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Filmkritik: Steckerlfischfiasko – Kein Fiasko, aber das bewährte Erfolgsrezept stößt ohne neue Ideen an seine Grenzen

13. August 2026

Zehn Teile Niederkaltenkirchen: Wenn das Erfolgsrezept schal schmeckt, dann ist es auch mal gut. Variation des ewig Gleichen legen ein baldiges Ende der Krimireihe nahe.
Mit Steckerlfischfiasko schlägt der bayerische Kult-Dorfpolizist Franz Eberhofer bereits zum zehnten Mal auf der Kinoleinwand auf. Nach den heftigen kreativen Querelen und öffentlichen Dissonanzen rund um den Vorgänger war man gespannt, ob die Jubiläums-Adaption nach den Romanen von Rita Falk zu alter Stärke findet oder endgültig im Leerlauf versauert. Das Ergebnis ist eine zweischneidige Angelegenheit: Der Film funktioniert als verlässliche Wohlfühl-Komödie für eingefleischte Fans – enttäuscht jedoch cineastisch auf ganzer Linie durch kreative Ermüdungserscheinungen.

Der Krimi als lästiges Pflichtprogramm
Inhaltlich dreht sich im beschaulichen Niederkaltenkirchen diesmal alles um den gewaltsamen Tod des lokalen „Steckerlfischkönigs“, dessen Leiche im exklusiven Wellness-Bereich eines neu errichteten Golfclubs gefunden wird. Zusammen mit seinem dauerleidenden Kumpel Rudi Birkenberger (Simon Schwarz) stürzt sich Franz in die Ermittlungen, die sie tief in eine verfahrene Familienfehde verfeindeter Volksfest-Clans führen.
Wer hier jedoch einen packenden Whodunit-Krimi erwartet, wird bitter enttäuscht. Wie so oft in der Reihe dient der Mordfall lediglich als fadenscheiniges Konstrukt, um die Figuren von einer skurrilen Situation zur nächsten zu scheuchen. Das Miträseln wird dem Publikum durch mangelnde Indizien und erzählerische Beliebigkeit nahezu unmöglich gemacht. Stattdessen dominieren die altbekannten Nebenbaustellen: Susi (Lisa Maria Potthoff) treibt ihre politischen Ambitionen als Bürgermeisterkandidatin voran, während der private Alltag auf dem Eberhofer-Hof im gewohnten Chaos versinkt.

Das Ensemble-Dilemma: Wenn Kult zur Pflichtübung wird
Das größte Problem von Steckerlfischfiasko ist sein mittlerweile gewaltiges Figurenarsenal. Regisseur Ed Herzog steht vor der unlösbaren Aufgabe, jeder noch so kleinen Kult-Nebenfigur (von der Oma bis zum Flötzinger) ihre obligatorische Leinwand-Präsenz und den dazugehörigen Schenkelklopfer-Gag einzuräumen.
Da folgt leider der Autopilot-Effekt: Die Gags wirken dadurch oft erzwungen und wie im Autopiloten abgespult.
Fehlende Ecken und Kanten: Die Figuren haben sich im Laufe der Jahre zu reinen Karikaturen ihrer selbst entwickelt, deren Macken allzu berechenbar geworden sind.
Für mich ist der Film kein völliges Fiasko, aber das bewährte Erfolgsrezept stößt ohne neue Ideen spürbar an seine Grenzen.

Steckerlfischfiasko krankt vor allem daran, dass sich das Franchise im Kreis dreht. Die filmische Umsetzung verlässt sich zu stark darauf, dass die bloße Anwesenheit der vertrauten Gesichter und die malerische bayerische Provinzidylle ausreichen, um ein abendfüllendes Kinoerlebnis zu rechtfertigen. Es mangelt an inszenatorischem Mut, an bissigem Humor, der über platten Lokalkolorit hinausgeht, und an echten erzählerischen Risiken.

Getreu dem Motto „Ein neuer Eberhofer ist wie ein Essen bei der Oma – man weiß genau, was man kriegt“ werden Fans des Franchise vermutlich auch diesmal bestens unterhalten. Wer jedoch anspruchsvolles deutsches Kino oder einen auch nur halbwegs ernstzunehmenden Kriminalfilm sucht, wird hier vor eine schwere Geduldsprobe gestellt. Es ist an der Zeit, dass Niederkaltenkirchen bald in den wohlverdienten Ruhestand geht, bevor der Kult endgültig zur Karikatur verkommt.

Meine Urlaubslektüre – Blogparade Urlaubslektüre – Was liest du?

15. August 2017

Gut belesen durch den August.

Gut belesen durch den August.

Das ganze Jahr muss/darf ich irgendwelche Fachbücher lesen, da brauch ich in den Ferien mal etwas komplett anderes – reine Unterhaltung. Und meine Bloggerclub-Kollegin Tanja Praske machte mich auf eine Blogparade von Die bunte Christine aufmerksam: Urlaubslektüre – Was liest du? Da nehm ich doch glatt teil mit meinem Blog.
Nun, ich fahre dieses Jahr zweigleisig: Ich lese dieses Jahr Rita Falk und Philip K. Dick, einmal sehr einfacher Lesestoff, einmal sehr visionärer Lesestoff.

Provinzkrimis von Rita Falk
Beginnen möchte ich mit Rita Falk und ihre bayerischen Provinzkrimis rund um Franz Eberhofer. Ich habe mir die komplette Romanreihe gekauft und lese jeden Tag ein Buch, gestartet bin ich mit Winterkartoffelknödel. Ex und hopp – viel Tiefe ist nicht zu finden und auch der Stil ist eher einfach. Das ist absolut leichte Kost. Ich wurde auf diese Reihe aufmerksam durch einen Kinobesuch von Valerian. Es lief unter anderem ein Trailer zu der Griesnockeraffäre nach dem Buch von Rita Falk. Hauptdarsteller Sebastian Bezzel war bei uns im örtlichen Kino zu Gast und warb für seinen Film.

Werbung im Kino

Werbung im Kino

Mein ganzes Kinoumfeld war begeistert von der Art bayerischer Provinzkrimi und so wurde ich neugierig. Es gab einige Verfilmungen der Romane von Rita Falk, die ich nicht bisher gesehen habe, aber die Kinobesucher sprachen ganz begeistert darüber. Ich unterhielt mich mit einigen Besucher, die mir die Romane sehr ans Herz legten. Es ist wohl eine neue Form von Heimatroman. In den Personen von Rita Falk erkannte ich einige Bewohner unseres Dorfes wieder, schließlich wuchs die Autorin in Oberbayern auf und hat viel von der Atmosphäre und den Charakteren aufgesaugt. Der Humor ist einfach, die Sprache unkompliziert und Fastfood für den Liegestuhl. Der Reiz liegt in der klischeehaften Zeichnung der Figuren. Es sind keine Helden, sondern menschliche, manches Mal sogar einfältige Typen, aber mit dem Herz an der richtigen Stelle. Die Kriminalfälle, diplomatisch als Provinzkrimi bezeichnet, sind nicht spektakulär, sondern einfach – so wie die Leute eben sind. Manches Mal wurde ich beim Lesen an das königlich bayerische Amtsgericht erinnert.
Die Geschichten selbst sind vorhersehbar. Der Reiz liegt in den handelnden Personen, die einem im Laufe der Lektüre ans Herz wachsen. Die Oma, die Susi, der Papa und Dorfbewohner samt Sheriffs. Ich kann verstehen, wenn man die Krimis um Franz Eberhofer ablehnt, mir halfen sie beim Abschalten.

Harmlose und leichte Kost für unterwegs.

Harmlose und leichte Kost für unterwegs.

Klassiker der SF-Literatur Philip K. Dick
Tiefere Kost und mindestens ebenso unterhaltsam ist die Lektüre von Philip K. Dick – ich bin noch mitten drin. Den Jüngeren wird er als Vorlage für die Amazon-Serie the Man in the High Castle bekannt sein. Dick schuf aber auch mit Träumen Androiden von elektrischen Schafen die Vorlage für Blade Runner. Ich widmete mich diesen Ferien den Science-Fiction Kurzgeschichten. Dick Werk Der Philip-K.-Dick-Companionumfasst 118 Geschichten und 43 Romane, von denen diverse verfilmt worden sind, wie Total Recall oder Minority Report. In meiner vorliegenden fünfbändigen Werkausgabe als Urlaubslektüre sind sämtliche Geschichten in chronologischer Reihenfolge enthalten, also keine Romane. Dies erlaubt mir, die Entwicklung des Science-ficition-Autors zu verfolgen.
Ich tat mich früher schwer mit Kurzgeschichten. Der Einstieg kam mir zu abrupt und das Ende zu schnell. Durch meine Begeisterung für Edgar Allen Poe lernte ich Kurzgeschichten zu lieben und Philip K. Dick hat hier Gewaltiges geleistet. Die Visionen des Autoren sind enorm und zwingen immer wieder zum Nachdenken. Als Kind liebte ich Science Fiction und nachdem ich Philip K. Dick gelesen habe und weiter lese, weiß ich auch warum. Der Schreibstil ist leicht verständlich und immer klar. Die Visionen, die der Autor hat, sind dagegen enorm und zeigen, warum Philip K. Dick einer der ganz Großen der SF-Literatur ist.