Digitales Erbe – hast du es eigentlich schon geregelt?

Wer trauert, denkt nicht unbedingt an den digitalen Nachlass.

Wer trauert, denkt nicht unbedingt an den digitalen Nachlass.

Digitales Erbe – klingt komisch, ist aber heute enorm wichtig. Wir kennen das klassische Erbe wie Haus, Hof, Auto, Geld, aber was ist nun digitales Erbe? Von über 2.000 Befragten haben fast 1.960 Personen ihren digitalen Nachlass nicht geregelt. Das zeigt eine repräsentative Umfrage von YouGov im Auftrag der DEVK Versicherungen. Ich beschäftige mich jetzt schon eine Zeitlang mit diesem Thema und halte immer wieder Seminare und Vorträge zu diesem Thema. Ich halte dieses Thema für einen wichtigen Beitrag zum Verbraucherschutz. Morgen halte ich dazu ein mit 50 Gästen ausgebuchtes Seminar, aber weitere werden folgen. Wer Interesse hat, sollte sich bei mir melden.

Was passiert mit meinen digitalen Daten?

Was passiert eigentlich mit meinen digitalen Daten wie Facebook, Twitter oder der Zugang zu diesem Blog. Meine Frau und K1/2 erben zwar diese Daten, aber haben sie auch die Zugänge zu meinem digitalen Nachlass? Leider sehe ich immer wieder auf Facebook, dass Verstorbenen zum Geburtstag gratuliert wird. Das ist ein echtes Problem und schmerzt die Hinterbliebenen. Woher wissen meine Erben, welche Daten wo liegen? Haben sie den Zugang zu den verschiedenen Cloud-Diensten, Konten, Aktiendepots?
Die DEVK-Umfrage zeigt, wie die Situation in Deutschland ist. Dabei ist das Onlinebanking mit 70 Prozent die größte Sorge der Deutschen.
Die Passwörter auf einen Zettel zu schreiben ist jetzt nicht gerade der richtige Weg.
Als „digitales Erbe“ oder „digitalen Nachlass“ bezeichnet man elektronische Daten, die nach dem Tod des Benutzers weiter existieren – wie Zugänge zu Onlinebanking, E-Mail-Konten oder sozialen Netzwerken. Die Rechte gehen an die Erben über. Den Begriff „digitales Erbe“ haben der DEVK-Umfrage zufolge 37 Prozent der Deutschen schon mal gehört. Aber die große Mehrheit (rund 97 Prozent) hat sich noch gar nicht mit ihrem digitalen Erbe beschäftigt; das haben von 2.014 Befragten bisher gerade mal 57 getan.

Hier das Grab des großen Regisseurs Stanley Kubrick und seiner Tochter.

Hier das Grab des großen Regisseurs Stanley Kubrick und seiner Tochter.

Es geht um Geld und Erinnerungen

Wenn es um Geld geht, ist es besonders wichtig, den digitalen Nachlass zu regeln. Gefragt nach den wichtigsten Bereichen des „digitalen Erbes“ sagen 35 Prozent, dass ihnen alle genannten Gebiete gleich wichtig seien. 34 Prozent legen ihre Priorität auf Bereiche, in denen es um Geld geht, z. B. Onlinebanking und kostenpflichtige Dienste. Deutlich weniger Wert legen die Deutschen auf Komplexe, die sich mit geistigem Eigentum befassen (7 Prozent) oder sozialen Netzwerken (6 Prozent). 11 Prozent sagen, dass ihnen keiner dieser Bereiche etwas bedeutet.
Die Sorge um Onlinezugänge zu Vermögenswerten spiegeln auch die Antworten auf eine andere Frage wider: Was würden Sie vordringlich regeln wollen? Das Ergebnis ist eindeutig: 70 Prozent der Befragten ist beim digitalen Erbe das Onlinebanking am allerwichtigsten, weitere 17 Prozent nennen es an zweiter Stelle. Mit insgesamt 87 Prozent Zustimmung liegt Onlinebanking damit deutlich vor Themen wie E-Mail-Konten (56 Prozent), Online-Zugangsdaten zu Versicherungsportalen (38 Prozent), Blogs (36 Prozent) und eigenen Internetseiten (31 Prozent).
Bei meinen Recherchen bin ich auf das Münchner Unternehmen Digitales Erbe Fimberger gestoßen, die mit Bestattern und Versicherungen in ganz Deutschland zusammenarbeiten. Ich habe sie eingeladen zu einer Podiumsdiskussion, um das Thema im größeren Rahmen zu diskutieren. Das Video zeigt das Vorgespräch, das ich mit den beiden Geschäftsinhabern geführt habe.


Interessant ist, dass wir jetzt schon als Lebende vorsorgen können. Ich kann bei den sozialen Netzwerken Facebook und Google einen digitalen Nachlassverwalter im Vorfeld bestimmen. Ich werde über die einzelnen Schritte separat bloggen. Dieser Nachlassverwalter kann dann die Facebook-Seite als Gedenkseite umwandeln oder löschen. Dann passieren keine schlimmen Geburtstagsgratulationen an Verstorbene mehr.

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4 Antworten to “Digitales Erbe – hast du es eigentlich schon geregelt?”

  1. Gabriele Schiffelmann Says:

    Hi Matthias, ein sehr sehr wichtiges Thema, welches ich schon diverse Male mit Freunden und Bekannten diskutiert habe. Hier ist noch einiges an Aufklärungsarbeit zu leisten. Ich finde es gut, dass Du das Thema digitaler Nachlass aufgegriffen hast!

  2. michaelhomberg Says:

    Hat dies auf Michael Hombergs Weblog rebloggt und kommentierte:
    Ja, auch ich höre oft, dass dies ein Thema ist, mit dem sich kaum jemand beschäftigt. Bisher.

  3. Redaktion42 über Digitales Erbe | First.Person.Writer Says:

    […] über Digitales Erbe – hast du es eigentlich schon geregelt? — redaktion42’s Weblog […]

  4. ercangueven Says:

    Lieber Herr Lange,
    ich finde es toll, dass Sie dieses Thema aufgreifen. In der Tat wird es immer wichtiger. In diesem Zusammenhang könnte für Sie auch der Dienst von lasthello interessant sein. Ich denke das zumindest das Hinterlassen des E-Mail-Kontos an Verwandte ein must-do ist. Hierüber lässt im Zweifelsfall Zugriff auf die meisten Plattformen erlangen.

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