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Beatles: Let it be im Deutschen Theater München

1. November 2018
Hat mir Spaß gemacht: Let it Be im Deutschen Theater München.

Hat mir Spaß gemacht: Let it Be im Deutschen Theater München.

Bin ich eigentlich alt, wenn ich in einem Konzert alle Lieder fehlerfrei mitsingen kann? Diese Frage stellte ich mir nach dem Besuch der Beatles-Revue „Let it be“ im Deutschen Theater München. Das Stück aus London gastiert ein paar Tage in München und zusammen mit meiner Beatles-begeisterten Gattin besuchte ich die Show.
Immer wieder wurde mir während der Veranstaltung bewusst, welche unglaubliche Power die Lieder der Fab Four haben. Die Songs der Beatles haben für mich Volkslied-Charakter. Sie sind allgemeines Liedgut geworden, jeder kennt die Lieder von John, Paul, George und Ringo. Und jeder kann irgendwelche Strophen mitsingen. Und genau das wollte ich erleben, als ich vor einen halben Jahr die Karten für die erste Reihe für die Let it be-Show in München erwarb. Und genauso ist es gekommen.

Das Münchner Publikum ging voll mit.

Das Münchner Publikum ging voll mit.

Die Beatles-Revival-Band auf der Bühne sang und spielte die Lieder und warf dann und wann berühmte Zitate ein, meist durch das John Lennon-Double. Mir fehlte aber das Berühmter-als-Jesus-Zitat, mit dem sich Lennon damals den Mund verbrannte und zurückrudern musste.


Die Bühne verwandelte sich in wichtige Stationen der Beatles, das Aussehen der Musiker ebenso. Es wurde mit der naiven Phase der Beatlemania gestartet als Pilzköpfe mit She Lobes you, dann ging es in die Ära der Stadionkonzerte von Shea. Hier hatte ich den Eindruck, dass der Ton im Deutschen Theater falsch ausgesteuert war. Oder es war geniale Absicht, denn im Konzert in Shea Stadium 1965 war aufgrund der nichtvorhandenen Technik kaum etwas von den Beatles zu hören. Die Technik war für Stadium-Konzerte wie in New York noch nicht ausgereift und der Gesang der Beatles ging im Geschrei der Fans unter.


Farbenfroh ging es in die Zeit von Sgt. Pepper mit der Lonely Hearts Club Band, für mich der beste Teil der Show. Nach der Pause kamen die Solo-Projekte der Beatles zum Tragen, nett im Design der jeweiligen Zeit. Lennon im Militär-Anzug oder in Jeansjacke mit New York-T-Shirt. Am besten gefiel mir George Harrison im weißen Anzug und orangen Hemd und Spitzbart. So veranstaltete er damals 1971 das legendäre Konzert für Bangladesch. Die Musik war für mich Purist etwas durcheinander, zeitlich nicht chronologisch, aber was soll’s. Die Hits der Soloprojekte waren unter anderem natürlich My Sweet Lord, Got My Mind Set on You, Live and Let Die, Band on the Run, Watching the Wheels (was eigentlich allerdings 1981 nach dem Mord an Lennon veröffentlicht wurde) oder das wunderschöne Imagine.


Nach zwei Zugaben und einem zu schnell gespielten Let it Be und einem mitreißenden Hey Jude war der schöne Gesangsabend im Deutschen Theater München zu Ende. Überall begeisterte Gesichter. Die Beatles-Imitatoren hatten es geschafft, dass sich das zumeist ältere Münchner Publikum von ihren Sitzen im Deutschen Theater erheben und mitrockten, mitsangen und mitwippten. Ein paar Jugendliche, die von ihren Eltern zum Beatles-Abend gezwungen wurden, konnten es gar nicht fassen, wie sehr ihre Alten ausflippten.
Also wer Lust auf die Beatles hat, sollte sich Karten für Let it Be besorgen und mitsingen. Ja, ich weiß auch, dass es nicht die Original Beatles sind, aber John und George spielen woanders, Paul hab ich schon live gesehen und Ringo ist für mich der Glückspilz des Jahrtausends. Also hoch den Hintern und mitsingen.

Film- und Musiktipp: Eight Days A Week von The Beatles

29. Januar 2017

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„Papa, warum schreien die so laut?“ – das war die erste Reaktion von K1 als wir als Familie die fabelhafte Beatles Dokumentation The Beatles: Eight Days A Week – The Touring Years ansahen. Der Film beschreibt den Tour irrsinn der Beatles der sechziger Jahre bis zum letzten Konzert im Candlestick Park in San Francisco 1966. Die Plizköpfe spielten sich die Seele aus dem Leib und wurden regelrecht verbrannt. Die DVD wurde mir freundlicherweise vom Verleih zur Verfügung gestellt und ich habe sie mir gerne angesehen. Die Jungs haben den Stress durchgehalten und mit ihrem Beat die Musikwelt revolutioniert. Beatlemania nannte man das Phänomen und gerne wäre ich dabei gewesen. Ich kenne diese Beatlemania nur aus Erzählungen und vom Fernsehen und eben jetzt von dieser Doku.
Aufmerksam, sehr aufmerksam schaute ich die Dokumentation von Ron Howards an und bekam viele neue Eindrücke. Es ist ein Wahnsinn, welche enorme Wirkung die Beatles hatten, welche Kraft sie auf ihren Konzerten entwickelten. Mit einfachen Songs entzündeten sie einen Sturm bei den zumeist weiblichen Fans. Das Geschrei bei den Konzerten war ohrenbetäubend. Bei den mickrigen Verstärkern auf der Bühne und ohne Monitorboxen ging Gesang und Musik komplett unter. John Lennon und George Harrison hassten die Touren, was beim Betrachten der Dokumentation durchaus verständlich ist. Was wie ein Traum begann, endete im Albtraum. John, Paul, George und Ringo wirkten gehetzt, genervt, ausgebrannt – es ist ein Wunder, dass sie sich gefangen hatten und anschließend die Musik mit ihren Studioalben nochmals auf den Kopf stellten. Die Doku zeigt, unter welchen Bedingungen damals der Rock´n Roll-Zirkus stattfand. Keiner der heutigen Stars kann sich wohl vorstellen, was diese musikalischen Genies durchmachen mussten und auch wie gefährlich es war, auf die Bühne zu gehen und wieder lebendig von dieser herunterzukommen. Es gab keine Privatjets oder Hotelsuiten, keine Bodyguards oder großen Service.

Beatles at the Hollywood Bowl
Als wir als Familie vor kurzem in New York waren, fand ich im Hard Rock Café am Time Square viel Material von den Beatles. Ich habe über meine Eindrücke in dem Restaurant ausführlich unter dem Titel Beatles in New York – Meine Reiseimpressionen Teil 7 gebloggt.

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Nach dem Film war auch ich wieder im Beatles-Fieber. Ich musste das Album Live At The Hollywood Bowl haben. Als Jugendlicher hatte ich eine Bootleg-Aufnahme auf einer Audiokassette. Der Sound war schlecht, aber die Aufnahme machte Laune. Im Laufe der Jahre verlor ich die Kassette und war froh darüber, dass nun das Album offiziell erschien. Die Toningenieure um Giles Martin, der Sohn von George Martin, schufen Beachtliches. Sie holten aus den alten Bänder viel heraus. Es gelang ihnen eine Atmosphäre zu schaffen, die das Konzert wirklich gut konservierte. Geschrei und Musik gingen wunderbar ineinander über. Als Zuhörer kann man verstehen, warum die Musiker keine Lust mehr hatten, live zu spielen. John Lennon machte die Ansagen und sein Humor kommt sehr gut an. Zitat von Lennon: „The next song, we’re gonna sing is an oldie. Some of the older people might remember. It’s from last year ! And it’s called: She loves you !“ Ich glaube, die damaligen Zuschauer hatten davon nichts mitbekommen.

Werbung zur Beatles-Doku in der U-Bahn.

Werbung zur Beatles-Doku in der U-Bahn.

Die Shows waren relativ kurz. Es waren 14 Songs – auf der CD gibt es noch zusätzlich drei Bonustracks. Ingesamt sind die Beatles dreimal in der Hollywood Bowl aufgetreten, am 23. August 1964 und dann am 29. und am 30. August 1965.

Social Media-Appell: Paul McCartney soll Museum Beatlemania retten

15. Juni 2012

Als Beatles-Fan muss ich jetzt Farbe bekennen. Das Hamburger Beatles Museum soll Ende Juni 2012 geschlossen werden, weil die Besucherzahlen nicht ausreichen. Statt der erwarteten 200.000 Fans kamen jährlich nur 50.000 nach Hamburg. Damit beträgt nach Museumsangaben der jährliche Verlust bei 500.000 Euro. Somit soll Ende Juni Schluss mit dem Museum sein. Das ist schade, sehr schade. Für mich geht damit ein Teil unserer Populärkultur verloren.

Jetzt haben die Mitarbeiter einen Aufruf via YouTube gestartet. Gerichtet ist er an uns alle, aber vor allem an Sir Paul. Mit den Worten „Dear Paul“ appellieren die Mitarbeiter des Museums an Paul McCartney und bitten um Hilfe. Ganz nach dem Motto der Beatles-Songs „With a Little Help from My Friends“ und „Help“.

Das Museum Beatlemania liegt auf Reeperbahn und erinnert an auf fünf Etagen an die Fab Four und ihre Hamburger Zeit. In Liverpool lebt eine ganze Industrie von den Beatles, in Hamburg schafft es nicht einmal ein Museum mit rund 1000 Exponaten. Das ist für mich eine Schande. Dabei war Hamburg mit dem Star Club doch eigentlich die Wiege der Beatles.

Da ich nicht glaube, dass Paul meinen Blog auf dem Schirm hat, gilt es doch für mich als Beatles-Fan diese Videopetition zu verbreiten. Am Ende des Videos heißt es: „Bitte, wenn Du irgendeine Möglichkeit siehst, uns zu unterstützen, lass es uns wissen“ Vielleicht schafft es Social Media ja, das Museum Beatlemania zu retten oder eine Lösung zu finden. Also Retweeten und teilen. All together now!