Posts Tagged ‘U2’

Camden Market – Hotspot für London Touristen

13. Juni 2019
Shopping Pur

Shopping Pur

Wer nach London kommt und es ein wenig alternativer beim Shoppen mag, dem kann ich den Camden Market im Londoner Stadtteil Camden Town empfehlen. Rund 1000 kleine Geschäfte und Stände sind hier versammelt und buhlen um die Pfund ihrer Besucher.
Ich mag die Atmosphäre gerne und habe mich mit K2 durch die verschlungenen Gassen des Camden Market treiben lassen. Es ist einer der größten Märkte der Stadt mit wöchentlich einer halben Million Besucher – also wahrlich kein Geheimtipp.

Der Weg zum Camden Market ist mit interessanten Stores gepflastert. Vielen von ihnen haben dreidimensionale Verzierungen an den Häusern. So richtig alternativ ist die Sache natürlich nicht, denn Geschäft ist Geschäft. Wer Hunger hat und nicht viel ausgeben will, dem sei der umtriebige Asiate empfohlen. Allerdings gibt es wirkliche Spezialitäten dann in den Markthallen des Camden Markets.
Leider war beim meinen Besuch der Electric Ballroom geschlossen. Es ist ein Club aus den 1930er Jahren bei denen die Punkszene bedeutende Konzerte hatte: Iggy Popp, U2, Sid Vicious oder Madness waren hier zu Gast.

Selfie

Selfie

Cyberdog ein absolutes Muss
Im Cyberdog, The Stables Market Chalk Farm Road, London NW1 8AH, gab es futuristische Partyklamotten und Gadgets zu sehen. Ich habe zahlreiche Raver gesehen, die sich hier mit Szeneklamotten einkleiden. Schwarzlicht, Strobos, Laser – alles prasselt auf den Besucher ein. Die Klamotten leuchten im Beat der Musik. Es gibt sogar einen speziellen Raum für ein erwachsenes Publikum. Dort war fotografieren nicht erlaubt. Was man nicht alles aus Leder machen kann!
Die Deko im gesamten Laden ist schön futuristisch. Zahlreiche kybernetischen Wesen stehen herum. Ein bisschen Giger Alien hier, ein wenig Star Wars Modellbau da und dazu stampfender Technobeat. Sehr interessant fand ich die Skulptur Android DNA Helix von Deminic Elvin aus dem Jahre 2011.

Cyberdog hat zwei Stockwerke. Im Erdgeschoss sind eher Technik-Gadgets zu finden, im Untergeschoss gibt es die Klamotten. Eine DJ legte hinter einem gewaltigen Pult auf – bei mir lief Ibiza 2018 Abode in voller Lautstärke. Im Grunde ist der Laden wie ein Drogentraum, eine Disco ohne Tänzer, aber unbedingt sehenswert. Das Personal selbst ist auch ein Hingucker: Gestylt, mit Piercing und/oder Tattoo, ein wenig alter Londoner Punk-Look.

Shopping pur
Natürlich bietet der Camden Market noch andere Shops. Die klassischen Merch-Geschäfte gibt es ebenso wie Mode-Läden und viele Fressbuden. Mit K2 machte es auf jeden Fall Spaß durch die Hallen zu laufen und uns inspirieren zu lassen. Wir waren nicht zum letzten Mal hier.

U2 & Apple – Free economy in Reinkultur

11. September 2014
Free Economy - Tim Cook und Bono liefern ein Musterbeispiel der Wirtschaft im Internet ab.

Free Economy – Tim Cook und Bono liefern ein Musterbeispiel der Wirtschaft im Internet ab.

Am Ende des großen Apple-Events kam U2 auf die Bühne, musizierte The Miracle in Erinnerung an Joey Ramone und dann gab es die Überraschung. Das neue Album der Band Songs of Innocence wird über iTunes bis Mitte Oktober an die Nutzer der Apple-Plattform verschenkt. Hier haben Apple-Chef Tim Cook und U2-Chef Bono das Buch Free economy zu deutsch Free – Kostenlos von Chris Anderson ganz genau gelesen. Die ganze Aktion ist Free economy in Reinkultur und nebenbei eine Revolution. So etwas hat es in der Musikbranche noch nicht gegeben. Das Buch ist übrigens eine klare Leseempfehlung für alle Kaufleute. Es gibt bei der Veröffentlichung des U2-Albums durch Apple zahlreiche Gewinner:

Bei iTunes gibt es das neue U2 Album umsonst.

Bei iTunes gibt es das neue U2 Album umsonst.

Gewinner ist U2. Bono und Kollegen hatten in der Vergangenheit mit schleppenden Albenverkäufen zu kämpfen und diese Aktion bringt die Band wieder zurück in die Schlagzeilen. Mit dem kostenlosen Download von Songs of Innocence wird die Fan-Basis deutlich erweitert, bis zum 500 Millionen iTunes-Nutzer. Der ein oder andere wird sich sicher ein weiteres U2-Album von iTunes kostenpflichtig laden und so Geld in die Kassen der Band spielen. Sobald U2 irgendwann auf Tour geht, ist das die beste Promotion überhaupt.

Zwei Welten schließen einen Pakt.

Zwei Welten schließen einen Pakt.

Gewinner ist Apple. Tim Cook gilt als Finanzgenie und dieser Coup ist gut durchdacht. Zwar musste Apple einen gewissen Finanzbetrag sicher an U2 berappen, aber die Long Tail-Erträge sind höher. Übrigens The Long Tail ist wieder ein Buch von Chris Anderson und auch hier Lesebefehl. Und wenn man die Verkäufe der jüngsten U2-Alben anschaut, lief die ganze Sache auch nicht mehr wie geschnitten Brot. Also war es für einen Konzern wie Apple sicher eine lohnenswerte Investition und nicht nur eine Ausgabe. Tom Cook bindet weitere User an iTunes, die sich durch diesen Deal anmelden. Damit erhöht Apple seine Installed Base und da das Album im Moment nur bei iTunes zu bekommen ist, können Amazon und andere Download-Börsen doof mit dem Ofenrohr ins Gebirge schauen. Android-User beschwerten sich am Abend der Keynote via Twitter, dass für ihr mobiles Betriebssystem kein iTunes verfügbar sei und so zeigte Apple seine Macht. Es ist die Macht des Eco-Systems, die Steve Jobs immer gepredigt hatte. Ich dagegen lag im Bett und konnte mir via iPhone locker die Songs laden – obwohl ich kein ausgesprochener U2-Fan bin.

Hurra, ein Geschenk: Das neue U2-Album

Hurra, ein Geschenk: Das neue U2-Album

Gewinner sind die Fans. Wer Fan der Band ist, war neugierig auf die neuen Veröffentlichungen der Kapelle und hat sofort geladen. Wer zumindest interessiert ist (wie ich), hat sich das Album auch geholt, nach dem Motto: geschenktem Gaul, schaut man nicht ins Maul. Und zugegeben, die Single The Miracle geht ins Ohr. Und die Hardcore-Fans werden bei Veröffentlichung des Albums als Vinyl oder CD sicher nochmals zuschlagen.

„Wir sind das Blut in euren Maschinen, oh Zen-Master of Hard- and Software“, scherzte Bono zu Tim.

„Wir sind das Blut in euren Maschinen, oh Zen-Master of Hard- and Software“, scherzte Bono zu Tim.

Wer bei der Keynote genau zugehört hat, weiß wohin der Weg für Apple und U2 geht. Tim Cook und Bono alberten auf der Bühne herum. „Wir sind das Blut in euren Maschinen, oh Zen-Master of Hard- and Software“, scherzte Bono zu Tim. Bedeutet: Ohne Content läuft es nicht. Bono schreibt auf der Website der Band: „Wir haben uns entschlossen, mit Apple über die nächsten Jahre an einigem coolen Material zu arbeiten – Innovationen, die vielleicht die Art, wie wir Musik hören und betrachten, verändern könnten. Wir werden Euch auch darüber auf dem Laufenden halten. Wenn Euch „Songs Of Innocence“ gefällt, dann bleibt uns auch mit „Songs Of Experience“ gewogen.“ Damit steht das nächste Album von U2 bereits in den Startlöchern: Songs Of Experience heißt das Ding. Und der Vertriebsweg scheint nach dieser Apple-Show auch klar zu sein.
Dieser Album-Release war der größte Release aller Zeiten – und übrigens: Die Musikkritiker waren sauer, weil alle gleichzeitig das Album hatten und sie nicht mehr bevorzugt wurden. Demokratisierung der Massenmedien, nennt sich das. So ändern sich die Zeiten. Und das Album taucht nicht in den Verkaufshitparaden auf, denn dort werden nur Verkäufe gewertet und nicht Geschenke. Und damit gibt es auch keinen Grammy, so funktionieren (noch) die Regeln der alten Welt.

Der Pakt ist besiegelt.

Der Pakt ist besiegelt.

5 Jahre iPod classic ohne Änderung

5. September 2014

Vor fünf Jahren der iPod Classic kam auf den Markt kam und der Dinosaurier hat sich bis heute nicht geändert. Es ist noch das einzige Apple-Gerät mit dem 30-poligen Adapter. Immernoch ist der iPod classic das Flaggschiff meiner iPod-Sammlung, die mit dem FireWire-iPod damals begonnen hatte. Ich liebe meinen iPod Classic, habe ihn noch immer im Einsatz und erinnere mich gerne, wie es mit den iPods begonnen hat. Im Grunde habe ich die meisten Modelle, nur den U2-iPod habe nicht. Ich mag das Gutmenschen-Gehabe von Bono einfach nicht.

Hier ein Ausschnitt meiner iPod-Sammlung

Hier ein Ausschnitt meiner iPod-Sammlung

Bei der Präsentation des ersten iPods musste ich einen massiven Kampf austragen. Ich hab damals den Kampf verloren, aber am Ende doch gesiegt. Ich war zur Geburtsstunde des iPods damals Textchef der PC Professionell, einem sehr erfolgreichen Windows-Testmagazin. Als Mac-User musste ich Texte in Form bringen. Ich wurde von meinen beiden Chefredakteuren Franz Neumeier und Christoph „Lemmy“ Scholze eingestellt wegen meines technischen und journalistischen Verständnisses. Es war eine gute Zeit damals, bis zum 11. September.

Rechts, der aktuelle iPod classic.

Rechts, der aktuelle iPod classic.

Von der Ankündigung des iPods war ich damals fasziniert. mp3-Player gab es viele – ich hatte beispielsweise einen Rio im Einsatz, doch was uns Steve Jobs da präsentierte, war mehr als ein Musikplayer. Es war ein ganzes Eco-System, dass die Musikwelt auf den Kopf stellte. 1000 Songs in deiner Hosentasche. Ich hatte so ein Gerät eigentlich von Sony erwartet, denn nach Walkman und Discman müsste eigentlich ein mp3-Man folgen. Aber Sony verschlief den Markt und Apple rollte die Industrie auf. Die Revolution begann und als Journalist wollte ich dabei sein. Ich wollte diese Revolution begleiten, aufklären, erläutern, analysieren. Aber ich scheiterte banal an der Redaktionskonferenz.
Jeden Tag gab es zu um 10 Uhr im großen Konfi, wie der Konferenzsaal genannt wurde, unserer Meeting. Ressortleiter und Redakteure stellten Themen, Geschichten und Trends vor. Das letzte Wort hatten die beiden Chefredakteure und kurz vor ihnen war ich als Textchef an der Reihe. Ich wies auf die kommende Bedeutung des iPods hin und wollte eine längere Geschichte in unserer PC Professionell machen. Doch ich bekam die rote Karte gezeigt. „Kein 100 Prozent Thema“, war die Antwort. Naja, ich kämpfte und bekam wenigstens im Newsteil ein paar Zeilen mit Bild.

Mein erster Artikel über den iPod - leider nur im Newsteil.

Mein erster Artikel über den iPod – leider nur im Newsteil.

In meiner späteren Karriere wechselte ich zur MACup, damals das älteste Apple Macintosh-Magazins Europas. Hier konnte ich iPod und Co dann stärker einbringen. Zunächst mit Berichten, dann mit einem Heft im Heft und schließlich mit eigenen Heften (aber da war ich schon lange weitergezogen).
Mal sehen, ob Apple den iPod classic weiter im Programm belassen wird. Vielleicht kommt endlich ein iPod classic mit Lightning-Anschluss. Vielleicht, vielleicht, vielleicht …