Posts Tagged ‘Dinosaurier’

Jurassic Road – Doku – die Premiere in München

11. März 2019
Malcom (rechts) bei der Premiere in München.

Malcom (rechts) bei der Premiere in München.

Ich liebe Menschen, die eine kleine Marotte haben, die von etwas begeistert sind, die manchmal etwas neben der Spur sind. Oft werden Sie Freaks, Geeks oder Nerds genannt und beim Dokumentarfilm „Jurassic Road“ habe ich einige von ihnen auf der Kinoleinwand getroffen und mich köstlich amüsiert. Ihre Namen: Nicolas Mendrek, Mháire Stritter, Steff Tannert und Bastian Sue.

Wenn Nerds auf Reisen gehen und einen Dino mitbringen

Um was geht es in „Jurassic Road“? Vier Nerds vom Youtube-Kanal Orkenspalter brechen in einem altersschwachen Wohnmobil von Hamburg nach China auf, um ein Dinosaurier-Kostüm für einen Film abzuholen. 20.000 Kilometer hin und zurück. Wie geil das denn? „Jurassic Road“ beschreibt die mühevolle Fahrt nach China, welche Strapazen die vier jungen Menschen auf sich nehmen und welche Abenteuer sie dabei erleben. Für Menschen mit Sicherheitsdenken ist dieser Film nichts, aber die Spontanität der Reisenden ist unglaublich erfrischend. 

Die Idee entstand auf der Nerdmesse schlechthin, auf der Gamescom. Dort stellte unter anderem der deutsche Spielehersteller Daedalic Entertainment von Carsten Fichtelmann aus. Damals sagte er: „Wir brauchen für ein Filmprojekt ein Dinosaurierkostüm. Wäre das nicht cool, wenn wir das selbst in China abholen würden, dort dann direkt Szenen für den fraglichen Film drehen und darüber gleich auch eine Doku produzieren würden?“ Eine verrückte Idee mit Charme – und diese galt es dann umzusetzen. 

Münchner Premiere von Jurassic Road 

Ich war bei der Münchner Premiere von „Jurassic Road“ im neueröffneten ARRI Astor Kino mit dabei und habe das filmische Ergebnis genossen. Herausgekommen ist ein wunderer Film mit viel Situationskomik und auch ein wenig Tragik. Nico Mendrek, einer der vier Nerds aus dem Wohnmobil, beschrieb es so: Die Probleme kamen allein durch die Technik, unser eigene mangelnde Eignung für einen Trip wie diesen und offizielle Stellen, Grenzbeamte, unwillige Bürokraten und am Ende natürlich immer wieder die chinesische Regierung. Bei uns hat die Reise vor allem eines bewirkt: Wenn es davor noch so etwas wie unbewusste Xenophonie in uns gegeben hat, ist sie dadurch wie weggeblasen.“

Als am Ende der Reise das Fahrzeug in China den Geist aufgibt, erfahren die Nerds Nicolas Mendrek, Mháire Stritter, Steff Tannert und Bastian Sue einen enormen Motivations- und Spendenschub aus ihrer Community. Über soziale Netze kam ein Aufruf zum Spenden, dem die Community von Orkenspalter und Daedalic nachgekommen ist und so die Heimreise der vier Wagemutigen samt Saurier ermöglichte. Der Saurier passte bei der 20.000 Kilometer langen Heimreise nicht aufs Dach des Wohnmobils, sondern musste im Wohnmobil transportiert werden. Das Projekt Sardinenbüchse lief auf Hochtouren.  

Saurier Malcom im Foyer 

Der Saurier wurde übrigens auf den Namen Malcom getauft und Malcom war im Foyer des ARRI Astor Kinos auch bei der München-Premiere anwesend. Es handelt sich um einen animatronischen Dinosaurier. Ein Mensch schlüpft in das Kostüm und bewegt mechanisch die Figur. An der Nase des Dinos ist eine Kamera versteckt und auf einem Tablet-Display nimmt der Saurierinsasse seine Umgebung wahr. Im Kinofoyer flitzte Malcom dann eindrucksvoll durch die Gegen.

Social Scoring System in China

Bei all dem Humor wurde es ernst als Mháire Stritter über China sprach. Die studierte Sinologin war des öfteren in China und sie stellt fest: Die Überwachung nimmt zu. Überall werde man von Kameras erfasst und fotografiert. Es werden sogar Fingerabdrücke abgenommen. Das Scoring System in China wird massiv ausgebaut. Das soziale Kreditsystem soll 2025 flächendeckend einsatzbereit sein und die chinesische Diktatur überwacht ihre Bürgerinnen und Bürger komplett. Wer sich nicht parteikonform verhält, dem werden im Social Scoring System Punkte abgezogen, so dass er Repressalien fürchten muss. 

Buchkritik: Dragon Teeth – wie alles begann von Michael Crichton

20. November 2018
Ein Dino-Roman von Crichton aus dem Jahre 1974 wurde jetzt veröffentlicht.

Ein Dino-Roman von Crichton aus dem Jahre 1974 wurde jetzt veröffentlicht.

Was, es gibt einen neuen Roman von Michael Crichton? Der wunderbare Autor ist doch 2008 in LA verstorben und hinterließ so wichtige Romane wie Andromeda, Next, Sphere, 13. Krieger, Beute oder Airframe. Und er hinterließ uns die Dinos. Mit Dino Park und the lost Word – vergessene Welt schuf er Klassiker der Dino-Literatur, wie einst nur Sherlock-Holmes Autor Sir Arthur Conan Doyle mit Die vergessene Welt. Und die Erben dieses Crichton haben mit Dragon Teeth – Wie alles begann einen neuen, alten Roman herausgebracht. „Muss ich lesen“, war mein erster Reflex. Wie alles begann? – das deutet auf einen neuen Dino-Roman von Michael Crichton hin.
Der Verlag stellte mir dankenswerterweise das Buch Dragon Teeth zur Verfügung und nach dem Auspacken begann ich sofort zu lesen. Nach den ersten Zeilen war klar, es ist ein Crichton, es ist wirklich ein Crichton. Der Stil unverkennbar. Nach den ersten Seiten war klar, die Geschichte spielt im Wilden Westen. Ok, nach all den Gegenwarts- und Zukunftsromanen vor seinem Tode, jetzt ein Blick zurück. Sein Roman Der große Eisenbahnraub, der im Jahr 1855 spielt, war ja auch gelungen. Also Wilder Westen und Dinos, alles klar, dachte ich mir. Nach ein paar Kapiteln war klar, Dinos spielen in Dragon Teeth keine mit. Der Roman, der 1974 entstand und jetzt veröffentlicht wurde, dreht sich um die Jagd nach Fossilien und Sauerierknochen. Irgendwie sind Dinos drin, aber nicht, was ich erwartet habe. Der deutsche Titel Dragon Teeth – wie alles begann, hat mich auf die falsche Fährte gelockt. Ich hatte mir etwas völlig anderes bei dem Buch vorgestellt und war zunächst enttäuscht. Nein, ich war sogar ein wenig sauer auf die Werbung des Verlags, die ich als irreführend empfand.
Es ist ein Western mit einem interessanten Thema. Das Buch Dragon Teeth – Wie alles begann ist in einem historischen Kontext eingebettet, nämlich die Jagd der beiden konkurrierenden Knochenforscher Charles Marsh und Edward Drinker Cope im Jahre 1875. Die beiden Wissenschaftler gab es wirklich und die Rivalität ist belegt, nur die Figuren von Michael Critchon sind erfunden. Das Buch ließt sich flüssig, bringt überraschende Wendungen, bringt Revolverduelle, Indianderkriege, die rettende Kavallerie, Goldgräberstimmung, aber keine Dinos in der Form, wie ich sie erwartet hatte. Wer Western mag, wird hier einen spannenden und humorvollen Roman mit einer Prise Wissenschaft finden, wer Dinos à la Dino Park mag, der wird restlos enttäuscht sein. Die Dinos bleiben als Knochen zunächst im Sand, dann in der Kiste und werden durch den Westen gekarrt. Dann kommen sie ins Museum und dazwischen gibt es allerhand Schießereien, Intrigen, Liebelei – aber eben nur Dinos als Knochenfund.

Tagsüber im American Museum of Natural History- Meine Reiseimpressionen Teil 14

23. Januar 2017
Der Titanosaurier passt nicht vollständig in den Saal des American Museum of Natural History. Sein Kopf schaut aus dem Saal heraus und begrüßt die Besucher am Eingang der Dino-Abteilung.

Der Titanosaurier passt nicht vollständig in den Saal des American Museum of Natural History. Sein Kopf schaut aus dem Saal heraus und begrüßt die Besucher am Eingang der Dino-Abteilung.

Wenn es in New York regnet, bieten sich die klassischen Regenfotos à la James Dean am Times Square an. Allerdings war ich mit Familie in New York unterwegs und so stand der Gang in ein Museum auf dem Programm. James Dean muss warten. Museen gibt es ja einige am Big Apple, aber mit Kunst kann ich meine Kinder jagen. Also musste etwas anders geboten sein: Wir entschieden uns nach ein wenig Recherche für das American Museum of Natural History und der Besuch hat sich voll gelohnt – für alle Familienmitglieder. Bei uns ist das Museum durch den schrecklichen Film “Nachts im Museum” mit Ben Stiller bekannt geworden. Nun, wir besuchten das Museum in der Nähe des Central Parks mit seinen über 25 Gebäuden tagsüber.

Warteschlange vor dem American Museum of Natural History
Allerdings waren wir nicht alleine. Wenn es in New York regnet, dann haben gefühlt alle New Yorker Familien die Idee ins Museum zu gehen. So war erst einmal langes Warten vor dem American Museum of Natural History angesagt – bei strömenden Regen.

Im Gebäude hatten wir via Smartphone Tickets gekauft und konnten so der Schlange vor den Schaltern und seltsamerweise auch den umfangreichen Sicherheitskontrollen entgehen. Noch besser ist es, Fördermitglied des Museums zu werden, dann kann man an der wartenden Schlange vorbeimarschieren. Wir sind bereits Fördermitglied des Deutschen Museums in München, das reicht und so oft kommen wir nicht nach New York. Es gab im Vorfeld drei Gründe für den Besuch eines der größten Naturkundemuseen der Welt: Im American Museum of Natural History gibt es ein 1:1-Modell eines Blauwals, ein großer Meteor, den 563 Karat schwere „Stern von Indien“ – der größte jemals gefundene Saphir und eine absolut geniale Saurier-Ausstellung.

Zeitkapsel vor dem Museum.

Zeitkapsel vor dem Museum.

Wer genau wie wir vor dem American Museum of Natural History warten muss, dem empfehle ich das Betrachten einer Zeitkapsel. Vor dem Museum hat der Architekt Santiago Calatrava für die New York Times eine Zeitkapsel entworfen. Sie wurde im Jahr 2001 verschlossen und soll am 1. Januar 3000 wieder geöffnet werden. Schöne Idee, ich werde es aber wohl nicht überprüfen.

Der Titanosaurier – der größte Dino überhaupt
New York ist die Stadt der Superlative. Das ist bei den Ausstellungsstücken im American Museum of Natural History ebenso. Im Dino Park des Museums stand er: Der größte Saurier, der bisher gefunden wurde. Der Titanosaurier.

Das Skelett hat eine Länge von 26 Metern und das Tier dürfte 70 Tonnen gewogen haben. Etwa 10 afrikanische Elefanten haben das gleiche Gewicht, so Kurator Mark Norell. Die Dino-Forscher sagen, das riesige Vieh war noch nicht einmal ausgewachsen. Gestreckt wäre sein Hals lang genug, um ins Fenster eines fünfstöckigen Gebäudes zu schauen.
Ein Bauer hatte in Patagonien/Argentinien ein Fossil in einem Steinbruch entdeckt. Als man das Skelett ausgegraben hatte, stellte man fest, wie riesig der Kamera ist. Wegen seiner Länge passt der Titanosaurier nicht vollständig in den Saal des American Museum of Natural History. Sein Kopf schaut aus dem Saal heraus und begrüßt die Besucher am Eingang der Dino-Abteilung.
Der Titanosaurier ist also nicht zu übersehen. Aber auch die restliche Dino-Abteilung ist absolut gelungen. Der Besucher kommt ganz nahe an die Ausstellungsobjekte heran, der eine zum Studieren, der andere für ein Selfie. T-Rex und Mammut hatten es persönlich angetan. In dieser Abteilung kam sich der Mensch mal richtig klein vor in Gegenwart der Giganten. Unseren Kindern hat der Einstand im Museum gefallen. K1 ist große Dino-Experte und konnte die Familie durch die Ausstellung führen. Sein Fachwissen hatte K1 durch zahlreiche Spielberg-Filme, BBC-Dokus aus YouTube und Was ist Was-Bücher – Bildung im 21. Jahrhundert.

Stoppt den Walfang – Blauwal im Museum
Da wir gerade bei großen Lebewesen sind, schaute wir auch beim Blauwal vorbei. In einem großzügigen Raum hing ein 1:1-Modell eines riesigen Blauwals von der Decke. Was sind das für wunderschöne und erhabene Lebewesen?

Absolut eindrucksvoll: Ein Wal hängt von der Decke.

Absolut eindrucksvoll: Ein Wal hängt von der Decke.

Die Familie trennte sich in dem Raum und jeder ging in der Abteilung seiner Wege. K1/2 interessierte mehr die Haie, meine Frau streifte umher und ich legte mich auf den Rücken und hatte den Wal in all seiner Schönheit über mir. Gedanken schossen mir durch den Kopf. Freilich dachte ich an den genialen Roman Moby Dick. Und ich wusste wieder, warum ich den Walfang verabscheue. Es ist eine Sünde, solche Wesen zu jagen. Von der Galerie aus, drehte ich ein Facebook Live-Video und diskutierte mit meinen Facebook-Kumpels über den Blauwal.

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Die Milstein Hall of Ocean Life, so heißt die Abteilung, umfasst 2.500 Quadratmeter Ausstellungsfläche, wobei der 28,6 Meter lange Blauwal sicherlich einer der Hauptattraktionen des Museums ist. Mithilfe von Beleuchtungs-, Video- und Audioeffekte wird ein virtueller Ozean erzeugt.

Beim Blauwal war ein Poke Stopp.

Beim Blauwal war ein Poke Stopp.

Ein Wort zur Museumsdidaktik
Der Show-Aspekt bei US-Museen ist deutlich höher als bei deutschen Museen, die oftmals ein Hort der Wissenschaft und Forschung sind. Im American Museum of Natural History wird sicherlich auch massiv geforscht, doch die Amerikaner wissen einfach, wie sie ihr Museum dem Publikum verkaufen. Die Exponate haben eine andere Wirkung als bei uns, sie sind effektiv in Szene gesetzt und entsprechend beleuchtet. Die Besucher werden regelrecht ermutigt, ein Foto für soziale Netzwerke zu machen und so für das Museum zu werben, der Hashtag #amnh wird dabei eingesetzt. Zwar sind Selfie Stangen und Blitzen untersagt, aber die Masse der Besucher will auch nur Erinnerungsfotos knipsen.


Es gibt zwar ein paar Faltpläne aus Papier in verschiedenen Sprachen, um sich im Museum zurecht zu finden. Aber die beste Führung läuft per Apps. Das komplette Museum ist mit leistungsstarken WLAN ausgestattet. Ich selbst habe ein ruckelfreies Facebook Live Video vor dem Blauwal-Modell gedreht. Das Museum war hervorragend besucht und die Masse des Publikums hatte Smartphone im Einsatz – und dennoch ist das WLAN nicht in die Knie gegangen.
Und es werden verschiedene Apps für verschiedene Zielgruppen angeboten. Da gibt es beispielsweise den klassischen Museumsführer, um sich zu orientieren. Die Explorer App zeigt dem Besucher, wo er gerade ist und wo die nächsten interessanten Exponate zu finden sind. Für die Kinder gibt es eine Micro Rangers-App. Hier lassen sich mit den Micro Rangers ein Spiel im Museum spielen und so die Exponate spielerisch entdecken.

AR im Museum.

AR im Museum.

Auf Basis einer XBox standen große Monitore samt AR-Kamera herum. Der Besucher wird von der AR-Kamera erfasst und kann so einen Saurier durch Bewegung steuern. Das Motto ist: Be the Dino. Als ich das System ausprobieren wollte, musste ich erst einmal eine Masse von Kindern vertreiben. So ist das Leben.

4,5 Milliarden Jahre alter Stein aus dem All
Eindrucksvoll für mich war auch der größte in einem Museum ausgestellte Meteor Ahnighito. Für mich übt diese Klumpen Gestein eine ungeheure Faszination aus. Das Material stammt nicht von der Erde. Es ist wirklich außerirdisch. Nun gut, es ist ein großer Stein, der durch den Weltraum fliegt. Aber für mich war dieser Meteor viel, viel mehr.

Der Meteor ist ein wunderbarer Geschichtenerzähler.

Der Meteor ist ein wunderbarer Geschichtenerzähler.

Ich habe mich vor das Exponat gesetzt und zugehört. Dieser Stein ist ein exzellenter Geschichtenerzähler. Er kam zu Orten, die ich nie sehen werde. In meiner Fantasie berichtete der Stein von seiner Reise durch das All und ich hörte genau zu. In meinen Träumereien kamen wieder und wieder alte Science Fiction-Geschichten hoch.
Der 4,5 Milliarden Jahre alte Cape York Meteor ist fast so alt wie die Sonne und wurde 1894 in Grönland gefunden. Vor rund 10000 Jahren schlug er auf die Erde ein. Mit einem Gewicht von 31 Tonnen ist der Ahnighito der drittgrößte Meteorit, der bisher entdeckt wurde.

Der 4,5 Milliarden Jahre alte Cape York Meteor ist fast so alt wie die Sonne

Der 4,5 Milliarden Jahre alte Cape York Meteor ist fast so alt wie die Sonne

Zum Tode von Mr. Dino: Michael Crichton

10. November 2008

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Mit Trauer habe ich vergangene Woche den Tod von Autor Michael Crichton vernommen. Der Bestseller-Autor und promovierte Mediziner verstarb im Alter von 66 Jahren in LA an Krebs. Was bedeutete Michael Crichton für mich? Klar, ich habe viele seiner 26 Romane gelesen, die zum großen Teil verfilmt wurden. Zum ersten Mal war ich mit Crichton in meiner Jugend konfrontiert. Als glühender Science-Fiction-Fan las ich sein Buch „Andromeda, “. Das Buch haute mich vom Hocker und der Film ließ mich schaudern. Ich hatte richtig Angst. Dabei kam die Angst nicht vor irgendwelchen Monstern aus dem fernen Transsilvanien, sondern sie kam von den fiesen Viren um uns und in uns. Ich hatte nie die Absicht, Wissenschaftler zu werden, doch Buch/Film sollte sich jeder angehende Naturwissenschaftler reinziehen. Im Keller suchte ich nach dem Tode des Autoren das Taschenbuch von damals hervor und musste lachen. Ich habe eine Ausgabe von 1981 und zwar eine Sonderausgabe von Knaur, die für den Pharmakonzern Pfizer („Mehr Wissen über Antibiotika“ herausgegeben wurde. Der Untertitel der Reihe lautete „Vibravenös-Bibliothek für den Nachtdienst“. Cool, welchen Humor die Pharmaindustrie damals hatte.

Crichtons technikskeptischen Wissenschaftsthriller waren populär und folgenreich. Wenn Crichton 1990 über Dinos schrieb, dann begann die Hollywood-Maschinerie mit der Dino-Produktion. Spielberg erkannte sofort den Marktwert von Crichton Dinos. Diese wirken bei uns bis heute nach. Das Kinderzimmer meines Sohnes ist vollgestopft mit Dinos aller Art. Und ich als Papa wartet bis heute auf die Blu ray-Veröffentlichung von „Jurassic Park“. Crichton sei Dank.

Gerne habe ich seine Bücher gelesen. „Beute“ brachte mir die Ideen der Nano-Technologie näher, „Der große Eisenbahnraub“ war ein Abendteuerroman im besten viktorianischen Stil, „Schwarze Nebel“ war ein feines Wikingergemetzel, „Westworld“ war ein starker SF-Western bei dem der Autor selbst Regie führte. „Coma“ prangert den Raub von Organen an. Und es gab so viele Bücher und Filme. Seit Wochen beschäftigt Crichton unsere Familie: Wir haben uns die komplette  Serie von „ER – Emergency Room“ gekauft. Zug um Zug ziehen meine Frau und ich uns abends die elf DVDs rein. Crichton hatte die Grundlage zur Serie („Fünf Patienten“ geschrieben und war ausführender Produzent der TV-Serie. Hier wird eine Vielzahl von Handlungssträngen mit großer Virtuosität verschlungen. „ER“ war Auslöser für die gesamten Ärzte-Serien im Fernsehen. Vielen Dank Mr. Crichton für angenehmen Stunden, die ich mit Ihren Werken verbracht habe. Und meine ausgesprochene Hochachtung vor Ihren Gedanken, die mich zum Nachdenken angeregt haben.