sargelis von BVRE bei seinen Erläuterungen.

In Arbeitsgruppen tauschen sich die Admins aus und erarbeiten gemeinsame Konzepte, um in ihren Gruppen Verschwörungen, Hatespeech und Falschmeldungen einzudämmen. Dabei kamen immer wieder Probleme mit Facebook gegenüber zur Sprache. Die Bots des Social Media-Riesens erkennen Wörter in den Posts der Mitglieder, die als sensibel gewertet werden, und verwarnen oder sperren gar die jeweiligen Gruppen.

Maria Filina und Barbara Becker, MdL.

Spontan erklärte sich die CSU-Landtagsabgeordnete Barbara Becker bereit, mit den Admins ins Gespräch zu kommen. Die Abgeordnete hielt sich mit ihrem Team in Banz für eine Klausurtagung auf. Sie bot den Admins einen Gesprächstermin im Landtag an und will dort eine Schnittstelle zwischen Politik und Admins schaffen. Das Statement gibt es hier als Video. 

Das Thema „Debattenkultur“ bewegt die Teilnehmer ebenfalls sehr: Wie kann in Foren eine effiziente Diskussion geführt werden, bei der einzelne Meinungen argumentiert vorgebracht werden, ohne dass dabei Emotionen hochkochen oder gar in Hass umschlagen! Zu diesem Thema soll in naher Zukunft ein praktisch orientierter Workshop stattfinden.

Sommerempfang 2019 der bayerischen Landtagspräsidentin Ilse Aigner – Ehrenamt gewürdigt

17. Juli 2019

Wunderbare Kulisse zum Sommerempfang

Wunderbare Kulisse zum Sommerempfang

Meine erste Einladung zum Sommerempfang der Präsidentin des Bayerischen Landtags Ilse Aigner kam in den Briefkasten und da heißt es natürlich hingehen. Erste Frage: Was ziehe ich bei solch einem Event an? Auf der Einladungskarte steht sommerliche Abendbekleidung, Tracht oder Uniform. Tracht und Uniform scheiden bei mir aus, also wählte ich einen Gehrock von Svenja Jander und einen Chapeau Claque.

Mit diesem Sommerempfang für rund 3000 Gäste würdigt Ilse Aigner das Engagement im Ehrenamt. Das finde ich gut, bin ich selbst auch in einigen Vereinen ehrenamtlich aktiv. Zusammen mit meiner Frau war es ein wunderbarer Abend mit vielen Gesprächen und Händeschütteln. Ich nutzte den Empfang zum Netzwerken und traf viele Bekannte und Prominente aus Politik, Kultur, Wirtschaft und Vereinswesen.

Fächer als Giveaway - am Ende war keiner mehr da.

Fächer als Giveaway – am Ende war keiner mehr da.

Das Wetter meinte es gut mit uns. Die Sonne strahlte und für ein bisschen Wind sorgten Fächer als Giveaway mit Aufdruck Bayerischer Landtag. Aber bevor die Party im Schlossgarten von Schloss Schleißheim beginnen sollte, wollte ich der Landtagspräsidenten Ilse Aigner meine Aufwartung machen.

Es ging ans Defilee und das heißt erst einmal Schlange stehen, bis ich Ilse Aigner die Hand schütteln durfte. Es gab eine Fast Line für die Prominenz. Zusammen mit meiner Frau stand ich in der Reihe for the rest of us und wartete rund eine halbe Stunde. Ilse Aigner, geschmackvoll im Abendkleid, empfing ihre Gäste vor einer großen, blauen Sommerempfang-Stellwand des Landtags. Das war übrigens der Ort an dem Stanley Kubrick seinen wichtigen Antikriegsfilm Wege zum Ruhm gedreht hat. Frau Aigner begrüßte meine Frau und ich, kurzes Austauschen von Höflichkeiten und noch ein Erinnerungsfoto – ratz, fatz und ab ging es zum Sommerempfang. Über eine Treppe betrat man den Garten.

Die sieben bayerischen Bezirke hatten Zelte mit den jeweiligen kulinarischen Spezialitäten aufgebaut. Dazwischen gab es Tische und Stühle. Bevor es aber ans Essen ging, stand bei mir die Arbeit an- und das hieß Netzwerken. Mit einigen meiner Gesprächspartner machte ich natürlich ein Selfie – das Ego wollte auch befriedigt sein. Schön war, dass sich Ministerpräsident Markus Söder kurz Zeit für uns nahm. Meine Frau stellte als Geschäftsführerin des Landesinnungsverbandes des bayerischen Friseurhandwerks vielen unserer Gesprächspartnern die Aktion „Innung lebt vom Mitmachen. Ich bin dabei, und du?“ vor. Ein bisschen PR fürs Friseurhandwerk kann nicht schaden.

Ich sprach mit Vertretern aller im Landtag vertretenen Parteien bis auf die AfD – mit diesen Leuten will ich nichts zu tun haben. Mein Thema war natürlich mein Steckenpferde Digitalisierung und Medienkompetenz. Und wie wichtig eines dieser Themen ist, zeigte sich an dem katastrophalen Internet-Empfang im Schlossgarten. Die meiste Zeit Edge und ab und zu ein LTE, das überlastet ist – auch das ist Bayern. Es gibt noch viel zu tun. Thema des Abends war natürlich die Wahl von Ursula von der Leyen zur EU-Kommissionspräsidentin. CSU-Generalsekretär Markus Blume war am Handy und freute sich über die Nachricht, obwohl ihm natürlich sein Parteifreund Manfred Weber lieber gewesen wäre. Ach ja, Europaabgeordnete waren an diesem Abend natürlich nicht in Schleißheim, die wurden zum Wählen in Brüssel gebraucht. Die Medien suchten nach Interviewpartnern und Prominenz wurde abgelichtet.

Ilse Aigner begrüßte zusammen mit dem Präsidium die Gäste. Eine sehr gute Geste war meines Erachtens, dass sie auch die Bezirksräte eingeladen hatte. Über die bayerischen Bezirke wissen nicht alle Bayern Bescheid, dennoch machen sie eine wertvolle Arbeit. Wie bereits geschrieben, stand das Ehrenamt im Mittelpunkt der Veranstaltung und ich traf auf zahlreiche ehrenamtliche Königinnen. Ich wusste gar nicht, dass es auch eine Wollkönigin gibt.

Die Sternstunden des Bayerischen Rundfunks verkauften für zehn Euro Lose – Hauptgewinn war ein goldener BMW. Wir kauften zwei Lose und gewannen Erfahrung. Hauptsache etwas gutes getan.
Das musikalische Programm bestand aus der Musikkapelle Vagen aus Rosenheim, die Bad Reichenhaller Philharmoniker und dem Polizeiorchester Bayern. Die gelungene Showeinlage war das Rock‘n Roll Team aus Anzing, die amtierenden Deutschen Meister im Rock‘n Roll Formationstanz.
Also, liebe Protokollabteilung des Bayerischen Landtags: Vielen lieben Dank für die Einladung und danke auch an den Steuerzahler, der den Abend bezahlt hat. Ich habe mich wohlgefühlt und komme gerne im nächsten Jahr wieder.

Hier ein paar Ego-Selfies: