Enttäuschend: Das Buddenbrooks Museum in Lübeck

13. September 2019
Das Buddenbrooks-Museum.

Das Buddenbrooks-Museum.

Ich halte Thomas Mann für einen wirklich großen Schriftsteller. In der Schule machte ich Begegnung mit seinem Tod in Venedig, über die Ferien lasen wir in der Schule im Deutsch-Grundkurs freiwillig die Buddenbrooks und nach dem Abi kämpfte ich mich durch den Zauberberg. Thomas Mann war für mich ein Mann der Sprache. Und so stand fest: Bei meinem Besuch in Lübeck musste ich einfach das Buddenbrook-Haus besuchen. Tja, was soll ich sagen: Ich wurde vollkommen enttäuscht.

Zur Vorbereitung auf den Besuch lud ich mir die Buddenbrooks aufs iPad und versank bei 6,5 Stunden Zugfahrt in die Niedergang der Lübecker Kaufsmannsfamilie Buddenbrooks über mehrere Generationen. Die eigene Familiengeschichte diente Thomas Mann als Vorlage obwohl er Lübeck nicht einmal erwähnte. Mann bekam für die Buddenbrooks 1929 den Nobelpreis.

Mit all dem Wissen im Kopf machte ich mich auf in die Mengstraße Nr. 4, dem Stammhaus der Buddenbrooks, das heute ein Literaturmuseum ist. Ich melde mich per Mail für eine Führung (12 Euro) an. Mit dabei waren sehr viele ältere Semester, die beige Fraktion. Die Führung war Standard, das Herunterbeten von historischen Daten gemischt mit ein wenig Storytelling. Die gelernte Literaturwissenschaftlerin wies mich gleich daraufhin, dass es nicht erlaubt sei, die Führung auszugsweise mitzufilmen. Schon hier vergibt man sich die Chance auf neue Kommunikation.

Die Ausstellung eher langweilig. In Schaukästen einige Fotos gepaart mit historischen Daten. Keine große Spur von einer modernen Museumskonzeption. Schaukasten um Schaukasten. Der Besucher konnte sich setzen und per Ohrhörer im Stile eines Telefons Tondokumente anhören. Es gab doch glatt einen Monitor, wo ein bisschen Filmmaterial lief. Vor zehn, zwanzig Jahren hätte ich mich vielleicht dafür erwärmen können, heute ist es einfach langweilig, so leid es mir tut. Das ist für mich kein zeitgemäßes Heranführen an Thomas Mann und sein grandioses Werk. Da kann ich Wikipedia lesen und habe sogar mehr davon. „Hinter der weißen Barockfassade aus dem Jahr 1758 verbirgt sich eines der außergewöhnlichsten Literaturmuseen der Welt“, so wurde es mir angepriesen.
Im zweiten Stock des Hauses wurden zwei Zimmer aus der Zeit der Buddenbrooks nachgebildet. Von den Originalmöbeln der Zimmer existiert nichts. Die beiden Zimmer machten ein wenig Laune und der Besucher bekommt einen guten Eindruck von den Verhältnissen der Kaufsmannsfamilie, denn die Räume orientieren sich an dem Roman. Gut war, dass die Buddenbrooks als Buch herumlagen und ich die Möglichkeit hatte, die Szenen mit den Räumen nachzulesen, die markiert waren. Das hat mir gefallen.

Dann wanderte ich weiter durch die Ausstellung. Eine Kopie der Nobelpreisurkunde war zu sehen, ebenso die deutsche Erstausgabe (noch in zwei Bänden) sowie verschiedene Sprachausgaben der Buddenbrooks. Viel Papier, wenig Innovation.


In einem Seitentrakt wird über die Verfilmungen des Romans eingegangen. Ich habe zu Hause die elfteilige TV-Serie Die Buddenbrooks – Die komplette Serieund die jüngste Verfilmung Die Buddenbrooksvon Heinrich Breloer mit Iris Berben (naja) und Armin Müller-Stahl (der mir in den die Manns deutlich besser gefallen hat). Wie schön wäre es gewesen, wenn man von den vier Verfilmungen Ausschnitte als Bewegtbild hätte sehen können, aber nein. Für mich war das ganze Museum angestaubt, nein verstaubt. Es lebt von einem großen Namen und seiner Vergangenheit. Ein zweites Mal würde ich die Mengstraße 4 nicht noch einmal als zahlender Gast besuchen.
Der Museumsshop war allerdings prima – Thomas Mann dreht sich gerade im Grabe um. Dort hab ich mir einen Armin Müller-Stahl gekauft, der in die heimische Sammlung passt. Und es gab die Buddenbrooks in verschiedenen Ausgaben, wen wundert es.

Steinreich in Lübeck

12. September 2019
Es gab Lübecker, die steinreich waren.

Es gab Lübecker, die steinreich waren.

In Lübeck bin ich immer wieder auf den Begriff „steinreich“ gestoßen. Der Begriff kommt wohl aus dem 15 Jahrhundert und hat natürlich mehrere Bedeutungen. So kann der Acker eines Landwirts reich an Steinen sein, aber es ist auch ein Synonym für umgangssprachlich stinkreich.
Man nimmt an, dass es bedeutet reich an Edelsteinen. Bei einer Stadtführung in Lübeck kamen wir auch auf eine interessante Idee:
Häuser im Mittelalter waren meist aus Holz. Die reichen Kaufmannsfamilien der Hanse konnten sich aber Häuser aus Stein leisten. Backsteine waren eine Seltenheit und eine teure Angelegenheit. Der Besitzer war reich an Steinen, also steinreich. Im reichen Lübeck gibt es zudem ein Zeichen von besonderem Reichtum: Schwarze Backsteine, die noch länger gebrannt und mit einer schwarzen Glasur überzogen sind. Wer solche Steine verbauen konnte, der war wirklich reich.

Das Holstentor
Und jetzt sehen wir uns beispielsweise das Holstentor in Lübeck an. Das ist das viertberühmteste Gebäude Deutschlands und es zierte einst den 50 Mark Schein. Es war ein Symbol des starken wehrhaften Lübecks. Das spätgotische Gebäude gehört zu den Überresten der Lübecker Stadtbefestigung. Das Holstentor ist neben dem Burgtor das einzige erhaltene Stadttor Lübecks. Und in diesem Wehrhaften Tor wurden auch schwarze Steine als Zeichen des Wohlstands verbaut. In Lübeck waren eben einige Leute steinreich.

Apple Arcade – Spieleflatrate mischt den Gamesmarkt auf

11. September 2019

Apple wird mit Apple Arcade den Spielemarkt aufmischen. Die Flaterate für Spiele zum Kampfpreis von 4,99 US-Dollar pro Familie wird die Casualgamer ansprechen und ich bin auch ab 30. September dabei. Der erste Monat ist kostenfrei. Apple Arcade wird ab 19. September auf iOS, 30. September auf iPadOS und tvOS 13 und im Oktober auf macOS Catalina erhältlich sein.

Apple greift den Spielemarkt an. Apple greift den Spielemarkt an.

Nutzer finden die enthaltenen Spiele auf keiner anderen mobilen Plattform und bei keinem anderen Abo-Service. Die Spiele von Apple Arcade lassen sich auch offline spielen und ein einzelnes Abonnement bietet Zugang für bis zu sechs Familienmitglieder über Familienfreigabe. Laura, die Tochter meines Kumpels Michael Homberg, schaute sich die Keynote in New York in einem Apple Retail Store in Williamsburg an und die Besucher waren bei den Ankündigungen aus dem Häuschen. „Man fühlt sich echt bisschen so als wär man live dabei in Steve Jobs Theater“, so Laura. 

Begeisterung im Apple Store News York Williamsburg. Foto: Laura Homberg Begeisterung im Apple Store New York Williamsburg. Foto: Laura Homberg

Natürlich rümpft der Hardcore-Gamer die Nase über das Angebot. Ego-Shooter und Co werden bei Apple freilich nicht zu finden sein, das ist Firmenpolitik. Aber die Plattform ist egal für Zwischendurch und bedeutet eine Bereinigung des Apple Stores mit den Millionen von Spielen, bei denen der User den Überblick verliert. Zocken in der Cloud über (Apple-)Geräte hinweg – der Gedanke gefällt mir. 

Allerdings haute mich die Präsentation von Tim Cook auf der September-Keynote nicht vom Hocker. Ich bin zwar ein Retrogamer, aber will ich wirklich Frogger in noch einer Version? Die anderen vorgestellten Spiele sahen optisch nett aus und hatten einen coolen Klang, aber wo sind die neuen, innovativen Konzepte, die uns von Tim Cook versprochen wurden? Gesehen haben ich sie (noch) nicht. In der Ankündigung von Apple sind einige Highlights genannt, die ich im September ausprobieren werde. Ich kenne keines davon, aber diese schlägt Apple vor:

„Ballistic Baseball“ von Gameloft, ein Arcade Baseball Game voller Action, das sich um den intensiven Wettstreit zwischen Werfer und Schlagmann in Kopf-an-Kopf Live-Matches für mehrere Spieler dreht.

„ChuChu Rocket! Universe“ explodiert, da Sega die beliebten ChuChus in ein Universum seltsamer und wunderbarer Planeten mit über 100 fantastischen Puzzles bringt.

In „Exit the Gungeon“ von Devolver müssen die Spieler aus einem einstürzenden Höllenverlies ausbrechen und sehen sich dabei mit immer gefährlicheren Hindernissen und Gegnern konfrontiert.

„Overland“ von Finji, ein postapokalyptisches Roadtrip Adventure, bei dem die Spieler gegen gefährliche Kreaturen kämpfen, gestrandete Reisende retten und sich Vorräte beschaffen, um zu überleben.

„PAC-MAN PARTY ROYALE“ von Bandai Namco, ein neues Arcade Erlebnis mit einem Vier-Spieler-Battlemodus, bei dem der letzte PAC-MAN gewinnt.

In „Projection: First Light“ von Blowfish folgen die Spieler den Abenteuern von Greta, einem Mädchen, das in einer mythologischen Schattenpuppenwelt lebt, auf ihrer Reise zur Selbsterkenntnis – mit der Hilfe von legendären Helden aus alten Kulturen.

In „Rayman Mini“ von Ubisoft wurde Rayman auf die Größe einer Ameise verkleinert! Die Spieler nutzen Insekten, Pilze und Pflanzen, um so schnell wie möglich durch die Welt zu laufen, oder versuchen immer wieder, den perfekten Score zu erreichen.

In „Shantae and the Seven Sirens“ von WayForward erkunden die Spieler eine riesige versunkene Stadt und kämpfen gegen die Seven Sirens im bisher spannendsten Abenteuer von Half-Genie.

„Skate City“ von Snowman lässt den Street Skating Spirit mit Multi-Touch Bedienung lebendig werden – mit den Straßen der Stadt als ultimativer Spielwiese für Skater.

In „Sneaky Sasquatch“ von RAC7 leben die Spieler das Leben eines Sasquatch und tun das, was ein Sasquatch normalerweise im Alltag so macht, wie verkleidet herumschleichen, Kühlboxen und Picknickkörbe plündern, Golf spielen und mehr.

„Steven Universe: Unleash the Light“, ein originales Cartoon Network Spiel, gemeinsam geschrieben mit Rebecca Sugar, bei dem die Spieler sich ihre Lieblingsfigur aussuchen, entscheiden, welche Gems sie haben, tolle neue Fähigkeiten freischalten und alternative Outfits wählen – im ultimativen mobilen Rollenspiel.

„Super Impossible Road“ von Rogue Games, ein futuristisches High-Speed Racing Game, bei dem die Spieler Haarnadelkurven auf Strecken meistern, die sich kurvenreich vor schönen galaktischen Kulissen dahinschlängeln.

„The Bradwell Conspiracy“ von Bossa, ein wunderschön stilisierter Verschwörungsadventure-Thriller mit einer humorvollen Note.

In „The Enchanted World“ von Noodlecake helfen die Spieler einer jungen Fee, eine magische Welt zusammenzufügen, die von dunklen Mächten auseinandergerissen wird.

„Various Daylife“ von Square Enix, ein neues Rollenspiel von den Machern von „Bravely Default“ und „Octopath Traveler“. Im Jahr 211 der Kaiserzeit erkunden die Spieler einen neu entdeckten Kontinent, während sie das Leben im der Stadt Erebia voll auskosten.

Ich glaube, dass Apple Arcade die Branche auf den Kopf stellen wird. Die Spiele sind ohne Werbung und ohne In-App-Käufe. Statt vorab für jedes Spiel zu bezahlen, können die Abonnenten jedes Apple Arcade Game direkt über den neuen Arcade Tab im App Store laden und spielen. Alle Games sind offline spielbar.

Und was mich besonders freut: Einige Spiele unterstützen meine vorhandenen Controller, darunter Xbox Wireless Controller mit Bluetooth, PlayStation DualShock 4 und MFi Game Controller. Also zock around the Clock per Flatrate.

Storytelling der Marienkirche in Lübeck: Vom Teufel, der Maus und zerborstenen Glocken

10. September 2019

Durch meinen Besuch in Lübeck wurde mein Interesse an der Hanse geweckt. Und wenn wir von Lübeck und Hanse sprechen, dann müssen wir auf die gewaltige Marienkirche zu sprechen kommen.

Die Marienkirche in Lübeck hat das höchste Backsteingewölbe der Welt.

Die Marienkirche in Lübeck hat das höchste Backsteingewölbe der Welt.

Es ist ein eindrucksvolles Gotteshaus mit einer interessanten Geschichte und zeigt die Macht der Kaufmänner der Hanse. Das höchste Gebäude einst in Lübeck war der Dom des Bischofs. Im Mittelalter wuchs die Macht der Lübecker Kaufleute enorm an, dass sich die Krämer zu einem bedeutungsvollen Schritt entschlossen. Am höchsten Punkt der Stadt baute man eine Kirche, die deren Höhe den Dom des Bischofs überragte. Eine Machtdemonstration, die ihresgleichen suchte. Hier ein 360 Grad VR Video mit einem Rundgang durch die Kirche.

Die Marienkirche hat das höchste Backsteingewölbe der Welt und ist ein beeindruckender Bau. Im Westen hat die Kirche eine monumentale Doppelturmfassade. Die Türme sind, die Wetterhähne mitgerechnet, 124,95 und 124,75 Meter hoch.

Der Teufel vor der Marienkirche
Und sie hat ein hervorragendes Storytelling aus dem Mittelalter, denn der Teufel hat am Bau der Marienkirche mitgeholfen. Wie das? Der Bau der Kirche war extrem anstrengend. Die Arbeiter mussten die schweren Steine in die Höhe schleppen. Da kam einst der Teufel daher und fragte, was da gebaut wurde. Die Lübecker erzählten dem Teufel, dass hier ein großes Wirtshaus entstehen würde. Davon war der Teufel sehr angetan, dass er mithalf und die Kirche wuchs schnell in die Höhe. Als der Teufel seinen Fehler bemerkte, wollte er die Kirche mit einem großen Stein zum Einsturz bringen. Wiederum überzeugten die Lübecker den Teufel, dass nun neben der Kirche ein Wirtshaus gebaut werden soll. Der Teufel beruhigte sich, setzte sich vor die Kirche und wartete auf den Bau des neuen Wirtshauses. Noch immer sitzt der Teufel da und wartet. Derweil ist der Teufel ein beliebtes Fotomotiv für Touristen geworden.

In einem Bereich der Kirche bewahrte die Hanse ihre Verträge und die Kasse auf. Nichts war sicherer im Mittelalter als eine Kirche. Wer hier etwas stiehlt, der kommt in die Hölle. Das Weltbild im Mittelalter war klar und einfach.
Das zeigte sich auch bei den Verträgen der Kaufleute. Ein Deal wurde beschlossen und vertraglich besiegelt. Dann gingen die Parteien in die Marienkirche und blickten nach oben und bekamen Gottes Segen für das Geschäft. Ein Zeugnis vor Gott, was kann da noch passieren? Verstöße führten sofort ins Höllenfeuer. Teure Juristen konnten damit eingespart werden. Vielleicht hatte das Mittelalter hier seine guten Seiten.

Maus in der Marienkirche
Es gibt in der Marienkirche viele Sachen zu entdecken, die den Rahmen sprengt. So will ich auf eine Maus aufmerksam machen. Sie findet sich hinter dem Chor auf einem Bildnis. Es ist das Symbole dafür, dass aus einem kleinen Übel ein großes Übel entstehen kann. Im Jahr 1200 stand ein schöner Rosenbaum an der Marienkirche an der Mengstraße. So lange der Rosenbaum blüht, sollte die Stadt Lübeck frei sein. Über Nacht verblühte allerdings der Baum, weil sich eine Maus mit ihren Jungen eingenistet hatte.

Die Stadt war in Gefahr – Lübeck musste sich den feindlichen Dänen ergeben. Das Relief von 1505 wurde vom Bildhauer Heinrich Brabender geschaffen. Geht mal auf die Suche in der Kirche. Viele Besucher haben die Maus entdeckt und gestreichelt. Im Laufe der Zeit ist die kleine ursprünglich helle Sandstein-Maus durch ungezählte Hände völlig schwarz geworden. Auch ich hab hier mal gestreichelt – aber psst.

Zerborstene Glocken der Marienkirche
Für mich ein bedrückendenes Erlebnis waren die zerborstenen Glocken der Marienkirche in Lübeck als Mahnmal gegen den Krieg in der Nagelkreuzkapelle. In der Nacht zu Palmsonntag 1942 griffen britische Bomber das Stadtzentrum von Lübeck an. 300 Menschen kamen in den Bomben in der Nacht auf den 29. März 1942 um.


Auch die Marienkirche wurde getroffen und brannte aus. Die Kirche mit vielen Kostbarkeiten wurden zerstört. Die schweren Bronzeglocken fielen vom Turm zu Boden und zerschellten. Durch die Hitze schmolz die Bronze und brennte sich in den Boden ein.
Noch heute liegen die Glocken in der Kirche. Für mich ein nachdenklicher Moment als ich vor ihnen stand. Was hat Hitler diesem Land angetan?

Weitere Highlights
Persönlich gefallen hat mir außerdem die astronomische Uhr, die Totentanz-Kapelle, die Maritimen-Kapelle mit Antwerpener Altar sowie die 14 Kreuze von Günther Lecker (Verletzungen & Verbindungen)

Niedrige Gänge führen in Lübeck zu städtebaulichen Schönheiten

9. September 2019
Hinter diesen Gängen verbirgt sich ein städtebauliches Paradies.

Hinter diesen Gängen verbirgt sich ein städtebauliches Paradies.

In Lübeck war seit dem Mittelalter der Platz knapp. In der Altstadt mussten seit jeher die Menschen zusammenrücken. Es gibt nicht nur wunderschöne Kaufmannshäuser, sondern es gab auch bis in die 1970 schlechte Behausungen hinter den herrschaftlichen Bauten.
Um diese Behausungen zu erreichen mussten sich die armen Bewohner durch niedrige Gänge in die Hinterhöfe zwängen. Es gab den Ausdruck „Du wohnst ja im Gang“ als Zeichen des sozialen Abstiegs.

In den Siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts gründeten sich Bürgerinitiativen, die mit Geldern verschiedener Quellen, diese Hinterhöfe Zug um Zug herrichten. Die Häuser wurden saniert und es entstand eine exklusive Wohngegend hinter den großen Kaufmannshäuser. Die niedrigen Gänge gibt es immer noch, die zu diesen Kleinoden führen. Es sind öffentliche Wege und jeder Lübeck-Besucher sollte diese Schätze besichtigen.
Es entstand der Spruch unter den Lübeckern: „Ich würde so gerne im Gang wohnen.“ Ich bin verschiedene Gänge entlang gegangen und habe wunderschöne Anwesen mit viel Grün entdeckt. Und auch ich dachte mir: „Ich würde so gerne im Gang wohnen.“

Eine Augenweide – der Füchtingshof in Lübeck
Neben dem Grass-Haus geht es beispielsweise bis 18 Uhr in den Füchtingshof. Er ist benannt nach dem Ratsherrn und Schonenfahrer Johann Flüchting (1571-1637). Nach seinem Tode wurde eine Stiftung einer Wohnanlage, ähnlich der Fugger in Augsburg, ins Leben gerufen. Der Füchtingshof gehört zum Lübecker Weltkulturerbe und wurde 1640 fertiggestellt. Diente er früher als Wohnanlage für Kaufmanns- und Schifferwitwen, wurde der Hof in den 70er Jahren umgebaut und wird seitdem als geförderter sozialer Wohnungsbau genutzt. Das 1640 vom Stadtbaumeister Andreas Jäger erbaute, barocke Eingangsportal aus Sandstein wurde 1986 vom Bildhauermeister Paul-Heinrich Gnekow restauriert. Die gesamte Anlage steht unter Denkmalschutz.
Bis heute erhalten ist auch das sogenannte Vorsteherzimmer im Obergeschoss, eines der beeindruckendsten Beispiele für die Innenarchitektur des 17. Jahrhunderts in Lübeck. Es dient als Versammlungsraum und Gedächtnisstätte zugleich und beherbergt viele Gegenstände des Stifters und Namensgebers Johann Füchting.

Der Schatz der Jakobikirche zu Lübeck

8. September 2019
St. Jakobi in Lübeck verdirbt einen interessanten Schatz.

St. Jakobi in Lübeck verdirbt einen interessanten Schatz.

Es hört sich an, wie eine Geschichte von Indiana Jones. Bei Restaurierungsarbeiten im Jahre 2016 wurde in der Jakobikirche in Lübeck eine überraschende Entdeckung gemacht. Ein Schatz aus Papier.
Kirchenführer Johann Heilmann machte mich bei einem Besuch im Gotteshaus auf diese Geschichte aufmerksam, die sich als wunderbares Storytelling entpuppte.

Der Schatz lag mehr als ein Jahrhundert fest verschlossen und verborgen in dem historischem Kastengestühl der Jakobikirche wurde ein papierener Schatz entdeckt. 2016 wurde das Kastengestühl restauriert, das in den Jahren 1611 bis 1634 in das Mittelschiff der Jakobikirche eingebaut worden war. Hier waren in einigen Bankreihen kleine Schränke für Bibeln oder Gesangbücher eingebaut, die aber mit einem Schloss verschlossen und übermalt waren. Als die Restaurierung mit dem Kästchen Nummer 27 begann, wurde ein historischer Schatz entdeckt.

Hier lag unter anderem der Schatz.

Hier lag unter anderem der Schatz.

Im Kastengestühl verbirgt sich der Schatz.

Im Kastengestühl verbirgt sich der Schatz.

Das Kästchen war mit Papier ausgekleidet, wie Schrankpapier. Es zeigte eine Darstellung von Maria mit dem Jesuskind. Das war eine Sensation. Der Fund wurde auf das frühe 17. Jahrhundert datiert. Das Papier war aufgrund des Luft- und Lichtabschluss im hervorragendem Zustand. Es handele sich um ein aus Lumpen gemachtes Hadernpapier, ohne Holzzusätze. Als Hadernpapier bezeichnet man eine Gruppe von Papieren, die aus Alttextilien oder textilen Faserrohstoffen hergestellt wurden und werden. Im bibliothekswissenschaftlichen Sprachgebrauch wird der Begriff für handgeschöpfte Papiere vor der Erfindung des Holzschliffpapiers in der Mitte des 19. Jahrhunderts verwendet. Und wenn in einem Kästchen so ein Schatz ist, dann ist vielleicht in den anderen 65 Kästchen ebensolche Schätze.

Maria mit de Jesuskind als Einlegepapier.

Maria mit de Jesuskind als Einlegepapier.

Mit einem Videoendoskop wurde durchs Schlüsselloch in die anderen Kästchen geschaut. In rund der Hälfte der Kästchen wurden die Forscher fündig, Sie waren mit Einblattdrucken ausgelegt. Bis 5. Juni 2018 wurden alle Kästchen geöffnet, die Blätter wurden gereinigt, dokumentiert und fotografiert und sie kamen wieder in ihre Kästchen.  „Die Bilder zeigen die tiefe Verwurzelung der beiden Konfessionen und auch den Wunsch der Gläubigen, das konfessionell Trennende zu verbinden“, so Johannes Heilmann.

Die Bilder gibt es als Buch.

Die Bilder gibt es als Buch.

Ab und zu werden bei besonderen Kirchenführungen durch St. Jakobi einzelne Kästchen geöffnet. Wer den Schatz in voller Pracht sehen will und auch eine historische Einordnung möchte, dem sei das ausgezeichnete Buch Frömmigkeit und Schrankpapier empfohlen. Das Buch von Michael Schilling gibt es auch im Shop von St. Jakobi, allerdings teurer als im Buchhandel.

Hier ein Rundgang durch die Kirche:

Und hier ein 360 Graf Rundgang durch die Kirche:

Was macht ein zerstörtes Rettungsboot in einer Kirche?

6. September 2019
Was macht ein zerstörtes Rettungsboot in der Kirche St. Jakobi in Lübeck?

Was macht ein zerstörtes Rettungsboot in der Kirche St. Jakobi in Lübeck?

Lübeck ist die Stadt der sieben (Kirchen-)Türme und das Gotteshaus St. Jakobi ist die Kirche der Seefahrer und Fischer. Und hier liegt in einem Seitentrakt ein zerstörteres Rettungsboot. Was verbirgt sich dahinter?

 

Im Norden der Stadt lebten seit der Zeit der Hanse nahezu alle, die zur See fuhren. Auch die Schiffe der Fernhandelskaufleute lagen hier, worauf Straßennamen wie Engelsgrube („Englische Grube“) hinweisen. So entwickelte sich St. Jakobi zur Kirche der Seefahrer, Bootsleute und Fischer. Wer die schöne Kirche besichtig, stößt auf eine ungewöhnliche Gedenkstätte in Form eines zerborstenen Rettungsbootes. Seit den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts liegt in der nördlichen Turmkapelle das Rettungsboot 2 des 1957 untergegangenen Großseglers Pamir als ein Mahnmal.So wurde St. Jakobi in den Rang einer Nationalen Gedenkstätte der zivilen Schifffahrt erhoben.

Die Pamir-Katastrophe
Am 21. September 1957 kam zu einer Katastrophe. Es war das letzte große Unglück eines Großseglers – der außerdem der letzte gewesen ist, der Kap Hoorn umrundete. Die stolze Viermastbark Pamir sank südlich der Azoren. Von den 86 Mann Besatzung, darunter 68 Kadetten zwischen 16 und 18 Jahren, überlebten nur sechs Seeleute einen Hurrikan. Die 3100 BRT große Pamir war am 10. August 1957 aus Buenos Aires ausgelaufen. Am 21. September traf der Hurrikan Carrie auf das Schiff. Die Pamir lag ohne gesetzte Segel mit zunehmender Krängung auf Backbord-Bug. Die Situation des Schiffes ließ ein Zuwasserbringen der Boote, die ohnehin durch Seeschlag in ihren Halterungen stark beschädigt waren, nicht zu. Boot Nummer 6 war zuvor schon verloren gegangen. Viele Seeleute gingen über Bord oder wurden unter Wasser gedrückt. In Boot Nummer 5 überlebten nur fünf Seemänner, in Boot Nummer 2 nur ein Seemann. Ihre Namen: Karl-Otto Dummer, Klaus Fredrichs, Karl-Heinz Kraatz, Volkert Anders, Hans-Georg Wirth und Günter Haselbach. Am 23. September um 05:38 Uhr wurde vom New Yorker Dampfschiff Saxon eines der schwer beschädigten Rettungsboote mit fünf Überlebenden gefunden. Ein letzter Überlebender wurde nach 72 Stunden durch die US Coast Guard Absecon gerettet.

Die Kirche St. Jakobi beherbergt nun das leckgeschlagene Rettungsboot Nr. 2 der Pamir, von dem ein Überlebender gerettet wurde, sowie Informationen zum Unglück einschließlich Aufzeichnungen eines Überlebenden. Die Kapelle erinnert außerdem an den Verlust weiterer Lübecker Schiffe und ihre Besatzungen. An den Kapellenwänden hängen Kränze und Schleifen von deutschen und ausländischen Seeleuten und Abordnungen, die die Kapelle besuchten. Am 21. September 2007 wurde die Kapelle zur Nationalen Gedenkstätte der zivilen Seefahrt erklärt.

Werbung: Reich werden mit Dropshipping?

5. September 2019

Im ICE belauschte ich ein Gespräch zwischen zwei smarten Typen, die mit Dropshipping reich werden wollen. Dropshipping heißt also das Zauberwort des globalisierten Handels. Also will ich sehen, was dahinter steckt.

Dropshipping - eine alte neue Form des globalisierten Handels.

Dropshipping – eine alte neue Form des globalisierten Handels.

Ich kannte an der Uni noch den Begriff Streckengeschäft, der aber längst nicht so cool klingt, wie Dropshipping. Mit einfachen Worten läuft das so ab: Beim Streckenhandel kauft der Online-Händler seine Waren nicht vorab ein und lagert sie. Stattdessen verbleiben die Waren beim Großhändler, bis ein Kunde ein Produkt bei dir bestellt. Du gibst die Bestellung an den Großhändler weiter. Anschließend versendet der Großhändler die Ware direkt an den Kunden. Diese Großhändler sind heute oftmals Händler im asiatischen Raum, die ihre Produkte extrem günstig anbieten. Meine beide smarten Typen denken vor allem an IT-Gadgets, Kabel, Lampen und Uhren. Also alles Produkte, die sich in asiatischer Massenproduktion in China billigst herstellen lassen. 

Waren beispielsweise aus China.

Waren beispielsweise aus China.

Die Idee ist recht einfach. Ich bastle eine Website, suche mir einen chinesischen Großhändler, nehme einen Teil seiner angebotenen Waren und Beschreibungen, baue sie auf meiner Website mit Shopsystem ein, optimiere und greife in die SEO-Tasten. Dann muss ich nur noch den Geschmack meiner Zielgruppe gefunden haben, diese auch erreichen und sie zum Kauf ermutigen, schon bin ich reich. 

Das Ende der Lagerbestände.

Das Ende der Lagerbestände.

Klarer Vorteil für mich als möglicher Unternehmer und bald reicher Mann ist, dass ich keinerlei Eigenkapital brauche – ein bisschen Website und Marketing und schon winkt mir eine Welt des Reichtums. Jetzt sind Streckengeschäfte nun wirklich keine neue Erfindung. Viele klassische Händler nutzen das System, um ihren Lagerbestand zu optimieren. Randartikel werden erst irgendwo beschafft, wenn es einen Kunden gibt, der das Produkt auch bestellt. Es gibt auf den eCommerce-Seiten viele Beispiele und Erklärungen. Dropshipping – was sind eigentlich die Vorteile. 

Doch mein Gedankengang nach der Gier zum Reichtum ist (leider) fehlerhaft. Ganz so einfach ist es dann doch nicht. An der Uni habe ich gelernt, dass Streckenhandel kein Geschäftsmodell für mich als Händler ist, sondern reich wird der Logistiker, der die Waren versendet. Die Margen bei preiswerten China-Produkten sind gering. Es muss also eine Masse an austauschbaren Produkten erst einmal vertickert werden. Das verlangt ein gehöriges Werbebudget. Und ich investiere eine ganz schöne Portion an Zeit, eine extrem kostbare und teure Ressource. Zudem hab ich das Problem, dass ich ja nach Fernabsatzgesetz die Waren auf meine Kosten zurücknehmen muss, wenn sie dem Kunden nicht gefallen. Auch hier gewinnt der Logistiker. 

Logistiker gehören auf jeden Fall zu den Gewinnern.

Logistiker gehören auf jeden Fall zu den Gewinnern.

Eine kleine Chance sehe ich, wenn ich einen Nischenmarkt besetzen und meine Zielgruppe genau identifizieren kann. Dennoch muss ich mich klar mit Zollgesetzgebung, Steuergesetzgebung und allerlei Papierkram auskennen, damit der Schuss nicht nach hinten los geht. Und ich muss meinen Großhändler und dessen Produkte kennen. Entsprechen die Produkte wirklich dem gewünschten Qualitätsniveau und tragen die elektrische Produkte wirklich die entsprechenden Sicherheitssiegel und Zertifikate? Ich habe ein paar gute Anregungen bei dieser Anwaltsseite gefunden. 

Bei Dropshipping kommt es meiner Meinung nach auf die Zuverlässigkeit des Dropshipping-Anbieters an und was dieser vertraglich zusichert. Dazu gehörten zum Beispiel Lieferpünktlichkeit und Bestandszuverlässigkeit. Ein Beispiel ist Oberlo. Dies ist ein App, mit dem Dropshipped-Produkte einfach in dem Online-Shop importieren lassen. Sie ist für Shopify-Online-Shops geeignet und wird ausschließlich von AliExpress bezogen. 

Außerdem muss der Datenaustausch geklärt werden. Bei wenigen Aufträgen zu Beginn kommt eher eine Direkterfassung im Anbieter-Portal in Frage. Kommen deutlich mehr Bestellungen rein, wie geschieht dann der Datei-Import und bei fetten Bestellungen muss die Schnittstelle klar ein. Eine Möglichkeit des Trackings der Waren bietet ePacket. hier kann man mehr über epacket erfahren. ePacket ist eine Versandart. Es wird von Händlern aus China und Hongkong angeboten und ist eine der  Versandarten für internationale Lieferungen. Über China Post kannst du anhand der Identifikationsnummern das ePacket Tracking überwachen.

Also ich überleg es mir noch, ob ich so reich werden möchte. 

Restauranttipp dank Twitter: Seewolf in Lübeck

4. September 2019

Mein Aufenthalt in Lübeck hat mir wieder gezeigt, warum ich Twitter so mag. Vor der Reise habe ich einen Tweet abgesetzt, ob Twitterer in Lübeck zu finden seien und es meldete sich meine Bekanntschaft @pyrolim und sie machte mit ein Abendessen bei @seewolfDE aus. Mit dabei war auch die bezaubernde @spinosa1967

Twittertreffen in Lübeck.

Twittertreffen in Lübeck.

Barney alias @seewolfDE steht hinter den Tresen des Fischrestaurants Seewolf und für mich ist der ganze Laden als Teilzeit-Foodblogger ein Paradies. 

Der „Seewolf“ versteht sich seit Jahren als traditionelles Lokal mit dem Schwerpunkt Fischgerichte in Lübeck.

Der „Seewolf“ versteht sich seit Jahren als traditionelles Lokal mit dem Schwerpunkt Fischgerichte in Lübeck.

Der „Seewolf“ versteht sich seit Jahren als traditionelles Lokal mit dem Schwerpunkt Fischgerichte – seit 1996 in Sierksdorf, danach 2001 am Hafen in Neustadt/Holstein und ab September 2009 in Lübeck am Stadthafen in der Nähe vom Holstentor und gegenüber der Musik- und Kongresshalle. Das Lokal ist voll auf Fischerei getrimmt und für mich als Bayer wunderbar. Schiffsmodelle, Hans Albers-Bild, Fischernetze, allerlei maritime Einrichtungsgegenstände und wundervolle Blumengestecke der Besitzerin Rosi Engelhardt. Für mich als Fan von Registrierkassen gibt es eine über 100 Jahre alte Kasse auf den Tresen. Sie ist natürlich mit dem Taucherhelm nur Deko, aber was für eine schöne Deko. 

Fisch auf dem Tisch vom Seewolf

Im Seewolf gibt es Fisch in vielen Variationen, dabei hat die norddeutsche Küche Vorrang. “Wir verstehen uns im besten Sinne des Wortes als der Stadt Lübeck verbunden und auch der ostholsteinischen Landschaft und Bevölkerung. Wi snackt platt – Se ook?“ so Barney. 

Das Restaurant ist im historischen Tesdorpf-Haus an der Untertrave 91 untergebracht. Die Weinhandlung Tesdorpf wurde 1678 von dem späteren Lübecker Bürgermeister Peter Hinrich Tesdorpf in Lübeck gegründet und ist seither bekannt für den Import hochwertiger Weine aus dem Bordelais und aus Burgund. 

Zum Essen hatte ich Wildgarnelen in Öl gebraten mit Weißbrot. Die Vorspeise war reichlich, aber vor allem gut. 

Wildgarnelen in Öl

Wildgarnelen in Öl

Weil wir drei Twitterer waren wählten wir die Kapitänsplatte mit Filets von Kabeljau, Scholle, Rotbarsch und Butterfisch, frisch in der Pfanne gebraten, mit frischen Kräutern und Nordseekrabben1, delikater Dijon-Senfcreme, dazu Bratkartoffeln. 

Twitterer essen die Kapitänsplatte.

Twitterer essen die Kapitänsplatte.

Und zum Abschluss einen Aalborger Jubiläumsakvavit – wunderbar bekömmlich.

Wer will den Salzkartoffeln, wenn er solche Bratkartoffeln haben kann.

Wer will den Salzkartoffeln, wenn er solche Bratkartoffeln haben kann.

Besser hätte ich mir einen Einstandabend in Lübeck nicht vorstellen können. Die Stadt hat zahlreiche Kneipen und Restaurants, aber eben nur einen Seewolf. Und daher ist der Seewolf mein Restauranttipps für alle, die guten Fisch mögen. Moin und ich hab gelernt, was ein Sabbelbüdel ist. 

Buchtipp: DAS Werk von Jack Torrance endlich erschienen

3. September 2019
Das Meisterwerk - endlich als Buch

Das Meisterwerk – endlich als Buch

Im Herbst soll der Film Shining endlich als 4K-Version veröffentlicht werden. Es wird u.a. die US-Version des genialen Horror-Films von Stanley Kubrick enthalten. Ich habe eine Bluray dieser sehenswerten Version und freue mich jetzt auf das ultrascharfe 4K-Bild. Kubrick kürzte die Europa-Fassung, aber jetzt bekommen wir den Genuss des Gesamtkunstwerkes.
Bis es soweit ist, genieße ich das Buch von Jack Torrance. Ich habe mir die US-amerikanische All Work And No Play Makes Jack A Dull Boy und deutsche Ausgabe Was du heute kannst besorgen… des einzigen Romans von Jack Torrance gekauft und begeistert verschlungen. Fans wissen ja, es war das Werk, dass Jack im Oberlook-Hotel vollbracht hatte und nur von seiner hysterischen Gattin Wendy gestört wurde. Sie sollte daraufhin zur Rechenschaft gezogen werden.

Torrance schrieb das Buch Ende 1979 in den verschneiten Rocky Mountains und es zeigt die Vielfalt und die Gedankenwelt des Autoren. Torrance gilt als Meister der Repetition: Immer wieder setzt er mit den gleichen Worten an, verweigert sich quasi jeden Versuch, über die einmal getroffene Feststellungen hinauszugehen.
Ein ganz besonders Zuckerl hat die deutsche Version zu bieten. Dem Buch liegt eine Lesung von Jörg Pleva bei. Jörg Pleva ist die deutsche Synchronstimme von Jack Nicholson, der den Roman von Jack Torrance liest. Für mich ein unglaubliches Kulturerlebnis.
Das Projekt entstand aus einer Performance der Künstlergruppe M+M, die 2008 auf der Art Cologne vorgestellt wurde. Die beiden Künstler kamen während ihres Aufenthaltes in der Villa Massimo, den Manuskripten Torrance auf die Spur und konnten das Buch jetzt auf Deutsch vorstellen.