Posts Tagged ‘Katastrophenschutz’

Hochwasserschutz: Interview mit Birgit Gehr von Floodsax

10. Juni 2013

Aufmerksame Leser des Blogs haben es bemerkt, mir gefallen die Floodsax-Kissen, quasi mit dem Babywindel-Prinzip gegen Hochwasser. Ich habe daher mit der Geschäftsführerin Birgit Gehr ein Interview geführt.

Birgit Gehr von Floodsax

Birgit Gehr von Floodsax

FloodSax ist ein High-Tech-Kissen gegen Hochwasser. Was ist FloodSax eigentlich?

Birgit Gehr: Die “Floodsax” (englisch etwa: “Flut-Säcke”) sind im Grunde ein Baumwollgemisch, das es in verschiedenen Größen gibt. Innendrin steckt ein spezielles Granulat – Fachleute reden hier von einem “hydrophilen Polymer”. Das kann enorm viel Wasser aufnehmen. Am Ende enthält der Floodsax mehr als das hundertfache seines Eigengewichts an Wasser. Aus 200 Gramm Gewicht werden 25 Kilo. Das Prinzip ist das gleiche wie bei einer Babywindel – nur größer.

Bisher werden bei Überschwemmungen meistens Sandsäcke verwendet. Warum sind die Floodsax besser?

Birgit Gehr: Der größte Vorteil ist: Die Floodsax füllen sich von alleine. Niemand muß mehr mühsam Sand schaufeln und Säcke hin- und herwuchten. Die Floodsax legt man einfach im leeren Zustand ins Wasser – sie füllen sich dann ganz von alleine. Das dauert nicht länger als drei Minuten. Ein einziger Floodsax ersetzt dabei mehr als zwei herkömmliche Sandsäcke.

Gibt es noch weitere Vorteile?

Birgit Gehr: FloodSax sind mindestens 5 Jahre lagerfähig, da sie in Lagen zu jeweils 5 Stück vakuumverpackt geliefert werden. So brauchen sie nur sehr wenig Platz im Lager. Ein Karton mit 20 FloodSax-Kissen kann ohne Probleme von einem Menschen getragen und vor Ort gebracht werden; selbst eine Palette mit 400 FloodSax passt in einen Kleintransporter und ersetzt 1000 Sandsäcke.

Wie kann FloodSax eingesetzt werden?

Birgit Gehr: FloodSax haben drei Funktionen. Erstens: Sie saugen sehr viel Wasser auf. Das kann man zum Beispiel nutzen, wenn daheim die Waschmaschine undicht wird oder ein Wasserrohr geplatzt ist. Einfach einen oder mehrere Floodsax in die Pfütze legen – fertig. Zweitens können vollgesaugte Floodsax als Schutzmauer gegen Wasser dienen – genau wie klassische Sandsäcke, nur besser. Und drittens kann man mit Floodsax natürlich auch Wasser umleiten. So lassen sich beispielsweise Baustellen trocken halten oder Hochwasserströme umleiten, etwa in die Kanalisation.

Wie funktioniert FloodSax eigentlich genau?

Birgit Gehr:  Ein FloodSax enthält wasserabsorbierende Innenpads. Diese bestehen aus einer Mischung von geflocktem Zellstoff und einem selbstaktivierenden Polymer, dem sogenannten Superabsorber. Das Polymer in den Pads hält das Wasser über Wasserstoffbrückenbindungen dauerhaft, bis zu 3 Monaten, im Inneren der FloodSax gespeichert. Jedes dieser absorbierenden Innenpads hat dann noch eine aus Vlies bestehende Außenhaut, mit der es vernäht ist. Zusammen in drei Reihen, nebeneinander, sowie übereinander ergeben sie die typische Form der FloodSax.

Für wen ist FloodSax gedacht?

Birgit Gehr:  Zu unseren Kunden gehören Mitarbeiter von Feuerwehren, THW, Rettungskräfte sowie Bauhöfe, die gegen Hochwasser und Flut ankämpfen müssen. Aber auch für Privatleute, die ihren Keller gegen Hochwasser schützen wollen. Die Säcke arbeiten wie eine Art Mauer und machen das Durchdringen für Wasser unmöglich. So bleiben wichtige Geräte, Räume oder ganze Häuser vor Wasser geschützt.

Das Afrika-Fest in Würzburg ist komplett abgesoffen. Total schade.

Das Afrika-Fest in Würzburg ist komplett abgesoffen. Total schade.

Hochwasser kommt Gott sei Dank nicht alle Tage vor. Kann ich FloodSax auch außerhalb von Krisenzeiten einsetzen?

Birgit Gehr: Natürlich. Wasserschäden gibt es leider öfter, als es den meisten Leuten lieb ist. Sei es bei einem Rohrbruch, einer defekten Waschmaschine oder einer auslaufenden Spülmaschine: Überall, wo Wasser im Spiel ist, kann das System eingesetzt werden. Die Floodsax haben sich in allen denkbaren Situationen schon bewährt. Viele Kunden haben FloodSax auf Vorrat gekauft und lagern sie platzsparend im Keller, damit sie im Notfall sofort griffbereit sind.

Thema Umweltbelastung: Ist das Material im FloodSax umweltschädlich und wie muss es entsorgt werden?

Birgit Gehr: Wenn das Hochwasser vorbei ist, kann das System unbedenklich über den Hausmüll entsorgt werden. Wenn keine Gifte im Spiel sind, wie etwa bei einem einfachen Wasserrohrbruch, können die Säcke auch in einer Anlage für Bioabfälle verwertet werden, da alle Bestandteile der FloodSax biologisch abbaubar sind. Der „Carbon-Footprint“ – die CO2-Belastung – ist auch aus diesem Grund wesentlich geringer als bei herkömmlichen Sandsäcken.

Welche verschiedenen Arten von Floodsax gibt es?

Birgit Gehr: Für Feuerwehren, THW und Rettungskräfte gibt es das Commercial Pack, bestehend aus einem Karton mit 4 einzelnen, vakuumverschweißten Einzelpacks, die jeweils fünf FloodSax enthalten (insgesamt 20 Stück FloodSax). Privatleute greifen auf das Home Pack zurück. Es wurde speziell für den privaten Gebraucht zum aktiven Schutz gegen Hochwasser, Sturmfluten oder sonstige Wassereinbrüche, sowie Leckagen konzipiert. Sie können damit selbständig und schnell Türen, Tore, Fenster, Luftschächte, Rückschlagklappen, undichte Leitungen, Kellerinstallationen, etc. vor eindringendem Wasser schützen. Das Home Pack enthält einen speziellen FloodSax Türschlauch und vier kleinere FloodSax. Alle Produkte kann man beziehen über unsere Homepage unter www.floodsax.de.

Besser als Sandsäcke gegen Hochwasser: Floodsax

2. Juni 2013

sack2

Das Hochwasser trifft Bayern mit voller Wucht. Bisher habe ich mich mit Sandsäcken gegen die Fluten geschützt. Mein Keller ist hochwassergefährdet. Auf einem Seminar entdeckte ich eine eine bessere Lösung gegen das Nass, das sowohl für private Haushalte als auch für Feuerwehren, Katastrophenschutz und andere Helfer geeignet ist: Floodsax.

Alexandra Wehner und Birgit Gehr von bluESProtec GmbH aus München waren bei mir Seminarteilnehmerin und vertreiben mit ihrer Firma die Säcke. Bei dem System handelt sich um einen Hochwasserschutz mit einfacher Handhabung, geringsten Eigengewicht und Platzbedarf. Im Grunde sehen die weißen Kissen unscheinbar aus. Sie saugen sich voll Wasser und wachsen dann zur vollen Größe an. „Ein hydrophiles Polymer zusammen mit einem organischen Additiv sorgen für ein mehr als hundertfaches Wasseraufnahmevermögen des FloodSax“ erklärt Alexandra Wehner. Die Füllung von 210 Gramm kann bis zu 25 Liter Wasser aufnehmen. Das hat mich vollkommen überzeugt und ich brauche keine Sandsäcke mehr, um meinen Keller zu schützen.

sack

Die Teile sind mindestens 5 Jahre lagerfähig, da sie in Lagen zu jeweils 5 Stück vakuumverpackt geliefert werden. So brauchen sie nur sehr wenig Platz bei mir im Keller. Im Moment greifen Feuerwehren und anderen Helfern auf die Lösung zurück. Die Lager von bluESProtec GmbH sind bei dem Hochwasser gut gefüllt und noch gibt es Nachschub.  Ein Karton mit 20 FloodSax-Kissen kann ohne Probleme von mir getragen und vor Ort gebracht werden; selbst eine Palette mit 400 FloodSax passt in einen Kleintransporter und ersetzt 1000 Sandsäcke, also ideal für Feuerwehren oder andere Hefter.

Ein FloodSax enthält wasserabsorbierende Innenpads. Diese bestehen aus einer Mischung von geflocktem Zellstoff und einem selbstaktivierenden Polymer, dem sogenannten Superabsorber. Das Polymer in den Pads hält das Wasser über Wasserstoffbrückenbindungen dauerhaft, bis zu 3 Monaten, im Inneren der FloodSax gespeichert. Jedes dieser absorbierenden Innenpads hat, aus Vlies bestehende Außenhaut, mit der es vernäht ist. Zusammen in drei Reihen, nebeneinander, sowie übereinander ergeben sie die typische Form der FloodSax.

Bei mir zu Hause funktioniert das System ideal: Das FloodSax Home Pack wurde extra für den aktiven Außenschutz von Gebäude vor Hochwasser, Sturmfluten oder Wassereinbrüchen bei Starkregen konzipiert. Es besteht aus einem FloodSax-Türschlauch (90 cm x 19 cm) und 4 FloodSax (45 cm x 35 cm). Ich kann als Hausherr mit dem Home Pack selbständig und schnell meine Türen, Tore, Fensterschächte, Rückschlagklappen und Kellerinstallationen sicher vor Hochwasser schützen. FloodSax bieten auch innerhalb des Gebäudes Schutz. Größere Wasserschäden durch gebrochene oder geplatzte Leitungen, gerissene Zu- und Ablaufschläuche, bei Installation und bei Reparaturen können vermieden oder schnell eingedämmt werden. Das System gibt es hier zu kaufen.

Bildschirmfoto 2013-06-02 um 18.11.41

Wenn das Hochwasser vorbei ist, kann das System unbedenklich über den Hausmüll entsorgt werden, Wenn keine Kontaminationen zu befürchten sind, wie bei einem einfachen Wasserrohrbruch, können die Säcke auch in einer Anlage für Bioabfälle verwertet werden, da alle Bestandteile der FloodSax biologisch abbaubar sind. Der „Carbon-Footprint“ – die CO2-Bilanz ist auch aus diesem Grund wesentlich geringer als jener von herkömmlichen Sandsäcken.

Im Moment sehe ich drei Einsatzmöglichkeiten bei mir zu Hause:

  • Wasseraufnahme: Die Kissen nehmen in Sekundenschnelle Wasser auf, damit Wasserschäden verhindert werden. Ich kann innerhalb innerhalb von 3 Minuten 25L Wasser aufsaugen, ein einzelner FloodSax ersetzt 5 Sandsäcke.
  • Wasserbarriere: Die Säckearbeiten wie eine Art Mauer oder Verschluss und machen das Durchdringen für Wasser unmöglich. Somit bleiben wichtige Geräte oder ganze Räume vor Wasser geschützt!
  • Wasserumleitung: Mit FloodSax können Wasserströme umgeleitet werden (z.B. in die Kanalisation). Somit sind plötzliche Sturzfluten kein Problem mehr.

Update: Das System im Video: