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Die Revolution schreitet voran – vor 550 Jahren starb Gutenberg

3. Februar 2018
Diese Setzmaschine steht im Eingang des Nürnberger Zeitungsverlages.

Diese Setzmaschine steht im Eingang des Nürnberger Zeitungsverlages.

Heute vor 550 Jahren soll wohl Johannes Gutenberg verstorben sein. All zuviel weiß ich nicht über den Menschen, wohl aber, welche Revolution seine Erfindung des Buchdrucks ausgelöst hat. Der Buchdruck hat die damalige Welt auf dem Kopf gestellt. Die Wissenschaft, die Wirtschaft, die Wahrnehmung haben sich verändert. All das wissen wir heute. Und nun? Das Internet ist ebenso eine Revolution und verändert die Welt des 21. Jahrhunderts. Ich fordere für Sir Tim Berners-Lee ebenso eine Statue wie für den Revolutionär Johannes Gutenberg,


Und wie sind wir auf den gesellschaftlichen Wandel vorbereitet? Unsere Gesellschaft lebt weiter nach dem Motto: Das wird wohl nicht so schlimm sein. Doch, Freunde: Das Internet sorgt dafür, dass kein Stein mehr auf dem anderen bleiben wird. Die Revolution schreitet voran. Alles, aber auch wirklich alles wird sich verändern. Wer das nicht akzeptieren will (oder kann), für den habe ich die Bitte: Macht einfach den Weg frei, macht Platz für Veränderung.

Den Alten sage ich (und ich sage das als alter Mann mit fast 50 Jahren): Ihr habt eine Verantwortung für die Jüngeren, also bereitet sie mit eurem Wissen und eurer Erfahrung darauf vor und versucht nicht nur, alte Zöpfe weiter zu flechten.

Der Cube mit dem WWW. Foto: Coolcaesar at en.wikipedia

Der Cube mit dem WWW. Foto: Coolcaesar at en.wikipedia

Als ich mit dem ganzen Zeitungsjob begann, da war die Erfindung von Johannes Gutenberg noch allgegenwärtig. In den Druckereien sah ich noch klassische Setzmaschinen. Bei einem Besuch des Nürnberger Zeitungshauses traf ich auf eine alte Linotype im Foyer. Der Verleger Bruno Schnell, der gestern im Alter von 88 Jahren verstorben ist, hatte sie wohl aufstellen lassen. Vielleicht als Erinnerung, vielleicht als Mahnung, ich weiß es nicht. Für mich war diese Setzmaschine eine Reise in die Vergangenheit und ich machte ein paar Fotos. Dieses Gerät war Teil einer Revolution, die von Johannes Gutenberg ausgelöst wurde. Vielleicht stellen nachfolgende Generationen von Verlegern im Foyer einen Next Cube auf, auf dem Tim Berners-Lee das WWW erfunden hat. Ich würde auf jeden Fall auch Fotos von dem Cube machen, denn er bedeutet die Zukunft.

Meine Quelle ist pleite

22. Oktober 2009

Die Quelle ist pleite und obwohl sich die bayerische Politik gegen dieses Faktum wehrt, hat der Markt bereits entschieden. Da nutze es nichts, dass Ministerpräsident Horst Seehofer den Druckauftrag für den letzten Katalog quasi persönlich gab und mit Steuergeldern die Quelle unterstützte. Der Markt hat entschieden, so hart es klingt. Ein Unternehmen wie Quelle hat den Anschluss an die Moderne verpasst. Die Mitarbeiter haben einen guten Job gemacht, versagt hatte die Konzernleitung, die den Laden nicht umgebaut hat. Sagt mal, wofür bekommt ihr eure Gehälter?

Als ob Onlinehandel und verändertes Kaufverhalten nicht zu bemerken sind. Darf ich vorstellen, es gibt da zum Beispiel eine kleine US-Firma. Sie heißt Amazon. Schon mal davon gehört? Ich tu mich schwer, der Quelle richtig nachzuweinen und hier meine ich ausdrücklich nicht die Mitarbeiter. Wie viele kleine Einzelhändler hat Quelle, Karstadt und Co platt gemacht und keiner außer den betroffenen Familien hat geweint. Bei den Kleinen ist keine Staatsknete geflossen. Aber zurück zur Quelle.

Mit der Quelle bin ich aufgewachsen. Meine Eltern waren begeisterte Quelle-Kunden. Der Quelle-Katalog kam ins Haus und dann begann familienintern die Auswahl. Ab und zu fuhr die ganze Familie nach Fürth und kaufte im riesigen Kaufladen direkt ein. Mein Kumpel Bert ist sogar mal Lastwagen für die Quelle gefahren und mein Kumpel Thomas arbeitete in der EDV als es noch Bandmaschinen gab. Unser Heim hatte zahlreiche Quelle-Geräte im Einsatz. Ich glaube, die Eigenmarken hießen Universum und Privileg. Coole Namen aus einem vergangenen Jahrtausend. Meine erste elektrische Schreibmaschine kam von der Quelle und auf ihr tippte ich meine Facharbeit. Sie hatte sogar ein Korrekturband, so dass Tippex nicht mehr gebraucht wurde. Die Maschine hatte eine Schnittstelle und es gelang mir als Schüler später meinen C64 an diese Maschine anzuschließen. Nur die Umlaute ä, ü, ö und das ß wurden nicht gedruckt.

Quelle hatte bei mir aber Schaden als Jugendlicher genommen. Ich wollte unbedingt einen Sony Walkman haben. Das Ding war eine Revolution für mich. Meine Musik auf Kassette immer dabei, immer am Mann. Der Walkman war das Statussymbol in der Schule. Meinen Eltern teilte ich diesen Wunsch mit und ich bekam zu Weihnachten ein mobiles Kassettenabspielgerät der Quelle-Marke Universum. Es hatte sogar noch ein Radioteil und war eigentlich besser ausgestattet als der ersehnte Walkman. Doch es war kein Walkman. Meine Eltern kauften bei der Quelle und da gab es kein Sony.

Doch das war einmal. Quelle ist Geschichte. Etwas Neues kommt nach.