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Filmkritik Solo: A Star Wars Storyu

26. Mai 2018
Solo ist nicht schlecht, aber ein zweites Mal im Kino muss ich ihn nicht sehen. Solo ist nicht schlecht, aber ein zweites Mal im Kino muss ich ihn nicht sehen.

Nein, Solo ist nicht schlecht. Er bietet nette Unterhaltung und ich bin ein wenig versöhnt nach dem Schrott von Star Wars The Last Jedi. Solo ist der zweite Spin off aus der Star Wars-Reihe. Nach einem hervorragenden Rogue One bietet der Film ein wenig Star Wars-Atmosphäre. Der nächste Film soll übrigens die Geschichte von Boba Fett werden.
Der Film zeigt die Geschichte unseres Helden Han Solo. Und leider geht der Film auf Nummer sicher und bleibt in den vorgegeben Rahmen und wagt keine Experimente. Es ist ein solider Science Fiction-Film mit soliden Special Effects, soliden Schauspielern, solider Regie (nach ewigem Auswechseln des Regisseurs) und solider Story, aber eben nicht mehr. Nachdem nach einer halben Stunden zum ersten Mal der Rasende Falke auftaucht, kam bei mir etwas wie ein Star Wars-Feeling auf. Bis dahin war es ein Action-Film für junge Leute. Und mein Problem ist: Harrison Ford ist mein Han Solo, da kann sich Alden Ehrenreich noch so bemühen. Er ist nicht Han Solo, auch wenn er den Namen trägt und ein schönes Schauspiel abgibt. Meine Kinder haben weniger das Problem, aber sie haben die klassische Trilogie nicht im Kino gesehen. Ich denke mir immer, was macht denn der junge Mann da.
Da wir gerade bei den Schauspielern sind: Für mich die besten Schauspieler sind Donald Glover als Lando Calrissian und Phoebe Waller-Bridge als Emanzen-Roboter L3-37. Doch absolut überragend ist Joonas Suotamo als Chewbacca. Der Wookie ist für mich die beste Darstellung im Film und hier der klare beste Charakter.
Die Drehbuchautoren Lawrence Kasdan und sein Sohn Jonathan Kasdan müssten eigentlich den Star Wars-Zauber können, arbeiteten Lawrence Kasdan doch an Rückkehr der Jedi und Rogue One mit. Zudem kennt Lawrence Kasdan die Materie gut als Drehbuchautor von Star Wars: Das Erwachen der Macht. Warum denn so zaghaft bei Solo? Natürlich haben wir ein verdammt schlechtes Gefühl und wir haben das Mentor-Schüler-Verhältnis, aber wir haben keine Jedi und keine Macht. Hallo, das ist Star Wars und nich Mad Max oder ein anderen düsterer SF-Film. Trotz Han, Lando und Chewbacca ist die beste Anknüpfung zur Star Wars-Serie die Kontaktaufnahme zu Darth Maul. Maul ist, wie wir Fans wissen, ein Sith und der Schüler von Darth Sidious.

Der Affe spielt besser. Der Affe spielt besser.

Für den Fan ist nett zu sehen, das ein imperialer Offizier Han seinen Nachnamen gibt, wie der Kesselflug ist 12 Parsecs zurückgelegt wird oder Lando den Falken verlor. Und ja: Han schoss zuerst. Mal sehen, wie lange Disney den Mord von Han an Tobias Beckett im Film lässt. Wir Fans wissen: Han hat auch in Star Wars IV zuerst geschossen. Gerne hätte ich Jabba the Hutt gesehen, zu dem sich Solo am Ende mit seinem Kumpel Chewbacca aufmacht.
Öde fand ich das Geheimnis von Enfys Nest. Klingeln wenig nach Peter Pan oder die Kinder im Mad Max III.
Mit John Powell arbeitet nach Michael Giacchino der zweite Komponist nach dem legendären John Williams an der einer Star Wars-Filmmusik. Kevin Kiner Musik für Star Wars: The Clone Wars zähle ich nicht dazu, weil es kein Realfilm ist. Die Musik zu SOLO: A Star Wars Story von John Powell finde ich sehr gut und mag vor allem sein How to Train Your Dragon. Ich werde den Score zu Solo: A Star Wars Story in einem separaten Blogpost besprechen.


Als ich aus dem Kino nach dem Film Solo: A Star Wars Story herausging, schluckte ich, denn mir wurde bewusst. Ich muss den Film nicht ein zweites Mal im Kino ansehen. Ich werde mir den Film irgendwann auf Blu Ray kaufen, aber ein zweites Mal im Kino lohnt sich nicht. Und das ist eigentlich das schlimmste Urteil über einen Star Wars-Film. Was meint ihr?

Star Wars in Concert – eine neue Hoffnung in München

2. April 2018
Die Leitmotive von John Williams sind einmalig.

Die Leitmotive von John Williams sind einmalig.

Mit dem Ertönen der 20th Century Fox-Fanfare begann die Zeitreise zurück in das Jahr 1977 als ich zum ersten Mal Krieg der Sterne im Kino gesehen hatte. Damals war ich Feuer und Flamme und genau dieses Gefühl kam wieder auf, als ich im Gasteig Star Wars – die neue Hoffnung mit Live Orchester genoss.
Es war das Weihnachtsgeschenk für K1 und wir hatten in der ersten Reihe direkt vor dem Dirigenten Ludwig Wickl und seinen Münchner Symphonikern Platz genommen, um die Show zu genießen. Immer wieder habe ich Krieg der Sterne – oder Star Wars IV wie er heute heißt – gesehen: Im Kino, auf Super 8, auf Video, auf DVD und auf Bluray, aber noch nie hatte ich den Streifen von George Lucas mit einem Live-Orchester gesehen. Es war ein Erlebnis für die Sinne. Und mir wurde bestätigt, was ich eigentlich schon wusste: John Williams ist ein Genie.

Für mich ist John Williams der wichtigste lebende Filmkomponist. Er war bereits vor Star Wars in den Olymp der Filmkomponisten eingezogen, aber durch die Musik aller regulären Star Wars-Filme I-VIII sicherte er sich einen Platz für die Ewigkeit. Williams ist ein Fan des großen Richard Wagner und dessen Leitmotive. Und als ich da auf meinem Klappsessel im Gasteig in der ersten Reihe saß, trafen mich diese bekannten Motive wieder mit voller Wucht. Es ist dann doch etwas anderes Musik von der Konserve zu hören oder live – noch dazu von so einen guten Orchester wie die Münchner Symphoniker. Die Hauptcharaktere erhalten ihr musikalisches Motiv und direkt vor dem Orchester wirkt alles nochmals intensiver und eindringlicher.

Es ist schon seltsam, wie sehr mich Star Wars die neue Hoffnung geprägt hat. Ich kann im Grunde die Dialoge des ganzen Films mitsprechen, was daran liegt, dass ich als Jugendlicher C 90-Audiokassetten mit einem illegalen Tonmitschnitt aus dem Kino von einem Freund hatte und diese Kassetten immer wieder abspielte, die die legendären Dialogen mir in Fleisch und Blut übergegangen sind. Allerdings geriet ich ins Stocken im Gasteig, denn es wurde nicht die Star Wars-Version von 1977 gezeigt, sondern die digital überarbeitete Version von 1997. Die Szenen mit Jabba the Hutt und Boba Fett vor dem Falken kamen ja erst später hinzu. Warum allerdings Greedo dort auftaucht, obwohl er Minuten vorher erschossen wurde, ist mir erst jetzt aufgefallen. Mit den meisten digitalen Effekte, die hinzu kamen, kann ich leben. Womit ich absolut nicht leben kann: Han Solo hat zuerst geschossen. Er hat Greedo gekillt und ich mag die weichgespülte neue Version von George Lucas nicht.

Und da ich gerade beim Meckern bin: Die Untertitel unter dem Film müssen nicht sein. Das lenkt nur vom Filmgenuss ab. In Star Wars gehen sowieso nur Fans und die kennen die Story um Luke und Leia. Was sollen also die bescheuerten Untertitel? Und wenn dann noch die Dialoge falsch übersetzt wurden, dann bekomm ich einen Anfall. Und wenn mal das Orchester lauter ist als die Dialoge – was soll’s? In das Konzert geht keiner hinein, der Star Wars noch nie gesehen hat. Es ist ja schließlich keine Kinovorführung, es ist eine Art Happening. Und genau so sehe ich das Event im Münchner Kulturtempel. Ich habe zig Personen in Star Wars T-Shirts gesehen. Die Kleidungsstücke stammen aus vielen Jahrzehnten und ihre Trägerinnen und Träger hüten sie wie Schätze. Auch K1 hat ein Star Wars T-Shirt mit dem Krümmelmonster-Aufdruck angezogen: „Come to the Dark Side – we have Cookies.“ Und so sah ich an diesem Abend Schriftzüge, Vaders, Jodas, Lichtschwerter, Logos – ich selbst trug dezent Manschettenknöpfe in Form des Rasenden Falken.

Das Happening wurde noch verstärkt als vor Beginn des Konzerts Darth Vader, Sturmtruppen und imperiale Offiziere aufgezogen sind. Es war Zeit für Selfies und freilich haben wir auch welche gemacht, wozu sitze ich denn in der ersten Reihe. Nach der Pause kamen die Herrschaften noch einmal für diejenigen, die es zu Beginn verschlafen hatten.
Sehr schön war auch der Aufzug der Truppe nach Abschluss des Konzerts. Als Zugabe spielte das Orchester nochmal den Main Titel und vor der Bühne postierten sich Vader und Co. Toller Humor und die Fans flippten aus. Genial wäre es noch gewesen, wenn Vader den Dirigenten Ludwig Wickl umarmt hätte, aber dazu kam es nicht. In der Pause konnte man vor einem großen Star Wars Banner im Foyer auch nochmals Fotos schießen und mit Glück Karten für den Konzert im Januar 2019 mit dem Imperium schlägt zurück gewinnen. Ich hatte leider versäumt mir den Hashtag zu notieren und daher haben K1 und ich uns in der Pause gleich Karten für 2019 gekauft, leider nicht mehr in der ersten sondern in der zehnten Reihe.

Fazit für mich: Es war ein besonderes Erlebnis und uns Fans hat es gefallen. Bitte mehr davon und im Januar 2019 bei Imperium schlägt zurück sind wir alle wieder mit von der Partie.