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Meine Beatles auf Laserdisc

22. November 2021

Bald zeigt sich, ob sich das Warten auf Peter Jackson gelohnt hat, wenn er bei Disney+ die überarbeitete Langfassung von Let it be unter dem Titel Get back präsentieren wird. Natürlich werde ich mir die Beatles ansehen und ich freu mich wie en Schnitzel (wie freut sich ein Schnitzel?). Als Sammler hoffe ich, dass es eine Box mit allen Filmen auf Datenträger Bluray oder 4K geben wird.

Hier meine Laserdiscs mit den Beatles

Jackson hat das Material überarbeitet und optisch das Beste herausgeholt. Ich will aber heute einen Schritt zurückgehen und das optisch und akustisch Beste der alten digitalen Zeit präsentieren. Meine Beatles auf Laserdisc.

Die silbernen Scheiben in der Größe einer Langspielplatte waren das Highend-Übergangsmedium zwischen VHS und DVD. Noch heute gibt es eine aktive Sammlerszene, zu der ich auch gehöre. Im Laufe der Zeit haben sich ein paar Beatles LD angehäuft, die ich hier gerne vorstelle. Die Aufnahmen habe ich in der Regel auch noch auf anderen Datenträger, wobei ich einen Konzertfilm Washington Coliseum, Washington, DC, USA von 1964 auf Super 8 am Liebsten mag. Aber Super 8 war nochmals eine ganz andere Zeit.

Kommen wir zu meinen Laserdiscs. Ich habe sie in diesem kleinen Video vorgestellt. Es handelt es sich um Making of Hard Day’s Night, zwei Versionen von Help, The Magic Mystery Tour, Japan-Pressung von Yellow Submarine und die seltene Fassung von Let ist be. Zudem habe ich die Dokumentationen The Compleat Beatles und die Achtfach-Laserdisc-Box Anthology. Der vollständige Film wurde am 5. September 1996 auf acht VHS-Kassetten und auf acht Laserdiscs veröffentlicht.

Filmkritik: Soul von Pixar

30. Dezember 2020

Es tut mir in der Seele weh, einen solchen Film nicht im Kino sehen zu können. Seit dem 25. Dezember 2020 ist der neue Pixar-Film Soul online beim hauseigenen Streamingdienst Disney+ anzuschauen – ohne Aufpreis wie bei Mulan. Pixar-Filme sind für das Kino gemacht und dort gehören sie auch hin.

Wunderbarer Film von Pixar. Foto: Pixar

Mein Kind zeigte mir ein Meme: „Pixar bei ToyStory: Wow, sie lassen Spielzeuge sprechen. Pixar bei Soul: Wow, sie sprechen über den Sinn des Lebens.“ Das ist eine ziemlich gute Beschreibung zu Soul, denn der Film geht in die Tiefe und berührt. Regie führte bei diesem Animationsmeisterwerk mit Humor und Tiefgang Pixar-Routinier Pete Docter, der bereits Oben und Alles steht Kopf für Pixar herstellte. Und er versteht dich auch die Komplexität des Themas, verpackt in eine schöne Geschichte.

Soul ist der 23 Pixar-Film und immer wieder überrascht das Studio trotz Disney mit Innovationen in jedem Bereich. Pixar kann einfach Geschichten perfekt erzählen mit Moral und Humor – und in einer absoluten technischen Perfektion.

Foto: Pixar

In Soul geht es um den Musiklehrer Joe Gardner aus New York, der erste Schwarze, der in einem Pixarfilm die Hauptrolle hat. Joe lebt für den Jazz und kaum hat er die Zusage für den Gig seines Lebens erhalten, da stirbt er. Er betritt die Himmelstreppe ins Jenseits, die Rolltreppe führt ins Licht des „großen Danach“. Joe weigert sich aber und entwischt in das „große Davor“ – eine Zone in der Seelen ihre Persönlichkeit erhalten. Dort trifft er auf 22, eine bockige Seele, an der sich bereits große Mentoren chancenlos versucht haben. Joe nimmt die Herausforderung an und es folgt eine wunderbare Körpertauschepisode mit einer Katze – aber schaut euch den Film selbst an.

Die Geschichte hat neben der Situationskomik aber eine zweite tiefere Ebene. Pete Docter schuf ein Plädoyer für das Leben. Er öffnet uns Zuschauern die Augen für die kleinen, aber so enorm wichtige Dinge des Alltags, und sei es auch nur der Biss in ein Pizzastück. Schon bei Ratatouille zeigte Pixar, wie Geschmack auf die Leinwand gebracht werden konnte – bei Soul ist es ebenso. Zunächst hatte ich die Angst, dass uns ein weiterer Aufguss des Thema „Lebe deinen Traum“ in Disney-Manier mit Pathos präsentiert wird, aber nein: Die Botschaft von Pete Docter ist subtiler und geht tiefer. Docter liebt beispielsweise Picasso und so verbeugt er sich im „großen Davor“ vor diesem Künstler und zaubert mit seinen Animatoren eine kunstvolle Landschaft samt kunstvollen Figuren. Er zeigt uns, was Fantasie leisten kann und was die Träumer bei Pixar im Sinn hatten. Und dazu kommt die hinreißende Jazz-Musik von Jon Batiste. Dazu mein CD-Tipp Soul: Music from and Inspired by the Disney/Pixar Motion Picture Was kann es Besseres geben?

Kinogutscheine gegen Corona und Protest gegen Warner

16. Dezember 2020

Corona schnürt den Kinos die Luft ab. Die beiden Kinos in meiner Geburtsstadt Fürstenfeldbruck dürfen im Lockdown keine Filme zeigen, es sind aber auch keine neuen Spielfilme im Verleih. Beide Kinos versuchen mit dem Verkauf von Kinogutscheinen zu überleben, quasi als Weihnachtsgeschenk. Gutscheine gehen eigentlich immer.

Scala Geschäftsführer Markus Schmölz hinter Glas und mit Maske verkauft Kinogutscheine.

Markus Schmölz, Geschäftsführer vom Scala Kino in Fürstenfeldbruck, saß am Dienstag im Eingang zum Foyer des Kinos hinter Glas. Vor ihm stand eine Handkasse mit Kinogutscheinen und eine Fachzeitschrift der Filmwirtschaft, die über die Misere berichtet. Am Tag vor dem allgemeinen Lockdown versuchte Markus Schmölz noch Kinokarten an Interessierte zu bringen und ganz wichtig, um auch Flagge zu zeigen. Kino ist nicht tot, die Mitarbeiter in Kurzarbeit wollen um ihr Filmtheater kämpfen. Natürlich könnten die Karten auch online gekauft werden, aber sichtbare Präsens sei wichtig. Als ich vorbeischaue, kaufen gerade zwei junge Mädchen Gutscheine für 20 Euro.

Corona ist das eine große Problem, das andere ist das Verhalten der Filmgesellschaften. Disney hatte dieses Jahr Mulan gar nicht erst ins Kino gebracht, sondern auf dem hauseigenen Streamingkanal Disney+ gestreamt. Der Filmriese Warner hat angekündigt, jeden Film parallel zum Kino auch direkt über seinen Streamingkanal HBO Max zu veröffentlichen. Dieses Hybridmodell sei als „strategische Antwort auf die Auswirkungen der anhaltenden globalen Pandemie“ gedacht, so das Studio in einer Pressemitteilung.

Es handelt sich um 17 Blockbuster, darunter Dune (30. September 2021), Batman, Matrix 4 (22. Dezember 2021), Godzilla vs Kong (20. Mai 2021), Conjuring 3: Im Bann des Teufels (3. Juni 2021). Die Kreativen echauffieren sich. Mal sehen, ob Warner sein Ding durchzieht. Im Dezember soll noch Wonder Woman 1984 auf diese Weise als Testballon für Warner starten.

In meinem Interview spricht sich der Kinobetreiber Markus Schmölz gegen diese Pläne aus, verständlich. Und seine Argumente klingen gut. Für mich steht fest: Kino muss sich verändern, um zu überleben. Ich genieße es, zu Hause per Beamer Filme zu sehen. Aber ich genieße es noch mehr, im Kino Filme zu sehen.