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Podcast: „Wir dürfen uns von Rückschlägen nicht entmutigen lassen“

5. Juli 2026

Der Podcast „Hertlein und Lange“ des Landesinnungsverbandes Friseure und Kosmetiker Bayern widmet sich diesmal einem Thema, das weit über das Friseurhandwerk hinausreicht: der Zukunft der beruflichen Bildung. Im Mittelpunkt steht Christian Hertlein, Berufsbildungsexperte des Landesinnungsverbandes und des Zentralverbandes des Deutschen Friseurhandwerks. Im Gespräch mit Matthias J. Lange von redaktion42 spricht Hertlein offen über Schwächen des Bildungssystems, blockierte Reformansätze und die Frage, wie junge Menschen besser auf das Berufsleben vorbereitet werden können.

Hertleins Diagnose fällt deutlich aus. Das Bildungssystem stehe „auf ganz alten Füßen“ und brauche dringend Modernisierung. Zwar hätten die Verbände in der beruflichen Ausbildung Einfluss auf Rahmenbedingungen und Inhalte, doch gerade im theoretischen Unterricht der Berufsschulen und bei den allgemeinbildenden Fächern seien die Gestaltungsmöglichkeiten begrenzt. Dort werde aus seiner Sicht vielfach noch nach überkommenen Methoden gearbeitet. Die Lehrerinnen und Lehrer allein sieht Hertlein dabei nicht als Problem. Auch sie seien Teil eines Systems mit festen Vorgaben. Veränderung müsse deshalb auf mehreren Ebenen ansetzen: bei Schulen, Ministerien, Politik, Betrieben und Handwerksorganisationen.

Besonders kritisch blickt Hertlein auf das allgemeinbildende Schulsystem. Bayern gehöre im innerdeutschen Vergleich zwar zu den besseren Bildungssystemen, international aber sei das deutsche Modell kaum Vorbild. Das humboldtsche Bildungsideal, auf das sich das System gerne berufe, sei im Grundsatz richtig: Es gehe um Reflexionsfähigkeit, Anpassungsfähigkeit und Selbstbestimmung. Doch genau diese Fähigkeiten sehe er bei vielen jungen Menschen, die in die Ausbildung kommen, nicht ausreichend entwickelt. Für die berufliche Bildung sei das ein großes Problem. Wer eine Aufgabe ausführen, das eigene Ergebnis überprüfen und bei Bedarf den Weg korrigieren müsse, brauche genau diese Kompetenzen.

Hertlein kritisiert dabei nicht Allgemeinbildung an sich. Ein Grundbestand an Wissen sei selbstverständlich notwendig. Zugleich stellt er aber die Frage, ob manche Inhalte und Strukturen noch zur heutigen Lebenswirklichkeit passten. Als Beispiel nennt er den verpflichtenden Religionsunterricht an Berufsschulen. In Klassen, die kulturell und religiös sehr unterschiedlich zusammengesetzt seien, müsse man überlegen, ob nicht stärker Sozialkompetenz, Wertebildung und gesellschaftliches Zusammenleben im Mittelpunkt stehen sollten. Viele Defizite, die eigentlich früher aufgefangen werden müssten, landeten am Ende bei Berufsschulen und Ausbildungsbetrieben.

Ein konkreter Reformversuch im bayerischen Friseurhandwerk ist nach Hertleins Darstellung vorerst gescheitert. Geplant war ein Pilotprojekt für ein Berufsgrundschuljahr an einem Berufsschulstandort und in nur einer Klasse. Das erste Ausbildungsjahr sollte schulisch organisiert werden, um sprachliche Defizite, Sozialkompetenzen und berufliche Grundlagen gezielt zu stärken. Junge Menschen hätten dadurch besser vorbereitet in die Betriebe gehen können. Gleichzeitig sollten die Betriebe entlastet und Ausbildungsabbrüche in der schwierigen Anfangsphase reduziert werden. Der Standort sei vorbereitet gewesen, inklusive sozialpädagogischer Begleitung und Sprachförderung.

Trotzdem kam das Projekt nicht zustande. Hertlein sieht die Gründe weniger in fachlichen Einwänden als in handwerkspolitischen Widerständen. Innerhalb der Handwerksorganisation habe es die Sorge gegeben, ein solches Modell könne sich ausweiten und auch andere Gewerke erfassen. Man habe an der klassischen Vorstellung festhalten wollen, dass Ausbildung vor allem im Betrieb stattfindet. Hertlein betont, dass dieser Grundsatz des dualen Systems richtig sei. Angesichts veränderter Voraussetzungen bei vielen Jugendlichen hätte ein schulisch gestützter Einstieg aber helfen können, Lücken zu schließen und den Übergang in die Praxis erfolgreicher zu gestalten.

Die Verantwortung für Reformen sieht Hertlein vor allem bei der Politik. Solange dort signalisiert werde, das bestehende System solle im Wesentlichen bleiben, wie es ist, seien Veränderungen schwer durchzusetzen. Er fordert mehr Bereitschaft, über Landesgrenzen hinauszuschauen und von anderen Ländern zu lernen. Als Beispiel nennt er Skandinavien: Dort seien Erfahrungen mit Digitalisierung in Schulen bereits gemacht und teilweise korrigiert worden. Bayern stehe in diesem Bereich aus seiner Sicht an einem Punkt, an dem andere schon vor Jahren gewesen seien, nutze deren Erfahrungen aber zu wenig.

Auch in der Berufsschule gebe es Stellschrauben, die Wirkung entfalten könnten. Kleinere Klassen in den ersten Ausbildungsjahren wären nach Hertleins Einschätzung ein wichtiger Schritt. Doch dafür brauche es mehr Räume, mehr Lehrkräfte und damit mehr Geld. Ebenso müssten Lehrpläne und Unterrichtsstrukturen stärker auf die Bedürfnisse der Auszubildenden ausgerichtet werden. Fachtheoretischer Unterricht in Lernfeldern sei bereits ein Ansatz, weil dort verschiedene Aufgaben miteinander verzahnt würden. Was aber fehle, sei eine konsequente Entwicklung der Persönlichkeit, des Selbstbildes und der Fähigkeit, eigenständig und reflektiert zu handeln.

Auf Bundesebene sieht Hertlein ähnliche Probleme, aber unterschiedliche Lösungsansätze. In der beruflichen Bildung gebe es zwar bundesweite Rahmenlehrpläne, deren Umsetzung liege jedoch bei den Ländern. Dadurch entstünden Unterschiede, etwa bei theoretischen Prüfungen, die von Multiple-Choice-Aufgaben bis zu offenen handlungsorientierten Aufgaben reichten. Hertlein spricht von einer breiten Spannweite und auch von einem gewissen Nord-Süd-Gefälle: Während im Süden manches sehr anspruchsvoll angesetzt werde, sei man im Norden teils lockerer.

Trotz der Rückschläge will Hertlein nicht aufgeben. Das Berufsgrundschuljahr sei zwar mittelfristig vom Tisch, bleibe aber als Idee im Hintergrund. Politische Konstellationen und handelnde Personen könnten sich ändern. Entscheidend sei, die Diskussion weiterzuführen und immer wieder deutlich zu machen, dass das Bildungssystem junge Menschen besser auf Ausbildung und Beruf vorbereiten müsse. Hertlein zeigt sich enttäuscht über das Scheitern des Pilotprojekts, bleibt aber kämpferisch. Man werde weiter nach Lösungen suchen, auch wenn es zunächst nur kleine Schritte seien. Sein Fazit: Wer die Probleme erkenne, dürfe sich von einem Rückschlag nicht entmutigen lassen.

Sora ist da – Kreative lernt jetzt schnell um

11. Dezember 2024

OpenAI greift die Kreativbranche mit seinem revolutionären Text-to-Video-Tool „Sora“ an und wird das Medium Film auf den Kopf stellen. Derzeit sind die Filme, die die KI erzeugt, noch kurz, aber der Anfang ist gemacht. Sora ist Teil des Plus-Kontos und ohne zusätzliche Kosten nutzbar. Nutzer können bis zu 50 Videos in 480p-Auflösung oder eine geringere Anzahl in 720p pro Monat erstellen. Noch stellt dies keine Gefahr für Kino und Fernsehen dar – noch nicht.

Ein weiteres Manko: Die KI hat die Physik der Animationen noch nicht vollständig im Griff. Doch es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis auch diese technischen Herausforderungen gelöst sind. Wir stehen am Anfang einer Revolution für Kreative im Bereich Film – so meine feste Überzeugung. Filmemacher werden sich schnell anpassen müssen. Auch die Ausbildung im Bereich Film sollte sich ändern, und Filmhochschulen werden ihre Lehrpläne anpassen müssen, um dieser Entwicklung gerecht zu werden.

Laut OpenAI: „Sora baut auf den Erkenntnissen von DALL·E und GPT-Modellen auf und wurde entwickelt, um Menschen erweiterte Werkzeuge für das Geschichtenerzählen und kreative Ausdrucksformen zu geben.“ Aktuell ist das Tool jedoch nicht in der EU verfügbar. Die Gründe sind nicht bekannt. Es könnte sein, dass OpenAI zunächst Erfahrungen auf dem US-Markt sammeln möchte, oder dass der strenge Digital Data Act der EU eine Rolle spielt.

Tech-Experte Marques Brownlee hat sich auf seinem YouTube-Kanal mit Sora auseinandergesetzt und sowohl Potenziale als auch Probleme beleuchtet. Die Ergebnisse, die die KI liefert, sind beeindruckend. Es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, bis ganze Filme mit solchen Tools erstellt werden können. Das erinnert an die Zeit, als Pixar mit computergenerierten Animationen revolutionierte, während klassische Disney-Zeichner diese Technologie zunächst belächelten. Doch Toy Story fegte eine ganze Branche hinweg. Eine ähnliche Umwälzung könnte durch Sora und andere KI-Tools bevorstehen – davon bin ich überzeugt.

KI plündert Drehbücher
Die Situation verschärft sich zusätzlich, seit bekannt wurde, dass KI-Systeme mit Drehbüchern trainiert wurden. Diese Information wurde kürzlich durch einen Artikel im Atlantic veröffentlicht. Genau davor hatten die US-Drehbuchautoren bei ihrem Streik 2023 gewarnt. Trotz gegenteiliger Zusicherungen ist der Fall nun eingetreten: Mehr als 139.000 Drehbücher für Filme und Serien wurden als Trainingsmaterial verwendet.

Unter den genutzten Werken waren beispielsweise 700 Folgen von Die Simpsons und Futurama, 150 Folgen von Seinfeld, 45 Folgen von Twin Peaks sowie die kompletten Serien The Wire, Die Sopranos und Breaking Bad. Dabei lag der Fokus wohl vor allem auf den Dialogen, die künftig von Unternehmen wie Apple, Anthropic, Meta, Nvidia, Salesforce oder Bloomberg genutzt werden könnten.

Diese Praxis erinnert an den Umgang mit Bildarchiven, die bereits für KI-Modelle geplündert wurden. Angesichts dessen, dass viele Serien und Filme ohnehin nicht besonders innovativ oder kreativ sind, könnte die KI in Zukunft sogar selbst Drehbücher schreiben. Standardisierte Geschichten wie „Held liebt Heldin“ haben oft wenig mit echter Kreativität zu tun. Drehbuchautoren, die vor allem für Mainstream-Produktionen tätig sind, dürften sich auf drastische Veränderungen einstellen müssen.

Müssen Lehrer digitale Kompetenzen vermitteln? Digitalisierung in der Schule

7. März 2016

Ich will mich nicht an einem allgemeinen Lehrerbashing beteiligen, aber ernst nehme ich die aktuelle Umfrage von Microsoft schon. In punkto Digitalkompetenz stellen deutsche Schüler ihren Lehrern ein schlechtes Zeugnis aus: Nur acht Prozent halten die Mehrheit ihrer Lehrer für sehr kompetent im Umgang mit digitalen Medien. Lediglich 17 Prozent der Schüler fühlen sich von ihren Lehrern auf die Anforderungen einer digitalen Arbeits- und Lebenswelt vorbereitet.

Rechner
Ich bin in der Regel zwei Tage pro Woche an deutschen Schulen mit meinen Schulungen zur Medienkompetenz unterwegs. Dort unterrichte ich Schüler, Lehrer und Eltern zu diesem wichtigen Thema. In der Vorbereitung spreche ich immer wieder mit Direktoren zum Thema Digitalisierung. Ich kann die Ergebnisse der Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag von Microsoft bestätigen. Demnach sind Lehrer zwar zunehmend bereit, digitale Medien im Unterricht einzusetzen, schöpfen die Möglichkeiten neuer Technologien jedoch längst nicht voll aus. Allerdings muss auch gesagt werden: Die Digitalisierung als Vorbereitung für die digitale Arbeits- und Lebenswelt steht nicht auf dem Lehrplan der Schulen. Insoweit ist die Kritik der Schüler zwar verständlich, aber nur bedingt gerechtfertigt. Die Frage in der Umfrage von Microsoft ist damit falsch gestellt.
Aber Microsoft hat vollkommen recht, wenn das Unternehmen schreibt: „Bildung ist die Voraussetzung für ein Digitales Wirtschaftswunder.“ Es ist richtig: Schon bald erfordern rund 90 Prozent aller Berufe digitale Kompetenzen, betont die EU-Kommission. Darauf muss sich unser Bildungssystem einstellen und Schülern das notwendige Rüstzeug vermitteln. Lehrer spielen hier eine Schlüsselrolle. Aber Leute, die Lehrer müssen den Lehrplan durchbekommen. Wichtiger wäre, die Lehrpläne der einzelnen Kultusministerien in Richtung Digitalisierung zu reformieren.
Doch wie gut können Lehrer diese Digitalisierung im Moment ausfüllen? Dazu hat das Meinungsforschungsinstitut YouGov im Auftrag von Microsoft 500 Schüler aller Altersklassen befragt. Demnach setzen immerhin 69 Prozent der Lehrer mehrmals pro Woche digitale Medien im Unterricht ein, und 59 Prozent der Schüler sagen, dass ihre Lehrer zunehmend zum Einsatz digitaler Medien im Unterricht bereit sind. Das bedeutet jedoch nicht das Ende der „Kreidezeit“. 58 Prozent der Schüler finden, dass Lehrer ihren Unterrichtsstil kaum oder gar nicht verändern, wenn sie mit digitalen Medien arbeiten. Und nur 28 Prozent sagen, dass Lehrer ihnen helfen, selbständig den Umgang mit digitalen Medien zu lernen.

Mehr Kreativität im Umgang mit digitalen Medien
„In der Lehrerausbildung muss mehr Gewicht auf den kreativen Umgang mit neuen Technologien gelegt werden“, fordert Renate Radon, Senior Director Public Sector und Mitglied der Geschäftsleitung bei Microsoft Deutschland. „Digitale Medien ermöglichen lebendigere Lernerfahrungen, nachhaltigere Lernerfolge und vor allem auch eine Individualisierung des Lernens. Damit könnten digitale Technologien viel zur Motivation der Schüler und letztlich zu mehr Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit in Deutschland beitragen.“ Da hat MS völlig recht, aber die Realität in deutschen Lehrplänen sieht leider anders aus.

Ein neues Rollenverständnis für Lehrer
Lehrer sind durchaus digital affin, meint Prof. Dr. Stefan Aufenanger, Professor für Erziehungswissenschaft und Medienpädagogik an der Universität Mainz, doch es fehlt vielfach an Sensibilität für das Potential neuer Technologien. Er fordert deshalb einen höheren Stellenwert der Didaktik in der Hochschule und ein neues Rollenverständnis von Lehrern: „Letztlich geht es nicht um ‚Lernen mit neuen Medien‘, sondern um ‚neues Lernen mit Medien‘. Dabei muss sich die Rolle des Lehrers vom Wissensvermittler hin zum Begleiter individueller Lernprozesse wandeln“, so Aufenanger. Auch sollten sich nach seiner Meinung Lehrer untereinander viel mehr vernetzen und austauschen. Damit hat auch Miriam Gronert, Lehrerin an der Gesamtschule im Gartenreich, Oranienbaum-Wörlitz, sehr gute Erfahrungen gemacht. Sie vermittelt ihren Schülern Unterrichtsinhalte auch über Social Media Kanäle, per Skype oder mit Computerspielen, ist mit digital-affinen Kollegen auf der ganzen Welt vernetzt und schreibt einen Blog über ihre Unterrichtserfahrungen. Die eigene Präsenz im Netz verleihe ihr gegenüber ihren Schülern durchaus mehr Glaubwürdigkeit, meint Gronert. Anderen Kollegen trauen Schüler nicht so viel zu: Laut YouGov-Umfrage sagen 71 Prozent, dass sich ihre Lehrer nicht mit Social Media auskennen, 62 Prozent meinen, dass ihre Lehrer kein Smartboard bedienen können. Generell halten 43 Prozent der Schüler ihre Lehrer für wenig oder gar nicht kompetent im Umgang mit neuen Medien.

Kognitive Grundlage für die Gesellschaft 4.0
Die Bedeutung digitaler Bildung nicht nur für den Einzelnen, sondern für die gesamte Gesellschaft betont Dr. Irene Seling, stellvertretende Abteilungsleiterin Bildung/Berufliche Bildung bei der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände. Ihr ist es wichtig, dass die kognitive Grundlage gelegt wird, um den Wandel zur Industrie 4.0 und zur Gesellschaft 4.0 erfolgreich zu meistern. Beim Thema bessere Bildung und lebenslanges Lernen besteht nach ihrer Ansicht „noch ein erheblicher Qualifizierungs- und Anpassungsbedarf auf allen Stufen des Bildungssystems“. Das empfinden auch die Schüler so: Nur 17 Prozent fühlen sich von ihren Lehrern auf die Anforderungen der digitalen Arbeits- und Lebenswelt vorbereitet.

Start der Digital Journalism Camp-Tour

15. Juni 2010

Ab heute bin ich für die SAE unterwegs, um den neuen Studiengang Digital Journalism an verschiedenen SAE-Standorten vorzustellen. Wir wissen alle: Journalismus im Online-Zeitalter funktioniert anders als das klassische Handwerk. Heute kommt kaum jemand daran vorbei, journalistische Inhalte auch in digitaler Form aufbereiten zu müssen. Jeder wurde schon mit den veränderten Anforderungen durch z.B. Blogs, Pod- und Videocasts und Soziale Netzwerke konfrontiert. Daher war es eine gute Idee, den Studiengang Digital Journalism an den Start zu bringen und eine noch bessere Idee war es, mich als Berater und Trainer zu engagieren (das aber nur am Rande). Wer einmal vorbeischauen will, hier geht es zur Anmeldung zu meiner Digital Journalism Camp-Tour.

In diesem Studiengang will ich Qualitätsjournalismus im digitalen Umfeld lehren. Ich habe den Verdacht bei meinen Diskussionen mit meinen Print-Kollegen, dass Online immer mit Mülljournalismus und Print immer mit Qualitätsjournalismus gleichgesetzt wird. So richtig spricht das keiner aus, doch ich werde den Verdacht nicht los. Dabei ist diese Differenzierung ein absoluter Quatsch. Sowohl im Print- als auch im Onlinebereich gibt es Juwelen und es gibt absoluten Dreck. Online ist nur schneller und dadurch besteht die Gefahr, schneller Müll zu verbreiten, wenn ich keine Ahnung davon habe, was ich eigentlich mache. Dieser Gefahr gilt es mit einer soliden Ausbildung vorzubeugen. Dazu wurde ein Lehrplan durch die SAE erarbeitet, der alle Facetten des heutigen Journalistenlebens abbildet. Ich durfte bei diesem Lehrplan mitarbeiten. Dies bedeutet klassische Tätigkeiten wie Recherche, Quellenpflege, Schreiben verknüpft mit technischen Fertigkeiten wie Video- oder Audioschnitt. Hinzu kommt ein hohes Maß an Infos über Marketing und Vertrieb, unter anderem durch Social Media-Techniken.

Ich freue mich schon auf die Diskussionen mit den potenziellen Studenten und mit Kollegen, die sich schon für die Digital Journalism Camp-Tour angemeldet haben. Natürlich werde ich auch über die Tour berichten in einem eigenen Blog und meinen Twitteraccount.