Filmkritik Kong Skull Island

7. August 2017
Ich verpasste den Kong Skull Island im Kino

Ich verpasste den Kong Skull Island im Kino

Ich habe mir erst gedacht, lass sie alle reden, so schlecht wird der Film nicht sein. Das Thema ist doch gut, die Titelfigur ist berühmt, da kann man doch keinen schlechten Film machen. Denkste – falsch gedacht. Der Film ist noch viel, viel schlechter als ich es mir in meinen schlimmsten Träumen ausmalen konnte. Was habt ihr Idioten mit Kong gemacht? Warum musstet ihr den Affen so verhunzen? Was hat euch King Kong denn angetan? Ich habe mir Kong Skull Island angeschaut und ich hätte in der Zeit Holz hacken oder Unkraut zupfen sollen. Im großen und ganzen ist der Film reine Zeitverschwendung und es tut mir wirklich, wirklich leid.
Aus dem Thema hätte man etwas machen können. Ich liebe Monsterfilme, allen voran Filme mit King Kong und Godzilla. Das ist meine Jugend und die will ich mir bewahren. Und als ich vergangenes Jahr hörte, dass ein neuer, aufwendiger Kong-Film in die Kinos kommen soll, freute ich mich wirklich. Kong, ich komme.
Aus familiären Gründen hatte ich dann keine Zeit fürs Kino, aber als die Blu ray auf den Markt kam, bestellte ich mir meinen Kong und schaute mir Kong: Skull Island voller Spannung und Erwartung an. Kopfhörer auf, Zimmer abgedunkelt und volle Konzentration. Ich hoffte, der Film spielt in einer Liga wie das Original oder die Peter Jackson-Verfilmung oder ein wenig darunter. Ich mochte die Dino DeLaurentis Version von 1976 nicht, aber im Vergleich zu Kong Skull Island ist das große Kinokunst. Kong Skull Island ist so unsagbar schlecht, dass ich mich echt aufregen könnte. Ich kann kaum etwas Gutes an den Film finden.

Die Darsteller von Kong Skull Island
Beginnen wir mit den Darstellern. Samuel L. Jackson als Lieutenant Colonel Packard und John Goodman als Bill Randa könnten doch eigentlich nicht schlecht sein. Doch, sind sie und zwar grottenschlecht. Samuel L. Jackson spielt völlig ausdruckslos und kalt – wahrscheinlich hat er beim Drehen geahnt, welch schlimmer Film herauskommen wird.
Brie Larson als Mason Weaver darf mit der Analogkamera herumknipsen und das war es auch dann. Einmal, ganz kurz, taucht so etwas wie Emotion bei ihr auf. Den besten Part hat noch John C. Reilly als Weltkriegsveteran Hank Marlow. Er schafft es, dass der Zuschauer sich für die handelnden Personen interessiert, weil der Rest der Darsteller ist uns als Zuschauer eigentlich egal. Aha, Kong reißt dem Soldaten den Kopf ab – fein, aha, der Dino frisst den Soldaten hier, fein, aha. Die Personen berühren den Zuschauer nicht im Geringsten und das ist ein klares No Go für den Film.

Das Originalset von Kong Skull Island
Gedreht an Originalschauplätzen sieht das ganze Set nach Greenscreen aus und zwar nach schlechten Greenscreen. Da hat der Film die geilsten Locations auf diesem Planeten und die Regie setzt es in Szene, als ob es eine Studiokulisse wäre. Soviel Unvermögen muss man erst mal aufbringen.

Die Spezialeffekte von Kong Skull Island
Wenn Industrial Light & Magic (ILM) die Tricks macht, lässt sich großes erwarten und wenn John Dykstra seine Finger als Visual Effects Supervisor im Spiel hat, kann eigentlich nichts schiefgehen. Doch, geht es leider. Kong ist ohne Regung. Die CGI-Tricks sind technisch fein gemacht, aber es kommen keine Emotionen bei der Figur rüber. Wie kann man das so versauen? Wenn die bösen Monster angreifen, schaue ich als Zuschauer auf die Uhr, wie lange es denn noch dauert. Das darf bei einem Monsterfilm nicht passieren. Wollt ihr was Gutes lesen? Nun, die Hubschrauberfights sind fein gemacht. In einem Cockpit sitzt ein Wackelkopf von Richard Nixon. Er wackelt und schüttelt den Kopf, weil er weiß, wie der Film ausgeht. Sein Wahlspruch: First, destroy the tapes kann für den ganzen Film gelten.

Die Musik von Kong Skull Island
Hurra, ein Lichtblick ist der Soundtrack von Kong Skull Island. Wir haben auf der einen Seite den Rock der Siebziger des vergangenen Jahrhunderts mit CCR und vor allem Black Sabbath. Paranoid passt wunderbar in den Film. Dann läuft noch We’ll Meet Again von Vera Lynn am Ende des Films. Moment! Das ist doch das Ende von Dr. Seltsam, den früheren Kubrick Klassiker. Naja, wollen wir es mal als Hommage gelten lassen. Der Score ist von Henry Jackman und ich habe leider bisher noch nicht die CD erwerben können. Jackman stammt aus der Schule des unsäglichen Hans Zimmer und das ist für mich auch das Problem. Jackman hat aber auch gute Sachen abgeliefert wie 2014 Kingsman: The Secret Service und 2015: The Man in the High Castle. Der brummende Score von Kong Skull Island ist solide, klingt aber immer wieder nach anderen Meistern. Höre ich da vielleicht Bernhard Hermann heraus? Aber der Score passt zum Film und wenn ich die CD mal in die Finger bekomme, dann erfolgt eine Einzelkritik.

Mit Nachtsichtgerät die Igel im Garten beobachten

6. August 2017
Sonic und Shadow ohne Nachtsichtgerät, aber geblitzt.

Sonic und Shadow ohne Nachtsichtgerät, aber geblitzt.

Wir haben zwei Igel im Garten. Irgendwann hat meine Frau die Gesellen bemerkt und seitdem sind wir in der Familie Igelfans. Meist tauchen die Gesellen, von meiner Frau liebevoll Flohtaxi genannt, gegen 22 Uhr auf. Sie sind meist pünktlich. Es raschelt mal hier, es raschelt mal da und auf einmal sind die Igel da. Wir freuen uns über den Besuch und wahrscheinlich denken die Igel, warum die depperten Menschen immer gegen 22 Uhr in IHREM Garten herumsitzen. Vielleicht freuen sich die Igel auch. Die Kinder haben die Igel Sonic und Shadow genannt, man merkt daran, dass wir eine Gamer-Familie sind. Und die Igel vertilgen im großen Stil Schnecken, was wiederum meine Gattin begeistert, die für den Garten das richtige Händchen hat. Sonic und Shadow sind somit aktive Helfer im Garten.

Igel im Garten.

Igel im Garten.

Ich habe nur ein Problem mit Sonic und Shadow: Ich sehe sie kaum. Das liegt an meinen schlechten Augen. Ich höre die Igel zwar, aber ich sehe sie erst, wenn sie direkt vor mit sitzen. Daher schaffte ich mir ein einfaches Nachtsichtgerät an, damit ich Sonic und Shadow auch sehen und beobachten kann. Beim ersten Anschalten meines Newton NV4x50 Vivid kam ich mir wie in einen Film versetzt vor. Als erstes fiel mir das Ende von Schweigen der Lämmer ein, als Jodi Foster vom Psychopathen per Nachtsichtgerät durchs Haus gejagt wurde. Dann kamen mir die CNN-Aufnahmen vom Golfkrieg in den Sinn und schließlich Tom Clancy-Videospiele – man sieht, ich bin ein Medienjunkie. Im Ernst, ich bin von dem Gerät sehr angetan.

Das Nachtsichtgeräte funktioniert für die Igelbeobachtung ideal.

Das Nachtsichtgeräte funktioniert für die Igelbeobachtung ideal.

Sicherlich gibt es bessere und leistungsfähigere Geräte, aber für meinen Zweck der Igelbeobachtung reicht es optimal aus. Das Teil hat eine 4-fache Vergrößerung mit Restlichtverstärker und IR-Aufheller. Ich hab gelesen, dass die IR-Lampe vom Wild wahrgenommen werden kann. Das kann ich nicht bestätigen, unsere Igel scheinen sich nicht daran zu stören. Laut Hersteller verfügt das Newton NV4x50 Vivid über eine 500-fache Restlichtverstärkung. In dunkler Nacht kann ich optimal auf der Terrasse sitzen und die Tiere des Gartens beobachten – neulich ist sogar Nachbars Katze Paule vorbeigeschlichen und hat mich nicht bemerkt. Scharfgestellt wird vorne und hinten und selbst für meine schlechten Augen passt es ideal.
Das Nachtsichtgerät ist für ein Auge bestimmt, die Objektivlinse hat einen Durchmesser von 50mm. Nur das Fotografieren mit dem Smartphone klappt noch nicht optimal – da muss ich noch üben.

Das Newton NV4x50 Vivid ist für mich ideal.

Das Newton NV4x50 Vivid ist für mich ideal.

Und so sitzt die Familie bei sommerlichen Temperaturen auf der Terrasse und wenn gegen 22 Uhr auch Sonic und Shadow auftauchen, freuen sich zumindest die menschlichen Teilnehmer der Begegnung. Neulich hatten Sonic und Shadow schamlos vor unseren Augen Sex gehabt. Das war ein richtiges Gestöhne und ich hab gespannt – ich geb es ja zu. Vielleicht bekommen wir nun Igelnachwuchs. Die Namenssuche für weitere Igel hat familienintern schon begonnen und das Nachtsichtgerät steht auch schon bereit.

Heimat des Netzwerkens – der Bloggerclub hat eine neue Heimat

5. August 2017
Der PresseClub ist neu eröffnet - und damit der Bloggerclub auch. Foto: Schwepfinger

Der PresseClub ist neu eröffnet – und damit der Bloggerclub auch. Foto: Schwepfinger

Die Resonanz war enorm und das freut mich sehr. In klassischen Massenmedien und den sozialen Netzen wurde über den Wiedereinzug des PresseClubs zurück an den Marienplatz groß berichtet. Damit hat auch der Bloggerclub nun die renommierte Adresse Marienplatz 22/IV. Wie selten zuvor bekam ich Gratulationsmails, -posts oder -Tweets. Der Hammer war wohl ein halbseitiges Foto in der Abendzeitung Print (und online auch). Danke Tobias für den Hinweis und danke Manuela für die Zusendung des Papierbelegs.

Wow in der Abendzeitung print und online.

Wow in der Abendzeitung print und online.

Ich habe die Ehre, für den Bloggerclub als Vorsitzender zu arbeiten und mache dies meist im Hintergrund. Meine Vorstandskollegen führen in der Regel die Veranstaltungen durch. Meine Hauptaufgaben sind Lobbyismus und Netzwerken – und dem konnte ich beim Wiedereinzug des PresseClubs ausgezeichnet nachkommen.

PresseClub und Bloggerclub in bester Lage
Die neu gestalteten Räume des Clubs mit Blick auf den Marienplatz und den Alten Peter sind eindeutig die beste Lage in München. Für uns steht fest: Wir sind wieder in die Heimat des Netzwerkes eingezogen. Für mich ist der Club-Gedanke hier wichtig. In der Vergangenheit habe ich am Marienplatz für mich wichtige Hintergrundgespräche geführt. Das waren zum einen mit den illustren Gästen des PresseClubs. Das waren aber zum anderen mit den Mitgliedern des PresseClubs. Ich habe viel von dem Know-how, von der Erfahrung und der Einschätzung der Kolleginnen und Kollegen profitiert. Das ist für mich Netzwerken pur. Leider waren Eli Treppner und Norbert Matern nicht da, denen ich gerne persönlich gedankt hätte.

Vorsitzende beim Netzwerken: Matthias . Lange (Bloggerclub) und Peter Schmalz (PresseClub)

Vorsitzende beim Netzwerken: Matthias . Lange (Bloggerclub) und Peter Schmalz (PresseClub)

Wir als Bloggerclub sind dankbar, dass wir in dieser großartigen Location zu Gast sein dürfen und unsere Veranstaltungen durchführen dürfen. Bisher waren wir als Bloggerclub im Ausweichquartier des Clubs im Tal 12 untergebracht. Hier fand auch unsere Gründungsveranstaltung statt – wir sind jetzt ein Jahr alt. Der PresseClub residiert jetzt wieder am Marienplatz, wo er seit 1958 zu Hause ist und wir Blogger dürfen erstmals auch die neuen Clubräume nutzen. Damit ändert sich auch die Geschäftsadresse des BloggerClubs in die renommierte Adresse Marienplatz 22/IV. Und das leistungsstarke kostenfreie WLAN passt auch – ich weiß, wo ich ab und zu als digitaler Nomade arbeite, wenn ich in München bin.

Podiumsdiskussion zur Wiedereröffnung - ich bin auch dabei. Foto: Schwepfinger

Podiumsdiskussion zur Wiedereröffnung – ich bin auch dabei. Foto: Schwepfinger

PK zur Wiedereröffnung
Zum Wiedereinzug lud der Internationale PresseClub München in seine neu gestalteten Räume am Marienplatz 22 ein. Mit rund 800 Mitgliedern und mehr als 250 Pressekonferenzen pro Jahr ist der PresseClub München e.V. der größte seiner Art in Deutschland. Nach dem Umbau bietet der Club nicht nur den Blick auf das Rathaus, sondern auch auf den Alten Peter. Wenn ich Gäste aus dem In- und Ausland habe, führe ich sie in den PresseClub und zeige ihnen den Ausblick. Besser geht es wirklich nicht.

Wo der Hut liegt, ist mein Platz.

Wo der Hut liegt, ist mein Platz.

Einen Überblick über die Aktivitäten und Angebote des PresseClubs gaben auf der Pressekonferenz: Peter Schmalz, Vorsitzender PresseClub München e.V., Helmut Gierke, Vorstandsmitglied PresseClub München e.V., Angelica Fuss (coole Brille), Geschäftsführerin PresseClub München e.V., Matthias J. Lange, Vorsitzender Bloggerclub e.V., Leonie Sanke, Vorsitzende Nachwuchsjournalisten in Bayern e.V. (NJB), was mich besonders gefreut hat, denn dem NJB stand ich lange als Vorsitzender vor. Auch unser stellvertretender Vorsitzender Franz Neumeier war im Publikum mit dabei und beantworte im Nachhinein die Fragen der Journalisten. Für einen Imagefilm des PresseClubs wurden Franz Neumeier und ich vor der Kamera interviewt. Wir spielten uns wunderbar die Bälle zu und machen Werbung für den Bloggerclub – also Lobbyismus pur.

Die Sicht vom Podium.

Die Sicht vom Podium.

Die komplette Pressekonferenz gibt es hier zu sehen. Die Ausführungen von mir gibt es ab Minute 35:38 im ersten Video und das komplette zweite Video.

 

Richard Wagner: Die Meistersinger von Nürnberg im Kino

2. August 2017
Verachtet mir die Meister nicht!

Verachtet mir die Meister nicht!

Jahr für Jahr genieße ich Richard Wagner im Kino und live in Bayreuth. Da ich bisher nie in den Genuss von Premierenkarten gekommen bin, aber den göttlichen Richard Wagner zum Auftakt von Bayreuth nicht verpassen will, gehe ich zu Richard Wagner for the rest of us. Ich bin in mein Stammkino Scala Fürstenfeldbruck gepilgert und haben einen wunderbaren Abend erlebt, aber es wird wohl das letzte Mal gewesen sein. Warum? Ich habe gesehen, dass die Premiere der Meistersinger von Nürnberg dieses Jahr live ins Internet vom Bayerischen Rundfunk gestreamt wurde. Warum zahle ich 40 Euro pro Karte fürs Kino, wenn ich Wagner kostenlos im Netz schauen kann?

Der BR streamte ins Netz, warum also 40 Euro ausgeben?

Der BR streamte ins Netz, warum also 40 Euro ausgeben?

Ich hab es auch bequem zu hause per HD-Beamer und die Soundanlage rockt auch. Ich schaue mir die Meistersänger nächste Woche live am Grünen Hügel in Bayreuth an und werde es auch genießen. Aber Wagner im Kino hat sich für mich erledigt, wenn der Stream weiter ins Netz geht. Nächstes Jahr wird es zur Premiere eine Neuinszenierung des Lohengrins geben. Regie wird Yuval Sharon führen, die musikalische Leitung hat Christian Thielemans.

Ein Glas Sekt gab es zum Einstand.

Ein Glas Sekt gab es zum Einstand.

Aber ich will ein großes Lob für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom Scala Fürstenfeldbruck aussprechen. Sie haben sich alle Mühe mit den Wagnerianern gegeben. In der Regel ist es bei uns im Kino ein älteres Publikum, die nicht so stark in Blockbuster gehen. Der Service im Kino war super. Zur Einstimmung gab es erst einmal ein Glas Sekt. Irgendwie erkannte die freundliche Mitarbeiterin, wer zu Wagner und wer zu den Minions geht, die parallel liefen. Gut, ein Blick auf die Klamotte hat in der Regel ausgereicht. Für Wagner putzte ich mich raus, für die Minions hätte ich eine Banane ins Kino mitgenommen.

Hier nochmal das Programm.

Hier nochmal das Programm.

Dann verteilte ein Mitarbeiter ein Programm, um was es in den Meistersinger überhaupt geht. Ich hatte die Handlung zuvor schon gelesen und besitze zahlreiche Aufnahmen der Meistersinger. Live hatte ich diese bedeutende Oper noch nie gesehen. Ich tu mir schwer mit den politischen Aussagen von Wagner, aber darauf wurde in dem Programm keine Aussagen gemacht. Die Inszenierung war locker, schon fast operettenhaft und am Ende des zweiten Aufzugs erstarrte ich. Da war wieder diese Judenfeindlichkeit und Anitsemitismus von Wagner, den ich so verabscheue.


Vor dem dritten Aufzug gab es eine lecker Häppchen-Platte im Kino. Das war genau die richtige Stärkung vor dem langen dritten Akt mit seinem Höhepunkt „Verachtet mir die Meister nicht!“ Die Kunstdebatte war bei mir wieder entbrannt und da ich da auch für das Handwerk mit seinen Innungen arbeite, saß der Stoß von Richard Wagner genau richtig. Was kümmern mich Regeln?

Meiner Frau und mir hat es prima gefallen.

Meiner Frau und mir hat es prima gefallen.

 

Gut ausgerüstet für den ersten Aufzug - ich bin so ein Banause.

Gut ausgerüstet für den ersten Aufzug – ich bin so ein Banause.

Warum allerdings der Stream im Kino um 18 Uhr startete, während die Premiere in Bayreuth um 16 Uhr losging, konnte mir im Kino keiner beantworten. Ich hatte zumindest zu Beginn die dritten Aufzugs die Möglichkeit gehabt, erste Kritiken und Blogposts im Netz zu lesen.
Ach ja: Wunderbar frech war wieder einmal Axel Brüggemann, manches Mal für meinen Geschmack sogar zu frech. Am besten fand ich sein Interview mit Katharina Wagner vor dem Klo in Festspielhaus. Über Hochkultur reden vor dem WC-Eingang – das hat was. Da habe ich lauthals im Kino losgelacht – so einen Humor (hoffentlich beabsichtigt) hätte ich der Wagner-Truppe nicht zugetraut.

Interview vor dem Klo - gut gelacht bei Wagner.

Interview vor dem Klo – gut gelacht bei Wagner.

Zutritt zur DB Lounge nur nach Nutzung des elektronischen Lesegeräts

1. August 2017

Nürnberg waren die erste DB-Lounge, dann folgten alle anderen. Seit kurzem muss der Bahnkunde seine BahnCard zücken und durch ein neues elektronische Lesegerät ziehen, um den heiligen Ort der DB Lounge zu betreten. Bisher reichte es aus, dem freundlichen DB-Mitarbeiter die Karte zu zeigen, jetzt muss es elektronisch erfolgen.

So sieht das neue Lesegerät in der DB Lounge aus.

So sieht das neue Lesegerät in der DB Lounge aus.

Als Verbraucherschützer klingeln bei mir die Alarmsirenen. Was macht die Bahn jetzt mit meinen Daten? In Gesprächen mit mir stellen die Mitarbeiter der Deutschen Bahn klar: „Wir speichern keine personenbezogenen oder personenbeziehbaren Daten.“ Gerade das letztere wäre im Hinblick auf Big Data interessant, aber die Bahn hat sich die Sache scheinbar gut überlegt. Es werden ausschließlich folgende Daten erfasst: Zutrittsdatum, Legitimationsberechtigung (BahnCard oder Ticket) und Klasse. Bei den Tickets werden zusätzlich erfasst, um welchen Tarif es sich handelt (Flexpreis, Sparpreis) und Start- sowie Zielbahnhof. Also dann doch wieder Big Data, oder was? Bei den BahnCards werden BahnCard Typ und Comfort-Status erfasst.

Und so funktioniert das neue Lesegerät.

Und so funktioniert das neue Lesegerät.

Die Bahn stellt klar: „Es erfolgt keine Weiterleitung der Daten, die Daten verbleiben bei der verantwortlichen Stelle der DB Fernverkehr AG!“ Sollte mich das jetzt beruhigen? Ich muss sagen, dass alte System, gefiel mir besser. Ich zeigte meine Karte dem freundlichen Bahnmitarbeiter, führte ein Schwätzchen und gut war es. Warum müssen die Daten jetzt elektronisch erfasst werden. Will die Bahn ihre Mitarbeiter einsparen? „Die Legitimationsprüfung erfolgt mittels des elektronischen Lesegeräts anstelle der bisherigen Sichtkontrolle durch unsere Mitarbeiter“, heißt es bei der Bahn. In den DB Lounges, die bereits mit einem elektronischen Lesegerät ausgestattet sind, also alle, sei ein Zutritt ohne Prüfung der Zugangsberechtigung per Scanner nicht mehr möglich. Hossa, das finde ich ganz schön heftig.
Die Bahn sagt: „Die automatische Datenerfassung dient allein der Prüfung der Zugangsberechtigung und der statistischen Auswertung der Besucherzahlen und Kundengruppen.“ Bislang wurden diese Informationen manuell erhoben, der Einsatz des Scanners gewährleiste eine zuverlässigere Erfassung. Jetzt muss der Scanner nur noch richtig funktionieren. Ich bin gespannt, wie sich das System in der Praxis bewährt und was die Bahn mit ihren Mitarbeitern in der DB Lounge vorhat.

Info-Flyer für die Kunden.

Info-Flyer für die Kunden.

Eindrücke von der neuen DB Lounge in Nürnberg

31. Juli 2017
Die DB Lounge in Nürnberg wurde komplett neu gestaltet.

Die DB Lounge in Nürnberg wurde komplett neu gestaltet.

Seit wann hat Nürnberg einen eigenen Apple Store? Das war mein erster Gedanke, als ich die neue DB Lounge im Nürnberger Hauptbahnhof betrat. Eine komplett neue Lounge mit stylischer Mobiliar und zahlreichen Services – so stelle ich mir als Kunde meine Bahn vor.
Wenn ich zu meinen Seminaren in Deutschland unterwegs bin, dann nutze ich zumeist die Deutsche Bahn. Viele Leute schimpfen über die Bahn, ich auch manches Mal. Aber ich habe mich mit der Deutschen Bahn arrangiert und bin im Alter gelassener geworden. Als digitaler Nomade nutze ich die DB Lounge intensiv, wenn es sich die Möglichkeit ergibt. München und Nürnberg sind meine meist besuchten Lounges, in anderen Städten hätte ich gerne eine. Ich nutze in der Lounge die kostenlosen Getränke, die Toilette und das WLAN. Hin und wieder nutze ich die Lounges auch als Meetingmöglichkeit, wenn ich mich mit (potentiellen) Kunden treffe. Und nun war ich von der Pressestelle der DB zur Neueröffnung der DB Lounge Nürnberg eingeladen, nachdem ich auf Twitter ein paar Bilder von der Lounge gepostet habe.

Ruhe jetzt - Michael Peterson, Vorstand Marketing DB Fernverkehr, spricht.

Ruhe jetzt – Michael Peterson, Vorstand Marketing DB Fernverkehr, spricht.

20 Jahre nach Eröffnung der ersten DB Lounge präsentierte nun die Bahn das neue Lounge-Konzept. Bevor die Lounge im Real Life gebaut wurde, testete Architekt Rolf Romani das ganze Projekt am Rechner und dann am Modell. Insgesamt ist die neue Lounge rund 220 Quadratmeter groß und eine absolute Steigerung zur bisherigen Lounge in Nürnberg. Heute präsentiert sich die neue Nürnberger DB Lounge für mich als interessanter Rückzugsort mit Ruhe- und verschiedenen Arbeitsbereichen. Bisher war es eine bessere Wartehalle. Jetzt muss die neue Lounge in der Praxis ihre Alltagstauglichkeit erweisen – der erste optische Eindruck war auf jeden Fall extrem positiv – eben ein Apple Store in Nürnberg. In die neue Lounge wurden 1,3 Millionen Euro investiert und das sieht der Kunde auch. Der Umbau hat nach Informationen der DB-Pressestelle sieben Monate gedauert.
Zur Eröffnung ist viel Bahn-Prominenz angereist – ob mit der Bahn oder nicht konnte ich nicht überprüfen. An der Spitze war Michael Peterson, Vorstand Marketing DB Fernverkehr, nach Nürnberg gekommen.

Neben einer kurzen Rede war seine wichtige Tätigkeit, einen Schokokuchen anzuschneiden. Dabei achtete er vor allem darauf, dass das DB-Logo nicht zerteilt wurde. Michael Peterson ist eben ein Marketingmann und Eisenbahner durch und durch. Das Zerteilen des Kuchens überließ er aber dann Leuten, die davon etwas verstehen, wie er locker meinte.

Für Peterson ist klar, dass die Deutsche Bahn den aktuellen und modernen Reisebedürfnissen der Kunden nachkommt und die Lounge sei Teil der Qualitätsoffensive, die 2015 gestartet wurde. Er erinnerte daran, dass seit Jahresbeginn die ICE mit WLAN ausgestattet seien, für mich ein absoluter Pluspunkt. Wenn das WLAN funktioniert, kann ich vollkommen ungestört meiner Arbeit nachgehen – ja wenn.

Es gab einen speziellen Schokokuchen. Leider kam ich zu spät, weil ich erst de Interviews führen musste.

Es gab einen speziellen Schokokuchen. Leider kam ich zu spät, weil ich erst de Interviews führen musste.

Das Ziel sei es, so Peterson, das Reisen für die Kunden zu verbessern und angenehmer zu machen. Das klingt fein, nachdem die Bahn jahrelang gespart hat, muss sie aus meiner Sicht die Attraktivität steigern. Durch die Lounge ist sie auf dem richtigen Weg. Die neue Lounge sei laut Peterson ein weiterer Meilenstein, aber man sei noch nicht am Ende. Jetzt heißt wohl die Devise; Mal abwarten und schauen, wie sich das Konzept bewährt. Bedeutet für mich übersetzt, an den anderen DB Lounge-Standorten tut sich erst mal nichts.

Die DB Lounges im Überblick
Über 5 Millionen Gäste haben 2016 die bundesweit 15 DB Lounges vor Abfahrt oder beim Umstieg ihrer Bahnreise aufgesucht. In Nürnberg waren es allein 150.000 Reisende, so die Bahn. Ja nach Standort und Fahrgastaufkommen variieren die Größen der einzelnen DB Lounges. Mit 141 Sitzplätzen ist der exklusive Aufenthaltsbereich im Frankfurter Hauptbahnhof einer der größten in Deutschland. Allein über 700.000 Gäste aber 2016 laut Bahnangaben diese Lounge genutzt und sie damit zu der am stärksten frequentierten gemacht. Im Vergleich stehen in der kleinsten DB Lounge im Bremer Hauptbahnhof den Reisenden 20 Sitzplätze zur Verfügung.
DB Lounges finden sich in den Bahnhöfen von Berlin, Bremen, Düsseldorf, Dresden, Essen, Frankfurt/Main, Frankfurt/Main Flughafen, Hamburg, Hannover, Köln, Leipzig, Mannheim, München, Nürnberg und Stuttgart.

Bier gab es nur zur Eröffnung.

Bier gab es nur zur Eröffnung.

Service in der DB Lounge in Nürnberg
Mich führte Andreas Schneider, Leiter Service und Betrieb der DB Lounges, durch die neue DB Lounge in Nürnberg. Ich machte mit ihm einen Rundgang mit der 360 Grad Kamera, so dass auch die Blogleserinnen und -leser einen Eindruck gewinnen können. Insgesamt hat die DB Lounge in Nürnberg 5 Schwerpunktangebote, die ich künftig verstärkt nutzen werde.

Arbeiten in der DB Lounge
Für den digitalen Nomaden wie mich stehen am Arbeitstresen etwas zurückgezogen acht Arbeitsplätze bereit. Strom- und USB-Aschlüsse sind freilich vorhanden. Für diskrete Telefongespräche („ja hallo, ich bin jetzt in Nürnberg“) wurden drei Telefonischen gegenüber vom Umfang eingerichtet.

Wohlfühlen in der DB Lounge
Im Zentrum steht der Wohlfühlbereich im Bistrostil. Das ist in der Regel mein erster Anlaufpunkt, denn dort gibt es den lebenswichtigen Kaffee damit Steckdosen für die mobilen Devices. Familien und kleine Gruppen können von der Sofaecke aus das Geschehen am Bahnhof beobachten, denn die DB Lounge in Nürnberg hat nun Fenster. Bisher war der Raum fensterlos.

Relaxen in der DB Lounge
Im Ruhebereich kann sich der Gast für ein paar Minuten aus dem Alltag ausklinken. Die bequemen Ohrensessel im rückwärtigen Teil der Lounge laden zum Abschalten ein. Es ist wirklich ruhig in den Sesseln, so dass ich fast eingeschlafen bin. Für mich ist der Bereich ein ganz gefährlicher Bereich, denn ich verschlafe garantiert die Abfahrt meines Zuges.

Gastronomischer Service in der DB Lounge
Es gibt ein umfangreiches kostenloses Angebot von Heiß- und Softgetränken. Das Bier gab es nur zur Einweihung, sonst gibt es freilich nur antialkoholische Getränke. Bei mir startet der Besuch einer DB Lounge immer mit einem Espresso.

Leistungsfähiges WLAN in der DB Lounge
Das neu installierte WLAN sichert einen stabilen Empfang in der gesamten DB Lounge. Zumindest bei der Pressekonferenz war alles in Ordnung. Ich sendete live via Periscope, während mein Nachbar sich scheinbar die neuen Updates seines Betriebssystems saugte. Ich bin gespannt, wann hier die Bahn einen Riegel vorschiebt und das Datenvolumen reduziert. Das wäre der falsche Weg übrigens liebe Bahn.


Zusammengefasst: Danke liebe Bahn für die Einladung und ich werde künftig verstärkt über euch bloggen. Das Thema Bahnfahren in Deutschland hatte ich bisher noch nicht so auf dem Schirm, aber bei meinem reichweitenstarken Blog kann es interessant sein. Die DB Lounge werden ich ausgiebig testen und ich freue mich auf das Feedback der Community.

Löcher in Wand und Decke bohren ohne Bohrstaub

30. Juli 2017

Ich weiß, am Sonntag darf man nicht bohren. Aber wir mussten eine Hue Lampe für unser SmartHome anbringen, um nicht im Dunkeln zu sitzen und die besten Nachbarn der Welt hatten kein Problem mit unserer Bohrerei. Und wenn wir mit der Schlagbohrmaschine anrücken, dann gibt es zum einen die gewünschten Löcher, zum anderen den ungewünschten Bohrstaub.
Bisher versuchten wir den Staub mit einem Plastikbeutel mehr schlecht als recht aufzufangen. Jetzt bekam meine Frau von ihrem Neffen einen bohrfixx von starmix geschenkt, den wir gleich ausprobieren mussten. Das bohrfixx-Dings wird an den Staubsauger gehängt. Durch den Unterdruck des Staubsaugers hält das Teil wunderbar an der Wand bzw. Decke. Nun wird gebohrt und der Staubsauger saugt wunderbar den Staub ein.

Ich muss sagen, als meine Frau das System präsentierte, war ich skeptisch. Nun frage ich mich, wie wir je ohne das Saugteil auskommen konnten. Wir waren restlos begeistert von dem System, so dass ich gleich das Video angefertigte. Künftig werden Löcher bei uns immer mit dem bohrfixx gebohrt. Wir haben ja noch einige Hue Lampen und Bilder aufzuhängen.

Buchtipp Nintendo 64 Anthology Classic Edition von Math Manent

28. Juli 2017
Schönes Buch für Retro-Fans: Nintendo 64 Anthology Classic Edition von Math Manent

Schönes Buch für Retro-Fans: Nintendo 64 Anthology Classic Edition von Math Manent

Ich hatte nie ein Nintendo 64, ich hatte damals mit meinem Atari Jaguar auf das falsche Pferd gesetzt und habe nun die Chance, diesen Fehler zu korrigieren. Nach dem NES Classic Mini und der Ankündigung (und Bestellung) des SNES kommt wohl 2018 das N64 als Retrokonsole auf den Markt. Entsprechende Patenanträge sind aufgetaucht. Ich stehe also vor der Wahl, ein Original N64 zu kaufen oder auf die neue Retrokonsole zu warten. Es wird wahrscheinlich beides werden, wie ich mich kenne.
Über das Nintendo64 braucht man nichts mehr sagen. Von 1996 bis 2002 wurde das Ding produziert und dann vom Game Cube abgelöst. Das N64 lag im Wettbewerb mit den 32 Bit-Konsolen Sega Saturn und Sony Playstation und mit dem 64 Bit Jaguar. Ein Nachbarskind hatte das N64 und wir zockten CrazyCars. Es gab die besseren Spiele für das N64 als für mein Atari Jaguar.

Jetzt war es an der Zeit für mich, ein wenig mehr über die Spiele des N64 zu erfahren und ich stieß auf das hervorragende Buch Nintendo 64 Anthology Classic Edition von Math Manent. Beim Durchblättern wusste mich das in der GeeksLine-Reihe erschienene Buch gleich zu faszinieren. Schöner Druck, fette Info auf Englisch. Zunächst gibt Math Manent einen guten Überblick über die Produktion vom Nintendo64 und die verschiedenen Varianten. Dabei wird auch die Populärluktur der damaligen Zeit mit ihrer enormen technischen Veränderung in der Unterhaltungsbranche eingegangen. Wir erinnern uns, welche Möglichkeiten CGI im Film brachte: Terminator 2, Jurrasic Park und viele andere Blockbuster mehr. Technik zog in den Film ein und veränderte Filme komplett. Und sie zog in die Spiele ein. Bei Spiele war die Entwicklung ähnlich gravierend: Es war durch bessere Prozessoren möglich, 3D-Inhalte auf den heimischen Fernseher zu produzieren. Keine 8 Bit-Spiele wie ich sie so liebte, sondern 32-Bit. Eine Hammergrafik war das. Und in diesen Markt stieß Nintendo mit dem N64 vor.
Das Buch gibt Aufschluss über die Gamerszene von damals und bringt ein gutes Interview mit Eric Caen von Titus. Das Unternehmen brachte unter anderem CrazyCars auf dem Markt, das ich damals sehr oft gespielt habe.
Das Buch birgt aber einen weiteren Schatz. Es gibt den kompletten Überblick über alle erschienenen Spiele samt Screenshot und kurzer Erklärung. Das ist für mich sehr wertvoll. Ich habe zwar nicht die Absicht, in das Sammeln von N64-Spielen einzusteigen, aber gerne schmökere ich, welche Spiele erschienen sind. Beim Durchblättern habe ich allerhand Schrott gefunden, aber auch einige wirkliche Schätze, die es zu spielen lohnt.

Automatisierung und Digitalisierung werden kommen – sind wir bereit?

26. Juli 2017

Mehr und mehr sind bei mir Seminare zur Digitalisierung gefragt. Die begonnene Digitalisierung wird alle Lebensbereiche umfassen. Und bei meiner Seminarvorbereitung ist mir eine ServiceNow Studie in die Hände gefallen, die ich für diskussionswürdig halte. Ich stimme nicht mit allen Aussagen der Studie überein, möchte die Ausführungen aber diskutieren: Kernthese: 2018 wird das Jahr der Automatisierung von Routinetätigkeiten in Unternehmen werden.

Automatisierung wird zunehmen.

Automatisierung wird zunehmen.

Für richtig aufgestellte Unternehmen ist die Digitalisierung ein Segen, rein betriebswirtschaftlich gesehen. Die Studie sagt: Hochautomatisierte Unternehmen können mit 6-mal höherer Wahrscheinlichkeit ihren Umsatz um 15 Prozent steigern. Das halte ich für möglich, aber ich frage: Was machen wir mit den Menschen?
Die Ergebnisse der Service Now-Studie zeigen, dass die meisten Unternehmen fortgeschrittene Automatisierungssysteme in ihrer Organisation eingeführt haben. Die Hälfte der befragten Studienteilnehmer sagen, dass sie 2018 Automatisierungslösungen in ihrem Unternehmen ausbauen werden, um das steigende Arbeitsvolumen bewältigen zu können. Die Umfrage ergab, dass der Einsatz von Maschinen im alltäglichen Arbeitsumfeld das Umsatzwachstum fördert, neue Arbeitsstellen schafft und Mitarbeitern ermöglicht, sich auf wesentliche Aufgaben zu konzentrieren. Das klingt auf jeden Fall gut.

Auswirkung der Automatisierung
Das Unternehmen befragte mehr als 1.850 Führungskräfte, bestehend aus Positionen auf dem C-Level sowie VPs (Vice President), Direktoren und Manager in sieben Ländern, darunter 200 Teilnehmer aus Deutschland. Das Ziel der Studie war es, Auswirkungen von Automatisierung auf alltägliche Unternehmensdienste sowie die Arbeitsbelastung von Führungskräften und deren Meinung zur Zukunft der Arbeitsprozesse zu bewerten. Die Umfrage untersuchte auch die Beziehung zwischen dem Automatisierungslevel und den Betriebskosten.

Studienergebnisse im Überblick:
Deutsche Unternehmen kommen an ihre Belastungsgrenze und benötigen dringend intelligente Automatisierungslösungen, so die Studie. 41 Prozent der Befragten sagen, dass sie 2018 verstärkt Automatisierung brauchen werden, um die Menge an Workloads bewältigen zu können, global sind es 49 Prozent. 2020 werden 8 von 10 (82 Prozent) deutschen Unternehmen die Belastungsgrenze erreichen.
78 Prozent sagen, dass Daten, die von Mobilgeräten und Internet of Things generiert werden, zu dieser Belastung beitragen.
90 Prozent bestätigen, dass intelligente Automatisierung Produktivität steigern kann. Dies beinhaltet Künstliche Intelligenz (KI) oder Maschinelles Lernen (ML), um Entscheidungsprozesse zu optimieren und so Unternehmensprozesse schneller und genauer auszuführen.
54 Prozent der Studienteilnehmer nutzen bereits intelligente Automatisierung bei mindestens einem Unternehmensprozess. 89 Prozent der deutschen Unternehmen planen oder prüfen bereits den Einsatz von intelligenten Automatisierungslösungen.
Georg Goller, Area Vice President Germany, ServiceNow, meint. „Der Wandel zu automatisierten Prozessen hat bereits begonnen und wird den Arbeitsalltag in Deutschland verändern.” Ich stimme hier Georg Goller zu.

Automatisierung gewährleistet finanzielles Wachstum sowie mehr Produktivität weltweit
Hochautomatisierte Unternehmen können im Vergleich zu Unternehmen mit wenig automatisierten Prozessen mit 6-mal höheren Wahrscheinlichkeit ihren Umsatz um 15 Prozent steigern.
Zum Beispiel haben Unternehmen mit einem Umsatzwachstum von über 20 Prozent im Schnitt 61 Prozent ihrer Unternehmensprozesse automatisiert, während Unternehmen mit geringem oder negativem Umsatzwachstum Automatisierung bei nur 35 Prozent ihrer Prozesse einsetzen.
In deutschen Unternehmen ist nur etwa ein Drittel der Prozesse automatisiert. Defizite ist es bei Personalmanagement und Kundendienst.
Insgesamt sind nur 35 Prozent der Unternehmensprozesse automatisiert. Darunter leiden auch Führungskräfte, die zwei volle Tage bzw. 15 Stunden pro Woche für manuelle administrative Aufgaben verschwenden.
Der IT-Support schneidet bei der Effizienz der Betriebsprozesse am besten ab, während Personalmanagement den letzten Platz belegt.
Konkret beträgt in der Personalabteilung der Anteil von Automatisierung nur 30 Prozent, im Kundendienst sind es 27 Prozent. Im Vergleich dazu werden in der IT 49 Prozent der Services automatisiert.

Kommen wir zu den Menschen …
Deutsche Führungskräfte glauben, Automatisierung kann Arbeitsstellen schaffen, obwohl Arbeitnehmer den Arbeitsstellenabbau fürchten
73 Prozent der Führungskräfte glauben, Automatisierung kann mehr Arbeitsplätze kreieren.
87 Prozent der Leader sagen, Arbeitnehmer befürchten, dass Automatisierung den Stellenabbau im Unternehmen bedeutet.
Die Top-3-Hindernisse für die Umsetzung von Automatisierung: Zu zeitintensive Implementierung, fehlende Ressourcen (Budget und Personal) und Bedenken hinsichtlich des Stellenabbaus.
Die Idee ist: Automatisierung wird Kapazitäten bei Mitarbeitern freisetzen, die sie für strategische und kreative Aufgaben nutzen können. Das klingt gut, wird meiner Erfahrung nach nicht so eintreffen. Vielmehr werden Unternehmen auf kurzfristige betriebswirtschaftliche Ziele schielen. Die Studie sagt:
32 Prozent der Befragten sagen, dass der Arbeitsaufwand gegenüber dem Vorjahr um 20 Prozent oder mehr gestiegen ist.
86 Prozent der Führungskräfte sagen, dass ihre kompetenten Mitarbeiter viel zu viel Zeit für administrative Aufgaben verschwenden.
91 Prozent glauben, dass durch weniger alltägliche Aufgaben die Kreativität der Mitarbeiter freigesetzt wird.
82 Prozent finden es schwierig, Mitarbeiter zu finden, die über die nötigen Kompetenzen für Geschäftswachstum verfügen.
95 Prozent sagen, Automatisierung wird die Nachfrage nach Fähigkeiten wie Zusammenarbeit, kreatives Problemlösen und Kommunikation steigern.
„Deutsche Arbeitnehmer haben das Gefühl, 6 Tage pro Woche zu arbeiten”, erläutert Goller. „Maschinen können den Beschäftigten diese Last abnehmen und ihnen den Raum für mehr Kreativität und Innovation zurückgeben“, so Goller. Ich sehe das nur bedingt so. Die Sachbearbeiter bei einer Versicherung, einer Bank oder eine Behörde ist meiner Meinung nach nur bedingt zu Kreativität und Innovation fähig, weil im Umfeld und Ausbildung fehlt. Diese Kräfte werden meiner Meinung nach freigesetzt und die Volkswirtschaft muss schauen, wie die Verlierer der Digitalisierung aufgefangen und eingesetzt werden können. Dabei stelle ich mich nicht gegen die Digitalisierung, doch nur ein auf betriebswirtschaftliche Ergebnisse zu schielen, ist mir zu wenig. Wir haben eine Gesellschaft eine Gesamtverantwortung. Was sollen wir mit den Opfern der Digitalisierung machen? Wo kommen die Menschen unter? Und wenn immer weniger Leute in Lohn und Brot sind, wer soll dann konsumieren und die hoch effizientproduzierten Waren erwerben?
Das Thema Digitalisierung darf nicht einen modernen Weberaufstand zur Folge haben, so meine Meinung.

Empfehlungen von ServiceNow für Führungskräfte sind wichtig und sollten ernst genommen werden:
Unternehmensprozesse in HR, Kundendienst, IT oder anderen Abteilungen, die verbessert werden müssen, identifizieren
Kritische Unternehmensdienste definieren und Workloads automatisieren
Die geplanten Änderungen mit den einzelnen Abteilungen diskutieren, um Bedenken anzusprechen und zu zerstreuen. Hier ergänze ich ausdrücklich: Nicht zerstreuen ist das Motto, sondern sich ernsthaft mit den Folgen auseinandersetzen und klaren Wein einschenken. Die Mitarbeiter brauche Transparenz und eine Alternative.
Best Practices rund um Change Management aufstellen
Weiterentwicklung der Mitarbeiterkompetenzen, damit sie sich im automatisierten Arbeitsumfeld zurechtfinden. Das halte ich auch für besonders wichtig. In meinen Seminaren verspüre ich eine Angst vor Veränderung bei den Menschen. Aufgabe von Führungskräften ist es meiner Meinung nach, die Angst durch Klarheit zu nehmen, denn die Digitalisierung wird alles, aber auch wirklich alles verändern.

Buchtipp Star Wars Identities – Schlussstrich unter dem Amoklauf München

22. Juli 2017
Nach einem Jahr endlich ausgepackt: Katalog zu Star Wars Identities

Nach einem Jahr endlich ausgepackt: Katalog zu Star Wars Identities

Am 22. Juli jährt sich der Münchner Amoklaufs. Heute vor einem Jahr ermordete ein Schüler am Münchner Olympia Einkaufszentrum OEZ zahlreiche Menschen. Ich war damals mit meinem Sohn in München in der Star Wars Identities Ausstellung und wir waren von den Ereignissen betroffen. Meine Eindrücke vom Amoklauf habe ich gebloggt. Mein Sohn und ich verbrachten damals einen schönen Tag in der kleinen Olympiahalle und genossen die Wanderausstellung. Zum Abschluss kauften wir die Luxus-Ausgabe des Ausstellungskatalogs und die Sammlung der gerollten Ausstellungsplakate. Dann kam der Amoklauf und der weitere Tag verlief anders geplant. Der Tag machte uns Angst und Vater und Sohn hatten ein prägendes Erlebnis,
Ein Jahr stand die Tüte mit dem Ausstellungskatalog zu Hause bei uns herum. Immer wieder warf ich einen Blick auf die weiße Tüte. Ich hatte keinen Bedarf mich mit dem Katalog zu beschäftigen. Auch die Plakate waren noch originalverpackt und versiegelt. Wir nahmen durch den Amoklauf zwar keinerlei Schaden, aber es war eine intensive Erfahrung. Mir wurde damals bewusst, wie schnell sich mein geordnetes Leben verändern kann.
Die Tüte mit den Ausstellungskatalog stand also bei uns herum. Ich hatte keine Lust, mir die Erfahrung nochmals in Erinnerung zu rufen. Aber nach einem Jahren ist für mich Zeit gekommen und einen Schlussstrich zu ziehen. So doof es klingt: Ich packe jetzt diesen Ausstellungskatalog aus und erinnere mich wieder an eine wunderbare Star Wars-Ausstellung. Hier meine Eindrücke von der Ausstellung.

In dieser Tüte lag der Katalog ein Jahr herum.

In dieser Tüte lag der Katalog ein Jahr herum.

Ich legte damals 40 Euro für den Ausstellungskatalog auf den Tisch. Wir wählten als Star Wars-Fans die Luxus-Ausgabe mit einem Druck von Darth Vader. Der gebundene Katalog kommt in einem Karton daher.
Die Star Wars Identities lieferte für Fans enorm viele Details und es war tolle Sache viele Modelle, Sketches, Zeichnungen und Kostüme im Original zu sehen. Ich habe die Ausstellung damals Stück für Stück dokumentiert mit Fotos und Videos.
Nach einem Jahr kommen die Erinnerungen an diese wunderbaren Ausstellungsstücke wieder hoch. In einem Unboxing-Video stelle ich den Ausstellungskatalog vor. Ich kann jedem Star Wars-Fan diesen Ausstellungskatalog von Star Wars Identities absolut empfehlen.