Posts Tagged ‘King Crimson’

Musiktipp: Tales of Mystery and Imagination von The Alan Parsons Project

2. Dezember 2017
Meine erste LP überhaupt und meine Lieblingsplatte: Tales of Mystery and Imagination.

Meine erste LP überhaupt und meine Lieblingsplatte: Tales of Mystery and Imagination.

Obwohl ich es seit fast einen Jahr besitze und immer wieder höre, kam ich bis dato nicht dazu, die Special Edition zum 40. Geburtstag von Tales of Mystery and Imagination zu würdigen. Und nachdem jetzt im Dezember die Box zu Eye in the Sky ins Haus steht, will ich dies schleunigst nachholen und mich vor diesem Meisterwerk von The Alan Parsons Project verbeugen.
Wir schreiben das Jahr 1976 und es war das erste Album des Duos Alan Parsons und Eric Woolfson und es wurde für mich eines der besten Alben der Rockgeschichte. Für mich war es zudem mein erstes Rockalbum, das ich mir gekauft habe. Die Zeit der Märchenplatten und Hörspiele war zu Ende und ich machte mich auf, die Welt der Rockmusik zu erkunden. Von meinem Onkel mit Elvis und Rock’n Roll, mit Cash und Country ausgestattet, tat ich jetzt meine ersten eigenen musikalischen Schritte. Ich stieß auf das gründe Cover von Tales Of Mystery and Imagination. Es faszinierte mich. Edgar Allan Poe, den Namen hatte ich schon mal gehört, aber gelesen hatte ich nichts. Er hatte so eine Art Gruselgeschichten geschrieben, so meinte ich. Und als ich mitbekam, dass Tales of Mystery and Imagination auf den Geschichten von Poe basierten, hörte ich einfach mal rein.

Und seitdem höre ich immer wieder rein in das wunderschöne Album von The Alan Parsons Project und es verzauberte mich. Es war ein tolles Konzeptalbum, symphonisch, melancholisch, rockig, einfühlsam und es blieb im Ohr. Der Bass beim The Raven hat mich geprägt, dazu die Stimme vom Vocoder. So begann meine Liebe zum dem Progressive Rock oder Artrock, der dann später in ELP und King Crimson gipfelte.
Ich wurde Fan von APP und kaufte mir fast alle Alben. Bis 1984 Ammonia Avenue mochte ich APP sehr, dann ab Vulture Culture (1985), Stereotomy (1986) und Gaudi (1987) ebnet meine Begeisterung ab. 1979 gab es The Sicilian Defence, das erst 2014 erschien und nicht besonders war. Begeistert war ich dagegen als 1987 mein Album Tales of Mystery and Imagination neu abgemischt herauskam. Es war anders als meine Fassung von 1976. Der Tontechniker Alan Parsons hat das Album in eine neue Zeit gebracht. Noch immer höre ich beide Scheiben 1976 und 1987 gerne. Was ist die bessere? Ich weiß es nicht.
Und nun kam 2016 zum 40. Geburtstag von Tales Of Mystery and Imagination eine Box mit der CDs und einer BluRay heraus. Zudem gab es die beiden Alben auf LP und ein fettes Booktet. Hier gibt es Produktionsnotizen sowie viele Interviews mit den Beteiligten zu finden. Zudem sind natürlich die Texte abgedruckt, die der Fan sowieso auswendig kann. Die Box enthält die Versionen von 1976 und 1987 und allerhand göttliches Zusatzmaterial wie Demos, unveröffentlichten Tracks, Werbeclips und Interviews. Die Blu-ray enthält einen 5.1 Mix, wenn einer 5.1 kann, dann ist es Mr. Parsons himself. Zudem gibt es noch eine Doppel-LP auf Vinyl für die Retro-Fans, die ich aber nie gehört habe.
An Merch gibt es einen Aufkleber mit Mumienmotiv, eine Reproduktion einer Pressemitteilung und ein Ankündigungsposter.

Konzertkritik: G-Dragon in Berlin

18. Oktober 2017

G-Dragon in Berlin.

G-Dragon in Berlin.

Kennen Sie KPop? Nein, macht nichts, kannte ich auch nicht. Aber es ist eine Bildungslücke, wie ich zugeben muss. KPop ist (süd-)koreanische Popmusik und zudem extrem populär. Zum Beispiel bei K2 bei uns zuhause. K2 beschallt die Hütte mit Musik von Bands, die ich noch nie zuvor gehört habe. Allen voran BTS. Und weil diese KPop-Bands wohl nicht so gerne Asien verlassen, ist es eine Rarität, dass sich G-Dragon  herablässt und auf seiner Act III: M.O.T.T.E World Tour auch in Berlin Station gemacht hat. Für alle, die es genau wissen wollen: Act III: M.O.T.T.E bedeutet Act III: M.O.T.T.E ‚Moment of Truth The End‘ World Tour. Hätten wir das auch geklärt. Berlin war das einzige Konzert des Millionen-Sellers in Deutschland, der über 20 Millionen Alben verkauft hat. Hier meine Fotoeindrücke als Film.

Nun G-Dragon lud in die Mercedes Benz Arena in Berlin und die Karten waren wie im Nuh ausverkauft. Als guter Papa eines KPop-Fans setzte ich Himmel und Hölle in Bewegung und bekam auch zwei Sitzplätze für K2 und mich. Über den Preis will ich den Mantel des Schweigens ausbreiten – nur so: Die Rolling Stones sind gegen G-Dragon eine Schnäppchen-Band. Also per Zug in die Hauptstadt, Hotelzimmer in Berlin bezogen und ab zum Ort des Geschehens. Schlagartig kam ich mir alt vor, richtig alt. Die Mehrzahl des Publikums waren Mädchen und junge Frauen, viele Asiatinnen darunter und viele in einem bestimmten Asia-Look gekleidet, den ich von Manga- und Anime-Conventions kenne. Die Stimmung in der Mercedes Benz Arena war gut. Die älteren Herrschaften in den Reihen waren ebenso wie ich Papas, die ihre Töchter begleiteten, die allerlei Schildchen mit asiatischen Schriftzeichen dabei hatten. Übersetzt hießen die Worte Middle Fingers Up – so sagte man es mir wenigstens. Nun ja.

Der Merch-Stand war ausverkauft.

Der Merch-Stand war ausverkauft.

Nach Sicherheitskontrollen, die heute unvermeidbar aber absolut notwendig sind, wollten wir Merch erwerben. Merch oder wie ich sagen würde Merchandising ist teuerer Plunder der Band, der an Konzerten verkauft werden. Ich brauch nichts sagen, bei King Crimson in Stuttgart hab ich zugeschlagen also muss K2 bei G-Dragon zuschlagen. Aber es gab lange Gesichter bei K2 und anderen: Der Merch-Stand war fast komplett ausverkauft. Wir konnten nur noch ein Lichtchen in Form einer Krone erwerben – 20 Euro für Plastik. Die gewünschten T-Shirts für 45 Euro waren schon weg und das Gedränge dennoch groß. Auf dem Weg zu unseren Sitzplätzen bestellte ich bei eBay in China das T-Shirt für 7 Euro inklusive Versand – das nenne ich mal eine Gewinnspanne.
Platz genommen und Atomsphäre genossen. Um uns herum hatten viele G-Dragon Fans ihre Lichter zum Schwenken dabei. Sie hatten alle das Aussehen einer Krone. Ich hatte im Vorfeld zwei Leuchtstäbe mitgenommen und kam mir eher vor, wie ein Fluglotse auf dem Rollfeld – aber ich habe die blinkenden Dinger trotzdem angemacht. Meine Entschuldigung: Ich bin alt und weiß es nicht besser. K2 ist auch etwas von mir abgerückt. Der Vater kann schon manches Mal peinlich sein. In ganze Konzerthalle tauchte in ein Lichtermeer und es sah wirklich eindrucksvoll aus. Ich muss zugeben, KPopper machen Stimmung.

Dann mit einem Bang ging das Konzert los. Es startete mit einem fulminanten Videoclip mit Licht und Feuer. Der Song „Heartbreaker“ schlug bei den Fans ein. Die Arena verwandelte sich in ein Meer von Lichtern. Fans freuten sich, laute Freundenschreie gab es zu hören. Die Stimmung war perfekt von der ersten Minute an. Ich muss zugeben, KPop-Fans verstehen zu feiern. Das ging Song um Song so weiter.

Bei den etwas leiseren Liedern wurde lautstark mitgesungen.
Kwon Ji-yong, so heißt G-Dragon als Originalname, ist in seiner Heimat eine Nummer. Er gibt den Stil in Korea an und das verdient Respekt. Der junge Mann ist Popmusiker, Songwriter, Produzent, Model und Modedesigner und er ist Leader und Rapper der Boyband Big Bang. Für seine Fans scheint er eine Art modernes Multitalent zu sein. Und er beherrscht sein Metier. Seine zumeist weiblichen Fans folgen ihm. Sie reagieren auf jeden Blick, auf jede Geste, auf jedes Wort. Er prägt seinen Style, wie sein blonder Haarschnitt, der ihn auf die Vogue brachte. Im Konzert sah ich auch viele dreieckige Tücher, die der Musiker oft trug. K2 erklärte mir, dass es sich um ein Big Bang Halstuch handle. Ich beobachte die Fans genauer. Viele trugen die Modemarke Peaceminusone, die dem Künstler gehört.

G-Dragon heizte seine Show weiter an. Interessant für mich waren die Videoeinspielungen seiner Bandkollegen, seiner Familie, seines Managements. Es wird gelobt und gehuldigt, welche cooler Typ dieser Kwon Ji-yong ist. Die Fans bejubeln die Aussagen, klatschen und freuen sich – das ist wahrer Fankult.

Endlich kommen auch die Schilder mit dem Aufdruck Middle Fingers Up zum Einsatz. Der dazugehörige Song heißt natürlich Middle Fingers Up. Vor dem Konzert wurden diese Schilder kostenlos verteilt – K2 und ich haben keines abgekommen, was K2 sichtlich ärgerte. Um des Familienfriedens hab ich nach dem Konzert ein Schild besorgt, das jetzt stolz im Zimmer von K2 an der Wand hängt. Ja, der Papa wird es schon richten, so damals ein Peter Alexander-Song.
Sehr, sehr emotional wurde es, als G-Dragon eine Rede an seine Fans richtete. Mir persönlich war es zuviel Selbstmitleid, zuviel Show, zuviel Gehabe. Aber den Fans hat es gefallen und sie lauschten jedem Wort des Künstlers.

 

Noch schlimmer für mich wurde es dann bei einer fast zehnminütigen Ansprache an seine Fans, eine Art Seelenstrip. Im zweiten Teil des Konzerts gab es weniger Musik, als viel mehr weise und erhabene Worte. Das ist mir zuviel der Selbstdarstellung und Selbstvermarktung, aber es gehört wohl zum Ritual des Künstlers. Mir ging es auf den Keks, die Probleme und Selbstzweifel des Herrn anzuhören. Aber wie gesagt, den Fans hat es gefallen.

Nachdem der Meister von der Bühne gegangen ist, baten die Fans um Zugaben. Und die gab es auch wieder mit Lightshow, Feuer, MotionDesign und den ganzen Zauber. Den Abschluss machten die Songs Crooked und Untitled, 2014. Dazu bewegte sich G-Dragon von der Bühne und begab sich ins Publikum für Körperkontakt. Das VIP-Ticket vor der Bühne muss sich schließlich bezahlt machen. Es gab Händeschütteln, Abklatschen und Lächeln für das Smartphone.

Die Kamera war immer dabei, um die Fanreaktionen auf die großen Konzertleinwände zu bringen.
Zu einem wahren KPop-Fan werde ich wohl nicht, aber die Show hat bis auf das Selbstmitleid absolut Spaß gemacht. K2 war rundum begeistert und hält schon nach den nächsten KPop-Konzerten Ausschau. Der größte Wunsch wäre es wohl, wenn BTS nach Europa kommen würde und Papa wieder in die Tasche greift. Hier die kompletten Fotos des Abends als Film.

Hier noch eine Auswahl an Konzertfotos:

Persönlicher Nachruf auf John Wetton

1. Februar 2017
John Wetton - live in Olching, LK Fürstenfeldbruck 1997. Foto: Lange

John Wetton – live in Olching, LK Fürstenfeldbruck 1997. Foto: Lange

Schon wieder Krebs, schon wieder dieser schreckliche Krebs. Gestern verstarb wieder ein musikalisches Idol. John Wetton ist tot. Für mich hat eine große Stimme des Prog Rock die Bühne für immer verlassen.
Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass John Wetton immer dabei war, wenn es um diese Art von Musik ging. Wenn mir eine Band aus der Prog Rock Ära gefallen hat, dann war der Name John Wetton direkt oder indirekt damit verbunden. Meine Lieblingsbands mit ihm waren eindeutig King Crimson, Asia und auch UK.
John Wetton hatte einen gewissen Hang zum Kommerz, aber so eine Art von Kommerz, die mir wirklich gefallen hat. Die eingängigste Phase von Wetton bei King Crimson, war sicherlich die Red-Phase. Wetton rang Robert Fripp eingängige Melodien ab und mit Wetton schlug KC eine kommerziellere Richtung ein ohne je kommerziell zu sein. Die Box The Road to Red zeigt die Entstehung des legendären Red-Albums anhand verschiedener Konzerte. Ich liebe diese Aufnahmen.

Bei der Hitze des Augenblicks schmolz ich hinweg
Ich erinnere mich noch an den Beginn der Achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Ich besuchte meinen örtlichen Schallplattenladen in Fürstenfeldbruck – den Sound in der Ledererstraße. Der Chef Rudi „Sound“ Hasmiller kannte meinen Geschmack und zeigte mir ein Album mit einer aggressiven Wasserschlange darauf. Die Band und das Album hießen schlicht Asia. Die Musik war der Hammer: The Heat of The Moment war der erste Hit von Asia und John Wetton war mit von der Partie. Jahr um Jahr kaufte ich mir die Asia-Platten, die allerdings ab dem dritten Album immer schwächer wurden.
Ich gebe Asia noch eine Chance. Im Februar 2017 erscheint ein Konzert von 2013, das zusammen mit einem bulgarischen Orchester aufgenommen wurde. Live in Bulgaria – Mein Gott, früher kamen Aufnahmen aus Budōkan, Madison Square Garden oder Royal Albert Hall – nun kommen eben Aufnahmen aus Bulgarien.

Keiner kannte UK
Und dann war noch UK. In einem Schallplattenladen in London fand ich Vinyl-Platten der Band, die ich nicht kannte. Dabei waren die Mitglieder von UK in der Szene berühmt: Wetton, Terry Buzzio (Zappa) und Eddie Jobson (Roxy Music). Ich kaufte die Alben und bereute es nicht. UK war allerdings bei uns nicht so bekannt, zumindest kannte ich kaum Leute, die die Band mochten. Meine Freunde standen zu der Zeit eher auf Punk und Electronic.

Mein gescheitertes Interview mit John Wetton
Einstmals hatte ich die Ehre, John Wetton in Person zu erleben und zu sprechen. Ich war damals Redakteur beim Münchner Merkur/Fürstenfeldbrucker Tagblatt und zusammen mit meinem Kollegen und absoluten Musikexperten Jörg Laumann besuchten wir das „Absolut-Festival“ in Olching im Landkreis Fürstenfeldbruck. Es war am 14. Juni 1997 und der Headliner des Tages waren BAP und die Spider Murphy Gang. John Wetton war auch mit von der Partie, spielte im Unterhemd seinen Bass und akustische Gitarre und widmete sich im Künstlerzelt einer jungen Dame und dem Alkohol. Für unsere Lokalzeitung hatte der britische Rocker kein großes Interesse und außer ein paar belanglosen Sätzen kam kein großes Interview heraus. Die junge, gut ausehende Dame habe ich übrigens Tage später am Geldautomat der örtlichen Sparkasse wieder getroffen. Sie erkannte mich und wir haben uns über John Wetton unterhalten. Die Infos sind privat. Ich staunte und schwieg. Ein Artikel über John Wetton im Merkur ist von mir nie erschienen.

Persönlicher Nachruf auf Greg Lake

10. Dezember 2016

Das Jahr 2016 fordert ein weiteres Todesopfer unter meinen Lieblingsmusikern. Vor kurzem verstarb Greg Lake im Alter von 69 Jahren an Krebs. Lake gehörte zwei meiner Lieblingsbands an, die ich bis heute sehr gerne höre: King Crimson und Emerson, Lake & Palmer. Nachdem Keith Emerson in diesem Jahr Selbstmord beging, verlor jetzt Greg Lake den Kampf mit dem Krebs. Ich bin fassungslos. Nun kann die Besetzung Keith Emerson, Greg Lake und Cozy Powell im Himmel weiterrocken, wie sie es auch kurzzeitig auf der Erde getan an. Powell starb vor Jahren bei einem Autounfall.

Die Todesmeldung von Greg Lake in Facebook.

Die Todesmeldung von Greg Lake in Facebook.

Als ich das erste Mal die Stimme von Greg Lake hörte, war ich von deren Klarheit fasziniert. Sie führte mich an den komplizerten Prog-Rock der siebziger Jahre heran. Das erste Mal hörte ich ELP wohl im Musikunterricht beim Thema Programmmusik. Herr Kemper, unser Musiklehrer, spielte uns Bilder einer Ausstellung vor und brachte mir den Prog-Rock näher. Diese Musikstunde bedeutete viel für mein späteres musikalisches Leben und zeigt mir, wie wichtig Musik in der Schule ist. Ich hörte die Stimme von Greg Lake und das geniale Zusammenspiel von Keith Emerson und Carl Palmer. Von dieser Minute an war ich ELP-Fan. Die ersten Alben waren musikalisch eine Offenbarung. Die Stimme von Greg Lake immer dabei. Weiter ging es dann mit King Crimson: die Musik wurde komplizierter, aber Greg Lakes Stimme sorgte mit den Texten von Peter Sinfield für eine Konstante.

Gedanken von Carl Palmer zum Tode seines Freundes.

Gedanken von Carl Palmer zum Tode seines Freundes.

Die Streithälse Emerson und Lake drifteten immer weiter auseinander. Der eine Richtung Wagner, der andere Richtung Kommerz. Sogar ein Weihnachtslied gab es von Greg Lake – Schwamm drüber. Als ELP zerbrachen, kaufte ich mir die Soloprojekte der drei Musiker, die mich aber so richtig nicht mehr überzeugten. Einzig Keith Emerson hatte ein paar gute Momente und Alben. Jede Wiedervereinigung von ELP bejubelte ich, auch wenn das Resultat mal gut, mal mäßig war. Ich hielt ELP die Treue. Leider habe ich die Herrschaften nie live gesehen. Nach dem Selbstmord von Keith Emerson zerplatze auch dieser Traum. Und jetzt ging Greg Lake von uns, ich wusste nicht mal, dass er krank ist. Wieder einer meiner musikalischen Helden ging dieses Jahr für immer. Das Jahr 2016 ist ein schlimmes Jahr für die Rockmusik: Lemmy, Bowie, Emerson, Russell und jetzt Greg Lake. Vielen Dank für die Freunde Greg – und im Moment höre ich Still… You turn me on:

Do you want to be an angel,
Do you wanna be an angel
Do you wanna be a star
Do you wanna play some magic
On my guitar
Do you wanna be a poet
Do you wanna be my string
You could be anything

King Crimson im Beethovensaal, Stuttgart

12. September 2016
Das Tourplakat zur KC-Tour für Stuttgart.

Das Tourplakat zur KC-Tour für Stuttgart.

Vroom, das hatte gesessen. Nachdem die letzte Note im ausverkauften Beethovensaal in Stuttgart verklungen war, war ich komplett erledigt. Der Sound hat mich weggefegt. Rund 3 Stunden zeigte King Crimson, wo der Hammer in Sachen Progrock hängt.
Mastermind Robert Fripp ging auf Tour und brachte seine bombastischen Soundkollagen nach Stuttgart. Für mich war es eine Herzensangelegenheit, die progressive Band King Crimson aus GB einmal live zu sehen. Rock, Jazz, Ambient, Prog, World, Metal und alles durcheinander – so lässt sich die musikalische Mixtur beschreiben. King Crimson erreichten nie den Status von Pink Floyd, ELP oder Genesis. Wie sollte das auch gehen? Sobald die Band bekannt wurde und kommerziellen Erfolg hatte, zog Robert Fripp den Stecker. Und, sehr geehrter Herr Fripp, es wird mal wieder Zeit, den Stecker zu ziehen, denn King Crimson sind erfolgreich, sehr erfolgreich. Sie sind übrig geblieben aus der großen alten Zeit der siebziger Jahre Bands und sie klingen phänomenal frisch.


Die Band machte zu Beginn des Konzerts ein klares Statement. Bitte keine Foto-, Audio- und Videoaufnahmen. Wir seien alle zusammen gekommen, um eine Party zu feiern und nicht um Bootlegs mitzuschneiden. Wer erwischt wird, der fliegt raus. Am Ende des Konzerts gab es dann eine Möglichkeit bei einem offiziellen Termin ein Band-Foto zu machen, was ich allerdings verpennt hatte, weil mich die Musik so fasziniert hatte. Die Besucher, zumeist Männern im fortgeschrittenen Alter und in T-Shirt gekleidet, befolgten den Wunsch von King Crimson und die Handys blieben in der Tasche. Da wir gerade bei der Kleidung sind: Die Fans kamen locker daher, kurze Hosen, Schlappen, T-Shirts waren allgegenwärtig. Die Band dagegen kam im weißen Hemd, Krawatte und feiner Hose – ja, Robert Fripp ist ein Mensch mit klaren Vorstellungen.


Die Musik stand klar im Mittelpunkt. Wer einen Eindruck bekommen möchte, soll das Album Radical Action to Unseat the Hold of Monkey Mind hören. King Crimson war nie eine Showband. Sie überzeugen durch ihre Musikalität und Vielseitigkeit. Auch die Lightshow war übersichtlich, am Ende des Konzerts der Showeffekt: Das Bühnenlicht wurde rot. Doch das Besondere an dieser Tour: Robert Fripp engagierte für die Tour gleich drei Drummer und postierte sie wie eine Phalanx zwischen Publikum und sich und seinen Saiteninstrumenten-Kollegen Tony Levin und Jakko Jakszyk bzw. Saxophonisten Mel Collins. Und die drei Drummer Gavin Harrison (Porcupine Tree), Pat Mastelotto (Mr. Mister) und Bill Rieflin (R.E.M.) sorgten für ordentlich Wums. Das Trio war hervorragend aufeinander eingespielt und sorgte für einen gewaltigen Sound.


Musikalisch bewegte sich King Crimson zwischen allen Phasen ihres Bestehens. Ich hatte den Eindruck, dass die erste und zweite Phase der Herrschaften beim Stuttgarter Publikum am besten ankam. Die Songs Confusion, 21st Century Schizoid Man aus der ersten Phase, Larks’ Tongues In Aspic, Starless und Red stammten aus der zweiten Phase. Besonderer Applaus und alle sangen mit bei Heros, den Robert Fripp prägte und Bowie zur Legende werden ließ.

Musiktipp: Starless-Limited Edition Boxed Set von King Crimson

7. September 2016

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Zur Feier des Tages hab ich mir selbst ein Geschenk gemacht. Ich habe Karten für einen seltenen Auftritt einer meiner Lieblingsbands in Stuttgart: King Crimson. Und das freute mich so sehr, dass ich mir eine der King Crimson-Boxen angeschafft habe: Die Starless-Limited Edition Boxed Set mit 23 CD, 2 DVD-A und 2 BluRay.
Mastermind Robert Fripp öffnete immer wieder für Fans sein musikalisches Archiv und präsentierte uns Schätze der Vergangenheit im besten, glasklaren Sound. Der Sound wurde meist poliert von Steven Wilson, der im Progrock verhaftet ist und zahlreiche KC- und ELP-Alben auf Vordermann brachte. So auch hier wieder bei der Box aus der zweiten Phase von King Crimson.


Starless ist sicherlich eines der anspruchsvolleren Alben der Band um Robert Fripp. Fans wissen, dass die meisten Aufnahmen des ursprünglichen Starless-Albums von einem Konzert vom 23. November 1973 aus Amsterdam stammten. Im Grunde war Starless damit ein Live-Album, was der Zuhörer aber nicht wusste und hörte. Es handelt sich um die Songs „Trio“, „Starless And Bible Black“ und „Fracture“. Der Song „We’ll Let You Know“ kommt vom dem Konzert vom 23. Oktober 1973 aus Glasgow, das jetzt als Doppelalbum in der Box ist. „The Mincer“ stammt aus Zürich vom 15. Nomber 1973 und liegt jetzt auch als Doppelalbum in der Box. Es zeigte, den enormen Improvisationsgrad der Band. Das Album steht musikalisch zwischen LARKS‘ TONGUES IN ASPIC und RED, die beide auch als Limited Edition Boxed Set veröffentlicht wurden und ich auch schon hier vorgestellt habe. Schon interessant, welche Töne aus Geige, Gitarre, Schlagzeug und Bass sowie Gesang und Mellotron entstehen können. Die ganze Sache ist eher was für hartgesottene Fans. Neulinge werden sich mit der Musik schwer tun. Im Grunde lassen sich die Songs von Starless-Limited Edition Boxed Set als experimentelle Improvisation bezeichnen. Einfach mal hineinhören und offen gegenüber neuem bleiben und schon wird einem King Crimson gefallen – da bin ich mir sicher.

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Konzertkritik: Steve Wilson in München

15. Januar 2016
Steve Wilson live in München im Gasteig.

Steve Wilson live in München im Gasteig.

Es begann mit der Musik von Blackstar von David Bowie. Bis alle Besucher des Steven Wilson Konzerts im Kulturzentrum Gasteig Platz genommen hatten und die Bühne eingenebelt war, lief das jüngste Werk von Bowie zur Untermalung. Sichtlich bewegt kam Steven Wilson dann auf die blau ausgeleuchtete Bühne und berichtete von einer der traurigsten Woche des Rock’n Roll seit langem. Durch die Tode von Lemmy und Bowie sind zwei Größen des Rock’n Roll-Zirkuses verschwunden.


Aber man sei auch gekommen um Spaß zu haben, sagte Wilson, und dann bretterte seine Band in voller Lautstärke los. Wilson stellte auch gleich klar, dass er lachen kann. Ihm werde immer vorgeworfen auf der Bühne so ernst zu sein. Dabei schneide er bei den Songs doch allerhand Grimassen – und damit hatte er die Lacher auf seiner Seite.
Steven Wilson ist der breiten Masse der Hitparadenhörer komplett unbekannt, aber er hat seine Fans, eine ganze Menge Fans. Und diese kamen auch ins Kulturzentrum am Gasteig. Wo ich vor Weihnachten noch das Weihnachtsoratorium von Bach gehört und am Sektglas genippt habe, hörte ich die progressive Rockmusik von Steven Wilson und trank das Bier aus der Flasche.
Steven Wilson spielte bei verschiedenen Progrock Bands wie seine eigene Porcupine Tree und ist seit einiger Zeit als Solo-Künstler unterwegs. Andere Musiker verehren ihn, weil er als Produzent und Tontüftler Material aufbereitet von Größen wie King Crimson oder Emerson, Lake & Palmer. In wenigen Tagen kommt sein neues Album 4 1/2, aus dem er auch Material in München zum Besten gab. Aber schön der Reihe nach.
Der erste Teil des Konzerts bestand aus Songs des aktuellen Albums Hand.Cannot.Erase. Unter den Fans ist dieses Werk etwas umstritten und auch ich finde so richtig den Zugang nicht. Es ist keinesfalls schlecht, aber der Hammer wie frühere Veröffentlichungen wie The Raven That Refused to Sing oder Grace for Drowning ist es nicht. Das merkte wohl auch der Meister, der bei seiner Einführung spöttisch anmerkte: Wer Hand.Cannot.Erase. nicht möge, der könne nach der Pause wieder kommen. Wieder ein Lacher und alle blieben sitzen. Die Videoelemente des ersten Teils drehten sich um Einsamkeit und Verlorenheit, irgendwie depri. Experimentalfilme wurden über die Köpfe der Band eingespielt.
Wilson hält immer wieder Kontakt zu seinen Fans. Er sagt die Songs an wie dass er Transience erstmals live spielen wolle. Und dass er seinen Song Lazarus dem großen David Bowie widme, der ja auch einen Song mit diesen Namen geschrieben habe. Er macht scherzhaft Werbung für seine Gitarrenedition. „Die Bestelladresse gibt es im Programmheft, das es zu kaufen gibt“, scherzt er. Und nach der Pause ging es lauter und deutlich kraftvoller zu. Wilson und Band spielten Prog Rock – hoch professionell und perfekt und es endete konsequent im Progressive Metal. Die Songliste des Münchner Konzerts gibt es hier als Foto.


Das Videomaterial nach der Pause war deutlich progressiver. Für mich am faszinierendsten waren die Filme mit Scherenschnitten. Eine schöne alte Technik in einer morbiden Erzählung. Gegen Ende der Show war die Verehrung von Steven Wilson für Pink Floyd nicht zu übersehen. Die moderne Lightshow war wie in alten Tagen, zudem wurde ein transparenter Vorhang zwischen Band und Publikum gespannt, auf dem eine weitere Lightshow projiziert wurde. Nach dem Fall des Vorhangs kamen noch die Zugaben und die große Verbeugung. Steven Wilson hält dabei immer Kontakt zu seinen Fans und das ist bei all seiner musikalischen Leistung wohl die größe Leistung von ihm.

Anmerkung zum Gasteig: München braucht für solche und andere Konzerte einen Konzertsaal, der den Namen verdient. Zum Teil war die Akustik grausam und das lag nicht an der PA der Wilson Crew.

Musiktipp: King Crimson: Thrak Box

8. Januar 2016

thrak

Ja, endlich kommen sie wieder und ich habe Karten für eines der beiden Konzerte: King Crimson besuchen einmal wieder Deutschland und geben 2016 in Stuttgart und Berlin Konzerte. Ich freue mich wahnsinnig, diese Supergruppe um Robert Fripp endlich mal live zu sehen. Ich habe es bisher nie geschafft. Zur Feier es Tages habe ich mir die Box des Albums Thrak gekauft und mir ein paar Tage reingezogen.
King Crimson, beziehungsweise ist es nur Robert Fripp, erfindet sich alle Jahre neu. Droht der kommerzielle Erfolg, löst Fripp seine Truppe einfach wieder auf und wartet ein paar Jahre, experimentiert und kommt dann wieder, um weiter Musikgeschichte zu schreiben. 1995 kam das Album Thrak auf den Markt und veränderte meine Hörgewohnheiten einmal wieder. King Crimson ist keine leichte Kost und Thrak ist alles andere als ein gefälliges Album. Und die fette Box zu Thrak ist es erst recht nicht. Thrak läutet die dritte Phase der King Crimson Werkschau ein. Die Aufnahmen des Albums Thrak-Limited Edition Boxed Set umfassen die Jahre 1994-1997. Insgesamt sind in der Box 12 CDs, 2 DVDs und 2 Blu-rays zu finden. Zudem gibt es wie in den Boxen üblich umfangreiches Hintergrundmaterial, Poster, Eintrittskarten und Setcards.

Da es King Crimson kaum online gibt – Fripp fährt hier eine eindeutige Strategie – muss der Fan zur Box greifen, um sich den Hörgenuss nicht entgehen zu lassen. Und jetzt das Problem: Die 5.1-Abmischung der Audio-DVD ist nicht gerade der Hammer. Das ist keine Kritik an der Musik, sondern an der Studiotechnik. Trotz Steve Wilson an der Konsole klingt die Sache hier nicht zufriedenstellend. Die Musik selbst ist tadellos und der Fan wird/muss zugreifen. Als ich das erste Mal das Thrak-Album gehört habe, das war in Fürstenfeldbruck bei meinem Schallplattendealer Sound, hat mich der Sound erdrückt. Und als ich die Box das erste Mal jetzt über meine Shure-Kopfhörer anhörte, erinnerte ich mich an das Gefühl von damals. Thrak und die Aufnahmen auf dem Album sind extrem druckvolle Aufnahme. Ich kann es nicht anders ausdrücken. Sie erzeugen einen ganz besonderen druckvollen Sound. Das lag wohl daran, dass King Crimson zu dieser Zeit aus zwei Gitarristen (Fripp, Belew), zwei Bassisten (Levin und Trey Gunn) und zwei Schlagzeugern (Bill Bruford und Pat Mastelotto) bestand. Entsprechend wuchtig ist der Sound. Und da das Liedgut der Band nicht einfache Kost ist, kommen hier die komplexe Kompositionen voll zum Tragen.
Also, wer mal was anderes hören will und richtig gute Musik auf die Ohren braucht, der ist mit der Thrak Box gut bedient. Der Rest der Menschheit bleibt bei den geistlosen Hitparadengedudel.

Musiktipp: ELP Trilogy im Stereo Mix 2015

9. Mai 2015
Trilogy als Stereo Mix 2015

Trilogy als Stereo Mix 2015

Als Fan der britischen Prog Rock-Gruppe Emerson, Lake & Palmer habe sich so einiges an offiziellen und inoffiziellen Aufnahmen der Band angehäuft. Seit heute habe ich wieder ein Album mehr – Trilogy im Stereo Mix 2015. Das Album erschien bereits am 24. April 2015.
Diese 3fach Box umfasst zwei CDs und eine DVD im 5.1-Sound. Und wie schon bei den anderen überarbeiteten Versionen der Band wie das erste Album, Tarkus oder Brain Salad Surgery  (dazu meine Blogartikel) hat der Tonmeister alle Arbeit geleistet. In diesem Fall saß King Crimson-Gitarrist Jakko M. Jakszyk an den Reglern in Hertfordshire. Es ist nicht ganz so perfekt, wie bei den anderen Alben, aber vielleicht liegt es daran, dass ich persönlich Trilogy nicht zu dem stärksten ELP-Alben zähle. Aber ich gebe zu, ich muss mich wieder reinhören. Trilogy erschien 1972 und war das dritte Album der Band. Ich hatte die Aufklapp-LP, die Nice Price-LP und später die verschiedenen CD-Veröffentlichungen. Und ich muss im Vergleich zu den bisherigen Trilogy-Versionen sagen: Wahnsinn, was Jakko M. Jakszyk aus den Bändern da herausgeholt hat. Ich habe den 5.1-Sound mit meinem Shure SRH1540 genossen.


Die Box Trilogy umfasst drei Datenträger. Die erste CD ist das Original-Album. Mein besonderes Interesse galt beim Kauf der zweiten CD. Hier gibt es die 2015 Stereo-Mixes von Trilogy und es eröffnet mir das Album in einer neuen Dimension. Das zeigt sich noch mehr auf der Audio-DVD im 5.1-Sound: Kopfhörer auf und die Experimentierfreude von ELP hören.

 

ELP_Aufgeklappt

Musiktipp: In the Court of the Crimson King von King Crimson

16. April 2015
Für mich eines der besten Alben der Prog Rock-Ära

Für mich eines der besten Alben der Prog Rock-Ära

Es gibt Alben, über die ist eigentlich alles geschrieben worden – aber eben nur noch nicht von mir. Eines der wichtigen Alben der Prog Rock-Ära ist ohne Zweifel das Album In The Court of The Crimson King von King Crimson.
Ich kam zu dem Album durch meine Vorliebe für Emerson, Lake & Palmer. Die Band, bei der Greg Lake zuvor den Bass zupfte und trällerte, war eben diese Band King Crimson, gegründet von Mastermind Robert Fripp. Ich kaufte mir damals die Langspielplatte. Das Album war ganz nach meinem Geschmack, anspruchsvoll, auf hohem Niveau und voller Musikalität. Eine Mischung aus Rock und Jazz, Texte von Pete Sinfield – also alles, was mir gefällt.

Die Box zum 40. Geburtstag.

Die Box zum 40. Geburtstag.

Über die Jahre hinweg habe ich mich nie an In the Court of the Crimson King satthören können. Es gab immer wieder etwas neues zu entdecken und so freute ich mich auf die Jubiläumsbox In The Court of The Crimson Kingzum 40. Geburtstag. Sie enthält fünf CDs und eine DVD und sie ist jeden Cent wert.


Robert Fripp betreibt für Fans eine hervorragende Veröffentlichungspolitik und immer wieder kommen Sammlerboxen von wichtigen Alben heraus. Ich habe immer wieder dazu gebloggt, wie beispielsweise zur Veröffentlichung von Red. Dabei legt Fripp großen Wert auf die Soundqualität. So auch bei der Jubiläumsbox zum 40. Geburtstag, die bereits 2010 erschienen ist.
Fans wissen die Geschichte des Albums schon lange: In zehn Tagen aufgenommen, veränderte In the Court of the Crimson King die Rockgeschichte. Ursprünglich wollte es der Produzent in Richtung Moody Blues aufnehmen – und Gott sei Dank setzte sich Robert Fripp durch und schuf etwas komplett neues.

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Die Box im LP-Format enthält ein dickes Booklet mit zahlreichen Bildern und noch wichtiger zahlreichen Geschichten um die Aufnahmen. Sehr schön ist auch der Nachdruck des Originalcovers von Barry Godber. Für mich ist das Bild des schreienden Gesichts eines der eindringlichsten Plattencover aller Zeiten. Hier hätte ich gerne eine Lithographie. Zudem liegen zwei Promo-Fotos der damaligen Zeit bei, die für mich eher nebensächlich sind. Als Beigabe gibt es das Cover noch in Form von zwei Buttons, für die Jeansjacke – naja, wer es braucht.
Das Wichtigste ist aber die Musik und die CDs und die DVD von In The Court of The Crimson King haben es wirklich in sich. Die Aufnahmen wurden nochmals überarbeitet und sollten unbedingt mit dem Kopfhörer laut genossen werden. Die Unterschiede zur 2004-Version, die bereits schon mal überarbeitet wurde, sind hörbar. Das Ganze hört sich noch eindringlicher, noch emotionaler an – hervorragende Arbeit der Toningenieure. Prog Rock-Ikone Steve Wilson hat hier ganze Arbeit geleistet und dafür gehört ihm unser Respekt.

Ein schönes Booklet gibt es auch.

Ein schönes Booklet gibt es auch.

Was genau ist zu hören?
CD 1: Das Album im 2009er Mix, zusätzliche Bonustracks wie die Full Version von Moonchild, I Talk To The Wind als Duo gespielt und als Alternate Mix, Epitah als Backingtrack
CD 2: Das Album im 2004er Mix, zusätzliche Bonustracks der BBC und der Vinylsingle des Titeltracks.
CD 3: Das Album in einer Alternative Version des Albums, zusätzlich die Kopie der originalen UK-LP aus dem Archiv von Fripp.
CD 4: Liveaufnahmen aus der Zeit der Originalbesetzung, u.a. das Hydepark Konzert im Vorprogramm der Rolling Stones
CD 5: Das Album in der Original US-LP Version und den edited MonoMix des Titelstückes.
DVD: Sie enthält neben den 2009er Mix in 5.1 Digitalsound den 2009, die 2004er und das Alternate-Album in PCM Stereo 2.0 sowie eine gekürztes Video des 21 St Century Schizoid Man