Mein erster Lost Place in der Oberpfalz

14. März 2017
Mein erster Lost Place - ein Bahnhof in der Oberpfalz.

Mein erster Lost Place – ein Bahnhof in der Oberpfalz.

Bei einem Schulungstermin in der Oberpfalz flammte mein Interesse für Lost Places auf. Das sind verlassene, verfallene Orte. Die Natur holt sich diese Orte zurück, nachdem der Mensch diese Orte verlassen hat. Die Orte beginnen sich zu verändern, zu versinken. Die Atmosphäre ändert sich. So einen Lost Place bin ich eben in der Oberpfalz bei einem aufgelassenen Bahnhof begegnet.


Die Deutsche Bahn hat das Bahnhofsgebäude aufgelassen und bietet es zum Kauf an. Ein Käufer findet sich wohl weit und breit keiner und so verfällt die Bausubstanz. Das Bahnhofsgebäude war ein schöner Bau, aber wird nicht mehr gebraucht. Es gibt am Bahnhof einen Kartenterminal und Plastiküberdachte Sitzplätze aus Metall. Den Schalter und den Warteraum und die Infrastruktur braucht die Bahn wohl nicht mehr und kann es sich nicht mehr leisten. Ich habe auch gelernt, dass man den genauen Standort von Lost Place nicht verraten soll, um nicht Vandalen anzulocken. Nun, dies ist bei einem ehemaligen Bahnhofsgebäude schwierig und ich verrate nicht, in welcher Gemeinde sich der Bahnhof befindet. Einheimische wissen sowieso auf dem ersten Blick, welchen Bahnhof ich meine.


Was reizt mich an Lost Places? Ich sammle Fotobücher zu dem Thema und werde in nächster Zeit einige meiner Exemplare hier im Blog vorstellen. Ich bin in einer geschlossenen Facebook-Gruppe dabei und bewundere die Bilder in den eingestellten Beiträgen und verfolge die Diskussionen darum. Ich habe meine Bahnhofsbilder auch eingestellt, sie wurden allerdings kaum beachtet. Damit muss und kann ich leben.


Ich glaube, der Auslöser für mein Interesse an Lost Places stammt vom Kino. Ich liebe Spukfilme, also verlassene Orte an denen Geister und Dämonen wohnen. Dracula wohnte immer in einer coolen Hütte. Sein Sarg stand immer im Verborgenen. Sein Schloss in Rumänien war immer vom Verfall bedroht. Und auch seine Anwesen in London oder sonst wo waren immer verfallene Abteien oder Herrenhäuser. Spinnennetze, viel Staub und knarrende Fenster mit schlagenden Läden gehörten einfach dazu. Es gab viele dieser Spukfilme, die ich mir gerne ansehe, besonders wenn das Spukhaus selbst im Mittelpunkt steht. In diesem Blog gibt es einige Berichte von mir. Ich liebe nun mal den Gothic Horror.


Weiter ging es dann mit Videospielen. Als ich das erste Mal das schon fast zum Klassiker avancierten The Last of Us spielte, da war die Verehrung für Lost Places wieder da. Das Videogame spielt in einer Postapokalyptischen Welt. Die Natur holte sich nach der Katastrophe die Gebäude der Menschen zurück. Die Story vom Spiel gefiel mir, aber vor allem das Gamedesign. Ich bin oft im Spiel stehen geblieben und habe mir die Orte angesehen. Orte, an denen ich im normalen Gameplay einfach durchgerast wäre. Ich habe dazu sogar einen eigenen Blogbeitrag geschrieben. Natürlich gibt es viele weitere Spiele in so einer Welt, aber The Last of us hat mir außergewöhnlich gut gefallen.
Na gut, mein Bahnhof in der Oberpfalz ist nicht gerade The Last of Us oder Schloss Dracula. Aber es ist zumindest ein Anfang und mein Interesse für diese geheimnisvollen Orte ist wieder geweckt. Leider konnte ich den Bahnhof nicht von Innen besichtigen. Die Eingangstüre war zwar aufgebrochen, aber die Bundespolizei war am Bahnhof anwesend und schaute mich interessiert an. Sie warteten wie ich auch auf den Regionalzug und ich Weichei traute mich nicht, Bundeseigentum in Anwesenheit der Bundespolizei zu betreten. Da muss ich wohl noch viel lernen, bis ich zu einem richtigen Suchenden werde. Mal sehen, vielleicht nimmt mich aus der Facebook-Gruppe mal einer auf eine Tour mit.

Glenmorangie Bacalta – für mich ein Hochgenuss

13. März 2017
Ein Hochgenuss für mich

Ein Hochgenuss für mich

Ich weiß, es ist Fastenzeit, aber ich musste diese Zeit unterbrechen für etwas ganz, ganz besonderes: Ich bekam eine Tastingprobe des neuen Glenmorangie Bacalta und bin irre stolz darauf. Vielen Dank dafür.
Glenmorangie Bacalta ist seit Februar auf dem Markt, aber ich hatte jetzt erst die Muse dieses edle Getränk zu verköstigen. Es handelt sich um die 8. Private Edition.
Zu später Stunde, die Familie war längst im Bett, verköstigte ich den Bacalta. Ich habe dazu auch ein Video für meinem YouTube-Kanal gedreht. Sorry für das Chaos beim Öffnen der Probe.

Aber die Tastingnotes sind eindeutig:
Die Farbe: Ein leichter Goldton.
An der Nase: Intensiv süßer Honig. Aromen von reifen Aprikosen und Met sowie mineralische Noten, gefolgt von weißer Schokolade. Die Zugabe von etwas Wasser bringt den typischen Rancio-Ton oxidierter Weine mit Noten von gebackenem Brot, Malzkeksen, Wiesenblumen und etwas Pfirsich-Crumble hervor.
Am Gaumen: Anfangs Minze-Toffee, gebackene Früchte mit karamellisierten Orangen und Aprikosen, viel Honig, Mandeln und Datteln. Ein reichhaltiges, sirupsüßes Finish mit Marzipan, weißem Pfeffer und Honigmelone sowie karamellisierten Zitrusfrüchten und Birne, cremiges Fudge und faszinierenden Menthol- und Eukalyptusnoten im Hintergrund.
Zugegeben, den intensiven Honig habe ich geschmeckt und genossen. Das ist auch der Grund, weshalb ich den Glenmorangie Bacalta absolut einzigartig finde. Eigentlich bin ich ja ein Freund der Torf-Whiskys aus dem Hause Ardbeg, aber mit dem Glenmorangie Bacalta kann ich mich doch schon sehr anfreunden.

Mit oder ohne e?
Meine Bekannten fragen immer wieder, ob es den Whiskey oder Whisky heißt – und auch die Autokorrektur macht manches mal was sie will. Zur Erklärung: Das Wort Whisky bedeutet so viel wie „Wasser des Lebens“. Es hat einen schottischen (beatha), als auch einen irisch-gälischen (uisce beatha) Ursprung. Und dann kam der Streit um den Buchstaben e. Heißt es nun Whisky oder Whiskey?
Bis zum 20. Jahrhunderts wurde das Destillat noch ohne e geschrieben. Dann kamen Brennereien aus dem irischen Dublin aus Marketinggründen auf die Idee ein e einzufügen, um sich von der schottischen Konkurrenz zu unterscheiden. Heute ist es so, dass es sich in Schottland und Kanada Whisky schreibt, während es in Irland und den Vereinigten Staaten Whiskey heißt. Die Amerikaner sind dabei nicht ganz so streng: Bei ihnen gelten beide Schreibweisen, je nach Tradition der Brennerei. Egal, ob mit oder ohne e, die Zutaten sind immer die gleichen: Getreide, Wasser und Hefe.
Die Regeln für Whisky sind streng. In den USA darf das Destillat als Whisky verkauft werden, wenn es mindestens zwei Jahre gereift ist. Die Schotten und Iren sind noch strenger, da müssen es mindestens drei Jahre sein. In der Regel reift Whisky aber viel, viel länger. Bei zehn bis 15 Jahren werden die meisten Whiskys für den Genießer interessant.

Aber zurück zum Glenmorangie Bacalta. Ich kann das Getränk nur empfehlen. Ich genieße es alleine, mit meiner Frau oder ein paar Freunden, die diesen edlen Tropfen zu schätzen wissen. Also klare Empfehlung für den Glenmorangie Bacalta.

Erster Eindruck von Apple AirPods

10. März 2017

Wie geil ist das denn? Ich dachte ursprünglich, was brauche ich schon wieder neue Ohrhörer? Und wie sehen die Dinger eigentlich aus? Gemeint sind die Apple AirPods.
Als die Teile vorgestellt wurden, ging eine Lästerwelle durchs Netz. Ohrenstäbchen im Ohr – das war noch die geringste Bezeichnung. Auch ich habe mir meine Gedanken in meiner Kolumne im iPhone Magazin gemacht. Aber Apple geht konsequent den kabellosen Weg, wie ich in meinem Blog schon im September 2016 geschrieben habe.


Ursprünglich sollten die AirPods zu Weihnachten auf den Markt kommen, aber die Markteinführung verzögerte sich auf 2017. Als sie lieferbar waren, waren sie auch schon ausverkauft. Ich habe die Wunderhörer nur einmal in New York in einem Apple Store ausprobieren können. Da beschloss ich, auch der Apple-Fanboy Matthias braucht so Teile und ich bestellte sie für rund 180 Euro. Ich war spät dran und so verzögerte sich die Lieferung.


Jetzt sind die Apple AirPods bei mir angekommen und ich frage mich, wie ich ohne diese Teile überhaupt leben konnte. Gut, dass ist jetzt übertrieben und der Fanboy ist durchgebrochen, aber das nenne ich mal Revolution.
Nach dem Unboxing hängte ich die Pillenbox mit den Ohrhörern ein wenig an den Strom via Lighting. Die AirPods werden in einer kleinen Plastikkiste aufbewahrt, die auch als Ladestation dient. Brauche ich die Ohrhörer nicht, kommen sie in die Pillenbox, sind aufgeräumt und werden geladen. So soll das ganze System den Tag über durchhalten – das muss der Langzeittest noch zeigen.


Das Koppeln des Ohrhörer ist schlichtweg genial. Keine Fummelei via Bluetooth. Einfach Deckel auf und das Ohrhörer erscheinen auf dem iPhone. Wie geil ist das denn? Meldung bestätigt und fertig. DIe AirPods werden über die iCloud angemeldet und sind so über alle meine Apple Geräte iPhone, iPad Pro, MacBook und MacBook Pro erreichbar. „It works like magic“, hätte Steve Jobs gesagt. Möglich macht dies der neue W1 Chip, den Apple in den AirPods und den neuen Beats Kopfhörern verbaut hat.


Was hatte ich Angst, dass mir die AirPods aus den Ohren fallen. Bei den klassischen Ohrhörern habe ich immer so meine Probleme. Es ist dann doch eine Fummelei. Aber die AirPods sitzen, sie sitzen sehr gut. Ich hab sie getragen als ich im Arbeitszimmer mein Trampolin benutzt habe. Die Teile sitzen im Ohr bombig. Wenn einer verloren geht, dann wird es allerdings wieder recht teuer. Die Ersatzstecker kosten 75 Euro in Deutschland. Eine Ersatzpillenbox kostet auch 75 Euro.


Der Klang ist ordentlich. Natürlich kein Vergleich zu den kabelgebundenen Shure-Studiokopfhörern, aber der Vergleich hinkt. Mein subjektiver Eindruck: Die AirPods klingen besser als die kabelgebundenen Ohrhörer von Apple. Wer genaues will, sollte Audiotest-Magazine lesen, für meine Hörgenuss beim Sport oder unterewegs reicht es. Der Sound bei Spielfilme am iPad Pro wird synchron übertragen und passt somit auch.

Stummfilmpianist Richard Siedhoff sorgt für den richtigen Ton bei der Zwölften Stunde

9. März 2017
Richard Siedhoff Macht Quatsch mit mir. Dabei ist er ein seriöser Musiker.

Richard Siedhoff Macht Quatsch mit mir. Dabei ist er ein seriöser Musiker.

Als Fan des deutschen Expressionsmus im Film war ich nervös, als mein Kollege Christopher Link mir erzählte, dass im Münchner Filmmuseum eine seltene Kopie des Vampir-Films „die zwölfte Stunde“ gezeigt wird. Den Streifem musste ich sehen. Am Ende war ich vom Film total enttäuscht – und dennoch war der Abend ein voller Gewinn. Zum Film gab es Live-Klaviermusik von Stummfilmpianist Richard Siedhoff aus Weimar. Virtuos begleitete Siedhoff den Film und wir trafen uns nach der Vorstellung zu einem kleinen Videointerview.

Nicht autorisierter Klassiker
Der Film „die zwölfte Stunde“ ist im Grunde eine Art erweiterte Raubkopie. Er kam 1930 in die Kinos. Ihm liegt der legendäre Film von Friedrich-Wilhelm Murnau „Nosferatu – eine Symphonie des Grauens“ zu Grunde, einer meiner Lieblingsfilme. Die zwölfte Stunde ist dagegen eine nicht autorisierte Bearbeitung von Murnaus „Nosferatu“ aus dem Jahr 1922.
1930 kam der Tonfilm auf und die „die zwölfte Stunde“ bediente den Wunsch des Publikums nach mehr Toneffekte. Die Stummfilmteile wurden mit Geräuschen und Musik unterlegt, Szenen wurden vertauscht und entfernt, neue Tonfilmszenen wurden von Waldemar Roger hinzugefügt, die Rollenbezeichnungen wurden geändert. Für mich steht fest: Der großartige Murnau Film wurde einfach nur verstümmelt. Die ergänzenden Szenen waren belanglos und dauerten viel zu lange, wie die Szene aus dem Gasthaus, das Hochamt, die Hafenszene oder Impressionen aus dem Südtirolurlaub von Waldemar Roger. Der Rhythmus des Meisterwerks von Murnau wurde zerstört. Naja, am Ende hatte ich die „die zwölfte Stunde“ eben auch gesehen.

Stummfilmpianist Richard Siedhoff
Viel wichtiger für mich im Nachhinein war die Filmmusik. Am Abend im Filmmuseum spielte Stummfilmpianist Richard Siedhoff. Er improvisierte neben der Leinwand und schaffte es, dass aus dem schlechten Film ein unvergesslicher Abend wurde.


Der Film hatte ursprünglich eine eigene Tonspur. Sie bestand aus der nicht mehr erhaltenen Musik von Georg Fliebiger, die auf Schallplatte synchron zum Film angespielt wurde.
Richard Siedhoff hatte die Sache virtuos im Griff und ließ den schlechten Film zu einem Kulturgenuss werden. Seine Website von Richard Siedhoff gibt umfangreich über den Künstler Auskunft. Mehr als 200 Filmklassiker hat Richard Siedhoff mit eigenen Kompositionen und Improvisationen sowie einigen adaptierten Originalmusiken begleitet. Richard Siedhoff ist Hauspianist im Lichthaus Kino Weimar, dessen Stummfilmprogramm er kuratiert. Zudem ist er als Komponist für Film, Theater und Kabarett tätig. Leider gibt es noch keine CD von ihm.


Ich traf Richard Siedhoff nach der Aufführung der Zwölften Stunde zu einem Kurzinterview in München. Christopher Link, erfolgreicher Dokumentarfilmer, filmte unser Gespräch mit meiner Lingra. Siedhoff ist seine Begeisterung für die alten Werke anzumerken. Er lebt für die Klassiker. Er hat Nosferatu schon einige Male gespielt und einige Motive selbst komponiert. Diese Motive variiert er immer wieder während des Spiels. Für die Zwölfte Stunde wurde es komplett adaptiert.

Auf der Suche nach Zelda

8. März 2017

Ich bin irgendwie selbst schuld und vielleicht ärgere ich mich deswegen so sehr über mich. Aber schuld sind natürlich immer die anderen.
Obwohl ich Retro-Gamer bin, interessiere ich mich natürlich für aktuelle Entwicklungen auf dem Spielemarkt. Dazu gehört im Moment die Nintendo Switch Konsole, die neue Konsole für zu Hause und unterwegs. Das Vorgängermodell Wii U war für mich nicht der große Wurf, was vor allem an den wenigen guten Spielen lag. Beim Nachfolger entscheidet es sich: Nun kommt die Switch mit einem interessanten mobilen. Spielprinzip auf den Markt und ich hatte bei der Ankündigung gleich zugeschlagen und die Konsole bestellt.
Jetzt traf das Teil bei uns zu Hause ein. Ich war auf Reisen, doch K1/2 packten das Gerät aus. Ich war via FaceTime live beim Unboxing dabei, weil ich derzeit in Passau auf einem Seminar bin.


Ich besprach mit meinen Kindern, welche Spiele wir für die Switch erwerben wollen. Gaming ist schließlich Familiensache. Und das war der Fehler. Es gibt zum Konsolenstart nur öde Kindergartenspiele (bäh) und es gab Zelda. Die Familienwahl war entschieden. Wir wollten das neue Zelda – Breath of the wild. Und nun Ernüchterung: Das Teil war ausverkauft.

Fehlanzeige Amazon Zelda – Breath of the wild
Bei Amazon, im Grunde meine erste Adresse bei Bestellungen, war das Game nicht mehr zu bekommen. Die Preise bei anderen Anbietern sind astronomisch. Ich bin bereit, um 60 Euro für das Spiel zu zahlen, aber keine Fantasiepreise. Es gab das Spiel Zelda – Breath of the wild für die Wii U, aber wer will denn eine Wii U wenn er eine Switch zu Hause hat? Und Download will ich auch keinen: Ich will eine physische Kopie des Spiels.

Das ist mir zu teuer.

Das ist mir zu teuer.

Einkauf im Einzelhandel Zelda – Breath of the wild
Da ich auf Reisen bin und derzeit in Passau auf einem Seminar weile, versuchte ich es im örtlichen Einzelhandel. Mein erster Stopp war die Stadtgalerie, eine Art Einkaufszentrum in der Innenstadt. Beim Saturn im Untergeschoss gab es einen Stapel Zelda für die Wii U (haha), aber nur noch ein Zelda – Breath of the wild für die Switch. Aber Pech gehabt. Diese Kopie des Spiels war vorbestellt und der Verkäufer mit Piercing im Mund wollte es mir nicht verkaufen. Ich habe gebettelt, gefleht, doch der Kollege blieb hart. Gegebenenfalls komme eine Lieferung am Mittwoch nachmittag, aber da bin ich schon wieder unterwegs.
Der nächste Weg führte mit zum GameStop. Der jugendliche Verkäufer zockte gerade Zelda auf der Switch. Hier bin ich richtig – dachte ich. Aber der Verkäufer schüttelte den Kopf: „Ausverkauft, aber das Spiel ist geil.“ Danke für den Input – das Spiel, das er gerade spielte, wollte er nicht verkaufen.

Drogeriemarkt Müller brachte die Rettung
Enttäuscht zog ich ins Hotel und überbrachte K1/2 die schlechte Nachricht via iChat. Via Twitter ließ ich einen #mimi Tweet los. Ich bekam meinem Games Kollegen Jens den Rat, im Drogeriemarkt Müller vorbeischauen.

Nun, es war kurz vor Ladenschluss und ich suchte via Google die nächste Filiale und spurtete los. Der zweistöckige Laden war fast leer, die Verkäuferinnen machten sich bereit für den Feierabend und ich fragte einen jungen Verkäufer, der mein Anliegen mitleidig anhörte. Er schaute sich um, griff unter die Ladentheke und überreichte mir das Spiel mit den Worten: „Es ist wohl das letzte Spiel in Passau – Glück gehabt und jetzt viel Spaß.“
Yeah, Yeah, Yeah – stolz zog ich mit Spiel ins Hotel, informierte die Welt über Twitter und informierte K1/2 vom Erfolg. Bei Amazon stornierte ich meine Bestellung.

Nintendo, so geht das nicht
Das sind alles Firstwordlproblems. Aber dennoch bin ich sauer. Nintendo, habt ihr eigentlich ein Rad ab? Ich freue mich über den Erfolg der Konsole. Aber ihr habt schon beim Lieferbestand der Nintendo Classic mini Konsole komplett versagt. Dieses Versagen setzt sich jetzt wieder fort. Eine Konsole auf den Markt bringen und keine brauchbaren Spiele liefern – da ist Nintendo Spezialist. Zelda – Breath of the wild wird sicherlich der Hammer, aber was nützt mir ein Hammerspiel, wenn es nicht lieferbar ist? Nintendo, ihr seid nicht Apple, bei denen künstliche Marktverknappung System hat. Ich bin zwar glücklich, dass ich Konsole und Spiel habe, aber die Lauferei möchte ich mir sparen.

Gratulation: Walter Röhrl wird 70. Jahre

7. März 2017
Dieser Porsche 928 gehörte Walter Röhrl.

Dieser Porsche 928 gehörte Walter Röhrl.

Das einzige Autorennen, das ich mir heute noch anschaue, sind die 24 Stunden von LeMans. Formel 1 und Co finde ich langweilig. Aber einstmals war ich ein Fan von Rallye, denn das ist für mich eine wirkliche fahrerische Herausforderung. Wenn ich an meine Jugend denke, bleibt mir vor allem ein Name in Erinnerung: Walter Röhrl
Heute wird der große Fahrer 70. Jahre alt und ich gratuliere ganz herzlich. Ich erinnere mich an einen Witz, den ich irgendwann einmal gehört habe. Mal sehen, ob ich ihn noch zusammenbekomme: Es war die Zeit, als Walter Röhrl noch u.a. Fahrer des Bischofs von Regensburg war. Röhrl fegt mit dem Bischof und einem ausländischen Gast über die Autobahn. Der Ausländer fragt nach dem Namen des Fahrers. Der Bischof:„The Name is Röhrl, little Tube.“ Der Gast komplett bleich: „No his name is big Tube.“ Ich finde, treffender kann man Walter Röhrl nicht beschreiben.

Ich mag den Porsche 928, obwohl er damals durchfiel.

Ich mag den Porsche 928, obwohl er damals durchfiel.

Walter Röhrl mit seinem Co-Piloten Christian Geistdorfer siegte unter anderem bei der Rallye Monte Carlo im Januar 1984 mit einem Quattro. 1987 stellte Röhrl beim Pikes Peak International Hill Climb einen neuen Rekord für die 19,99 Kilometer lange Bergstrecke auf den Gipfel des Pikes Peak auf. Ich erinnere mich mit Begeisterung an die Monsterkarre, den Audi Sport quattro S1. Die Doku in Youtube ist der Hammer. Röhrl war für mich ein cooler Hund. Irgendwie erinnert er mich immer an Steve McQueen, der für mich ein Synonym für Coolness ist. Eben genau wie Walter Röhrl. Heute arbeitet Röhrl für Porsche.

Röhrl hat auf dem Lenkrad unterschrieben.

Röhrl hat auf dem Lenkrad unterschrieben.

Ein guter Freund von mir hat sich einen Porsche 928 gebraucht gekauft. Sein Vorbesitzer war Walter Röhrl. Das wird dokumentiert, weil Röhrl seinen Schriftzug auf dem Lenkrad hinterlassen. Seine Unterschrift ist auf dem Porsche-Lenkrad ist für jeden zu sehen. Für mich ist es immer eine Besonderheit in diesem Fahrzeug zu sitzen – bisher war ich allerdings nur Beifahrer. Irgendwann, wenn ich mal brav bin, darf ich vielleicht auch mal das Gaspedal des Porsches durchdrücken.
Auf jeden Fall gratuliere ich dem Geburtstagskind. Was man so hört, scheint Walter Röhrl eine ehrliche Haut ohne Starallüren zu sein. Er hat sich seine Bodenständigkeit und seine Geradlinigkeit bewahrt. Das verdient unseren Respekt. Alles Gute zum Geburtstag lieber Walter Röhrl.

So sehen die meisten Leute den Fahrer - von hinten.

So sehen die meisten Leute den Fahrer – von hinten.

Buchtipp: Zintstoff von Günter Zint

6. März 2017
Wunderbares Fotobuch über die deutsche Geschichte: Zintstoff

Wunderbares Fotobuch über die deutsche Geschichte: Zintstoff

Seine Bilder habe ich immer wieder gesehen, aber sein Name war mir unbekannt. Gemeint ist der Journalist und Fotograf Günter Zint. Er schrieb seit nunmehr 50 Jahren bundesdeutsche Fotogeschichte und schuf ein beeindruckendes fotografisches Werk.
Günter Zint mischte sich immer ein. Er bezog mit seinen Bildern Stellung. Er berichtete weniger – vielmehr richtete er mit seinen Bildern. Damit ist er für mich kein unabhängiger Bildjournalist mehr, sondern vielmehr jemand, der auf einer Mission war. Ich bin mit der Botschaft von Hajo Friedrichs aufgewachsen: Mache dich nicht mit einer Sache gemein, auch wenn es eine gute Sache ist. Diesen Rat von Hanns Joachim Friedrichs, dem ehemaligen Tagesthemen-Mann, hat Günter Zint gewiss nicht gefolgt. Seine Kamera nahm Einfluss.
Und vielleicht deswegen bin ich seinen Bilder jahrelang begegnet. Als ich auf den Fotoband Zintstoff stieß, war ich gleich hin und weg von der Kraft seiner Reportagefotos. Als Gymnasiast schrieb ich 1988 meine Facharbeit in Bayern im Fach Geschichte über die APO, den SDS und die Springer-Proteste. Ich blätterte die Archiven viele Zeitungen und Zeitschriften durch. Immer wieder waren dort Fotos von Günter Zint abgebildet, allen voran im Spiegel. Als ich das Buch Zintstoff aufschlug, kamen die ganzen Erinnerungen an meine gymnasiale Zeit wieder hoch. Ich schlug die Seiten mit den Bilder der 68er Jugend auf, die mir vertraut waren und ich jetzt wieder entdeckte.


Die Fotos von Günter Zint schlugen mich in den Bann. Als ich dann noch las, dass er zusammen mit Günter Wallraff auf Tour ging, musste ich das Buch kaufen. Die legendären investigativen Wallraff-Geschichten, die jeder Journalistenschüler heute kennen muss, waren hier bildlich versammelt: Der BILD-Skanal Hans Esser und später vor allem der Türke Ali in Ganz unten. Heute braucht man für seine Reportagen keinen eigenen Fotografen mehr. Smartphone und Co haben den Journalismus verändert. Dann gab es die Krawalle in Wackersdorf – die Bilder gegen die WAA, die Franz-Josef Strauß durchsetzen wollte, prägten sich in das Bewusstsein einer ganzen Generation ein.
Zint sagt selbst, dass er sich seine Werkschau einfacher vorgestellt hatte. Er meint, dass er rund drei Millionen Fotos geschossen hat. Klingt gewaltig, aber nicht übertrieben. Was haben wir in der analogen Zeit gelernt? Das Billigste am Fotografieren ist der Film. Und so hat Günter Zint wohl auch gehandelt und drauf gehalten: „Einmal hoch, einmal quer – was will man mehr.“ oder „Wenn Sonne lacht, nimm Blende 8“ – das waren die Fotosprüche der damaligen Zeit und sie waren wichtig für jeden Bildjournalisten.
Für meine Kinder ungewohnt, und für mich noch gut in Erinnerung: Die Fotos sind allesamt in Schwarzweiß. SW war die Sprache im Journalismus, Farbe druckten nur Illustrierten – die Zeitung war Schwarzweiß.
Interessant waren seine Bilder aus Berlin zur Mauer. Ich kannte noch beide deutsche Staaten und Zint fotografierte hier und drüben. Er hatte sogar einen Fotojob im deutschen Osten und bekam eine Stasi-Akte. Die Bilder aus der DDR und der Grenzöffnung berührte meine eigenen Vergangenheit und zeigten das deutsch-deutsche Alltagsleben.
Zint war im Star Club in Hamburg dabei, fotografierte die Beatles, Jimi Hendrix und die Stones und sogar die bekifften Who. Und diese Bilder finde ich schwach. Wer solche Stars vor der Linse hat, von dem erwartete ich stärkere Bilder. Für mich liegt die Stärke von Günter Zint in seinen politischen und gesellschaftlichen Fotos und nicht in der Gesellschaftsfotografie. Atmosphärisch dicht waren seine Milleu-Studien, sei es die Hafenstraße oder der Kiez in Hamburg. Subkultur – das kann Zint. Er kommt nahe ran und fängt Stimmungen ein. Rocker und Nutten, Jünger und Protestler – alles sehr spannend zu sehen.
Für mich war das Buch Zintstoff eine spannende Reise in die vergangenen 50 Jahre. Dabei fällt mir auf, dass meine Fotobücher über Journalismus sehr oft rückwärts gewandt ist. Ich muss mich mal auf die Suche nach aktuellen Fotojournalismus machen.

Buchtipp: Prater von Helfried Valenta

5. März 2017
Macht Lust auf Wien. Prater Kupferne Nächte

Macht Lust auf Wien. Prater Kupferne Nächte

„Gibt es eigentlich einen Ort, der einsamer ist, als ein Vergnügungspark nach Mitternacht?“ Diese Frage stellt Peter Lindhorst bei dem sehenswerten Fotobuch Kupferne Nächte Prater von Helfried Valenta.
Ich entdeckte das Buch in einem Regal einer Buchhandlung, blätterte es durch und kaufte es sofort, weil mir die Idee absolut gefällt. Was passiert in einem Vergnügungspark, wenn die Gäste gegangen sind? Wenn der Krach der Musik verklungen, wenn die unterhaltungswütigen Besucher gegangen und wenn die Fahrgeschäfte stehen, was passiert dann in dieser Stille? Diese Stille und die damit verbunden Stimmung wirkt sich auf die Bilder von Helfried Valenta aus. Mit Langzeitbelichtung und Stativ rückt der den Motiven zu Leibe und erzeugt eine eigenartige Stimmung. Das Restlicht von Wien erhellt die Fahrgeschäfte des Praters und sorgt für eine seltsame Atmosphäre.


Vielleicht bin ich schon verdorben von Hollywood-Schnund und B- und C-Movies, die auf Jahrmärkten spielen. Hier verstecken sich mutige und pubertierende Jugendliche, um Mutproben und erotische Abenteuer zu erleben und der Vergnügungspark verwandelt sich in einen Ort der Angst und des Schreckens. Tope Hooper, Rob Zombie und ähnliche Schreckgespenster auf dem Regiestuhl drängen sich mir hier auf, als ich die Bilder betrachtete. Dabei strahlen die Fotos von Helfried Valenta eine Ruhe und eine Melancholie aus, die wunderbar in Szene gesetzt wurde. In mir kommt der Wunsch auf, die gleiche kupferne Atmosphäre zu genießen, nahezu aufzusaugen wie ein Schwamm. Beim Durchblättern des gelungenen Buches mag ich vor allem die verlassenen Figuren: Der Teufel, der Matrose, die Krake. Sie sehen so traurig aus, so einsam.
Das Buch macht Lust auf Fotos und das ist bei all der Melancholie eine wirklich positive Begleiterscheinung. Ich kann dieses Buch wirklich empfehlen, all den Fotofreunden, all den Wienfreunden und all den Melancholikern.

Comictipp: Der Krieg der Welten von Thilo Krapp

4. März 2017
Feine Lektüre für den Zug.

Feine Lektüre für den Zug.

Als Science Fiction-Fan der alten Garde liebe ich die klassischen Geschichten der alten Zeiten: Isaac Asimov, Robert Silberberg, Philipp K. Dick und natürlich H.G.Wells. Seine Zeitmaschine reizte mich als Kind und natürlich der Krieg der Welten. Ich mochte die Filme, mochte die musikalische Umsetzung, verschlang als Medienmensch das Hörspiel von Orson Wells und bei einem Aufenthalt in Berlin kaufte ich mir die Graphic Novel Der Krieg der Welten von Thilo Krapp.

Die Marsianer greifen an.

Die Marsianer greifen an.

Auf der Zugfahrt noch Berlin nach München vergnügte ich mich mit dem schön gestalteten Buch. Krapp ist Illustrator und Comiczeichner und wagte sich 2013 an die Umsetzung des Stoffs. Schön ist für mich, dass Krapp sich dem Original wieder nähert. Kein Kampf der Welten wie in den Filmen von George Pal oder Krieg der Welten von Steven Spielberg, sondern eine Geschichte, wie es sich H.G. Wells wohl vorgestellt hatte. Die Figuren sind liebevoll gestaltet und hier hat sich die Mode- und Ambiente-Recherche von Thilo Krapp ausgezahlt. Das viktorianische England kommt zur Geltung und wird durch die richtige Wahl des Papiers durch den Egmont-Verlag unterstützt. Dadurch kommen die Zeichnungen voll zur Entfaltung und der Wunsch erwacht in mir, das eine oder andere Bild zu kaufen zu rahmen und aufzuhängen. Es beginnt im Stile von Tolkien mit Kartenmaterial und führt ins direkt zur Geschichte. Das Buch endet mit allerlei Skizzen und erinnert an meine geliebten Art of-Bücher.

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Thilo Krapps Version von Krieg der Welten ist in sich stimmig, wobei mir ein wenig die Action abgeht. Vielleicht liegt es am Comic-Genre, aber ich gerne mehr Auseinandersetzungen mit den Marsianern gesehen. Vor allem das Kriegsschiff Thunderchild hätte nach meinem Geschmack mehr zum Einsatz kommen können. Ich hatte bei der Lektüre von H.G. Wells mehr Action im Kopf. Seinen Schwerpunkt legt Thilo Krapp dagegen mehr auf die inneren Kämpfe der Figuren. Das ist sehr interessant zu sehen und zu lesen. Ach ja, Lesen: Ich hätte von Verlagsseite eine stimmigere Schrift genommen. Der vorhandene Font ist zwar wunderbar lesbar, passt aber für mich nicht in die viktorianische Zeit. Ich bin kein Typograf, aber diese Version einer sehr gut lesbaren Serifenschrift ist für mich ein unnötiger Stilbruch. Hier hätte ich mir mehr Feingefühl seitens des Verlags oder Lektors gewünscht.

Die Serifenschrift ist für mich ein Stilbruch.

Die Serifenschrift ist für mich ein Stilbruch.

Hin und her gerissen war ich über die Interpretation der gnadenlosen Kampfmaschinen. Thilo Krapp hat sie wie im Original als dreibeinige Läufer gezeichnet. Hier musste ich gegen meine eigene Fantasie ankämpfen. Ich hatte zwar Spielbergs Kolosse aus meinen Kopf verbannt, aber die musikalische Umsetzung des Stoffs durch Jeff Wayne ist mir in meine DNA übergangen.

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Seine dreibeinigen Monstermaschinen haben mein Bild von den außerirdischen Kampfmaschinen geprägt, so dass ich mir zunächst sehr schwer tat, die Version von Thilo Krapp anzuerkennen. Im Laufe der Lektüre hatte ich mich aber daran gewöhnt, denn wenigsten das legendäre Ullaulla kam darin vor.
Also vielen Dank an Thilo Krapp für die unterhaltsame Zugfahrt von Berlin nach München und vielleicht gibt es eine Ausstellung der Werke oder noch besser einen Online-Shop mit signierten Prints.

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Buchtipp: Alien – the Archive von Mark Salisbury

3. März 2017
Als Alien-Fan brauchte ich diese Buch: Alien the Archive

Als Alien-Fan brauchte ich diese Buch: Alien the Archive

Mein Gott, was hab ich für eine Angst gehabt, als ich Alien damals als Jugendlicher im Kino sah. Im Weltraum hört dich niemand schreien – so lautete der Untertitel zum geheimnisvollen Kinoplakat. Alien war Horror pur und noch heute liebe ich die Geschichte des geheimnisvollen Monsters, das der Schweizer Künstler HR Giger schuf. Regisseur Ridley Scott schuf mit Alien einen neuen Standard in Sachen Weltraumhorror und bei jeder Fortsetzung ging ich brav ins Kino und versuche jedem Film etwas Gutes abzugewinnen. Leider wurden die Teile immer schwächer. James Cameron brachte Rambo in Alien ein und David Finsher die Religion – dann ging es bergab mit der Serie.
Als Ridley Scott mit Prometheus – Dunkle Zeichen ein Prequel für Alien drehte, war ich total begeistert. Der Film hatte Klasse und gefiel mir sehr gut. Angst machte der Film aber keine mehr. Ich kaufte verschiedene Alien-Ausgaben, habe einen Alien-Kopf und ein Alien-Ei und auch eine große Alien-Figur im Arbeitszimmer stehen. An meinem Monitor hängt ein Alien und mal sehen, vielleicht mach ich über Zeugs mal einen Blogpost. Und nun kommt dieses Jahr wieder das Prometheus-Sequel Alien: Covenant ins Kino und Ridley Scott saß wieder auf dem Regiestuhl. Und natürlich ist unser Xenomorph wieder dabei – es verspricht wieder Horror zu werden.


Der deutsche Start ist im Mai 2017 und somit will ich mich bis dahin ein wenig einstimmen. Ich habe aus meiner umfangreichen Alien-Literatur ein Buch ausgewählt, das den besten Überblick garantiert: Alien the Archive. Es ist ein Guide durch die klassischen Alien-Filme – also Alien 1 bis 4. Prometheus und die unsäglichen Spin offs Alien vs Predator sind nicht dabei.
Das Buch ist kein klassisches Lesebuch, sondern vielmehr ein Fan-Buch. Schwerpunkt liegt auf Fotos und Konzeptzeichnungen. Es gibt freilich zu jedem Film mehr, viel mehr Material in speziellen Büchern. Aber dieses Alien Archiv schafft einen guten Überblick und es war das erste Buch dieser Art aus dem Alien-Universum. Beim Text muss der Leser etwas Abstriche machen, denn so richtig Kritik kommt da nicht auf. Nun ja, es ist wie gesagt, ein Fan-Buch. Ich hab mir die US-Version gekaut, inzwischen gibt es auch eine deutsche und auch eine japanische Übersetzung. Für mich waren die Konzeptzeichnungen und die Produktionsfotos am Wichtigsten. Ich wollte wissen, wie es zu den Ideen kam und wie sie umgesetzt werden. Klassische Schauspielerbildchen brauche ich nicht unbedingt. Es gibt hier sehr gutes Material, vor allem von den ersten drei Alien-Filmen. Auf Teil 4 kann ich komplett verzichten. Ich halte den Film für Müll.
Das Buch ist dem leider zu früh verstorbenen HR Giger gewidmet und zeigt auch einige Alien-Giger-Bilder. Wer die Bücher über Giger und von Giger selbst hat, der findet im Alien Archiv nichts neues. Das Buch gibt einen guten Überblick über den wichtigen Beitrag, den Giger zu dem Film geleistet hat. Der Xenomorph steht für mich immer im Mittelpunkt der Filme und ich bin ein Fan von Alien als Maske. CGI kommt an die klassische Maske nicht heran. Bin gespannt, wie es Ridley Scott im fünften Teil gelöst hat und wieviel CGI zum Tragen kommt.
Der Xenomorph wirkt für mich am Besten, wenn er halb im Dunkeln ist. Dann ist Alien zutiefst bedrohlich. Von Teil zu Teil ist mehr vom Xenomorphen zu sehen und wenn Alien als GCI-Monsterchen im Teil 4 daher kommt, dann kann ich darauf verzichten. Aus Horror wird Kopfschütteln.
Und ich liebe das Raumschiff in U-Form. In Prometheus haben wir viel über das fremde Schiff und seine Besatzung sowie den Space Jockey erfahren. In Alien Teil 1 war alles noch sehr sehr geheimnisvoll. Das Raumschiff war irgendwie biologisch und zählt bis heute zu meinen Lieblingsraumschiffen im Science Fiction Film. Ich hatte als Jugendlicher das Filmfoto vom Raumschiff sogar in meinem Jugendzimmer hängen, so sehr hatte und hat es mich beeindruckt. Es war komplett ungewöhnlich in seiner Erscheinungsweise. Raumschiffe waren bis dahin glatt, metallisch und technisch. Dieses hier war komplett anders: Organisch, geheimnisvoll und absolut unheimlich. Die kranke Fanatsie Gigers wurde auf die Leinwand übertragen und sorgte für eine unheimliche Atomsphäre. Biomechanical nannte er es und so ist auch ein großer Teil seiner Kunst aus diesen Jahren. Und ja: Ich mag seine Kunst sehr. Dann kamen die Eier und der Rest ist Filmgeschichte.
Also, wer Alien mag, wird dieses Buch Alien the Archive lieben. Der Streifzug durch die Filme ist sehenswert. Ich hoffe, dass durch Alien 5 uns ein paar neue Bücher ins Haus stehen. Gerne würde ich ein Buch über die zahlreichen Videogames zu Alien lesen. Vielleicht eine Anregung und vielleicht fühlt sich jemand angesprochen.