Posts Tagged ‘digitales Erbe’

Zwei Features der Apple WWDC betreffen mich direkt

8. Juni 2021

Ein Feuerwerk an neuen Features stellte Apple auf der WWDC 2021 vor und wie es sich für eine Software-Konferenz gehört, drehte sich alles um Software. Im Mittelpunkt standen die neuen Betriebssysteme für Mac, iPad, iPhone, Watch und Services. Es klingt für mich als Apple Fanboy alles sehr schlüssig und auf das neue macOS Monterey werde ich im Herbst updaten.

Tim

Während der Keynote von Tim Cock musste ich zweimal deutlich grinsen. Zwei neue Features im Bereich Datenschutz betreffen mich direkt als Unternehmer.

E-Mail-Datenschutz
Im Moment arbeite ich mich gerade in das Newsletter-System Mailchimp ein. Ich halte es für ein großartiges Tool, um meine Seminare an Interessenten zu vermitteln. Wer den Newsletter erhalten möchte, soll sich bitte bei mir melden. Der kostenlose Newsletter wird einmal die Woche, in der Regel Sonntags, verschickt und gibt einen Überblick über meine Veranstaltungen der kommenden Woche sowie News aus dem Social-Media-Umfeld und Blogtipps. Also gleich melden und abonnieren.

Mailchimp ermöglicht es, dass ich meine Newsletter-Kampagnen genau auswerte, um mein Angebot anzupassen. Dazu gehört, ob und wann mein Newsletter geöffnet wurde, auf welchen Link geklickt wurde, welche Mailadresse nicht gültig ist und vieles mehr. Ich bin begeistert vom Umfang der Software.

Aber damit wird im Herbst Schluss sein, wenn Apple ein Update seiner Mail App ausliefert. In der Mail App verhindert der E-Mail-Datenschutz, dass Absender mithilfe unsichtbarer Pixel Informationen über die Nutzer sammeln. Mit dem neuen Feature können Anwender verhindern, dass Absender erfahren, wann sie eine E-Mail öffnen. Außerdem maskiert es ihre IP-Adresse, damit sie nicht mit anderen Onlineaktivitäten verknüpft oder zur Bestimmung ihres Standorts verwendet werden kann. Für den Datenschutz ein großer Schritt, für mich als Marketingmensch ein Rückschritt.

Digitales Erbe
Was passiert mit meinen Daten, wenn ich gestorben bin? Hierzu halte ich einige Vorträge, denn vielen Menschen ist nicht bewusst, welche ideellen und finanziellen Werte auf ihren Rechnern, Smartphones und in der Cloud liegen. Diese Rechte und Pflichten gehen an den Erben über, wenn er sie annimmt.

Werden aber keine Passwörter vererbt, hat der Erbe ein massives Problem, an dieses Erbe heranzukommen. Bei Apple ist dies besonders schwer, da Cupertino den Datenschutz sehr, sehr hoch hängt. Wir erinnern uns an den Streit von Apple mit dem FBI. Die Ermittler wollten, dass Apple ein iPhone 4 eines Terroristen auswertet, um an die Daten heranzukommen. Apple weigerte sich.

Zum Thema digitales Erbe gibt es bei Apple jetzt einen neuen Dienst iCloud+. Apple erlaubt nun, eine Person zu Lebzeiten zu bestimmen, die über Fragen dieser Art entscheiden kann. Das bedeutet, ich muss meine Vorträge über digitales Erbe anpassen, denn Apple hat hier endlich reagiert.

Digitales Erbe – hast du es eigentlich schon geregelt?

20. Februar 2017

Wer trauert, denkt nicht unbedingt an den digitalen Nachlass.

Wer trauert, denkt nicht unbedingt an den digitalen Nachlass.

Digitales Erbe – klingt komisch, ist aber heute enorm wichtig. Wir kennen das klassische Erbe wie Haus, Hof, Auto, Geld, aber was ist nun digitales Erbe? Von über 2.000 Befragten haben fast 1.960 Personen ihren digitalen Nachlass nicht geregelt. Das zeigt eine repräsentative Umfrage von YouGov im Auftrag der DEVK Versicherungen. Ich beschäftige mich jetzt schon eine Zeitlang mit diesem Thema und halte immer wieder Seminare und Vorträge zu diesem Thema. Ich halte dieses Thema für einen wichtigen Beitrag zum Verbraucherschutz. Morgen halte ich dazu ein mit 50 Gästen ausgebuchtes Seminar, aber weitere werden folgen. Wer Interesse hat, sollte sich bei mir melden.

Was passiert mit meinen digitalen Daten?

Was passiert eigentlich mit meinen digitalen Daten wie Facebook, Twitter oder der Zugang zu diesem Blog. Meine Frau und K1/2 erben zwar diese Daten, aber haben sie auch die Zugänge zu meinem digitalen Nachlass? Leider sehe ich immer wieder auf Facebook, dass Verstorbenen zum Geburtstag gratuliert wird. Das ist ein echtes Problem und schmerzt die Hinterbliebenen. Woher wissen meine Erben, welche Daten wo liegen? Haben sie den Zugang zu den verschiedenen Cloud-Diensten, Konten, Aktiendepots?
Die DEVK-Umfrage zeigt, wie die Situation in Deutschland ist. Dabei ist das Onlinebanking mit 70 Prozent die größte Sorge der Deutschen.
Die Passwörter auf einen Zettel zu schreiben ist jetzt nicht gerade der richtige Weg.
Als „digitales Erbe“ oder „digitalen Nachlass“ bezeichnet man elektronische Daten, die nach dem Tod des Benutzers weiter existieren – wie Zugänge zu Onlinebanking, E-Mail-Konten oder sozialen Netzwerken. Die Rechte gehen an die Erben über. Den Begriff „digitales Erbe“ haben der DEVK-Umfrage zufolge 37 Prozent der Deutschen schon mal gehört. Aber die große Mehrheit (rund 97 Prozent) hat sich noch gar nicht mit ihrem digitalen Erbe beschäftigt; das haben von 2.014 Befragten bisher gerade mal 57 getan.

Hier das Grab des großen Regisseurs Stanley Kubrick und seiner Tochter.

Hier das Grab des großen Regisseurs Stanley Kubrick und seiner Tochter.

Es geht um Geld und Erinnerungen

Wenn es um Geld geht, ist es besonders wichtig, den digitalen Nachlass zu regeln. Gefragt nach den wichtigsten Bereichen des „digitalen Erbes“ sagen 35 Prozent, dass ihnen alle genannten Gebiete gleich wichtig seien. 34 Prozent legen ihre Priorität auf Bereiche, in denen es um Geld geht, z. B. Onlinebanking und kostenpflichtige Dienste. Deutlich weniger Wert legen die Deutschen auf Komplexe, die sich mit geistigem Eigentum befassen (7 Prozent) oder sozialen Netzwerken (6 Prozent). 11 Prozent sagen, dass ihnen keiner dieser Bereiche etwas bedeutet.
Die Sorge um Onlinezugänge zu Vermögenswerten spiegeln auch die Antworten auf eine andere Frage wider: Was würden Sie vordringlich regeln wollen? Das Ergebnis ist eindeutig: 70 Prozent der Befragten ist beim digitalen Erbe das Onlinebanking am allerwichtigsten, weitere 17 Prozent nennen es an zweiter Stelle. Mit insgesamt 87 Prozent Zustimmung liegt Onlinebanking damit deutlich vor Themen wie E-Mail-Konten (56 Prozent), Online-Zugangsdaten zu Versicherungsportalen (38 Prozent), Blogs (36 Prozent) und eigenen Internetseiten (31 Prozent).
Bei meinen Recherchen bin ich auf das Münchner Unternehmen Digitales Erbe Fimberger gestoßen, die mit Bestattern und Versicherungen in ganz Deutschland zusammenarbeiten. Ich habe sie eingeladen zu einer Podiumsdiskussion, um das Thema im größeren Rahmen zu diskutieren. Das Video zeigt das Vorgespräch, das ich mit den beiden Geschäftsinhabern geführt habe.


Interessant ist, dass wir jetzt schon als Lebende vorsorgen können. Ich kann bei den sozialen Netzwerken Facebook und Google einen digitalen Nachlassverwalter im Vorfeld bestimmen. Ich werde über die einzelnen Schritte separat bloggen. Dieser Nachlassverwalter kann dann die Facebook-Seite als Gedenkseite umwandeln oder löschen. Dann passieren keine schlimmen Geburtstagsgratulationen an Verstorbene mehr.