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Stoff für Star Wars Süchtige

21. Februar 2020

Ja, ich häng noch am Star Wars Tropf. Nachdem die Skywalker-Saga abgeschlossen ist und wir jetzt auf die Veröffentlichung der Saga auf 4K-Box warten, muss ich mich ein wenig ablenken. Die Skywalker Saga 4K wird am 30. April 2020 erscheinen und 27 Datenträger enthalten – und natürlich gehöre ich zu den Erstbestellern.

Ich hab wieder gemerkt, dass ich ein absoluter Fan der mittleren Trilogie bin. Krieg der Sterne, das Imperium schlägt zurück und die Rückkehr der Jedi-Ritter sind einfach meine Filme, weil es die Filme meiner Generation sind. Mit Luke, Leia, Vader, Han und Co wurde ich sozialisiert. Ich habe noch im Kino gesehen, dass Han zuerst geschossen hat. Und wenn die Filme, egal in welcher Version, laufen, spreche ich die Dialoge mit. Wahrscheinlich hat die jungen Generation andere Vorlieben, ich weiß es nicht.
Meine Kinder habe ich mit meiner Star Wars-Sucht angesteckt. K2 überlegt sogar, einen Podcast zum Thema zu machen – meine väterliche Unterstützung hat das Kind auf jeden Fall.


Immer wieder tauchen Erinnerungen meiner Jugend auf. Beim Aufräumen habe ich sogar ein Heft aus meiner Jugend gefunden. Was sage ich Heft! Ich habe einen Schatz gehoben. Der Schatz war in einem Ordner in meinem Archiv abgelegt und wurde vergessen. Es handelt sich um ein Perry Rhodan Sonderheft aus dem Jahr 1977 mit Krieg der Sterne als Thema. Ich habe es mir damals nach dem Kinobesuch mit meinem Papa gekauft und verschlungen. Jetzt ist es wieder aus der Vergessenheit aufgetaucht. Mit viel Liebe habe ich das Heft in seinem siebziger Jahre Layout durchgeblättert und ein Video dazu gedreht. Ich hänge am Star Wars Tropf.

Und ich habe mir einen aktuellen Schatz besorgt. Es gibt ein relativ neues Bilderbuch zur mittleren Trilogie. Mein Lieblingsverlag, der Taschen Verlag, hat das sieben Kilogramm schwere Werk Das Star Wars Archiv. 1977–1983 im vergangenen Jahr veröffentlicht.

Autor ist Paul Duncan, Autor von verschiedenen Filmbücher über James Bond, Hitchcock oder Ingmar Bergman. Dieser Star Wars-Band, entstanden in enger Kooperation mit George Lucas und Lucasfilm, deckt die Entstehungsgeschichte der Originaltrilogie ab – Krieg der Sterne (= Episode IV: A New Hope), Das Imperium schlägt zurück (= Episode V: The Empire Strikes Back) und Die Rückkehr der Jedi-Ritter (= Episode VI: Return of the Jedi). Er enthält ein Exklusivinterview mit Lucas und ist vollgepackt mit selten gezeigten Dokumenten, mit Drehbuchseiten, Produktionsunterlagen, Konzeptentwürfen, Storyboards und natürlich einer Fülle an Fotos aus den Filmen und von den Dreharbeiten. Ja, natürlich habe ich viele dieser Dokumente als Fan schon gesehen, aber das Bilderbuch hat noch ein paar seltene Bilder. Und der Druck des Buches ist sagenhaft. Hier hat sich der Taschen-Verlag nicht lumpen lassen.

Leider sind bei der Übersetzung ein paar Fehler. Die Lektoren sind wohl keine Star Wars-Fans und haben sich nicht an den Originaldialogen der Filme orientiert. Das sollte bei einem Buch von 150 Euro nicht sein. Ein Beispiel: „eine elegante Waffe aus zivilisierteren Tagen.“ – heißt es im Film. Daraus wurde im Buch: „eine elegante Waffe aus einem zivilisierteren Zeitalter.“ – das ist sicherlich kein Problem, aber bei einem Buch für Fans ein gewaltiger Fehler. Da bietet es sich an, das Buch The Star Wars Archives: 1977–1983 auf Englisch zu erwerben. Dennoch ist das Werk eine Empfehlung und überbrückt die Wartezeit bis zur 4K-Box.

Buchkritik: Horror Cinema

19. März 2012

Der Taschen-Verlag gefällt mir gut, weil er immer wieder Publikationen aus dem Filmbereich auf den Markt bringt, die meinen Geschmack treffen. So auch unlängst wieder, als ich das Buch Horror Cinema für eine längere Bahnfahrt erwarb.

Eigentlich erwartete ich wieder den üblichen Sammelband mit Horror-Filmchen aus all den Jahren, die unter einem Kapitel zusammengefasst werden. Und siehe da, ich sollte recht behalten: Aber nur auf den ersten Blick.

Es ist die klassische Sammlung von Filmen aus allen Zeiten, die sich mit dem Thema auseinandersetzen. Aber was ist das denn? Die Texte gehen dann doch tiefer. Die Autoren Jonathan Penner und Steven Jay Schneider verstehen ihr Handwerk und bringen einen neuen Blick auf das umstrittene Horror-Genre. Ihre neuen Gedanken sind wirklich gut und die Recherche des Buches lässt kaum Wünsche offen. Da hat Herausgeber Paul Duncan, der schon bei Taschen mehrere Filmbücher verlegte und interessante Werke über Hitchcock und Kubrick schrieb, einen guten Griff getan. Penner ist selbst Drehbuchautor und arbeitet in der Branche, während Schneider den wissenschaftlichen Background lieferte.

Das Buch ist sehr schön lektoriert und vor allem wunderbar illustriert. Es wurde nicht nur auf die bekannten Standfotos zurückgegriffen, sondern der Leser bekommt Schätze hinter den Kulissen sowie seltene Bilder von Filmchen zu sehen. Selbst ich als alter Horror-Fan hab noch schöne, blutige Sachen entdeckt. Ich würde gerne dem Archiv von David Del Valle einen Besuch abstatten und mich durch die raren Bilder blättern.

Natürlich stellt man schnell fest, welche Filme den Autoren ans Herz gewachsen sind (beispielsweise Wicker Man) und somit ist die Bildauswahl subjektiv. Natürlich ist es kein Wissenschaftswerk in Sachen Filmtheorie. Aber das ist egal, denn die Auswahl macht Spaß und die Bildunterschriften verraten den notwendigen Humor, den wir beim Horrorfilm brauchen.

Schön ist die Mischung zwischen klassischen und modernem Horrorfilm, von Gothic-Horror und Splatter, von Spuk und Grusel, von Terror und Gänsehaut. Also, Freunde der Nacht, die zehn Euro für Horror Cinema sind gut investiert.

Linda schwebt wieder.

Linda schwebt wieder.