Posts Tagged ‘Adressbuch’

Digitalisierung und Medienkompetenz hängen zusammen

25. Oktober 2017

Vor kurzem habe ich über die Angst vor der Digitalisierung gebloggt und jetzt ist es mir wieder passiert: Fehlende Medienkompetenz gemischt mit Angst vor Digitalisierung.
Was ist passiert? Ich führte ein Schülerzeitungsseminar durch und wir erstellten eine Seminarzeitung zum Thema Social Media. Meine Schülerinnen und Schüler machten unter anderem eine Umfrage unter anderen Gästen des Bildungszentrums. Auf die Frage: „Was ist Ihre Meinung zu sozialen Netzwerken?“ wurden auch zwei Erwachsene befragt, deren Angst vor Social Media anzumerken war und aufgrund fehlendes Wissens in die WhatsApp-Falle liefen. „Ich lehne Facebook ab. Soziale Medien behindern die Privatsphäre und sie sind sehr gefährlich für die Jugend“, meine eine erwachsene Interview-Partnerin. Alles klar, mit dieser Meinung kann ich leben. Dann kommt aber am Ende des Interviews: „WhatsApp als Möglichkeit für schnelle Kommunikation dagegen empfinde ich als nützlich.“
Wie bitte? Facebook ablehnen und die Datenkrake WhatsApp als nützlich empfinden? Ein Netzwerk, dass die privatesten Daten – das Adressbuch ausliest, auf US-Server überspielt und für Big Data verwendet – als „nützlich“ zu empfinden, zeugt von fehlender Medienkompetenz. Bitte versteht mich richtig. Ich habe nichts gegen die Dame, aber ich habe etwas gegen die fehlende Medienkompetenz.
Auf der gedruckten Seite der Seminarzeitung kam auch noch ein kritischer Herr zu Wort: „Das ständige zur Schaustellen des eigenen Lebens finde ich gar nicht gut.“ Klare Aussage, die ich unterschreiben kann. Aber dann: „Als Vorteile sehe ich aber, dass man per WhatsApp schnell und großflächig Nachrichten verbreiten kann. Wir haben zum Beispiel eine Familiengruppe, die oft sehr nützlich ist.“ Auch hier wieder das Thema WhatsApp und damit fehlende Medienkompetenz.
Und hier bin ich wieder bei meinem Thema Digitalisierung. Nicht alles was digital daherkommt ist automatisch gut. Digitalisierung kann die Welt voranbringen, aber nur wenn sie mit Medienkompetenz verbunden ist. Für mich ist diese Medienkompetenz eines der Schlüsselqualifikationen des 21. Jahrhunderts. Dabei meine ich nicht die Fähigkeit des Wissens, welches Knöpfchen für was nützlich ist. Ich meine die Fähigkeit zu wissen, was und warum etwas so passiert. Die Wirtschaft im 21. Jahrhundert besteht schließlich auch aus Daten.

Alles Gute: Facebook hat die Braut WhatsApp gekauft

20. Februar 2014
Die Hochzeit ist vollzogen.

Die Hochzeit ist vollzogen.

Die Braut wurde von Tag zu Tag hübscher und fetter – und jetzt ist sie vom Markt. Facebook kauft den Messenger Dienst WhatsApp für 19 Milliarden US-Dollar. Was sich schon lange andeutete, wurde nun vollzogen. Noch vor wenigen Tagen war der WA-Chef in München auf Goodwill-Tour und machte die Braut noch hübscher für den Mark.

In meinen Vorträge sage ich immer: Unsere Daten sind das Gold des 21. Jahrhunderts. Und nach dem Kauf des Messenger Dienstes ist Facebook die Nummer eins schlechthin. Freiwillig haben die WA-User die privatesten Daten, die sie besitzen, an das US-Netzwerk überspielt: Ihr Adressbuch.

Whatsapp Logo mit Text

Um WA nutzen zu können, musste der User sein Adressbuch freigeben und die Daten wurden jeden Tag mit US-Servern synchronisiert. Datenschutz? Quatsch – umsonst war die Devise. Allerdings: Ich habe keinem WA-User meine Genehmigung erteilt, meine Daten weiterzugeben. Nur weil man scheinbar umsonst die WA-Dienste nutzen kann, setzten viele auf die Facebook-Alternative. Aber Leute, es gibt nichts umsonst. Wir bezahlen es mit den intimsten Daten, die wir haben. Wir bezahlen es mit unseren Kontakten.

Der Facebook-Messenger war längst nicht so populär, da war es nur eine Frage der Zeit und des Preises, wann Facebook hier zuschlägt. 19 Milliarden US-Dollar ist kein Pappenstil.

Erinnern wir uns noch an die Übernahmen von Gowalla und Instagram durch Facebook. Hier war Zuckerberg und Co an Geodaten und an Fotos interessiert. Jetzt sind es die persönlichsten Kontakte. Chapeau Mr. Zuckerberg, das war der richtige Deal.

Und an die WA-User gerichtet: Ihr wart nie die Kunden, ihr seid das Produkt. Mit euren Daten wird Handel getrieben oder hattet ihr wirklich die Meinung, dass 1 Euro Jahresgebühr bei 430 Millionen weltweiten Usern wirklich die Braut hübsch, Verzeihung fett gemacht haben? Wie naiv musstet ihr sein?

 FB

Buchtipp: Die Lion-Fibel von Michael Krimmer

25. April 2012

Es gab einstmals schöne Zeiten für Mac-User. Ich meine die Zeiten rund um den Quadra. Damals waren wir noch eine eingeschworene Gemeinde. Nerds im Zeichen des Regenbogens, die verächtlich auf die Windows-User herabblickten. Wir konnten am Startklang des Macs erkennen, welche Speicherbank im Rechner defekt war. Und dann brachte Steve Jobs später den iMac, noch später das iPhone und das iPad. Und auf einmal stieg eine ganze Generation von Windows-Usern auf das Mac OS um. Gut für meinen Apple-Aktien, schlecht für meine Nerven.

Da es bekannt ist, dass ich u.a. Chefredakteur der MACup war, muss ich immer wieder als Helpline für die Switcher zur Verfügung stehen. Die Gespräche beginnen immer wieder nach dem gleichen Schema. „Du kennst dich doch mit dem Apple aus. Ich hab da mal eine Frage …“ Wenn ich das schon höre: Apple – der letzte Apple war mein Apple III und der liegt schon ein paar Jahre zurück. Es beginnt mein Martyrium. Aber ich habe jetzt eine Lösung. Um meine Nerven zu schonen, empfehle ich jeden Umsteiger in die Mac-Welt das kleine Büchlein Die Lion-Fibel meinen geschätzten Kollegen Michael Krimmer. Michael, ein guter Freund und Experte in Mac-/und Windows-Welten gibt mit dem Buch eine hilfreiche Übersicht zum aktuellen Betriebssystem Lion. Im Buch aus dem Hause Mandl & Schwarz werden schnell und einfach die Neuerungen im Mac OS behandelt: Mail, iCal, Adressbuch, Mission Control, Launchpad und und und.

Es ist sachkundig, flott und vor allem verständlich geschrieben. Der Einsteiger in die Mac-Szene braucht kein Kompendium, dieses Buch mit seinen 200 Seiten reicht. Hier gibt es zudem eine Leseprobe. Also kauft euch das Buch Die Lion-Fibel und fragt mich nicht mehr bei Problemen mit eurem Apple.

Mac OS Lion in der Praxis: Umgang mit Mail

31. Juli 2011

Jetzt arbeite ich schon seit Erscheinen von Lion mit dem neuen Mac-Betriebssystem und habe meine Erfahrungen gemacht. Nachdem ich ein Poweruser von Mail war, freute ich mich auf die neue Version des Apple Mail-Clients. Mein Resultat ist zwiespältig, aber positiv.

Ein Kritikpunkt ist die neue Darstellung von Mail. Vorweg: Ich habe kein Problem mit dem neuen Design der Preview. Das überzeugt mich, allerdings sind die optischen Unterschiede zwischen gelesener Mail und neueingetroffener Mail nicht deutlich genug herausgearbeitet. Im klassischen Modus, auf den ich als User ja zurückschalten kann, sind diese Unterschiede deutlicher zu sehen. Hier sollte Apple unbedingt nachbessern. Mir gehen sonst wichtige Mails durch die Lappen. Bis es soweit ist, wird das Postfach nun eben jeden Abend aufgeräumt, so dass keine Mails im Posteingang herumgeistern und ggf. übersehen werden können.

Als sehr praktisch, aber zunächst auch gewöhnungsbedürftig empfinde ich es, Postfächer in eine Art Favoritenleiste und der Symbolleiste zu platzieren. Das hat mir den Workflow deutlich erleichtert. Bisher musste ich immer beim Mailsverschieben lange herumscrollen, jetzt sind die wichtigsten Postfächer im direkten Zugriff. Ich hatte Bammel beim ersten Ausprobieren. Denn wenn ich einen Ordner aus dieser Favoritenliste lösche, hatte ich Angst, dass der Ordner ganz gelöscht wird – passiert aber nicht. Apple hat mitgedacht.

Die neue Suche ist stark, muss aber auch geübt werden. Die Suche ist intelligenter geworden und als User musste ich von meinen gewohnten Suchverhalten abkommen und die deutlich intelligentere Suche von Apple akzeptieren. Fazit hier: Die neue Suche ist ein klarer Gewinn.

Umständlicher ist für mich die Arbeit mit dem Adressbuch geworden. Ich arbeite viel mit Gruppen und Verteiler und ballere kleinere Newsletter über Mail heraus. Hier vermisse ich ein Icon in der Symbolleiste, die mein Adressbuch öffnet und wo ich dann die Verteiler anwählen kann. Vielleicht kann ich so ein Icon manuell hinzufügen, auf die Schnelle gefunden habe ich es nicht. Ich muss jetzt den umständlichen Weg über das Menü gehen und unter Fenster das Adressbuch laden bzw. den Kurzbefehl eingeben. Das könnte für mich userfreundlicher gestaltet sein.

Noch keine richtige Meinung habe ich mir zum neuen Feature Konversation gemacht Die Idee ist prima: Zusammenhängende E-Mails werden in chronologischer Reihenfolge in Threads angeordnet. Ich sehe, wie weit die Unterhaltung vorangeschritten ist und bleibe auf dem Laufenden. Cool ist, dass ich ganze Unterhaltungen mit einem Knopfdruck sichern kann. Aber will ich das? Nein, ich will nur einzelne Threads aus einer Konversation sichern. Das bedeutet, ich muss einzelne Threads aus der Konversation löschen. Lösche ich die Mail im Eingang, wird die gesamte Konversation gelöscht.