Posts Tagged ‘Hochwasser’

Buchtipp: Das Jahrtausendhochwasser Simbach am Inn

11. Juli 2018
Interessante Dokumentation über das Hochwasser in Simbach am Inn.

Interessante Dokumentation über das Hochwasser in Simbach am Inn.

Vor kurzem hatte ich ein Seminar in Niederbayern und eine Teilnehmerin berichtete mir vom Hochwasser in ihrer Heimat Simbach. Am 1. Juni 2016 zerstörte ein Hochwasser Teile der Ortschaft. Der kleine Fluss Simbach verwandelte die gleichnamige Ortschaft zu einem Chaos.
Die Seminarteilnehmerin zeigte mir zusammen mit ihrem Mann einen selbstgefertigten Fotoband, wie die Flut die Heimat zerstörte. Innerhalb von Minuten kam das Wasser und der Schlamm. Keller und Erdgeschoss wurden innerhalb von Minuten überschwemmt. Der Mann, der zufällig zu Hause war, packte seine Kamera und dokumentierte die Katastrophe. Er flüchtete ins Obergeschoss und wurde nach Tagen von Helfern von THW und Feuerwehr gerettet. Alles im Keller und Erdgeschoss wurde vernichtet, darunter ein wertvoller Steinway-Flügel, der gerade erst gekauft wurde. In Simbach kam es zu sieben Todesopfern, die in den Fluten ums Leben kamen, weil sie sich unter anderem nicht mehr aus dem Keller retten konnten. Die Erzählungen des Ehepaars haben mich berührt.
Leider kann ich die persönlichen Bilder von der Flut der Familie nicht zeigen, aber ich habe mir ein Buch gekauft: „Das Jahrtausendhochwasser“. Es wurde von der Stadt Simbach herausgebracht. Das Titelfoto von Walter Gering ist das Bild, das um die Welt ging. Der freie Fotograf drückte ab und die PNP veröffentlichte das Foto. Dann wurde es von den Massenmedien und den sozialen Netzwerken aufgegriffen und weiterverbreitet. Innhalb eines Tages war das sehr gute Reportagefoto in allen Köpfen. Und auch ich verbinde das Hochwasser in Simbach mit diesem Foto.
Das Buch ist eine Dokumentation der Ereignisse. Es zeigt, wie es zur Flut kommen konnte, wie das Wasser sich seinen Weg bahnte und wie die Bevölkerung zusammenhielt, um Folgen der Katastrophe zu bewältigen. Ergänzt werden die umfangreichen Fotos von Statements von Politiker, Helfern und Betroffenen. Die Schicksale haben mich berührt. Von Gesprächen habe ich gehört, dass die Entschädigung der Familien noch lange nicht geklärt ist. Das ist für mich ein Skandal.
Und es wundert mich, dass erst jetzt, zwei Jahre nach Flut der Ausbau des Hochwasserschutzes in Simbach am Inn beginnt. Das hat die Stadtverwaltung mitgeteilt. So rollen im Moment die Bagger an. Damit das Wasser bei Starkregen in Zukunft besser abfließen kann, soll der Bach, der mitten durch die Stadt fließt, ein breiteres Bett bekommen.

 

Sturm im Wasserglas – Debatte zur Bundeswehr auf der gamescom

21. August 2016
Flyer gegen Flyer auf der gamescom2016

Flyer gegen Flyer auf der gamescom2016

Wer zu gamescom nach Köln gekommen ist und ganz früh mit dabei sein wollte, für den hieß es Warten. Lange Schlangen bildeten sich vor den Eingängen, weil zusätzliche Taschenkontrollen aus Sicherheitsgründen angesetzt waren. So hatten die Wartenden Zeit, sich umzusehen und ihnen wurden Flyer in die Hand gedrückt. Auf dem Weg zur Spielemesse protestierte ein so genanntes „Antimilitärisches Aktionsbündnis Köln“ gegen den Auftritt der Bundeswehr auf der gamescom. Neben lauter Punkmusik wurden die Wartenden mit einer Postkarte versorgt mit der Aufschrift „Krieg ist kein Spiel“. Die Leute wurden aufgefordert, vor dem Stand der Bundeswehr in Halle 10.2 ein Foto von sich zu machen und es mit #NotAGame zu versehen.
Weiter heißt es auf dem Flyer: „Lasst euch nicht verarschen. Sprechen wir uns hier und überall gegen die Bundewehr aus, denn Krieg ist kein Spiel!“

Ich wollte bei der Bundeswehr auch die andere Seite hören.

Ich wollte bei der Bundeswehr auch die andere Seite hören.

Aufgrund dieser Postkarte bin ich an den Bundeswehr-Stand gegangen und wollte mir die andere Seite anhören. Die Bundeswehr, für mich ein klarer Teil der wehrhaften Demokratie, fuhr Material auf und warb für eine Karriere bei der Bundeswehr. Bis auf die eindrucksvollen Panzerwägen, darunter der leichte Wiesel, habe ich keine Waffentechnik gesehen. Die geschulten Soldatinnen und Soldaten erklärten den Jugendlichen die Karrieremöglichkeiten in der Armee. Unter dem Motto „Projekt digitale Kräfte“ wirbt die Bundeswehr für IT-Soldaten. Diese sind allerdings weniger mit Panzer als vielmehr mit Laptop ausgerüstet und ziehen hier in den digitalen Krieg, der derzeit stattfindet. „Gegen virtuellen Terror hilft kein Dislike-Button“ heißt es in der Broschüre der Bundeswehr. Die aufgefahrenen Panzer dienen wohl eher als Eyechater und weniger als Ausrüstung für die IT-Soldaten. Insgesamt hat die Bundeswehr eine Milliarde Euro IT-Bugdet, sieben IT-Studiengänge, 1,1 Millionen E-Mails pro Tag, 700 Admins werden 2016 gesucht und es gilt über 21000 IT-Stellen zu besetzen und 800 spezielle IT-Soldaten werden 2016 eingestellt. Interessante Zahlen, die ich aus Zeitgründen aber nicht mehr hinterfragt habe.


Mir persönlich stellte sich die Frage nicht, ob die Bundeswehr auf der gamescom oder anderen Messen für eine Karriere werben darf. Natürlich darf sie es meiner Meinung nach. Das hat sie in der Vergangenheit auch und tut es weiterhin. Auf der gamescom kann sie junge Leute erreichen. Das veranstaltet sich nicht, wie ich es bei der US-Army auf US-Messen gesehen habe, mit martialischen Auftreten und Ballerspielen, sondern die Bundeswehr tut es mit Information. Damit habe ich kein Problem.
Einst habe ich gelernt, die Soldaten seien Bürger in Uniform und so wurde die Wehrpflicht begründet. Lügenbaron von Guttenberg hat die Wehrpflicht ausgesetzt und eine Freiwilligenarme eingeführt. Und da junge Männer nicht mehr automatisch zum Bund müssen, muss die Bundeswehr über Veranstaltungen und Anzeigen Leute für eine Karriere interessieren – auch auf der gamescom. Das halte ich legitim. Anders als dieses „Antimilitärisches Aktionsbündnis Köln“ stehe ich zur Bundeswehr und ihren Aufgaben. Bis auf technische Hilfsleistungen beispielsweise bei Hochwasser möchte ich die Bundeswehr aber nicht im Inland eingesetzt haben. Aktuelle Pläne in diese Richtung lehne ich ab. Rüstet die Polizei entsprechend aus, so meine Forderung. Militär im Inneren – damit haben wir keine guten Erfahrungen in Deutschland.

Security vor dem Bundeswehrstand auf der gamescom.

Security vor dem Bundeswehrstand auf der gamescom.

Der Stand der Bundeswehr wurde von Security-Personal der Kölnmesse geschützt, falls es zu Übergriffen oder Pöbeleien kommen sollte. Ich habe allerdings keine gesehen. Die Bundeswehr warb neben dem Cosplayer-Village und so gab es interessante Szenen, wenn ein Engel mit Flügeln, in Leder und Strapse gekleidete Damen oder Pikaschus sich bei der Bundeswehr über Jobmöglichkeiten informierten.
Viel mehr Bedenken hatte ich, dass mancher Aussteller sich nicht an die ausdrückliche Bitte der Kölnmesse gehalten hat. Waffen sollten zu Hause bleiben. Leider stieß ich gegenüber dem Bundeswehrstand auf schwer bewaffnete (Gamer-)Einheiten in voller Ausrüstung. Wenn diese Herrschaften Richtung Bundeswehrstand marschierten, wurden sie von der Security gebeten, einen anderen Weg zu nehmen. Das ist richtig. Noch besser wäre es gewesen, ihnen die Spielzeugwaffen abzunehmen.

Hochwasserschutz: Interview mit Birgit Gehr von Floodsax

10. Juni 2013

Aufmerksame Leser des Blogs haben es bemerkt, mir gefallen die Floodsax-Kissen, quasi mit dem Babywindel-Prinzip gegen Hochwasser. Ich habe daher mit der Geschäftsführerin Birgit Gehr ein Interview geführt.

Birgit Gehr von Floodsax

Birgit Gehr von Floodsax

FloodSax ist ein High-Tech-Kissen gegen Hochwasser. Was ist FloodSax eigentlich?

Birgit Gehr: Die “Floodsax” (englisch etwa: “Flut-Säcke”) sind im Grunde ein Baumwollgemisch, das es in verschiedenen Größen gibt. Innendrin steckt ein spezielles Granulat – Fachleute reden hier von einem “hydrophilen Polymer”. Das kann enorm viel Wasser aufnehmen. Am Ende enthält der Floodsax mehr als das hundertfache seines Eigengewichts an Wasser. Aus 200 Gramm Gewicht werden 25 Kilo. Das Prinzip ist das gleiche wie bei einer Babywindel – nur größer.

Bisher werden bei Überschwemmungen meistens Sandsäcke verwendet. Warum sind die Floodsax besser?

Birgit Gehr: Der größte Vorteil ist: Die Floodsax füllen sich von alleine. Niemand muß mehr mühsam Sand schaufeln und Säcke hin- und herwuchten. Die Floodsax legt man einfach im leeren Zustand ins Wasser – sie füllen sich dann ganz von alleine. Das dauert nicht länger als drei Minuten. Ein einziger Floodsax ersetzt dabei mehr als zwei herkömmliche Sandsäcke.

Gibt es noch weitere Vorteile?

Birgit Gehr: FloodSax sind mindestens 5 Jahre lagerfähig, da sie in Lagen zu jeweils 5 Stück vakuumverpackt geliefert werden. So brauchen sie nur sehr wenig Platz im Lager. Ein Karton mit 20 FloodSax-Kissen kann ohne Probleme von einem Menschen getragen und vor Ort gebracht werden; selbst eine Palette mit 400 FloodSax passt in einen Kleintransporter und ersetzt 1000 Sandsäcke.

Wie kann FloodSax eingesetzt werden?

Birgit Gehr: FloodSax haben drei Funktionen. Erstens: Sie saugen sehr viel Wasser auf. Das kann man zum Beispiel nutzen, wenn daheim die Waschmaschine undicht wird oder ein Wasserrohr geplatzt ist. Einfach einen oder mehrere Floodsax in die Pfütze legen – fertig. Zweitens können vollgesaugte Floodsax als Schutzmauer gegen Wasser dienen – genau wie klassische Sandsäcke, nur besser. Und drittens kann man mit Floodsax natürlich auch Wasser umleiten. So lassen sich beispielsweise Baustellen trocken halten oder Hochwasserströme umleiten, etwa in die Kanalisation.

Wie funktioniert FloodSax eigentlich genau?

Birgit Gehr:  Ein FloodSax enthält wasserabsorbierende Innenpads. Diese bestehen aus einer Mischung von geflocktem Zellstoff und einem selbstaktivierenden Polymer, dem sogenannten Superabsorber. Das Polymer in den Pads hält das Wasser über Wasserstoffbrückenbindungen dauerhaft, bis zu 3 Monaten, im Inneren der FloodSax gespeichert. Jedes dieser absorbierenden Innenpads hat dann noch eine aus Vlies bestehende Außenhaut, mit der es vernäht ist. Zusammen in drei Reihen, nebeneinander, sowie übereinander ergeben sie die typische Form der FloodSax.

Für wen ist FloodSax gedacht?

Birgit Gehr:  Zu unseren Kunden gehören Mitarbeiter von Feuerwehren, THW, Rettungskräfte sowie Bauhöfe, die gegen Hochwasser und Flut ankämpfen müssen. Aber auch für Privatleute, die ihren Keller gegen Hochwasser schützen wollen. Die Säcke arbeiten wie eine Art Mauer und machen das Durchdringen für Wasser unmöglich. So bleiben wichtige Geräte, Räume oder ganze Häuser vor Wasser geschützt.

Das Afrika-Fest in Würzburg ist komplett abgesoffen. Total schade.

Das Afrika-Fest in Würzburg ist komplett abgesoffen. Total schade.

Hochwasser kommt Gott sei Dank nicht alle Tage vor. Kann ich FloodSax auch außerhalb von Krisenzeiten einsetzen?

Birgit Gehr: Natürlich. Wasserschäden gibt es leider öfter, als es den meisten Leuten lieb ist. Sei es bei einem Rohrbruch, einer defekten Waschmaschine oder einer auslaufenden Spülmaschine: Überall, wo Wasser im Spiel ist, kann das System eingesetzt werden. Die Floodsax haben sich in allen denkbaren Situationen schon bewährt. Viele Kunden haben FloodSax auf Vorrat gekauft und lagern sie platzsparend im Keller, damit sie im Notfall sofort griffbereit sind.

Thema Umweltbelastung: Ist das Material im FloodSax umweltschädlich und wie muss es entsorgt werden?

Birgit Gehr: Wenn das Hochwasser vorbei ist, kann das System unbedenklich über den Hausmüll entsorgt werden. Wenn keine Gifte im Spiel sind, wie etwa bei einem einfachen Wasserrohrbruch, können die Säcke auch in einer Anlage für Bioabfälle verwertet werden, da alle Bestandteile der FloodSax biologisch abbaubar sind. Der „Carbon-Footprint“ – die CO2-Belastung – ist auch aus diesem Grund wesentlich geringer als bei herkömmlichen Sandsäcken.

Welche verschiedenen Arten von Floodsax gibt es?

Birgit Gehr: Für Feuerwehren, THW und Rettungskräfte gibt es das Commercial Pack, bestehend aus einem Karton mit 4 einzelnen, vakuumverschweißten Einzelpacks, die jeweils fünf FloodSax enthalten (insgesamt 20 Stück FloodSax). Privatleute greifen auf das Home Pack zurück. Es wurde speziell für den privaten Gebraucht zum aktiven Schutz gegen Hochwasser, Sturmfluten oder sonstige Wassereinbrüche, sowie Leckagen konzipiert. Sie können damit selbständig und schnell Türen, Tore, Fenster, Luftschächte, Rückschlagklappen, undichte Leitungen, Kellerinstallationen, etc. vor eindringendem Wasser schützen. Das Home Pack enthält einen speziellen FloodSax Türschlauch und vier kleinere FloodSax. Alle Produkte kann man beziehen über unsere Homepage unter www.floodsax.de.

Hochwasser und das Versagen des Journalismus in den Massenmedien

5. Juni 2013

Gott sei Dank hat mich das Hochwasser nicht stark getroffen. Ein paar Pfützen im Keller, aber kein Vergleich zu den Horrormeldungen aus Bayern, Sachsen und Thüringen. Dort heißt es „Land unter“ und die Leute haben Hab und Gut verloren.

Ich hatte mich mit den High-Tech-Säcken von Floodsax ausgestattet, falls das Wasser uns treffen sollte. Aber wir blieben im großen und ganzen verschont. Dennoch klare Empfehlung für das System von meiner Seite.

Im Netz und in den klassischen Massenmedien verfolge ich den Verlauf des Hochwassers.  Und ich stelle fest: Die klassischen Massenmedien haben zum Teil versagt. Den ganzen Tag rauf und runter Meldungen über Evakuierungen. Kamerateams fahren zum Teil mit dem Schlauchboot durch überflutete Städte und Dörfer. Dann wird darüber diskutiert, ob es sinnvoll ist, dass Seehofer und Merkel die Stätte des Geschehens besuchen und warum Ude dem ganzen fern bleibt. Entschuldigung, wo bleiben die Menschen?

Daniel Wildfeuer aus Schönberg hat mit seiner Agentur Wildfeuer diese Seite aus dem Boden gestampft.

Daniel Wildfeuer aus Schönberg hat mit seiner Agentur Wildfeuer diese Seite aus dem Boden gestampft.

Ich stelle fest, dass Privatleute die relevanten Seiten in Facebook eröffnet haben, die in kurzer Zeit zigtausend Freunde bekommen haben, weil sie bürgernahe und relevante Informationen liefern. Ich nenne die beiden Seiten Infoseite – Hochwasser 2013 Bayern (132.347 Freunde) und Hochwasser Sachsen-Anhalt (76.929 Freunde). Daniel Wildfeuer aus Schönberg hat mit seiner Agentur Wildfeuer die bayerische Seite aus dem Boden gestampft und zeigt, wie es geht.

Überall entwickeln sich Bürgerprojekte - hier im deutschen Osten.

Überall entwickeln sich Bürgerprojekte – hier im deutschen Osten.

Landratsämter platzieren in Facebook relevante Informationen, nutzen YouTube als Kommunikation. Journalisten engagierten sich in eigenen Projekten wie Regensburg digital und zeigen den etablierten Massenmedien, wie es geht. Open Data-Projekte berichten, wie der Stand des Hochwassers ist oder in Google Maps wird angegeben, wo Helfer für Dämme benötigt werden. Eine neue Form von Journalisten wird benötigt: Journalisten, die mit Daten umgehen können.

Landratsämer wie hier Pfaffenhofen an der Ilm informieren über Facebook und YouTube.

Landratsämer wie hier Pfaffenhofen an der Ilm informieren über Facebook und YouTube.

Ich will nicht alle Massenmedien über einen Kamm scheren, aber ich bin enttäuscht von der Berichterstattung. In der Mainpost online lese ich: „Unsere Volontärinnen waren heute in Würzburg unterwegs und haben Impressionen vom Hochwasser mit der Videokamera eingefangen. Das Ergebnis gibt es hier zu begutachten.“ Das ist nichts anderes als eine sanfte Variante von Sensationsjournalismus.

Um die Berichterstattung aufzupeppen, werden Twitter-Feeds mit dem Hashtag Hochwasser in die Berichterstattung integriert. So zeigt man wohl Bürgernähe.

Die Krise wäre eine richtig große Chance für Verlage gewesen, ihre Kompetenz und Bürgernähe zu beweisen. Hier Manpower zu investieren, wäre sicher sinnvoll gewesen und würde sich am Ende auch auszahlen.

 

Kampf dem Hochwasser: Das Ende des Sandsacks – wie eine Babywindel

3. Juni 2013

29 Aug 017

Nachdem ich mich am Wochenende  gegen ein mögliches Hochwasser gerüstet habe, gehe ich lieber auf Nummer sicher und hab aufgestockt. Ich habe weitere Floodsax-Kissen geordnet, die umgehend per Kurier bei mir eingetroffen sind. Perfekter Service.

Im Moment habe ich ein Problem mit einer Sickergrube. Wenn es weiter regnet, kann die Grube das Regenwasser nicht mehr fassen und läuft voll. Das Wasser drückt dann in den Keller. Daher habe ich für den Notfalls mit Floodsax-Kissen besorgt, für den Fall der Fälle.

Die weißen Floodsax-Kissen sehen unscheinbar aus. Sie saugen sich voll Wasser und wachsen dann zur vollen Größe an. Das Produkt wird gegen Hochwasser eingesetzt. Ein Floodsax enthält wasserabsorbierende Innenpads. Diese bestehen aus einer Mischung von geflocktem Zellstoff und einem selbstaktivierenden Polymer. Nachdem auch das Handelsblatt in der heutigen Ausgabe einen Artikel über das System gebracht hat, waren bei mir alle Zweifel zerstreut.

Umgehend traf Nachschub von Floodsax-Kissen per Kurier bei mir ein.

Umgehend traf Nachschub von Floodsax-Kissen per Kurier bei mir ein.

Floodsax hat sich in drei Bereichen bewährt: Wasseraufnahme, Wasserbarriere und Wasserumleitung. Die Kissen nehmen in Sekundenschnelle Wasser auf und verhindern damit Wasserschäden. „Die Floodsax füllen sich quasi selbst“, sagt mir Birgit Gehr. „Leer wiegt ein Sack nur 200 Gramm, vollgesaugt fast 25 Kilo.“ Die Münchner Unternehmerin Gehr führt die neuen Säcke gerade auf dem deutschen Markt ein. Das Geniale daran: Man braucht die Säcke eigentlich nur auszulegen, sie saugen sich dann von selbst mit Wasser voll. Das dauert nicht mehr als drei Minuten. Es funktioniert im Prinzip wie eine Babywindel, die leer auch sehr leicht ist, aber dennoch viel Flüssigkeit aufnehmen kann. Das mühsame und zeitintensive Befüllen von Sandsäcken entfällt vollkommen. Zudem habe ich im Fernsehen gesehen, dass Sandsäcke an einigen Orten knapp werden.

Ein einzelner Floodsax ersetzt mehr als die doppelte Anzahl Sandsäcke. Die Säcke arbeiten wie eine Art Mauer und machen das Durchdringen für Wasser unmöglich. So bleiben wichtige Geräte, Räume oder ganze Häuser vor Wasser geschützt. Zudem können mit Floodsax Wasserströme umgeleitet werden (z.B. in die Kanalisation). Damit sind plötzliche Sturzfluten kein Problem mehr. „Gerade bei Hochwasser kann man so den Helfern die Arbeit extrem erleichtern“, sagt Flut-Expertin Birgit Gehr. Die platzsparenden Floodsax-Säcke kann ich ganz einfach im Keller einlagern und bin für alle Fälle gerüstet.

Für mich als Privatmann gibt es ein spezielles HomePack mit fünf Floodsax, das für die meisten alltäglichen Einsatzgebiete ausreicht. Nach dem Einsatz können die Säcke, die in verschiedenen Größen zu haben sind, ganz normal über den Hausmüll entsorgt werden. Sie sind komplett ungiftig und biologisch abbaubar. Für Feuerwehren, THW und Rettungskräfte gibt es das Commercial Pack, bestehend aus einem Karton mit 4 einzelnen, vakuumverschweißten Einzelpacks, die jeweils fünf Floodsax enthalten (insgesamt 20 Stück Floodsax).

Hochwasser_FS_4er-Wall