Archive for Oktober 2013

Buchkritik: Linda McCartney Life in Photographs

19. Oktober 2013

Linda

Für mich ist Linda McCartney keine der Spitzenfotografen. Sie hatte den fotografischen Blick, wie es Andreas Feininger ausdrückte. Und sie hatte durch ihre Heirat mit Beatles Paul einen wunderbaren Vorteil vor ihrer fotografischen Konkurrenz. Sie kam nahe an die Beatles heran und drückte im entscheidenden Moment ab.

So entstanden eindrucksvolle Fotos aus dem Rock’n Roll Zirkus der damaligen Zeit. Viele davon sind in dem schönen Fotoband Life in Photographs zusammengefasst. Sie zeigen eine Nähe zu den Superstars der Szene, denn Linda hatte die wichtigsten Rockmusiker vor der Linse. Sie war übrigens die erste Fotografin des amerikanischen Rolling Stones, die ein Coverbild hatte. Es war damals 1968 Eric Clapton, und Linda McCartney zeigte, dass eine Frau in die Männerwelt der Rockfotografie vordringen kann.

Vor zwei Jahren kam die Highend-Version des Buches für 2000 Euro heraus. Das war es mir nicht wert. Ich hab mir die Volksausgabe für 50 Euro gekauft und interessiere mich auch für die iPad-Version. Diese Version im iBookstore gibt es für 9 Euro. Sie enthält 170 Fotos, ausgewählt aus den über 200.000 Bildern aus Linda McCartneys Archiv – die meisten davon mit Zoomfunktion. Ich halte es für eine gelungene Umsetzung eines Fotobuches. Als Bonusmaterial gibt es in der eBook-Version ein Video-Interview mit Paul McCartney und seinen Töchtern Stella und Mary. Gerade mit den Videos spielt das eBook seine volle Stärke aus.

Aber zurück zum Inhalt: Die große Leistung von Linda McCartney ist die unmittelbare Nähe. Sie schafft es, den richtigen Blick einzufangen. Technisch gibt es zahlreiche bessere Fotografen. Ihre Leistung ist die absolute Nähe zu den Künstlern.

Als Linda McCartney durch ihre Heirat berühmt wurde, stand sie selbst im Focus der Berichterstattung. Sie gab uns einen Einblick in ihre Familie. Private Bilder vom Familienleben der McCartneys wurden von ihr veröffentlicht. Besser als jede Homestory und mit dem Blick einer liebenden Mutter und Ehefrau. Das macht für mich die Faszination des Buches Life in Photographs aus. Schaut mal hinein, das Buch ist bei meinem Lieblingsverlag Taschen erschienen. Auch interessant ist übrigens das neue Album von Paul McCartney New. Der 71jährige lässt es richtig krachen.

Erfolgsrezept: Schülerzeitung Maulkörbchen für die fünfte Klasse

18. Oktober 2013

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Schülerzeitungen in Bayern verändern sich. Zum einen haben die Schüler am Gymnasium durch G8 weniger Zeit für nebenschulische Aktivitäten, zum anderen bekommen auch Schülerzeitungen in Ballungsräumen die Print-Anzeigenkrise zu spüren. Gleichzeitig steht auch fest: Print hat an Schulen noch eine Zukunft, muss aber finanziell anders auf die Beine gestellt werden. Das klassische Modell von Vertriebs- und Werbeeinnahmen funktioniert nur noch bedingt.

Als Referent für Schülerzeitungsredakteure wies ich länger auf diese Entwicklung hin und zeigte Auswege an, um die Finanzkrise in den Griff zu bekommen. Von einem wunderbaren Ergebnis kann ich nun berichten. Das Celtis-Gymnasium im fränkischen Schweinfurt hat meine Ideen umgesetzt und damit ungeheuren Erfolg gehabt. Die Schülerzeitung heißt Maulkorb und zum Schulanfang gab es das Maulkörbchen.

Was verbirgt sich dahinter? Das Maulkörbchen ist eine Schülerzeitung nur für die Fünfklässler, die in den Anfangstagen des neuen Schuljahrs verkauft wird. Die fünften Klassen sind neu aufs Gymnasium gekommen und sind hoch motiviert. Der Inhalt der Zeitung ist Service pur. Er erklärt den Neulingen ihre neue Schule und zwar in Schülersprache. Also wo sind die Räume, wie läuft das mit den Fächern und wer ist eigentlich wer an der neuen Schule? Zusätzlich gab es einen Stundenplan zum Ausschneiden.

Als Erwachsener und Papa kenne ich die offiziellen Begrüßungsschreiben von Schulen, die für einen Erwachsenen okay und verständlich sind. Aber diese Schülerzeitung hat die Schüler als Zielgruppe und kommt bei ihrer Zielgruppe gut an. So muss zielgruppenspezielle Ansprache sein.

Die Idee hat ausgezeichnet funktioniert. Zum einen hat die Schülerzeitungsredaktion durch den Verkauf gleich ein Startguthaben erwirtschaftet und kann beruhigt in das Schülerzeitungsjahr starten. Zum anderen wurden die Fünftklässler gleich an ihre Schülerzeitung hingeführt. So gelingt perfekt eine Markeneinführung.

Jetzt kann das Produkt noch optimiert werden. So gibt es im Maulkörbchen (noch) keine  Anzeigen. Für Bäckereien, Schreibwarenläden usw. wäre so eine Zeitschrift die ideale Werbeplattform, weil sie mit einer neuen Zielgruppe, eben neuen Schülern in Kontakt treten könnten.

Übrigens, das Maulkörbchen kam gut bei Schule und Elternbeitrat des Gymnasiums an. Die künftigen Ausgaben werden von der Schule finanziert und frei an die neuen Schüler verteilt. Jetzt muss die Schülerzeitung nur etwas für sich heraushandeln.

Pianist und Cafeebetreiber Oliver Derks in der Bamberger Piano Bar

17. Oktober 2013
Oliver Derks (r) im Gespräch mit Matthias J. Lange von redaktion42.

Oliver Derks (r) im Gespräch mit Matthias J. Lange von redaktion42.

Inspiration und Trost empfinde ich, wenn ich die Musik von Oliver Derks höre. In Bamberg hat Derks eine gewissen Berühmtheit. Direkt am Obstmark im Zentrum von Bamberg betreibt er eine Piano Bar. Bei einem Spaziergang durch Bamberg bin ich per Zufall in das Cafe gestolpert, wollte mich aufwärmen und war sofort von der Atmosphäre begeistert. Die Piano Bar ist eine nettes Cafe, ungewöhnlich kombiniert mit einer Modeboutique mit Designermode und zahlreichen Antiquitäten. Die perfekte Mischung für Kreativität.

Am meisten faszinierte mich jedoch die Musik. Über die Lautsprecher lief unaufdringliche Klaviermusik. Erst nahm ich sie nur unbewusst wahr, dann packte mich die Energie, die von der Musik ausging. Ich setzte mich, trank Kaffee und versank in der Musik. Ein Stapel CDs lag an der Theke und der Musiker war ein gewisser Oliver Derks. Kannte ich nicht, aber die Musik interessierte mich. Und als ich mir das Cover der CDs näher ansah, erkannte ich Oliver Derks, der mir eben meinen Kaffee servierte.

In einer Pause lernte ich Oliver und seine Geschichte kennen. Sein Leben ist geprägt von Musik. Bereits seine Mutter war erfolgreiche Pianistin und er lernte Piano-Improvisation von klein auf. Nach erfolgreicher BWL-Karriere kam er mit 50 Jahre zurück zur Musik. Auslöser war seine Frau Inge, seine große Liebe.

Leider erkrankte Inge an Krebs und starb. Oliver Derks verarbeite ihren Tod mit seiner Musik, Inge ist in seiner Musik immer präsent und dies spürt der Hörer. “Ich glaube an uns” war der Name einer CD für seine Frau – sicher eine der persönlich schwierigsten Aufnahmen. Die neuen CDs heißen Der Morgen und der Abend. “Ich habe in meinen Gesprächen festgestellt, dass viele Leute Angst vor der Zukunft haben.” Für diese Leute sind die beiden CDs aufgenommen. “Ich lebe einfach den Tag – denn das Jetzt ist mein Moment”, so Derks. “Ich geh fröhlich in den Tag hinein mit meiner Musik und will mich am Abend für den Tag bedanken.” Für Derks steht fest: “Ich will mich am Schönen und Guten orientieren.”

Oliver Derks liebt sein Klavier. Es steht im hinteren Bereich der Bamberger Piano Bar. Es ist das Klavier auf dem er als Fünfjähriger gelernt hat. “Das Klavier und ich sind ein Leben miteinander gegangen.” Elektronik ist für Derks daher tabu. Und die langjährige Beziehung merkt der Besucher. Am Klavier lebt Oliver Derks auf. Ab und zu gibt es in der Piano Bar Konzerte. Hier trifft sich die Bamberger Kulturszene und lauscht dem Klavierspiel. Inzwischen ist Oliver Derks in Bamberg eine Berühmtheit geworden. Seine Musik läuft sogar in den städischen Tiefgaragen und verbreiten dort eine positive Stimmung. Auch in der Telefonwarteschlange der Stadtwerke Bamberg ist Derks Musik zu hören

Für mich improvisierte der Musiker – vielen Dank dafür.

Wie halten Sie es mit Phubbing?

16. Oktober 2013
Reden oder surfen? Geht beides?

Reden oder surfen? Geht beides?

Neulich hatte ich ein Seminar und dort ist folgendes passiert. Während ich meinen Vortrag hielt, hatten ein paar Teilnehmer ihre Tablets auf dem Tisch. Ich meine iPads und Co. Ob sie schrieben oder surften, spielten oder Mails beantworteten, weiß ich nicht. Aber sie waren still.

Nach meinem Vortrag kam es zur Diskussion, denn eine Teilnehmerin (ohne Tablet oder Smartphone) fuhr die Tablet-User an. “So ein Verhalten gehört sich nicht. Es ist unverschämt gegenüber dem Referenten und überhaupt.”

In der Fachsprache regt sich die Dame über Phubbing auf. Es ist eine Wortmischung aus Telefon (phone) und Ablehnung (snubbing). Es gibt bereits Initiativen, Phubbing zu unterlassen und der Streit in der Gesellschaft wird größer. Vielleicht wird auch der digitale Graben tiefer wird. Als Vortragender hat mich das Verhalten der Tablet-User nicht gestört. Ich habe die Störung des Wirts in dem Wirtshaus in dem ich meinen Vortrag hielt, als viel schlimmer erlebt. Der Wirt unterbrach meinen Vortrag rüde mit lauten Worten. Er fragte nach, wer noch ein Weißbier bekommt oder ob denn die Milzwurst recht war. Das hat mich echt gestört und auf die Palme gebracht.

Und es störte mich neulich bei einer Podiumsdiskussion, als ein Teilnehmer auf dem Podium sein Smartphone auspackte und auf der Bühne in seinen Redenpausen seine Mails checkte. Das kann ich nur verstehen, wenn er auf die Geburt seinen Babys wartete, aber sonst nicht.

Wie haltet ihr es mit Phubbing?

Ach ja, die Geschichte in meinem Seminar ging übrigens noch weiter. Ich unterhielt mich mit der Dame noch ein wenig und während unseres Gesprächs klingelte ihr Handy. Sie unterbrach unser Gespräch sofort und ging ans Telefon. Ich ging einfach, mit den Worten:  “So ein Verhalten gehört sich nicht. Es ist unverschämt gegenüber mir als Gesprächspartner und überhaupt.”

 

Bierstadt Bamberg: Vom Umgang mit Bierpantschern

15. Oktober 2013

Führung

Bamberg ist Bierstadt. Und zu Bier gehört in Bayern freilich das Reinheitsgebot. Wasser, Hopfen und Malz und das war es dann auch schon, die Experten wissen Bescheid. Bei meiner Stadtführung durch Bamberg mit der wunderbaren Claudia Büttner und ihrer Agentur Abenteuer Bamberg kamen wir auch auf das Reinheitsgebot zu sprechen.

Im dunklen Mittelalter musste das Reinheitsgebot überwacht werden. Und dazu gab es eine spezielle Bierpolizei. Stadtführerin Claudia Büttner erzählte von dieser Herausforderung und welche Qualifikationen von so einem Biertester erwartet wurde. Und sie erzählte auch, was passierte, wenn ein schlimmer Finger beim Bierpantschen erwischt wurde.

 

Sehr gewöhnungsbedürftig: Das Aecht Schlenkerla Rauchbier

14. Oktober 2013

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Die einen mögen es, die anderen hassen es – dazwischen gibt es irgendwie nichts. Gemeint ist das Bamberger Rauchbier. Auf Einladung der Friseurinnung Bamberg nahm ich an einer Stadtführung zum Thema Bier durch Bamberg. Durchgeführt wurde diese Führung von Claudia Büttner und ihrer Agentur Abenteuer Bamberg.

Das Bamberger Rauchbier ist in der Tat gewöhnungsbedürftig. Mir persönlich schmeckt es nur, wenn es eiskalt ist. Daher machte ich auch beim Schlenkerla Station, um mich über die Tradition der Rauchbiere zu informieren. Das Schlenkerla ist eine der großen Traditionsgaststätten in der Bamberger Innenstadt. Sie wurde 1405 gegründet. Aecht Schlenkerla Rauchbier ist die Spezialität des Hauses. Das Aecht Schlenkerla Rauchbier ist ein sehr dunkles, untergäriges Märzenbier mit 13,5 % Stammwürze und einem Alkoholgehalt von etwa 5,1 %, so Claudia Büttner. Hier gibt es die Hardcore-Version des Biers.

Rauchbier ist dabei keine Bamberger Erfindung. Im Mittelalter hatten wohl alle Brauereien eine Art Rauchbier. Dabei wurde Malz dunkel über Feuer geröstet. Der Rauchgeschmack zieht in das Malz ein und so kam es zum Rauchbier. Die Idee dahinter ist, dass das Rauchbier länger haltbar ist. Was mit Wurst funktioniert, sollte auch mit Bier funktionieren, aber das war ein Irrtum.

Der Name Schlenkerla kommt vom Braumeister Andreas Graser. Er hatte ziemliche O-Beine und hat beim Laufen immer gewankt. Also war er gleich im Volksmund der Schlenkerla.

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Für eine Woche bin ich @frankenliebe

14. Oktober 2013

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Für eine Woche habe ich die besondere Ehre den Twitter-Account von @frankenliebe zu betreuen. Was verbirgt sich dahinter?

@Frankenliebe ist ein Twitter-Projekt der unterfränkischen CSU-Bundestagabgeordneten Dorothee Bär. Sie engagiert sich unter anderem sehr in der Netzpolitik und hat sich dort einen Namen gemacht. Zudem ist sie stellvertretende Generalsekretärin der CSU. Im Bundestagswahlkampf gab es Vorwürfe im Rahmen der Beschäftigungsaffäre, die sie aber meiner Meinung nach restlos aufklären konnte.

Aber keine Angst, es geht in diesem Projekt nicht um Politik, geschweige denn um Parteipolitik irgendeiner Partei. Jede Woche darf ein mehr oder weniger prominenter Twitterer den Account bespielen und seine Sicht über Franken darlegen. Der Account wird seit einiger Zeit mit wechselnder Besetzung geführt und nun bin ich eben an der Reihe. Also aus @redaktion42 wird für eine Woche  @frankenliebe.

Wie komme ich als Oberbayer denn an die Ehre einen fränkischen Twitter-Account zu betreuen? Die kritischen Franken müssen jetzt nicht nervös werden. Die Ehre Frankens wird nicht beschmutzt. Ich habe fränkische Wurzeln, arbeite viel mit Franken und bin sehr oft in diesem schönen Teil Bayerns. Meine Mutter kommt aus Coburg und nach neuerer Geschichtsschreibung ist das ein Teil Frankens. Mein bester Kumpel kommt aus Nürnberg und ist auch Patenonkel von K2.

Und was werde ich die ganze Woche twittern? Ich habe meinen Blog redaktion42.com nach fränkischen Geschichten durchstöbert. Und ich werde diese Woche noch einige Geschichten aus Franken produzieren, damit Frankenliebe auch optimal betreut wird. Ich freue mich auf die Kritik (und das Lob). Aber wie heißt es in Franken? Nicht gemault, ist schon genug gelobt.

Was nun Medienministerin Ilse Aigner?

13. Oktober 2013

In Bayern haben wir mit Ilse Aigner eine neue Medienministerin. Ursprünglich war die Medienpolitik in der Staatskanzlei angesiedelt, aber nach der Kabinettsumbildung durch den Ministerpräsidenten kümmert sich jetzt die Superministerin Aigner um die Medien.

Wir erinnern uns: Ilse Aigner hatte sich als Bundesverbraucherministerin mit Facebook angelegt und gilt ja als Verweigerung des wichtigsten sozialen Netzwerkes. Und mit dieser Einstellung soll Ilse Aigner sich um Medienpolitik und -entwicklung im Freistaat Bayern kümmern. Wir kennen ja die Sprüche Laptop und Lederhose.

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Ich bin da sehr, sehr gespannt, wie die Ministerin jetzt vorgeht. Vor allem weil sich Ministerien und Verwaltungen nicht mehr hinter der Datenschutzargument verstecken können. Der extrem Facebook-kritische Landesdatenschützer von Schleswig-Holstein Thilo Weichert hat vor dem Verwaltungsgericht Schleswig eine Schlappe erlitten. Behördenchef Thilo Weichert wollte Firmen untersagen lassen, die Dienste von Facebook zu nutzen. Jetzt ist klar: Firmen in Schleswig-Holstein dürfen auch künftig Fanseiten in dem sozialen Netzwerk betreiben. Sie dürfen nicht für das verantwortlich gemacht werden, was Facebook mit den Daten seiner Nutzer anstellt. Die Betreiber von Fanseiten haben keinen Einfluss auf die im Hintergrund stattfindende Datenverarbeitung, so das Gericht.

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Eine Schlappe für Weichert und Klarheit in Sachen Facebook. In Bayern nutzt die von der Staatskanzlei betriebene Seite Bayern.de unter anderem Facebook und YouTube. Bei der erstmaligen Nutzung der Webpage können die User die sozialen Netzwerke per Klick aktivieren. Ob es diese Regelung der Medienministerin Ilse Aigner gefällt? Und ich bin mal gespannt, ob sie ihre Haltung als Verbraucherschützerin auch als Superministerin ihren Kabinettskollegen mitteilt. Schließlich sind einige ihrer Ministerkolleginnen wie Hadertauer oder Merk in Facebook aktiv. Und auch ihr Chef Seehofer hält sich in Facebook auf. Und hatte Seehofer nicht eine große Facebook-Party in der Münchner Nobeldisco P1 organisieren lassen? Oder hält sich Aigner an Adenauer nach der Meinung, was kümmert mich mein Geschwätz von gestern?

Es wird spannend, wie die Medienpolitik in Bayern weitergeht und wie sich Ilse Aigner verhält.

 

ebooks: Der Damm ist gebrochen

12. Oktober 2013

Ich bereite gerade ein Seminar über digitale Bücher vor und setze mich mit dem Verkauf von eBooks auseinander. Nicht überrascht bin ich über den rasanten Erfolg von eBooks und ich bin erst recht nicht überrascht, dass sich die klassische Buchbranche ärgert. Die Branche feiert sich gerade auf der Buchmesse – aber ich bin mal gespannt, wie lange klassische Verlage noch feiern. Amazon ist dieses Jahr auf der Buchmesse und so mancher macht einen großen Bogen um das größte Internetkaufhaus der Welt. Ich stelle mir die Frage, warum brauche ich denn einen Verlag, um ein Buch zu veröffentlichen. Im Moment teste ich gerade die neue Veröffentlichungsplattform tablo aus Australien. Die Herrschaften downunder haben eine Plattform gebaut, mit der es recht einfach scheint, ein Buch samt ISBN-Nummer in den Online-Shops von Amazon und Apple zu veröffentlichen. Einfach per Knopfdruck. Damit wird das Gefummel über Software wie Calibre überflüssig.

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Ich bin mir sicher, dass viele Hobbyautoren, aber auch ernsthafte Fachbuchautoren diesen Weg des elektronischen Selbstverlages gehen. Die Chance auf Erfolg ist durchaus vorhanden. Denn die GfK stellt klar, dass Unterhaltungsangebote immer öfter aus dem Internet heruntergeladen werden. Demnach stieg der Umsatz, der mit dem Herunterladen von Musik, Spielen, Filmen und Büchern erzielt wurde, im ersten Halbjahr um 66 Millionen Euro im Vergleich zum gleichen Vorjahreszeitraum. Vor allem das Geschäft mit elektronischen Büchern wächst rasant. Hier erhöhte sich der Umsatz um knapp 70 Prozent. Das größte Segment bei den Downloads ist der Bereich Musik. Ich lese immer mehr von Einschlägen im Buchbereich. Der Branchendienst turi meldete über Schwierigkeiten bei Weltbild. Weltbild-Chef Carel Halff meinte, dass für Mitarbeiter das Geschäft durch den Wandel zum eBook härter werde.

Auch der Branchenverband Bitkom lieferte vor kurzem aktuelle Zahlen, die zeigen: ebooks sind ein klarer Verkaufserfolg. Ein Fünftel (21 Prozent) aller Bundesbürger liest elektronische Bücher So liegt der Anteil der eBook-Nutzer in der Bücher lesenden Bevölkerung sogar bei 29 Prozent. Nur drei Viertel aller Deutschen lesen Bücher. Es können sich laut Umfrage 27 Prozent der eBook-Skeptiker vorstellen, in Zukunft digitale Bücher zu lesen. Gleichzeitig wächst die Basis von Geräten, die sich sehr gut für das Lesen von eBooks eignen. Nach Bitkom-Prognosen werden im Jahr 2013 rund 8 Millionen Tablet Computer und 832.000 spezielle eBook-Reader in Deutschland verkauft. Amazon aktualisiert gerade seine Kindle-Reihe und die deutsche Allianz von Händler bringt einen neuen tolino.

Nach den Ergebnissen der Umfrage gibt es kaum Unterschiede bei der eBook-Nutzung zwischen Frauen (21 Prozent) und Männern (22 Prozent). Im Vergleich der Generationen sind die Unterschiede ebenfalls moderat. Im Alter von 14 bis 29 Jahren liegt der Anteil der eBook-Leser bei 25 Prozent, von 30 bis 49 Jahren bei 26 Prozent. Eine etwas geringere Nutzung gibt es in der Altersgruppe von 50 bis 64 Jahren mit 19 Prozent. In der Generation 65 Plus sind es nur noch 12 Prozent. Hauptgrund dafür ist die deutlich geringere Internetnutzung in dieser Altersklasse.

Mit einem Anteil von 62 Prozent kaufen die meisten E-Book-Nutzer digitale Bücher auf den Webseiten von Online-Buch-Shops wie Amazon, Thalia.de oder Ebook.de. Knapp ein Fünftel (18 Prozent) kauft eBooks in den vorinstallierten Shops ihrer Lesegeräte, zum Beispiel dem Kindle Store, den Shops von Hugendubel, Weltbild oder dem Bertelsmann Club auf dem Tolino oder dem iBook Store.

Das am häufigsten gebrauchte Lesegerät ist laut der Bitkom-Umfrage immer noch der Computer: 77 Prozent der befragten E-Book-Leser nutzen Desktop-PC, Notebook oder Netbook, um digitale Bücher zu lesen. So nutzen drei Viertel der „Computer-Leser“ ihre E-Books auf mindestens einem weiteren Gerät. Überraschend stark schneiden Smartphones ab: 58 Prozent lesen E-Books auf Smartphones. Erst danach folgen Tablet Computer mit 21 Prozent und spezielle eReader mit 18 Prozent.

Entscheidender Grund für die Nutzung von eBooks ist deren leichte Verfügbarkeit. 54 Prozent nutzen eBooks, weil sie immer abrufbereit sind, sei es auf dem Gerät oder in der Cloud. Fast genauso wichtig ist den Lesern, dass sie über das Internet sehr einfach und schnell neue Bücher kaufen oder leihen können (53 Prozent). Das geringe Gewicht nennen 42 Prozent und die besonderen Funktionen von eBooks 41 Prozent der Befragten. Die mit Abstand beliebteste Funktion ist das digitale Lesezeichen, das zwei Drittel aller eBook-Leser nutzen. Ein Drittel verwendet die Stichwortsuche, ein Viertel macht sich Notizen und jeweils ein Achtel markiert Textstellen oder nutzt die Übersetzungsfunktion.

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Neues Hobby Drachensteigen

11. Oktober 2013

Drachen hat nicht jeder … Vielleicht kennt jemand noch das Lied aus der Augsburger Puppenkiste? Bei wunderbarem Herbstwetter der vergangenen Tage ist die Familie dem Drachen-Fieber verfallen. Dabei meine ich nicht den Drachen aus Hobbit, der uns bald ins Haus steht, sondern klassische Flugdrachen.

Die ganze Familie verbrachte einen Nachmittag beim Drachensteigen. Ich hatte noch einen alten Delta-Drachen im Keller gefunden, aber die Gattin trumpfte auf. Sie zog aus ihrem Inventar einen professionellen Lenkdrachen hervor, den sie zudem noch hervorragend beherrschte. Ich stellte mich eher unprofessionell an, um es einmal diplomatisch auszudrücken.

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Drachen waren in meiner Jugend ein simples Holzkreuz und eine Plastikplane mit Aufdruck. In der Regel war es ein Adler oder ein Bussard. Meine Mama hatte mir als Kind so ein Teil gekauft, aber ich wollte unbedingt einen Wellensittich als Aufdruck – so was gab es damals nicht. Also bin ich mit einem Weißkopfadler zum Drachensteigen gegangen und bekam auch gleich Ärger. Wir wohnten damals in der Nähe eines Militärflugplatzes und da war nichts mit Drachensteigen. Der Russe hätte ja kommen können. Am Wochenende flog die deutsche Luftwaffe im Rahmen ihrer Landesverteidigung nicht und der Russe hatte wohl auch Wochenende und ich freie Bahn für meinen Drachen. Bei meinen Kumpels machte ich Eindruck mit einem Yps Rotor-Drachen, der sich immer um die eigene Achse drehen sollte. Das tat er zeitweise, bevor er ins Flughafengelände stürzte und einkassiert wurde.

Auf jeden Fall ist die Lust auf Drachen wieder erwacht. K2 suchte sich gleich einen Einleiner aus, den es nun zu bestellen gilt. Und ich muss wirklich sagen, ich hab vor meiner Frau noch mehr Respekt als sonst. Ihre Flugkünste mit dem Lenkdrachen sind einfach spitze, während bei mir eher Geier Sturzflug angesagt war. Ich hab dagegen eine Möglichkeit gesucht, die GoPro Hero am Drachen zu festigen. Da müssten doch interessante Aufnahmen möglich sein, oder?