Posts Tagged ‘Schule’

Gamification in der Schule

10. Februar 2018

Bei einem Gespräch mit einem Lehrer habe ich einen interessanten Fall von Gamification in der Schule mitbekommen. Gamification bedeutet den Einsatz spieltypischer Elemente in einem spielfremden Kontext, in unserem Fall der Physikunterricht.

Zu Beginn der Physikstunde steht das Ausfragen des Stoffs der vergangenen Unterrichtsstunde. Zu meiner Schulzeit hieß das: Raus an die Tafel vor die Klasse und sich Abfragen lassen – meine Leistungen waren eher bescheiden, denn ich war einfach sehr nervös vor der Klasse zu stehen. Der besagte Physiklehrer machte es anders und setzte spielerische Mittel ein. Er rief zwei Schüler auf und ließ sie gegeneinander antreten. Dazu gab es je einen Buzzer für jeden Schüler. Weiß einer der beiden Schüler die richtige Antwort, drückt er den Buzzer. Am Ende wird zusammengezählt und der bessere Schüler bekommt die Ausfragenote. Die schlechtere Note des anderen Schülers wird nicht gezählt. Zudem gibt es einen Joker.
Ich war von der Innovationskraft des Lehrers begeistert und als ich die Schüler unabhängig vom Lehrer befragte, bekam ich ausschließlich positives Feedback. „So machen Noten Spaß“, hieß es von einer Schülerin. „Dem Ausfragen wird der Druck genommen und wir konzentrieren uns auf das Spiel und der vermittelte Stoff kommt unkompliziert daher“, so ein anderer.
Bitte mehr von solchen Lehrern, bitte mehr von solchen Innovationen und bitte mehr von Gamification in der Schule. Auch das sehe ich als Teil einer Digitalisierungsstrategie der Gesellschaft an.

Neue Arbeitswelten sind gar nicht so modern

27. März 2017
Nur mit WLAN kann ich richtig arbeiten.

Nur mit WLAN kann ich richtig arbeiten.

Mit Schülern zu arbeiten ist für mich eine enorme Bereicherung. Dies zeigt die Wortmeldung in einem meiner Seminar, die mich nachdenken ließ. Dabei ging es um Arbeitswelten und Digitalisierung.

Die Digitalisierung verändert unsere Welt. Die CeBit zeigte es wieder im Großen. Der Präsident der Bitkom Thorsten Dirks drückte es vortrefflich aus. „Als würden Feuer & Rad, Buchdruck & Webstuhl, Dampfmaschine & Ottomotor gleichzeitig erfunden.“ Gut gebrüllt Löwe und richtig gebrüllt. Die Digitalisierung kommt – wir sehen die digitale Welle am Horizont. Die Digitalisierung wird unsere Welt komplett verändern und wir müssen diese Herausforderung annehmen. Unsere alte Verhaltensweise, den Kopf in den Sand zu stecken, wird nicht funktionieren.

Unterwegs arbeiten
Als digitaler Nomade bin ich extrem viel unterwegs in Deutschland. Ob in der Deutschen Bahn, im Flugzeug, im Bahnhof, Café oder Hotelzimmer – ich versuche dort zu arbeiten, wo ich gerade bin. An dieser Stelle herzlichen Dank an die Deutsche Bahn für das WLAN im ICE. Der Anfang ist gemacht. Arbeiten unterwegs verlangt eine gewisse Disziplin, die ich als Selbstständiger auch erst lernen musste. Ich war zuvor fest angestellt mit einem festen Arbeitsplatz. Jetzt bin ich selbstständig und unterwegs. Leistungsstarkes WLAN ist dabei Voraussetzung zum Arbeiten, damit ich meine Cloud-Dienste erreichen kann: Google Drive, Amazon Drive, Powerfolder, WordPress – um nur einige zu nennen. Mein mobiles Arbeitsgerät ist in der Regel ein iPad Pro samt Tastatur.

Im Arbeitszimmer arbeiten
Zu Hause steht der unter anderem ein MacBook Pro im Arbeitszimmer. Ja, ich habe auch ein Arbeitszimmer und einen festen Arbeitsplatz, der ein bisschen aussieht wie ein Cockpit. Es gibt vier, fünf Monitore, mehrere Rechner, Tastaturen und viel viel Firlefanz drumherum. Ich bin dort mit Nippes, persönlichen Erinnerungen wie Familienfotos, Legofiguren, Kunst umgeben. Hinter mir hängen Erinnerungsfotos mit mehr oder weniger berühmten Leuten zum Angeben. Ich fühle mich wohl an diesem Arbeitsplatz mit all seinen Ablenkungen. Aber arbeite ich hier effektiv oder werde ich abgelenkt?

So sieht das Arbeitszimmer aus.

So sieht das Arbeitszimmer aus.

Vertrauensarbeitsort bei Microsoft
Im Herbst 2016 durfte ich die neue Microsoft-Zentrale in München besuchen und habe darüber gebloggt.. Aber es ist nicht nur ein neues Bürogebäude, was auf die Mircosoft-Mitarbeiter zukommt, es ist auch eine neue Arbeitsweise. Microsoft hat die Anwesenheitspflicht mit den Betriebsvereinbarungen zur Vertrauensarbeitszeit (seit 1998) und dem Vertrauensarbeitsort (2014) abgeschafft. Nach Vertrauensarbeitszeit und Vertrauensarbeitsplatz kommt nun eine neue Arbeitsumgebung auf die 1900 Angestellten des Konzerns zu. Es gibt keine festen Arbeitsplätze mehr. Der Mitarbeiter kommt am Morgen, setzt sich an irgendeinen Platz und abends verlässt er diesen wieder und räumt seinen Schreibtisch leer. Clean Desk-Policy lautet die Devise, schönes Wort Clean Desk-Policy. Ich möchte mal bei MS vorbeischauen und von den Erfahrungen hören.

Schüler platzt der Kragen
Im Grunde ist meine Arbeitsweise als digitaler Nomade ähnlich. Ich arbeite überall. Bei einem Seminar stellte ich diese Form der Digitalisierung zur Diskussion. Die meisten der Seminarteilnehmer in diesem Seminar wenden sich gegen diesen mobilen Arbeitsplatz. Sie konnten mit der Einstellung eines digitalen Nomaden oder Arbeiten bei Microsoft wenig anfangen.
Dann wurde es interessant: In dem Seminar saßen Schüler, die die Diskussion verfolgten. Sie rutschen unruhig auf ihren Stühlen umher bis ihnen der Kragen platze. Sie melden sich mit den Worten: „Was soll diese ganze Diskussion? Wir als Schülerinnen und Schüler sind es gewohnt alle 45 Minuten unseren Arbeitsplatz zu wechseln. Und ihr jammert so herum, aber uns Schülern mutet ihr es zu! Studenten arbeiten übrigens ebenso.“ Und dann ging die Post im Seminar ab.
Ich fand die Meinung der Schüler interessant und diskutierte es mit meinen Kindern K1/2 intensiv. Meine Kinder sagten, dass sie Tag für Tag in verschiedenen Räumen unterwegs sind: Kunstraum, Musiksaal, unterschiedliche Klassenzimmer, Physiksaal, Chemielabor, Sporthalle, EDV-Raum und mehr. Meine Kinder haben ihr Arbeitsmaterial immer dabei – im Schulranzen. Während ich mein leichtes iPad Pro dabei habe, müssen meine Kinder schwere Schulbücher schleppen. Was mein Apple Pencil ist, ist bei meinen Kindern der Füller und die Stifte im Federmäppchen. Was bei mir meine stylische Umhängetasche ist, ist bei meinen Kindern der nicht so stylische Schulranzen. Im Grunde sind meine Kinder eine alte Form von digitalen Nomaden, nur leider mit den Werkzeugen von gestern.

 

Müssen Lehrer digitale Kompetenzen vermitteln? Digitalisierung in der Schule

7. März 2016

Ich will mich nicht an einem allgemeinen Lehrerbashing beteiligen, aber ernst nehme ich die aktuelle Umfrage von Microsoft schon. In punkto Digitalkompetenz stellen deutsche Schüler ihren Lehrern ein schlechtes Zeugnis aus: Nur acht Prozent halten die Mehrheit ihrer Lehrer für sehr kompetent im Umgang mit digitalen Medien. Lediglich 17 Prozent der Schüler fühlen sich von ihren Lehrern auf die Anforderungen einer digitalen Arbeits- und Lebenswelt vorbereitet.

Rechner
Ich bin in der Regel zwei Tage pro Woche an deutschen Schulen mit meinen Schulungen zur Medienkompetenz unterwegs. Dort unterrichte ich Schüler, Lehrer und Eltern zu diesem wichtigen Thema. In der Vorbereitung spreche ich immer wieder mit Direktoren zum Thema Digitalisierung. Ich kann die Ergebnisse der Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag von Microsoft bestätigen. Demnach sind Lehrer zwar zunehmend bereit, digitale Medien im Unterricht einzusetzen, schöpfen die Möglichkeiten neuer Technologien jedoch längst nicht voll aus. Allerdings muss auch gesagt werden: Die Digitalisierung als Vorbereitung für die digitale Arbeits- und Lebenswelt steht nicht auf dem Lehrplan der Schulen. Insoweit ist die Kritik der Schüler zwar verständlich, aber nur bedingt gerechtfertigt. Die Frage in der Umfrage von Microsoft ist damit falsch gestellt.
Aber Microsoft hat vollkommen recht, wenn das Unternehmen schreibt: „Bildung ist die Voraussetzung für ein Digitales Wirtschaftswunder.“ Es ist richtig: Schon bald erfordern rund 90 Prozent aller Berufe digitale Kompetenzen, betont die EU-Kommission. Darauf muss sich unser Bildungssystem einstellen und Schülern das notwendige Rüstzeug vermitteln. Lehrer spielen hier eine Schlüsselrolle. Aber Leute, die Lehrer müssen den Lehrplan durchbekommen. Wichtiger wäre, die Lehrpläne der einzelnen Kultusministerien in Richtung Digitalisierung zu reformieren.
Doch wie gut können Lehrer diese Digitalisierung im Moment ausfüllen? Dazu hat das Meinungsforschungsinstitut YouGov im Auftrag von Microsoft 500 Schüler aller Altersklassen befragt. Demnach setzen immerhin 69 Prozent der Lehrer mehrmals pro Woche digitale Medien im Unterricht ein, und 59 Prozent der Schüler sagen, dass ihre Lehrer zunehmend zum Einsatz digitaler Medien im Unterricht bereit sind. Das bedeutet jedoch nicht das Ende der „Kreidezeit“. 58 Prozent der Schüler finden, dass Lehrer ihren Unterrichtsstil kaum oder gar nicht verändern, wenn sie mit digitalen Medien arbeiten. Und nur 28 Prozent sagen, dass Lehrer ihnen helfen, selbständig den Umgang mit digitalen Medien zu lernen.

Mehr Kreativität im Umgang mit digitalen Medien
„In der Lehrerausbildung muss mehr Gewicht auf den kreativen Umgang mit neuen Technologien gelegt werden“, fordert Renate Radon, Senior Director Public Sector und Mitglied der Geschäftsleitung bei Microsoft Deutschland. „Digitale Medien ermöglichen lebendigere Lernerfahrungen, nachhaltigere Lernerfolge und vor allem auch eine Individualisierung des Lernens. Damit könnten digitale Technologien viel zur Motivation der Schüler und letztlich zu mehr Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit in Deutschland beitragen.“ Da hat MS völlig recht, aber die Realität in deutschen Lehrplänen sieht leider anders aus.

Ein neues Rollenverständnis für Lehrer
Lehrer sind durchaus digital affin, meint Prof. Dr. Stefan Aufenanger, Professor für Erziehungswissenschaft und Medienpädagogik an der Universität Mainz, doch es fehlt vielfach an Sensibilität für das Potential neuer Technologien. Er fordert deshalb einen höheren Stellenwert der Didaktik in der Hochschule und ein neues Rollenverständnis von Lehrern: „Letztlich geht es nicht um ‚Lernen mit neuen Medien‘, sondern um ‚neues Lernen mit Medien‘. Dabei muss sich die Rolle des Lehrers vom Wissensvermittler hin zum Begleiter individueller Lernprozesse wandeln“, so Aufenanger. Auch sollten sich nach seiner Meinung Lehrer untereinander viel mehr vernetzen und austauschen. Damit hat auch Miriam Gronert, Lehrerin an der Gesamtschule im Gartenreich, Oranienbaum-Wörlitz, sehr gute Erfahrungen gemacht. Sie vermittelt ihren Schülern Unterrichtsinhalte auch über Social Media Kanäle, per Skype oder mit Computerspielen, ist mit digital-affinen Kollegen auf der ganzen Welt vernetzt und schreibt einen Blog über ihre Unterrichtserfahrungen. Die eigene Präsenz im Netz verleihe ihr gegenüber ihren Schülern durchaus mehr Glaubwürdigkeit, meint Gronert. Anderen Kollegen trauen Schüler nicht so viel zu: Laut YouGov-Umfrage sagen 71 Prozent, dass sich ihre Lehrer nicht mit Social Media auskennen, 62 Prozent meinen, dass ihre Lehrer kein Smartboard bedienen können. Generell halten 43 Prozent der Schüler ihre Lehrer für wenig oder gar nicht kompetent im Umgang mit neuen Medien.

Kognitive Grundlage für die Gesellschaft 4.0
Die Bedeutung digitaler Bildung nicht nur für den Einzelnen, sondern für die gesamte Gesellschaft betont Dr. Irene Seling, stellvertretende Abteilungsleiterin Bildung/Berufliche Bildung bei der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände. Ihr ist es wichtig, dass die kognitive Grundlage gelegt wird, um den Wandel zur Industrie 4.0 und zur Gesellschaft 4.0 erfolgreich zu meistern. Beim Thema bessere Bildung und lebenslanges Lernen besteht nach ihrer Ansicht „noch ein erheblicher Qualifizierungs- und Anpassungsbedarf auf allen Stufen des Bildungssystems“. Das empfinden auch die Schüler so: Nur 17 Prozent fühlen sich von ihren Lehrern auf die Anforderungen der digitalen Arbeits- und Lebenswelt vorbereitet.

Feste Klassenzimmer für Lehrer oder für Schüler?

19. Juni 2015
Klassenzimmer in Erfurt bei meinem Besuch.

Klassenzimmer in Erfurt bei meinem Besuch.

In der jüngsten Zeit habe ich in meinen Schulungen wieder viel mit Lehrern und Schülern zu tun gehabt. Dabei war ich auch an unterschiedlichen Schulen unterwegs und dort sind mir grundsätzliche Unterschiede in den Klassenzimmern aufgefallen. Es gab Schulen, bei denen die Schüler feste Klassenzimmer haben und die Lehrer wechseln und es gab Schulen, bei denen die Lehrer feste Klassenzimmer haben und die Schüler wandern.
Wenn ich an meine Schulzeit zurückdenke, da hatten wir einen festen Klassenraum. Der war mit Postern dekoriert und war am Ende des Schultages komplett vermüllt. Die Lehrer mussten zu uns in den Unterricht kommen. Ausnahmen waren Chemie, Physik, Bio, Kunst, Musik und freilich Sport. Da mussten wir unseren Astralkörper zu den Lehrern in die Fachräume bewegen.

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Dieses System wird von vielen Schulen weiterhin aufrechterhalten. Aber es gibt auch neue Ansätze, die mir sehr gut gefallen. Ein modernes Klassenzimmer enthält heute Beamer, Rechner, Internet und auch Smartboards. Und ich habe subjektiv festgestellt: Wenn es feste Klassenräume für Lehrer gibt, dann funktioniert diese Technik. Die Lehrer kümmern sich um ihre Ausrüstung und kennen sich damit aus. Es fehlt kein VGA- oder HDMI-Kabel und es geht keine Zeit verloren, bis der Unterricht beginnt. Die Lehrer haben ihre Unterrichtsmaterialien eingespielt und begrüßen die Schüler mit einer Präsentation oder einem lustigen YouTube-Video zum Einstieg. Es müssen nicht extra Bücher aus Bibliotheken besorgt werden. Da geht wieder wertvolle Unterrichtszeit verloren, sondern der Büchersatz steht im Klassenzimmer bereit und ist gepflegt. Die Verantwortung geht auf den Lehrer über und er hält seinen Laden/Klassenzimmer in Schuss.
Und ich habe festgestellt, dass die Klassenzimmer sauberer sind. Es liegt kein Müll herum, denn die Lehrer haben ein Auge auf ihren Raum, schließlich sind sie für diesen Raum alleine verantwortlich. Allerdings gibt es weniger Poster an der Wand, wie zu meiner Schulzeit. Und ich glaube, dieses System braucht mehr Räume.
All dies sind rein subjektive Eindrücke von mir. Mich würde mal eure Einschätzung interessieren. Habt ihr Erfahrungen oder Meinungen dazu?

TV-Nachrichten an Schulmonitor beim Schwarzen Brett

4. Juni 2015

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Immer wieder bin ich beruflich in Schulen im ganzen Bundesgebiet unterwegs. Und immer mehr fallen mir die Monitore in den Aulen auf. Dort werden natürlich die Stundenplanänderungen bekannt gegeben. Aber dort ist noch mehr zu finden: Es laufen auf diesen Monitoren Nachrichtensendungen – das finde ich prima.
Die Freistunden wurden zu meiner analogen Schulzeit noch mit DIN A6-großen Zetteln ans Schwarze Brett geheftet. Das ist lange her, Die Schwarzen Bretter von heute sind Flachbildschirme. Sie werden zentral vom Sekretariat bedient.
Die Schüler versammeln sich davor nicht nur, wegen Raum- und Stundenplanverschiebungen. So mancher Schüler bleibt auch stehen und studiert aufmerksam die aktuellen Tagesnachrichten. Bisher habe ich meist ntv als Fernsender entdeckt. Börsenkurse sind bei den Schülern weniger der Renner als vielmehr aktuelle Meldungen, wie beispielsweise der Bahnstreik oder Fußball.
Natürlich sind diese Sendungen eine Art von Häppchen-Journalismus, zumal meist auch kein Ton läuft, um den Schulbetrieb nicht zu stören. Aber ich bin schon froh, dass Schüler so an Nachrichten herangeführt werden. Nachdem sie in bayerischen Schulen kein Handy als Informations- und Recherchequellen offen nutzen dürfen, kommt so wenigstens etwas aktuelle Information über lineares Fernsehen bei den Schülern an.
Interessant ist aber auch, dass diese Schulmonitore als Ausspielkanal für Schulfernsehen genutzt wird. Darüber werde ich gesondert mal bloggen.

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So erlebte ich die Sonnenfinsternis #SoFi

21. März 2015

Im Grunde war es meine Frau, die das Projekt Sonnenfinsternis in unserer Familie strategisch anging. Schon vor Wochen sprach sie beim Abendessen das Thema an und erinnerte mich, wie begeistert wir bei der totalen Sonnenfinsternis im Jahre 1999 waren. Das stimmt und schon war ich Feuer und Flamme. Und nachdem auch meine Twitter-Kontakte @astrozwerge und @DLR_next auf diesen Tag hinfieberten, ließ ich mich anstecken und war begeistert. Beim Optiker meines Vertrauens bestellte ich rechtzeitig vier Pappbrillen für die ganze Familie, damit der Blick in die Sonne ungefährlich ist.

Ich besorgte rechtzeitig vier Brillen für die Familie.

Ich besorgte rechtzeitig vier Brillen für die Familie.

Ganz entspannt sammelten wir Material und sprachen in der Familie immer wieder über das Thema. Meine Frau informierte die Schule von K1/2, die von der Sonnenfinsternis freilich nichts wusste. Also brachte die Gattin den Stein auch an der Schule ins Rollen.

Bei meinem Optiker waren die Brillen schnell ausverkauft.

Bei meinem Optiker waren die Brillen schnell ausverkauft.

Tage vor der Sonnenfinsternis begann um uns herum die Hektik. Verzweifelt gingen die Leute auf die Suche nach Pappbrillen. Bei den Optikern und auch bei Amazon waren die Brillen ausverkauft. Ich war zufällig bei meinem Optiker wegen neuen Gläsern und das Telefon klingelte die ganze Zeit. Bei eBay kam es zu astronomischen Preisen für die Pappbrillen – Achtung Wortspiel. Durchs Netz geisterten Bauanleitungen und Alternativen, doch wir lehnten uns gelassen zurück. Wir hatten ja unsere Brillen. Ich habe sogar gelesen, dass ein Optiker 3D-Brillen verkauft hatte, weil er sich bei der Bestellung geirrt hat. So viel zur fachlichen Qualität dieses Handwerkers. Ich kramte eine Rot-Grün-Brille heraus und postete sie zum Spaß in soziale Netzwerke und bekam auch Belehrungen der Community zurück. Leute, war doch nur Spaß.

Ich hab nur Spaß gemacht mit meiner 3D-Brille: Ich und 3D, haha

Ich hab nur Spaß gemacht mit meiner 3D-Brille: Ich und 3D, haha

Aber es war nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen bei mir. Ich wollte eigentlich ein paar Bilder mit der Nikon schießen. Aber dafür brauche ich einen speziellen Slim Graufilter ND1000. Meinen Filter fand ich nicht mehr, also schnell einen bei Amazon bestellt, der auch am Freitag eintreffen sollte. Die örtlichen Fotogeschäfte hatten keinen mehr mit 77 mm Durchmesser. Amazon verschickte, aber DPD versagte. Eigentlich hat der Dienstleister eine Abstellgenehmigung, aber Pustekuchen. Der Filter kam nicht bei mir an – jetzt fährt er irgendwo zwischen DPD-Lager und meinem Wohnort hin und her. Bedeutete im Endeffekt, keine Bilder von der Sonnenfinsternis.

Google hat einfach Humor - das Doodle zur #SoFi

Google hat einfach Humor – das Doodle zur #SoFi

Am Tag der SoFi hatte Google ein besonderes Doodle geschaltet. Die Leute bei Google haben einen guten Humor. Gut so. Als die partielle Sonnenfinsternis bei uns begann, beobachtete ich im Netz ihr Voranschreiten. Bresser, ein von mir bevorzugter Hersteller für optische Geräte wie Teleskope und Mikroskope, bot einen Live-Stream im Netz an. Dieser scheiterte, weil Nebel über der Beobachtungsstelle war. Pech.

Bresser hatte einfach Pech mit dem Wetter.

Bresser hatte einfach Pech mit dem Wetter.

Ich wechselte als Patriot zum Stream des Bayerischen Fernsehens, der aber nach Sekunden abbrach. Statt Bilder von der Sternwarte des Deutschen Museums zu zeigen, kam nur ein Störungshinweis – mein Dank als Gebührenzahler gilt dem BR. Die ARD brachte dann einen Stream vom NDR, der scheinbar eher etwas von Übertragungstechnik versteht – soweit zu Laptop und Lederhosen.


Ich genoss die Sonnenfinisternis auf der Terrasse zusammen mit meiner Frau. Brille auf und Musik an – ich wählte Richard Strauss Also sprach Zarathustra, genau wie bei 2001 von Kubrick. Am Höhepunkt der partiellen Sonnenfinsternis wurde es merklich dunkler und auch die Vögel verstummten. Schlagartige Ruhe breitete sich in der Natur aus. Und es wurde kälter. Wie muss so ein Naturschauspiel auf unaufklärte Menschen des Mittelalters gewirkt haben? Der Enegieblackout blieb aus, wohl doch eher Panikmache der Energieversorger und der Massenmedien. Ich fand die Sonnenfinsternis einfach toll. Als Retro-Gamer sah ich einen großen Pac Man am Himmel, der das Maul öffnete.

Ich genoss die Sonnenfinsternis im Garten.

Ich genoss die Sonnenfinsternis im Garten.

Und ich musste auch über das Netz schmunzeln. Am besten fand ich die Titelseite der taz, die eine Islamisierung des Himmels sah, weil ein Halbmond nun über uns sei. Großartig. Als Apple-Fanboy musste ich lachen, als durchs Netz die Behauptung ging, Apple werde die Sonnenfinsternis verklagen. Wieder großartig.

Als Apple Fanboy musste ich lachen.

Als Apple Fanboy musste ich lachen.

Bei K1/2 in der Schule gab es auch eine Überraschung. Im Fach Religion schrieb K2 zum Start der Sonnenfinsternis gleich mal eine Religion-Ex. Anstatt dass der katholische Religionslehrer das Phänomen Aberglaube und Ängste früherer Zeiten bei einer Sonnenfinsternis pädagogisch vermittelte, prüfte er Stoff zum Thema Kirchenjahr ab. Mir völlig unverständlich und zeigt wieder das bayerische Bildungssystem von seiner schlimmsten Seite. In der Pause durften nur die Kinder mit SoFi-Brille raus und in die Sonne schauen. Der Rest blieb im Schulgebäude. Einige Lehrer hatten rechtzeitig Bestellungen für SoFi-Brillen gemacht, der Rest von Schülern und Lehrern ging leer aus. Gut, dass K1/2 von der Gattin mit entsprechenden Brillen ausgestattet wurden. Ich schrieb es ja zu Beginn: Im Grunde war es meine Frau, die das Projekt Sonnenfinsternis in unserer Familie strategisch anging.

Ich genoss ein großartiges Erlebnis.

Ich genoss ein großartiges Erlebnis.

Medienkompetenz Fehlanzeige – wie ich am Deutschunterricht verzweifle

12. März 2015

Ich habe beruflich viel mit Schulen und damit mit Lehrern zu tun und habe so manche Eigenart kennengelernt. Es gibt solche und solche. Nun wieder eine neue Variante zum Thema Schule und dieses Mal betraf es ein Familienmitglied K2.
K2 nimmt gerade das Thema Märchen in der Unterstufe am Gymnasium durch und hatte als Hausaufgabe auf, ein Märchen selbst zu schreiben. Das kann K2 und erzählte über zwei handgeschriebene Seiten ein nettes Märchen, so richtig mit König und Königin und böser Hexe. Das Kind hat Talent, so der stolze Vater.
Dann kam die nächste Hausaufgabe der Deutschlehrerin. Die Kinder sollen ihr Märchen am Computer setzen und die Vorgaben lieferte die Lehrerin auch gleich mit: Als Schriftart gab die Deutschlehrerin Lucida Calligraphy in 11 Punkt vor. Die Überschrift war bold und unterstrichen in 12 Punkt und anschließend zwei Leerzeilen. Der Text sei linksbündig zu setzen und die Seitenränder sollen normal sein. Der erste Buchstabe des Fließtextes ist in Bold und 14 Punkt. Oh!

Die Vorgaben fein sauber von K2 erfasst.

Die Vorgaben fein sauber von K2 erfasst.

Heraus kommt, gelinge gesagt, ein typografisches Schlachtfeld. Lucida Calligraphy als Fließschrift ist ein Verbrecher und ich bekomme Augenkrebs. Die Angaben wie „Seitenränder normal“ sind eine Katastrophe. „Papa, was sind denn normale Seitenränder?“ lautete richtig die Frage von K2. Aber der Abschuss war für mich die Schriftart Lucida Calligraphy. Diese Vorgabe sorgte für die Mitschüler von K2 für Unruhe. Und wir wissen ja, wie Kinder sind: Sie wollen es richtig machen und das Wort der Lehrerin in diesem Alter ist Gesetz.
Lucida Calligraphy ist wohl eine Systemschrift von Mircosoft. Wer MS Office benutzt, hat wohl diese Schrift installiert. Tja und wer beispielsweise ein Open Source-Textverarbeitungsprogramm wie Libre Office nutzt, der schaut blöd. Was bildet sich die Lehrerin ein? Nicht jeder hat MS Office im Einsatz und hat dazu seine Gründe. Aber das kann sich die Frau Lehrerin wohl nicht vorstellen. In ihrer typografischen Welt gibt es Windows und Office – und wahrscheinlich Comic Sans (aber ich will hier nicht böse werden). Über Comic Sans habe ich mich hier und hier schon ausgelassen.
Also hatte die Familie zwei Möglichkeiten in Bezug auf den Einsatz von Lucida Calligraphy, eigentlich waren es drei. Zum einen kann ich die Schriftart für 35 Euro kaufen. Nee, wirklich nicht. Nicht diese hässliche Schrift, die ich niemals wieder einsetzen werde.

35 Euro ist mir Lucida Calligraph nicht wert.

35 Euro ist mir Lucida Calligraph nicht wert.

Dann könnte ich Lucida Calligraphy noch illegal aus dem Netz ziehen. Also richtig schön strafbar machen. Bei der BSA kommt Freude auf. Kommt also auch nicht in Frage.
Als dritte Möglichkeit war noch die Suche auf alten Rechnern im Keller, auf denen eine Mac-Version von Office installiert war. Dort war die Schrift dann zu finden.
Die Klassenkameraden diskutierten inzwischen am Nachmittag, welche Textverarbeitung sie verwenden können. Sie wussten nicht den Unterschied zwischen Textverarbeitung und Schrifteninstallation. Für sie hängt eine Schrift an der Software. Hier tut Medienkompetenz Not. Aber noch mehr sollte meiner Meinung nach die Deutschlehrerin Medienkompetenz verordnet bekommen.

Zwei Seiten Text wurden von K2 einfach via Siri erfasst und Zeit gespart.

Zwei Seiten Text wurden von K2 einfach via Siri erfasst und Zeit gespart.

Interessant war auch die Idee der Lehrerin einen handgeschriebenen Text von einem Unterstufler mit dem Rechner abschreiben zu lassen. Zwei Seiten Text können hier eine Ewigkeit bedeuten. K2 hat in den jungen Jahren noch kein Zehn-Finger-System gelernt, sondern arbeitet eher mit der Methode Adlerkreis-Suchsystem. Das kann also dauern. Aber K2 ist ein Kind des 21. Jahrhunderts. K2 diktierte den handgeschriebenen Text in Siri ins iPhone und Siri tippte den Text für K2. Das sparte uns Stunden und vor allem Nerven. Anschließend wurde der digitale Text mit der Cloud sychronisiert und in das Textverarbeitungsprogramm geladen und nach Wunsch der Pädagogin formatiert. K2 ist eben mein Kind.

Update: Einen Tage später kam es wohl zu einem massiven Protest der Kinder wegen der schrecklichen Lucida Calligraphy. Die Kinder hatten diese Schrift nicht auf den heimischen Rechnern ihrer Eltern gefunden. Neue Vorgaben der Lehrerin: Die Kinder könnten jetzt eine Schrift nehmen, die ihnen gefällt. Danke, dafür dass ich im Keller nach Lucida Calligraph eine gefühlte Ewigkeit suchen durfte.

Sichere Dropbox-Alternative PowerFolder jetzt kostenlos für deutsche Schulen

15. Januar 2015
PowerFolder gibt es für Schulen nun kostenlos.

PowerFolder gibt es für Schulen nun kostenlos.

Trotz massiver Datenschutzbedenken verwenden zahlreiche Lehrer immernoch Dropbox als Datenspeicher. Bei meinen Seminaren empfehle ich immer eine sichere, deutsche Alternative, die deutschen Datenschutz unterliegt: PowerFolder.
Und was mich besonders freut, ab sofort gibt es die Software PowerFolder kostenlos für alle Schüler der Sekundarstufen I und II.
Das Bildungsministerium möchte mehr Lehrer für neue Medien begeistern und die Schüler fördern. Deshalb gibt es die Lizenz für die Sync- und Share-Software PowerFolder ab sofort kostenlos.
Die Schulen profitieren gleich mehrfach. Mit PowerFolder können Lehrer beispielsweise die Hausaufgaben mit einem Klick direkt an die Schüler verteilen – auf die heimischen PC´s, auf Tablets oder andere mobile Endgeräte. Die Daten sind jederzeit abrufbar, auch unterwegs. Gleichzeitig arbeiten die Schüler mit modernster Software und werden so an neue Medien, die in der Arbeitswelt längst etabliert sind, herangeführt. PowerFolder wird wegen seiner Zuverlässigkeit und Flexibilität bereits seit vielen Jahren in Universitäten, in Behörden oder in mittelständischen Betrieben genutzt. Laut Aussagen von Powerfolder hat man alle notwendigen ISO-Zertifikate für Schulen. Ein Referenzkunde in Bayern ist beispielsweise das Leibniz-Rechenzentrum der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, also eine Top-Adresse.
Die aktuelle Vergleichsstudie ICILS (International Computer- and Information Literacy Study) wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Die Forscher warnen: „Etwa 40 Prozent der Lehrpersonen in Deutschland, die in der achten Jahrgangsstufe unterrichten, bewerten die vorhandene technische Ausstattung an ihren Schulen als veraltet.“ Zudem sei die „Häufigkeit der schulischen Computernutzung in Deutschland im internationalen Vergleich unterdurchschnittlich.“
Deshalb müssten neue Technologien gezielt und regelmäßig im Unterricht genutzt werden, der Erwerb computer- und informationsbezogener Kompetenzen durch den Einsatz neuer Technologien gefördert und die IT-Ausstattung der Schulen verbessert werden – mit modernen Technologien die unterrichtsnah verfügbar sind. Ich mache in meinen Schulungen zur Medienkompetenz nichts anderes.
Wichtig ist Sicherheit: Mit dem Einsatz der Software PowerFolder halten sich die Schulen an geltendes Recht. Nach dem Telekommunikationsgesetz sind Institutionen und Unternehmen in Deutschland gesetzlich verpflichtet, den Datenschutz und das Fernmeldegeheimnis einzuhalten. Mit PowerFolder ist das garantiert. Denn anders als bei anderen Cloud-Diensten bleiben die Daten auf den Schul- oder Lehrerservern, sie werden nicht bei anderen Unternehmen gespeichert oder verlassen gar das Land.

Psychologie des Bewertens – Empfehlungsmarketing – jetzt wird bewertet

10. Dezember 2014

Während wir früher Reisemagazine und Bücher gewälzt haben, um zu wissen, welches das beste Hotel am Urlaubsort ist, schauen wir heute ins Netz. Bewertungen entscheiden darüber, ob wir eine Reise buchen oder ein Musikalbum kaufen. Die Bewertungen bei Amazon sind heute für einen Kauf entscheidend. Was denken andere Fans über das Produkt. Was früher Mundpropaganda hieß, nennt sich heuet Empfehlungsmarketing und es durchzieht alle Bereiche des Lebens: Einkauf, Reisen, Arzt, Uni, Schule und und und
In der Studie „Die Psychologie des Bewertens“ hat die TOMORROW FOCUS AG über 3.000 Internetnutzer zum Thema Online-Bewertungen befragt. Die zentralen Ergebnisse: Das Top-Thema für Bewertungen ist Reise. Die Hauptmotivation der Befragten ist, anderen mit ihrer Bewertung zu helfen. Die große Mehrheit bewertet vor allem positiv. Frauen bewerten etwas häufiger positiv als Männer. Bewertungen haben außerdem großen Einfluss auf die Relevanz eines Produkts oder einer Dienstleistung: Sie steigern das Vertrauen, geben Orientierung und haben Einfluss auf die Kaufentscheidung. Zum Schreiben und Lesen von Bewertungen nutzen die Befragten vor allem ihr Laptop. Aber auch Smartphone und Tablet werden bereits von knapp einem Viertel der Befragten zum Bewerten genutzt. Kann ich im Grunde bestätigen. Bei meinen Seminaren übernachte ich viel in Hotels. Bevor es aber ans Auspacken geht, drehe ich ab und zu mal ein Video von meinem Zimmer. Es ist eine Art spontaner Hotel- und Zimmercheck, der nicht den Anspruch auf Vollständigkeit hat. Es sind nur spontane Eindrücke, die ich sammle. Auch eine Art von Bewertungen, die gut laufen.

Bewertet wird mehrheitlich positiv
74,4 Prozent der Befragten haben schon mal eine Online-Bewertung abgegeben. Knapp ein Drittel davon (32,0 Prozent) tun dies „oft“ „sehr oft“ oder „immer“, 47,0 Prozent „manchmal“, 21,0 Prozent „selten“. Bewerten ist weder Frauen- noch Männersache – beide Geschlechter bewerten ähnlich häufig: 30,7 Prozent der Männer und 33,0 Prozent der Frauen bewerten „oft“, „sehr oft“ oder „immer“. 78,2 Prozent aller Befragten bestätigen, dass ihre Bewertungen mehrheitlich positiv sind – unter den Frauen ist der Anteil mit 81,9 Prozent höher als unter den Männer mit 73,9 Prozent. Dafür geben etwas mehr Männer an, neutral zu bewerten (19,1 Prozent vs. 13,1 Prozent). 98,3 Prozent der Befragten geben weiterhin an, dass sie versuchen beim Bewerten fair zu sein.
Bewertungen werden etwas häufiger von älteren und von westdeutschen Usern abgegeben: Mehr Befragte, die 35 oder älter sind, bewerten „immer“ bis „oft“ als die unter 35-Jährigen (33,3 Prozent vs.  28,1 Prozent). 31,8 Prozent der Befragten im Westen geben „immer“ bis „oft“ Bewertungen ab – im Gegensatz zu 27,4 Prozent im Osten.
Die Befragten, die keine Online-Bewertungen abgeben, nennen am häufigsten folgende Gründe dafür: „Ich lese lieber Bewertungen, als selbst welche zu Schreiben“ (34,5 Prozent) und „Ist mir zu aufwendig“ (21,0 Prozent). Bei den unter 35-Jährigen werden diese Gründe häufiger genannt als bei den über 35-Jährigen.

Top-Thema: Reisen
61,7 Prozent aller Befragten haben schon einmal eine Reise/ein Hotel bewertet. Das ist die häufigste Nennung auf die Frage nach dem Thema der Bewertung. Danach folgen Online-Händler (61,3 Prozent), Restaurants (46,9 Prozent), Ärzte (35,9 Prozent), Elektronik (34,7 Prozent) und Kleidung (34,3 Prozent). Die Themen Reise, Ärzte, Kleidung und Restaurants werden mehrheitlich von Frauen bewertet (Reise: 64 Prozent Frauen vs. 58,9 Prozent Männer, Ärzte: 40,3 Prozent Frauen vs. 30,7 Prozent Männer, Kleidung: 46,2 Prozent Frauen vs. 20,2 Prozent Männer, Restaurants: 49,6 Prozent Frauen vs. 43,6 Prozent Männer). Bei den Männern sind es die Themen Online-Händler und Elektronik (Online Händler: 63,4 Prozent Männer vs. 59,5 Prozent Frauen und Elektronik: 41,0 Prozent Männer vs. 29,0 Prozent Frauen). Vor allem die Themen Restaurants und Kleidung werden, mehr von den Jüngeren bewertet (Restaurants: unter 35-Jährigen: 54,3 Prozent vs. über 35-Jährigen: 44,0 Prozent, Kleidung: unter 35-Jährigen: 45,4 Prozent vs. über 35-Jährigen: 30,5 Prozent).

Typologie der Befragten: „Der Helfer“ liegt vorn
Aus den Angaben auf die Frage warum bewertet wird, wurden Typologien abgeleitet. Diese vier Typen sind die Meistgenannten:
Am stärksten vertreten ist „Der Helfer“: 45 Prozent der Befragten geben eine Bewertung ab, um anderen zu helfen. Diesem Typ gehören tendenziell mehr Frauen (46,7 Prozent) als Männer (43,0 Prozent) an und mehr jüngere Befragte als Ältere (51,2 Prozent vs. 43,0 Prozent). Dieser Typ bewertet Elektronik (38,4 Prozent) und Kleidung (37,3 Prozent) deutlich öfter als die anderen Typen und gibt Bewertungen vor allem über den Laptop ab (62,6 Prozent „sehr oft“ und „oft“).
Auf Platz 2 folgt „Der Optimierer“: 18,0 Prozent der Befragten geben eine Bewertung ab, weil der Bewertete die Möglichkeit haben soll, sich zu verbessern bzw. seine gute Arbeit beizubehalten. Beim Optimierer zeigt sich ein fast ausgewogenes Geschlechterverhältnis (18,7 Prozent der Männer, 17,5 Prozent der Frauen). „Der Optimierer“ ist eher älter, 19,8 Prozent der über 35-Jährigen geben an der Typ Optimierer zu sein und nur 12,8 Prozent bei den unter 35-Jährigen. Relevant ist für diesen Typ das Thema Arzt, das er mit 38,8 Prozent öfter bewertet als die anderen Typen. Auch das Thema Elektronik bewertet er im Vergleich zu den anderen Typen häufig (63,7 Prozent). Außerdem bewertet der Optimierer mit 57,5 Prozent „sehr oft“ und „oft“ mit dem PC. Das ist mehr als die anderen Bewertungstypen. In der Tonalität weist der Optimierer mit 70,4 Prozent den kleinsten Anteil an positiven Bewertungen unter den Top-4-Typen auf und den größten Anteil an neutralen Bewertungen mit 24,2 Prozent.
„Der Emotionale“ belegt Platz 3: 16,6 Prozent der Befragten geben eine Bewertung ab, weil sie sich bei dem Bewerteten bedanken oder sich Luft machen wollen. Beim „Emotionalen“ ist das Geschlechterverhältnis ebenfalls fast ausgewogen (16,7 Prozent Frauen, 16,4 Prozent Männer). Er ist tendenziell älter (17,4 Prozent bei den über 35-Jährigen vs. 14,3 bei den unter 35-Jährigen) und interessiert sich mehr als die anderen Typen für die Themen Restaurants (49,1 Prozent) und Online-Händler (63,8 Prozent). Das Thema Elektronik bewertet er mit 27,1 Prozent deutlich seltener als die anderen Typen. Der Emotionale bewertet aber mit 83,1 Prozent am Häufigsten mehrheitlich positiv.
Der viert-meistgenannte Typ ist mit 11,0 Prozent „Der Motivator“. Er bewertet, weil er möchte, dass andere ebenfalls die bewerteten Produkte kaufen bzw. Dienstleistungen in Anspruch nehmen. Das Geschlechterverhältnis ist wie bei den vorherigen Typen ebenfalls fast ausgeglichen mit 11,2 Prozent bei den Männern und 10,8 Prozent bei den Frauen. Der Anteil der Motivatoren ist bei den Jüngeren mit 13,4 Prozent etwas höher als bei den älteren Befragten mit 10,1 Prozent. Der Motivator bewertet das Thema Reise mit 67,6 Prozent am Häufigsten unter den vier Bewertungstypen. 11,7 Prozent der Motivatoren haben angegeben mehrheitlich negativ zu Bewerten. Das ist der höchste Wert unter den genannten vier Bewertungstypen. Als einziger Typ ist er auch mit 13,3 Prozent vs. 10,6 Prozent öfter in den neuen Bundesländern vertreten, als in den Alten.

Drei Einflussfaktoren: Orientierung, Vertrauen und Kaufentscheidung
Die Studie zeigt, dass Bewertungen enormen Einfluss auf die Einstellung gegenüber einem Produkt oder einer Dienstleistung haben: 91,9 Prozent der Befragten sagen, dass ihnen Bewertungen Orientierung geben – das gilt für Männer und Frauen nahezu gleich stark (90,9 Prozent vs. 92,7 Prozent). Für die jüngeren Befragten sind Bewertungen als Orientierungsquelle ein wenig wichtiger (94,8 Prozent der unter 35-Jährigen vs. 90,9 Prozent der Älteren).
Ein weiterer wichtiger Einflussfaktor ist der Vertrauenszuwachs: 81,0 Prozent geben an, dass Bewertungen ihr Vertrauen steigern – bei Frauen (83,4 Prozent) etwas stärker als bei Männern (78,0 Prozent) und bei Jüngeren (90,1 Prozent) deutlich stärker als bei Älteren (77,6 Prozent).
Auch die Kaufentscheidung wird maßgeblich durch Bewertungen mitbestimmt: 78,3 Prozent der Befragten geben an, dass Bewertungen ihre Kaufentscheidung beeinflussen. Das bestätigen etwas mehr Frauen (80,2 Prozent) als Männer (76,0 Prozent) und deutlich mehr jüngere (88,7 Prozent) als ältere Befragte (74,4 Prozent).
Bei allen drei Einflussfaktoren haben etwas mehr Frauen als Männer und etwas mehr jüngere als ältere Befragte mit „stimme zu“ und „stimme voll und ganz zu“ geantwortet. Tendenziell haben Bewertungen demnach mehr Einfluss auf die jüngeren und die weiblichen Befragten.

Texte und Skalen dominieren
Die Befragten bevorzugen klassische Bewertungsformen: 97,5 Prozent finden Texte und 83,1 Prozent Skalen (Schulnoten, Durchschnittswerte etc.) bei Bewertungen im Netz „hilfreich“ und „sehr hilfreich“. Maßgeblich ist auch der visuelle Aspekt: Fotos (76,5 Prozent) und Videos (64,1 Prozent) sind beliebt. Letzteres gilt etwas mehr für die jüngeren Befragten: Mehr Jüngere als Ältere finden Fotos (80,7 Prozent vs. 75,2 Prozent) und Videos (67,5 Prozent vs. 62,8 Prozent) bei Bewertungen hilfreich. Frauen finden zudem Fotos hilfreicher als Männer (78,8 Prozent vs. 73,7 Prozent).

Ein Viertel nutzt Smartphone und Tablet
Die Nutzung von Laptops dominiert bei der Abgabe von Bewertungen: 71,7 Prozent bewerten „manchmal“, „oft“ und „sehr oft“ über ihr Laptop – Jüngere signifikant häufiger (77,7 Prozent) als Ältere (69,6 Prozent).
Auf Platz 2 der PC: 63,4 Prozent aller Befragten bewerten „manchmal“ bis „sehr oft“ über den PC. Wichtig ist der PC vor allem für die älteren Befragten: So verwenden 69,3 Prozent der Älteren und nur 47,7 Prozent der Jüngeren den PC „manchmal“ bis „sehr oft“  zum Abgeben von Bewertungen.
Das Tablet und das Smartphone werden bereits von etwa einem Viertel der Befragten zur Bewertungsabgabe genutzt: 24,9 Prozent bewerten „manchmal“ bis „sehr oft“ via Tablet und 24,4 Prozent via Smartphone. Deutlich mehr Befragte lesen allerdings „manchmal“ bis „sehr oft“ über das Smartphone (42,0 Prozent) und Tablet (33,7 Prozent) Bewertungen.
Außerdem verwenden mehr Jüngere als Ältere die mobilen Endgeräte. Besonders deutlich ist dieser Unterschied beim Smartphone. Es wird von 40,0 Prozent der unter 35-Jährigen und nur von 17,9 Prozent der über 35-Jährigen „sehr oft“ bis „manchmal“ zu Bewertungsabgabe genutzt. Beim Lesen von Bewertungen sind es sogar 72,4 Prozent bei den unter 35-Jährigen und 30,7 Prozent bei den über 35-Jährigen.

Infografik_20141204

Brauchen Lehrer digitale Nachhilfe?

2. Dezember 2014

Etwa ein- bis zweimal pro Woche bin ich an Schulen mit meinem Tag der Medienkompetenz unterwegs und schaffe es mit Erfolg, das Thema digitaler Wandel in die Familien zu bringen. Aufhänger ist natürlich das Thema Soziale Netzwerke, also Facebook, Whats App und Co. Ich halte das Thema Medienkompetenz für enorm wichtig und sehe massiven Handlungsbedarf – vor allem bei Eltern.

Vortrag im Hort der Lehrerfortbildung Dillingen.

Vortrag im Hort der Lehrerfortbildung Dillingen.

Neulich war ich im Hort der bayerischen Lehrerfortbildung zu Gast, in der Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung Dillingen, und habe Seminarlehrer zum Thema soziale Netzwerke fit gemacht. Es bewegt sich etwas bei dem Thema Medienkompetenz. Morgen bin ich in Berlin und spreche auf der Online Edca in der Hauptstadt und halte auf dem Schoolforum ein Implusreferat zu diesem Themenkomplex.
Da bekomme ich heute ein interessante Meldung von der D21 auf den Tisch. Inhalt: Lehrer haben ein Problem mit digitaler Medienkompetenz und brauchen Nachhilfe.

Abb.4_FortbldgTeilnahme_Lehrer
Medienkompetenz, also der souveräne Umgang mit Computern und dem Internet, gilt heute als Schlüsselqualifikation für einen chancenreichen Start ins Berufsleben. Digitale Bildung soll nach dem Willen der Bundesregierung deshalb in allen Schulstufen und Schulfächern Einzug halten. Die größte Herausforderung liegt bei den Lehrkräften: Über die Hälfte aller Lehrer in Deutschland ist 50 Jahre und älter. Mit fortschreitendem Alter nimmt digitale Souveränität im Bundesdurchschnitt rapide ab, das zeigt die Studie D21-Digital-Index 2014. Dem entsprechend beurteilen auch Lehrer über 50 ihre Computerkenntnisse als eher schlecht. Grundsätzlich gibt es nicht genügend ausreichend qualifizierte Lehrer, die Schülern den Umgang mit Medien, mit den eigenen Daten und mit Informationen im Netz vermitteln können, so sagt die Initiative D21. Die genaue Studie gibt es hier zum kostenlosen Download.
Ich stelle bei meinen Lehrerfortbildung fest, dass diese Äußerung mach Nachhilfe sehr pauschal ist. Es hängt von dem einzelnen Lehrer ab und Forderung „Lehrer müssen in die digitale Nachhilfe“ ist mir zu pauschal. Es gibt solche und solche Lehrer. Und weil jeder einen Lehrer in der Schule hatte, ist jeder bei dem Thema Experte. Dennoch: Nicht wegzudiskutieren ist aber die digitale Spaltung in den Lehrerzimmern. Freilich gehen Junglehrer und Referendare an das Thema anders heran, weil sie im Studium mit IT gearbeitet haben. Aber für mich ist es keine Sache zwischen jung und alt, sondern zwischen digital und analog. Und, es ist eine Sache, wie ernst ich meinen Beruf nehme. Es gibt Pädagogen, die nehmen ihren Beruf als Berufung und es gibt – sorry – einfach faule Menschen. Letztere haben mit ihrem Job geistig abgeschlossen und werden durch das Beamtenrecht geschützt. Es ist eine grundsätzliche Auffassung, wie ich meinen Beruf ansehe und darf nicht nur auf das Thema digitale Medien reduziert werden. Der Lehrerjob hat sich radikal verändert.
Ich stelle auch fest, dass der Verwaltungsaufwand in den Schulen enorm geworden ist. Das Rundschreiben des Kultusministerium ist eine Botschaft des Schreckens im besten Verwaltungsdeutsch. Andere Organisationsformen müssen sich an den Schulen etablieren und iPads und Co gehören endlich in den flächendeckenden Unterricht. Mensch, wir leben im 21. Jahrhundert.