Filmkritik: Soul von Pixar

Es tut mir in der Seele weh, einen solchen Film nicht im Kino sehen zu können. Seit dem 25. Dezember 2020 ist der neue Pixar-Film Soul online beim hauseigenen Streamingdienst Disney+ anzuschauen – ohne Aufpreis wie bei Mulan. Pixar-Filme sind für das Kino gemacht und dort gehören sie auch hin.

Wunderbarer Film von Pixar. Foto: Pixar

Mein Kind zeigte mir ein Meme: „Pixar bei ToyStory: Wow, sie lassen Spielzeuge sprechen. Pixar bei Soul: Wow, sie sprechen über den Sinn des Lebens.“ Das ist eine ziemlich gute Beschreibung zu Soul, denn der Film geht in die Tiefe und berührt. Regie führte bei diesem Animationsmeisterwerk mit Humor und Tiefgang Pixar-Routinier Pete Docter, der bereits Oben und Alles steht Kopf für Pixar herstellte. Und er versteht dich auch die Komplexität des Themas, verpackt in eine schöne Geschichte.

Soul ist der 23 Pixar-Film und immer wieder überrascht das Studio trotz Disney mit Innovationen in jedem Bereich. Pixar kann einfach Geschichten perfekt erzählen mit Moral und Humor – und in einer absoluten technischen Perfektion.

Foto: Pixar

In Soul geht es um den Musiklehrer Joe Gardner aus New York, der erste Schwarze, der in einem Pixarfilm die Hauptrolle hat. Joe lebt für den Jazz und kaum hat er die Zusage für den Gig seines Lebens erhalten, da stirbt er. Er betritt die Himmelstreppe ins Jenseits, die Rolltreppe führt ins Licht des „großen Danach“. Joe weigert sich aber und entwischt in das „große Davor“ – eine Zone in der Seelen ihre Persönlichkeit erhalten. Dort trifft er auf 22, eine bockige Seele, an der sich bereits große Mentoren chancenlos versucht haben. Joe nimmt die Herausforderung an und es folgt eine wunderbare Körpertauschepisode mit einer Katze – aber schaut euch den Film selbst an.

Die Geschichte hat neben der Situationskomik aber eine zweite tiefere Ebene. Pete Docter schuf ein Plädoyer für das Leben. Er öffnet uns Zuschauern die Augen für die kleinen, aber so enorm wichtige Dinge des Alltags, und sei es auch nur der Biss in ein Pizzastück. Schon bei Ratatouille zeigte Pixar, wie Geschmack auf die Leinwand gebracht werden konnte – bei Soul ist es ebenso. Zunächst hatte ich die Angst, dass uns ein weiterer Aufguss des Thema „Lebe deinen Traum“ in Disney-Manier mit Pathos präsentiert wird, aber nein: Die Botschaft von Pete Docter ist subtiler und geht tiefer. Docter liebt beispielsweise Picasso und so verbeugt er sich im „großen Davor“ vor diesem Künstler und zaubert mit seinen Animatoren eine kunstvolle Landschaft samt kunstvollen Figuren. Er zeigt uns, was Fantasie leisten kann und was die Träumer bei Pixar im Sinn hatten. Und dazu kommt die hinreißende Jazz-Musik von Jon Batiste. Dazu mein CD-Tipp Soul: Music from and Inspired by the Disney/Pixar Motion Picture Was kann es Besseres geben?

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