Posts Tagged ‘Tales of Mystery and Imagination’

Musiktipp: Tales of Mystery and Imagination von The Alan Parsons Project

2. Dezember 2017
Meine erste LP überhaupt und meine Lieblingsplatte: Tales of Mystery and Imagination.

Meine erste LP überhaupt und meine Lieblingsplatte: Tales of Mystery and Imagination.

Obwohl ich es seit fast einen Jahr besitze und immer wieder höre, kam ich bis dato nicht dazu, die Special Edition zum 40. Geburtstag von Tales of Mystery and Imagination zu würdigen. Und nachdem jetzt im Dezember die Box zu Eye in the Sky ins Haus steht, will ich dies schleunigst nachholen und mich vor diesem Meisterwerk von The Alan Parsons Project verbeugen.
Wir schreiben das Jahr 1976 und es war das erste Album des Duos Alan Parsons und Eric Woolfson und es wurde für mich eines der besten Alben der Rockgeschichte. Für mich war es zudem mein erstes Rockalbum, das ich mir gekauft habe. Die Zeit der Märchenplatten und Hörspiele war zu Ende und ich machte mich auf, die Welt der Rockmusik zu erkunden. Von meinem Onkel mit Elvis und Rock’n Roll, mit Cash und Country ausgestattet, tat ich jetzt meine ersten eigenen musikalischen Schritte. Ich stieß auf das gründe Cover von Tales Of Mystery and Imagination. Es faszinierte mich. Edgar Allan Poe, den Namen hatte ich schon mal gehört, aber gelesen hatte ich nichts. Er hatte so eine Art Gruselgeschichten geschrieben, so meinte ich. Und als ich mitbekam, dass Tales of Mystery and Imagination auf den Geschichten von Poe basierten, hörte ich einfach mal rein.

Und seitdem höre ich immer wieder rein in das wunderschöne Album von The Alan Parsons Project und es verzauberte mich. Es war ein tolles Konzeptalbum, symphonisch, melancholisch, rockig, einfühlsam und es blieb im Ohr. Der Bass beim The Raven hat mich geprägt, dazu die Stimme vom Vocoder. So begann meine Liebe zum dem Progressive Rock oder Artrock, der dann später in ELP und King Crimson gipfelte.
Ich wurde Fan von APP und kaufte mir fast alle Alben. Bis 1984 Ammonia Avenue mochte ich APP sehr, dann ab Vulture Culture (1985), Stereotomy (1986) und Gaudi (1987) ebnet meine Begeisterung ab. 1979 gab es The Sicilian Defence, das erst 2014 erschien und nicht besonders war. Begeistert war ich dagegen als 1987 mein Album Tales of Mystery and Imagination neu abgemischt herauskam. Es war anders als meine Fassung von 1976. Der Tontechniker Alan Parsons hat das Album in eine neue Zeit gebracht. Noch immer höre ich beide Scheiben 1976 und 1987 gerne. Was ist die bessere? Ich weiß es nicht.
Und nun kam 2016 zum 40. Geburtstag von Tales Of Mystery and Imagination eine Box mit der CDs und einer BluRay heraus. Zudem gab es die beiden Alben auf LP und ein fettes Booktet. Hier gibt es Produktionsnotizen sowie viele Interviews mit den Beteiligten zu finden. Zudem sind natürlich die Texte abgedruckt, die der Fan sowieso auswendig kann. Die Box enthält die Versionen von 1976 und 1987 und allerhand göttliches Zusatzmaterial wie Demos, unveröffentlichten Tracks, Werbeclips und Interviews. Die Blu-ray enthält einen 5.1 Mix, wenn einer 5.1 kann, dann ist es Mr. Parsons himself. Zudem gibt es noch eine Doppel-LP auf Vinyl für die Retro-Fans, die ich aber nie gehört habe.
An Merch gibt es einen Aufkleber mit Mumienmotiv, eine Reproduktion einer Pressemitteilung und ein Ankündigungsposter.

Musiktipp: The Turn of a Friendly Card Deluxe von The Alan Parsons Project

6. November 2015
Die neue (alte) Alan Parsons Project: The Turn of a Friendly Card als Deluxe Version.

Die neue (alte) Alan Parsons Project: The Turn of a Friendly Card als Deluxe Version.

Es war intimes, ein sehr persönliches Erlebnis – ich höre die Deluxe Ausgabe zum 35. Geburtstag des Albums The Turn of a Friendly Card (35th Anniversary Edition). Ich höre und ich schwelge in Erinnerung. Die Musik von The Alan Parsons Project begleitet mich mein ganzes musikalisches Leben lang. Bereits mehrmals habe ich darüber gebloggt. Und daher war es für mich eine Selbstverständlichkeit die neu veröffentlichte Doppel-CD zu bestellen.
Das Cover mit dem Kirchenfenster als Spielkarte faszinierte mich schon immer. Ein schönes Cover – die Neuauflage war allerdings nicht gewohnt in schwarz sondern in violett.


Die erste CD ist bekannt. Es handelt sich um die Fassung von 2008, die damals restauriert wurde. Im Vergleich zur Ursprungsfassung ist sie deutlich reiner und kräftiger geworden. Die Bonustracks auf der ersten CD waren auch schon bekannt. Richtig persönlich wurde es mit der zweiten CD. Die Kinder des verstorbenen Eric Woolfsons haben auf dem Speicher eine Kiste mit Audiokassetten gefunden. Beim Anhören stellte sie fest, dass der Sammler Eric Woolfson über Hundert Stunden Material aufgehoben hat. Die Soundqualität ist freilich mies, da kann auch ein Meister wie Toningenieur Alan Parsons nur bedingt etwas retten. Und trotz der dumpfen Aufnahme geben gerade die neun Songs aus Eric’s Songwriting Diaries ein intimer Einblick in das kompositorische Schaffen von The Alan Parsons Project. Die Konzeptalben entstanden am Klavier, ohne Pomp oder Streicher. Erst später wurden sie arrangiert. Es sind einfach gute, sehr gute Songs. Insgesamt sind 17 bislang unveröffentlichte Tracks auf dem Doppelalbum, wobei die Eric’s Songwriting Diaries mit Abstand die wichtigsten Aufnahmen sind.

Spielsucht stand im Mittelpunkt von Die neue (alte) Alan Parsons Project: The Turn of a Friendly Card als Deluxe Version.

Spielsucht stand im Mittelpunkt von Die neue (alte) Alan Parsons Project: The Turn of a Friendly Card als Deluxe Version.

Klar, wer Alan Parsons Project nicht kennt, der braucht dieses Album The Turn of a Friendly Card in dieser Form auch nicht. Es ist nur für den Fan-Markt produziert. Wer gute Musik hören will, der sollte zu der bisherigen Veröffentlichung aus dem Jahr 2008 von The Turn of a Friendly Card greifen, die billig her geht. Es war das fünfte Album von The Alan Parsons Project aus dem Jahre 1980 und hatte das Thema Spielsucht und Glücksspiel zum Thema. Die Herrschaften wohnten damals aus Steuergründen in Monaco in Umgebung des Casinos. Da passte das Thema wunderbar.
Nach dem genialen Tales of Mystery and Imagination, dem wegweisenden I Robot, dem geheimnisvollen Pyramid, dem schwachen Eve kam mit The Turn of a Friendly Card der Paukenschlag, der wieder an Tales erinnerte. Vielleicht deshalb mag ich das Album so gerne.

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Zum Tode von Eric Woolfson

3. Dezember 2009

Eric Woolfson ist tot. Für viele Fans von Alan Parsons Project geht damit ein Traum zu Ende, das legendäre Studio-Duo wieder vereint zu sehen. Wie jetzt bekannt wurde, starb Woolfson am vergangenen Mittwoch an Krebs. Er wurde nur 64 Jahre alt. Es ist müßig, die Biografie des Musikers zu erläutern. Die Zusammenarbeit mit Alan Parsons war legendär.

1976 kam für mich eine der besten LPs auf dem Markt: Tales of Mystery and Imagination, inspiriert von den Geschichten Edgar Allan Poes. Auch zuletzt fühlte sich Woolfson noch dem amerikanischen Schriftsteller verbunden und komponierte das Musical Edgar Allan Poe. Allerdings ist es schauerhaft, wie ich finde. Es läuft noch bis Juni 2010 in Halle an der dortigen Oper.

Ich hatte alle Platten von Alan Parsons und hörte sie am laufenden Band. Ich kannte jeden Kratzer, beispielsweise bei Pyramid, erste Seite, erstes Lied. Als ich später die CD kaufte und der Kratzer natürlich nicht drauf war, war ich irgendwie verstört. Immer wieder frage ich mich: Was ist eigentlich die beste Alan Parsons Project Platte? Von Tales natürlich einmal abgesehen: Ich mag The Turn of a Friendly Card von 1980, die Glückspielplatte. Eye in the Sky von 1982 ist auch fein mit dem Überwachungsgedanken von George Orwell oder ist es I Robot von 1977 nach den Robotergeschichten von Asimov?

Wenn ich ehrlich bin, hab ich alle Alben seit Monaten nicht mehr gehört.Ok für morgen ziehe ich mir Tales of Mystery and Imagination wieder auf den iPod und denke an Eric Woolfson und die schönen Zeiten. Danke Eric für dein Schaffen.

Ich hab über Alan Parsons auch schon hier und über Edgar Allan Poe hier gebloggt:

Vorstadtkrokodile – Jugenderinnerungen

3. April 2009

kroko

Heute erinnerte ich mich schlagartig an ein Missverständnis aus einer Jugend. Auf dem Weg zur Arbeit lief ich an einem Plakat zum neuen Film Vorstadtkrokodile vorbei. Und ich musste beschämt zu Boden schauen und lachen, als ich das Logo der Jugendbande sah, eben das Krokodil. In meiner Jugend sah ich 1977 natürlich den Film von Wolfgang Becker. Als ich später in die Schule kam, sah ich auf einmal viele Mitglieder von Jugendbanden. Meine Mitschüler hatten Lacoste-Klamotten an und das Logo dieser Edelmarke von damals war auch ein Krokodil. Und naiv, wie ich war, dachte ich, das Lacoste-Kroko ist das gleiche wie das der Vorstadtkrokodile. Ich war neidisch auf meine Schulkollegen, denn ich wollte der Gang auch angehören. Als ich frage, wie ich denn zu so einem Krokodil mein Eigen nennen könnte, wurde wir der Weg in eine Nobelboutique gewiesen, doch leider konnten die freundlichen Verkäufer mein Problem nicht lösen.

Ich hatte die ganze Sache verdrängt und erst als ich das Plakat wieder sah, kamen die Gedanken wieder hoch. Peinlich, peinlich.

Der Film von 1977 hat mir übrigens gut gefallen. Die Musik war stark. Der Film enthält unter anderem viele Lieder aus der LP Crime of the Century (School, Bloody Well Right, Rudy) von Supertramp, Fools von Deep Purple, Mistreated von Rainbow, Time has come today von den Chambers Brothers. In der Szene, in der Frank die Krokodiler-Hütte auf dem Ziegeleigelände demoliert, hört man Ausschnitte aus Tales of Mystery and Imagination von The Alan Parsons Project. Ich glaube, ich schaue mir die Neuverfilmung von Christian Ditter auch an. Im Keller hab ich noch das Buch von Max von der Grün.

Alan Parsons in Charles de Gaulles

9. Oktober 2008

Vor kurzem musste ich beruflich nach Paris zu einer Veranstaltung von Adobe. Da ich es gelernt habe, in Städten wie London oder Paris lieber etwas früher zum Flughafen zu fahren, tat ich dies hier ebenso und musste dann warten, weil der Flieger Verspätung hatte. Kennen Sie den Flughafen Charles de Gaulles? Ich kannte ihn nicht und wie Schuppen fiel es mir von den Augen als ich die Rollbänder dort erblickte. Sie verbinden die einzelnen Ebenen der Terminals. Ich erkannte ein altes Schallplattencover wieder: „I Robot“ von Alan Parsons Project. Die Platte stammt aus dem Jahr 1977 und das Cover wurde wohl inspiriert durch Charles de Gaulles. Die frühen APP-Alben waren Konzeptalben und der Titel des Albums ist der Titel einer Kurzgeschichtensammlung von Isaac Asimovs. Eric Woolfson bezeichnete dieses Album als „A view of tomorrow through the eyes of today“ („Einen Blick auf morgen durch die Augen von heute“). Das Cover hat sicherlich dazu seinen Beitrag geleistet. „I Robot“ war persönlich mein zweites APP-Album. Mein erstes war „Tales of Mystery and Imagination“. Es ist der Klassiker schlechthin und gehört in jede Sammlung. Es ist eine Vertonung von Geschichten von Edgar Allan Poe. Mein Schulfreund Michael hat mich damals zu dieser Platte gebracht, die er aus der Plattensammlung seines Vaters ausgeliehen hat (danke Michael). Michael hat sich vor Jahren umgebracht, doch er ist mir immer präsent, wenn ich dieses geniale Album höre. Jahrzehnte später schließt sich der Kreis mit meinem Besuch von Charles de Gaulles.