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Erfolgsrezept: Schülerzeitung Maulkörbchen für die fünfte Klasse

18. Oktober 2013

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Schülerzeitungen in Bayern verändern sich. Zum einen haben die Schüler am Gymnasium durch G8 weniger Zeit für nebenschulische Aktivitäten, zum anderen bekommen auch Schülerzeitungen in Ballungsräumen die Print-Anzeigenkrise zu spüren. Gleichzeitig steht auch fest: Print hat an Schulen noch eine Zukunft, muss aber finanziell anders auf die Beine gestellt werden. Das klassische Modell von Vertriebs- und Werbeeinnahmen funktioniert nur noch bedingt.

Als Referent für Schülerzeitungsredakteure wies ich länger auf diese Entwicklung hin und zeigte Auswege an, um die Finanzkrise in den Griff zu bekommen. Von einem wunderbaren Ergebnis kann ich nun berichten. Das Celtis-Gymnasium im fränkischen Schweinfurt hat meine Ideen umgesetzt und damit ungeheuren Erfolg gehabt. Die Schülerzeitung heißt Maulkorb und zum Schulanfang gab es das Maulkörbchen.

Was verbirgt sich dahinter? Das Maulkörbchen ist eine Schülerzeitung nur für die Fünfklässler, die in den Anfangstagen des neuen Schuljahrs verkauft wird. Die fünften Klassen sind neu aufs Gymnasium gekommen und sind hoch motiviert. Der Inhalt der Zeitung ist Service pur. Er erklärt den Neulingen ihre neue Schule und zwar in Schülersprache. Also wo sind die Räume, wie läuft das mit den Fächern und wer ist eigentlich wer an der neuen Schule? Zusätzlich gab es einen Stundenplan zum Ausschneiden.

Als Erwachsener und Papa kenne ich die offiziellen Begrüßungsschreiben von Schulen, die für einen Erwachsenen okay und verständlich sind. Aber diese Schülerzeitung hat die Schüler als Zielgruppe und kommt bei ihrer Zielgruppe gut an. So muss zielgruppenspezielle Ansprache sein.

Die Idee hat ausgezeichnet funktioniert. Zum einen hat die Schülerzeitungsredaktion durch den Verkauf gleich ein Startguthaben erwirtschaftet und kann beruhigt in das Schülerzeitungsjahr starten. Zum anderen wurden die Fünftklässler gleich an ihre Schülerzeitung hingeführt. So gelingt perfekt eine Markeneinführung.

Jetzt kann das Produkt noch optimiert werden. So gibt es im Maulkörbchen (noch) keine  Anzeigen. Für Bäckereien, Schreibwarenläden usw. wäre so eine Zeitschrift die ideale Werbeplattform, weil sie mit einer neuen Zielgruppe, eben neuen Schülern in Kontakt treten könnten.

Übrigens, das Maulkörbchen kam gut bei Schule und Elternbeitrat des Gymnasiums an. Die künftigen Ausgaben werden von der Schule finanziert und frei an die neuen Schüler verteilt. Jetzt muss die Schülerzeitung nur etwas für sich heraushandeln.

Einzelhandel: Per E-Mail einkaufen und bequem abholen

22. September 2013

Viele Einkaufsmöglichkeiten, wie es sie in den USA schon lange gibt, setzen sich auch Zug um Zug bei uns durch. Ich weiß noch, wie angenehm es war, in den USA Kinderklamotten zu kaufen. Ich suchte die Sachen online bei GAP aus, bestellte sie und holte sie in einem Laden in San Francisco ab. Später konnte ich direkt eine E-Mail senden und meine Einkaufstüte lag perfekt zusammen gepackt an der Kasse bereit.

Diesen Service haben mehr und mehr deutsche Geschäfte auch für sich entdeckt. Als ich neulich beim Billig-Klamottenladen C&A war, entdeckte ich an der Kasse folgende Möglichkeit: Click and collect. Ich kann auf der Webseite des Unternehmens meine Sachen zusammensuchen und in einer Filiale der Wahl abholen. Dort kann ich die Kleidung auch gleich Anprobieren, um zu sehen, ob der Einkauf auch wirklich passt.  Ich muss mich also nicht mit Hunderten von Leuten um irgendwelche Schnäppchen schlagen.

Toller Service bei C&A

Toller Service bei C&A

Aber nicht nur landesweite Ketten setzen auf diesen Service, auch mein kleiner Schreibwarenladen am Dorf macht das. So bietet Schreibwaren Auer in Maisach, westlich von München, diesen Service an. Besonders zum Schulbeginn in Bayern habe ich auf diesen Service zurückgegriffen.  Wer weiß, welcher Stress in einem Schreibwarenladen zu Schulbeginn herrscht, wird mich verstehen.  Etliche Mütter mit Bestellzetteln ausgerüstet, belagern den Schreibwarenladen, um Hefte, Stifte, Lineal und ähnliches Material für den Schulanfang zu besorgen. Für die Verkäufer bedeutet dies Großkampftag und richtig Stress.

So muss Einkaufen sein. Bestellung online und dann abholen.

So muss Einkaufen sein. Bestellung online und dann abholen.

Da lobte ich mir den neuen Service von Schreibwaren Auer.  K1/2  kam nach Hause,?und zusammen gaben wir die Bestellliste des Schulmaterials per E-Mail auf. Kurz vor Ladenschluss schaute ich entspannt vorbei und nahm ein gebündeltes Paket von Schulmaterial in Empfang. Falls es Unklarheiten gab, wurden sie sofort besprochen und gelöst.  So macht mir lästiges Einkaufen Spaß.

Da wir gerade beim Schulmaterial sind, muss ich allerdings ein Hühnchen mit den Lehrern rupfen. Es ist doch wirklich nicht zu viel verlangt, dass sie eine genaue Angabe über ihre Heftwünsche ausstellen: Lineatur 28 (kariert mit 2 Rändern), durchgehender Rand, abgerundete Ecken, Lineatur 01 (liniert),  Ein Blick auf die Webseite von Schulheft-Herstellern weiß, was ich meine.

Und wenn man Schulbücher in Auftrag gibt, dann gibt es so eine nette Erfindung die nennt sich ISBN-Nummer. Aber oftmals steht auf dem Anforderungszettel der Lehrkraft nur so vage Begriffe wie Formelsammlung für die XY Klasse.  Damit kann keiner etwas anfangen. Weder Eltern noch Schreibwarenhändler! Liebe Lehrer, nehmt euren Job hier ernst, ich muss meinen auch ernst nehmen.