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Musiktipp: Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band 50-jährige Jubiläumsausgabe von The Beatles

3. Juni 2017

Nun, Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band ist sicherlich eine der besten Rock-Alben der Geschichte. Ich liebe die Beatles und ich liebe ihr 1967-Album
Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band. Nach 50 Jahren (!) kam nun am 26. Mai 2017 eine Super Deluxe Version von The Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band heraus und ich habe mich wieder in diese unglaubliche Musik der Fab Four verliebt.
Seit ich denken kann, mag ich die Beatles oder Pilzköpfe, wie sie meine Eltern bezeichneten. Die Musik sind für mich eine Art Volkslieder geworden, ich kann sie mitsingen und überall wo ich Beatles-Songs höre, da lass ich mir gerne nieder.


Und so war es für mich eine Selbstverständlichkeit, dass ich mir die neue Box von
Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band zum 50. Geburtstag geleistet habe. Und obwohl ich die Musik kenne, war ich wieder von der Überarbeitung überrascht. Hier wurde aus den alten Bändern hervorragendes herausgeholt. Das Album erschien in Mono (hatte ich bereits durch die Beatles Mono Serie), aber vor allem in einem neuen Stereo Mix, der es in sich hat. Giles Martin mischte mit dem Toningenieur Sam Okell das Album neu ab. Die ganze Sache hat deutlich mehr Dynamik und Drive und orientiert sich an der Mono-Ausgabe von 1967. Das Album, das übrigens das erste Konzeptalbum war, hört sich kompakter an.
Es sind in der Box insgesamt sechs Datenträger vorhanden. Einmal der neue Stereo Mix, einmal die Mono-Abmischung und für den Fan sehr interessant zwei CDs mit Proben und Aufnahmesessions. In die Demos und Outtakes muss ich mich noch richtig reinhören, aber sie zeigen, welche Macht Lennon bei den Aufnahmen hatte. Ich glaube, es sind wahre Schätze darunter – und ich kannte die Demos aus der Zeit von Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band noch nicht. Da gibt es vieles zu entdecken. Die Klassiker Strawberry Fields Forever und Penny Lane wurden als Bonustitel der Doppel-CD und dem Box-Set hinzugefügt. Auf der Ursprungsversion von Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band waren sie nicht enthalten, weil sie zuvor als Single ausgekoppelt wurden. Nicht enthalten sind die Lieder Only a Northern Song und Carnival of Light, was ich nicht verstehe und deshalb auch kritisiere.
Die Box macht einfach Spaß. Auf dem Cover gibt es ein holografisches Bild des ursprünglichen LP-Titels. Ich erinnere mich, wie oft ich als Jugendlicher auf meinem Bett lag und darüber nachdachte, wer denn nun wer auf dem Bild von Peter Blake ist. Interessant nehmen allerlei Postern und Ausschneidebogen ist für mich vor allem das 148-seitiges Begleitbuch mit einem Vorwort von Sir Paul.
Und wieder habe ich mir die restaurierte Doku von 1992 angesehen, die den Entstehungsprozess von Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band zum Inhalt hatte. Neues Material konnte ich allerdings auf dem ersten Blick nicht entdecken.
Also Beatles Fans, bestellt die fette Box The Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band und zieht den Kopfhörer auf und versinkt in die psychedelische Welt der Beatles des Jahres 1967. Ich habe es genossen und den Kauf der Box nicht bereut.

Film- und Musiktipp: Eight Days A Week von The Beatles

29. Januar 2017

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„Papa, warum schreien die so laut?“ – das war die erste Reaktion von K1 als wir als Familie die fabelhafte Beatles Dokumentation The Beatles: Eight Days A Week – The Touring Years ansahen. Der Film beschreibt den Tour irrsinn der Beatles der sechziger Jahre bis zum letzten Konzert im Candlestick Park in San Francisco 1966. Die Plizköpfe spielten sich die Seele aus dem Leib und wurden regelrecht verbrannt. Die DVD wurde mir freundlicherweise vom Verleih zur Verfügung gestellt und ich habe sie mir gerne angesehen. Die Jungs haben den Stress durchgehalten und mit ihrem Beat die Musikwelt revolutioniert. Beatlemania nannte man das Phänomen und gerne wäre ich dabei gewesen. Ich kenne diese Beatlemania nur aus Erzählungen und vom Fernsehen und eben jetzt von dieser Doku.
Aufmerksam, sehr aufmerksam schaute ich die Dokumentation von Ron Howards an und bekam viele neue Eindrücke. Es ist ein Wahnsinn, welche enorme Wirkung die Beatles hatten, welche Kraft sie auf ihren Konzerten entwickelten. Mit einfachen Songs entzündeten sie einen Sturm bei den zumeist weiblichen Fans. Das Geschrei bei den Konzerten war ohrenbetäubend. Bei den mickrigen Verstärkern auf der Bühne und ohne Monitorboxen ging Gesang und Musik komplett unter. John Lennon und George Harrison hassten die Touren, was beim Betrachten der Dokumentation durchaus verständlich ist. Was wie ein Traum begann, endete im Albtraum. John, Paul, George und Ringo wirkten gehetzt, genervt, ausgebrannt – es ist ein Wunder, dass sie sich gefangen hatten und anschließend die Musik mit ihren Studioalben nochmals auf den Kopf stellten. Die Doku zeigt, unter welchen Bedingungen damals der Rock´n Roll-Zirkus stattfand. Keiner der heutigen Stars kann sich wohl vorstellen, was diese musikalischen Genies durchmachen mussten und auch wie gefährlich es war, auf die Bühne zu gehen und wieder lebendig von dieser herunterzukommen. Es gab keine Privatjets oder Hotelsuiten, keine Bodyguards oder großen Service.

Beatles at the Hollywood Bowl
Als wir als Familie vor kurzem in New York waren, fand ich im Hard Rock Café am Time Square viel Material von den Beatles. Ich habe über meine Eindrücke in dem Restaurant ausführlich unter dem Titel Beatles in New York – Meine Reiseimpressionen Teil 7 gebloggt.

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Nach dem Film war auch ich wieder im Beatles-Fieber. Ich musste das Album Live At The Hollywood Bowl haben. Als Jugendlicher hatte ich eine Bootleg-Aufnahme auf einer Audiokassette. Der Sound war schlecht, aber die Aufnahme machte Laune. Im Laufe der Jahre verlor ich die Kassette und war froh darüber, dass nun das Album offiziell erschien. Die Toningenieure um Giles Martin, der Sohn von George Martin, schufen Beachtliches. Sie holten aus den alten Bänder viel heraus. Es gelang ihnen eine Atmosphäre zu schaffen, die das Konzert wirklich gut konservierte. Geschrei und Musik gingen wunderbar ineinander über. Als Zuhörer kann man verstehen, warum die Musiker keine Lust mehr hatten, live zu spielen. John Lennon machte die Ansagen und sein Humor kommt sehr gut an. Zitat von Lennon: „The next song, we’re gonna sing is an oldie. Some of the older people might remember. It’s from last year ! And it’s called: She loves you !“ Ich glaube, die damaligen Zuschauer hatten davon nichts mitbekommen.

Werbung zur Beatles-Doku in der U-Bahn.

Werbung zur Beatles-Doku in der U-Bahn.

Die Shows waren relativ kurz. Es waren 14 Songs – auf der CD gibt es noch zusätzlich drei Bonustracks. Ingesamt sind die Beatles dreimal in der Hollywood Bowl aufgetreten, am 23. August 1964 und dann am 29. und am 30. August 1965.