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Alles Gute: Facebook hat die Braut WhatsApp gekauft

20. Februar 2014
Die Hochzeit ist vollzogen.

Die Hochzeit ist vollzogen.

Die Braut wurde von Tag zu Tag hübscher und fetter – und jetzt ist sie vom Markt. Facebook kauft den Messenger Dienst WhatsApp für 19 Milliarden US-Dollar. Was sich schon lange andeutete, wurde nun vollzogen. Noch vor wenigen Tagen war der WA-Chef in München auf Goodwill-Tour und machte die Braut noch hübscher für den Mark.

In meinen Vorträge sage ich immer: Unsere Daten sind das Gold des 21. Jahrhunderts. Und nach dem Kauf des Messenger Dienstes ist Facebook die Nummer eins schlechthin. Freiwillig haben die WA-User die privatesten Daten, die sie besitzen, an das US-Netzwerk überspielt: Ihr Adressbuch.

Whatsapp Logo mit Text

Um WA nutzen zu können, musste der User sein Adressbuch freigeben und die Daten wurden jeden Tag mit US-Servern synchronisiert. Datenschutz? Quatsch – umsonst war die Devise. Allerdings: Ich habe keinem WA-User meine Genehmigung erteilt, meine Daten weiterzugeben. Nur weil man scheinbar umsonst die WA-Dienste nutzen kann, setzten viele auf die Facebook-Alternative. Aber Leute, es gibt nichts umsonst. Wir bezahlen es mit den intimsten Daten, die wir haben. Wir bezahlen es mit unseren Kontakten.

Der Facebook-Messenger war längst nicht so populär, da war es nur eine Frage der Zeit und des Preises, wann Facebook hier zuschlägt. 19 Milliarden US-Dollar ist kein Pappenstil.

Erinnern wir uns noch an die Übernahmen von Gowalla und Instagram durch Facebook. Hier war Zuckerberg und Co an Geodaten und an Fotos interessiert. Jetzt sind es die persönlichsten Kontakte. Chapeau Mr. Zuckerberg, das war der richtige Deal.

Und an die WA-User gerichtet: Ihr wart nie die Kunden, ihr seid das Produkt. Mit euren Daten wird Handel getrieben oder hattet ihr wirklich die Meinung, dass 1 Euro Jahresgebühr bei 430 Millionen weltweiten Usern wirklich die Braut hübsch, Verzeihung fett gemacht haben? Wie naiv musstet ihr sein?

 FB

Social Media: Facebook-Messenger greift WhatsApp an

25. November 2013

In meinem Seminaren über Sozialen Netzwerken stelle ich fest, dass Schüler neben Facebook auch WhatsApp parallel nutzen. Es ist kein entweder oder, sondern ein gleichzeitiges Nutzen. Die Schüler haben sich in geheimen, geschlossenen Gruppen auf Facebook organisiert und schicken Meldungen, Fotos, Audio über WhatsApp-Gruppen. Wer den Netzwerken nicht angehört, der bleibt draußen und ist vom Informationsfluss abgeschnitten.

Datenschützer schütteln über den Leichtsinn den Kopf. Über NSA jammern und die persönlichsten Daten des Adressbuches auf einem US-Server speichern, der jede Nacht synchronisiert. Wie doof ist das denn? Aber Hauptsache ein paar Cent gespart, denn Geiz ist ja so geil. Dabei gilt der Spruch mehr denn je: Unsere Daten sind das Gold des 21. Jahrhunderts. Wer über Kundendaten verfügt, der verfügt über bares Geld – Big Data lässt grüßen.

Immer wieder bekomme ich Spam-Mails, die von WhatsApp-Nutzer herausgeballert werden, ohne dass die User es wohl mitbekommen. Meine Reaktion ist in der Regel sehr hart. Ich fordere die Absender auf, mich aus ihrem Adressbuch zu löschen und dies nicht mit freundlichen Worten.

Spam-Mails von WhatsApp

Spam-Mails von WhatsApp

Inzwischen hat WhatsApp die Nutzung der klassischen SMS überholt. Andere, sichere Messenger-Dienste wie das hervorragende Threema, haben gegen die Übermacht von WhatsApp im Moment keine Chance. In der Schule muss nur ein Option Leader den Ruf nach WhatsApp ausgeben und schon folgt die Peer Group dem Ruf. Medienkompetenz ist in der Schafherde nicht gefragt. WhatsApp plündert das Adressbuch und überspielt es in die USA. Ein Virus verbreitete sich Juli 2013 über Android-Telefonen bei alter Software – ich habe darüber gebloggt. Im Oktober wurde der Dienst bereits gehackt und einige User bekamen eine Mail über Freiheit für Palästina.

WhatsApp wurde gehackt.

WhatsApp wurde gehackt.

Interessant ist, wie Facebook auf die Herausforderung von WhatsApp reagiert. Ich bin mir sicher, dass Facebook an einer feindlichen Übernahme des Messenger-Dienstes sehr interessiert ist. Bis es soweit ist, peppt die Zuckerberg-Firma den hauseigenen Messenger-Dienst auf, zuletzt Mitte November. So findet sich im Facebook Messenger jetzt etwas versteckt auch eine Telefonie-Funktion. Es ist nun möglich, der App die eigene Telefonnummer zuzuweisen. Diese wird nicht in der persönliche Chronik angezeigt. Nach dem Motto: Wenn Facebook meine Daten hat, dann braucht sie WhatsApp nicht extra.

Was bedeutet dieses neue Feature? Facebook-Nutzer können nun auch mit jenen Kontakten über den Facebook Messenger chatten, mit denen sie nicht auf Facebook befreundet sind. Es wird nur deren Mobilfunknummer benötigt.

Wer die aktuelle Version des Messangers installiert, wird beim ersten Start gefragt, ob er auch über seine Handy-Kontakte mit der App synchronisieren möchte. Nach Drücken von OK, wird das komplette Adressbuch automatisch mit dem Facebook-Kontaktverzeichnis abgeglichen.

Anschließend wird der User gefragt, ob er über seine Telefonnummer gefunden werden will. Beim wiederum Drücken von OK wird im Facebook-Profil die Einstellung „Wer kann mich über meine Telefonnummer finden?“ auf „öffentlich“ gesetzt.