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Wo ist der Score zu Ghost in the Shell?

16. August 2017

Was ist bloß los mit dem Soundtrack zum neuen Ghost in the Shell? Ich habe mir die Realverfilmung des Mangas im Kino und jetzt auf Blu Ray angeschaut und viele Details haben mich bei dem Film begeistert. Ich habe darüber gebloggt. Als ich den Film im Kino gesehen hatte, bestellte ich mir bei Amazon den Soundtrack noch am gleichen Abend. Jetzt beim Ansehen der Blu Ray habe ich bemerkt, dass ich nie den Soundtrack erhalten habe. Was ist da los?

Der Score ist nicht lieferbar.

Der Score ist nicht lieferbar.

Der Fehler liegt nicht bei Amazon, sondern scheinbar gibt es hinter den Kulissen fetten Ärger. Der fabelhafte Soundtrack von Clint Mansell und Lorne Balfe ist bisher noch nicht veröffentlicht worden. Es lag schon ein Cover vor. Dabei ist der Score zum Film ein absoluter Hammer. Als ich mir den futuristischen Film angesehen hatte, kamen sofort die Erinnerungen an die beiden Soundtracks Blade Runner von Vangelis und Tron Legacy von Daft Punk in den Sinn. Blade Runner ist für mich der wichtigste Film der achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts und der Soundtrack von Vangelis in seinen Zig-Versionen und Bootlegs läuft bei mir sehr oft.

Soundtrack im Netz
Bei YouTube gibt es zu Ghost in the Shell drei Stücke Lights of Soho und seit kurzem Ambush sowie Glitch, letztere wurden vom Komponisten Lorne Balfe in seinem Kanal veröffentlicht. Immer wieder tauchen im Netz neue Mixes auf, aber den kompletten Soundtrack gibt es nicht – offiziell und inoffiziell.

So sollte der Score aussehen.

So sollte der Score aussehen.

Lakeshore Records teilte nach dem Filmstart mit, dass es keine Veröffentlichung geben wird. Einen Grund nannte die Plattenfirma nicht. Lakeshore Records gibt nur Soundtracks heraus und wird von Sammlern wie mir geschätzt. Im Netz formiert sich nun massiv Stimmung gegen diese völlig unverständliche Entscheidung. Es gibt eine Online-Petition, bei der über 3600 Soundtrack-Fans unterschrieben haben, um Druck auf Paramount und Lakeshore aufzubauen. Ich hoffe, es nutzt etwas.
Seit Anfang August 2017 tut sich etwas. Regisseur Rupert Sanders deutete in einem Interview an, dass der Score nun doch veröffentlicht werden soll. Das wäre absolut großartig. Wörtlich sagte er: „And I will follow up, and I will make sure that there’s a release.“ Das gibt Hoffnungen und ich wäre sehr dankbar, den Score in den Händen zu halten.

Filmtipp: Ghost in the Shell

21. April 2017
Für mich ein faszinierendes Stück Kino: Ghost in the Shell.

Für mich ein faszinierendes Stück Kino: Ghost in the Shell.

Ich hatte Angst vor der Verfilmung. Ich hatte wirklich Angst, dass Hollywood diesen Klassiker versauen würde. Ich hatte so viele Gedanken zu diesem Werk im Kopf. Und ich wurde Gott sei Dank enttäuscht: Ghost in the Shell ist ein ästhetisch beeindruckender Film geworden. Er ist nicht perfekt, aber er ist gut geworden.
Was hatte ich alles erwartet? Nach der eindrucksvollen Animie-Verfilmung von 1995 des legendären Mangas von Masamune Shirow hatte ich riesige Erwartungen. Im Grunde wünschte ich mir sehnsüchtig eine Art Blade Runner des 21. Jahrhunderts. Der Film von Ridley Scott war so wichtig für die achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts und prägte meine Generation. An nicht weniger als an Blade Runner wollte ich Ghost in the Shell messen, denn das Thema der Menschlichkeit ist in der heutigen Zeit aktueller denn je. Nun, dieses Ziel hat der Film nicht erreicht, aber dennoch ist er für mich stilprägend. Die Story ist prima und die optischen Effekten sind einfach sagenhaft.
Im Grunde hatte der Realfilm seine stärkste Wirkung, wenn er sich nahe an die Animie-Verfilmung von Mamoru Oshii hält. Regisseur Rupert Sanders kopiert in vielen Einstellungen den Zeichentrick und wird schwächer, wenn er eigene Wege geht. Schon die Erschaffung von Major entspricht fast 1:1 der Zeichentrick-Vorlage. Im Kino blieb mir die Spucke weg, denn bevor ich abends mir den Spielfilm angesehen hatte, schaute ich mir am Nachmittag nochmals das Animie an. Bild für Bild übernahm der Spielfilm die Animie-Vorlage.

Ich war sehr skeptisch bei der Umsetzung.

Ich war sehr skeptisch bei der Umsetzung.

Kritik gab es, dass Scarlett Johansson die Hauptrolle spielte. Es wäre an der Zeit gewesen, dass Hollywood auf japanische Darsteller setzt. Mir ist das egal. Frau Johansson spielt prima, etwas besser hat sie mir als Alien in Under the Skin gefallen.
Der Film ist wunderschön geworden, die Bilder sind atemberaubend und sie sind kalt. So stelle ich mir eine Cyberzukunft vor und es ist eine eindrucksvolle Weiterentwicklung der Welt von Blade Runner. Freilich hat die Storyumsetzung ihre Schwächen – und das werfe ich dem Film vor. Dieser Film geht um Seele, um das Menschsein an sich und ist im Grunde ein seelenloser Film geworden. Das ist traurig, denn das Animie von 1995 hatte diesen Spirit noch. Es handelt sich um einen Ghost oder eine Lebensform, die im Netzwerk lebt. Künstliche Intelligenz als Lebensform – eine interessante gesellschaftliche Diskussion wird dadurch möglich. Ghost in the Shell hätte den Weg zu dieser Diskussion bereiten können.


Ein Wort noch zur Musik. Ich kannte ja den wunderbaren Score Ghost In The Shell von Kenji Kawai und dachte, es könne nicht besser werden. Doch der Score von Clint Mansell ist der absolute Wahnsinn. Ich habe ihn bisher nur im Film hören können. Leider, leider konnte ich die CD bis heute noch nicht in den Händen halten. Mir ist es noch nicht gelungen, ein Exemplar zu kaufen.