Posts Tagged ‘Panzer’

Erster Eindruck Sony PlayStation 4 VR

18. Oktober 2016
Einsatz der Sony VR Brille an der heimischen Spielkonsole.

Einsatz der Sony VR Brille an der heimischen Spielkonsole.

Die Zukunft des Videospiels hat bei uns am vergangenen Wochenende Einzug gehalten. Nachdem ich sie im Mai 2016 schon bei Amazon vorbestellt hatte, traf die neue Sony PlayStation VR Brille rechtzeitig zum Verkaufsstart in Deutschland bei uns ein. 400 Euro hat das Teil gekostet. Gleichzeitig habe ich drei Spiele mit bestellt, damit wir auch zocken können: Battlezone, EVE: Valkyrie und Super Stardust Ultra VR.
Die Installation der VR Brille war überhaupt kein Problem. Die Anleitung von Sony, wann und wo welches Kabel einzustecken sei, war kinderleicht zu verstehen. Was mich allerdings stört, ist die Menge der Kabel. Ich hoffe, dass in absehbarer Zeit VR-Systeme ohne Kabel verfügbar sind. Für eine Übergangsphase sind Kabel ok, auf Dauer aber bitte nicht.


Die futuristische Brille selbst sitzt bequem und selbst für mich als Brillenträger ist es überhaupt kein Problem mit der VR-Brille zu spielen. Nach Ende eines Levels nehme ich aber meist die Brille ab, denn die Linsen und auch meine Brille auf der Nase beschlagen. Auch auf große Köpfe passt die Brille problemlos und kann angepasst werden. Zum Verkaufsstart musste ich zu denen die Sony Kamera und die Move Controller reaktivieren, die ich bisher nichts gebraucht hatte. Einige Spiele verlangen nach den Move Controllern, die meisten können aber mit Gamepad gespielt werden.

Die VR-Brille sitzt bequem auch für Brillenträger.

Die VR-Brille sitzt bequem auch für Brillenträger.

Nach der endlosen Update-Arie des Betriebssystems und der eingelegten Spiele konnten wir endlich ans Spielen in der virtuellen Welt gehen. K1 und ich haben gezockt auf Teufel komm raus. Das erste Spiel musste für mich unbedingt Battlezone sein. Es ist für mich als 8 Bit-Spieler natürlich eine Selbstverständlichkeit, dass ich mir Battlezone angeschafft habe. Ich habe das Spiel jahrelang als Jugendlicher auf einem Arkadeautomaten bei uns in der Stadt gespielt und liebte auch die Version für das Atari 2600. Über die Jahre hinweg wurde Battlezone immer weiter verbessert, aber ich bin auf dem Stand der 8 Bit-Ära stehen geblieben. So war es auch ein absoluter Hammer dieses Spiel in der Virtuellen Realität zu spielen. In quietschbunten Bildern mit grellen Farben kam diese epische Panzerschlacht daher. Es ist interessant, wie nach ganz kurzer Zeit ist im Kopf Klick macht und man wirklich in die virtuelle Realität eintaucht. Es gab im Vorfeld viel Gemecker über die schlechte Auflösung der Brille. Dies kann ich absolut nicht teilen. Andere Systeme wie die Oculus Rift sind sicherlich detailgenauer, aber die Sony Brille macht mir wirklich sehr viel Spaß. Es war atemberaubend, die VR Welt hinein zu tauchen. Die ersten Gefechte fochte ich noch konventionell aus. Mit meinem Gamepad gehen steuerte ich meinen Panzer durch die VR-Welten und versuchte wie bisher zu spielen. Hier wurde ich aber schnell Opfer meiner Gegner. Also ließ ich mich auf das VR Abenteuer ein und siehe da, ich gehe als Sieger vom Schlachtfeld. Kopf wenden, sich im virtuellen Raum zurechtfinden und die Chancen steigen, den Gegner zu besiegen, der mich in seinen roten Panzern und Fluggeräten attackiert. Besonders gemeine Angriffe startet der Gegner aus der Luft und greift meinen Panzer vom Himmel an. Meine Kinder haben immer gelacht, wenn ich den Kopf mit der VR-Brille hochreiße, um den Gegner anzuvisieren und vom Himmel zu holen. Sehr gut ist, dass K1/2 meine Aktionen am Fernseher verfolgen und mich anfeuern konnten. Sie sehen genau den Ausschnitt, den ich auf der Brille sehe. Ich saß übrigens bei meinen virtuellen Kämpfen in einem bequemen Drehsessel und konnte mich damit um 360 Grad drehen. K2 sorgte dafür, dass sich meine Kabel, die mit der Playstation 4 verbunden sind, nicht ganz verdrehten. Da war es aber wieder das Kabelproblem, dass ich in künftigen Brillen bitte nicht mehr haben will.

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Der Sound kam über Ohrhörer von Sony. Das ist ein Gemurkse. Es funktioniert zwar, aber der Klang von in-Ear-Steckern ist begrenzt. Meine teuren Studiokopfhörer konnte ich nicht anschließen, da waren die Bügel der Brille im Wege. Also drehte ich die 5.1-Anlage im Wohnzimmer voll auf, informierte vorher die Nachbarn und saß nun akustisch auch in der Panzerschlacht. Mein Nachbar ist auch Spieler und hat dafür vollstes Verständnis. So muss Nachbarschaft sein.
Schwindelig oder gar Übelkeit verspürte ich nicht, dafür ein intensives Spielerlebnis, das ich jahrelang nicht mehr hatte. Ich hatte das Gefühl, wirklich in einem Spiel zu sein. Das Gehirn ist ein wunderbares Organ und akzeptierte die virtuelle Realität nach einigen Minuten. Das kann auch eine Gefahr für instabile Menschen sein, die zwischen Realität und virtueller Welt nicht unterscheiden können. Auch muss der Jugendschutz bei VR-Spielen klar eingehalten werden. Mit K1/2 habe ich verlässliche Abmachungen getroffen, die auch eingehalten werden. Medienkompetenz fängt im Elternhaus an.

Sturm im Wasserglas – Debatte zur Bundeswehr auf der gamescom

21. August 2016
Flyer gegen Flyer auf der gamescom2016

Flyer gegen Flyer auf der gamescom2016

Wer zu gamescom nach Köln gekommen ist und ganz früh mit dabei sein wollte, für den hieß es Warten. Lange Schlangen bildeten sich vor den Eingängen, weil zusätzliche Taschenkontrollen aus Sicherheitsgründen angesetzt waren. So hatten die Wartenden Zeit, sich umzusehen und ihnen wurden Flyer in die Hand gedrückt. Auf dem Weg zur Spielemesse protestierte ein so genanntes „Antimilitärisches Aktionsbündnis Köln“ gegen den Auftritt der Bundeswehr auf der gamescom. Neben lauter Punkmusik wurden die Wartenden mit einer Postkarte versorgt mit der Aufschrift „Krieg ist kein Spiel“. Die Leute wurden aufgefordert, vor dem Stand der Bundeswehr in Halle 10.2 ein Foto von sich zu machen und es mit #NotAGame zu versehen.
Weiter heißt es auf dem Flyer: „Lasst euch nicht verarschen. Sprechen wir uns hier und überall gegen die Bundewehr aus, denn Krieg ist kein Spiel!“

Ich wollte bei der Bundeswehr auch die andere Seite hören.

Ich wollte bei der Bundeswehr auch die andere Seite hören.

Aufgrund dieser Postkarte bin ich an den Bundeswehr-Stand gegangen und wollte mir die andere Seite anhören. Die Bundeswehr, für mich ein klarer Teil der wehrhaften Demokratie, fuhr Material auf und warb für eine Karriere bei der Bundeswehr. Bis auf die eindrucksvollen Panzerwägen, darunter der leichte Wiesel, habe ich keine Waffentechnik gesehen. Die geschulten Soldatinnen und Soldaten erklärten den Jugendlichen die Karrieremöglichkeiten in der Armee. Unter dem Motto „Projekt digitale Kräfte“ wirbt die Bundeswehr für IT-Soldaten. Diese sind allerdings weniger mit Panzer als vielmehr mit Laptop ausgerüstet und ziehen hier in den digitalen Krieg, der derzeit stattfindet. „Gegen virtuellen Terror hilft kein Dislike-Button“ heißt es in der Broschüre der Bundeswehr. Die aufgefahrenen Panzer dienen wohl eher als Eyechater und weniger als Ausrüstung für die IT-Soldaten. Insgesamt hat die Bundeswehr eine Milliarde Euro IT-Bugdet, sieben IT-Studiengänge, 1,1 Millionen E-Mails pro Tag, 700 Admins werden 2016 gesucht und es gilt über 21000 IT-Stellen zu besetzen und 800 spezielle IT-Soldaten werden 2016 eingestellt. Interessante Zahlen, die ich aus Zeitgründen aber nicht mehr hinterfragt habe.


Mir persönlich stellte sich die Frage nicht, ob die Bundeswehr auf der gamescom oder anderen Messen für eine Karriere werben darf. Natürlich darf sie es meiner Meinung nach. Das hat sie in der Vergangenheit auch und tut es weiterhin. Auf der gamescom kann sie junge Leute erreichen. Das veranstaltet sich nicht, wie ich es bei der US-Army auf US-Messen gesehen habe, mit martialischen Auftreten und Ballerspielen, sondern die Bundeswehr tut es mit Information. Damit habe ich kein Problem.
Einst habe ich gelernt, die Soldaten seien Bürger in Uniform und so wurde die Wehrpflicht begründet. Lügenbaron von Guttenberg hat die Wehrpflicht ausgesetzt und eine Freiwilligenarme eingeführt. Und da junge Männer nicht mehr automatisch zum Bund müssen, muss die Bundeswehr über Veranstaltungen und Anzeigen Leute für eine Karriere interessieren – auch auf der gamescom. Das halte ich legitim. Anders als dieses „Antimilitärisches Aktionsbündnis Köln“ stehe ich zur Bundeswehr und ihren Aufgaben. Bis auf technische Hilfsleistungen beispielsweise bei Hochwasser möchte ich die Bundeswehr aber nicht im Inland eingesetzt haben. Aktuelle Pläne in diese Richtung lehne ich ab. Rüstet die Polizei entsprechend aus, so meine Forderung. Militär im Inneren – damit haben wir keine guten Erfahrungen in Deutschland.

Security vor dem Bundeswehrstand auf der gamescom.

Security vor dem Bundeswehrstand auf der gamescom.

Der Stand der Bundeswehr wurde von Security-Personal der Kölnmesse geschützt, falls es zu Übergriffen oder Pöbeleien kommen sollte. Ich habe allerdings keine gesehen. Die Bundeswehr warb neben dem Cosplayer-Village und so gab es interessante Szenen, wenn ein Engel mit Flügeln, in Leder und Strapse gekleidete Damen oder Pikaschus sich bei der Bundeswehr über Jobmöglichkeiten informierten.
Viel mehr Bedenken hatte ich, dass mancher Aussteller sich nicht an die ausdrückliche Bitte der Kölnmesse gehalten hat. Waffen sollten zu Hause bleiben. Leider stieß ich gegenüber dem Bundeswehrstand auf schwer bewaffnete (Gamer-)Einheiten in voller Ausrüstung. Wenn diese Herrschaften Richtung Bundeswehrstand marschierten, wurden sie von der Security gebeten, einen anderen Weg zu nehmen. Das ist richtig. Noch besser wäre es gewesen, ihnen die Spielzeugwaffen abzunehmen.