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Meine Eindrücke zum Deutschen Computerspielpreis

26. April 2016

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Spaß hat es auf jeden Fall gemacht und ich bin dankbar, dass ich zum Festabend des Deutschen Computerspielpreises eingeladen wurde. Die Veranstaltung ist zwar schon ein paar Tage her, aber mir immer noch in guter Erinnerung. Für mich war es das erste Mal – und ich hoffe, es war nicht zum letzten Mal. Es war eine schöne Gala mit anschließender Party – alles fand in der futuristischen BMW-Welt in München statt. Bayern zeigte Stil und schindete mit der Location Eindruck. Der Ort der Verleihung wechselt jährlich zwischen Berlin und München – und 2016 war die bayerische Landeshauptstadt wieder an der Reihe. Gut so.


Jetzt kenne ich einige Fachpreise, hab sogar einige Fachauszeichnungen selbst organisiert und ich dachte, der Deutsche Computerspielpreis ist eine ähnliche Fachveranstaltung für die Branche. War es im Grunde auch, aber von Fachlichkeit war an dem Festabend nichts zu spüren. Es wurde fast kein Wort über Shader, Lightning, Pixels, Polynone, CGI verloren, sondern es bliebt alles an der Oberfläche. Es war mehr eine Show und eine Darbietung als eine Fachauszeichnung. Wahrscheinlich wollten dies die Veranstalter und ich bin mit falschen Erwartungen in die BMW-Welt hingegangen. Als ich mich mit Show, und Glamour abgefunden hatte, gefiel es mir sehr gut. Ich habe gleich viele Selfies von mir gemacht.

Mario Kart-Fahrer Dobrindt
Der von den Branchenverbänden BIU e.V. und GAME e.V. gemeinsam mit dem Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, Bundesminister Alexander Dobrindt, getragene Preis ist eine Initiative der deutschen Politik und Wirtschaft. in 14 Kategorien werden herausragende deutsche Spieleproduktionen ausgezeichnet. Ich hatte meine Einladung aber weniger dem Minister zu verdanken als vielmehr seiner Staatssekretärin Dorothee Bär. Ich kenne Dorothee Bär seit einigen Jahren, kannte sie noch als sie Dorothee Mantel hieß. Immer wieder kreuzen sich unsere Wege und Dorothee Bär setzt sich massiv für die Digitalisierung der bundesdeutschen Gesellschaft ein. Sie ist zudem auch eine überzeugte Gamerin und es lässt sich mit ihr exzellent fachsimpeln.

Der Verkehrsminister im virtuellen Auto.

Der Verkehrsminister im virtuellen Auto.

Insgesamt war in der BMW-Welt viel Politik am Start. Die Rede von Verkehrsminister Alexander Dobrindt war gut geschrieben. Ich weiß zumindest jetzt, dass er ein Mario Kart-Fan ist. Das ist doch schon mal was und er bekommt bei all der Diskussion um Maut hier einen Pluspunkt. Wir Mario Kart-Fahrer müssen zusammenhalten, aber ich hoffe es stimmt nicht, dass Dobrindt Mario Kart nur mag weil er Verkehrsminister ist. Für den Bundesverkehrswegeplan hätte ich ein paar Vorschläge. Ich habe die Rede von Dobrindt via Periscope live gestreamt und in YouTube eingestellt.

Standortförderin Aigner
Gut in der anwesenden Community kam auch die bayerische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner an. Sie ist zugleich Medienministerin und muss die schwierige Aufgabe Medien und Wirtschaft lösen. Mit ihrer Rede hat sie es gut gemacht und konnte beim Publikum punkten ohne sich anzubiedern. Hier ein 360 Grad Video von mir von ihrer Rede.

Schwarze Witwe Dorothee Bär legt nach
Ja und natürlich durfte Dorothee Bär auch etwas sagen, schließlich verdanken wir ihrem Engagement den Deutschen Computerspielpreis. Ihre Rede war extrem launig. Lob gebührt ihr auf jeden Fall für das wunderschöne Kleid, das sie an dem Abend trug. Zwar meinte ihr Minister das Kleid sei das Modell Schwarze Witwe, aber was weiß Alexander Dorbindt im Nadelstreifenanzug schon über Mode. Mit einem gelungenen Bullshit-Bingo feierte sie die Branche und es tat gut, diese Worte zu hören.


Dass nicht alles glatt lief, zeigte sich bei einer Unklarheit, wann welche MAZ eingespielt wird. Hier zeigte Dorothee Bär wer das sagen hat: Mit den Worten „Wer das Mikro auf der Bühne hat, der bestimmt“ hatte die Politikerin aus Franken die Sympathien auf ihrer Seite. Gut gesprochen. Hier ein 360 Grad Video von mir von ihrer Rede.

Gewinner und Laudatoren und ein wenig Kritik
In gleich zwei internationalen Kategorien und beim Publikumspreis setzte sich „The Witcher 3: Wild Hunt“ des polnischen Entwicklers CD Projekt RED durch. Ich muss zugeben, ich fand The Witcher 3 nicht den Hit, bin wohl aber nicht die Zielgruppe.

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Weitere Preise wurden unter anderem von YouTube-Star LeFloid, Komiker Kaya Yanar und Schauspieler Antoine Monot jr überreicht. LeFloid ist zumindest ein Experte in Sachen Games, durch seine Let’s Plays kennt ihn die Nachwuchsbranche. LeFloid war mir etwas zu schnell. Komiker Kaya Yanar und Schauspieler Antoine Monot jr waren extrem sympathisch. Ein Fachmann aus der Gamesbranche wäre wir lieber gewesen.

Kritik von meiner Seite gibt es nur an der Musik. Die Band Mia spielte auf, kam auch sehr gut beim Partypublikum in München an, aber für meinen Geschmack passte die Musik nicht zu einem Fachpreis. Ich hätte Gamesmusik vorgezogen. Auch das ist eine Kritik am Preis: Der Komponisten von Soundtracks sind so enorm wichtig für den Erfolg eines Spiels und Spielsoundtracks haben unter Kennern große Erfolge. Geniale Komponisten wie Chris Huelsbeck hätte ich gerne auf der Bühne des Deutschen Computerspielpreises gesehen. Übrigens, hier die Gewinnerliste des Preises.

Förderungen der Bundesländer
Als „Bestes Serious Game“ hat das interaktive Echtzeitspiel „Professor S.“ aus Berlin den Deutschen Computerspielpreis 2016 gewonnen. Das vom Medienboard im Bereich „Innovative Audiovisuelle Inhalte“ geförderte Spiel ist zusammen mit sieben Berliner Grundschulen entwickelt worden und wird bereits in über 50 Schulen deutschlandweit im Unterricht eingesetzt. Der Rahmen des Spiels mit ständig wachsenden Varianten ist die Zeitreise des „Professor S.“, von dem die Schüler Aufgaben erhalten. Indem sie in Dialog mit den Figuren treten, werden sie selbst Teil des Abenteuers und tragen aktiv zum Verlauf der Erzählung bei.
Helge Jürgens, Geschäftsführer Standortentwicklung Medienboard Berlin-Brandenburg: „Mit Professor S.´ ist es Jan von Meppen und seinem Team von LudInc gelungen ein Game zu entwickeln, durch das Schüler den Umgang mit digitalen Inhalten lernen, und gleichzeitig dazu animiert werden Aufgaben in der realen Welt zu lösen.“
Der bereits vielfach preisgekrönte 2D Puzzle Platformer „Typoman“ (Brainseed Factory) aus Bonn, in dem sich der Spieler durch eine Welt aus Buchstaben und Wörtern bewegt, überzeugte die Jury in der Kategorie Beste Inszenierung. Die Film- und Medienstiftung NRW förderte das Konzept und den Prototyp von „Typoman“ im Bereich Innovative Audiovisuelle Inhalte mit insgesamt 75.000 Euro.
Der Preis für das beste Kinderspiel 2016 wurde an „Fiete Choice“ von Ahoiii Entertainment vergeben. Die Kölner Kinderspieleentwickler teilen sich den Preis mit „Shift Happens“ von Klonk aus München. Der dritte Preis in der Kategorie Bestes Nachwuchskonzept ging an die TH Köln mit ihrem point-and-click Adventure „Leaves“.

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„Drei Auszeichnungen nach NRW – ein toller Erfolg für die hiesige Gamesbranche! Wir gratulieren allen Preisträgern, besonders natürlich den Teams von ‚Fiete Choice‘, ‚Leaves‘ und ‚Typoman‘. Mit dem Gewinn in der Kategorie ‚Beste Inszenierung‘ setzt ‚Typoman‘ seine Erfolgsserie bei Preisverleihungen weiter fort.“ Bundesminister Alexander Dobrindt überreichte den Preis für das Beste Deutsche Spiel an das Mainzer Entwicklerstudio von Blue Byte für „Anno 2205“. Hauptsitz von Blue Byte ist in Düsseldorf.
Hier sieht man, wie wichtig Standortpolitik im Gamesbereich ist. Spieleentwickler sind eine ernstzunehmende Größe im deutschen Wirtschaftsleben. Da wollen auch die Bayern nicht zurückstehen. Im April öffnet die FFF Bayern ihre Förderschatulle und verteilte Steuergelder. Der Games-Vergabeausschuss hatte zum ersten Mal in diesem Jahr getagt und entschieden, fünf Games mit einer Gesamtsumme von 310.000 Euro zu unterstützen. Darunter zwei Spiele, deren Prototypen bereits gefördert worden sind und die jetzt produziert werden. Alle Spiele befassen sich mit dem künftigen Zusammenleben auf unserem Planeten.
Die Produktion dreier Spiele wird mit insgesamt 270.000 Euro unterstützt: Das Online-Echtzeitstrategiespiel Submerge (Iceberg Studios, 120.000 Euro), deren Prototyp bereits gefördert wurde, ist ein innovativer Mix aus Massive Online Battle Arena (MOBA) und Real Time Strategy, in dem die Spieler nach einer Klimakatastrophe um ihr Überleben kämpfen und sich in Planung, Taktikund Strategie mit ihren Gegnern messen müssen. Ebenfalls in Produktion geht das Online-Rollenspiel Das Tal (Fairytale Distillery, 100.000 Euro), in dem sich die Spieler in einem fantastischen Wüstental gemeinsam mit anderen Bewohnern arrangieren müssen, um eine nachhaltige Zivilisation aufzubauen. Der FFF hat bereits den Prototypen von Das Tal gefördert. Im rundenbasierten GPS-Artillery-Multiplayer Steampumkins (United Soft Media Verlag, 50.000 Euro) fungiert die Erde als Spielfläche, auf der der Spieler mit Früchten als Schusswaffe den realen Standort des jeweils anderen Spielers irgendwo auf der Erde treffen muss. Dabei werden das räumliche und das geographische Vorstellungsvermögen geschult.
Die Entwicklung zweier Konzepte, die sich beide mit der Zukunft unseres Planeten befassen, wird mit insgesamt jeweils 20.000 Euro gefördert: Das Action Adventure Modern Conquistadores für Windows (Conquista Games) versetzt den Spieler in ein Erkundungsteam im Jahr 2032, das Kontakt mit den Aliens aufnehmen und den Planeten erforschen soll. Das Simulationsspiel Food Corp.Tycoon (Thera Bytes) spielt im Jahr 2040 und handelt von der Ernährungs-Apokalypse, während derer der Spieler für seine und die Gesundheit der Bewohner verantwortlich ist.

Starker animago AWARD 2010 dient der ganzen Branche

2. März 2010

Startschuss frei für den animago AWARD 2010

Der Startschuss zum 14. animago AWARD ist gefallen. Bis 30. Juni können Artists aus der ganzen Welt ihre Arbeiten beim wichtigsten europäischen 2D/3D-Wettbewerb einreichen. Die Teilnahme ist kostenlos. Es wird keine Startgebühr erhoben. Durchgeführt wird der Wettbewerb von der DIGITAL PRODUCTION. Die Anmeldung zum Wettbewerb erfolgt über die animago-Website.
In welcher Form ich animago AWARD & CONFERENCE 2010 betreue ist noch ungewiss. Ich bin zum Ende Februar als Chefredakteur der DP ausgeschieden und widme mich mehr meiner Familie und ein paar privaten Projekten. Aber so wie es aussieht, werde ich die Conference beim animago auf die Beine stellen und die Abendveranstaltung in Babelsberg am 28. Oktober moderieren. Jetzt sorge ich dafür, dass wir genügend Beiträge für den animago AWARD zusammenbekommen.
Ich bin davon überzeugt, dass wir mehr als 1.000 internationale Einsendungen aus Europa und dem Rest der Welt zum animago AWARD erhalten. Denn Eines ist klar: Der animago ist der Preis von der Branche, für die Branche. Wer an diesem Wettbewerb teilnimmt und seinen Beitrag einsendet, beweist, wie sehr ihm die Branche am Herzen liegt.
Der animago wird auch dieses Jahr wieder unsere aufstrebende Wirtschaftsbranche widerspiegeln. 2009 hatten wir für diese super Veranstaltung einen super Auftakt in Babelsberg und 2010 werden wir noch einen Zahn zulegen.
Am Donnerstag, 28. Oktober 2010, wird der wichtigste Preis der europäischen Animationsbranche in der Filmstadt Potsdam/Babelsberg vergeben. Die Verleihung findet im Rahmen der animago CONFERENCE statt. Gefördert wird animago AWARD & CONFERENCE 2010 durch das Medienboard Berlin-Brandenburg. Deren Chefin Petra Müller meint auch: „Wir haben den animago nach Babelsberg geholt, weil er perfekt zur Produktionskompetenz Berlin-Brandenburgs passt. 2010 soll sich der animago weiter am Standort verankern und die Synergien von Film und Games, Animation und visuellen Effekten, Design und Technologie weiter ausbauen.“

Die Sieger des 13. animago AWARD stehen fest

30. Oktober 2009

Am Donnerstag, dem 29.10.2009, wurden auf der animago CONFERENCE die Gewinner des wichtigsten Wettbewerbs für Digital Content Creation (DCC) mit dem animago AWARD ausgezeichnet.

Der animago AWARD wurde in diesem Jahr zum 13. Mal vom Fachmagazin DIGITAL PRODUCTION – mit freundlicher Unterstützung des Medienboards Berlin Brandenburg und den Sponsoren AVID, Chaos Group, eyeon, Maxon, Mackevision, PNY, 3Dconnexion – veranstaltet. Unter den Einsendungen für den animago AWARD 2009 befanden sich sowohl nationale als auch internationale Beiträge. Insgesamt sind über 1000 Beiträge aus mehr als Ländern eingegangen. Aus allen Beiträgen wurden von einer Jury aus Spezialisten der DCC-Branche die Gewinnerbeiträge ausgewählt. Zudem wurde der Leserpreis der DIGITAL PRODUCTION an die beste internationale Kinoproduktion, den Pixar-Film „Oben“, vergeben.

Die diesjährige Preisverleihung fand im Rahmen der animago AWARD & CONFERENCE statt. Die animago CONFERENCE wurde in Zusammenarbeit mit Lichtblick 4D ausgerichtet. Die Neukonzeption des animago AWARD hat voll überzeugt. Die Veranstaltung hat gezeigt, welchen Stellenwert die 3D-Branche in der Gesellschaft hat. Alles ist digital. Die Artists der animago-Beiträge sind Kreative auf höchstem technischen und künstlerischem Niveau, die eine Anerkennung verdienen.

 

Die Preisträger sind:

 

animago AWARD – Beste Film- und TV-Produktion

Produktion „Die Chroniken von Narnia, Prinz Kaspian“ (Wassereffekte)

Artists: Scanline

Primäre 3D-Software: 3ds Max, solidThinking

Ein komplett aus Wasser bestehender „Rivergod“ erhebt sich aus einem Fluss und zerstört eine Holzbrücke, die gerade von einer Armee überquert wird. Der Rivergod sowie die Wassersimulation des Flusses wurden mit dem Scanline-eigenen Fluidsystem „Flowline“ realisiert. CG-Comparsen auf der Brücke incl. Reiter, die Brücke nebst Distruction-Set wurden mit 3ds Max und VRay sowie diversen externen und hauseigenen Rigid Body Simulationssystemen realisiert.

animago AWARD – Bester Kurzfilm

Produktion „The Kinematographer“

Artist: Tomek Baginski, Platige Image

Primäre 3D-Software: 3ds Max, VIZ, Lightwave, Maya, solidThinking

Inhalt: Der Kurzfilm spielt in einem kleinen englischen Dorf in der viktorianischen Zeit. Erfinder Francis bastelt erfolglos an seinem Kinematographen herum. Sein großes Ziel ist es dabei, die Welt durch die Erfindung des Films zu reformieren. Unglücklicherweise fokussiert er sich viel zu sehr auf sein Projekt, dass er darüber sein ganzes Umfeld, vor allem seine Beziehung, vergisst. Als schließlich sein Kinematograph tadellos funktioniert, verstirbt seine geliebte Ehefrau an Tuberkulose. Gebrochen erstarrt Francis in Trauer und veröffentlicht seine Erfindung nicht – bis die Bruder Lumiere im Jahr 1895 ihm zuvorkommen.

animago AWARD – Bestes Game-Design

Produktion „ Mirror’s Edge“

Artist: Electronic Arts GmbH, Dice

Inhalt: In einer Stadt, in der sämtliche Kommunikation strengstens überwacht wird, transportieren flinke Kuriere, die „Runner“, sensible Daten an neugierigen Blicken vorbei. In diesem scheinbar utopischen Paradies wurde ein Verbrechen begangen, deine Schwester wurde hintergangen und jetzt wirst du gejagt. Du bist die Runnerin Faith und dieses innovative Action-Adventure in der Ego-Perspektive erzählt deine Geschichte. In Mirror’s Edge schlüpfst du in die Haut dieser einzigartigen Heldin, während sie die Stadt in schwindelerregenden Höhen durchquert, atemberaubende Kämpfe führt und sich rasante Verfolgungsjagden mit ihren Gegnern liefert. Durch das unvergleichliche Bewegungsgefühl und die einzigartig intensive Perspektive wirst du mitten in Faiths Welt hineingezogen – eine Welt, die intuitiv, unmittelbar und extrem gefährlich ist.

animago AWARD – Beste Werbeproduktion

Produktion: AUDI TDI „Filter“

Artist: Henrik von Müller, INFECTED Postproduction GmbH

Primäre 3D-Software: Softimage

Inhalt: Mit dem „TDI Clean Diesel-System“ hat Audi den saubersten Dieselmotor der Welt entwickelt. Die Aufgabe bestand darin, diesen technisch komplizierten Prozess im Katalysator einfach und dramatisch zu erzählen und dafür eine völlig neue visuelle Sprache zu finden. Die Grundidee für den Spot war einfach: Aus einem Alphabet werden 97 % aller Buchstaben gefiltert, 3 % kommen am Ende durch und zwar T, D und I. Wichtig war es den Filter an sich – nicht als ein technisch, abstraktes Gerät darzustellen, sondern viel mehr seine Funktion mit Hilfe einer außergewöhnlich Bildsprache sichtbar zu machen.

animago AWARD – Beste Mobil-Produktion

Produktion „iKitty“

Artist: Thorsten Rauser, the binary family

Inhalt: Sie schnurrt, sie faucht, sie frisst – iKitty erinnert ein wenig an Garfield, der vierpfotige Schnurrbartträger lebt aber auf dem iPhone. Der virtuelle Katzenhalter hat verschiedene Möglichkeiten, das Kätzchen bei Laune zu halten. Tut man das nicht und setzt iKitty zum Beispiel einem Schleudertrauma aus, beendet das derart malträtierte Kätzchen einfach das Programm – eine halbe Stunde muss man warten, bis sich iKitty wieder streicheln und füttern lässt.

animago AWARD – Beste Nachwuchsproduktion

Produktion „Trickster“

Artists: Alexander Pohl

Primäre 3D-Software: VIZ, Maya

Der Zirkusclown, als digitaler Charakter zu einer Kunstfigur stilisiert, die bereits Fellini in seinem Film „The Clowns“ begraben hat, ist Ausgangspunkt dieses Animationsfilmes. Das Duo Dummer August und Weißer Clown tritt getrennt auf, repräsentativ für eine zunehmend polarisierte Welt, die durchsetzt ist von Normen und Regeln. Als unfreiwilliger Clown auf die Leinwand eines Kinos projiziert und von einem ahnungslosen Publikum auf voyeuristische Art und Weise beobachtet und gedemütigt, findet er schließlich zu sich selbst und seinem Archetyp, dem sogenannten Trickster.

animago AWARD – Beste Interaktive Produktion

Produktion: MINI Cabrio: Weltpremiere in Ihren Händen!

Artists: BUZZIN MONKEY: Stefan Becker

die agentour GmbH: Peter Linke

AR-Umsetzung: metaio GmbH

Primäre 3D-Software: metaio Unifeye Viewer

Inhalt: Noch weit vor offiziellem Handelsstart des neuen MINI Cabrio, zum offiziellen Kommunikationsstart, feiert das Fahrzeug seine Weltpremiere – dieses Mal an einem ganz besonderen Ort: Direkt in den Händen der Menschen! Mithilfe der Technik Augmented Reality wurde die Verbindung zwischen Print und 3D-Content geschaffen. Als Träger diente eine spezielle Anzeige. Hält der User diese Anzeige unter mini.de/webcam in die Webcam, erscheint das MINI Cabrio als virtuelles Modell. Der Clou: Die 3D-Daten sind mit dem Live-Bild verknüpft. Der User kann das Fahrzeug also selbst drehen, Details ansehen, wie er es möchte. Live und in Echtzeit!

animago AWARD – Beste Postproduktion

Produktion „ Assassin’s Creed 2 Game Cinematic“

Artists: Digic Pictures

Primäre 3D-Software: VIZ, Maya

Assassin’s Creed II ist der Nachfolger des Titels, der als schnellst verkaufte neue Marke in die Videospiel-Geschichte einging. Der mit Spannung erwartete Nachfolger präsentiert einen neuen Helden namens Ezio Auditore da Firenze, einen jungen italienischen Adligen, und eine neue Ära – die italienische Renaissance, mit all ihren kulturellen Errungenschaften und dunklen Seiten. Assassin’s Creed II erzählt eine epische Geschichte über Familie, Rache und Verschwörung. Schauplatz ist das Italien der Renaissance, eine Epoche, die Meilensteine der Kunst hervorbrachte, aber auch Schattenseiten voller Korruption und Habgier beinhaltete. Ezio freundet sich mit Leonardo da Vinci an, bekommt es mit den mächtigsten Familien in Florenz zu tun und wandelt durch die Kanäle Venedigs, wo er alles lernt, um ein Meister-Assassine zu werden.

animago AWARD – Beste Visualisierung

Produktion „Porsche Museum »Porsche 917«“

Artists: Ingo Zirngibl, Jörg Stierle, Marcos Zervallos, Olivier Passemard, jangled nerves gmbh

Primäre 3D-Software: Maya, solidThinking

Der Höhepunkt in der Porsche Rennsportgeschichte stellt die 917-Ära dar. Innerhalb eines kurzen Zeitraums Anfang der siebziger Jahre wurde unter höchster Geheimhaltung eine Rennsportlegende kreiert, die die Marke binnen kurzer Zeit vom David zum unbesiegbaren Goliath der 24-Stunden-Rennen von Le Mans wie auch der amerikanischen Canam-Rennserie machte.

animago AWARD – Sonderpreis der Jury

Produktion „Engel zu Fuß“

Artists: Jakob Schuh, Saschka Unseld, Studio Soi GmbH & Co.KG

Primäre 3D-Software: Maya

„Engel zu Fuß“ beschreibt die Geschichte des Engels Waltraud, der vom Himmel gefallen ist, weil ihre Flügel zu klein geraten sind.

animago AWARD – Bestes virtuelles Foto/Still

Produktion: Hausnummer 42

Artist: Verdi Voß

Primäre 3D-Software: Cinema 4D

Inhalt: „42“ ist laut Autor Douglas Adams die Antwort auf die Frage nach dem Universum, dem Leben und allem. Ob wir über das 3D-Still von Verdi Voß mehr Auskunft zu diesem philosophischen Ansatz finden, ist fraglich. Klar ist jedoch: „Hausnummer 42“ ist ein perfekter Spiegel der Wirklichkeit, der allerdings nicht affektiert aufpoliert wurde, sondern seine natürlichen und alltäglichen Schlieren des urbanen Lebens trägt. Damit reflektiert das digitale Werk dem Auge des Betrachtes eine herausragende Authentizität.

animago AWARD & CONFERENCE: Es kann beginnen

28. Oktober 2009

Trickster von Alexander Pohl ist für den animago nominiert

Im Moment bin ich schon etwas nervös. Morgen, Donnerstag 29. Oktober 2009, startet unsere erste animago CONFERENCE in der Filmstadt Babelsberg. Wer Lust hat an der Zukunft teilzunehmen, ist herzlich eingeladen. Karten gibt es an der Tageskasse. Mein Team von der DIGITAL PRODUCTION hat zusammen mit Freunden aus Berlin, vom örtlichen Autodesk-Händler Lichtblick 4D, eine fabelhafte Veranstaltung konzipiert. Gefördert wird der ganze Spaß durch das Medienboard Berlin Brandenburg.

Das Programm und die Referenten können sich sehen lassen: Paul Kanyuk verrät uns Hintergründe über die Crowd Simulation bei Pixar. Einen exklusiven Blick hinter die Kulissen des neuen Emmerich-Blockbusters „2012“ versprechen auch die Vorträge von Thomas Zauner (Scanline) „2012. Der ultimative Weltuntergang“ und Mohsen Mousavi (Pixomondo) „Technical FX pipeline on 2012 & Advanced Crowd simulation pipeline“. Und das ist wirklich eine Wucht: Noch bevor der Film 2012 in die Kinos kommt, sprechen bei uns gleich zwei Kreative über ihre Arbeit und stellen die Trick vor. Das ist eine absolute Seltenheit und ich freu mich wirklich darauf.

Mit dabei ist auch Hanno Hagedorn (Naughty Dog) zum Spiel des Jahres „Making of Uncharted 2: Among Thieves“. Das Spiel wurde auf der Games Com zum Spiel der Messe gekürt und ich bin mal gespannt über die Grafik und wie die Macher Bits und Bytes geordnet haben.

Persönlich freut es mich sehr, Armin Pohl von Mackevision als Referenten (und als Sponsor) zu treffen und zu hören. Macke ist ein starkes Unternehmen, gute Ideen, gutes Konzept und wirklich engagierte Leute. Pohl spricht  über „Create with no limits! Will CGI take it all?“

Dies ist auch nur möglich geworden, weil wir starke Partner an der Seite haben: Avid, Maxon, eyeon, Mackevision, PNY, 3Dconnexion, ChaosGroup. DANKE für eure Hilfe.

Am Abend des ersten Konferenztages muss ich dann ran. Wir verliehen zum 13. Mal den animago AWARD, den wichtigsten Preis der Animationsbranche. 13 ist aber keine Unglückszahl. Wir haben 1000 Einsendungen aus 44 Ländern für die elf AWARDs bekommen. Wow, diese Tatsache kann sich sehen lassen und beweist, dass das Konzept des animago richtig ist. Ich darf rund zweieinhalb Stunden moderieren und die Gäste durch den Abend führen. Eine ungewohnte Rolle für mich, denn eigentlich bin ich eher hinter dem Schreibtisch als auf einer Bühne zu finden. Aber was solls. Ein Mitarbeiter meinte neulich: „Die Rampensau wird es schon machen.“ Ich sehe das Mal als Lob und Motivation.

Wir haben dieses Jahr mit dem neuen Standort Babelsberg am Konzept gefeilt. Wir wollten mehr Öffentlichkeit und ich denke, es ist uns gut gelungen. „Der Artist in der Postproduktion soll die Anerkennung bekommen, die er verdient.“ Die ersten Schritte sind gemacht, die Weichen sind gestellt. Wir haben Publikumsvotings eingeführt, bei denen Interessierte den Sieger mitbestimmen konnten. Eine Fachjury hat eine Vorauswahl getroffen und dann wurde abgestimmt. Diese Votings wurden hervorragend angenommen. Außerdem haben wir starke Medienpartner an der Seite, die in ihre Branche den animago AWARD getragen haben.

Alles in allem bin ich zufrieden. Natürlich sind viele Ideen auf der Strecke geblieben. Aber der Grundstein für eine erfolgreiche Veranstaltung in Babelsberg, der Wiege des deutschen Films, sind gelegt. Der animago ist dort angekommen, wohin er gehört.