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Ausflugtipp: Was macht ein Fischschädel im fränkischen Kloster?

29. Juni 2015

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Ich bin öfters im oberfränkischen Kloster Banz als Referent zu Gast. Hier gibt es ein Bildungszentrum der Hanns Seidel Stiftung in dem ich einige Kurse anbiete. Am Fuß des Bildungszentrums gibt es auch eine sehr interessante Petrefaktensammlung. Eine Petrefaktensammlung ist ein altes Wort für eine Fossiliensammlung, also Versteinerungen von Tieren und Pflanzen. Mit den Kindern bin ich öfters im Altmühltal zum Steineklopfen und hab auch darüber gebloggt. Ich wusste gar nicht, dass die Gegend um Kloster Banz auch für seine Fossilien bekannt ist, bzw. war. Und in Kloster Banz liegt der größte Fischsaurierschädel Europas. Der Schädel und die Reste des Skeletts wurden 1841 beim Durchbruch des Mainbogens bei Unnersdorf gefunden. Ich sprach mit Museumsleiterin Brigitte Eichner-Grünbeck, was denn ein Fischkopf im Kloster.


Die historische Fossiliensammlung, gehört zu den ältesten paläontologischen Ausstellungen in Bayern und wurde zwischen 1814 und 1857 vom Juristen Carl Theodori (1788 – 1837) und dem katholischen Geistlichen Augustin Geyer (1774 – 1837) geschaffen. Seither blieb sie weitgehend unverändert.


Die Sammlung präsentiert einen zu Stein gewordenen Querschnitt des Lebens im ehemaligen Jurameer aus der Zeit vor rund 200 Millionen Jahren.
Das bedeutendste Ausstellungsobjekt dieser Sammlung und Herzstück des Museums ist das 2.10 m lange, versteinerte Skelett eines Fischsaurierschädels, der Größte seiner Art in ganz Europa. Diesem Exponat widmete der Schriftsteller Joseph Victor von Scheffel (1826 – 1886) zwei Gedichte, in denen er seine Faszination dem Objekt gegenüber ausdrückte: den „Bericht vom Meerdrachen“ und „Der Ichthyosaurus“.
Wer einmal in der Gegend ist, sollte mal vorbeischauen und den Fischschädel ansehen.

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Mühsames Steineklopfen in Titting

31. August 2014

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Nachdem ich auf den Geschmack vom Steineklopfen gekommen bin, entschloss ich mich nach meinem Ausflug zum Fossilien-Besuchersteinbruch Mühlheim jetzt den Steinbruch in Titting im Altmühltal auszuprobieren. Die Gemeinde Titting liegt im Bereich der Südlichen Frankenalb nördlich von Eichstätt und es gibt dort auch einen Fossiliensteinbruch.
Der klare Vorteil des Tittinger Steinbruchs: Man kann ihn kostenlos nutzen. Anders als andere Fossiliensammelstellen im Altmühltal kostet dieser Steinbruch keinen Eintritt. Der Sparfuchs in mir war begeistert.

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Das bedeutet aber auch, dass eine gewisse Infrastruktur fehlt. Es gibt weder sanitäre Anlagen, noch einen Kiosk, noch – und das ist am wichtigsten, gibt es eine Ausleihstelle für Werkzeug. Hammer und Meißel müssen im Touristikamt in der Gemeinde ausgeliehen werden. Ich brachte mir aber mein Werkzeug und Verpflegung selbst mit und war zunächst begeistert, dass trotz eines Sonntags kaum ein Besucher im Steinbruch anzutreffen war. Ich konnte also in Ruhe klopfen.
Nach ein, zwei Stunden Arbeit wusste ich auch warum: Die Steine sind furchtbar hart und die Suche nach Fossilien gestaltet sich äußerst mühsam. Meine Kinder hätten innerhalb von 15 Minuten Hammer und Meißel zu Boden gelegt und sich geweigert, den Saurier zu suchen. Und es ist richtig, ich kam mir vor wie ein Sträfling, der in den Steinbruch abkommandiert wurde. Irgendwie kam mir auch der Gedanke an Spartacus in den Sinn, der aus seinem römischen Steinbruch fliehen will. Und wenn ich einmal voller Wut auf die Steine eindrosch (was man als seriöser Fossiliensammler niemals machen sollte), konnte ich nur wenige Steine spalten. Meine Ausbeute war entsprechend gering und meine Begeisterung hielt sich in Grenzen. Ok, Titting ist umsonst, aber das war es auch dann für mich.


Am Eingang des Steinbruchs steht übrigens ein Schild. Dort steht geschrieben, dass alte Funde in einem Wert über 5000 Euro bei der Gemeinde abzugeben seien. Wenn ich ehrlich bin, waren meine Funde ein paar Cent wert, also traft mich diese Regel nicht. Ich packte meine sieben Sachen zusammen und zog in einen anderen Steinbruch weiter (und musste dann dort auch Eintritt zahlen). Gefunden hab ich dort aber auch nur bedingt etwas.

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Ausflugtipp: Jurassic Park im Altmühltal

13. Juli 2014

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Als Fan von Jurassic Park musste ich unbedingt mit meiner Familie die Light-Version des bayerischen Jurassic Parks im Altmühltal besuchen. Die Gegend ist dafür bekannt, dass kleine und große Forscher nach Fossilien graben können und garantiert auch fündig werden. Also ein idealer Ausflug für die ganze Familie stand auf dem Programm.

Wer es nicht weiß: Fossilien sind versteinerte Überreste von Tieren und Pflanzen. Aber es gibt auch Fußabtdrücke von Dinos und anderem Getier, das einst die Erde beherrschte. Der Geo-interessierte Bildungsbürger in mir weiß, dass die Gegend um Eichstätt, Solnhofen, Weißenburg und Treuchtlingen am Rand eines tropischen Meeres lag. Bei rund 23 Grad Wassertemperatur des Meeres war im Wasser allerhand los. Nun, dass Wasser ist heute weg und zurückgeblieben sind die Solnhofener Plattenkalken aus dem Oberen Jura, die in den Steinbrüchen der Umgebung abgebaut werden. Und in eben diesen Steinbrüchen gibt es heute zahlreiche Fossilien zu finden.

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Nachdem es in der Gegend des Altmühltals zahlreiche Steinbrüche gibt, entschieden wir uns per Los für den Fossilien-Besuchersteinbruch Mühlheim. Dieser Fossiliensteinbruch zählt zu den Mörnsheimer Schichten und gilt als sehr fossilienreich – zu finden sind hier unter anderem Ammoniten, Pflanzen und Fische. Auf über 6.000 Quadratmeter gingen wir auf die Suche nach dem verschollenen Saurier. Das notwendige Werkzeug wie Hammer und Meißel gab es zum Ausleihen.

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Insgeheim hofften wir natürlich auf den großen Fund. So ganz unmöglich ist es nicht. 2011 wurde von einem Greenhorn ein bedeutender Fund gemacht. Es handelte sich um einen bis dahin unbekannten Flugsaurier. Das Vieh heißt wissenschaftlich Archaeoperyx. Im Oktober 2011 fand ein Familienvater das Skelett eines 144 Millionen Jahre alten Vogels.

Nun so ganz erfolgreich war unsere Suche nicht. Wir fanden Versteinerungen von Flora und Fauna, ein paar Gräser hier, ein Ei dort oder ein paar Schneckenhäuser. Den Kindern war nach zwei Stunden Steineklopfen langweilig, aber ich war fasziniert, was der Steinbruch so alles frei gibt. Wenn die Kinder im Urlaub sind, dann werde ich ein, zwei Tage in den Steinbruch verbringen und mich professioneller auf die Suche begeben. Wozu habe ich den Geologie an der Uni belegt?